Muffig bkl ».toll 135 dsandbr. ,, / • I v o ** wi h»// v uv- vniQk-J I LJ S evL VI L l C-^ ZU überleben. Tas Herzogtum Sachsen-Altenburg ist unter Ver> &50 481- 50,6» A4» Uliim® ptrli a-1 211- 186- ? JW 210- 234.; W 416. ' 438- 105,60 IM 130.50 223.- 96.10 98.10 98.70 98'0 93 25 93.25 100___ 100.- 100,- 101.50 102.- 95.50 95.50 95.60 96.50 100.10 9U 100.- 95.60 100.60 100.50 101.40 101.30 102.- 98.60 99.50 94.40 94.50 96.30 160.30 100.30 95.50 95.50 97.- 100.50 101.- 101.- 101.50 102.- 94.80 95.80 101.- 97.80 D».M> II TXx.M . TK.5V . M.100 , Tir.100 .... Ur. 50 •Äs* So sehr also auch eine solche Lösung der Regeutschasts- 'rage zu wünschen wäre, für den Augenblick hat sie doch wenig Wahrscheinlichkeit für sich. Diese Kombination sollte daher von allen Anhängern monarchischer Gesinnung- angestrebt werden. Selbstverständlich könnte sie immer nur ein Provisorium sein, das ja aber seiner ganzen Natur nach einem Desinitivum die Wege ebnen würde. 110.1C 136.- 231--7 148.50 155-- 240 190 32885 919.60 181-60 208.75 Wahrscheinlichkeit har es, das; i he Im von Preußen, der dritte und rüngfte Sohn Prmzen Albrecht, zu dessen Nachfolge berufen werden wird. . Prmz Friedrich Wilhelm wird am 4. Oktober bei der gierung in Königsberg in die Geschäfte der Verwaltung geführt werden. '^1,50 ■w 215.-7 142.40 77.70 r. 102 . . . iburg r. 103, . ef..... rcitf. v. franlsurt fi..... 2..... Sudervs M 6on(OTÄ- ®1 «naiv. WV, Wtlli 50 ««‘ffit'J* ■ nkrlft. . Wenn nun also Prinz Georg Wilhelm „die Regent-, schäft ausschlüge" oder wenn er nicht als „regierungsfähig" (im weiteren Sinne) angesehen würde, so würde der „nach- ^Zn^A" w2**'** in Frage kommen: der jüngste Sohn des Herzogs, Prinz Ernst August, geb. am 17. Nov. 1887. 9iach hannöverschem Hausgesehe zwar wird er erst mit 21 Jahren großjährig, in allen seinen Beziehungen zum Herzogtmne Braunschweig jedoch nach besten Gesetzen schon mit 18 Jahren. Als nachgeborener Prinz erbt er nicht die Ansprüche seines VaterS, eventuelle Ansprüche können ihn aber unmöglich auSschließen — sonst würde ja auch Prinz Bertold niemals den badischen Thron besteigen können. Der Prinz ist gesund und aufgeweckt, eine in jeder Beziehung sympathische Persönlichkeit, von durchaus heiterer Gemütsart. ’bf. 3 dbgtn;1 ä 125 ? »t B 'bft. 9 • "H, °bzest. ' - . . 05 II. b m ‘ . 07. , ■4„ W* s """U. 1909 |h«U. 1914 6 «*■»■ 1916. ft S< 6. 1919 z "Nl b. 1914 IH <6. 1905: 1908. -4 >inf. 6. 1919 im!, b. 19f^' nnl. h. 1907 *$*82 uni. h. 1904 ' nuinat. • Ä 6.1 uti!. i. 1904 ®tt. 2 . 1 ^.5unN.'1909 ' fi imf. 6. 1911 ^,r-7 mil. 6.1913 3 vnt. b. 1905 ■ «kr. 4 im!, b. 1907 6.53 u. 54 iint, 5.1906 h5 mcf. Gn. 52 "vinüal.qarziU. 51.®ft.I-Vun! 1909 'alCnlii.Nimk.lM b. Sit. F.G.H.K. n.L, , y. n. p. . . rrbitmft. mik. , . . r Obligationen, Iw ' 102...... i!....... U den deutschen Buirdesländern eins, wo das herzlichste KtN Iuyrer der Wclfett über dle örauttschwngrsche haltms besteht zwischen Herrscher und Volk. Der jo Erbfolge. Ä 140.50 260.- 128.40 Sachsen-Attenburg. Morgen, am 16. September, begeht Herzog Ernst von Sachsen-Altenburg seinen 80. Geburtstag. Das Schicksal hat es gefügt, daß dem Herzog der Freudentag zu einem Trauertage werden sollte, indem ihm sein Schwiegersohn, der Prinz Albrecht von Preußen, durchi den Tod entrissen wurde. Der Schlag hat den Herzog umso härter ge-, troffen, als ihm auch schon öeschieden gewesen ist, seine Altenburg verdankt seinem Herzoge viel: eine Zeit ftied- lichen, steten Fvrffchritts, der Zunahme des Wohlstandes, der Entwicklung der Gewerbe und der Künste. Es war kaum eine Uebertreibung, tvenn bei dem Reaierungsjubi- laum des Herzogs sein Land eins der glücklichsten im Deutschen Reiche genannt wurde. Herzog Ernst blickt auf ein rei^ gesegnetes Leben zurück, ein Leoen, dem es aber auch JW Prüfungen geseylt hat. Ein Sohn und Erbe blieb iym Der jagt und in rascher Folge entriß ihm der u.od im Herbst 1897 die treue Lebensgefährtin, ein Jahr^pater die Tochter, die ? ' izessiu Albrecht von Preußen. Thronfolger in r.i.enburg ist sein Truoer, der Schloß Kamenz, 14. Sept. Kaiser Wilhelm 5st heute mittag im Atomobil hier ein getroffen. Er wo ist der .Herzog von Cumberland für immer zu der Rolle des liitransigenten Prätendenten verurteilt. Anders steht es um seine Söhne. Diese bindet kein unter ' der Infanterie auf. Am Kriege gegen Frankreich nahm er im Stabe des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin lett,' und am 18. Januar 1871 stand er in der Spiegelgalerie des Schlosses von Versailles unter den deutschen Fürsten, die den König Wilhelm von Preußen umgaben, als er zum deutschen Kaiser erkoren wurde. Are Heutige Yummer umfaßt 14 feiten. Aom Arinzeu Albrecht von Freußen. Mit dem Prinzen Albrecht, der am 8. Mai d. Id. in das siebzigste Jahr seines Lebens getreten war, ist das älteste männliche Mitglied deS preußischen Königshauses verschwunden. Dessen S e n i o r ist jetzt, mit 47 Jahren, K a'i s e r W i l h e l m II. Aelter als er sind in der königlichen Linie deS Hauses Hohen- zollern nur noch die 67jährige Großherzogin Luise von Baden und die 70jahrige Landgräfin Anna von Hessen. Prinz Albrecht kam als daS zweite von drei Kindern zur Welt, die dem Prinzen Albrecht (be8 Kaiser Wilhelm I. jüngstem