ISS. Jahrgang Erstes Blatt Amts- und Anzeigeblatt für den Mreis Gießen Ernst Ludwig. Ewald. Nr. 26« Erscheint tfißltJ) quget Sonntags. Dein (Siebener Anzeiger werden hn Wccliiel mit den, hessischen Landwirt die Liehener Familien« blätter vierinal in der Woche beigelegt. RotcuionSdrud u. Verlag der Brüh l'ichen Univers.»Buch-u.Sleln- bruderet. R. Lange. Redaktion, Ervedttüm und Druderetr Gchalstratze 7. Redaktion 112 Verlag u.Exved.s^^bl Adresse für Tcvef.ben: Anzeiger Gießen. diePost Alk.2.—viertel- fährt. ausschl. Beslellg, Annahme von Anzeigen für die Tagesnunliilee biß vormittag« 10 Uhr. ZeilenvreiS: lokal 12 Ps^ außmärt# 20 Pig. Verantwortlich tüt den poltL und aUgem. Teil: P. Wi11ko: tüt „Sladl und Land* und .ÄerlchlsfaatV Ernst Petz; für den Anzeigenteil: Sans Beck. Montag 12. November 1808 VeLNgdpret»« monatlich 7b Pi., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigflellen inonatlich 65 Pf.; durch Allerhöchster Gnadenerlaß. Ernst Ludwig von EotteS Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein pp. Wir haben Uns aus Anlaß der glücklichen Geburt des Erbgroßherzogs bewogen gefunden, die Strafe allen Personen in Gnaden zu erlassen, die im Gcoßherzogtunt durch ein bei den bürgerlichen Gerichten ergangenes Urteil oder dlirch Strafbefehl zu Gefängnis, Fefl- ungshaft, Haft oder Geldstrafe verurteilt ivorden sind: 1. wegen Majestätsbeleidigung usw. nach den §§ 05, 97, 99 oder 101 des Strafgesetzbuchs; 2. wegen Beleidigung einer Behörde, eines Beau, t en, eines Religionsdieners oder eiued Mitgliedes der bewaffneten Macht in der Ausübung ihres Berufs oder in Beziehung auf ihren Beruf nach den £§ 185 oder 186, verbunden mit § 196 des Strafgesetzbuchs; 8. wegen Zuwiderhandlung gegen bie Bestimmungen des Iorstund F e l d st r a f r e ch t s, soweit nicht wegen Rüdsalis, getverbs- oder geivohnheusinäßiger Begehung auf Geiäng- uisfaaie erkannt ist. Insoweit diese Stra'en bereits voU« streckt worden sind, behält eS hierbei sem Bewenden. Dazu verfügen Wir folgendes: a) Der Gnadenerlaß findet nur auf Strafen Anwendung, dte spätestens mit Ablauf des Tages, an welchem der gegenwärtige Erlaß im Regierungsblatte erscheint, rechtskräftig geivorden sind. b) Nebenstrafen und Kosten, sowie Schadenersatzgelder sind im Gnadenerlaß nicht einbegriffen. e) Verurteilte der in Absatz 1 bezeichneten Art, die in der Verbüßung einer Freiheitsstrafe bereits begriffen sind, sollen alsbald nach dem Erscheinen des gegenwärtigen Erlasses im Regierungsblatte entlassen werden. d) In den unter Ziffer 2 bezeichneten Fällen begründet es keinen Unterschied, ob der unmittelbar Beteiligte oder sein amtlicher Vorgesetzter den Strafantrag gestellt hat. e) Ente Gesamtstrafe, zu der eine Person wegen mehrerer strafbaren Handlungen verurteilt worden ist, gilt nur dann als erlassen, ivenn alle in der Gesamtstrafe enthaltenen Einzelstrasen unter den Gnadenerlaß fallen. Fällt darunter nur ein Teil der tn der Gesamtstrafe enthaltenen Euizelstrafen, so ist Unser Ministerium der Justiz ermächtigt, die Strafe ganz oder zu einem angemessenen Teile zu erlassen. i) Unser Ministerium der Justiz ist ferner ermächtigt, bezüglich solcher * rchtskrä'üg bestrafter Personen, die nicht unter den Gnadenerlaß fallen, ober aus besonderen Gründen der Gnade würdig sind, die Strafe ganz oder teilweise zu erlassen. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedrückten Großherzoglichen Siegels. pflichtet ist, darüber zu wachen, daß die Gehalte im richtigen Verhältnis den zu stellenden Anforderungen stehen. Gegen diese Entscheidung ist im Verwaltungsstreitversahren zu entscheiden. Der Bürgermeister wird nach Art. 78 auf zwölf, der besoldete Beigeordnete auf 6, höchstens 12 und der unbesoldete Beigeordnete aus 6 Jahre gewählt. Von Interesse ist die Abänderung des Art. 113, welcher besagt: Die Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung werden nach Stimmenmehrheit gefaßt. