Nr. 112 Zweites Blatt 156. Jahrgang Erscheint »-ttch mü Ausnahme des Sonntags. X A X A A 8 FTeX £fT ®2^]g .Änzelger niermal wöchentlich beigelegt. Der M B S M ^L, g E täk. R ^yö. W R M «L . E1E QL, EL E^ejstlch« Laovwirt- erscheint monaUich einmal. W V g W M v V 'v x^1 V « V h V 'r Nr Montag 14. Mar 1906 Rotationsdruck und Verlag der BtflbPfdN» UniversttätSdruckeret. R. Lange, Vielen. Redaktion, Expedition n.Druckeret: 6d)ulftr.t, Tel. Nr. 5L Telegr^-Adr. i Anzelger Dteße». General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen. Der Kaiser im Reichsland. Straßburg i. Els., 12. Mai. Der Kaiser kehrte nm UVi Uhr von der Ausfahrt nach dem Kaiserpalast zurück und begab sich um 1 Uhr zum Gouverneur General v. Moßner zum Frühstück. Dazu waren geladen Statthalter Fürst Hohenlohe- Langenburg, Staatssekretär v. Köller, UntcrstaatSsekretär von Zorn und Bulach, der kommand. General Ritter Hentschel von Gilgenheimb, die Generalleutnant? von Hoiningen gen. Hüne und von Pawlowski, sowie Generalleutnant Breitenbach und die Umgebung bc6 Kaisers. — Der Kaiser ist um 31/, Uhr nachmittags abgereist. Am Bahnhof waren erschienen der Statthalter Fürst zu Hohenlohe-Langenburg, Staatssekretär von Köller, der kommand. General Ritter Hentschel von Gilgenheimb, der Gouverneur von Straßburg, Generalleutnant von Moßner und Polizeipräsident Dall. Metz, 12. Mai. Der Kaiser traf heute abend um 6 Uhr 10 Min. auf dem Bahnhof Kürzel ein. Zum Empfange waren erschienen Generalfeldmarschall Graf Häseler, welcher die Zeit des Aufenthalts des Kaisers in Urville und Metz als Gast geladen ist, ferner der kommand. General deS 16. Armeekorps von Prittwitz und Gaffron, der Bezirkspräsident Graf von Zeppelin und Kreisdirektor Graf von VillierS. Kriegervereine und Schulkinder bildeten Spalier. Das Publikum bereitete dem Kaiser herzliche Huldigungen. Zwei kleine Mädchen überreichten Blumensträuße. Der Kaiser begab sich mit dem Grafen Häseler im Wagen nach Schloß Ur- oille, wo Abendtafel stattfand. Urville, 13. Mai. Der Kaiser hatte gestern abend eine Besprechung mit dem Vertreter des Auswärtigen Aintcs, Gesandten Dr. Freiherrn Rücker-Jenisch. — Heute vormittag begab sich der Kaiser mit Generalfeldmarschall Grasen Häseler im Wagen nach Kürzel. Vor der Kirche in Kürzel hatte vorher eine Abordnung des Hüttenvereins ,Treuer Deutscher* auS Malstatt-Burbach Aufstellung genommen. Um 10 Uhr begann der Gottesdienst, dem der Kaiser, Graf Häseler, das Gefolge, sowie die Gemeinde von Kürzel beiwohnten. Rach dem Gottesdienst fuhr der Kaiser zuerst nach dem Wilhelm-Viktoria-Stift (Altersheim), wo er sich ungefähr zehn Minuten aufhielt, sodann nach dem Augusta-Viktoria- Stift, wo die Zöglinge den Kaiser mit dem Gesang von drei Volksliedern begrüßten. Hierauf unterhielt sich der Kaiser in freundlicher Weise mit den Zöglingen. Rach dem Gesang deS Liedes „Scheiden tut weh" verließ der Kaiser das Stift und begab sich um ll1/, Uhr nach dem Schloß Urville zurück. Die Bevölkerung begrüßte den Kaiser allenthalben begeistert. Prinzessin Friedrich Karl von Preußen t. Berlin, 12. Mai. Prinzessin Friedrich Karl v 0 n P r e u ß e n ist gestern abend in Friedrichsroda am Herzschlag verschieden. (Prinzessin Maria Anna war eine geborene Prinzessin von Anhalt (geb. am 14. September 1837) und seit dem 29. Nov. 1854 mit dem Prinzen Friedrich Karl von Preußen verheiratet, der am 15. Juni 1885 starb.) Anläßlich des Ablebens der Prinzessin ist von Montag, den 14. d. M., ab Hoftrauer auf 14 Tage angeordnct worden. An dem geplanten Aufenthalt des Kaisers in Urville und an den vorgesehenen militärischen Uebungen [in Metz und Diedenhofen wird jedoch voraussichtlich, nichts geändert werden, während aber der Aufenthalt in Wiesbaden wegfällt. T-er Kaiser gedenkt am 19. Mai wieder im Neuen Palais in Potsdam einzutreffen. Der englisch-türkische Konflikt. Konstantinopel, 12. Mai. Die Pforte richtete gestern an den englischen Botschafter e in c Note und erklärte, daß sic nicht die Absicht habe, den Status quo auf der Sinaihalbinscl zu ändern, sondern nur ihre Rechte zu wahren. Nachdem versichert worden sei, daß auch Egypten die strittigen Punkte zu besetzen nicht beabsichtige, habe die Pforte beschlossen, ihre Truppen zurückzuziehen. Sic habe davon dein Khedive Mit^ teilung gemacht, damit die cgyptischcn Behörden mit den türkischen Behörden und mit den türkischen Generalstabsoffizieren über die Feststellung und Sicherung des Status quo in Verbindung treten. Die Pforte antwortete heute der englischen Botschaft mit einer Note, welche die Zurückziehung der türkischen Truppen anzeigt und in die Grcnzregu- lierung durch eine gemischte Kommission cinwilligt. Die Nuite macht jedoch Einwendungen betr. die Souveränität und Vorbehalte bezügl. der englischen Grenzposten. Dies sowie der Ton der Note befriedigten die Botschaft nicht. Auf türkischer Seite hofft man jedoch, daß die Regierung in London die Antwort annehmen werde und die Angelegenheit hiermit geordnet sei. ' Die Besatzung von Tab ah ist auf Befehl des Sultans zurückgezogen worden, Die Ausstände und Unrnhen in Italien. Rom, 12. Mai. In der heutigen Kammersitzung verlas der Präsident ein Schreiben der 15 sozialistischen Abgeordneten, in welchem diese auf ihrer Mandats- niederlegungbestcheil. Die Kammer genehmigte sodann die Mandatsniederlegungcn und crklärte^die betreffenden Sitze für erledigt. Alle Arbeiter in Rom und Neapel haben die Arbeit wieder ausgenommen. Die Straßenbahnen sind wieder in vollem Betrieb. Das Straßenbild ist das gewöhnliche. Die Gemeindeverwaltung von Rom sprach der Armee und den Sicherheitsbcamten, die sich an der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung beteiligten, ihre An- erkennung aus. ________ Deutsches Reich. Berlin, 13. Mai. Der neuernannte Eisenbahnminister Breitenbach wird sich bereits am Montag dem Abgeord» neteuhause vorstellen. — Wie der .Vorwärts* meldet, sindet der diesjährige Parteitag der Sozialdemokratie in Mannheim vom 16.—2 2. September statt. Duisburg, 13. Mai. Der hiesige Wirteverein erklärte im Hinblick auf den bekannten Beschluß der Brauereien, die Bierpreise zu erhöhen, daß sic dir Mehrbelastung nicht auf das Publikum abwälzen, auch nicht selbst tragen könnten. Sollten die Brauereien bei ihrem Kölner Beschlüsse beharren, so würde die Gründung einer Genosirn- schaftsbrauerei ins Auge gefaßt werden. Babenhausen (Bayern), 13. Mai. Fürst Fugger- Babenhausen ist in der vergangenen Nacht gestorben. Rudolstadt, 12. Mai. In der heutigen Sitzung des Landtages wurde der sozialdemokratische Wahlantrag, wonach die Landtagswahl an einem Sonntag abgehalten werden und wonach die Regierung gleichmäßige Stimmzettel Herstellen lasten solle, mit 9 gegen 7 Stimmen abgelehnt. Hierauf verließen die sozialdemokratischen Abgeordneten bis auf einen den Saal, so daß der Landtag bei der nun folgenden Abstimmung über den Antrag der Rechten, nach welchem der Wahlzensus für die Höchstbesleuerten auf 200 Mk. erhöht werden soll, beschlußunfähig war. Der Präsident beraumte die nächste Sitzung auf 12^ Uhr an, aber auch diese Sitzung war beschlußunfähig, da die