Bruder, den man später bei Hofe zum «Unterschiede von seinem Sohne »Prinz Sllbrecht Vater" nannte) seine Gemahlin und Kusine, die Prinzessin Marianne der Niederlande, schenkte. Eine ältere Schwester b?8 Prinzen starb in der Blüte der Jugend als erste Gemahlin des damaligen Erbprinzen, jetzigen Herzogs Georg von Meiningen; seine jüngere Schwester, die Herzogin Alexandrine von Mecklenburg-Schwerin, ging ihm erst vor wenigen Monaten im Tode voran. In die Jugend deS Prinzen Albrecht und noch in sein Mannesalter fiel ein trüber Schatten durch die Trennung seiner Eltern von einander. Ihre Ehe wurde 1849 nach 19jähriger Dauer geschieden und vier Jahre später führte sein Vater Fräulein Rosalie von Rauch, die schöne Tochter des 1841 ner- ftorbenen Kriegministers und Generals von Rauch, als seine morganatische Gattin heim. Vom Herzoge Bernhard von Meiningen hatte sie kurz vor der Heirat für sich und ihre Nachkommen den gräflichen Namen von Hohenau erhalten. Die Prinzessin Marianne lebte seitdem viel fern von Berlin, und auch sie schloß nachmals eine zweite Verbindung unter ihrem Stande, nach der man allerdings vergeblich in den höfischen Almanachen suchen würde, indem sie die Frau ihres Hofstallmeisters Johann van Noss um wurde. Ihr Sohn, Prinz Albrecht, hing mit großer Liebe an ihr, und als sie 1883 starb, erbte er den Hauptteil ihres sehr bedeutenden Vermögens. Auch das Schloß in Camenz gelangte an den Prinzen von seiner Mutter, die es halte erbauen lassen. So kam e8, daß der Prinz Albrecht einer der reichsten Fürsten Europas war. Man hat ihm in Braunschweig den Vorwurf gemacht, daß er zu wenig Repräsentation übte. Ein einziger Ball im Winter erschien besonders den tanzlustigen jungen Damen BraimschweigS zu wenig. Es lag aber in der angeborenen Zurückhaltung des Prinzen, der nicht gern aus sich heraus- 9ing, daß er seine Repräsentation auf daß Mindestmaß deS Notwendigen beschränkte, — mehr noch als früher feit dem Tode seiner Gemahlin, der Prinzessin Marie von Sachsen- Altenburg. Dabei fiel ihm jahrzehntelang in Preußen eine Rolle zu, für die an jedem Hofe ein Prinz designiert zu sein pstegt: die nämlich, bei Familienereignissen in fremden . Herrscherhäusern den Berliner Hof zu vertreten. Er eignete sich durch seine auffallend stattliche Erscheinung vortrefflich ■ dazu. Mit Leib und Seele war Prinz Albrecht Soldat, und : er hat die Stufenleiter der militärischen Würden bis zur ! obersten des General-Feldmarschalls erstiegen. Daneben • desaß er die Passion, Perlen zu sammeln. Er hat । hierfür sehr bedeutende Summen anSgegeben und die von ihm hinterlassene Perlenkollektion ist eine der schönsten und kostbarsten der Welt. _ Sie Regentschaft in Kraunfchweig. Das Hinscheiden des Regenten von Braunschweig, • Albrecht von Preußen, kann insofern keine prin- Zlprette Aenderung in per Frage der braunschweigischen VJ) K- 1L- '■£ M 103.- 100.90 ioiio 98.- Nr. 80 135— fr. 1001 65.20 Tlr.100 138.25 5.11.600 IM ; — ------ — joviale alte ^err hat stets aufrichtigen Anteil genommen an den (Hnpttfieftrfit lGeschicken, man darf wohl sagen nicht nur der gesamten gen «h. . ' ' r Einwohner chast seiner industrtereichen und gewerbefleißigen h.™ a-s x ? m - Vr s Residenzstadt, sondern seines ganzen Ländchens, und er b-m Tobe des Prinzen Mbrecht von Preußen steht ist vertraut mit der Familiengeschichte fast jedes seiner alt» das Herzogtum wieder ohne Herrscher da. eingesessenen Landesriuder. Mildtätigkeit ja ein in seiner Dieser Zustand kann auf doppelte Weise em E>lbe finden. Art seltener Gebeftotzsinu, starffte Keude, andere zu er- Zunächst konnte die Gelegenheit benutzt werden, den stellen, haben ihn, den mit Gelb und Gütern durchausnicht Regterungsantritt des H erzo asv ° n Cum b er- besonders reich Gesegneten, aktzeit ausgezeichnet, und mit tanb -ndgulttg zu regeln Herzog Ernst August ist ziverfel- hingebcnder Äebe hängt ganz Altenburg an seinem greisen l°s b°r nächste Agnat des verewigten Herzogs Wikhelm, Herzog, der einer der besten Menschen ist, die unsere istutsche er hat auch dre Rmchsversasiung offen und rückha.ltlos Erde trägt anerkannt Ueber 20 Jahre h-at er Ml und zurückgezogen Herzog Ernst würde am 16. September 1826 geboren m Gmunden gelebt. 9tie i|r von preußischer Seite versucht als ein Sohn des damaligen Prinzen Georg und der worden, Verhandlungen mit chm anzuknupfen. Alle anders Prinzessin Marie Luise von Mecklenburg-Schwerin. ^"^n,den Vehauptung5u smd unwahr. Des Herzogs Vater gelangte zur Regierung, nachdem- vUTein Herzog Ernst August mlt infolge des bekannten! sein Bruder, der Herzog Josef, im Sturmjahr 1848 der Vundesratsbeschlusses als „bchrndert". Es müßte daher Herrschaft entsagt hatte, starb aber schon am 3. August 1853, zunächst eine Aufhebung dieses Beschlusses stattfinden — sodaß an diesem Tage sein Sohn Ernst den Thron bestieg! das kostet Zeitt Er war aufs vortrefflichste entzogen worden, hatte sich Es Tjt alfo der zweite mögliche Weg einzuschlagen: auf Reisen im Auslande, insbesondere in der Schweiz den die Einsetzung eines Regenten. . Blick geweitet und den Dienst beim Militär von unten Dafür ist in erster Lmie das braunschweigische Landes- auf kennen gelernt. In Preußen stand er seit 1851 ä la grundgesetz maßgebend. Dieses