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vor-, sitzenden." Gegen die letztere Bestimmung erhob der Ausschuß Widerspruch und verständigte sich dahin, den Vorsitzenden ganz auszuschließen. Es soN vielmehr die Bestimmung eingefügt werden, daß bei allgemeinen Vorlagen' und Sttnrmengleichheit ein Antrag als abgclehnt betrachtet wird, eine seitens oer Bürgermeisterei eingebrachte Borlaae bet Stimmengleichheit jedoch als angenommen gilt. Die Beratung wurde bis Art. 119 gefördert und dann die Fortsetzung auf nächsten Dienstag vertagt. So lesen wir heute in der „Darmst. Ztg." Dieser Gnadenerlaß ist wieder ein beredtes Zeugnis für die Güte unseres Großherzogs. Die Amnestie beschränkt sich nicht, wie die preußische nach Geburt eines bei» einstigen Erben der deutschen Kaiserkrone, auf eine ganz verschwindend geringe Zahl von Majestätsbeleidigern, deren es im Juli d. I., bei der Taufe des taiserlichen Enkels, in ganz Preußen nicht viel mehr als ein halbes Dutzend Leute gab, sondern umfaßt auch alle Beamtenbeleidigungen, sodaß z. B. auch der Langsdorser Altbürgermeister Köhler straffrei aus geht. Das schönste Recht gekrönter Häupter ist das der Gnade. Nicht ein Prüsentiermarsch für ein Luftschiff, sondern eine landesherrliche Gunstbezeugung von wertreichendem Umfang, das ist es, womit Großherzog Ernst Ludwig seiner Freude über das Gnadengeschenk eines Leibeserben Ausdruck verleiht. Das hessische Volk versteht diesen Gnadenbeweis und würdigt ihn darum doppelt. Er verstärkt noch die Festigkeit der Baude, die Fürst und Volk in Hessen einen. Zur Reform der hessischen Städteordnung. R. B. D a r m st a d t, 9. Novi Der jVerwaltungsrevisionsausschuß der 2. Kammer begann heute die erneute Durchberatung des Gesetzentwurfs, betr. die Städteordnung. Von der Regierung wohnte Ministerialrat Dr. B e st der Sitzung bei. Der erste Titel, der die Einrichtung der städtischen Verwaltung behandelt, bestimmt, daß jede Stadtgemeinde im Sinne dieses Gesetzes einen Verband zur Selbstverwaltung ihrer Angelegenheiten mit den Rechten einer Körperschaft des öffentlichen Rechts bildet. Stadtvorstand ist der Bürgermeister, und die von lüjm vertretene Behörde führt die amtliche Bezeichnung „Großh. Bürgermeisterei". Der Ausschuß hatte gewünscht, statt Bürgermeisterei zu setzen: „Bürgermeisteramt", die Regierung sprach sich jedoch dagegeri aus. Im Titel „Bildung, Um gefall tun g und Auflösung der Stadtaemeinüen" wirb u. a. bestimmt, daß die Trennung einer &tabtgcmeinbe in zwei oder mehrere Gemeinden „auf Antrag Beteiligter" mit Zustimmung der Stadtvertretung nach Anhörung des Kreistags von der Krone genehmigt werden kann. Diese Bestimmung erschien dem Ausschuß zu unbestimmt und man einigte sich dahin, zu setzen „auf Antrag von mindestens ein Zehntel der Gemeindeangehorigen". Die Titel Abgrenzung einzelner Ge- markungsreile, Ortsstatuten, Die Angehörigen der Gemeinde, ihre Rechte und Pflichten, Ortsbürgerrecht, Zusammensetzung und Wahl der Stadtverordnr^nverjamtnlung sanden ohne wesentliche Abänderungen Zustimmung. Bei Art. 41 wird bestimmt: Wahlberechtigt sind: 1. alle in der Gemeinde wohnenben Ortsbürger, 2. alle männlichen Einwohner, welche die deutsche Reichsangehörigkeit besitzen und seit 2 Jahren den Unterstützungswohnsitz in der Gemeinde erworben haben, unter der Voraussetzung, daß sie am Wahltag das 25. Lebensjahr erworben haben und vom 1. April des dem Rechnungsjahr, in welchem die Wahl stattfindet, vorhergehenden Jahres an gemeindesteuer- pflichtig sind. — Darnach beginnt also, da der Unterstutz- ungswohnsitz laut Reichsgesetz nach Ablauf von 2 Jahren eintritt, die Wahlberechtigung nach 4 jähriger Ortsanwesenheit. Im Ausschuß wurde diese Frist als eine zu lange bezeichnet und eine Verkürzung derselben gewünscht. Der Regierungsvertreter wies jedoch darauf, hin, daß eine neu? ReichsnUoelle in Vorbereitung sei, in der bestimmt werden soll, daß der Unterstützungswohnsitz schon nach einem Jahr erworben werde. Der Ausschuß sah daher von einer Veränderung der neuen Vorschrift vorerst ab. Die beiden Sozialdemokraten hatten die Streichung des ganzen Artikels verlangt, also, wie zur Reichstagswahl, nur die Ansässigkeit als genügend erachtet. Nach Art. 46 werden die Stadtverordneten auf neun Jahre gewählt, doch scheidet nach je drei Jahren ein Dritteil aus. Bei Art. 50, der über die Einleitung und Durchführung der Wahl Bestimmung trifft, wurde ein Antrag Molthan-Schmidt mit zur Beratung gestellt, welcher das Verhältniswahlsystem bei Städten mit mehr und 10 000 Einwohnern festsetzt. Die Regierung