Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Für jeden klar beantragen die Sozialdemokraten dahin zu erweitern, auch Mitglieder kommunaler Körperschaften der Zomgnisp flicht ausgenommen sein sollen. daß. von och an unserer Politische Tagesschau. Ter Zentralvorstanv der natioualliberalen Partei hielt in seiner Zusammensetzung auf Grund der alten Statuten am 9. d. M. m Berlin seine letzte Sitzung ab. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: .Die sozialpolitischen Ent- würfe des Reichstags" gab Abg. Bassermann eine Darstellung über den sog. kleinen Befähigungsnachweis, Sicherung der Bauforderungen und Rechtsfähigkeit der Berufsvereine. Im Anschluß an diesen Vortrag erfolgte eine sehr lebhafte Aussprache über die allgemeine politische Lage und die von der Partei einzuschlagende innere Politik. Die Erörterungen gaben wertvolle Anregungen für die von den Fraktionen zu ergreifende Initiative und sprachen die einmütige Zustimmung zur Interpellation Bassermanns über die auswärtige Politik aus. Alsdann erstreckte sich die Diskussion über die Fleischteuerung. Im Laufe der Debatte kam wiederholt die lebhafte Kritik gegen das Verhalten des früheren Ministers vonPodbielskl und die Passivität der gesamten Regierung in dieser Frage zum Aus- druck. Der Zentraloorstand sprach ferner die Anstcht aus, daß unter Aufrechterhaltung der sanitären Maßregeln unb deS Grenzschutzes, dessen unsere heimische Landwirtschaft dringend bedarf, um ihre Viehzucht vor Seuchen und An- steckilngen zu schützen, doch entschieden alle nur möglichen Maßregeln zu ergreifen seien, um den berechtigten Klagen über die Fleischteuerung wirksam abzuhelfen. Den Schluß der Beratungen des Zentralvorstandes bildeten das Organisationsstatut unischreibende Fragen. — Der neue auf Grund des Dresdener Organisationsstatuts gewählte Zentralvorstand hat sich konstatiert. Zum ersten Vorsitzenden wurde Abg. Bassermann, zu seinen Stellvertretern Abg. Friedberg und Professor Dr. Geiger-Erlangen gewählt. Deutscher Reich. Berlin, 10. Dez. Der Kaiser hat, wie verlautet, das Vorgehen Dernburgs im Reichstage durchaus gebilligt. Ihm ist genauer Bericht über die Vorgeschichte der Affäre Roeren und eine Darstellung aller sog. Kolonialskandale vorgelegt worden. Er soll ein sehr drastisches Urteil gefällt haben. — Geh. Hofrat Krüger von der Kolonial-Verwaltung wird, wie die „Freis. Ztg." erfährt, vom 1. April n. I. ab in den Ruhestand treten. Er war die Seele der kolonialen Finanzverwaltung. — Das Auswärtige Amt soll nach dem nächstjährigen Reichshaushalts-Etats-Entwurf einer Umgestaltung unterworfen werden. Zunächst soll ein neuer Direktorposten für die zweite Unterabteilung der politischen Abteilung geschaffen werden. Sodann ist die Trennung der Ko lon ia l- Abteilung vom Auswärtigen Amt beabsichtigt. Man kann mit Sicherheit annehmen, daß auch im nächstjährigen Reichs- haushalts-Etat die Forderung auf Schaffung eines selbständigen Kolonialamtes erhoben wird. — Das Kai serpaar und Prinz Oskar wohnten gestern abend im Königl. Schauspielhause der auf Allerhöchsten Befehl veranstalteten Aufführung von Blumenthals „Das GlashauL" bei und spendeten lebhaften Beifall. Heute abend nahm der Kaper an dem Couleurfest beim Offizier- ko rps des Leib-Garde-Husaren-Regirnents in Potsdam teil. — Jrn Anschluß an die Entscheidung des evang. Ober- Kirchenrats in Sachen Cesar wird in den nächslen Tagen ein öffentlicher Aufruf von angesehenen Theologen und Laien der verschiedenen liberalen Richtungen erfolgen. Es ist ein festerer Zusammenschluß dieser Gruppen geplant, um gegenüber der Entscheidung des westfälischen Konsistoriums die Gleichberechtigung deZ Nr. 291 Qrlftetnt tÄflltJ) aufcer Sonntag». Dem Giekener Anzeiger werden im 'j^ediiel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien» blätter viermal in der Woche deiqelegt. Rolnlwnsdruck u. Verlag der Brüh l'ichen Univers.-Buch-u. Sietn- b ruderet. 8t Lange. Redaktion, ErvedMoa und Truaeret: Schul st raße 7. Redaktion 119 Verlag u.Exped.^Kbl Adresse für Teoeschen: «nzetger Wietzen. kirchlichen Liberalismus in der evangelischen Landeskirche zu erkämpfen und sicherzustellen. — Die Sozialdemokraten haben einen Antrag im Reichstag eingebracht, dem Artikel 30 der Reichsverfassung, der von der Immunität handelt, folgende Sätze zuzu» ügen: .Demgemäß find die Mitglieder deS Reichstags ailch berechtig t', in Anfehung desjenigen, was ihnen in dieser Eigenschaft anvertraut ist, daäZeugnis zu v e r w e i g e r n. Gegen' lande, die ein Mitglied des Reichstages in dieser Eigenschaft erhalten hat, unb die sich in fernem Besitz oder in seiner tatsächlichen Gewalt befinden, sind der B e s ch l a g i» a h m e e n t z o g e ii. Tas« clbe gilt von Aufzeichnungen, die Mitglieder des Reichstages in dieser Eigenschaft gemacht haben. Den Antrag Ablaß (Frs. 93p.), der durch eine Aenderung der Strafprozeßordnung die Zeugnis pflicht für die Mitglieder deS Reichstages oder eines Landtages beseitigen will, feit der Welt erweckte. Der Redner überreichte den Preis dem amerikanischen Gesandten, und bat ihn, Roosevelt den Gruß des normeg. Volkes zu übermitteln. Er sprach den Wunsch aus, daß es dem Präsidenten weiterhin vergönnt sein möge, zur Forderung der Sache des Friedens zu wirken. Ter Gesandte verlas das nachstehende Telegramm Roosevelts: Ich bin tiefbewegt und gerührt durch die Ehrenbezeugung, die mir durch die Zuteilung von Nobels Friedenspreis erwiesen worden ist. Keine Gabe könnte ich höher schätzen und ich wünsche, daß es in meiner Macht stehen möge, meine Dankbarkeit voll auszudrücken. Ich danke Ihnen in meinem Namen und im Namen der Vereinigten Staaten, denn toa-3 iL> getan habe, vermochte ich nur als Repräsentant der Nation zu tun, deren Präsident ich zurzeit bin. Nach genauer Erwägung bin ich zu dem Ergebnis gekommen, daß die beste und wirksamste