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Druckerei: Schulstr.«. Tel. Nr. 61. Telegr.-Adr.: Anzeiger Lletze*. Zweites Matt LF6.Jahrgang Dienstag 14. Aumrft 186$ Gießener Anzeiger Gmeral-Anzeiger. Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen Ausland. Zürich, 13. Aug. Die Regierung hat den aus Karlsruhe stauunenden Redakteur der sozialdemokratischen Züricher Volkscechte Emil Hauth wegen seiner scharfen Sprache während der gegenwärtigen Streikwirren des Landes verwiesen. Außerdem sind noch 12 deutsche, 3 österr. und 15 ital. Staatsbürger wegen Teilnahme an Demonstrationen ausgewicsen worden. Wien. 13. Aug. König Eduard von England trifft am 7. September als Gast Kaiser Franz Josefs in Schönbrunn ein und tritt am 8. September die Rückreise nach England an. ständig fern _ stehe und die Koloniarbeamten Götz und Schneider absolut nicht kenne. Hamburg, 13. Äug. Wie der „Hamb. Korresp." erfährt, wird der Reichskanzler Fürst Bülow gegen Ende August aus Norderney nach Berlin kommen, da er vom Kaiser eingetaden ist, der Taufe seines Enkels bci- zuwohnen. Gerüchtweise verlautet, daß diese Reise auch politischen Zwecken diene, da für-den 28. d. M. ein preuß. Ministerrat in Aussicht genommen sei. Breslau, 13. Aug. Der sozialdcm. „Volksmacht" zufolge wurde eine größere Anzahl der wegen des Krawalls am Striegauer Platz Verhafteten aus der Untersuchungshaft entlassen, darunter die Ärbeiter Schlensack und Scholz. Ersterer habe wahrend der langen Haftdauer GO Pfund an Körpergewicht eingebüßt, letzterer sei bei der Polizciattacke durch einen Säbelhieb im Rücken schwer verwundet am 1ö. Juni im Allerheiligenhospital verhaftet worden, obgleich noch ärztliche Behandlung nötig gewesen sei und außer seiner Vernehmung nichts gegen iyn vorgelegen habe. München, 14. Aug. Ter bayer. Staats m in ist er Freiherr von Riedel ist heute nacht im 76. Lebensjahre gestorben, nachdem er sich noch gestern einige Stunden vorher in einer Klinik einer Operation unterzogen hatte. Hleue Kiobsposten aus Rußland. Die Manöver, die jetzt im Lager bei Krasnoje Selo vor sich gehen, hätten beinahe zu einer furchtbaren Katastrophe geführt. Es ist noch rechtzeitig entdeckt worden, daß 'bei allen Truppenteilen unter die Platzpatronen eine große Anzahl scharfer Patronen gemengt waren. Es ist bie strengste Untersuchung ein geleitet; die russ. Presse soll über diese Affäre nichts, bringen, jedoch ist es immerhin möglich, daß es irgend ein extremes Blatt dennoch wagt. An einen Zufall oder eine Nachlässigkeit bei dieser Affäre zu glauben ist schwer. Wir haben es Mer wohl mit einer bewußtenTatrevo- lutionärer Elemente zu tun, welche unter den Truppen eine furchtbare Erregung gegen die Militärobrigkeit Hervorrufen wollten. Es sind auch bereits einige Zivilpersonen verhaftet, welche anscheinend einige Militärs zur Durchführung chres teuflischen Planes gewonnen hatten. . Petersburg wurden wieder zahlreiche Haussuchungen bei mutmaßlichen Sozial-Revolutionären vorgenommen. Dabei wurden dem Vernehmen nach große Vorräte von Waffen, Explosivstoffen und Bomben gefunden. Die Negierung glaubt, daß sie vieler Mttglieder der sozial-revolutionären ^ampfesorganisatton habhaft geworden ist. Gerüchtweise verlautet, daß auf dem Panzerkreuzer „Pamjak Asowa" der sozial-revolutionäre Schrift- Iteller Bunakow verhaftet worden sei. Die neuen Tumawahlen sollen im November stattfinden, damit alle Llbgeordneten rechtzeitig c in treffen. Zu der Kronstädter Meuterei meldet ein Pet. Korrespondent noch, daß die Bordelle in Kronstadt seit dem Herbst v. I. mit Studentinnen bevölkert wurden, die, nm die Soldaten und Matrosen für die revolutionären Zwecke zu gewinnen, Leben und Ehre feilboten. Viele jener Frauen sind jetzt verhaftet worden und schreien in ihren Zellen den anderen gefangenen Meuterern zu, sie sollten keine Angst haben und an dem Siege der Revolution nicht verzweifeln. In Warschau wurde der Gehilfe des Depotchefs der Weichselbahnen, D o r o f i e j e w, erschossen. Der Täter entkam. Rach russischen Berichten ist die Hungersnot im Gouvernement Samara unbeschreiblich. Zahlreiche Bauern sterben vor Hunger. Aufrufe an das öffentliche Mitleid bleiben ohne Erfolg. Die Mönche eines alten Klosters haben sich mit Revolvern bewaffnet, um die großen Reich- Himer des Klosters verteidigen zu können. Matrosen der Schwarzen Meer-Flotte haben an den Marineminister Biritew einen Brief geschrieben, in dem sie bitten, von einer Maßregelung ihrer Kameraden von Kronstadt Abstand zu nehmen. Sollte diesem Ersuchen nicht entsprochen werden, so drohen sie mit einer allgemeinen Revolte. Aus Sewastopol wird gemeldet, daß die z. Zt. ins Ausland geflüchteten Matrosen deS „Potemkin" an den Admiral Skridlow die Bitte gerichtet haben, ihnen die Rückkehr nach Rußland zu gestatten. Der Admiral hat ihnen geantwortet, daß er ihrer Bitte Gehör schenken und sich für sie bei dem Zaren verwenden werde. Aus dem Kaukasus hat die Zeuttalregierung sehr beunruhigende Nachrichten erhalten. Es bereitet sich offenbar zum Herbst eine Erhebung des Kaukasus gegen die russische Herrschaft vor. Die Truppen, welche jetzt schon das dritte Jahr in dem revolutionierten Gebiet fast Tag für Tag einen