nimmt zu dem Antrag eine abwartende Stellung ein. Der Ausschuß sprach sich aber sehr entschieden für die Einführung der Verhältniswahl aus. Bei Art. 68, welcher von der nochmaligen Wahl handelt, soll eine Bestimmung eingefügt werden, wonach ter Bürgermeister, der wiedergewählt werden wird, pekuniär nicht schlechter gestellt werden darf, als vor der Wiederwahl. Wenn ihm die Stadt nur einen geringeren Gehalt zahlen will, soll er das Recht haben, sich pensionieren zu lassen. Der nächste Abschnitt des Gesetzentwurfs behandelt die Besoldung, die Wahl und das Ausscheiden des Bürgermeisters und der Beigeordneten aus dem Amt. Dabei wird bestimmt, daß der Bürgermeister besoldet fern muß, die Stadtverordneten- versammluna vor Abhaltung der Wahl über die Höhe der Gehalte beschließt uno die gefaßten Beschlüsse der Genehmigung des Kreisrats unterliegen, der befugt und verOrdcntliche Evangelische Landessynode. Darmstadt, 10. Nov. V. Das Eröfsnungsgebct wird heute vom Pfarrer L ü h 1 - Rieder- Eschbach gesprochen. In der Schlußdebatte über den Fall Korell teilt Syn. Pfarrer Wahl- Langen mit, er faße vom Sekretär der „Bereinigten Liberalen" eine nähere Mitteilung darüber erhalten, daß Pfarrer Kvrell am Gründonnerstag und Karfreitag leine politische Versammlung abgehalten habe. Redner wendet sich dann gegen einige Aeußerungen des Sup. D. Florir^. ES sei unzutreffend, daß Kvrell früher sozialde.nekrotische Stimmzettel verbreitet habe. Es sei auch nicht richtig, wenn behauptet wurde, es sei das erste Mal in Deutschland, daß eine Kirchenbehörde in der Weise gegen einen Pfarrer vorgeht, wie es das Oberkonsistorium getan hat. Redner lueubet «ich dann in scharfen Worten gegen die Sozialdemokrat^. Es gebe in der ganzen Welt keine Partei, die so antinational und so schroff in ihren ganzen radikalen Anschauungen sei, wie die deutsche Sozialdemokratie. Dem Syn. Prof. Dr. Drews gegenüber bemerkt Redner, derselbe dürfe doch nidjt den Idealismus sür feine Jugend allein in Anspruch nehmen wollen. Schließlich empfiehlt er die Annahme der von ihm und dem Syn. Vogt eingebrachten Resolution. Superintendent D. Flöring stellt einige Aeußerungen des Vorredners richtig. Syn. Pfarrer D. Schlosser-Gießen erklärt, daß er sich der ResolutionWahl-Bogtnichtan schließenkönne, so gerne er bereit sei, eine Vertrauenskundgebung für das Ober- lonsistorium mit zu unterschreiben. Bezüglich seiner Kritik der Rede des Prälaten erkläre er, daß ihm jede Art von Verlegung vollkommen ferngelegen habe. Sollte dies aber doch in irgend einer Weise geschehen sein, so bitte er um Entschuldigung. Er habe lediglich pflichtgemäß seiner Ueber^ zeugung Ausdruck geben wollen. Oberkonsistorialpräs. I). Buchner bemerkt, er könne bie Ansicht nicht teilen, daß durch die Annahme der Resolution das freie Leben in der Kirche unterbunden werde. Er bitte, die Resolution möglichst einmütig anzunehmen. Prälat D. Walz spricht seine Freude aus über die nahezu einstimmige grundsätzliche Uebereinftimmung, welche bie Beurteilung des Falles Kvrell in der Synode gefunden habe. Von der lobten Erklärung des Syn. D. Schlosser habe er mit Befriedigung Kenntnis genommen. _ Es fei doch wohl als selbstverständlich zu erwarten gewesen, daß sich der erste evangelische Geistliche dcS Landes auf den Boden de» Evangeliums stellte. Es wäre verhängnisvoll, wenn dies nicht geschehen wäre. Präsident O. Stamm, der inzwischen den Vorsitz seinem Stellvertreter, Syn. Brand-Mainz übertragen hat, legt nun ebenfalls seinen Standpunkt zu der ganzen Frage dar. Er habe gefunden, daß in der Jugend, auch der theologischen, eine gewisse Vorliebe für den Radikalismus vorhanden fei. Man sagt, bas sei ein idealer Zug der Jugend. Das mag manchmal der Fall sein, aber durchaus n icht überall. Man dürfe auch nicht vergessen, daß bie Idealisten ost mißbraucht würden oder sie ließen sich verwirren. Es komme ja oft im Leben Giehener Stadttheater. Der Helfer. Schauspiel in 4 Auszügen von Felix Philippi. (Erschienen in Heft 346/47 von „Nord und Süd") Herrn F. Philippi ist nach seinem neuesten Schauspiel, das uns Herr Direktor Steingoetter schon für den Scyluß der vorigen Spielzeit versprochen hatte, wieder in mancher heftigen Philippika oorgehalten worden, er sei