sozialdemokratischen Abgeordneten wieder den Saal verließen. Dresden, 12. Mai. Heute mittag 12 Uhr wurde die 3. deutsche Kun st gewerbe-Ausstellung durch König Friedrich August feierlich eröffnet. Ausland. Stockholm, 12. Mai. Der Reichstag bewilligte 21744 000 Kronen für Kasernen bauten für das Heer für vier Jahre. Davon entfallen auf 1907 4 400000 Kronen. Paris, 12. Mai. In Regiecungskreisen sagt man, das Kabinet Sarrien werde zunächst noch unverändert am Ruder bleiben, obwohl ElSmenceau zweifellos den Wunsch hege, aus dem Ministerium des Innern in das Kriegsministerium überzusiedeln. Kammerpräsident dürfte an Stelle DoumerS Brisson werden. — Senator d'Estournelles, der Vorsitzende der parlamentarischen Schiedsgerichtsgruppe, hat angekündigt, daß er beim Wiederzusammentritt des Senates den Marineminister über die Notwendigkeit einer internationalen Verständigung zur Einschränkung der FlottcnauSgaben interpellieren werde. Lyon, 12. Mai. In Vienne (Dep. Jsöre) wurde der Anarchist Laffond verhaftet, der im Verdacht steht, in Lyon Bomben hergestellt zu'haben. Laffond wurde nach Lyon inS Untersuchungsgefängnis gebracht. Wien, 13. Mai. Die „Neue Freie Presse* schreibt: Die ungarische Thronrede wird einen Passus über die auswärtige Lage enthalten, der darauf angelegt ist, den wiederholten Quertreibereien gegen das Bündnis mit Deutschland ein Ende zu bereiten und in feierlicher Weise klarzustellen, daß dieses Bündnis nach wie vor die unveränderte Grundlage der auswärtigen Politik der Monarchie bildet. Tunis, 13. Mai. Heute vormittag hat die feierliche Beisetzung des verstorbenen Beys von Tunis stattgefunden. Washington, 12. Mai. Das Staatsdepartement hat in Erfahrung gebracht, daß in San Domingo eine neue Revolution mit Puerterico als Operationsbasis vorbereitet werde. Der Gruverneur von Puerterico ist angewiesen worden, die Gebote der Neutralität zu beachten, die die Vorbereitung und die Ausreise einer feindlichen Expedition nicht gestatten. Die bsi San Domingo stationierten Kriegsschiffe der Vereinigten Staaten werden den Auftrag erhalten, die Landung feindlicher Streitkräfte zu verhindern.__________ Rolonialpost. Wie das Reutevschc Bureau meldet, wird von maß- gebender Seite behauptet, daß das am 4. Mai zwischen Der deutschen Schutz truppe und Morenga stattgehabte Gefecht sich auf britischem Gebiet an der Grenze der Kapkolonie abgespielt habe. Die Kapkolonie habe heftigen Widerspruch erhoben. Der deutsche Befehlshaber achtete jedoch nicht darauf. Das Wolffsche Bureau erfährt, es sei richtig, daß das letzte Gefecht mit Morenga auf britischem Gebiet stattgefunden hat. Von der deutschen 2lbteilung Bech verfolgt, hatte Morenga die Grenze mit bewaffneten Dr Io gleit tert überschritten, und da die Kappolizei ihn nicht entwaffnete und Morengas Rückkehr auf deutsches Gebiet an einem anderen Punkt der Grenze zu erwarten war, so dehnte die Abteilung Bech ihre Verfolgung auf britisches Gebiet aus. Die deutsche Regierung wies den Botschafter in London an, zu er- Hären, daß sie jedes Uebcrtreten deutscher Truppen auf britisches Gebiet mißbillige und die in diesem Sinne bereits bei Beginn des Feldzuges den Truppenkommandos erteilten Weisungen wiederholt habe. Am 5. Mai im Gefecht bei Löwenfluß südlich von Gawachab schwer verwundet: Oberleutnant Eduard Gruß, geb. zu Hasenberg, Sckmß in die rechte Bauchseite. Am 4. Mai: Bei Pooisoley östlich von Gapnetz gefallen: Reiter Eugen Maile, geb. zu Musberg; im Feldlazarett Lüderitzbucht an Typhus gestorben: Reiter Christian Koch, geb. zu Wrexen, am 7. Mai Gefreiter Richard Kahle, geb. zu Priebus; am 8. Mai im Lazarett Warmbad an Skorbut gestorben: Renatus Bismarck, geb. zu Hanrey. — Aus kolonialen Kreisen erfährt die „Voss. Ztg": Die von einigen Blättern gebrachte Nachricht, daß Oberst v. Deimling demnächst das Oberkommando der Schutztruppe übernehmen werde, ist nicht richtig. Ter ehemalige Führer in Südwestafrika wird mit dem nächsten Dampfer nach der Lüderitzbucht ausreisen, um im Süden des deutschen Schutzgebietes das Kommando der gegen Morenga zusammengezogenen Truppen zu übernehmen. Dar-es-Salaam , 13. Mai. Im 0 st afrikanisch e n Schutzgebiet haben die deutschen Truppen in mehreren siegreichen Gefechten den Rebellen em- psindliche Verluste beigebracht. 5>tc Aogetsberger Keflügetausstessung in^Lanöach. (Original-Bericht des Gießener Anzeigers.! X Laub ach, 12. Mai. Heute mittag 4 Uhr wurde im festlich geschmückten Saale deS Hotels Solmser-Hof (besonders war die Bühnenseite durch ein Arrangement oon auSgestopften Tieren von Hrn. Tuch- fabrikantcn Waitz auS Schotten geschmackvoll dekoriert) die Ausstellung deS Vogelsberger Geflügel- und Vogelzuchtvcreins eröffnet. Der AuSstellungskommistär, Hofapotheker Roßbach, begrüßte den erschienenen Protektor Grafen Wilhelm zu SolmS-Laubach sowie die übrigen Festgäste. Er wies darauf hin, daß Deutschland vom AuS- lande noch für Millionen von Mark für Eier und Mast- gcflügel beziehe und daß mit allen Kräften durch Errichtung von Zuchtstationen und durch Gewährung von Ehrenpreisen auf eine Verringerung dieses Bezugs hingeivirkt werden wüste. Der ausstellende Gcslügelzuchtoerein habe diesmal beschlosten, nur Paare von Tieren zur Verlosung zu bringen, um so dem Vorteile als auch der Liebhaberei des einzelnen Mannes, den Intentionen der landwirtschaftlichen Vereine und der Regierung am Besten zu entsprechen. Graf Wilhelm zu Solms-Laubach dankte für die Begrüßung und betonte die national-wirtschaftliche Seite der Gcflügelzuchtoereine, denen er persönlich ein warmeS Interesse entgegen bringe. Er erklärte damit die Ausstellung für geöffnet und die Festgäste begaben sich zur Besichtigung der Ausstellung in die im Garten aufgeschlagene Festhalle. Wie reichlich die Ausstellung beschickt ist, zeigt der auSgegebene Katalog, der 128 Nummern von Hühnern, 54 von Tauben, 21 von Enten, außerdem Gänse, Traten, Fasanen und sonstige Vögel enthält. Die damit verbundene Kaninchen-AuSstellung enthält 15 Käfige mit reichhaltigen Gruppen von schönen Tieren. Recht zahlreich war die Beteiligung an der Stiftung von Ehrenpreisen; cS wurden ihrer 33 gezählt, darunter die vier ersten Preise: 1. ein Gartentisch mit drei Stühlen, gestiftet von Graf Wilhelm für die besten Leistungen eines Laubacher Züchters in einem Einzelstamm, fiel Gastwirt Böhm in Laubach zu; 2. eine silberne Weinbowle, gestiftet von Geh. RegierungSrat Schönfeld in Schotten, erhielt PH. Södler in Nieder-Gemünden als 1. Ehrenpeis für die meisten Punkte; 3. gestiftet von Frl. Sophie Klipstein für beste Leistung eines Laubacher Züchters drei Geschenke, darunter ein Areoidbarometer, ein vernickeltes und ein silbernes Kaffeeservice, erhielten die Aussteller K. Pitz, D. Möll und A. DehuS; 4. gestiftet von Rentner Albers, 3 Tafeltücher, die zweithöchste Punktzahl hatte Förster Simon in Ehringshausen, die dritthöchste I. Zimmer, Bingmühle. Im übrigen seien unter den Stiftern hervorgehoben die Stadt und Bezirkssparkaste Laubach, die Nachbarvereinc Hungen, Lich, Alsfeld, Lauterbach sowie etwa 20 Einwohner oon Laubach und FriedrichShütte, die durch eine Reihe von wertvollen Geschenken ihr Interesse an den Bestrebungen des Vereins bekundeten. Als erster Preisrichter fungierte Rentner Hut aus Frankfurt a. M. Die Preise verteilen sich wie folgt: I. Hühner. A. Langshan. 