Weise, in der ich den Preis anwenden kann, die ist, ihn zur Errichtung eines p c r m u u e u i e n industriellen Friedenskomitees in Washington zu benutzen. Seine Ausgabe wird sein, für bessere und ebenb ürtige Verhältnisse zwischen meü- nen Landsleuten zu arbeiten, welche entweder als Kapitalisten oder als Lohnarbeiter an indu- trielle oder landwirtschaftliche Betriebe geknüpft inb. Ties wird mit der Absicht übereinstimmen, die der Stifter gehabt hat, denn im modernen Leben ist es ebenso wichtig, in der Welt der Industrie, wie in der Welt der Nationen für einen die erworbenen Rechte achtenden und ehrenvollen Frieden zu arbeiten. Ich versichere Sie nochmals meiner tiefen und dauernden Dankbarkeit. Der Präsident des Storthings erklärte darauf, er sei überzeugt, daß die Ausführungen Roosevelts und der Zweck, für den er den Friedenspreis verwenden wolle, den Beifall der Welt finden würden. Der Friede zwischen den Völkern, der Friede zwischen den Klassen und der Friede zwischen den einzelnen Menschen, alles sei gleich wichtig. Roosevelt habe durch die Verwendung, die er vom Nobelpreis machen wolle, sich wieder als einen der größten Wohltäter der Menschheit gezeigt. Stockholm, 10. Dez. Die feierliche Verteilung der Nobel-Preise fand heute abend statt. Die hier anwesenden Preisträger, die Professoren Mo is s an-Puris, William Thomson- Cambridge, G o l g i - Pavia, Ramon- Madrio erhielten aus der Hano des Königs den Preis, das Diplom und die goldene Medaille. Der Träges des Preises für Literatur, Professor Cardu c ei-Bologna, nahm an der Feier nicht teil. Die Nobel-Preise beliefen sich in diesem Fahre auf je 141480 Francs. Der Preis für Physik wurde dem Professor Thonlsen für feine langjährigen Forschungen über das Wesen der Elektrizität, der Preis für Chemie dem Professor Moissan, für feine Untersuchungen über das Element Fluor und dessen Isolierung, sowie für die Einführung des elektrischen Ofens in den Dienst der Wissenschaft und der Preis für Medizin den Professoren Camillo Golgi-Pavia und Ramon y Cajal in Madrid für Arbeiten über die Anatomie und das Nervensystem zuerkannt. Die letzten beiden haben sich in den ^eis zu teilen. Die Verteilung der Preise ging in der Akademie für Musik in Anwesenheit des Königs vor sich. Der Präsident der schwedischen Akademie der Wissenschaften, Prof. Clason, hielt eine Ansprache an die Professoren Thomson und Moissan. Der Direktor des Karolinska-Jnstitutes rühmte die Verdienste von Golgi und Ramon, worauf der Sekretär der Akademie Wirsen, den Dichter Carducei feierte. Die anwesenden Inhaber t er Preise wurden hierauf dem Könige vorgestellt, der ihnen die goldene Medaille und die Preise überreichte. Die öeutige Kummer umfaßt 10 Seiten. Die A eischteuerung im Reichstage. Heute Dienstag wirb sich ber Reichstag mit bet Fleischteuerung befassen. Man kann im Voraus sagen, baß bie ganze Aktion auSgehen wirb, wie bas Hornberger Schießen. Irgend ein hoher Reichsbeamter wirb bie Erklärung abgeben, baß bas Fleisch ja bereits wieber billiger geworben ist unb baß Aussicht besteht, baß bie Preise noch weiter sinken. Dann wirb man konservativerseits bem Reichskanzler unb seiner Regierung baS obligate Vertrauen aussprechen, im Zentrum, bei ben Liberalen wirb man längere Reden mit einiger Unzufriedenheit halten, bie Freisinnigen unb bie Sozialbemokraten werben unS vorrcchnen, baß die Zollpolitik der ReichSregierung einen schmählichen Bankerott erlitten hat, unb von Brotwucher unb anderen schönen Dingen wirb die Rebe sein. Ob bie Gemüter heftiger auseinander platzen ober nicht, baS tut nichts zur Sache, denn mit der Erklärung ber Regierung wirb bie ganze Aktion zu Ende sein. Vielleicht verspricht man eine Enquete! Aber bie Grenzen bleiben zu. ES ist wahr, baß bie schwierigste Zeit vorerst wieber einmal vorüber zu sein scheint. DaS Lebenbgewicht der Schweine ist gefallen, wovon man im Kleinhandel allerdings nur wenig merkt. Dian hat sich auch zu einigen allerdings recht dürftigen Zugeständnissen im Einlaßverkehr bequemt, unb möglich ist eS, baß die Lebensmittelpreise in absehbarer Zeit noch ein wenig fallen. Aber davon ist natürlich unter keinen Umständen die Rede, daß bie in dieser Richtunb wirklich „guten allen Zeiten" wiederkehren. Wenn in Zukunft schließlich auch von einer Not, von einer Teuerung in normalen Zeiten nicht gesprochen werden kann, so werden die Lebensmittelpreise immer auf einer Höhe sich hallen, die bie Lebenshaltung der unteren und mittleren Klassen drücken. Das ist nun einmal nicht anders. Nun wirb es wohl erlaubt sein, nach ben Gründen dieses gewiß nicht erfreulichen Zustandes zu forschen. Von den Agrariern werden allein die Händler für die Fleischteuerung verantwortlich gemacht; iver anderes behauptet, der sagt die Unwahrheit, nützt ein zufälliges Ereignis in verwerflicher parteipolitischer Weise aus. Es ist leicht, solche Behauptungen aufzustellen. Gewiß kann nicht geleugnet werden, daß der Zwischenbandel die Fleischpreise in die Höhe getrieben hat, und vor allem, daß er sie noch immer auf der Höhe hält. Das ist be= bäuerlich, aber es wäre nicht möglich, wenn wirklich der Uebersluß an Vieh vorhanden wäre, von dem man redet. Die kleinen Metzger, die selber wohl am meisten unter der Fleischteuerung zu leiden hatten unb noch zu leiden haben, würden wohl gern mit den Preisen herunlcrgehen, wenn sie nur könnten. Sie würden dadurch ihren Absatz vermehren. Nun wird im Reichstag wieder bestritten werden, daß die deutsche Landwirtschaft nid)t imstande ist, genügend Vieh zu produzieren. Man wirb mit Zahlen operieren und uns Statistiken vor Augen führen, daß uns die Augen übergehen. Mit der Statistik kann man ja alles beweisen. Daß die Produktion zu gering ist, das ist allerdings von vernünftigen und unparteiischen Landwirten schon lange zugegeben worden, aber die Uebcragrarier wissen