zu theatralisch. Nicht mit Unrecht. Denn es leistet doch viel zu sehr auf reale Wirklichkeit Verzicht. Aber dafür besitzt es doch auch alle Vorzüge der Tl)eatralik. Philippi tvählte zunächst einen wirksamen Stoff, der freilich seit Björnsons „Fallissement" und früher noch als dankbar sich bewährt hat und zu dem ihm der alte Augier („Haus Fourchambault") und neben manchem anderen noch namentlich Sudermann als „Helfer" die Hand zum Bündnis reichten, b-as ihn zum Siege führen sollte. Da sind z. B. ein neuer „Herr Senator"', allerdings kein so lustiger, wie die Herren Blumenthal und Kabelburg einst zu bieten hatten, ein sittenstrenger Papa, der ä la Sudermanns Oberstleutnant aus der „Heimat^ mit dem Revolver in der Hand einen Ehebund fastet, und dessen Töchterlein, von dem es heiHt, sie sei bei Leibe keine höhere Tochter, sondern „mehr Mau- passant mit einem kleinen Stich ins Wedekiudtsche. Ein wundervoller kleiner Racker. Sie spricht mit der größten Seelenruhe so halsbrecherische Dinge, daß man sich fragt: Ist das nun größte Naivität oder größtes Raffinement? Man wird nicht recht klug aus ihr. Ich glaube, sie führt alte am Narrenjeil. Sie rann einen um den Verstand bringen . . ." Die Famttienäynlichtett mit Thea in Sudermanns „Blumenboot" liegt auf der Hand. Sudermann wie Wrlipp.i. bemühten sich nut unherlrgstenr Gtifar, das verwöhnte und verderbte Muttersöhnchen, das auf den Bühnen seit des braven L'Arronge Zeiten uns bis zum Ueberdruß geschildert worden ist, in seidenrauschende Frauenröckchen gekleidet vorzuführen. Man könnte Verdacht hegen, wenn nicht Philippi vor der Wiener Premiere feines „Helfers" durch die gesamte Theaterpresse hätte vertünden lassen, daß er das Stück „bereits vor fünf Jahren begonnen" habe. Während uns Sudermann in seinem „Blumenboot" in ein Cabaret schleppt, das der poetische Name „Meerschweinchen" ziert, lockt uns Philippi in baä lauschige Allerunheiligste eines seestädtischen Don Juans von unermeßlichen Reichtümern. Und beide, Sudermann wie Philippi, zeigen sich als raffinierte Bühnenfäseure. Beide verstehen sich kunsthand- wertsmeisterlich auf den Szeneubau, verstehen eine glatte und geschickte, hin und wieder recht schmackhaste, jedenfalls mit glitzernden Apercus und Bonmots ausgestattete Konversation zu machen. (Ich registriere nur einen Witz des Philippischen Stückes: Ein näselnder Lebejüngling fragt feine Schwester: „Was ist der Reserveleutnant?" Antwort: „Eine Ueber flüssig kett") Sie lassen ihre recht unrealistisch cl)arakrerisierten, siruisreichen Figuren wirksam auf» und abtreten, sind gewiegt im Erfinden packeiider, besonders' aber Pikanter (Situationen, sowie in der Steigerung der Ereignisse und in der unauffälligen Orientierung des Zuschauers über alles, was ihm zur Erfassung der Vorgänge nötig ifa Das sind immerhin auch Vorzüge, die mancher ernste Dichter nur allzusehr unterschätzr. Die Kenntnis der Theatraltt ist keineswegs etwas Ueberflüssiges, sondern für die Bühnenwirkung eine unerläßliche Bedingung. Manches echten Dichters Drama ist bühnenunwirksam, weil feine echten Menschen zu viel reden und zu wenig tun. Philippi und Sudermann gehören heute zu unseren kundigsten Meistern bet Lhecttralik, uno es wäre zu wünschen, daß sie als solche auch von unseren besten Poeten beachtet würden. Philippis „Helfer", der bereits ins Französische übersetzt ist und unseren Nachbarn jenseits unserer schönen Vogesen wegen seiner echt französischen Mache mehr gefallen dürfte als uns wackeren Deutschen, ist merkwürdigerweise nicht, wie die meisten seiner früheren Bühnenwerke, feit seinen „Wohltätern der Menschheit" (Kaiser Friedrichs KrankheitSgeschichte), ein Schlüsselstück, sondern eher ein Kassenschlüsselstück. Denn ungemein packend ist hier wieder die Handlung, eine Lust für alle, die im Theater nicht durch echte Kunst erquickt oder erschüttert, sondern nonchalant und pikant unterhalten fein »vollen. Und darum dürfte Philippis „Helfer" ein Helfer jeder Theaterkasse sein, so viel Unbegreifliches sich in dem Stücke niid) zuträgt. Das Unbegreiflichste ist wohl, daß der Titelheld, der das Senatorstöchterlein zur geläuterten Liebe hinauf und den Senator auS allen Finanznöten hinaus rettende Bankdirektor Stemharler, un5 zunächst