1. Preis F. Simon, Ehringshausen. J3. Plymouth-Rocks. 1. Preis Markus Stein, Ruppertsburg. C. Wyandottes. Ehrenpreise an a) Gold: Jean Bohm, Saubad), E. Kemps, Elpenrod; b) Silber: H. Thießen, Niedergemünd; c) Weiße: F. Simon, Ehringshausen, P. Hühnergarth, Köddingen; d) Gelbe: PH. Södler, Niedergemünden, I. Naumann, Laubach. D. Rebhuhnfarbige Italiener. 1. Preis PH. Södler, Niedergemünden, 2 Ehrenpreise an I. Zimmer, Bingmühle, und H. Mcrschrod, Zeilbach. E. Schwarze Italiener. A. Dehus, Laubach. F. Weiße Italiener. Ehrenpreis an H. Seim, Ermenrod. (Derkausspreis 150 Ntt.) G. Gelbe Italiener. Ehrenpreis an F. D. Möll, Laubach. H, Hamburger. Ehrenvr. an K. Pitz, Laubach, K. Burg H., Ruppertenrod, Lehrer Kemmer, Zeilbach, H. Torr, Lehnheim, W. Högg, Klein-Eichen; 1. Pr. an H. Maus II., Ruppertenrod, und Ph. Södler, Niedergemünden. L Zwerghühne r. 2 Ehrenpr. an Fr. Jöckel, Grünberg, und R. Ritter, Laubach K. S a m m e l k l a s s e. 1 Pr. F. Simon, Ehringshausen; Ehrenpreise an K. Zulauf, Ober-Ohmen, A. Mehmcl, Groß-Eichen, G. Schneidt, Laubach, Lehrer Seip, Nidda. II. Gänse. 1. Preise an W. Pitz HL, Laubach, I. Böchcr, Zellmühle bei Villingen. HL Ente n. 1 Ehrenpr. an I. Merte-Strebendorf; 1. Preise an F. R. Stotz II., Laubach, und PH. Södler, Niedergemünden. IV. Tauben. Ehrenpreise an K. Rahn II., Altenhain, Leibjäger Becker, Laubach, F. N. Stotz, Laubach, L. Zehsuß, Niedergemünden; 1. Preise an L. Zehsuß-Niedergemünden, W. Högg, Klein-Eichen, K. Pitz, Laubach. V. Vögel. 1. Preise an K. Reitz, Stockhausen, und I. Naumann, Laubach. VI. Bruteie 1 Dutzend schwarze Minorka: W. Göbel, Ulrichstein. Ferner wurden noch Ehrendiplome erteilt für ausgestelltes G c f l ü g e lf u t tc r an Drogist Karl Stotz, Laubach, und I. Justus Laubach. An die Preisverteilung schloß sich ein Fest essen an, bei dem die Marburger Jägermusik konzertierte. Für den gestrigen Sonntag war von 3 bis 8 Uhr mittags ein Konzert derselben vorgesehen. Die Ausstellung wird am Montag, den 14. Mai, mit einer Verlosung geschloffen. Mk. auf Nr. 16239 45178, bad)), Gewinne von je 5000 auf Nr. 3270 4878 Gewinne von 38406 47054 Gewähr.) Kundgebung für eine Pensions-Versicherung 13. Mai. des Gl und sechst Wer 22, G( 69208 82400 23776 52883 73430 96472 72334 90076 Absender Postanw. an Milci Postanw. an Miln Postanw. 24060 54889 74286 96653 17616 47508 73724 90258 e iS B O fc. Frankfurt a. M.,' 13. Mai. Gestern nachmittag Uhr wurde auf dem Sachsenhäuser Friedhof die Leiche Frau Vogel durch den Polizeiwachtmeister Neuhaus Wildungen im Beisein eines hiesigen Kriminalbeamten Montc Brmidon : Scfiiuiwf II Sblcbiebsfoi flwiiefjenatt 9?mib ber § fireitag den Raoul Auer 37787 67683 76580 (Ohne K \\ 5 Vs der aus vielleicht zu unseren Lesern zählen, als unbestellbar: über 20.42 Mk. vom 25. 10. 04 aus Gießen 1 Staiduhara in Gor. Kosiny (Kroatien-Slavonien). über 25.53 Mk. vom 6. 11. 04 au§ Gießen 1 Staiduhara in Gor. Kosim) (Kroatien-Slavonien). über 3.50 Mk. vom 26. 5. 05 aus Gießen 2 Die Eröffnung der bayrischen Jubiläums-Ausstellung. Nürnberg, 12. Mai. Die Bayerische Jubiläums- Landes-Ausstellung wurde heule vvrmittag durch den Prinzen Ludwig von Bayern als Vertreter des Prinz- regentcn feierlich eröffnet. Dem Festakte wohnten das gesäurte Staatsnrinisterilim mit Ausnahme des erkrankten Ministerpräsi- benten v. Podewils, Mitglieder beider Kammern, die Spitzen der Militär- und Verwaltungsbehörden und zahlreiche Ehrengäste aus ganz Bayern bei. Der 1. Bürgermeister Geh. Hof rat der Privatangestellten. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) S. u. H. Leipzig, Aus Stabt und Cattb* Gieß en, den 14. Mai 1906. *♦ Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Wald-Michelbach, Amtsgerichtsrat Georg Heinzerling auf Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Ruhestand versetzt. "Hessisch-Thüringische Staatslotterie. In der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klaffe fiel ein Gewinn von je 40 000 Mk. auf Nr. 21150 (nach Seligenstadt) und auf Nr. 45072 (nach Büdingen) ein Gewinn von 30 000 Mk. auf Nr. 25716 (nach Darmstadt und Bensheim), ein Gewinn von je 10 000 Mk. auf Nr. 22421 29818 (beide nach Offen- je 2000 Mk. 27922 30653 56001 62902 75900 75926 97396 99946. nach Gotha, Empfänger unbekannt. Postanw. über 15 Mk. vom 3. 5. 05 au§ Lich nach Duisburg, Empfänger unbekannt. Postanw. 7 Mk. vom 19. 6. 05 aus Büdingen (Oberhessen) nach Kissingen, Empfänger unbekannt. Die zur Emvfangnahme der Gegenstände Berechtigten muffen ■ sich binnen 4 Wochen bei der Ober-Postdirektion melden, widrigenfalls die Postamveisiingsbeträge und die in den Sendungen enthaltenen oder durch Versteigerung des Inhalts erlösten Geldbeträge der Post-Unterstützungskasse überiuiefen, die Briefe aber vernichtet werden. X Ortenberg, 13. Mai. Gestern abend fand im Gasthaus „Zur Post" eine stark besuchte Versammlung statt, in welcher der, Sekretär des Rhein-Main-Verbandes für 11 'Solltest, U|«M schossen. [] Kirchhain, 13. Mai. Gestern abend gegen 11 Uhr entgleisten kurz vor der hiesigen Station ein ige Wagen eines Güterzuges. Mannschaften der Eisenbahnwerkstätte aus Marburg, die alsbald mit Sonderzug cintrafcn, machten die Sache bis heute früh wieder in Ordnung. V«letzt wurde niemand. — In Kleinseelheim wurde heute unter großer Beteiligung die wieder wie neu her gestellte Kirche ein geweiht. Unter den Festgästen bemerkte man Konsistorialpräsident v. Altenbockum Generalsuperintendent Werner-Kassel. agnosziert. Neuhaus hat festgestellt, daß die Tote identisch ist mit der seit Juli 1905 verschwundenen Frau Vogel. Die Sektion der Leiche hat nicht ergeben, auf welche Weise und wann die Frau umgebracht wurde. Nach der im Koffer vorgefundenen Frauenwäsche, von der die meiste mit „K. G." gezeichnet ist, nimmt man an, daß an der Tat noch eine Frauensperson beteiligt war. Die seit Juli 1905 bei Meyer in Wildungen weilende Schwester desselben ist seit April d. I. von Wildungen auch abgereist. — Der Dampfer „Graf Waldersee", auf dem sich der Raubmörder Wilhelm Meyer mit seiner Geliebten, dem Fräulein Christiani, befand, ist gestern früh 5 Uhr in Hoboken eingetroffen. Das Telegramm der hiesigen Staatsanwaltschaft, das vorgestern abend nach Newyork abging und die Verhaftung Meyers und der Christiani forderte, kam rechtzeitig an. Beide wurden an Bord des Schiffes in Hoboken festgenommen, nach Newyork gebracht und dem Bundeskommissar Schields vorgeführt, der den Haftbefehl erließ. von Schuh toic^ darauf hin, daß jetzt hundert , Jahre verflossen seien, seitdem die Stadt Nürnberg m das Königreich Bayern _ einverleibt worden sei. Die ErinnerungK- seier könnte nicht würdiger begangen lverden, als durch das vaterländische Unternehmen dieser Ausstellung. P r inz 'Lud wig gedachte in warmen Worten des Interesses des Prinzregenten für die Ausstellung, sowie der Teilnahme aller Kreise Bayerns und wünschte der Ausstellung einen vollen