ipricht allerdings nur von suite des 1. Garderegiments zu Fuß. Und in diesem Ver> der „Vormundschaft" fiir emen Minderjährigen, allein ohne haltnisse rückte er von Grad zu Grad bis zum General ’ jt« 150 Litt 45 ' Lire 10 - ifl-! . Tft.JO , M.100 ' S.sl.100 Frage sind seine Bestimmungen hier analog anzuwenden. Danach „gebührt" „die Regentschaft" „dem, nach der Erbfolgeordnung, zunächst stehenden volljährigen, regierungsfähigen Agiiaten". Tas ist der PrinzGeorg Wilhelm, jetzt 26 Jahre alt. Es ist jedoch vorauszusehen, daß auch gegen ihn schwerwiegende Bedenken geltend gemacht werden können. Als dereinittger Nachfolger mid Erbe seines Vaters tritt er ja iin dessen gesamte Persönlichkeit ein, die in dessen Person angeblich liegenden Behindcrungsgründe können also auch für ihn wirksam angesehen werden. Jvden- alls kann dies Verhältnis längere Verhandlungen nötig machen. Dazu kommt noch, daß sich bra.unschweigisches Staatsministerium und Landtag in dem so traurigen Ergänzungsgesetze von 1902 auf diesen Standpunkt gestellt haben! . . 176.60 Die „Nordd. Allgi Ztg." schreibt offiziös: Zu den Erörterungen über die braunschweigische Erbfolge- ftage möchten wir darauf Hinweisen, daß durch das Ableben des Regenten eine Thron-Erledigung im Sinne des Braunschweigischen Regenttchaflsgesctzcs nicht eingetreten ist. Eine Thron-Erlcdig- gung gab es nur. im Jahre 1884 beim Tode des Herzogs Wilhelm. Gegenwärtig handelt cs sich lediglich um eine Wieder-, ■■ . , , —------- |vtltv Polung der Regenten-Wachl, die ohne Weiteres Gemablin, die Herzogin Agnes, eine geborene Prinzessin E. 6orgciwmmcn werden kann. Das ist, wie wir wissen, von Anhalt, und sein einziges Kind, die Prinzessin Marie dw Ansicht aller maßgebenden braunschweigischen Stellen. Ir* " —• - ' ' ' ' Tlr. 40 -■- ' ' alt. 8. SIM. 1N3J- :: jlschkim . < ' * * I fliehe Lose- . , . STrJOOllS&M . . . . Ur. 1001 'ä . iS» Li« 30 '■ Die Frage, welche Schritte denn nun der Herzog tun wird, vermag ich wie jeder andere im Herzogtums nicht zu beantworten. Seine ganze Natur neigt mehr zum Abwarten als zu positivem energischen Handeln. So hat er auch stets deni Drängen seiner Anhänger widerstanden, aus seiner Passivität hervorzutreten. Er hat gerade in der letzten Zeit -------- „ «... ...... ^C|C „„„E[Kra llnKr,"“ndlEn "E"', überzeugten Anhänger dadurch verloren, besonders tragischen und ergreisiurden Umstünden gegebenes Ver- ^cc ^drd°9 lie9‘ stm Hell cigentllch lediglich in einer plötz- ■ ^ien die ihrem Vater unwiderruflich entzogene lichen Sinnesänderung hervorgerufen durch bessere Aufklärung S?,e, ÄelJ' Offen mit den realen Verhältnissen ab. — des Kaisers. Soviel ist sicher, würde er auch jetzt keine Ä™ Ä&Ä Zm SchMe tun so würde di- überwiegend große Zahl entwickelt ist, nicht auch seinerseits zeitlebens grollend abieite; |cmci: Anhänger im Herzogtum den dann unnützen Kampf zu stehen, von allem, was deutsch heißt. Es erscheint daher nicht für ihn aufgeben, die wölfische Bewegung würde für einft 'r^Ut?n9, w r$cr2!!9 Oberland ! absichtbare Zeit belanglos sein. Es könnte ja nur noch »u Gunsten dieses Sohnes '-use-L würde," d-t7üu7°-n°SchwL Konstituiemng eines neuen Reg-ntsch-st«r°tr und die rigkert in ben Kreis der dcurschen Lundessürsten ausgenommen -^^hl eines Regenten m Frage kommen. Ob das erstere werden konnte. eintritt, darüber werden die nächsten Stunden Aufklärung aunä&ft ds Cini9C 2anL9^G?; brin9en- Wahrscheinlich ist es, falls nicht „sofort« ein be- Zs H-Nten einen folge? 7"gel>-n" Man wir^E die Regierungsverwesimg . antritt«. Nachfolger unter dfn preußischen Prüi-cn yu juckten haben. 3n dem CrganzungSgesetze kann der Regentschaftsrat die britischen Kreisen lann man gegenwärtig vielfach hören, Wahl eines Regenten „unverzüglich" vornehmen. Sollte 6ÖÜ ol11115 \ Friedrich, der zweite Sohn des dies jedoch geschehen, ehe alle Mittel erschöp t sind, einen »ÄlkfS ÄÄ W’-ak». '=* =6 R°gierungs°°rw°s-!, hi-r zu haben, ■- der Prinz Fri ed r ich Wil- wurden dann weite Streife der braunschweigischen Aedes völkerung geradezu einen Verfasfimgsbruch sehen. Auch der deutsche Reichstag würde dazu wohl nicht schweigen. Re-1 ein- Zum 80. Geburtstage öes Herzogs Ernst von Nr. 217 Erscheint tSgkich außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden int Wechsel mit hesfischen die Siebener Kamillen. blätter viermal in der Woche beiaelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u. Stein- bruderet. 9t Sange. Redaktion, Ervedition und Druaeret: Schukstraße 7. Redaktion 112 Verlag u.Exped.e-^bl Adresse für Deoeschen: Anzeiger Gießen. dem Landwirt Erstes Blatt 156. Jahrgang Samstag 15. September 1906 GietzenerAnzeiger « General-Anzeiger ® tSS AM- und Anzeigeblatt fiir den Kreis Gießen WW _|i|i nir-uwiw ■ , _ , ______________ seigemeil: Hans Beck. vezu gopretS, monatlich 7bPi., viertel« sich verspricht- Der bayerische '^ragt: Aepsel löU »oppeijemi nächstjährigen Landtagswahlcn Pflaumen (Zwetschen) 700 Dz, sMyE'L" Bootsfahrt im Ans- lctzten Sonntag (9. Sept.) R u d c r g e s e l l sch a f t von Zukunft überlassen. Es schadet nichts, wenn nun die Bürgerparteien zu der Erkenntnis gelangen, daß sie hier etwas übersehen haben. Band nunmehr mit einer die Spange versehen ist. * * Eine interessante legergigboote