geschildert wird als ein ficinharter Mensch mit 9laubtierbüd, als ein eingefleischter Egoist, sich schließlich aber entpuppt als ein Windelweicher von den gemütlichsten Regungen; und die scharfsichtige, derb- ehrliche Frau Agnes v. Heidepnem vom Lande gibt dazu überzeugungstreu ihren Segen! Und dann die ganz unnatürliche und gewaltsame, durch Bruch eines Ehrenwortes, über« rumpelnde Fiktion und Umwandlung der Hauptcharaktere herbeiqesührte Lösung des Konfliktes! „Eh du mon Dien, mon Dieu“, möchte man am Schluffe mit Wedekinds Hamburger Ueberbrettellied singen. Tadellos aber, und deshalb das Hauptverdienst am Erfolge tragend, war die Aufführung: der Senator des Herrn Kindermehl an Verdauungs^ Störung. Darmkatarrh, k Diarrhoe etc. » legene Teil des Seltersbergviertels nach der Wieseck hin entwässert wird. Der von den Bauunternehmern H. Winn und Becker gemeinsam auSgeführte Tunnel, der überaus sauber in Gail'schen Klinkern hergestellt ist, soll nicht allein der Kanalisation dienen, sondern er ist so angelegt, daß, wenn es erforderlich wird, darin auch noch die Wasser- und Gasleitung und das Kabel für elektrische Energie untergebracht werden kann. Die Arbeiten für die Kanalisation des oberen und unteren Seltersbergviertels sind soweit gediehen, daß im kommenden Jahre mit den Hausanschlüssen vorgegangen werden' kann. cb. Laubach, 10. Nov. Der verstorbene Altbürgermeister Ritter hat dem hiesigen Kriegerverein 300 Mk. vermacht. Die Spende soll im nächsten Somuter zum Besuche des Schlachtfeldes von Graoelotte Verwendung finden. — Gestern abend fanden sich Freunde des nach Bad-Nau- heim versetzten Gerichtsassessors Weiß im Kasino zu einer Abschiedsfeier ein. Während seiner dreijährigen Amtsführung wußte der Scheidende sich die Anerkennung der Kreise, mit denen er zu verkehren hatte, zu erwerben. Tas bewies die Anwesenheit unserer Vertreter der Nachbargemeinden. Abschiedsmorte widmeten Oberamtsrichter Zimmermann, Forstmeister Andre und Bürgermeister Jochem. -o-. Harbach, 11. Nov Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl erhielt Georg Münch IV. 46 Stimmen, sein Gegenkandidat 35 Stimmen. -j- Bellersheim bei Hungen, 10. Nov. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten hier Landwirt Nikolaus Göbel und seine Ehefrau, geb. Bopp. S. K. H. der Großherzog hatte dem Jubelpaar sein Bild geschenkt, das Oberkonsistorium sandte eine Bibel. Herr Göbel ist langjähriges Mitglied des Kirchenvorstandes. Es fand ein besonderer Gottesdienst statt, an dem die ganze 'Gemeinde teilnahm. hs. Bad-Salzhausen, 9. Nov. Durch die Arbeiten, die das Tiefbauamt Nauheim an den hiesigen Quellen vorgenommen, ist die neu entdeckte Soolquelle mit Kohlensäure unter der Erde in die Lithiumquelle eingedrungcn, so daß die Lithiumquelle jetzt annähernd 130 000 Liter Wasser bei 16 Grad Wärme täglich abgibt, wahrend die neue Quelle verschwunden ist. Seit zwei Monaten konnte durch die langwierigen Arbeiten den Bestellern kein Lithiumwasser geliefert werden. Statt der für Oktober hiev vorgesehenen Tief- bohrungen werden jetzt in Bad-Nauheim Bohrungen vorgenommen. Durch öffentliche Volksversammlungen in hiesiger Gegend soll demnächst gegen die Zurücksetzung des Bades Salzhausen protestiert werden. X Aus der Wette rau, 11. Nov. Ein schweres Unglück trug sich in dem Mangan-Bergwerk bei Nosbach zu. Dort stürzte der ledige Arbeiter Rühl in einen Schacht und wurde als Leiche heraufgebracht. Er ist auS Köppern. — Dem Kriegerverein zu Ober-Mörlen wurde durch Krcisamtmann Werner die Kaiserschleife überreicht. — Bei Heldenbergen fand man im Walde die stark verweste und angefreffene Leiche eines ManneS. Der Kopf hing noch in einer Schlinge am Ast. w. Wetzlar, 11. Nov. An dem ehemaligen Münzgebäude, dem am Eisenmarkt gelegenen Metzgermeister Feiling gehörigen Hause wurden durch RegierungSbaumeister Hehl wunderbare Schnitzarbeiten auS dem Jahre 1599 bloS- gelegt. Die Stadtverordnetenwahl ist äußerst ruhig verlaufen. In der 3. Wahlabteilung wurde die Liste des Wählerverein§ glatt durchgeführt. Kein sozialdemokratischer Kandidat ist durchgekommen. [] Marburg, 9. Nov. Dem Haltesteklen-Vor- steher in Station Kükte-Wetterburg der Eisenbahn Marburg-Warburg wurde vorgestern beim Anhängen eines