es besser. Sie können sich allerdings nicht mehr auf das Zeiignis des Herrn v. Podbielski berufen. Vielleicht erfahren wir, wie sein Nachfolger im preußischen Landwirtschaftsministerium über die Angelegenheit denkt, unb das wird dann manche Schlüsse auf die Zukunft ziehen lassen. Ohne weiter auf alle Für und Wider eingehen zu wollen, konstatieren wir nur: die Lebens mittel- teuerung datiert erst seit der Zeit, da wir „moderne" Zollpolitik treiben. Unter Caprivi gab es keine Fleischteuerung und auch vor dem Inkrafttreten des neuen Zolltarifs waren die zeitweiligen Teuerungen zu ertragen. Das ist nicht wegzuleugnem Sind nun die Händler, sind die Metzger in den letzten zwei Jahren um so viel gewinnsüchtiger geworden, oder liegt die Schuld Ausland. London, 10. Dez. Das Oberhaus verwarf die zweite Lesung deS Gesetzes, betreffend das mehrfache Wahlrecht. Dieses Gesetz ist im Unterhause angenommen worden unb bestimmt, baß die Person, welche ein Parla- mentswahlrecht in mehr als einem Wahlkreise besitzt, ihr Wahlrecht nur in einem Wahlkreise auSüben barf. — Einer Blätterrneldung aus Karachi zufolge sollen in Persien infolge bes bev orstehenben Thronwechsels große Unruhen auSgebrochen sein unb vollständige Anarchie herrschen. In Shiraz und Koweit, wo eine allgemeine Erhebung im Gange ist, sowie in Kalhcck unb in Kerman ist bic Lage sehr bedenklich. Blutige Kämpfe fanden zwischen Aufständischen unb ben Truppen beS Schahs statt. Die Rebellen plünderten bie Kaufläben, bereu Inhaber scharenweise flüchteten. Im Distrikte Pezb sinb eine MissionarS- Gattin unb eine junge Dame überfallen, allen Eigentums beraubt unb bann freigelassen worben, ohne baß ihnen sonst ein Leib zugefügt worben wäre. Der Gouverneur von Kerman habe alle seine Diener unb bie hervorragenben Bürger ber Stabt bewaffnet im Hinblick auf eine etwa eintretenbe schwierige Lage, als Folge des Ablebens beS Schahs, welches täglich erwartet wird. Paris, 10. Dez. In der Kammer erklärte zum Antrag auf frühere Entlassung des Jahrganges 1903 der Kriegsminister, daß er sich mit dieser Maßnahme nicht einverstanden erklären könne und schlägt vor, nur sechs Prozent des tatsächlichen Bestandes, und zwar besonders die Ernährer von Familien, zu entlassen. Die Kammer nimmt darauf einen Antrag dahingehend an, diejenigen Mannschaften, welche Ernährer von Familien sind, zu entlassen. Reville sprach seinen Unwillen darüber aus, daß ein junger Soldat in Besanyon, der im trunkenen Zustande einen Korporalgeschlagen hatte, zum Tode verurteilt worden sei und verlangte unter Hinweis hierauf die sofortige Abschaffung der Kriegsgerichte. Unterstaatssekretär Cheron erwiderte, die Vorlage, welche die militärische Gerichtsbarkeit vollkommen abschaffe, werde in einigen Tagen dem Hause zugehen. Die erwähnte Verurteilung sec Umnenschlichkeit und müsse Aergernis erregen, auch werde sie ihm mit als Material dienen, um die Abschaffung jener Ausnahme-Gerichtsbarkeit zu verlangen. Die Härte derselben für die Mannschaften habe denkenden Menschen besteht in dieser Frage kein Zweifel. Die deutsche Landwirtschaft ist nicht in der Lage, den Viehbedarf zu decken. Die Einfuhr ist erschwert beinahe bis zum gänzlichen Verbot, da die Einfuhrbedingungen keinen Viehimporteur locken können. Daß daneben auch an ben Fingern der Zwischenhändler noch hübsche Sümmchen hängen bleiben, das ist wahr, bas ist bedauerlich, aber das war auch schon der Fall, ehe die Teuerung der Lebensmittel zu beklagen war, und man hat es ertragen können. Aber trotzdem: alle diese Gründe gelten nicht, und es geschieht nichts. Sehen wir also zu, wohin wir noch kommen! Die Nobelpreise. Christiania, 10. Dcz. Im Storthing fand heute nachmittag die feierliche Zuteilung des Nobel sch en Friedenspreises statt. Der Minister des Aeußern, Kocvland, teilte mit, daß ber Friedenspreis dem Präsidenten Roosevelt zuerkannt sei. Der Präsident des Storthings, Gunnar Knudsen, führte aus, daß besonders das von Ersolg gefrönte Bemühen Roosevelts, den Abschluß des r u s s.- japanischen Krieges herbeizusühren, die Aufmerksame Erstes Blatt ISO. Jahrgang Dienstag I I. D-,-m»°r l»»« __ Zk. monalhd) 75'151., oiertel» d ......T _ aa Eichener Anzeiger in General-Anzeiger 57 —5" Seil: P. Willko. tüt .Stadt und ßantr unb _($enct)lsjaal*. Ernst Heß. für den Än- neiflenteil: ipanB Beck. Deutscher Reichstag. 137. Sitzung vom 10. Dezember, 3 Uhr. Nm BnndcöratStischc: v. Tschirschky, Graf PosadowSly. Auf der Tagesordnung stehl zunächst die dritte Beratung deS Gesetzentwurfes zur Ausführung der Gcncralakte der AlgcclraStoufcreuz. 9lach einer kurzen Bemerkung des Abg. v. Stroinbect (Ztr.) erfolgt ohne weitere Debatte die befuunvc Anna h m e der Borlage auf Antrag deS Abg. v. Normann en block. — ES folgt nach Erledigung einer RechnuugSsachc die dritte Beratung deS Gesetzentwurfs betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie. Eine Generaldebatte entsteht nicht. Die ersten 22 Paragraphen werden angenommen, ohne dass Wortmeldung erfolgt, tz 23 besagt: Für Zwecke der Rechtspflege und der öffcnilechen Sicherheit dürfen von den Behörden Bildnisse ohne Einwilligung dc§ Berechtigten sowie des Abgebildeteu oder seiner Angehörigen vervielfältigt, verbreitet und öffent- lidj zur Schau gestellt werden. Abg. Stadthagen (Soz.) befürwortet einen sozialdemokratischen AbändcrungSaulrag Albrecht und motiviert denselben. Staatssekretär PosadowSkh erklärt, daß, wenn der Antrag Albrecht vom Hause aiigenommen werden sollte, er die Zustimmung der verbündeten Regierungen zu diesem ganzen Gesetze nicht in Aussicht stellen könne. ' Abg. Hennig (kons.