unternahmen eträgt: Aepfel 130 Doppelzentner, Birnen 230 Doppclztr. Kirschen 15 Dz., Wall! man Wert daraus, daß die Jugend ihre Bildung empfing, das beweise der Bau des Schulhauses als eines der ersten Häuser. Köhler verstand, in wenigen Worten das Jnteresie der Kinder an diesem Stück Dorfgeschichte zu wecken, und mit einem Kirchenliede beschlossen die Kinder die kleine Feierlichkeit. — Bad-Nauheim, 14. Sept. Bis zum 13. Sept, sind 2 6 5 1 3 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 3113 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 13. Sept. 1906 357 574 abgegeben. [] Marburg, 14. Sept. Im Walde bei Schönstadt sanden Wegcarbeiter einen Steinkeil und ein ebensolches Beil, die beide noch gut erhalten waren. Die beiden hochinteressanten prähistorischen Funde werden jedenfalls dem Landesnuiseum in Kassel einverleibt. — Bei der Anlage der Schloßkanalisierung stießen die Arbeiter beim Hexenturm auf einen bis jetzt noch unbekannten 2 Meter breiten unterirdischen Gang, der sogar Spitzbogengewölbe aufweist. Cron berg (Taunus), 14.'Sept. Großfürst Cyrill von Rußland und Gern ah l in trafen heute mittag von Homburg auf Schloß Friedrichshof zum Besuche des Prinzen Was gibts zum Nachtisch? Was Besseres wohl als Mondamin-Flammerl und Fruchtsaft? . Es ist erfrischend und bekömmlich m heißen Taqen - und sehr gesnnd. Natürlich nur Mondamin verwenden. .Mondamin" überall 511 haben in Paketen L 60, 80 u. 15 Pb Aus Stadt uns LanS. Gießen, den 15. Sept. • • Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben dem Pfarrverwalter Fritz Marguth 31t Nieder-Beer- bach die, evangcl. Pfarrstelle daselbst übertragen. — In den Ruhestand versetzt wurde die Lehrerin an der Volksschule zu Darmstadt Elise Theobald bis zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit. * • Erledigt sind: Die mit einem evang. Lehrer zu besehende 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu R a n st a d t. Die Stelle des Forstwarts der Forstwartei Thorn ashütte in der Oberförsterei Messel vom 1. Oktober d. I. an. • • Norwegischer Konsul. Der zum Königlich norwegischen Vizekonsul für das Großherzogtum Hessen mit dem Amtssitz in Mainz ernannte Kaufmann Heinrich ist zur Kirschen 1 Dz., Wallnüsse 1 Dz. ‘ ** Ein mehrfacher Lebensretter. Der Ballaufseheraspirant Jak. Gund er in Darmstadt (Sohn des WoogSpächters Gunder) hat am 29. Mai 1906 wiederum einen Menschen vom Tode des Ertrinkens gerettet. Als Anerkennung hierfür ist ihm von Sr. Kgl. Hoh. dem Großhcrzog wiederholt die Rettungsmedaille verliehen worden, deren Jahreszahl 1906 tragenden inan einen Teil der Bänke in den städtischen Anlagen kindcrfrei halten kann, macht eine Leserin folgenden Vorschlag: „Ich nlache den Vorschlag, einige wenige Bänke mit der Aufschrift: „Nur für alte Leute" versehen zu lassen; wenn Menschenkenntnis inich nicht trügt, würde der müde alte Herr mehr wie genug freien Platz zum Ausruhen finden. "Auf den Wiesen hat sich die Herbstzeitlose eingestellt, die durch ihr Gift, das Colchicin, ivenn cs in den Körper komint, sehr gefährlich wird. Dieses Gift greift hauptsächlich Nieren, Magen und Därme an, kann Lähmungen Hervorrufen, ja den Tod herbeiführen. Da diese Pflanze in unserer Umgebung sehr häufig ist, und die Kinder die krokusartige, rosarote Blume gerne pflücken, seien Eltern und Kindermädchen daralif aufmerksam gemacht. fünf Herren der Gießener 18 7 7. Wohlausgerüstet fuhren sie Sonntag den 9. Sept. -—-Thüringisches-----------------und MaschinerT^ Technikum J’menau Werkmeister. Prospekt. EM * Ein Abenteurer in Franenkleidcrn. Aus Mainz schreibt man der „Kl. Pr.": Ein junger Bursche von hier — sein Vater ist Weinwirt — verschaffte sich gleich nach seiner Entlassung aus der Schule Fr au en kleid er. (rc mitte eine weibische Stimme und feine Erscheinung stand der Verkleidung nicht im Weg. Ms Frau ging er auf Abenteuer aus. Er richtete die überschwänglichsten Liebesbriefe an Persönlichkeiten, die er nur dem Namen nach kannte, besonders an Osfiztere. In gewissen Kreisen der Männerwelt richtete er ein wahres Unheil an. Ms er älter geworden war, wurde er noch dreister. Er machte in Frankfurt die Bekanntschaft eines sehr reichen Barons von G.; dem gegenüber er sich als verarmte Comtesse von S ausgab. Er spielte seine Rolle so vorzüglich, daß er den Baron vollständig beherrschte und daß dieser ihn auch reichlich unter- slühte. Allen Annäherungen des Barons wusste er aber geschickt aus dem Wege zu gehen, er war ja ein „anständiges Mädchen . Da er aber dem Baron gegenüber auch sehr zurückhaltend in Bezug auf seine Familienverhältnisse war, so suchte 1 ich dieser von anderer Seite Klarheit zu verschaffen. Dadurch wurde der Schwindel aufgedcckt. Troß alledem wollte der Baron nicht glauben, daß seine Angebetete nur ein — Kellner sei. Eines Tages verschwand der junge Mann wieder von hier, ohne daß man wußte, wohin. Sechs Wochen später wurde in Darmstadt eine Kellnerin wegen Kleiderdiebstahls verhaftet. Als sie untersucht wurde, entpuppte sie sich als Mann. Es war der Wirtssohn, der die ganze Zeit in der Wirtschaft bedienstet war und ein Liebesverhältnis mit einem Unteroffizier unterhalten hatte, der sich dann versetzen lassen mußte, weil der Spott feiner Kameraden zu groß