Guerillakrieg zu führen haben, sind auf ba§ äußerste erschöpft und lehnen sich gegen die fortwährenden Anstrengungen auf, die ihnen zugemutet werden. Die Garnisonen in den Festungen Michailowskaja und Kcrrs find von Gärung ergriffen; es finden beständig Verhaftungen von Soldaten statt. Der einzige Ausweg wäre, wenn die Regierung in Kürze fünf frische Armeekorps nach dem Kaukasus Wersen könnte, aber dies ist unter den gegenwärtigen Verhältnissen im Innern fast unmöglich, wenn man nicht zu einer teilweisen Mobilisierung der Reserven greifen will. Ein genaues Bild über die Lage im Kaukasus läßt sich schwer gewinnen. In den russ. Regierungskreisen ist man sehr zurückhaltend, und die Lldwinisttation im Kaukasus arbeitet rücksichtslos, um den wahren Stand der Tinge zu verschleiern. Allie Blätter von halbwegs liberaler Richtung sind im Kaukasus unterdrückt, private Telegramme über Unruhen luerben nicht durchgelassen, Korrespondenten der Residenzblätter, welche sich an Ort und Stelle informieren wollen, werden verhaftet, auf der Post arbeitet das „schwarze Kabinett"; mißliebige Briefschreiber setzen sich der Gefahr ans, ohne weiteres nach Sibirien transportiert zu werden. Besonders schlimm steht es im Gouvernement Kutais. Ter allgemeine Eindruck ist der, daß der Kaukasus zum Herbst der Schauplatz entsetzlicher Ereignisse werden wird. In Charbin herrscht völlige Anarchie, Handel und Gewerbe sind unterbunden, Mord und Totschlag an der Tagesordnung. Die Soldaten gehorchen nicht den Befehlen der Offiziere, die sich kaum in die Kasernen wagen. Aus Studt und Lund. Gießen, den 14. Aug. 1906. ** Der Sonderzug Sr. M. des Kaisers passierte heute mittag 2 Uhr 50 Min. auf der Fahrt von Wilhelms- höhe nach Homburg die Station Gießen. ** Kaiserpreis. Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, wurde die 8. Kompagnie des 116. Regiments aus Befehl Les Generalkommandos des 18. Armeekorps am Sonntag abend nach Dortelweil beordert, um mit einigen anderen Kompagnien des Armeekorps um den Kaiserpreis zu schießen. Die 8. Kompagnie des 116. Regiments hat am besten geschossen und ist an allerhöchster ©teile zur Verleihung des Kaiserabzeichens als bestschießende Kompagnie des Armeekorps in Vorschlag gebracht worden. Dieselbe Kompagnie hat int Schießen um den Kaiserpreis der Leibregimenter S. M. des Kaisers mit der 12. Kompagnie des 6. Bayerischen Regiments am besten in dep Armee geschossen und hat mit der letztgenannten Bayerischen Kompagnie um den Schießpreis der Leibregimenter stechen müssen. Die Entscheidung hierüber steht noch aus. Die 8. Kompagnie wurde gestern abend von ihrem direkten Vorgesetzten mit der Regimentsmusik festlich eingeholt. •* Von der Leitung der psychiatrischen Klinik wurde uns heute in überaus brüsker Form telephonisch mitgeteilt, daß die Nachricht, die Angersbacher Muttermörderin sei dort untergebracht, falsch fei. Wir hatten diese Nachricht von einem sonst zuverlässigen Berichterstatter erhalten, der sie auch einer Reihe auswärtiger Blätter übermittelt hat. Irgend welche Bedenken gegen die Aufnahme der Notiz lagen für uns um so weniger vor, als die Untat ja wohl von einer psychisch erkrankten Person verübt worden ist und diese Meldung in einer Weise uns zugetragen wurde, die einen Zweifel an ihrer Nichtigkeit schlechterdings ausschloß. Daß unser Berichterstatter einem Schwindel zum Opfer gefallen ist, der allein als „grober Unfug" zu bezeichnen ist, bedauern wir, und wir hoffen, daß der falsche Zwischenträger sich ermitteln läßt, damit wir ihn zur Rechenschaft ziehen können. ** Um schöner Mädchen willen, die ja öfter schon den Anlaß zu blutigen Köpfen von Rivalen gaben, und es mitunter auch wert sind, daß man sich ihretwegen die Köpfe zerbreche, was noch öfter vorzukommen pflegt, war die Schlägerei zwischen Zivilisten und Soldaten entstanden, von der in unserer gestrigen Nummer kurz die Rede war. Es war, wie wir heute hören, ein ziemlich harmloser Vorgang ohne irgend einen bedenkchen Abschluß. ** Ein Luftballon von der Straßburger Luftschifferabteilung unter Führung von ßeutn. Lohmüller mit zwei Mann landete, wie uns drahtlich gemeldet wird, heute morgen 9 Uhr 20 Min. bet Nordeck. ob. Laubach, 12. Aug. Das Fest seines 25jährigen Bestehens beging heute der unter Leitung des Lehrers Spilger stehende Gesangverein „Eintracht". Ein Festkommers am Vorabend versammelte die Mitglieder und geladenen Gäste im „Hotel Schützenhof". Der Festredner Hofapotheker Roßbach pries den hohen Wert des Gesangs und die ihn pflegenden Gesangvereine und schloß mit einem Hoch auf den Gesangverein „Eintracht" und dessen Dirigenten, der gleichzeitig das Jubiläum seiner 25jährigen Tätigkeit als Dirigent begeht. Vorträge der „Eintracht", der hiesigen Streichkapelle und de§ Gesangvereins „Harmonie" gestalteten den Kommersabend zu einer weihevollen Feier. Die Veranstaltungen des heutigen Tages nahmen mit dem Festzug, der au§ den hiesigen Vereinen und geladenen Nachbarvereincn bestehend, sich um 3 Uhr durch die Straßen bewegte, ihren Bandelier überreicht. Vereinspräsident Jochem sprach den Dank des Vereins au§. Gesangsvorträge der geladenen Vereine und ein exakt ausgeführter Stabreigen des Turnvereins, ließen den Nachmittag