Erfolg. Darauf erklärte der Prinz die Ausstellung für eröffnet. Geh. Oberbaurat v. Kramer, Direktor des Bayerischen Gewerbemuseums in Nürnberg, brachte ein Hoch aus den Prinzregenten aus, in das die Versammlung begeistert cinftinunte. Unter der Führung des Geh. Oberbaurat v. Kramer folgte ein Rundgang durch die Ausstellung, die ein glänzendes Bild der industriellen, gewerblichen und künstlerischen Tätigkeit in Bayern bietet. Unter den einzelnen Abteilungen treten besonders die staatlichen Ausstellungsgruppen hervor. . Am Nachmittage fand im Rathaussaale große Hostafel statt, an der außer dem Prinzen Ludwig sämtliche Staatsminister, die Präsidenten beider Kammern des Landtages, die Vertreter der Behörden, die Llusstellungsleitung und sonstige Ehrengäste teilnahmen. Im Verlause der Tafel brachte Bürgermeister von Schuh einen Trinkspruch auf den Prinzregenten, den Prinzen Ludwig und das gesamte Königshaus aus. Prinz Ludwig erwiderte mit herzlichen Worten des Tankes und gedachte des Wandels der Verhältnisse, der sich seit den letzten hundert Jahren in vielen alten Reichsstädten vollzogen habe. Der neuerliche Aufschwung Nürnbergs sei, wenn die Staatsregierung auch mancherlei dazu beigeiragen habe, doch in erster Linie ein Verdienst der Nürnberger Bürger. Der Prinz sprach den Wunsch aus^daß dieser Geist sortdauern möge und daß^die aufblühende Stadt Nürnberg wie dereinst eine der ersten Städte des^Meiches sein und bleiben möge. Der Prinz schloß mit einem Hoch auf die Stadt Nürnberg. Heute abend war die ganze Stadt, besonders in der Nähe des Ausstellungsparkes, festlich illuminiert. Prinz Ludwig durchfuhr, überall von der Bevölkerung mit lebhaften Hochrufen begrüßt, die Hauptstraßen bis zur Ausstellung. Nach Besichtigung der Illumination reifte er abends 10.20 Uhr nach Neumarkt in der Oberpfalz ab, um dort an der am Sonntag beginnenden Versammlung der bayerischen Landwirte teil- zunehmen. Rcichsg Verrats aus Essen. Last, in i in den Bej ständen zu deutschen st sich Akten im Besitz ! ton Geschsj Beginn de Des Urteil 3 n rfi t f» (i aussickt. Hand _ fl'öln heutigen < schlossen, i sowie für Tonne für 7 Wie die Sitzung an Tauer von war in der aber flIa Me ' 8er hat O! 2et X* Meine"' angesallenm Drei durch versuchten v. zwei dec Le lich gelang durchschne'd' * Unc herrscht gn inWashing die auße dem Scheid der betreff nicht zu ist, daß 1 von Ehen, una neu । sind und ist aber r 20000j beständige Linder w sich in ei einzige R verneur Agitation in Ekjesac derartiger fassung, i dem Kow Einzelstaa standen c »'C bn iC« < vataugem an der SL bie* unfl Z.B - Ä der, Im Fest Haus des Zoologischen Gartens wurde heute, mittag unter zahlreicher Beteiligung aus allen Teilen Deutschlands eine große Kundgebung zu Gunsten der Einführung einer staatlichen Pensions- und Hinterbliebeneu-Versickernng der Privat- Angestellteu abgehalttn. Mle größeren deutschen Verbände der Privatangestellten hatten Vertreter entsandt. Unter den Anwesenden bemerkte man die Reichstagsabgeordneten Nacken (Ztr.), Dr. Patzig (nl.), Schack sWirtsck. Bg.) und Tr. Potthoff (fr. Vg,). Der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Handlungsgehilfen, Hiller-Leipzig, eröffnete die Versammlungen mit einem begeistert aufgenommenen Hock) auf den Kaiser und König Friedrich August. Der Vorsitzende dc? Hauptausschüffes, v. Orde-Bockurn, richtete sodann Worte der Begrüßung an die erschienenen Tangierten und Reichstagsabgeordneten. Aw erster Stelle sprach Abg. Nacken über den gegenwärtigen Stand der Pensionsversicherungs-Bewegung. Der Redner sagte: Wir Llbgeordnete sind Hierher gekommen, nicht um Ihnen viel Neues zu sagen, sondern um zu ilnserem Teil dazu beizutragen, daß neue dauernde Begeisterung in Ihre Reihen getragen werde für Ihre gute Dache. Auf zwei maßgebende Faktoren wollen wir einwirken: auf die Regierung und auf die Öffentlichkeit. Der Stand der Privatangestellten ist ja erst ein Kind der modernen wirtschaftlichen Entwicklung: freilich ein schon recht kräftiges. Für den Stand der Privatangestellten wurde das Wort vom „neuen Mittelstand" geprägt. Mit den Familienangehörigen zählt dieser Stand heute bereits 5 Millionen und hat damit an Zahl den Handwerkerstand schon übertroffen. Es war deshalb nur naturgemäß, daß sich Bestrebungen geltend machten, die auf eine Sicherstellung für den Fall zunehmenden Alters bezw. für den Fall einer Erkrankung abzielten. Diese Bestrebungen wurden um so stärker, je mefyr die Aussicht auf Selbständigkeit und^der Charakter der Privatbeamtenstellung als Durchgang zur Selbständigkeit schwand und je mehr für den Arbeiterstand getan wurde. Die bestehenden privaten Versicherungen genügen den berechtigten Ansprüchen der Privatbeamten nicht. Einerseits sind sie zu teuer und andererseits gewähren sie nichts im Falle eines Konkurses oder beim Austritt ans einer Stellung. Auf Kosten der Freizügigkeit und der Meinungsverschiedenheit darf die Möglichkeit der Versicherung nicht erfolgen! Der Redner schilderte hierauf die Verhandlungen, die sich in den letzten Jähren zwischen dem Haupt-Ausschuß, den Vertretern der Mehrheitsparteien im Reichstage und dem Reichsaint des Innern abgespielt haben. Deren Ergebnis war, daß Graf Pvsadowsky jetzt die Erklärung abgab, er hoffe, dem nächsten Reichstage eine eingehende Denkschrift über die Pensionspersicherung vorlegen zu können. Tann werde darüber gesprochen werden können, was weiter zu geschehen habe. Trotz dieses unverkennbaren Erfolges ist in den Kreisen der Privat- bcamten eine gewisse Ungeduld, ja ein Mißmut entstanden. Diesen Stürmen ist entgegenzuhalten, daß noch keine soziale Frage von eiuschiveidender Bedeutung im Hurra gelöst worden ist. Eine Ungeduld ist hier auch durchaus nicht am Platze. Wie lange hat es z. B. gedauert, bis das große Werk ber Arbeiterschutzgesetzgebung durckgeführt war! Verglichen damit, ist es bei den Privatangestellten ziemlich rasch gegangen. Wenn heute für die Bestrebungen der Privatangestellten an den maßgebenden Stellen so viel Sympathie vorhandeii ist, so ist das nicht zuletzt dem klugen und zielbewußten Vorgehen des Haupt- ausschusses zu bauten. Die Behörben arbeiten langsam nt dieser Sache, aber sicher. Und wenn die Maschine einmal wider Erwarten versagen sollte, dann werden wir Abgeordnete schon das Schmieröl zu finden wissen, um sie wieder in Gang zu bringen. Die Privatbeamten können durchaus zufrieden sein mit dem, was sie erreicht haben. Jetzt heißt es für ben Hauptausschuß wie für die Privatbeamten Kleinarbeit verrichten unb Aufklärung verbreiten. Das Schlafmützentum muß fallen unb einer allgemeinen kraftvollen Mitarbeit Platz machen. (Lebh. Beifall.) Abg. Dr. Patzig-Berlin referierte über das neue Pri- vatversicherungsgefetz in Oesterreich. Nach einer Erläuterung des östreichifchen Entwurfs kam der Redner zu dem Schluß, baß auch in Deutschland ohne größere Umwälzungen bie Durchführung einer Versicherung ber Privatangestellten sehr wohl möglich ist. Diese Versicherung müßte angeschlossen toerben an bie Einrichtungen ber Krankenkassen, nicht an die bureaukratischen Einrichtungen der Mrnfsgenossenschasten und der