war. Seine letzte Nolle spielte er in einem Sittlichkeitsprozeß, dessen Schauplatz die Husarenkaserne war. Auch damals stand der junge Mann mit Offizieren auf einem sehr guten Fuß; einem von ihnen, dem gegenüber er sich als adelige Dame ausgegeben hatte, stahl er eine wertvolle Briestasche. Keiner der Herren wollte glauben, daß die Dame, die so glühende Liebesbriefe schreiben konnte und die sich bcwegte^wie ewe Dame von Welt, ein gewöhnlicher Schwindler sei Man brachte ihn für einige Zeit in die Irrenanstalt. Dort behielt man ihn aber nicht, weil er nicht gefährlich schien und nur durch Keine Diebstähle sich bemerkbar machte. Kaum, war er frei, als er sein altes „Liebesspiel" wieder begann. Nun hat sich zur Abwechslung das Gericht seiner angenommen, indem es ihn gestern verhaften ließ. , . X Langsdorf, 14. Sept. Hier wirb momentan baS alte Schulhaus abgebrochen, da es infolge der Feld- bcreinigung einem Wegezug weichen muß. Dieses Schulhaus ist als eines der ersten Häuser nach dem 30jährigen Kriege, in dem Langsdorf zerstört worden war, wieder errichtet worden. Die Pfetten-Jnschrift hat folgenden Wortlaut: „Laset die Kindlein zv mir körnen vnd wehret ihnen nicht dann politifd>e Tagesschau. , Eine Wandlung. Der Führer der Freisinnigen Volkspartei, Abg. Dr. ; Müller-Sa g an- ist der „Freis. Ztg." zufolge an einem Unternehmen beteiligt, das sich auf Terrainerwerbungen in Zentralbrasilien bezieht.- Offenbar betrifft es die Teilhaberschaft an einer Siedlungsgesellschaft, denn die „Tisch. Tagesztg." spottet bereits über den „brasilianischen Agrarier". Es ist jedenfalls ein erneutes Kennzeichen der veränderten Haltung dieses demokratischen Politikers in Fragen der Ueberseepolitik. Das^ erste Mit- iglfeb der Richterschen Fraktion, das sich auf diesem Gebiete dem Standpunkt der Nationalliberalen näherte, war der Abg. Ei ckh 0 f f. Ihm wurde das anfangs von seinen Parteifreunden verargt. Aber schon die Stellungnahme der volks- iparteilichen Fraktion zur letzten Flottenvorlage zeigte, daß sich in ihr eine prinzipielle Wandlung vollzog. Träger der entsprechenden neuen Richtung in der Fraktion der süddeutschen Volkspartei ist bekanntlich der Mg. Storz. Die Berührungspunkte innerhalb der liberalen Parteien mehren sich also, und für die Möglichkeit eines geschlossenen Vorgehe ns des deutschen Ges amtliberal ismusim nächsten Wahlkampf bedeutet das eine wesentliche Förderung. Zur Reform der Krankenversicherung. Dem Staatssekretär Grafen Posadowsky wird bekanntlich die Absicht zugeschrieben, eine Reform der Krankenversicherung vorzunehmen, und zwar soll diese Reform nach Angabe der sozialistischen Zeitschrift „Die neue Gesellschaft" folgendermaßen ausfallen: Die Einzelkassen in den kommunalen Verwaltungsbezirken sollen zu großen Be- zirkskassen zusammengelegt werden, weil sich diese billiger verwalten lassen. .Sodann sollen die Kassenbeiträge, von denen zurzeit die Arbeitgeber ein Drittel und die Versicherten zwei Drittel zu zahlen haben, beiden Teilen je zur Hälfte auferlegt Werden. Die Zeitschrift erblickt in einer derartigen Aenderung keine Wohltat für die Arbeiter, insbesondere erscheint ihr die Zusammenlegung der Einzelkassen zu großen Bezirkskassen als ein Raub des Selbstverwaltungsrechts. Eine große Bezirkskasse erfordert jin der Tat eine gebildete, wissenschaftlich und praktisch geschulte Persönlichkeit, deren Anstellung von den staatlichen Behörden erfolgen würde. Dadurch könnte am Ende dem Einfluß der sozialdemokrat. Partei Abbruch getan werden, aber andererseits wäre der neue Beamte abhängig vom Staate. Ob dies von Vorteil für die Krankenkassen wäre? Es kann ja nicht geleugnet werden, daß in manchen Krankenkassen der sozialdemokr. Einfluß souverän herrscht — die bekannten Kämpfe mit den Aerzten zeugen davon —, aber es muß zugegeben werden, daß viele Kassen für ihre Mitglieder höchst Anerkennenswertes geleistet haben. Nach allem, was Graf Posadowsky bisher als Sozialreformer leistete, darf Man wohl erwarten, daß auch seine Pläne für die Umgestaltung der Krankenversicherung in anderen Richtlinien sich bewegen, als in den von der sozial. Zeitschrift angedeuteten. Die Mörderin von Interlaken. Der Berner „Bund" erfährt aus Lausanne, daß Tatiana Leontjew, die das Attentat in Interlaken verübte,, im Jahre 1884 in Warschau geboren wurde. Sie ist die einzige Tochter des eheinalen russischen Gen e r als Leo ntj ew , der sich an dem Feldzuge in der Mandschurei beteiligte und nach seiner Rückkehr vom Kriegsschauplätze Provinzgouverneur in Mittel- rußländ wurde. Die Tochter besuchte das Mädchengymnasium zu Lausanne und bestand im Jahre 1903 die Reifeprüfung. Sie begann im Jahre 1900 den Verkehr mit russischen Flüchtlingen in Lausanne und Genf. Später studierte sie Medizin an den Universitäten in Lausanne und Genf. Seit Januar 1906 bewohnte sie in Petit Laney bei Genf eine Keine, von ihrem Vater gemietete Wohnung. Tatiana Leontjew besuchte Lausanne wiederholt unter falschem Namen und erzählte ihren Professoren, sie habe in Petersburg bei Hofe verkehrt und sei mit der Familie Trepow befreundet gewesen. Im März 1905 sandte sie an einen ihr befreundeten Revolutionär nach dem Hotel Bristol in Petersburg einen Koffer mit Bomben sowie einem