Wagend ein Arm und ein Bein abgerissen. Der Aermste starb alsbald. Seine Frau hatte von der Wohnung aus das Unglück mit angesehen. Biedenkopf, 9. Nov. Nach der neuesten Volkszählung hat der Kreis Biedenkopf 21813 männliche und 23790 weibliche, zusammen 45 663 Einwohner. h. Frankfurt a. M., 9, Nov. In der Angelegenheit de§ Stadtv. Zielowsky hat das Oberlandesgericht heute den Beschluß der Strafkammer aufgehoben und das Verfahren für eröffnet erklärt. Danach wird sich also der Stadtverordnete Zielowsky demnächst vor der Strafkammer verantworten müssen. — Das 4 Jahre alte Kind des Gastwirts Käsinger in der alten Mainzergaffe setzte durch Spielen mit Streichhölzern seine Kleider in Flammen. Als die Mutter hinzukam, stand das Kind in Hellen Flammen. Es trug am ganzen Körper schwere Braud- wunden davon und mußte nach dem Spital gebracht werden. — Das verstorbene 1% Jahre alte Kind der Eheleute Tragisch, Wickererstraße, wurde infolge Anzeige der Hausbewohner auf dem Friedhöfe obdueiert, wobei sich ergab, daß es schwer mißhandelt worden ist. U. a. schweren Verletzungen soll das Kind einen Schädelbruch gehabt haben. Gegen die Eheleute ist Strafanzeige erstattet. Aus Stadt und Land. Gießen, 12. Nov. 1906. ** Ordensverleihungen. S. K. H. der Groß- Herzog haben dem Oberzahllneister Hoffmann im Königl. Preuß. Füsilier-Regiment von Gersdorff (Kurhessischen) Nr. 80, seither im 4. Großh. Jnf.-Regt. (Prinz Karl) Nr. 118, das Ritterkreuz 2. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — S. M. der König von Preußen hat dem Oberbürgermeister von Mainz, Dr. jur. Göttel- mann den Kronenorden 3. Klasse verliehen. — In Audienz empfangen wurden von S. K. H. dem Großherzog am Samstag u. a. Oberlehrer Kolb von Nidda, Pfarrer Fischer von Alten-Buseck, eine Deputation der evangel. Landessynode, bestehend aus Professor v. Stamm von Gießen, dem Direktor Brand von Mainz, Oberamtsrichter W a h l von Schlitz und Pfarrer v. S ch l o s s e r von Gießen. - Vom Kirchenvo^stand. Im gestrigen Vormittagsgottesdienst fand in der Johanneskirche die Verpflichtung und Einführung beS in den Kirchenvorstand der Lukasgemeinde gewählten RechnungSratS Bernhard statt. Die Verpflichtung und Einführung des gleichfalls gewählten RegierungSrats Dr. Wagner konnte nicht erfolgen, da dieser inzwischen als Oberrechnungsrat nach Darmstadt versetzt wurde. Die beiden Herren waren anstatt der verstorbenen Herren Ingenieur Schiele und Prof. Dr. Strack gewählt worden. In den Gesamtkirchenvorstand wurde für den letztgenannten Geh. Forstrat Prof. Dr. Wimmenauer gewählt. — Die Hessische Vereinigung für Volkskunde hält am Montag im Cafö Ebel eine außerordentliche Generalversammlung ab. Nach der Erledigung des geschäftlichen Teils hält um 71/, Uhr Lehrer Neumann aus Großen-Buseck einen Vortrag über .Glockensagen". ** Zum Gesamtgastspiel Rosa Poppe mit Ensemble Berliner Bühnenkünstler schreibt man uns aus dem Bureau de? StadttbeaterS: Wie nicht anders zu erwarten, zeigt sich für das Dienstag stattfindende »S a p p h o" - Gastspiel der Berliner Künstler ein überaus reges Interesse, das sich in zahlreichen Billetbestellungen kundgibt. Diese Gesamtgast- sprele bringen uns nicht .Stars" im Einzellicht, sondern innerhalb eines eingespielten Ensembles namhaiter Berliner Künstler und innerhalb einer einheitlich und stilgerecht gestalteten Aufführung. • • Der Bauersche G e s a ng v e r e i n, deffen aktive Mitgliederzahl einen erfreulichen Zuwachs erhalten und weit über 60 gestiegen ist, unternahm gestern einen Familien a u s s l u g nach der „Karlsruhe". Gesangsvorträge und Tanz bereiteten den zahlreichen Teilnehmern einige fröhliche Stunden. * * Abreißkalender. Die Firma I. Jttmamt hier bringt zum neuen Jahre einen .Riesenkalender heraus. Er wird an Geschäftsleute und Behörden gratis verabfolgt und kann schon heute in Empfang genontmen werden. * • Das Schlußstück der Kanalisation des fior, daß jemand, ber nicht gerade als Großkapitalist auf btc Welt kam, sondern als Beamter seinen Beruf erfüllen müsse, auch 'mal einen Verweis erhalte, das brauche man aber nicht gleich so tragisch zu nehmen. Er halte es für eine Pflicht der obersten Kirchen behörde, einzuschreiten, wie sie es getan hat, wenn sie die Ueberzeugung