schnell dahm fließen. Die Festmusik stellte die Kapelle der Marburger Jäger. Deutsches Reich. Will) elmshöhe, 13. Aug. Der Kaiser empfing heute mittag den amerikanischen Botschafter Tower, Mister Speyer und Mister Ridder, den Herausgeber der „Newyorker Staatsztg.". Die drei Herren waren zur Frühstückstafel geladen. Heute nachmittag unternahmen der Kaiser und die Kaiserin mit Prinzessin Viktoria Luise einen Ausflug zu Wagen nach dem Essigberg, wo auch das Souper eingenommen wurde. — Staatssekretär von Tschirschky und Boegendorff jpud Generaladjutant Scholl trafen heute nachmittag hier ein. Sie folgten einer Einladung zur Abend- tafel nach dem Essigberg. Berlin, 13. Äug. In einer Zuschrift an die „Ger-, mania" bezeichnet der Kammergerichtsrat Strähler die in diesem Blatte ausgesprochene Befürchtung, daß feine bevorstehende Reise nach Kamerun die Disziplin« r- untersuchung. gegen den Gouverneur v. Puttkamer verzögern würde, als nicht zuttefsend. Bei der beschränkten Postverbindung mit Kamerun beanspruche die Erledigung um Ersuchen von Zeugenvernehmungen, die sich im Schutzgebiet aufhalten, annähernd die gleiche Zeit, wie für feine Reise bestimmt sei. Es seien wichttge Zeugen, auf die nicht verzichtet werden könne, in der Kolonie zu hören. Ferner ei mit Bestimmtheit anzunehmen, daß deren Aussagen die Vernehmung weiterer, im Schutzgebiet sich aufhattenoer Zeugen notwendig mache. Das in Deutschland befindliche Beweismaterial sei in der Hauptsache erschöpft. — Der freif. Wbg. Ko psch ist in der Strafsache wider GötzundSchneider und in der Disziplinaruntersuchung wider JeSko v. Puttkamer vor den Untersuchungsrichter als Zeuge geloben worden. Er hat demselben mitgeteilt, daß er vom 14. August ab zur Vernehmung bereit sei, t)at aber auch betont, daß er mit Rücksicht auf dieImmunität des Reichstages leine Aussagen machen werde und dürfe, die mit der Ausübung des parlamentarischen Mandats in Zusammenhang stehen. Die „Freis. Ztg." bemerkt dazu, daß Kopsch der Veröffentlichung chrer Puttkamer-Artikel voll- -PoUtrsche Tages?eharr. In Bulgarien dauern die Gewalttaten gegen die griechische Bevölkerung fort. Sie nehmen einen immer heftigeren und blutrünstigeren Charakter an. Was sagt Europa dazu, d. h. jenes Europa, das über die Ruhe auf der Balkanhalb- infel zu wachen sich vorgesetzt hat und dem die Bestimmungen des Berliner Vertrages hinsichtlich der neuesten inneren Vorgänge in Bulgarien einigermaßen eine Berechtigung bieten, sich ins Mittel zu legen? Soviel bis jetzt bekannt wurde, sagt dieses Europa gar nichts, es schweigt, weil es offenbar keine Luft verspürt, die .Hand in ein neues Wespen- neft^u stecken. Ja, wenn in der Türkei eine christliche Kirche nid)t etwa gewaltsam den Besitzern entrissen, sondern vor irgend einer zügellosen, mit den Behörden in keinerlei Zusammenhänge stehenden Bande profaniert worden wäre, bann freilich ginge der übliche Schrei der Entrüstung bis hinauf jenseits des Aermelkanals durch den Weltteil, uni) in den Parlamenten fänden die Regierenden nicht scharfe Worte genug der Verurteilung und der Drohung. Aber gegen den bulgarischen Kirchensturm und die Schandtaten, die überdies noch begangen werden, hat man anscheinend ebensowenig einzuweuden, tote etwa gegen den vielfachen Kirchenraub der auf Kreta von Griechen an den Moscheen verübt worden ist. Die bulgarische Stadt Anchialo am Schwarzen Meere, deren Bevölkerung zum größten Teile aus Griechen besteht, wurde bis auf 30 Häuser niedergebrannt. Aus Sofia wird gemeldet, es seien in Anchialo in den brennenden Häusern zahlreiche Menschen bei lebendigem Leibe verbrannt. Auch öffentliche Gebäude sind dem Brande zum Opfer gefallen. Der griechische Bischof fand den Tod in dem brennenden Metropolitengebäude. Die Zahl der Toten und Verwundeten ist bisher unbekannt. Die griechische Bevölkerung ist ins Gebirge geflüchtet. In Ai tos raubten die Demonstranten nach einem anti-griechischen Meeting alle Geschäfte aus. Der Schaden an Eigentum wird auf mehrere Millionen Franks geschätzt. Die im ganzen, zum größten Teil von Griechen bewohnten Bezirk Burgas herrschende Erregung läßt weitere Ereignisse befürchten. Mehrere Kaufläden sind bereits zerstört und in Privathäusern die Fenster eingeworfen worden. In K e r m e n 1 i fand eine antigriechische Versammlung statt Privatnachrichten zu- fvlgL überfiel eine von griechischer Seite gereizte Volksmenge das Haus eines Griechen. Das Militär schritt dabei ein. Ein Offizier soll drei Demonstranten niedergeschlagen haben. Much in der rumänischen Stadt Rusts chuck durchzogen nach antigriechischen Meettngs große Volkshaufeu die Straßen und plünderten griechische Wohnungen und Geschäftshäuser aus. .Bor dem griechischen Konsulat fanden Zusammenstöße mit dem Militär statt. Trotzdem mußte man der Forderung der Menge nachkommen und die Kon- sulatsflag'ge ein ziehen. Dann zerstreute sich die Menge. Das völlig sinnlose Verfahren der Griechen in Mace- bonien, die unmenschliche Grausamkeit, mit der sie dort Hausen, muß mit voller Schärfe verurteilt werden. Die Haltung der Griechen (auch der griechischen Regierung) ebenso in Maeedonien wie auf Kreta ist keineswegs danach angetan, Teilnahme mit ihnen zu erwecken. Was sie