^ erklärt sich gegen den Antrag, der hier- aitf abgelehnt ivird. Der Paragraph ivub unverändert angenommen, ebenso der Rest des Gesetzes. Ans Antrag M iiller-Memingen wird sodann beschlossen, daß das Gesetz erst anr 1. Juli (statt 1. Januar) 1907 in Straft treten soll. Mit dieser Aenderung gelangt das Gesetz deftnitiv in der Schtußabstimmung zur Annahme. Ls folgt die dritte Lejling des Gesetzentwurfs betr. Abänderung der Gewerbeordnung sür das Baligeiverbe. Abg. Schrader (Frs. Bg.) sührt au§, was den Bauarbeiter- Schutz anlaiige, wurden |eme Freiliide bereu fein, alles zu- tun, was zu einem größeren Schutz dieser Arbeiter gegen Unfälle dienen könne. Was den kleinen Besählgungsnachweis anlange, so versiehe es sich von selbst, daß man sich lieber an einen Handiverker ivende, von dem man wisse, dass er jein Gewerbe versieht, als an einen, der vielleicht in einem anderen Gewerbe bcn Meisiertitel erworben hat. Seine Freunde kömiten sich jedenfalls nicht aus den Boden dieser Vorlage stellen und würden sie ablehnen. Geh. Rat Spielhagen widerspricht nur kurz einer Aeusserung des Vorredners, als sei hier von einer Art polizeilichen Konzefsions- versahrens die Rede. Ls koniine durchweg das Vcrweltungssireit- vcrfahren zur Anwendung. Abg. B ü t t g c r (nl.) erklärt die Zustimmmig seiner Freunde zu ldcm Gesetz in vorliegender Fassung. Auf einige von ihm gestellte Anfragen erwidert. Geh. Rat S p i c l h a g c n : Gerade der Tiefbau, bei dem begreiflicherweise die Anforderungen au den Unternehmer nicht so gross zu sein brauchten, sei Anlatz zu der hier gewählten Form-Unterstellung unter § 85 R.G.O. gewesen. Weiter lönne er versichern, daß auf Grund dieses HesetzeS tm gegebenen Falle auch gegen Gesellschaften mit beschränkter Gaftung werde vorgeschritten werden tonnen. Abg. F r o h m e (Soz.) bekämpft den Entwurf wegen dessen zünft- lerischen Tendenzen und ciblidt den ausgiebigsten Schutz gegen Banunsälle in einer wett über das bisherige Matz vcrstärlten Baukonlrolle unter Beteiligung von Kontrolleuren aus Arbeitcrkrcisen. Abg. Pauli ^Potsdam, wildkons.) erhebt Widerspruch gegen den ihm und srmer Richtung gemachten Vorwurf, zünjtlerijche Tendenzen zu verfolgen. Abg. E r z b e r g c r (Zenlr.) erklärt, das Zentrum werde für daL Gesetz stimmen. Es sei eine willkommene Abschlagszahlung und ein Entgegenkommen der verbündeten Negicrungen gegenüber der gesamten Hanowerlerbewcgnug. Der Gesetzentwurf sei ein ganz hervorragender Schritt aus dem Wege zum Bauarbeiterschutz. Auch er halte eine weit- greifcude KoMrollc sür notwendig und eine Heranziehung der Arbeiter dazu; aber nicht auf dem Wege dcS ganz undiirchjührbaren sozialdemokratischen Gesetzentwurfes, sondern von AundeSratsverordnnngen ans Grund deS £ 120e der Gewerbeordnung, wie eS in der Resolution br- schlossen worden sei. Redner wendet sich alSdami gegen die Rechte. Abg. Grohme (Soz.): Auch die Sozialdemotratie hat ein Herz sür das Handwerk, aber die Handwerkerorganisationen sind Gegner der Arbeiterbewegung. ES wird chneu später noch einmal bitter leid tun, nicht schon jetzt mit den Arbeitern gegangen zu sein. Damit e.idct die Aussprache. Artikel 1 wird ohne weitere Erörterung angenommen. Artikel 2 führt den „indirekten Bcsähigungs- Nachweis" ein mit der Bestimmung, daß Mangel an theoretischer oder praktischer Vorbildung bei der Tatsache zur Begründung der Unzuvcr- läjsigkeit nicht gellend gemacht werden kann gegenüber Bauunternehmern und Bauleitern, die die Meisterprüfung bestanden haben. Abg. Cuno (frs. Vpt.) erklärt, dieser Artikel mache seiner Partei die Annahme dcS Gesetzes unannehmbar. Er bedeute einfach, dass den geprüften Meistern die technische UnkcnntuiS nicht uachgesagl werden dürfe. Artikel 2 wird genehmigt, auch der Rest deS Gesetzes. Dieses selbst wird gegen die Soziatdeinolrcueu und Freisinnigen angenommen. Dienstag Fleischnot-Jnterpellationen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 11. Dezember 1906. ** Parlamentarisches aus Hessen. Die Hessischen Kommunalforstwarte ersuchen in einer Eingabe an die zweite hessische Kammer, die Kammer wolle im Einvernehmen mit der Großh. Staatsrcgierung veranlassen, daß die Artikel 2 bis 6 des Gesetzes vom 17. Januar 1901, die Dienstbezüge der staatlich bestätigten Forstwarte betreffend, in Wegfall gebracht und dafür Bestimmungen getroffen werden, wonach sich die Besoldungen der Kommunalforstwarte von 70 auf 100 Prozent erhöhen, gegebenen Falles aber, daß diese Besoldlmgcn einer staatlichen Regelung unterworfen ivcrden. — Abg. Best fragt an, ob die Großh. Negierung gewillt sei, die 9t eben - bahn O st h o f e n—W c st Hofe n nach Ablauf der zwanzigjährigen Konzefsionsfrisr 1908 zu übernehmen, und ob schon dieserhatb Schritte getan seien. — Abg. Ai e hl beantragt, zur Bekämpfung von Nebkrankheiten Muslerweinberge in verschiedenen Orten Nhcinhessens anzulegen zur Belohnung des Wmzerstandes. ** Der Kronbaue r'sche Quartett-Verein feierte am verflossenen Sonntage sein 30. Stiftungsfest in hergebrachter Weise durch Konzert unb Festesfen. Das Bestreben des Vereins, ui diesem Jahre etwas besonders Gutes zu bieien, wurde auf das Schönste realisiert. Fräulein Anna H egne r aus Frankfurt, die beim Konzert mitwirkte, zeigte sich als eminente Künstlerin und erstklassige Geigerin, mit großem Ton unb blendender Technik. Auch Herr Theodor H a n b a ch und Herr Ai ö l l e r (Marburg) boten ihr Bestes. Tas Quartett selbst, unter Professor Trautmanns uillsichtiger Leitung, wahrte seinen alten Nuf. ** Konzert-Verein. Ter erste Kammermusikabend am Sonntag, den 16. Dezember, bringt außer dem Klaviertrio Op. 70 (Bebner,Hegar, Trautmann) das hier selten gehörte Streichquartett Op._70inD-dur, ourch daS Vebner-Quartett (Frankfurt) ausgcführt. Herr Bebner spielt dann noch die herrliche I'-äur Nomanze, dem sich der hier beliebte Tenorist Koh mann (Frankfurt) anschließt, der außer einer Neiße von Liedern den Liederkreis „An die ferne Geliebte" singen wird. Sämtliche Nummern des Programms sind Kompositionen von Beethoven; das Konzert ist als Gedächtnisfeier gedacht, der 16. Dezember 