Invalidenversicherung. Zu kurzen Erllärungen nahmen hierauf bie Vertreter ber Verbänbe bas Wort, um ihre Zustimmung zu ben Ausführungen der Referenten darzulegen. Als der Vertreter des Allgemeinen Deutschen Buchhandlungs-Gehilfen-Verbanbes, Hilbebrandt- Berlin, im Auftrage ber svzialbemokratischen Mitglieder seines Verbandes gegen die dynastischen Kundgebungen protestiert, wird ihm vom Vorsitzenden unter bem Beifall ber Versammlung bas Mort entzogen. ~ In einer Schlußauspracke hob Reichstagsabg. Schack -^Hamburg hervor, daß die heutige Kundgebung ein Beweis für die machtvolle Entwickelung des Gedankens ber Pensionsversicherung ber Privatangestellten sei. Es gibt aber auch keine sozialpolitische Frage, die sich von ihrem Entstehen an so voller Sympathieen bei der Öffentlichkeit unb bei ben gesetzgebenden Faktoren zu erfreuen hatte, wie die Pensionsoersicherung. Politiker ber verschiedensten Parteien haben sich zu gemeinsamer Arbeit in dieser einen Frage vereinigt und waS bie Politiker können, müssen die verschiedenen Verbände auch können.. Was sie auch sonst trennen mag, in dieser einen Frage müssen sie zusammenhalten. Bis jetzt stehen mehr denn 400 000 Privat- Verbreitung der Volksbildung, Lehrer Volk-Offenbach, über Volksbildung, Lesevereine und Volksbibliotheken sprach. An der Versammlung nahmen auch Lehrer und Geistliche des Niddertals teil, von denen mehrere warm für die Sache eintraten. Man hat die Gründung eines Volksbildungs- vereins für Ortenberg und das Niddertal ins Auge gefaßt. — Unser Ort ist um ein historisches Haus reicher geworden. In der Nähe des Gasthauses , Zur Post" ollte ein alter Holzbau renoviert werden. Beim Ent- ernen des Verputzes entdeckte man an dem Fachwerk alte, ehr schöne Schnitzereien und die Jahreszahl 1634, in welcher Zeit das Haus erbaut wurde. Das Gebäude ist unter Denkmalschutz gestellt worden und soll in seiner ursprünglichen Architektur wieder hergestellt werden. △ Gedern, 13. Mai, Im Vorfrühling niachte sich in den ausgedehnten Waldungen säst des ganzen Vogelsbergs eine auffallend große Sterblichkeit unter den Rehbe- tänden bemerkbar. Jäger und Förster fanden fast täglich verendetes Wild. Es soll sich um eine Lungenseuche handeln, die auf die nasse Aesung im Frühjahr zurückgeführt wird. Dagegen ist der Bestand an Hasen sehr gut. Das Wetter der letzten Wochen war ihrer Vermehrung sehr günstig. Die ersten Jungen sind fast ausgewachsen. Q Laubach, 13. Mai. In dem großen Basalt- werk am Wetterfelder Berg stürzte ein schwerer Felsblock auf einen Fuhrmann und verletzte ihn schwer. b. Aus dem Vogelsberg, 11. Mai. Die Maikäfer treten in diesem Jahre massenhaft auf. Wenn man sich einer Hecke oder Waldung nähert, so glaubt man eine Dreschmaschine von weitem brummen zu hören, besieht man sich aber die Sache näher, so kann man wahrnehmen wie Maikäfer in unzähliger Menge die Bäume umschwirren und diese schwarz vollhängen. Seitens der Behörden werden bereits Maßregeln zur Vertilgung dieser unliebsamen Tiere getroffen. (W.) Darmstadt, 12. Mai. Der Großherzog unb die Großherzogin von Hessen sowie bie Prinzessin Ludwig von Battenberg begeben sicki ber „Darmst. Ztg." zufolge am 16. Mai nach Mainz und nehmen im dortigen Palais Wohnung. Die Großherzoglichen Herrschaften werben am 17. unb 18. Mai ben beiden Hänbelkonzerten in Mainz beiwohnen. A. Gernsheim, 14. Mai. In den Tagen vom 7. bis 9. Juli b. I. wird in unserem Städtchen am Rhein der 20. Hessische Feuerwehrtag gefeiert. Das vorbereitende Komitee ist eifrig an der Arbeit, um die Festtage würdig und gemütlich zu gestalten. Anläßlich des bereits vor 14 Jahren hier abgehaltenen Provinzialfeuerwehrtages hatten unsere Gäste Gelegenheit,, die Gastfreundschaft Gernsheims angenehm zu empfinden. Nach den Vorbereitungen und nach der begeisterten Stimmung zu schließen, die hier jetzt schon bei den Einwohnern herrscht, verspricht die Feierlichkeit, bet der voraussichtlich 2 Musikkapellen mitwirken, zu einer glanzvollen und wirklich schönen Erinnerung zu werden. w. Wetzlar, 11. Mai. Der Obst- und Gartenbauverein des Kreises Wetzlar hielt in diesen Tagen unter dem Vorsitz des Landrats Dr. Sartorius seine Generalversammlung ab. Der Verein zählt 460 Mitglieder, von denen allein der Bürgermeisterei Krofdorf 102'angehören. Bei der Prämiierung musterhaft angelegter und gut gepflegter Obstanlagen kamen 3 Prämien zur Verteilung. Die im vorigen Jahre wegen der schlechten Ernte ausgefallene Ob st aus stellung ist für dieses Jahr in Braunfels geplant, ferner soll ein Obstmarkt in Wetzlar stattfinden. —ch. Vom Dünsberg, 11. Mai. Die Turnvereine von Fellingshausen, Rodheim a. d. B., Launsbach und Wieseck haben am 22. April zu Wieseck sich zu einem Dünsberg-Turn erb und zusammen- schlosseu. Ter Vundesausschuß ernannte Taubert-Wieseck zum Vorsitzenden und Schmidt-Launsbach zum Bundes- turnwart. Am 29. Llpril wurden in einer nach Launsbach berufenen Versammlung die Bundessatzungen beraten und am 6. Mai auf dem Bundesturntag, abgehalten zu Rodheim a. d. B., wurden sie endgiltig angenommen. Das 1. Bundesturnfest findet am 8. Juli in Rodheim statt. W. Marburg, 14. Mai. (Eig. Drahtbericht.) In Wangershausen bei Frankenberg wurde ein wegen Mordes verfolgter Zigeuner auf der Flucht er- p. a. 2 6. L a h N t a l - S ä N g e r b u N d es f est 1906. Am 7., 8. unb 9. Juli werden hier die Mitglieder des Lahntal-Sängerbundes zusammen kommen unb ihre Fortschritte auf dem Gebiete des Männergesanges einem Preisrichterkollegimn vortragen. Aber auch tausende andere Sänger und Gesangssreunde werden an den Veranstaltungen teilnehmen, sodaß heute schon gesagt werden kann, das Fest wird ein allgemeines Sänger- unb V o l k s f e st. Die vier feftgebenbeu Gesangvereine „Harmonie", „Banerschcr Gesangverein", „Heiterkeit" unb „Gemütlichkeit" haben die Vorarbeiten zum größten Teil in bie Hänbe bewährter unb maßgeben- ber Persönlichkeiten gegeben. Dem Ehrenausschuß gehören Provinzialbirektor Geheimerat Dr. B reib er t, der Rektor ber Lanbesuniversität Geh. Hofrat Professor Dr. B e h a g h e l, Land- gerichtspräsident Kull mann, Oberbürgermeister Mecum und Regimentskommandeur Oberst v. L i n b e u a u an, ber Festausschuß hat sehr zahlreich zusammengesetzt werben können, sämtliche Stadt- verorbnete sind beigetreten. An ber Spitze bes geschäftsführenden Ausschußes stehen ‘ Stadtv. Eichenauer unb Fabrikant Will). Hom berge r. Die Unterausschüße haben recht fleißig gearbeitet und bie hauptsächlichsten Verträge mit ben Handwerkern unb anberen Korporationen sinb abgeschlossen. Auf bem Hauptfestplatz wirb eine große Festhalle, mehrere Bierhallen mit teraffenförmig gebauten Vorhallen, eine Konbitorei unb Waffelbäckerei Ausstellung finden: ber Juxplatz an ber Lahn wirb von einem Karussell, Schau- unb Schießbuden besetzt sein. Tas Hauptkonzert wird aus- gesührt von der Kapelle des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm Nr. 116. Am Fest-Samstag wirb ein großer Kommers in ber Festhalle das Fest einleiten unb fast sämtliche Gesangvereine Gießens werben Mafien- unb Einzelchöre vortragen. Dem Gesangverein „Harmonie", der zugleich sein 