Verzeichnis der russischen Verschwörer in der Schweiz. Ms man hierauf bei einer Haussuchung in der Wohnung her Tatiana Leontjew in einem Näh korbe Sprengstoffe fand, wurde sie unmittelbar vor einem Hofballe beim Coiffeur verhaftet und in Untersuchungshaft nach der Peter- und Pauls- festung gebracht. Der Bruder ihres Vaters, der Hofkämmerer ist, erwirkte ihre Unterbringung in eine Irrenanstalt, und andere vermögende Freunde erreichten schließlich ihre gänzliche Freilassung. Sie durste aber nicht länger in Rußland bleiben und reiste daher in die Schweiz, zuerst nach Basel und Genf. Wie eine frühere Freundin aus Lausanne mitgeteilt hat, unterhielt Tatiana Leontjew ein Liebesverhältnis mit einem Vetter, der sich, nachdem bei der Leontjew Sprengstoffe aufgefunden worden waren, erschoß. Ihr Vater und ihre Mutter sollen noch in Petit-Lancy wohnen. Frauenstimmrecht und Zentrum. Der Zenttnrnsabg. Dr. Heim stellt die Forderung auf, den deutschen Frauen das aktive und passive Wahlrecht zu verleihen. Daß der Zentrumsmann mit dieser Forderung nicht allem steht' cheweift die Tatsache, daß das führende bayerische Zentrumsorgan gleichfalls diese Forderung verteidigt, und man muß deshalb annehmen, daß das Zenttum überhaupt für das Frauenstimmrecht eintreten wird. Das Zentrum ist bekanntlich die ausschlaggebende Partei im deutschen Reiche sowohl wie im Königreich Bayern. . Daß gerade das Zentrum es ist. das neben den Sozialdemokraten mit einer solchen Forderung herausttitt, das macht sie recht interessant. Es zeigt vor allem, daß^das ^Zentrum tut) von der Forderung sehr viel f ür f’ * ■ Zentrumsflügel will sich für die nächstjährigen eine gute Wahlparole sichern. Die Parole des Frauenwahlrechts wird von hervorragendes Wirkung sein. Wir glauben nun freilich keineswegs, daß das Zenttum die ganze moderne Frauenbewegung zu sich heruber- ziehen wird: Aber das Zenttum wird doch eine große Anzahl von Frauen für sich gewinnen, und damit ist für die Partei gar viel getan, denn was die Fran will, „will" nicht nur oder vielmchr muß nicht nur mancher Mann „wollen", sondern will sogar, einem alten französischen Svrichworte zufolge, Gott. Es ist also ein außerordentlich geschickter Schachzug seitens per ausschlaggebenden Partei, wenn sie in dieser Weise und nut möglichster Lebhaftigkeit für diese Forderung eintritt . Die im Erwerbsleben stehende Frau, die heute bereits Steuern zahlen und alle Pflichten eines Staatsbürgers auf sich nehmen muß — die Wehrpflicht allein ausgenommen -- ist politisch rechtlos. Mit dem Augenblick, da die Frau aus sozialen und wirtschaftlichen Gründen aus der einstigen Frauenkemenate heraustrat und selbständig eingriff ins Leben, sich ihr Schicksal selber zimmerte und ihr Brot selbst erwarb, mußten nach Recht und Gerechtigkeit auch Schranken fallen, die alte Vorurteile um sie aufgerichtet hatten. Heute steht gar manche Frau mitten im Erwerbskampf, mitten in den Stürmen des Lebens,, auf eigenen Füßen. Und trotzdem gab es bis jetzt nur eine politische Partei, die sich dazu verstand, alle Konsequenzen aus der veränderten Sachlage zu ziehen. Das waren bisher allein die Sozialdemokraten. Man hat ja seitens der liberalen Parteien hin und wieder mit der Materie sich befaßt und der Forderung in der Theorie zugestimmt, aber die Entscheidung der 76jährige Prinz Moritz', dessen einziger Sohn, Prinz Ernst, als Oberstleutnant dem 1. Garderegiment zu Fuß tn Potsdam angehört. , Ueberall wird man morgen itn deutschen Vaterlande mit herzlichen Wünschen und Teilnahme des Herzogs Ernst von Altenburg gedenken, der einer der letzten Bundesfürsten ist, die uns noch in lebendiger Gestalt einen großen *016» schnitt deutscher Geschichte verkörpert. um 6 Uhr morgcnS in Gießen weg lahnabwärts, um Coblcnz zu erreichen. Die crstc Nacht verbrachten sie in Villmar, die zweite in Nassau und erreichten am Dienstag, 11. Sept., mittags 2 Uhr die Schiffbrücke von Coblenz nach Ehrenbreitstein. Nicht weniger wie 20 Schleusen waren lahnabwärts zu passieren, und besonders schwierig war der BootS- tranSport über Land bei vier dieser Schleusen, die augenblicklich wegen Ausbesserungen für den Schiffsverkehr gesperrt sind. ** Ein Vorschlag zur Güte. Zu der Frage, wie solchen ist das Reich Gottes. B. KOLER BVRGER- MEISTER -«r M EMMRICH WERKMEISTER — und ist vfgerichrt 12. Julii 1663.“ — Ans Pietät und um der nachfolgenden Generation zu zeigen, wo ihre Vorfahren den Unterricht ihrer Schuljahre genossen haben, hat inan das Haus photographieren lassen mitsamt der ganzen Schuljugend, die allerdings im anderen Schulhause ihren Unterricht empfängt. Auch die seitherigen Besitzer dieses genannt Stiener- schen Hauses, sowie der Bürgermeister, die Lehrer und der Polizeidiencr stehen auf dem Bilde. Bürgermeister Kühler hielt an die Kinder eine Ansprache, in welcher er ihnen vor- führte, wie es zu damaliger Zeit, als dieses Haus gebau wurde, in Langsdorf ausgesehen hat. Mord und Brand hatte Langsdorf vernichtet, aber auch vor 250 Jahren legte Lehrfabrik I ssia/)2 Ausübung konsularischer Funktionen im Großherzogtum zu- gelassen worden. • ’ Vor dem Schwurgericht der Provinz Oberhesten, das demnächst seinen Anfang nimmt und eine Woche dauern wird, kommen folgende Fälle zur Aburteilung: Totschlag, Körperverletzung mit tötlichem Erfolg, Verbrechen im Amt, Sittlichkeitsverbrechen, sowie zwei Fälle von Meineid. • * Städtischer Gemüsebau. Auf dem Gelände der Klärbeckenanlage hat man einen Versuch gemacht, auf einer mit Schlamm gedüngten Fläche Gemüse zu bauen. Der Versuch ist sehr gut geraten und sollte dazu ermutigen, im kommenden Jahre eine größere Fläche des sonst als Wiese daliegenden Geländes mit Gemüse zu bestellen. Ein unter Leitung von Professor GcseviuS an den Klärbecken vorgenommener Versuch, aus mit Schlamm gedüngter Fläche Mais anzubauen, hat ebenfalls ein recht gutes Ergebnis geliefert. ■■ ■-!!' .....w* 1 1 . — * • Die Obsternte in der Gemarkung Gießet Märkte. Gießen, 14. Sept. Viehmarkt. Bei dem am 10. und 11. d. Ms. abgehaltenen Markte waren aufgetrieben 1151 Stück Rindvieh,' 350 Schweine, 212 Pferde und 3 5 Fohlen. — Der nächste Markt findet am 25. und 2 6. September statt, an letzterem Tage auch Krämermarkt. Auszug ous den Stundessmisreoifteru der Stadt Gieftv. Aufgebote. Am 6. Sept. Julius Schimpf, Großh. Regierungsbaumeister dahier mit Charlotte Fleck in Rastatt. — Friedrich Heuser, Bäcker in Ebsdorf mit Helene Gertrude Henriette Euler dahier. Am 9. Sept. Emil Theodor Jonas, Hoboist dahier mit Margarete Elifabethe Schäfer in Rockenberg. — Peter Spielmann, Gefreiter dahier mit Johanna Biesdorf hierfelbst. Am 10. Sept. Daniel Paul, Schlosser dahier mit Katharine Vellmar in Homberg. — Carl Leib, Kunsthändler und Vergolder dahier mit Meta Stein in Halle. Am 11. Sept. Friedrich Hofmann, Streckenarbeiter dahier mit Elfe Frieda Zech hierfelbst. - Karl Friedrich Wall, Post- assistent dahier mit Susanne Zulauf in Rodheim 0. d.H. - Friedrich Michel, Friseur in Wieseck mit Christiane Seng dahier. Am 12. Sept. Heinrich Schmitt, Maurer dahier nut Christin, Stein hierfelbst. Eheschließungen. Am 8. Sept. Karl Straub, Eifendreher dahier mit Susanne Henß Hierselbst. — Theodor Lehrmund, Lokomotivheizer dahier mit Elifabethe Heil hierfelbst. - Adolf Schmidt, Kaufmann in Mui- golsheim mit Lina Hahn dahier. — Dr. Ernst Langenbach, praktischer Arzt in Hemsbach mit Martha Moll dahier. Am 18. September. Adolf Dietz, Schlosser dahier mit Elise Dorothea Deutscher geb. Köhler, Hierselbst. Geborene. M , Am 1. Sept. Dem Buchhalter Peter Reichert em Sohn, Richard Peter. — Dem Schneider Friedrich Drechsel eine Tochter. Am 2. Sept. Dem Musiker Karl Schneider eine ^.achter, Katbanne Ernstine Elisabeth. — Dem Kellner Ludwig Riehl em Sohn, Justus Rudolf Ludwig Kurt. 9lm 5. Sept. Dem Kreisamtsgeknl en Georg Schupp ein Sohn. Am 6. Sept. Dem Zigarrenfortlermeister Wilhelm Georg Wolf ein Sohn, Karl Georg. — Dem Spengler Friedrich Schäfer eine Tochter, Marie Katharine Lina. Gestorbene. Am 8. Sept. Elisabeth Schmitt, 4 Mte. alt, Achter des Gastwirts Ludwig Schmitt dahier. — Martha Schmandt, "Mte. alt, Tochter des' Schmieds Johannes Schmandt dahier. - Mar garete Weidig, geb. Pansch, 79 Jahre alt Witwe deS Hauptzol^ nmtsdieners Christian Weidig dahier. Am S. Sept. Fredrich Martin, 3 Jahre alt, Sohn des Ingenieurs Karl Martm dahier — Susanne Simon, geb. Moll, 84 Jahre alt, dahier. Um die Kindersterblichkeit energisch zu bekämpfen, ist es unbs dingt erforderlich, die während der heißen Sommermonate gefahr- bringende frische Kuhmilch gänzlich fortzulassen und an deren Stells eine leichter verdauliche, immer gleichbleibende, keine Verdauung»^ , störungen verursachende Nahrung zu geben. Diesen Anforderungen entspricht am besten das altbewährte Nestle'sche Kmdermehl, welches 1 nur mit Wasser gekocht eine vollkommene Kindernahrung ergivk, . Brechdurchfall und Diarrhöen verhütet und bereits bestehende -vev- > daüungsstörungen beseitigt. 88 JA lüsse 1 Dz. — In der Gemarkung Schisfenbcrg: Aepfi , |20 Dz., Birnen 25 Dz., Pflaumen (Zwetschen) 6 Dzl,i und der Prinzessin Friedrich Kail von Hessen cm. Nach der ------ - Mittagstafel kehrte das Großfürstenpaar nach Homburg zurück. Sonntag, den 16. und Montag, den 17. Septcrnbei Kirchweih-Fest wozu ergebenst cinlabcn 5533 B11/, Die Feftwirte: 5545 kauft fortan Der Borstand 06715 Achtung! Achtung) Q B * a n Meller J. 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Zusammenkunft der Sleig- liedhaber art der Kreuzung der Grün» bcrger» und Wolistraße da vier. Gießen, den 15. September 1906. Seipel, Gerichtsvollzieher. Die unterm 18. August 1906 angeordnete Sperre der Landmann st raße wird hiermit aufgehoben. Die unterm 18. August 1906 angeordnete Sperre der Kaplansgasse wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 13. September 1906. Grosth. Polizeiamt Gießen. Herberg. Stenographie l l l Wir eröffnen in unserem VereinZlokal (Caf6 Ebel) Werkstätte. Zu mieten gesucht: 82 Wohnungen von 1—7 Zimmern. Obstversteigerung. Der diesjährige Ertrag von Obst an den nachbcnannteu Krcisstraßen soll auf dem Stand versteigert werden und zwar: Mittwoch, den 19. d. Mts. auf den Straßen Lich— Langsdorf—Lich—Kolnhansen und Lich—Hof-Albach anfangend vormittags 9 Uhr am Bahnhof Lich. Donnerstag, den 20. d. Mts. auf der Straße Lich — Nieder-Besssngen anfangend vormittags 9 Uhr bei Lich. Freitag, den 21. d. Mts. auf der Straße Hof- Albach—Steinbach—Gießen (Wald) anfangend vormittags 91/, Uhr bei Hof-Albach. Samstag, den 