tun, ist so töricht, als nur möglich, denn auf der Jagd nach unerfüllbaren nationalen Idealen schädigen sie ihren eigenen Staat überall, auf der ganzen Balkanhalbinsel ihre eigenen Landsleute, wo doch ein vernünftiger Ausbau ihres Staatswesens die näherliegende nnb dankbarere Ausgabe märe. Andererseits aber ist die Art, wie die bulgarische Regierung vor den racheschnaubenden bulgarischen Scharen zurück- weicht, — selbst wenn man die bulgarische Entrüstung als berechttgt anerkennen will —, nicht anders als jämmerlich zu bezeichnen. Was sich jetzt auf der Balkanhalbinsel ab- spielt, ist in Wahrheit ein Krieg mit allen seinen Schrecken, nur hat die europäische Diplomatie das sie offenbar beruhigende Bewußtsein, daß der Krieg nicht offiziell erklärt ist und daß die zahlreichen Opfer nicht in der Feldschlacht fallen, sondern hinterrücks umgebracht werden. Ein offizieller Krieg zwischen Bulgarien und Griechenland ist aus geographischen Gründen ebensowenig möglich, wie zwischen Griechenland und Rumänien. So werden denn die Kämpft auf dem blutgetränkten Boden Maeedoniens und feit neuestem auefj außerhalb Maeedoniens durchgefochten, während Europa sich einbildet, mit dem sogenannten Reformwerk in Maeedonien Wunder was zu leisten. In Sofia zirkulieren Gerüchte, daß der macedonische Bandenführer Sandanski sich im Walde von Bistritza aufhalte mit der ausgesprochenen Absicht, den Fürsten Ferdinand zu ermorden. Bisher ist es dem großen Aufgebot von Gendarmerie und Polizei nicht gelungen, sich seiner zu bemächtigen. Die Villa des Fürsten wird streng bewacht. Der Fürst geht nur selten aus. Der „N. Fr. Pr." wird aus Sofia telegraphiert, es habe bei dem Grenzposten Pataritza ein Zusammenstoß bulgarischer und türkischer Pattouillen ftattgefunben. Getötet wurden zwei türkische Soldaten, schwer verletzt ein bulgarischer. Es wird versichert, die Türken hätten den bulg. Posten besetzt. jh. Bad Salzhausen, 13. Aug. Auch unser Ort fyittc in den letzten Wochen seine Schnakenplage. Am schlimmsten war es im Kurpark und dessen nächster Nähe. Die kühle Witterung brachte den Plagegeistern ein rasches Enbe. Auch die Umgegend war von Schnaken heimgesucht. Hoffentlich nimmt man Veranlassung, im Dezember (der besten Vcrtilgungszeit) die Schlupfwinkel der Tiere gründlich auszubrcnncn. Jin Qucllengebiet müßten die noch vorhandenen Sumpflöcher beseitigt und die Abfluß-Gräben drainiert werden. Auch die über 400 Meter lange gewölbte unterirdische Wasserrinne vom Stollen des alten Bergwerks ist geeignet, den Schnaken das beste Winterquartier zu bieten. — Am 11. d. M. wurde durch die Badedirektion ein großes Feuerwerk in der Nahe des Landgrafenteichs veranstaltet. Der Platz war sehr günstig gewählt, die meisten Kurgäste Anfang. Auf dem Festplatz hielt, nach einer Begrüßungsansprache seitens des Büraermeisters Jochem, Stadtpfarrcr Volp die Festrede. Er sprach über Zweck und Ziele des deutschen Volksliedes. Mit einem Hoch auf den Kaiser als den verständnisvollen Förderer des Volksliedes endete die Rede. Dann überreichte Fräulein Stroh eine von den Damen des Vereins gestiftete Fahnenschleife unter einer- poetischen Ansprache an den Verein. Von Fräulein Bager wurde diesem ein von den Damen der Stadt gewibmetes konnten von ihren Wohnungen aus das Feuerwerk beobachten. -i- Hirzenhain, 13. Aug. Gestern entstand hier gelegentlich einer Festlichkeit zwischen Arbeitern von hier und Merckenfritz eine Schlägerei. Ein Monteur auS Baiern, der in Merkenfritz beschäftigt ist, wurde dann auf dem Heimwege von mehreren Arbeitern aus Hirzenhain üb erfüllen. Er ergriff den geladenen Revolver und schoß auf die Angreifer. Dabei ging einem Arbeiter d'e Kugel in die Brust; fie war aber zum Glück an einer Rippe abgeprallt, so daß die Verletzung nicht lebensgefährlich ist. Der Schütze wurde heute verhaftet und in§ Gefängnis nach Ortenberg gebracht. k- Gedern, 13. Aug. Als Kandidat für die Landwirtschaftskammerwahl im Bezirk Gedern-Ortenberg wurde Gutspächter Bär-Herrenhaag aufgestellt. -i- Ilbeshausen, 11. Aug. Hier entgleiste ein Güterzug. Nach mehrstündiger Arbeit war der Verkehr wieder hergestellt. Der Materialschaden ist gering. R. B. Darmstadt, 13. Aug. Die Bi crp re ise werden nun aller Voraussicht nach auch in Darmstadt die alten bleiben, trotzdem schon eine Anzahl direkt von den Brauereien abhängige Wirte die vorgeschriebene Preiserhöhung eintreten ließ. In einer heute abend von ca. 250 Wirten besuchten Versammlung, in welcher auch die Brauereien vollzählig vertreten waren, kam cS zu sehr lebhaften Auseinanbersetzungen zwischen letzteren und den Wirten, wobei besonders scharf die Einseitigkeit verurteilt wurde, mit welcher die Brauereien die Ausschankpreise vorgeschrieben hatten. Zum Schluß wurde nut großer Majorität eine längere Resolution angenommen, nach welcher sowohl die Ausschankpreise, wie die Preise für die Abgabe an die Wirte vorläufig die alten bleiben sollen. Einer spater einzuberufenden gemeinsamen Besprechung soll es vorbehalten bleiben, eine endgültige Verständigung über eine eventl. Preiserhöhung herbeizuführen. Inzwischen hat auch bereits eine Anzahl Gastwirte bekannt gemacht, daß sie ihr Bier nach wie vor zum alten Preise, den