60jähriges Stiftungsfest feiert, wird an diesem Abend von Frauen unb Jungfrauen eine Fahnenschleife überreicht werden. Am Festsvuntag findet vormittags in der Turnhalle des Turnvereins bas Preissingen der 16 Bundesvereine und eine Generalprobe statt. Mittags wird sich ein stattlicher Festzng durch die Stadt bewegen und auf dem Festplatze werden die am Vormittag gesungenen Preischöre noch einmal öffentlich zu hören fein. Am Festmontag ist neben Konzert und turnerischen Aufführungen ein großes Brillant-Feuerwerk geplant. ** Die hessische land - und f o r st wirtschaftliche Berufsgenossen schäft hat seit ihrem Bestehen 1889—1904 eine gewaltige Steigerung ihres Betriebes erfahren. Die Gesamtausgaben in den einzelnen Jahren stiegen von 41377,09 Mk. aus 709 418 Mk., wobei sich der Genossenschaftsbeitrag von 1 Mk. auf 4,725 Mk. erhöhte. Im Jahre 1904 liefen 2384 Unfallanzeigen ein, worunter 74 Todesfälle zu verzeichnen sind. Davon wurden 1427 Fälle entschädigt, insgesamt mit 612 796,50 Mk. Ober - Hessen ist mit 651, Starkenburg mit 481, Rheinhessen mit 295 Fällen beteiligt. Die Zahl der versicherten Betriebe betrug 4643 mit 273 327 Arbeitstagen. Im genannten Jahr wurden in den Kreisen Büdingen, Erbach, Alzey bei 449 Rentenempfängern Rentenrcvisionen vorgenommen. Dabei würben in diesen Kreisen 117 Renten mit 5840 Mk. herabgesetzt oder ganz eingestellt. Im Kreise Büdingen 37 Fälle mit 1382 Mk. Außerdem wurde insgesamt in 23 Fallen der Rentenanspruch durch einmalige Zahlung einer Kapitalsumme abgefundcn. 1905 wurden in den Kreisen Schotten und Lauterbach Rentenrevisionen vorgenommen, sodaß die Revisionen nun im ganzen Großherzogtum durchgeführt sind. Da die Kontrolle der Rentenempfänger seit mehreren Jahren eine erheblich strengere geworden ist, wird sich der Vorstand darüber schlüssig zu machen haben, ob die Rentenrevisionen in Zukunft noch fortgesetzt werden sollen. Von 1889 bis Ende 1904 wurden 4 906 332,60 Mark Renten ausbezahlt. "Unwetter in Oberhessen. Am Samstag ging in der Gegend von Zell und Romrod ein Wolkenbruch nieder; auf Fluren und in Gärten richtete er großen Schaden an. — In Alsfeld schlug der Blitz in die Bierbrauerei Wallach, ohne Schaden anzurichten. — Sonntag nachmittag zog wieder ein schweres Gewitter das Buseckertal hinauf, verbunden mit heftigen Regengüßen. •* Unfall. Heute morgen geriet am Wiefeckerweg ein Fuhrknecht unter seinen beladenen Wagen und erlitt schwere Verletzungen an den Beinen. Ec wurde nach der chirurg. Klinik gebracht. •* Eine lustige Abfuhr erhielten dieser Tage einige Herren eines Bureaus. Ein biederer Bauersmann, der daselbst zu tun hatte, wurde von den jungen Leuten wiederholt aufgefordert, Platz, zu nehmen, obwohl jede Sitzgelegenheit fehlte. Sobald er nun merkte, daß er gefoppt werden sollte, sagte er nach einigem Nachdenken: „Hei is es grad roäi bei ns deham in der Scheuer." „Warum, weshalb?" waren die erstaunten Fragen. „Ei no, Stiehl un Bänk fei ka do, awer Flegel'." ** Unbestellbare Postsendungen. Bei der Ober- Postdirektion in Darmstadt lagern folgende Sendungen, deren beamte hinter den demHauptausschuß angeschlossenen Verbänden. Aber Tausende stehe- noch draußen und müssen noch geworben werden. In der Abstimmung gelangte hierauf folgende Resolution einstimmig zur Annahme: „Tic heute im Aoologsichcn Karten tagende Versammlung von Vertretern und Mitgliedern von Vereinigungen der Pri- vatangcstclltcn bitten das Reichsamt des Innern, die Arbeiten an der in Aussicht genommenen Denkschrift über die Lage der Privatangestcllten nach Möglichkeit z» beschleunigen, danken dem Reichstag für sein bisheriges Eintreten zu Gunsten der Reichsversicherung der deutschen Privatangestelltcn und bitten die Abgeordneten des Reichstages um weitere tatkräftige Förderung der Angelegenheit." Zum Schluß kam Abg. Patzig aus die Ausführungen des Delegierten .Hildebrandt zu sprechen und betonte dabei, daß die Privatangestelltcn stolz aus die errungenen Erfolge sein dürften. Das Geheimnis dieser Erfolge liege in ihrer Treue zu. König und Vaterland. Wenn sie diese aufrecht erhalten, dürsten sie der ferneren Unterstützung der bürgerlichen Parteien gewiß sein? (Lebst Beifall.) ___ vermischter. * Berlin, 13. Mai. Ein entsetzlicher Vorfall hat sich gestern abend in der Neuen Königstraßc ereignet. Der 14jährige Sohn des Böttchermcisters Strege wurde von einem Ziehhunde, dem er Futter bringen wollte, angefallkn und dermaßen zerfleischt, daß er kurz darauf starb. Drei durch das Geschrei des Knaben herbeigelockte Männer versuchten vergeblich, den Hund von seinem Opfer zu trennen, zwei der Leute wurden durch Bisse erheblich verletzt; schließlich gelang es einem der Männer, dem Hunde den Hals zu durchschneiden, aber leider war es zu spät. * Ungiltige Ehescheidungen. In Newyork herrscht große Aufregung, weil das oberste Bundesgericht in Washington endgiltig entschieden hat, daß Ehescheidungen, die außerhalb des Staates, wo beide Parteien vor dem Scheidungsprozeß ihren Wohnsitz hatten, zur Umgehung der betreffenden Staatsgesetze bewirkt werden, von ihm als n i ch t z u R c ch t b c st c h e n d anerkannt werden. Tie Folge ist, daß allein in Newyork Tausende und Abertausende von Ehen, die aufgrund einer sogenannten Dakot crscheid- ung neu eingegangen wurden, von Rechts wegen ungiltig sind und jeden Augenblick angefochten werden können. Tas ist aber noch nicht alles, man glaubt, daß mindestens 20 000 Kinder aus derartigen Ehen von nid)? rechts- beständigem Charakter hervorgegangen sind. Alle diese Kinder würden also illegitim sein und zum mindesten sich in einem sehr prekären Rechtszustandc befinden. Tie einzige Rettung aus diesen Wirrsalen bietet die vom Gouverneur von Pennsylvanien Pennypacker unternommene Agitation auf Einführung einer einheitlichen Gesetzgebung in Ehesack)en. Leider bedingt aber die Einführung einer derartigen ^Gesetzgebung eine Aenderung der Bundesverfassung, und diese ist sehr schwer durchzusetzen, weil außer dem Kongresse und dem Präsidenten drei Viertel aller Einzelstaaten durch ihre gesetzgebenden Körper sich einverstanden erklären müssen. Sptefpfan des Großherzoglichen Kurtheaters Bad-Nauheim. Direktion Hermann S t e i n a o e t t e r. Montag den 14. Mai 1606: „Cbarleys Tante." Schwank von Brandon Thomas. Dienstag den 15. Mai: „Sechster Sinn." Schwank in 1 Akt von 65. v. Moser nnd R. Misch. Hieran?: „Das Abschicdssonper." Lustspiel in 1 Akt von A. Schnitzler. Im Zwischenakt: Ballet-Einlage. Donnerstag den 17. Mai: „Der Rand der Sabinerinnen." Schwank von F. nnd P. v. Schönthan. Freitag den 18. Mai: „Tie große Leidenschaft." Lustspiel von Raoul Auerithcim. Gerichtssaal. ih. Leipzig. 