22. d. Mts. auf der Straße Hof- Gill— Eberstadt—Ober -Hörgern anfangend vormittags 9l/8 Uhr am Bahnhof Hof-Gill. Gießen, den 13. September 1906. > Gebr. Stamm Marktplatz — Tel. 384 — Schulstrasse. Bi> S' Aufforderung*! Alle, welche Forderungen an die verstorbene Frau Carl Baitz Wwe. in Gießen haben, werden ersucht, selbige binnen 8 Tagen bei mir anzumelden; spätere Forderungen werden nicht berücksichtigt. Krau Cugenie Brasset, geb. Baitz, Frankfurt a. M., Sei bem am 10. unb m aufuttrieben 1151 Stück e, 212 $ferbe und larft finbet am 26. unb Tage auch Krämerwarft zwei Anfänger-Kurse zwar: a) für Herren, Beginn am 1. Oktober d. I., h) „ Damen, „ „ 2. , „ aufgenxbeitet 15055 Bismarckstrassc 14, 1. Daselbst werden Lehrmädchen für Weißzeugltähen angenommen. Tas Honorar beträgt 6 Mark. Anmeldungen bitten wir schon jetzt bei unserem 1. Vorsitzenden, Herrn E. Schiffnie, Grünberger Straße 3, schriftlich einzureichen; auch werden solche noch bei Beginn des Unterrichts entgegengenommen. Gießen, im September 1906. v15/» Gabelsberger Stcnographen-Berein und Damcnkrünzchcn. Kelranillmachung. In der Zeit vom 8. bis 15. September 1906 wurden ftt hiesiger Stadt gefunden: 1 Handkörbchen und 1 Damenblouse; verloren: 1 lederne Brieftasche mit 2 Photographien und Ausweispapieren Inhalt, 1 Glaserdiamant mit schwarzem Heft, 3 Reiscdecken, 1 Geldbeutel aus Leder (Inhalt 10 Mark), und 1 Korallenarmband. Zugelaufen: ein junger, schöner Jagdhund. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihren Anspruch alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, am 15. September 1906. Großh. Poltzctamt Gießen. ' Herberg." Jakob Sommes* IL, Ludwig Faber. Sg. Schmandt Wwe,, Gg. 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Es ladet ein Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und zwar für eine Wohnung mit entern jährlichen Mietwert bis 300 Mk. emschließlich 0,20 Mk., von mehr als 300 Alk. bis 500 Alk. einschließlich 0,50 Mk., und von mehr als 500 Mk. 1,00 Mk.: außer- dem ist für jede Wohnungsanmeldung 1,00 Mk. zu hinterlegen. Für bte Wohnungssuchenden erfolgt die Vermittelung un- entgettlich. _______________________________________________ seinen ganzen Bedarf in obengenannten Artikeln mt Mä im grössten, ältesten und koulantesten Waren- und Möbel-Kredit-Haus H ta w M W« t - "chednch Heuier, Backi hmüeM 6ulet W. m Der Gesang-Unterricht hat wieder begonnen. Sda Stammler Wilhelmstraße 1. Schülerin des Dr. Hoch'schen Konservatoriums Die Wirte: Ludwig Schlierbach Ludwig Gerlach. - W öpnimuuu, »- , rftlbfi. Am 10. Sept SS« •“ ‘..'Äst * VMM »Md. »S, in «in- r8n,nd|.ine™6l!,'!,at=Z äsS i,^$tm3'9arr$m6p»!18 ssM !b . §cbmondt . ftmiptiöu Jahre fllL ä, Sept, «p AM Martin in Bieber jtt t)e7 unb ö% rfcdi!u< sK-Zs- ES könne» eingestellt werden: 6 fandwirtschaftl. Arbeiter, Ziegeleiarbeiter, 3 Schlosser, zwei Schmiede, 1 Spengler (auswärts), 1 Maschinenwärter, 1 Lackierer, 2 Schreiner (auswärts), 2 Wasch- und Putzfrauen, 1 jung. Glaser, 1 Maler (auswärts), 1 Anstreicher, 1 Installateur, Er-darbeiler, 1 Küchenmädchen, 5 Laussrauen, 2 Laufmädchen, 1 Hausbursche, 1 Haushälterin. Lehrlinge: 2 Schlosser, 1 Schmied gegen Vergütung, 1 Elektromonteur, 1 Spengler (auswärts), 2 Schreiner, 1 Backer (auswärts). ES suchen Arbeit: B16/9 1 Maschinist oder Heizer, 2 Kutscher, 1 Flickerin, 1 Kaufmann, 2 Tapezier, 1 Schreiner, 1 Installateur, 1 Ausläufer, 1 Lagerarbeiter, 1 Fahrbursche, 2 Laussrauen, 1 Haushälterin, 3 Wasch- und Putzfrauen, 1 Näherm, 2 Packer, 1 Kassier oder Bureaudiener, ein Bure angehtl'e.______________________________________________________ NB. Ueber alle Verkäufe bewahre strengste Discretion. Erkundigungen werden nicht eingezogen. Lieferung franko jeder Bahnstation. a15/e Der grosse Bedarf des Hauptgeschäftes und der vielen gleichnamigen Geschäfte ermöglicht es mir, die Waren auf Kredit ebenso billig abzugeben wie mancher Geschäfts- mann gegen Bar. Wer daher ohne grosse Barmittel versehen, tut am Besten, er » Bitt Betrag, der bei mir anzuzahlen ist, ermöglicht feder- Mann seinen Bedarf in Möbel, Betten, Polsterwaren, Herren-, Damen- und Kinder-Garderobe, Manufaktur-, Weisswaren und Wäsche bei mir zu decken. Sonntag, den 16 und Montag, den 17. 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Professoren, sie ^?nd sci mit der Familie Marz IM sandte sie an '-'N nach dem Hotel Bristol sonne einem Berzeichni; -chlveiz. Mz man hieraus bei ig der Tatiana Leontjeiv in osfe sand, wurde sie un. e beim Coiffeur der- Versteigerung. Montag, den 17. September, nachm. 21/, Uhr 15552 sollen dahier Wallt'oruratze Nr.6 ziver Pferde, eine grössere Partie Schuhivaren, ein Klavier, mehrere Fahrräder, sowie Haus it. Küchengeräte aller An zwangsweise gegen bar versteigert werden. Giessen, den 15. Septbr. 1906. Seipel, Gerichtsvollzieher. Versteigerung Freitag, den 21. September lfp. Zs., naa-m. 3 Uyr sollen int ftäöt. Pfandlokale Selterswcg 11 dahier die wegen Gemeindesteuer u. Schutgclvcr gepfändeten Gegenstände, Model aller Art, als Klclderschränke, Bcrtikovs, Sekretäre, SÄretdusche, Kommoden, Sessel, Uhren, 1 Rind, 1 Kuh, -^;agtn u.v. a. versteigert werden. 5554 Gemmecker, Pfcmdmeister. Der z. 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