Schoppen für 12 Pfg., abgeben. Darmstadt, 13. Aug. Der wegen Verdachts, den Mord an der dreizehnjährigen Frieda Weih aus Zellhausen verübt zu haben, gestern in Alzenau festgenommene Zimmermann Franz Gottschalk, ist heute wieder freigelassen worden. Zu dem Morde selbst wird noch gemeldet: Dem Vernehmen nach soll der in dem Ausschreiben der Staatsanwaltschaft genannte Mensch tag? vorher von anderen Kindern bei dem ermordeten Mädchen gesehen worden sein, nach deren Beschreibung dieses Ausschreiben auch veranlaßt worden sei. sd. Darmstadt, 13. Aug. Der Schreinermeister Merz begab sich heute nachmittag, nachdem er sich Mut angetrunken hatte, in den Stadtwald und versuchte sich durch einen Revolverschuß ins Herz, zu töten. Die Kugel blieb aber zwischen den Rippen stecken, so daß Merz nur leicht verletzt wurde. Paffanten brachten ihn inS Städtische Krankenhaus. DaS Motiv ist in ehelichen Zwistigkeiten zu suchen. — Das 15jährige Tö chterchen eines Fuhrknechts erzählte folgendes Vorkommnis. Auf dem Kapell- platz habe ein unbekannter Herr im Alter von etwa 45 Jahren ihm Chokolade geschenkt und es mit an den Woog genommen, wo er versucht habe, es mit Gewalt hinter die Rosenhöhe zu bringen, wohl um sich an ihm zu vergehen. Als es sich gewehrt, habe ihm der Mann eine Ohrfeige gegeben, und es in den Woog gestoßen. Da der Teich an jener Stelle nicht tief ist, konnte es sich ans Ufer retten und nach Hause eilen. Tic Kleider des Mädchens waren naß. Die Polizei bat eine Untersuchung eingeleitet. Mainz, 11. Aug. Die hiesigen Genossen hatten vor 14 Tagen eine Parteiversammlung, in welcher eS stürm isch zuging. Sie mußte spät in der Nacht abgebrochen werden, weil man sich nicht einigen konnte. Am letzten Dienstag wurde nun in einer weiteren Versammlung die Debatte fortgesetzt. Diese Auseinandersetzungen konnten erst nachts 1 7, Uhr zu Ende geführt werden, nachdem man noch 5 Genoffen durch einen Schlußantrag das Wort abgeschnitten hatte. E wurde schließlich folgende Resolution angenommen: „Die heutige Partewersammluna ist mit der Wciblkreiskouferenz im allgemeinen einverstanden. Dagegen kann sie sich nicht mit der Kritik einiger Genossen e i u v e r st a n d e n erklären, denn diese ist nicht dazu angetan, die Schaffensfreudigkeit der im Interesse der Partei tätigen Genossen zu erhalten und die Einigkeit in der Partei zu sördern. Gleichzeitig verurteilt die Parteiversammlung die von einigen Genossen verübten Z w i s ch e n t r ä g c r e i e n, die die Partei zu persönlichen Streitigkeiten führen. Statt nutzbringender Arbeit säet man Zwietracht zum Vorteil der Gegner. Die Versammlung ist der entschiedenen Meinung, daß für die Folge es Ehrensache eines jeden Genossen sein miijj, mit allen Kräften die Einigkeit der Partei zu fördern." „Ein wahrheitsgetreuer Bericht über die Mitgliederversammlung vom 7. d. M. wird an den Berliner Parteivorstand abgehen." So wird verkündet. Also scheint der Bericht des hiesigen sozialdemokratisck n Blattes unwahr zu sein. Mainz, 13. Aug. Der Kaiser trifft am 22. d. M. zur Truppenschau, der auch der Großherzog von Hessen beiwohnt, hier ein. 8d. Frankfurt, 12. Aug. Die Stadt hat von der Familie v. Bethmann ein groß^ Terrain am Main bei Niederrad erworben, wo später die städtische Müllverbrennungsanstalt errichtet werden soll. Einstweilen hat die Stadt- verwaltung das Land in kleinen Parzellen an Ar- beiter verpachtet, die sich dort kleine Gärten angelegt haben. Viele Hunderte sind bereits entstanden. In ganz kurzer Zeit war das Land verpachtet, da nur 36 Mk. pro Jahr und Morgen dafür zu zahlen sind. Es ist erfreulich, daß auf diese Weise die Gemeinde den Kleingartenbau fördert, eine Tätigkeit, die sie bisher meist Vereinen und Privaten überließ. (Vielleicht findet das Vorgehen Frankfurts in anderen Städten Nachahmung.) Frankfurt a. M., 13. Aug. Der Schnellzug Basel-Frankfurt fuhr heute nachmittag 37« Bhr bei der Einfahrt in den Hauptbahnhof gegen den Prellbock. Reisende wurden nicht verletzt. Auch wurde die Maschine nicht beschädigt, entgleiste jedoch mit einer Achse. — Ein an Lepra erkrankter Rumäne, der von Frankfurt nach der Heimat gebracht werden sollte, in Passau aber an der Grenzstation von der österreichischen Behörde zurückgcwiesen worden war, ist wieder von München hier eingetroffen. Er befindet sich jetzt im hiesigen städtischen Krankenhaus, streng isoliert von den anderen Kranken. Es handelt sich, wie die „Frkf. Ztg." erfährt, um einen 48jährigen Mann, und um das Anfangsstadium der schrecklichen Krankheit, die bekanntlich unheilbar ist. Der Unglückliche ist reisefähiq und wird sobald als möglich nach London abgeschoben werden, woher er gekommen ist. — Vor etwa 14 Tagen hat ein junges Mädchen, das in einer Wirtschaft zu Mittag aß und seine Zeche nicht bezahlen konnte, dem Kellner als Pfand ein Paket angeboten, das einige gute Kleider enthalten sollte. Nachdem sich das Mädchen nicht mehr sehen ließ, öffnete man das Paket und fand darin eine in Verwesung übergegangenc Kindesleiche. [] Biedenkopf, 12. Aug. Unser freundliches Hinterlandstädtchen, das als Sommerfrische nnb Luftkurort immer mehr Aufnahme findet, dürfte vom 2. bis 5. September der Zielpunkt zahlreicher Landwirte