gewinnt, daß eine notwendige Veranlassung dafür vorlag. Eine Synode solle die Kirchenregter- mtg an der Ausübung ihrer Pflichten nicht hindern, sondern sie txmn unterstützen (Beifall) und deshalb bitte er. die Resolution Wahl-Vogt anzunehmen. _ CS folgt nun noch eine Anzahl persönlicher Bemerkungen, worauf die fast dreitägige Debatte über den Fall K o r e 11 geschlossen wird. Die Sitzung wird darauf längere Zett Snterbrochen, da das Präsidium zur Uebevreichung der Glück - 'unschadresse vom Großherzog empfanaeN wer- Rach Wiederaufnahme der Sitzung teilte der stellvertretende Vorsitzende, Direktor Brand-Mainz mit, daß der Großh^zog das Präsidium sehr freundlich empfangen habe und über die herzlichen Glückwünsche hocherfreut gewesen fei; er beauftragte das Präsidium, allen Mitgliedern herzlichst zu danken und zu grüßen Im Anschluß hieran brachte die Synode ein dreimaliges Hoch auf den Großherzog und sein Haus aus Es wird darauf zur A b st i m m u n g über die beiden vorliegenden Resolutionen geschritten, die auf Antrag des Syn. Wahl- Langen durch Namensaufruf erfolgt. 1 Wir haben das Resultat bereits am Samstag mitgereM. Die Shnode erklärt, daß die vom Großh. Oberkonsistorium gegen Pfarrer Korell getroffene disziplinarische Entscheidung vom xem rechtlichen Gesichtspunkte aus verschiedenartige ^Beurteilung zuläßt, spricht aber der KirchenbeHorde das Vertrauen aus. daß sie auf Grund gewissenhaftester Berücksichtigung aller Umstände ihre Entscheidung getrossen hat. Die den Einzelfall Kvrell und dessen formale Behandlung weit überragende Bedeutung erblickt sie aber in der Tatsache, daß Großh Obev- konsiftorium durch seine Stellungnahme unzweideutig kund gab, daß irgend welche politische Förderung oder Begünstigung der heutigen Sizialdemokratte mit den Amtspflichten eines evangelischen Geistlichen unvereinbar ist. Diesen Standpunkt billigt die Synode ausdrücklich. ... Von den neun Unterzeichnern des ersten Antrags hatte sich Syn. Dornseiff auch der zweiten Resolution angeschlossen. Nach der Feststellung des Abstimmungsergebnisses betonte Pfarrer D. Schlosser und nach ihm auch die übrigen sieben Gegner der Resolution, daß sie trotz ihrer Abstimmung dem Großh Oberkonsistorium ihr vollstes Vertrauen entgegenbrächten. Nachdem die Synode bann noch einige weitere Punkte erledigt, vertagt sie sich auf Montag. 1 Waä) Schluß der Beratung über den „Fall Korell" beschäftigte sich die Synode noch eingehender mit dem vom Oberkonsistorium .totgelegten _ , , Ä Anhang geistlicher Lieder zum Gesangbuch der speziell für Jugendgottesdienste und für freie Versammlungen der Gemeinden bestimmt sein soll. Der Sonderausschuß der Synode für die Herstellung eines solchen Anhangs hat darüber- durch den Synodalen D. Schlosser-Gießen einen ausführlichen Bericht erstattet. Derselbe bemerkt, daß ein solcher Anhang nicht bloß ganz bestimmten, int Gemeindeleben heroorgetretenen Bedürftiissen entspreche, sondern auch den Bestrebungen, die evang. Kirche volkstümlicher zu gestalten, entgegenkomme und aus beiden Gesichtspunkten lebhaft zu begrüßen sei. Um den allg^ meinen Gebrauch des Anhangs zu sichern und möglichst rasch Lurchzuführen, würde es sich empfehlen, kein Gesangbuch mehr ohne Anhang herzustellen. So erwünscht es auch für die Einführung der Melodien gewesen wäre, den Anhang nur mit Noten h:raus- zugeben, so wird es sich doch nicht vermeiden lassen, so lange es noch Gesangbücher ohne Noten gibt, für diese auch den Anhang ohne Noten zu liefern. Ms das zu erstrebende Ziel sieht aber der Ausschuß die allgemeine Einführung des Gesangbuchs mit Noten und die Beseitigung der Ausgaben ohne Noten an. Die Synode beschloß nach längerer Debatte: I. Den vorgelegten Entwurf eines Anhangs geistlicher Volkslieder für Jugendgottesdienste und für freie Versammlungen der Gemeinde zur Darbietung an die evangelischen Gemeinden zu genehmigen; IL das Großh. Oberkonsistorium zu ersuchen, es wolle: 1. den Anhang in verschiedenen Formaten des Gesangbuchs, und zwar zu den notenlosen Ausgaben auch ohne Noten, Herstellen lassen, 2. zum Zwecke des Separatgebrauchs eine Llusgabe mit besonderem Umschlag und Titel veranstalten, 3. sofern nicht besondere Wünsche (§ 3 des Derfaffungs- edikts) entgegenstehen, fünftig