1770 ist der Geburtstag des Meisters. ** Oberhess. Geschichtsvcrcin. Wir machen auch an dieser Stelle auf den Vortrag aufmerksam, den Geh. Hofrat Haupt am Donnerstag über die studentischen Kämpfe halten wird, die in den ersten I a h r z e h n t e n d e s 19. I a h r h n n d e r t 2 an unserer Hochschule tobten. Herr Bibliothekar Dr. Ebel ivird aus dem von ihm geleiteten Stadtarchiv (nichtStadttheater, wie es in dem gestrigen Inserat verhinderlich hieß) einige für die verfassungsrechtliche Entwickelung unserer Stadt besonders wichtige Dokumente vorlegen. ** Vom Bahnhofsneubau. Am Montag nachmittag wurde wieder ein Teil der neuen Bahnhofsbanten dem Verkehr übergeben, nämlich das sogenannte Sperrhaus au der oberhessischen Bahnseite. Dieses Gebäude ermöglicht den direkten Verkehr von der Stadt aus nach den oberhcssischen und Wetzlarer Bahnsteigen, sodaß man nicht durch den Hauptcingaug und die Wartesäle zu gehen braucht. Das Sperrhaus ist in seiner Architektur dem Hauptgebäude angepaßt. An der nach der Stadt zu ge- tegenen Seite enthält es ein Polizeilokal. Von dem Sperrhaus wird jetzt nach dem Turm und der großen Empfangshalle eine Verbindungshalle hergestellt. Ferner erhalten die oberhessischen Bahnsteige neue lleberdachungen, die an den Wartesaal III. und IV. Klasse und die Ver- bmdungshalle anschließen. ** Beitrag zum Theaterneubau. Schon lange hatte da§ Offizicrkorps unseres Regiments, den Wunsch, sich an den Spenden für den Bau des neuen Theaters zu beteiligen. Es waren zu diesem Zwecke große öffentliche Gesangs- und turnerische Aufführungen in Steins Garten geplant, deren Ertrag der Theaterbaulommission zur Verfügung gestellt werden sollte. Leider konnte dieser Plan nicht zur Ausführung gelangen, da das Regiment durch die Einführung des neuen Reglements dienstlich ganz besonders in diesem Sommer in Anspruch genommen war. Nun hat, wie wir hören, das Offizicrkorps des Regiments für den Thcaterban 1200 Mk. der Kommission überwiesen, um auch seinerseits zu zeigen, daß cs stets gerne bereit ist, an der fortschreitenden Entwicklung seiner liebgewordenen Garnisonstadt auch tatkräftigen Anteil zu nehmen. "Aus dem Wahlkreise Alsfeld-Lauterbach-Schotten, wird uns gemeldet: In den letzten Tagen begannen im Kreise die Antisemiten mit der Agitation für die nächste Reichs tags wähl. Als Kandidat ist wieder der frühere antisem. Reichstagsabg. Fritz Bindewald in Wilmersdorf, ein geborener Vogelsberger (sein Vater war Pfarrer in Frischborn) aufgestellt. Er hielt in Gemcinschast mit dem Reichs- und LandtagSabg. Werner- Charlottenburg am Samstag und Sonntag Versammlungen in Crainfeld, BerinutShain und Ilbeshausen ab. Werner und Bindcwald sprachen über die Ziele der antisemitischen Bewegung, Steuer-, Kolonial- und allgemeine Wirtschaftspolitik. Der über Erwarten gute Besuch der Versammlungen scheint darauf hinzudeuten, daß die Zahl der Anhänger des Antisemitismus wieder im Wachsen begriffen ist, und der Erfolg der Nationalliberalismus bei der 1903er Wahl kein dauernder zu sein scheint. Die Nationalliberalen werden sich tüchtig inS Zeug legen müssen, wenn sie den Wahlkreis gegen die Antlsemiten, die ganz bestimmt auf einen Sieg in 1908 rechnen, behaupten. •• Hofpersonalien. S. K. H. der G r o ß h e r z o g haben dem Hofsekretär Seeling den Charakter als „Hof- kammcrrat" und dem Hofkanzleisekretär Ale in Hardt den Charakter als ,Hofsekretär" verliehen, ferner den Kannuer- diener Dern zum Lcibkammerdiener, den provisorischen Hof- glockenisten Anton zum Hofglockenisten, den Hoflakai 3t ei ter zum Obcrhaflakai und den Forslivartaspiranten Men g er zum Jäger ernannt. ** Verhaftet. Zwei am Sonntag hier zugereiste Walzbrüder, der Schlößer Lndlvig Werner aus Darmstadt und der Arbeiter Joses Al live in 2 auv Markörs, die Verpflegung in Anspruch genommen hatten, bettelten gestern nachmittag die Stadt ab, wobei jedesmal der eine „Schmiere" stand. Vornehmlich baten fie um Kleidungsstücke, die sie dann sofort verkauften. Als Werner nun in der Küche eines Hotels bettelte und nur Brot erhielt, ließ er einen dem Hausburschen gehörigen Rock mitgehen. Ter Rock wurde sofort in einer Wirtschaft für 80 Pfg. verlaust. Da aber der Bestohlene alsbald Anzeige erstattete, wurden die beiden Kumpane festgenvnunen. Bei der polizeilichen Vernehmung schob nun einer der: Diebstahl aus den andern. Werner luilL nur gebettelt, aber dann dem auf der Straße wartenden Aliweins gesagt haben, da drinnen sei ein Rock zu „klauen" und daran,hui habe dieser den Rock gehott. Beide )iub vorbestraft und die Untersuchungshaft ivird ihnen Gelegeni/eit backen, nachzudcnl'en, iver den Rock eigentlich aus dem Hanse holte. ** Besitzwechsel. Das den Erben des Ingenieurs Friedr. Schiele gehörige Grundstück, Haus mit Garten, 1100 uQadralmeter groß, Frankfurter,rraße 45, ging durch Kauf für o8UDO Mt. in den Besrtz des Gruben-Dtrertors Münk er über. ** Die Schweinepreis^ bewegen sich zurzeit auf dem Lande zwischen 65 uiti) 68 Psg. Lei ziemlich lebhafter Nachfrage für die Preise Verhalten sich die Master sehr zurückhaltend, da sie wieder auf ein Steigen der Preise warten. • • Prüfung. Am Samstag nachmittag ist die diesjährige Prüfung der Gerichtsschreiber-, Geri cht s vo l l- ziehe r- unb Polizeikommissariats - As pirantcn beendet worden. EL hatten sich ihr n. b. Darmst. Ztg. unterzogen 27 Gerichlsschreibcc-, 9 Gerichtsvollzieher- unb 7 Polizeikommissariats-Aspiranten. * * Diebstähle. Am verstossenen Samstag imitbc von unbekannten Tätern aus einer Mansarde am Selters- w e g em noch neuer Anzug, cm Paar Schnürstiefel unb cme Taschenuhr gestohlen. * * Ein Spengler von hier wurde gestern abcnb in nur ein Gegenstück in ihrer Milbe für die hohen Chefs. (Lebhafter Beifall; Widerspruch rechts!) , > Newyork, 10. Dez. Das Blatt „American" bringt heute eine ausführliche Schilderung von Grcueltaten, die