werden. Findet doch hier aus Anlaß des 75jährigen Bestehens des landwirtschaftlichen Vereins des HintcrlandkreiscS und der 85. Generalversammlung des Vereins nassauischer Land- und Forstwirte, sowie der Generalversammlung der Herdbuchgescllschaften für das Vogelsberger Rind ein großes landwirtschaftliches F e st statt, für dessen gutes Gelingen umfassende Vorkehrungen getroffen werden. Vorgesehen ist eine Ausstellung und Prämiierung von Pferden, Rindern, Schweinen, Ziegen, Kaninchen, Bienen, Geflügel, Fischen, Obst und landwirtschaftlichen Erzeugnissen, Maschinen und Geräten. Auch eine Verlosung ist damit verbunden und können die Lose in den Kreisen Biedenkopf, Dillenburg und Marburg umgesetzt werden. An Prämien kommen außer Diplomen allerhand Gegenstände usw. etwa 4 500 Mk. an Geld zur Verteilung. Den Glanzpunkt des Festes bildet der landwirtschaftliche Festzug am 4. September, zu dem schon über 30 Wagen angemeldet sind. Der Trachtenreichtum der Bevölkerung unseres ehemals zu Darmstadt gehörenden Hinterlandkreises dürfte hier voll und ganz zur Geltung kommen. ** Kleine Mitteilunaen " u s Hessen und den Nachbarstaaten. In Großen-Linden haben sich, wie man uns an dieser Stelle mitznteilen bittet, zwei Kegelklubs neu begründet, die Vereinigung „Linksab" unter dem Vorsitz des Herrn Wilh. Größer bei Gastwirt Schaum, und „Gut Holz" unter der Leitung des Herrn Schallaß bei Gastwirt Weigandt. Vermischte». * Brände. In Berlin brach in der chemischen Fabrik auf Aktien von Schering ein heftiger Brand aus, der auf das Kampferlager übersprang. Daß Feuer war dadurch entstanden, daß eine Blase, in welcher Kampfer destilliert wurde, defekt geworden war. Drei Arbeiter konnten sich nur mit Mühe retten. — In Leipzig wurde ein durch Kurzschluß in dem Haupttelegraphenamt entstandenes Feuer sofort gelöscht. DaS beschädigte Kabel enthielt gerade die Hauptleitungen. — Eine große Papiermühle in Rochester (England) steht in Flammen. Es sind Waren im Werte von 2 Millionen vernichtet. 500 Arbeiter sind brotlos. In der Nähe der Fabrik wurden 11 große Familienhäuser ebenfalls von den Flammen ergriffen, wodurch tausend Personen obdachlos wurden. * Kleine T a g e s ch r o n i k. Tas 10 jährige Töchterchen des Landwirts Freitag in A r n st e i n (Bayern) erlitt dadurch, daß es dem glühenden Herde zu nahe kam und die Kleider Feuer fingen, so schwere Brandwunden, daß es unter gräßlichen Schmerzelt starb. — Anläßlich der Fertigstellung der 7000. Maschine in der Buchdruck-Maschinen-Fabrik König u. Bauer, Würzburg, spendete die Fabrikleitung für ihre Arbeiterkaffen 100 000 Mk. — In Nürnberg ließ sich ein Liebespaar, Karl Schneider und Gretchen Mayer, von einem Zuge überfahren. Das Mädchen war sofort tot, während der Mann leicht verletzt wurde. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. — Dort wurde der Viehhändler Albert Locher beraubt und in den Ludwigs-Kanal geworfen. Die mutmaßlichen Täter sind der Monteur Josef Gruber, 33 Jahre alt, und dessen Geliebte, die 24 jährige Arbeiterin Marie Euringer. Gruber ist 1,75 Meter groß, kräftig, hat blonden Schnurrbart. Die Euringer 1,68 Meter groß, schlank, und hat rötlich blondes Haar. Tie Beiden sollen sich nach Frankfurt gewandt haben. — Die Leiche des seit längerer Zeit vermißten Juristen Wilhelm Schulzenftein wurde am Schlauchkar„ (Tirol) von einem Jäger gesunden. Schulzenstein war abgestürzt und ist wahrscheinlich auf der Stelle tot gewesen. Die Leiche wird nach Berlin überführt. — In Roßlau wurde unter dem Verdacht, sich an einem 13 jährigen Mädchen unsittlich vergangen zu haben, der Arzt Dr. Liebe in Hast genommen. — In Köln ist gegen einen Baumeister, der heimlich in die Tabakspfeife eines Iagd- genoffen aus einem Eiseldorfe Pulver tat, das Straiversahren eingeleitet worden. Infolge der Explosion des Pulvers trug der Jäger schwere Verletzungen davon, ein anderer unglücklicher Jäger büßte ein Auge ein, und die Sehkraft seines anderen Auges ist stark gefährdet. — Seit Donnerstag ist aus Fürth der Bankier- Joel I ch e n h ä u s e r samt Familie v e r s ch w u n d e n. Inzwischen ist sestgestellt, daß Depots in der Höhe von einer halben Million fehlen. Jchenhäusers Geschäftshäuser wurden behördlich versiegelt. — Am 22. August ist beim Edelweißsuchen ein 16 jähriger Arbeiter namens Honegger vom Deven stock (Kanton Glarus) a b g e st ü r z t; er ist lot. — In Ludapusta (Ungarns schoß ein Mann infolge eines Wahnsinnansalles sieben Personen an, von denen vier töllich üeriuimbct wurden. Die einschreitende Gendarmerie mußte von der Feuerwaffe Gebrauch mndien, wobei der Irrsinnige, namens Koves, getötet wurde. — In Breslau erschossen sich der blinde Bürstenmacher Siedlaczek und der blinde Korbmacher Ienschot in ihrer Wohnung. Durch eine der Kugel wurde der blmde Flechtarbeiter Daniel schwer am Unterleib Das Motiv der Tat dürfte ungenügender Broterwerb gewcj n. trittst und WLffenschaft. — D i e Erfolge der Rinderi mpfungen iiach dem Verfahren des Prof. v. B e h r i ii g ftnb stark in Frage gestellt worden diirch die experinientellen N a ch p r ü f u n g e n des Pro s. Monsfn von der Veterinärschule in 9(liort bei Paris. Moussu ist zu dem Schluß gekommen, daß die In den Versuchstieren