12. Mai. Vor dein 2. nnd 3. Strafsenat des> Reichsgerichts begann heute vormittag 9 Uhr der Lande s- vcrrats-Prozeß gegen den Händler Johann Kempens aus Essen. Ter Erösfnungsbeschluß legt dem Angeklagten zur Last, in den Jahren 1905 und 1906 versucht zu haben, sich in den Besitz von militärischen Sckriststücken nnd anderen Gegen- ständcn zu setzen, deren Geheimhaltung für die Sicherheit des deutschen Reiches von Bedeutung ist. Besonders hat er versucht, sich Elften und Anordnungen über die Mobilmachnngspläne, die im Besitz des Bezirkskommandos Essen waren, sowie Zeichnungen von Geschützen und einen Zeitzünder zu verschaffen. Gleick) nach Beginn der Verhandlung wurde die Ocffcntlichkeit ausgeschlossen. Tas Urteil lautete wegen versuchten Landesverrats auf 3 Jahre Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizei- gussichi. ycrndeL iinfr PcrFcbr, Volkswirtschaft. K öln, 12. Mai. Tie „Kölnische Zeitung" meldet: In der heutigen Sitzung des R o h e i s e n s y n d i k a t e s wurde beschlossen, die Preise für Qualität?-, Puddel- und Stahleisen sowie für Balzgußeisen nnd Bessemer-Eisen um je 3 Mark pro Tonne für das letzte Viertel des laufenden Jahres zu erhöhen. — Wie die „Kölnische Zeitung" weiter erfährt, ist in der heutigen Sitzung auch die Verlängerung des Roheisensyndikates auf die Dauer von 2 Jahren beschlossen worden. Dem Vernehmen nach war in der Sitzung ein Werk nicht vertreten, dessen Zustimmung aber als sicher angenommen wird. ** K-o nkursc in £> c i i c n. lieber das Vermögen des Wirts und Metzgers Wendel Mähn II. von Astheim wurde am 25. April nachm. 3’4 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Scriba in Groß-Gerau wurde zum Konkursverwalter ernannt. Kvnkursforderungen sind bis zum 15. Mai 1906 bei dem Amtsgericht Groß-Gerau anzumeldcn. — lieber das Vermögen des Küfers und Wirts Jakob Köth von Volxheim wnrdc am 25. April nachm. 6', lUn, das Konkursverfahren eröffnet, da der Gemeinschuldner seine Zablnngsunfäbigkeil und lleberfckuldung glaubhaft nachgcwicsen und Konkurseröffnung beantragt hat. Rechtspraktikant Lahr in Wöllstein wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konknrssorderungen sind bis zum 16. Mai 1906 bei dem Amtsgericht Wöllstein anznmelden — Heber das Vermögen des FriedrichSvarschneidcr, Kaufmann in Darmstadt Inhabers der Firma „The Pearl of all, Friedrich Sparschneider", wurde am 26. April vorm. 10'- Uhr das Konkursverfahren eröffnet, da der 65emeinschuldner seine Zahlungen eingestellt und Eröffnung des Verfahrens beantragt hat. Kaufmann Karl D e ch e r t dahier wurde zum Konkurs^ Verwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 19. Mai bei dem Amtsgericht Darmstadt I anzumelden. — lieber den Nachlaß des zu Mainz wohnhaft gewesenen und daselbst am 14. März 1906 verstorbenen Weinkommissionärs Johann Baptist Alfter U. wurde am 28. Llpril 1906 nachm. 4 Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsvraktikant Karl Kattausch in Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforder- ungen sind bis zum 25. Mai 1906 bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden. — lieber das Vermögen des Mühlenbesitzers Adam Harnischfeger I. zu Eberstadt wurde am 1 Mai norm. 11 Uhr das Konkursverfahren eröffnet, da der Gemeinschuldner seine Zahlungsunfähigkeit glaubhaft gemacht und Antrag auf Eröffnung des Verfahrens gestellt hat. Amtsgerichtstaxator Reichard in Darmstadt wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 22. Mai 1906 bei dem Amtsgericht Darmstadt II anzumelden. Arbeiterbewegung. Mainz, 12. Mai. In der gelter- nachmittag von dem Vorsitzenden des Gewerbegerichts, Obersekretär Schäfer, an- beraumten Sitzung, in welcher die Vertreter der Bäcker- Innung und des Bä cke r g e hilf e n - Au s s ch u s s e s anwesend waren, kam es nach einer langen Beratung endlich zu einer E in i g u n g zwischen den beiden Vereinen. Der Minimallohn für den sog. letzten Bäckergehilfen wurde fü£ das erste Jahr nach der Lehre auf 19.50 Mk. festgesetzt, die Schießer erhalten einen Wochenlohn von 25 Mk. Ter Tarif ist auf die Dauer von zwei Jahren, anfangend vom 6. Mai d. I., giftig. (Frkf. Ztg.l B e r l i n, 13. Mai. In einer Erklärung über den streik in der Metallindustrie teilt der Mctallindnstriellen-Ver- band mit, daß definitive Beschlüsse nicht gefaßt sind. Der Gesamtverband fordere, daß die Parität bei etwaigen Verhandlungen gewahrt bleibe und daß dabei das ursprüngliche Verhältnis des direkten Verhandelns zwischen Arbeitgeber unb Arbeiter gewählt werden muß, wenn auch nur eine Partei solches fordert, und er verlangt weiter, daß die Forderung des Minimallohnes durch ganz Teutschland von den Metallarbeitern fallen gelassen werde. In diesen beiden Prinzivienfragen werde der Gesamtverband seine angegriffenen Dezirksverbände unterstützen, im übrigen mischt er sich nicht in die sonstigen örtlichen Differenzen, weil er seinerseits nicht schablonisieren will. Hamburg, 12. Mai. Eine am Abend abgehaltene stark besuchte gescklMene Versammlung der ausständigen Seeleute von Hamburg und Altona beschloß einstimmig, den Aus st and zu beenden. B r a u n s ch w e i g 12. Mai. Tie Verhandlungen zwischen den Metallarbeitern und Industriellen wegen der Forderung einheitlicher Regelung der Lolmsrage sind wiederum g e s ck e i t e rt. Br eslau, 12. Mai. Wie die Abendblätter melden, imirbe in zwei heute abgehaltenen Versammlungen der ausständigen und ausgesperrten Metallarbeiter folgende Resolution angenommen: Tie Versammelten nehmen von dem derzeitigen Stande der Aussperrung Kenntnis und erllären, daß für die streikenden Kollegen fein Grmnd vorliege, die Arbeit bedingungslos auszunehmen. Tie Streikenden und Ausgesperrten, die Friedensliebe bekundeten und Verhandlungen anboten, erllären, daß sie nach wie vor zu Verhandlungen bereit sind. Lyon , 13. Mai. Der am 1. Mai begonnene A u s st a n d ist als beendet anzusehen. Mriginal-Drahtineldringerr. Berlin, 14. Mai. Stadtschulrat Professor Dr. Ger st en - berg ist gestern abend einem Schlag anfall erlegen, der ihn am 4. ds. Mts. betroffen hatte. Cuxhaven, 14. Mai. Der Großadmiral von Köster schiffte sich gestern mit seinem Stabe in Brunnsbüttel auf dem Flaggschiff Kaiser Wilhelm II. ein und ging nach Helgoland in See, wo unter seinem Kommando die Frühjahrs- flotten-Manöver stattfinden. Die Flotte umfaßt 16 moderne Linienschiffe, 8 moderne Kreuzer, 2 Avisos und 30 Torpedoboote. Die Hebungen enden am 9. Juni. München, 13. Mai. Nachmittags fand hier die Beisetzung des langjährigen württembergischen Gesandten Frhrn. v. Soden statt. Als Vertreter des Kaisers wohnte Flügeladjutant Ofraf Soden der Feier bei. London, 13. Mai. Ungefähr die Hafte der an der Studienreise durch England teilnehmenden Vertreter deutscher Stadtverwaltungen ist heute abend hier eingetroffen und von Lord Lyvedon und den übrigen Mitgliedern des Empfangsausschusscs empfangen worden. Durban, 13. Mai. (Reuter.) Gestern abend fand in der Nähe von Helpmakaar ein Gefecht mit dem Stamm der Kulas statt, von denen 30 getötet und viele verwundet wurden. Die Engländer hatten keine Verluste. Madrid, 13. Mai. Auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft in Berlin hat der Justizminister heute vormittag im hiesigen Palais des Fürsten Wre d c eine H n u § such - ii n g vornehmen lasser Tie Haussuchung förderte nichts von den im Gesuch der Staatsanwaltschaft genannten Gegenständen zutage. Petersburg, 14. Mai. In der bei Petersb urg gelegenen Sommerfrische Oserki wurde gestern in einer bis dahin verschlossen gewesenen Villa die Leiche eines Mannes gefunden, welche als die des verschwunden en ehemaligen Priesters Gapon agnosziert wurde. Petersburg, 13. Mai. Die Duma nahm im weiteren Verlaufe der Sitzung einen Antrag der konstitutionellen Demokraten an, die Adrcßkommission zu beauftragen, den Entwurf einer Amnestie in einer am 15. Mai um 2 Uhr anzuberaumcnden Sitzung vor- zulcgen und die Arbeiten der Tuma bis dahin zu vertagen. Ferner wurde ein von den Polen gestellter Antrag angenommen, der Adreßkommission eine von ihnen verfaßte Tenkschrift über die Lage im Königreich Pol^u vom nationalen Standpunkt zu unterbreiten. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. t I — — <51 Q Mai 1906 ttoinete auf 0° wnziert o s a ,2 c i'f § -O •■<3 Wetter © - ö -O bi eo i 13. 2« 745,8 18,2 11,6 75 E 4 Regen 13. 9” 746,0 15,0 12,1 96 E 2 Klarer Himmel 14. 7" 743,9 14,2 10,7 90 NNE 2 Bew. Himmel Höchste Temperatur am 12.—13. Mai — + 23,4° C. Niedrigste „ „ 12.-13. „ = + 13,3° 6. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 15. Mai 1906: Zunächst trocken und warm, dann vielfach Gemüter im ganzen Gebiet. Näheres bnreb die Lietzener Wellerlari". Telefonische des Giessener Anzeigers, mitge nnd Industr Frankfurter Bi 3%°/0 Beichsanleihe . . 100.10 3% do. . . 87.90 3^% Konsols .... 100.20 3% do..... 87 90 3 M% Hessen.....99.20 3^% Oberhessen . . . —•— 4 % Oesterr. Goldrente. . 100.45 4% % Oesterr. Silberrente 100.60 4% Ungar. Goldrente . . 96.50 4% Italien. Rente . . . —.— 3% Portugiesen Serie I . 69.25 3% Portugiesen „ III 70.20 4 J4% russ.Staatsanl. 1905 92.20 4%% Japan. Staatsanleihe 94 50 4 % Conv. Türken von 1903 95.00 Tiirkenlose ... . . 147.20 4% Griech. Monopol-Anl. 54.40 4% äussere Argentinier . 91.00 3% Mexikaner . . . 68.60 4 >f% Chinesen . . . . 97.60 Aktien: Bochum Guss..... 254.50 Buderus E. W . . 132.40 Tendenz: ziemlich fest. Berliner Börse, Canada E. B......161.20 Darmstädter Bank . . . 143.00 Deutsche Bank .... 00.00 Dortmunder-Union C. . 92.20 Dresdner Bank .... 161.10 Kursberichte teilt von der Bank filr Handel ie, Giessen. irse. 14. Mai, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . • 156.80 Elektriz. Schuckert . . . 137.40 Eschweiler Bergwerk . 268 25 Gehenkirchen Bergwerk . 228.00 Hamburg-Amerik. Paketf. 164 60 Harpcner Bergwerk . . • 219 50 Lanrabütte.....—• ' Nordd. Lloyd . ... 132.00 Oberschles. Eisen-Industrie 132.75 Berliner Handelsges . 172.40 Darmstädter Bank . . . 142 75 Deutsche Bank . . 238.80 Deutsch-Asiat. Bank . . 185.50 Diskonto-Kommandit. . • 186.60 Dresdner Bank . . . 161.00 Kreditaktien.....215.40 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . 110.00 Gotthard bahn.....—•— Lombard. Eisenbahn . . 25.00 Oesterr. Staatsbahn . . . 146.00 Prince-Henri-Eisenbahn . 147.90 4. Mai. Anfangsknrse. Harpener Bergwerk. . . 219.20 Laurahütte . . . —•— Lombarden E. B. . , 24.90 Nordd. Lloyd . . . —— Türkenlose . .... 146.70 Tendenz: reserviert. Für die gesamte Redaktion verantwortlich in Vcrtr. Ernst Heß. Kochen, Braten, Backen, Plätten, Bügeln durch eine neue'patentierte Einrichtung, dein sogenannten llnioersalbrenner mit jedem Winter'schen Germania- oder Meteor-Gaskocher. Tas ist für die Küche ein Fortschritt, den jebc Hausfrau mit Freuden begrüßen wird; um so mehr, als die bisherigen Gaskoch- apparate in dieser Hinsicht sehr unvollkommen waren, und man bisher zu jedem besonderen Zweck einen besonderen Gasapparat haben mußte. Da d ie Anschafflmgskosten eines llnioersal-Gasapparates in Anbetracht seiner Vielseitigkeit mißerordentlich gering sind, empfehlen wir daher, die interessanten Hinweise in den Originalverkanislisten der Firma Osear Winter, Hannover naher zu beachten. Tieselbeit sind in jeder besseren Handlung für Gasapparate oder direkt vom Fabrikanten zu beziehen. hv”% Mein iswagen fährt täglich! o V—* 1Ä eo O Hochachtend Iffieli enbeoi^ Marburger Strasse. Rodheim a.d.Bieber (bei Gießens. [3051 Für die Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Verlust unseres unvergeßlichen unseren herzlichsten Tank. Dr. Klingelhoefer und Frau. Einladung zur 30°3 22= General-VersammSung des Vereins Hessisches Lehrerinnenheim am 26. Mai 1906, nachmittags 4 Uhr im Rathaussaal zu Darmstadt. ^Jahresbericht, b) Kassenbericht, c) Voranschlag iür das laufende Vereinsjahr, d) Gesch.'stliche Mitteilungen. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Borstand. Danksagung. Für die oielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Tochter, für die Kranzspenden, sowie den Schwestern für die liebevolle Pflege, und für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Barth, sagen wir innigsten Dank. Familie B. Althaus, Großen-Buseck. [03519 ltzrÄ VchchttW. ! Dienstag, den 15. Mai, nach mittags 2'Uhr, im Biekerschen Saale, Neustadt 55 dahier: Möbel, Lampen, Porzellan, Steingut, Bier- und Einmache- trüge, Gläser, Staffeefannen, Fischständer und sonstiges. Versteigerungfindet bestimmt statt. la. Wegs! Ia. Kegelkugeln empfehlen billigst 2887 Ml »Mi L Ä. 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Die zur Herstellung eines Trottoirs notwendigen Stein- hauerarbeiten in Lungsteinen, Voranschlag Mk. 580, Cement- arbeiten Mk. 742, Pflasterarbeiten Mk. 110, Lieferung von drei Waggons Basaltsand, ca. 20 Kubikm., Pflastersteine sollen in Submission vergeben werden. Angebote müssen in Prozenten ausgedrückt, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 19. d. Mts. nachmittags 2 Uhr bei un§ eingereicht sem. Die Voranschläge und Bedingungen liegen auf unserem Amtszimmer im Rathaus offen, wo auch die Eröffnung nach Schluß der Submission stattfindet. Lich, den 12. Mai 1906. Grotzherzogliche Bürgermeisterei. Dörmer. bu/6 Aus der Landrichter Dr. Müller schen Stiftung zu Darmstadt sind durch die unterzeichnete Behörde 1. Drei Unterstützungslegate von jährlich 500 Mk. an bedürftige elternlose Studierende der Rechtswissenschaft aus den Provinzen Starkenburg und Oberhessen, 2. ein Unterstützungslegat von jährlich 500 Mark an eine bedürftige nicht kinderlose Witwe eines richterlichen Mitgliedes bei einem der Amtsgerichte oder Landgerichte der Provinzen Starkenburg oder Oberheffeu, vorzugsweise als Beihülfe zur Erziehung minderjähriger Kinder, zu vergeben. Bewerbungen um diese Legate sind binnen vier Wochen bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Darmstadt, den 9. Mai 1906. dm/b Großherzogliches Ministerium der Finanzen Abteilung für Finauzwirkfchaft und Eisenbahnwesen. Zirkus Zentra! in Giessen. Z Heute Montag, den 14. bis Donnerstag, den 17. Mai TägBich grosse Vorstellung Mittwoch, 2 Vorstellungen, die erste nachmittags 4 Uhr, die 2. abends 8 Uhr Zu jeSer BoWllng: Die Fahrt im Mesrinz. Es ladet ergebenst ein Die Direktion. 3069 Photographische Apparate u. 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Meißiuger, Lehrer. 3064____________Kesselbach. Hotel Schütz. Der gute Mann, welcher gestern (Sonntag) abend einen Ebenholzstock mit Elfenbeingriff, gez. K.F. fürsorglich in Verwahrung genommen hat, kann bei gefl. Rückgabe (Ebelstraße34) besten Dankes versichert sein.________________3061 03529] Zwei weiße Brieftauben entflogen. — Wiederbringer Belohnung. West-Anlage 7.