tm Kongo float vorgekommen sein sollen, und leitet den ^(rtifcl mit der Behauptung ein, der König Leopold habe drei Jahre hindurch die kostspielige Agitation im Washingtoner Parlament unterhalten, um zu verhindern, daß die Regierung der Vereinigten Staaten eine Aktion zmn Schutze der Ein- geborenen des Kongostaates unternehine. dem Augenblick verhaftet, als er ein Mädchen in bet Nordanlage zu vergewaltigen suchte. le. Mainz, 10. Dez. H. K. H. der Grosiherzog wird am 21. Dezember der „Salomes-Erstaufführung int hiesigen Stadttheater beiwohnen. — Einem Antrag des Mainzer Vereins für Frauenintereffen, Frauen ehrenamtlich zur Armen- und Waisenpf lege zuzucafsen, hat nach der „Frkf. Ztg." die städtische Armendeputation entsprochen, indem sie entschied, daß für jeden der bestehenden Nrmenbezirke eine oder zwei Frauen als Armenpflegerinen bestellt werden sollen. — Ter Geh. Kommerzienrat Hermann 9! ei nach ist heute nachmittag tut Alter von 81 Jahren gestorben. Der Verstorbene war ein Viertcljahrhunbert Beigeordneter der Stadt und gehörte der nalionalliberalen Partei an. fc. Nassau, 10. Dez. Auf der eine halbe Stunde von hier entfernten Elisen Hütte brach gestern mittag Feuer aus und zwar in der Farbmühle. Die hiesigen Feuerivehren waren rasch zur Stelle unb bewältigten den Brand. Aber am Abend brach er von neuem aus unb sprang auch noch auf ein anderes Gebäude über, so daß unsere Feuerwehren noch einmal hinüber mußten. Der entstandene Schaden ist erheblich, da nicht nur eine Menge Farbwaren, sondern auch Ataschinen verbrannt find. s. Marburg, 10. Dez. Jin hohen Alter von fast 77 Jahren starb gestern hier der bekannte Montangeologe Konsul a. D. Dr. h. e. Carl Ochsenius. * Kleine Tag es ch ro n i k. Im Slendaler ®e» iängniS verweigert der am 21. Juni wegen Meineides aus dem Schwurgerichlsfaale verhasicie Kaufmann Siemeits seil Monat en jede 91 a l) r u n g 5 a u f n a l) m c, um seine Verurteilung nicht zu erleben. Trotz ktutstlicher Ernährtmg ist er bereits zum Skelett ahgemagert. Der To0 kann ui in den nächsten Tagen ct'olgen. — Im Posens ch e n wurde auf einer nächtlichen Fahrt der Landwirt Jdkoiviak ermordet. Tie Bluttat wurde entdeckt, als der Wagen, bett die Pserbe weiter zogen, vor bein Hause des Ermordeten hielt. Der Tater ist uubekai.nt. — In Eckernförde wurde der Matrose Henrichjen verhaftet, der in Flensburg einen Unteroffizier von der Brücke in die Förde g e st o ß e n hatte. — Der Wiener Tourist Josef Philipp, ivelcher am Samstag eine Tour auf die Rax unternommen hatte, wird feit dieser Zett vermißt. Wegen Unwetters konnte bisher feine Rettungs-Expedition unternommen werden. — Der Gutsbesitzer Gwozdzig aus Wibromavka erschlug im Streite tuegen einer Erbschaft seinen Vater, s e i n e M u t t e r und eine S ch w e st e r nut einem Beile. Er wurde verhaftet. — In A | ch (Böhmen) hat die Gattin des Bäckermeisters unb Stadt- verorbneteti Gerharb Günther in einem Anfall von Wahnsinn ihren Sohn a u f g e h ä n g t. Sie schnitt sich daraus die Pulsadern auf unb sprang ins Wasser. Vorher hatte sie mehreren K i n b e r n M o r p H i u nt e i n g e g e b e n. Die Frau wurde erst vor kurzer Zeil aus der Irrenanstalt entlassen. — Bei Fort Ehati11on, in der Nähe von Paris, wurde ein aiigeblicher Leutnant des 4. Bayerischen Jnsanterie-Regimenls in Metz als Spion v e r h a s t e t, als er das Fort photographierte. Er wurde in das Gesängnis von Versailles gebracht. — In B a r e e l o n a stieg der Luftschiffer Elias Calvo auf. Tann versuchte er im Zentrum der Stadt nieberziisleigett. Der Luftballon blieb aber in den Telephondrähten hängen; die Gondel kippte um unb Calvo fiel von der Höhe eines fünften Stockwerks auf das Straßeii^ pstaster hinab. Er wurde nut zerschmettertem Himschädel ans- gehobeii imb st a r b zwei Stimden später. 4)an0cl un& Verkehr, Volkswirtschaft. ** 4 p r o z. neue Hessische Staatsanleihe. Tie Darmstädter Bank legt mit ihren Konsortialen die neue Anleihe (unkündbar bis 1913) am 15. d. Mts. zum jiurse von 1U2 s/4 Proz. zur Zeichnung auf (siehe Juferat). Wir machen darauf aufmerksam, dasi die ältere, nur bis 1909 unkündbare Anleihe, 103V* Proz. au der Börse notiert. Märkte. Gießen, 11. Dez. Marktberichi. Auf heutigem Wochenmarkte kosteten: Butter pr. Pfd. 1.20—1.25 Mk., Hühnereier 1 St. 9—10 Vfg., 2 Stck. 00—00 Psg., Gänseeier 00—00 Psg., Enteneier 0 Psg., Käse, pr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2Stck. 5-6 Pfg., Erbjen p.Pfd. 18-24,Pfg., Linfenp.Pfd.25-40Psg., Tailben pr.Pr.0,80—1,00Atk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Sliick 1,80—2,20 Mk., Gänfe pr. Pfd. 60—70 Pfg., Ochsenfleisch pr. Psd. 82—88 Pfg., Kuh- unb Rindfleisch pr. Pfund 80—82 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfuiid 86—90 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psund 94 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 80—84 Psg., Hammelfleisch pr. Psunb 60—80 Psg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,00—0,00 Alk., Zwiebeln pr. Ztr. 4,00—5,00 Alk., Milch per Liter 20 Psg., Aepsel per Zentner 15 bis 24 Alk., in Körben 00 Psd., Nüsse 100 Stück 40—50 Pfg., Birnen per Pfd. Alk. 0.08 —0.12, per Ztr. 9—15 Alk., Weißkraut per Stück 10—30 Pfg., per Zentner Alk. 2.20—12.50. — Marktzeit 8—2 Uhr. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank filr Handel und Industrie (liessen. Frankfurter Börse, 3%e/o Beichsanleihe . . 98.10 356 do. . x, 87.15 3>6% Konsols ...» 98.05 3% do 87 15 3X°/0 Hessen .... —.— 8>$0/o Oberbessen . . . — 4 % Oesterr. Goldrcnte. . 100.00 4‘/6 ?6 Oesterr. Silberrente 100.30 4?o Ungar. Goldreute . . 96.25 4% Italien. Rente . . . —.— 356 Portugiesen Serie I . 69.60 3% Portugiesen „ III 69.80 4%°/'o russ.Staatsan). 1905 90.25 4/*"'n japan. Staatsanleihe 93.90 li‘6 Couv. Türken von 19U3 94.20 Türkenlose 144.80 4% Grieeh. Monopol-Anl. 52 60 4% äussere Argentinier . 