enthaltenen Tuberkelbazillen diirch die Behringsche Impstuig iiicht getötet ivurdeii, nnb daß die geimpften Tiere der Ansteckung durch tuberkulöse Tiere nicht widerstanden. Prof. v. Behring wird nicht iunhiir könrreii, sich hierauf zu äußern. — Wie nachträglich noch gemeldet wird, erklärte der Kais er bei seinem Aiiseiilhalte auf Villa Hüael nach dem Gesangsvortrage des Kruppschen Gesaiigvereiiie dem Dirigenten, er wolle dem Gedanken näher treten, bei G e s a n q s w e 11 st r e i t e n den Vortrag des Volksliedes o b l i g a t o r i s eh einzusühren. Statt der schwierigen Ehöre solle eine bestimmte Anzahl von Volksliedern vorgeschlagen werdeii. AxbeLterbewegrsng. Frankfurt a. M., 13. Aug. Der Zweigverein Frankfurt des Zentralverbniides der Maurer Deutschlaiids teilt der „Franks. Ztg." mit, daß bei der Firma Franz Hof hier sämtliche M a il r e r wegen Lohndifferenzen auf deren Ballten in Frankfurt, Essen, Kaiserslautern, Griesheim und Butzbach die Arbeit niedergelegt haben. Berlin, 13. Aug. Die ailsgesperrten nnb ausständigen Lithographen und Stein dr ucker nahmen heute mittag in zahlreich besuchter Versammlung die zwischen ben beiderseitigen Kommissionen getroffenen Vereinbarungen au. Sie sprachen jedoch die Erwartling an§, daß bei der vereinbarten Lohnregelung die Berliiler Verhältnisse entsprechende Aufbesserung erfahren würden. (föcricMsfaaL Hannover, 14. Aug. Tie Strafkammer verurteilte ben sozialdemokratischen Gewerkschaft? - Sekretär S ch m i d t wegen verleunlderischer Beleidig llng und Verächtlichmachung von Staatseinrichtlmgen zu zwei Monaten Gefängnis. Schmidt hatte in einer Festrede am 1. Mai von einem Blutbade gesprochen, das die Breslauer Polizei arrangiert habe.__________ OrigSttal-Drahtmel-nngerr. Homburg, 14. Aug. Der Kaiser traf heute auf dem llsinger Bahnhofe ein. Er begiebt sich zuerst nach der Saalburg lind von dort nach Schloß Friedrichhof. Saarbrücken, 14. Aug. Ein Flaschenputzer dec Aktienbrauerei erschlug nach kltrzcm Wortwechsel seinen Meister mit einer Bierflasche. Magdeburg, 14. Aug. In Schenkenhorst mnrbe beim Brande eines Hauses ein Feuerwehrmann durch stürzende Balken erschlagen, ein anderer verletzt. Hirsch berg in Schlesien, 14. Aug. Ein beim Stallweiherbau in Hermsdorf beschäftigter ausländischer Arbeiter wurde von einem Arbeitskollegen erstochen. Der Täter ist verhaftet worden. Mailand, 14. Aug. Hier kursieren im Zusammenhänge mit der Cronberger Monarchenbegegnung Gerüchte, daß noch in diesem Jahre und zwar in Mailand eine Entre- vue von vier Monarchen stattsindcn werde, und zwar würden sich hier Kaiser Wilhelm, Kaiser Franz Josef, König Eduard und König Viktor Emanuel zu gleicher Zeit einsinden. (Jedenfalls unsinnige Reporterphantasie l D. Red.) Lemberg, 14. Aug. Die hier weilenden russischen Flüchtlinge versichern, daß die umfassendsten Vorbereitungen zu einem allgemeinen Aufstand bereits getroffen feien.. Der Aufstand werde ausbrechen, sobald die Ernte beendet sein wird. Fast sämtliche im Auslände weilenden Revolutionäre seien nach Rußland zurückgekehrt, um sich in ben unmittelbaren Dienst ber revolutionären Bewegung zu stellen. Auch ber Sitz beS revolutionären Bunbes sei von Genf etappenweise nach Rltßlanb zurückverlegt worben. Große Mengen von Munition sind in letzter Zeit nach Rußland eingeschmuggelt nnb von bortigen revolutionären Führern übernommen worben. Riga, 14. Aug. Der lettische Hausverwalter Briksche würbe auf offener Straße von zwei unbekannten Tätern erschossen. Ein ihm zu Hilfe eilenber Schutzmann würbe gleichfalls getötet. Hierauf flüchteten bie Altcntätcr in ein. Haus, bas sofort militärisch umstellt würbe. Bis jetzt ist eS nicht gelungen, ber Täter habhaft zu werben. Telefomsche des Giessener Anzeigers, mitge und Indnsti Frankfurter Hör* 3%°/0 Beichsanleihe . . 98.95 3% do. . . 87.00 3K°/o Konsols .... 98.90 3% do 86 90 3 Hessen 97.80 3^°/n Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente. . 100.40 4l/s Oesterr. Silberrente 100.50 4% Ungar. Goldrente . . 95.20 4% Italien. Rente . . . 100.50 3% Portugiesen Serie I . 69.65 3% Portugiesen III 70.95 4"% °/n rnss.Staatsanl. 1905 86.00 4K’« japan. Staatsanleihe 94.90 4 % Conv. Türken von 1903 96.40 Türkenlose 144.80 4% Griech. Monopol-Anl. 54.80 4% Süssere Argentinier . 90.50 3°/„ Mexikaner .... 68.30 4^0,0 Chinesen . . • • 98.00 Aktien: Bochum Guss 245.00 Buderus E. W ... 126.00 Tendenz: fest. Berliner Börse, 1 Canada E. B 165.50 Darmstädter Bank . . . 139.60 Deutsche Bank .... 288.70 Dortmunder-Union C. . . —.— Dresdner Bank .... 157.90 Tendenz: fest. Kwirsher’ScM® teilt von der Bank für Handel ie. Giessen. ß. 14. August, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 143.00 Elektriz. Schnckert . . . 127.90 Eschweiler Bergwerk . . 256.30 Gelsenkirchen Bergwerk . 228.20 Hamburg-Amerik. Paketf. 160 30 Harpener Bergwerk. . . 213.10 Lanrahütte 233.90 Nordd. Lloyd ..... 130.50 Oberschlcs. Eisen-Industrie 126.50 Berliner Handelsges . . 169.90 Darmstädter Bank . . . 139 80 Deutsche Bank . . 238.50 Deutsch-Asiat. Bank . . 175.20 Diskonto-Kommandit. . . 183.60 Dresdner Bank . . . 158.20 Kreditaktien 211.40 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . 119.00 Gotthardbahn —•—" Lombard. Eisenbahn . . 34.25 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.50 Prince-Henri-Eisenbahn . 144.50 L. August. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 213.40 Lanrahütte 233.90 T ombarden E. B. ... 34.30 Nordd. Lloyd 130.70 Türkenlose . . . 144.20 Hcrirdell und Verkehr, Volkswirtschaft. Conrad Deines jun., Akt.-Ges., Hanau. Die Gesellschaft, die die Fabrikation von Zigarrcnkistchen, Zigarrcnwickcl» formen und Lithoqraphie betreibt, erzielte 1905 bis 1906 einen Brutto- gewinn von 136473 Mk. (i. V. 125275 Mk.). Nach Deckung der Unkosten mit 92317 Mk. (85508 Mk.) und 22565 Mk. (22752 Mk.) Abschreibungen verbleibt ein Reingewinn von 21490 ML (17 100 2)211, aus dein 4 Prozent (wie i. V) Dividende auf das Aktienkapital von 340000 Mk. gezahlt und 5000 Mk. (2500 Mk.t der Reserve überwiesen werden. Die Anlagen sieben mit :!52449 Mk. (354779 Mk.) zu Buch, belastet mit unverändert 172500 Mk. Hypotheken An Vorräten sind 168968 Mk. (109468 Mk.) verzeichnet. Debitoren schulden 127075 Mk. (119700 Mk.), während Kreditoren 108877 Mk. (64010 Mk.) zu fordern hatten. 'ch»k. >°«d«7 --ZLZ M- /'NMh'n --°rlraq UNg/^^^ «”*'*ttV**l :t.n«6mto 5®%«' wischen den b LSla5 1 (in. Tie inrn? C"9en "barten °nE en edoch sichren wi^ er Ves-:^ "retar Ä-’-’Ä Ä.*.''Sä fec traf heute auf dem gl'erst nach der Saal« 'edrichhos. :'n ^taschenpuher der cm Wortwechsel seinen n Schenkenhorst ivnrde ucrwehrmann durch mderer verletzt. Aug. Ein beim Stau, r ausländischer Arbeiter stochen. Der Täter ist ursteren im Zusammen- rchenbegegnung Gerücht in Mailand eine Entre- ^finden werde, und zwar elm, Kaiser Franz nig Viktor Emanuel all§ unsinnige Reporter- : weilenden russischen issendsten Vorbereitung betete yetroßm feien. bete die Cmit b*X mbe roeiienb*Mt' jrf, um sich m den un- n «eroeauna, zu W Bundes sei von Ern' erleai worden. ®r(W ter Zeit nach Ruhm revolutionären he Hausverwalter BnW zwei unbekannten * (enht Zchchm» «'* «" bie ®™la5 (t rourbe. W'#'1’ ^ werden. ,____ SS1»- liessen. .... I An^L,ri ' 143.00 rtriz-L^ ' • .137.* rtriz.^nckert v ' 256-30 LiK BeT!rXTe rV ' 228* lenür^ -K^ett ,w.AmenK. r 213.1O Bergwerle. - ,bitte. • * • ; . 130.50 1 Lloy^ ■ ■ j trje 126 »o :rhlc5’Eisen-W 169.v' n,T Handel^ ■ W Sa***1: .«g gebe Ban!» 17o- SU«-*11 : L .in« B«nt . SSV* ■»}? ’isenlabn ' . . 77^ ttb81bEisenb»bD ' ' i^1 ^Henri-Ei^b8hU 1307; SW . Anfang6- -13.^ ’ 833$ irpener Berr . . - ' ,mbardeDj . • A?) :rdJ.uorä- 1rkenl°,e S yt •^iß-'q^a ct c OCT c?cv c ** s <= 04 S CS o - 'S' o tyw =■.= p*e 'S'E Scv c. o C CT •— o •— J- O CT G c B c c .c< ■9 'n *^7 >d o E E — c «b> o •— r^'b ' o 'C=" c j?- CT 5 I c? : CD o CT> CD o CT CT c 3 g o s S .© © £ K A io r- CT C- » S- a 00 o CT O a S" cs 00 Z e € 'S' 8S E c K CT S o rN K © e Z E E 'S' <5 C ,6'‘c -.2 Q O £ ä. O r kO 00 E M 2 « E 3 § *c" c? E «'S 5 5 vC, S o CT 2-CC* -' A L^- CT o> <3- CT LS- «L E E ^2 c iCT -s - CD sXD O _ S := ° .2 SS © 5 CT C L'« -c — © 3 —* m 'S' C3 C c ©t>e 00 ,X CT,i0 Ö5 iß CD o®K io CT = E —' C E ■5 -2 «r 2 2 K § »§ « . E E l « « o 3 = CT Q w CT E ' CT' S-2 E' U G =3 CT ,«32. E C C JZj '*=- A.2 □ ■» E «? 'S'jQ 'S o o K)1 E 'S o E o1^ 'S E i-» O — E o E^ — — o E tSls-. :3 O CTb 5 t-> © 'S-E. ti) as E E E o A 2 E E ö O SS -K E © Z © «ft . 3 ►© ° 2.^2 - E5- » O © ' O -o __ o CT 9 3 o CT ^<►0 «ft Ob C. E 3 C . " 'b^ Sä E _ O G — o ©äo KZ .2 E £S' © jO §.5 'S1" o «i CT ED , cj Sr — vO 3 E C W « CT© nß SS' >sx -— 'n ,e ^E- K M ©D ^gjEG S o (E © aa >b 2 ►o _ o "2 ED E aa "«2 E o -O A© Z« CD E e^H © E « E ~ OJ'Wn CT r- © CT S 5 CT 'S 2 © -w © ->-< CT itt CT © m-> S CT CT © » £ «°© © _ CT CT 3 E «=E E ct 5 L«'© Esg p E © „ B CT CT w-, ©^ 5 CT*j — Cl « o 5 | — CT- 17 iS CT . CT»-- e —’ 6) © । E W E^S © »■£ CT >—. SSs» E © © CT — © itl--ct t; «ft E © E cn3".r> r? 1 m Brührsche Universitäts • Druckerei. Schuletr. Z o =5 3 O" O ■ a s O" g" § 3' o9 (3 g qö D! g H er er g P 3 yv o 6) G ' « P- g O y »SV,. Z -> to •P'® m -4 3 o CT ro ®® ®t3 nStiO P* —' ß)A m i^> 5 2: 2« CO_CD *»®OM CO o to ? 3 S ZL ZT o. ee 3J3 CD G- o‘C^ «3; ?a »G G 3 3 Z -ö>ro ro 3 2 (?)k? 3“ J,o2, =gs=^a®' = =>"‘ er o o Sf-^CD 3 — 5 8-2 -2, G »ä «§3S o G '— - G-g»O^ gc ro* 3, 3 ° P rs ss g j-1 q. 3 er _ s^9=B h? <=r &.ÄG -K- g g g <-! <—, .— 7 5 .CS 5 CCUU IÄ Ord.-Nr. ® G . R. to G 3 3 CD O 3 IST )-> CF* C D • a to® PA AO cd er g n • o 3 ftO=3J. *“1 CD cd G O 2 Ci 3 8Z D G OG P »iS 2-u» L'S 3 3 CD er 3 CD CD G " 3 D 3 3 R»=" CD G G G »SV 3 G 3 en _2-SiD 3' 2 er er er 3 D_ G ro G vv G G 2. - 3 G G ' 3 " P 3- 2,-3> SB CT CD g"X^ G x G K <5» G Q — e-t g D "2 ^3 3“ io .<* 3 So-5® -2-=S S'o.sS 2 2 G = ■ 3 D. 2 cD CM 'S* y 2 cy ^Ö” ^3 CP 3' g‘ h‘ er 22 P #4 D 3 G D cr-er* g G CT -3 !5 ^-#-r — 2 MH -• SS 31 0^2. 5 S'S'tbs G,5 G 2 3- sg rs rsrs CP ÖGCD 3 3 5> 3 § eu 5 g s o^3 3 P:. 5 3 3 rTEl2.fi 3 ««CD er g D 3* 3 3 g'S « <^'2' 3 g G) 3 e er LZM^-Z-Z,"6i G Gz — *G _ <-»J 3 <*p 8 3 J-^CP 3Ö&: U Co 02 G 3 y« ÄgjSi psrSi 3 CD gCD 3 G » 3 3 G 3 3- H CD P 3 P 3 CD 3 3 3 3 *S) CP <5> W öö o. '•CD 3 2 CD ■ö'S 3 §1=2 cS -S- 3 Cti ® g ,_2»S> p • G « G p 2 p ^co cp m3 2, 2C2 'S-cy — • G KSfG p^o<3 3 G -s X *- CD 00 S cy G ।__yv G G? ■ ■ p: LZ 2 ^'Ö’C3< Z G 3. 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