89.25 3°/0 Mexikaner . . . —.— 4>j b/0 Chinesen .... 96.60 Aktien: Bochum Guss 243.70 Buderus E. W .... 132.50 Tendenz: fest. 11. Dezember, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 141.00 Elektriz. Schuckert . . . 120.00 Eschweiler Bergwerk . . 252.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 228.20 Hamburg-Amerik. PaketL 159.35 Harpener Bergwerk. . . 214.00 Laurahütte .— Nordd. Lloyd 131.00 Obeischics. Eisen-Industrie 127.50 Berliner Handelsges . . 174.30 Darmstädter Bank . . . 140.30 Deutsche Bank . . . 242.00 Deutsch-Asiat. Bank . . 174.00 Diskonto-Kommandit. . . 186.30 Dresdner Bank . . . 158.50 Kreditaktien 217.80 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . 120.80 Gottbardbalm .... —.— Lombard. Eisenbahn . . 36.20 Oesterr. Staats bahn . . . 146.30 Prince-Henri-Eisenbahn . 155.30 Berliner Börse, 11. Dezember. Cauada E. B 195.40 .1’urmstiidter Bank . . . 139.90 Deutsche Bank .... 242.20 Dortmunder-Union C. . . 85.10 Dresdner Bank .... 158.50 Tendenz: ruhig. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 213.70 Laurahütte .... —.— Lombarden E. B. ... 35.80 Nordd. Lloyd .... 130.60 Liirkenlose . . . . , —.— Gerichtssaal. M anuheim, 10. Tezbr. Der sozialdemokratische Redakteur Hautli ist nicht blos wegen F a l) n e n f(, u d) t zu sieben Atonalen Gefängnis verurteilt worden; er soll auch, da er s. Z. als V o l sich u t t e h r e r nur zehn Wachen gebient hat, uaci) Verbüßung seiner Strafe noch 1 Jahr unb 42 Wochen u a ch dienen unb zwar als Solbai z w c i t e r K l a s s e. — Ein drittes Verfahren wegen Beleidigung, b c s v r c u ü i i d) c n A b g e o r b n c t e ir h a uses wird aus Vnsjeldors angclünbigt. Gegen die dortige sozialdemokratische ^Volksztg." i|t Strafverfahren emgcleiict ivorbem 110* • 35.80 j-jU.60 140.30 24--00 174.00 186.30 158.50 217.80 WitWWv läaiileilje. Sie i hie neue 2(ulei(je r[e von 102‘/t Pio^. 16GVaU\ LUMÜiLN'., r-»-" f 120.80 * 36*20 1146.30 ' 155.30 MaemMuwxlle lexeietlBl 9-10 ^9.i fcnteneier 0 Psg., Mv Lrbienp.W.MW., -l.OOÄk., Hühner pr.El. Lik.. Ihnen pr. ^ua , Lchsenfleilch pr. W. 80-82 M., ed)iucmc- ich, gesalzen, pc. Duiiv Gartoijelu pr. 100 flg. iß LI!., per ~1*cr [ in Körben 00 1> D./ /' Ud. Dit-0.08 -0.12, 0-30 W/ p«3<"l,,ec itabn • ' . *&* - 5» -‘eiibalei; $», ''wegen Meineides 1,01111 Clemens j e 11 je, um leine Ernährung jsi ec 'n ui m den nächst^ ^'^.r."°chlliche,i . ”'e -Bluttat wurde e.ltcr Sogen, vor dein 14 nnbdaiint. — Jen verhafte,, der ut )er Brucle in die er Tourist Joses die ding uiiur» 11 2b'egen Unweilers nionunen werden. — richlug mi Streite ine Mutter und wurde verhaltet. — nneislers und Stadt- nlatt von Äiahnsuui sich daraus die Puts- Halte sie mehreren Die sZrau wurde erst Gu. - Bei Jort urde ein angeblicher legiments in ’JJIcij als graphierle. Er wurde — In Barcelona Tann verjuchle er im Mallon blieb aber u< kipple um und (Salvo rls aus das vlraßen- dem Hirnschädel aus- [beio0^'^1 in d„ ’*&•> Ä--? L'S-i liys* »•"hä; *= 6i«nbt001 St-2 öe» SBranb. , qu$ noch n?te ^"ttwehrcn ^ne Schaden ist ürcn' !°ndern auch ? ^ter von säst c ^vntangeologe Vber, 1-lb 14i,00 Lahmeyer. - • 12q,00 Schlickert. - ' 959,00 er Berbers • - 228 2o reden B«Ä 159.35 r.Anierik- PftKe 214.00 ’r Bergwerk. • ' Ute- • ■ ■ : .1'1.«° Handelsges idter önuk • « Pank * ^omuiamW- ■rhauk • ' _ W8*. 813.7» ihtle -g . . rden Y . . Lloy*1. Weiten 100 Kg. 19 00-00.00 Lik. Aoggen 100 fln. 17.00-00.00 Tir. Weißbrot 2 Kg. 54 Pb SchmatAbrot 2 flq. 50 < — Protest aTb-TIeft. Durch Ausladung elneS EatzeS in der Aussaae beS Ingenieurs Koch (im gestrigen Blatt) Ist der Sinn seiner Aussage entstellt worden. Es mutz herben: Nachdem Zeuge die Aussaae darüber verweigert bat, daß er zu einigen tz'errn die fragliche Aeutzernng über Geilluß getan babc, bemerkt er aut die Frage des Privatklägers, warum er ihm (dem Privatkläger) leinen Brief nicht beantwortet habe: ES ist richtig, datz ich dem Privatkläger auf sein Schreiben nicht geantwortet habe und zwar nutz Aergcr darüber, datz so vertraiiliche Aeußerungen weiter erzählt worden sind. Datz cs gefährlich ist, so etwas weiter ,it ergäbt en, habe ich jctU nefunben. Tie Marktpreise für Vielt rind Frucht und die Gießener Fleisch- und Brolprcise am 10. Dezember 1906. UnZvernLäts-Nachrichten. Würzburg, 10. Dez. Heute starb hier Nniversitätspro> sesfor Geh. Rat Schönborn, ein hervorragender Klmicker. Giesiener Wetterdienst. «orauostchklrche Witterung für Hessen am Mittwoch, den 12. Dezember: Meist trüb. Niederschläge, Schnee, spater Regen. Etwas milder. Mätzige westliche Winde. geseTlschnfk für Südivrstafrik-r ^rftttrnrrerutn soll. Die GtM sellschaft hat die Bedingung gestellt, daß das Reich diese Konzession bis zum 31. ds. erwerben solle. Die Kommission beschloß, das Anerbieten mit der Maßgabe anzunchmen, der Siedlungs-Gesellschaft die Jarmen Hoffnung und Unverzagt zu belassen, das übrige der (Gesellschaft gehörige Land vom Fiskus des Schutzgebietes kostenlos als Kronland zurücknehmen zu lassen. Berlin, 11. Dez. In einer Zuschrift an die „Voss. Ztg." bezeichnet der Abg. Dr. Arendt die Von der Witwe des Koloniat-Direktors Dr. Kayser gegebene Darstellung seines Besuches bei Kayser als völlig aus der Luft gegriffen. Dr. Arendt erklärt, er habe eine Reihe von Unterredungen mit Dr. Kayser gehabt, der ihn gebeten habe, bei den Verhandlungen mit Dr. Peters vermitteln. Dr. Kayser habe die Wiederverwendung des Dr. Peters im Kolonialdienst gewünscht. Ans Kaysers Wunsch habe er, Arndt, ibn während feiner Krankheit auch in der Privatwohmmg besucht, jedoch sei die von Frau Dr. Kayser geschilderte Szene nicht vor- gesallen. Roni, IT. Dez. Der Papst hat anstelle des verstorbenen Leibarztes Lapponi seinen früheren Arzt in Venedig angestellt. Petersburg, 11. Dez. Sechs bewaffnete Ban diten überliefen, wie ans Alcr androwo gemeldet wird, den Gasthof des Besitzers Szelig bei Minsk-Mazowiccki in Russisch-Polen, erschossen zwei Dienstknechte und drangen in das Wohnhaus ein. Szelig und seine Fran wurden gefesselt, ein fünfjähriger Cohn mit Beilhicben erschlagen. Ein elfjähriger Knabe reitete sich durch die Z-lucht. — Drei bewaffnete Verbrecher drangen in die Zuckerfabrik Ostrowo bei Kranjewice ein und raubten 1OOOO Rubel. Cie sind entkommen. GrZginaL-Drahtmeldrittgen. Hessische erste Kammer. R. B. Parmsta d t, 11. Dez. Die erste Kammer uahm in ihrer heutigen Sitzung eine G l ü ck w u n s ch a d r e s s e » )) ») » » » » v » Gut möbl. AZoyn- u. Schlasz. zu vevm. Süd-Aniage 20 I.|ü8987 in Darmstadt: in Frankfurt a. M.: der N n bei der » der » )) Näheres bei 6080]_________ Carl Siüclratb, SelierSweg 38. Königlichen Seehandhmg (Preussische Staatsbank), Preussischen Central-Genossenschatts-Kusse, Bank für Handel und Industrie, Berliner Handels-Gesellschaft, Direction der Disconto-Gesellschaft, Bank für Handel und Industrie, Filiale der Bank für Handel und Industrie. Direction der Disconto-Gesellschaft, Pfälzischen Bank, Bank für Handel und Industrie Depositenkasse Giessen (Darmstädter Bank.) Unsere Bank legt gemeinsam mit: Königliche Seehandlung (Preussische Staatsbank), Berliner Handels-Gesellschaft, Direktion der Diskonto-Gesellschaft, 8. Bleichröder, Pfälzische Bank, Ephraim Meyer & Sohn, Sal. Oppenheim jr. & Co., Allgemeine Deutsche Credit-Anstalt, Badische Bank, obige Anleihe Samstag, den 15. Dezember 1906 zum Course von 1058.75 0/° zur öffentlichen Zeichnung auf, und bitten wir um gefl. Anmeldung. Der Prospekt kann bei uns angesehen werden. 2-, 3- 4-, . 2» Der Subskriptionspreis ist auf 102,75% abzüglich Stückzinsen vom Tage der Abnahme bis 1. Januar 1907 festgesetzt. - . , Bbi der Subskription ist eine Kaution von 5% des Nominalbetrages in bar oder in den der betreffenden Zeiohenstelle. geeignet erscheinenden Effekten zu hinterlegen. 4- Die Zuteilung, welche dem freien Ermessen der Zeichenstellen überlassen bleibt, wird sobald wie möglich nach Schluss der Subskription unter direkter Benachrichtigung an die Zeichner vorgenommen werden. o. Die Abnahme des zugeteilten Betrages hat in der Zeit vom 22. Dezember bis 31. Dezember 1906 zu erfolgen. Berlin, Darmstadt, Frankfurt a. M., Hannover, Köln, Leipzig und Mannheim, im Dezember 1906. der Subskription bleibt Vorbehalten. Anmeldeformulare können von den vorgenannten Stellen bezogen weiden. Große 8-Zunmerwohn. jof. zu vermieten. Gderstraße 181.[u8870 Landgras Philipp-Platz 10 nn oberen Geichoß eine schone Dreizimmerwohnung soiort zu verm. -o" Näh. Frankfurter Str. 29. Konzertzilher, faf,1ÄS Schrclbpult billig zu verlausen. 08988] Wescrstratze 10, 11. Prima 108995 Hammelfleisch (Keule) Pfund 60 Psennig empfiehlt Julius Rosenbaum Kirchenplan 4 Telephon 319 Bank für Handel und Industrie, Filiale Hannover, dem Bankhause Ephraim Meyer & Sohn, » Sal. Oppenheim jr. & Co., Bank für Handel und Industrie, Depositenkasse Leipzig, Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt, Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt, Abteilung Becker & Co., Badischen Bank, Pfälzischen Bank. ft utieralicli Hessische Staats-Anleihe von 16 (Serie X) von Nominal Mark 20000000.— unkündbar bis 1. Januar 1913. (Serie X) von Nominal Mark 20000000.- unkündbar bis 1. Januar 1913. ------oo------ Auf Grund der Bekanntmachung des Grossherzoglich Hessischen Ministeriums der Finanzen vom 7. Dezember 1906 emittiert die Grossherzoglich Hessische Regierung eine für Eisenbahnzwecke und zur Deckung sonstiger ausserordentlicher Bedürfnisse des Staates bestimmte 4% Staats-Anleihe von Nom. Mark 20000000.— in auf den Inhaber lautenden Stücken von Mk. 5000.—, Mk. 2000.—, Mk. 1000.—, Mk. 500.— und Mk. 200.—. Die Zinskupons sind fällig am 2. Januar und 1. Juli und in Berlin, Bremen, Darmstadt, Frankfurt a. M., Hannover, Köln, Leipzig, Ludwigshafen, Mannheim und Strassburg i. Els. zahlbar; ebendaselbst wird die künftige Aushändigung neuer Zinsscheinbogen kostenfrei erfolgen. Die Tilgung des Schuldkapitals erfolgt in der Art, dass die jeweilig durch den Haupt-Voranschlag der Staats-Einnahmen und -Ausgaben dazu bestimmt werdenden Mittel zum Ankauf von Schuldverschreibungen verwendet werden. Dem Staat bleibt das Recht Vorbehalten, die im Umlaute befindlichen Staatsschuldverschreibungen oder einen beliebigen Teil derselben zur Einlösung mittelst Barzahlung des Nennwertes mit vierteljähriger Frist, jedoch nicht vor dem 1. Januar 1913, zu kündigen. Den Inhabern der Schuldverschreibungen steht ein Kündigungsrecht gegen den Staat nicht zu. Die zur Rückzahlung gelangenden Schuldverschreibungen sind an vorgenannten Plätzen zahlbar. Die Schuldverschreibungen dieser Anleihe können in Buchschulden des Staates nach Massgabe des Gesetzes vom 27. März 1898, die Einrichtung des Staatsschuldbuches betreffend, umgewandelt werden. Alle die vorstehende Anleihe betreffenden Bekanntmachungen sind im Reichsanzeiger, sowie in mindestens einem Berliner und in einem Frankfurter Blatte zu veröffentlichen. Die Zulassung der Anleihe an der Frankfurter und an der Berliner Börse wird beantragt werden. Wir legen hierdurch die vorerwähnten Nom. Mark 20000 0^®.- vnter nachstehenden Bestimmungen zur öffentlichen Subskription auf: 1. Die Zeichnung findet Nonnabendj den 15. ®ezem»ber a. c. .In den bei jeder Zeichenstelle üblichen Geschäftsstunden statt: Kranksnrter Straße 43. 3—4-ZnnmermoHn. infolge Ver- setzung sofort zu vermieten. [08899 llumöbl. Zimmer ev.m. Keller znverm. Him.d.Wellanl.15. [08956 | Möbl. Zimmer Q)m möbl. 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Sektion Giessen l). & Oe. A.-V. Dmerstaz, d. IS.Dezember abds. 88/4 Uhr JahltSlitlsüMlilllg Festsetzung der Jahresansflügs für 1907, Jahresbericht, Kassenbericht, VorslandSwahl. [v11 /u