kein Gesangbuch mÄw ohne Anhang zum Verkauf bringen lassen, 4. alsbald die Melodien _ des neuen Anhangs in vierstimmigem Satz bearbeiten lassen und in einem Anhang zum Chvralbuch herausgeben, 5. die Einführuüg einer einheitlichen Ausgabe des Gesangbuchs nur mit Noten in Aussicht nehmen, und dazu:, a) eine noch handlichere Gestalt des Formats der Ausgabe mit Noten, b) die Herstellung dieser Ausgabe in besserer Ausstattung und mit verschiedenen besseren Einbänden, und c) die Uebemahme dieser Ausgabe in eigenen Verlag in Erwägung ziehen. Weiter wurde noch über den Antrag Jost- Bechtheim beraten „Hohe Shnode wolle Großh. Oberkonsistorium veranlassen, einen der Gerechtigkeit und Billigkeit entsprechenden Ausgleich der Vergütung der Geistlichen für ihre dienstlichen Funktionen in den Gefängnissen zu erftreben." Der Shnodalausschuß, der durch den Syn. Dekan Schrimpf- Dutzbach schriftlichen Bericht darüber erstattet hat, erkennt an, daß die Seelsorge in den Gefängnissen für den Geistlichen manchmal eine recht mühevolle ist, beantragt jedoch, den An trag ab- zulehnen, indem er hinzufügt: Die hessische evangelische Geistlichkeit sucht eine Ehre darin, ganz und voll ihre Schuldigkeit Bakos, der Gerhard des Herrn Greeff, das Teufelsbrätchen Beate de8 Frl. Schellenberg, der Steinharter des Herrn Goll, lauter ausgezeichnete Leistungen, denen die Nebenrollen erfolgreich nachstrebten. Frl. Schellenberg war die größte, aber auch heikelste Aufgabe zugefallen. Bei allem Eifer, mit dem sie während der ersten Akte in ihrer Beate eine hypermoderne junge Weltstadt-Dame zu zeichnen sich bemühte, verzichtete sie keineswegs auf die stärksten Waffen der Frau, weibliche Anmut und Liebenswürdigkeit. Anfangs mochte man nicht recht ihrer Beate glauben, daß „jede ihrer Handlungen unkeusch, jeder ihrer Gedanken zweideutig und schlüpfrig" sei; da lag noch eine gelinde hemmende Befangenheit über ihrem Spiel. Von vornherein aber gelang es ihr, auch dem Schlimmsten, was sie sprach und tat, alles Verletzende zu nehmen und sogar einen gewiffen Reiz zu verleihen. In der Szene mit Steinharter im 2. Akte begann sie dann den »süßen kleinen Teufel* wahr zu machen, und besonders anzuerkennen ist, daß Darstellung wie Kostüm trotz der sehr gewagten Situation durchaus dezent waren. In dem dritten Akte aber legte sie die gelungenste Probe ihres schönen und reichen Talents ab. Hier war sie wirklich von prickelnder Grazie und entzückendem Charme. Jede der glitzernden zierlichen Leuchtkugeln eines Halbjungfrauengehirnleins bekam hier in ihrem Munde etwas von dem Funkelglanz echter Diamanten auf kostbarein Spitzengewebe. Mit vollkommenster Virtuosität handhabte sie die kecken unb koketten Redespielereien, und der zur Liebe sich vertiefende Rausch des Entzückens selbst eines vielerfahrenen Lebemannes war eine Selbstverständlichkeit. Und endlich konnte man zwar nicht der Beate des Herrn Philippi, wohl aber der Beate des Fräulein Schellenberg die tiefe Empfindung glauben. — Vielleicht beschert uns zur Freude aller Neugieriger Philippi noch ein neues Drama über den kleinen Racker im Ehestande .... Herr Goll verlieh dem Steinharter, von deffen schlimmen Eigenschaften wir mehr vernehmen als sehen, auch etwas gewinnend Liebenswürdes, etwas von zwangloser echter Naturmenschlichkeit, das den späteren Uebergang zum ehrenhaften und reumütig Liebenden nicht gar so unvermittelt erscheinen ließ. Der großkaufmännische Heldenvater hat besonders viel theatralisches Drum und Dran, von dem ihm auch Herr Bakof, namentlich im 1. Akt, nicht ganz abzuhelfen vermochte. Im ganzen war sein Senator aber ein wetterharter Ehrenmann von wuchtiger und zugleich vornehmer Herzhaftigkeit, dessen leicht hamburgerisch gefärbte Sprechweise hier ganz besonders am Platze roar., Herr Greeff bot in seinem Gerhard das typische Muster eines reichen Nichtstuers, eines albernen und frechen Bengels aus den »beiten Kreisen" einer Weltstadt. Er sah für einen 24jährigen ja reichlich alt und abgelebt ans, hatte aber die ganze Gestalt ganz brillant und nicht ohne Humor dem Leben nachgebildet. Er scheint das am meisten versprechende Talent unter unseren neuen Herren zu sein. Frl. Horn als Frau v. Hedeprim war eine neue Erscheinung. Die Dame hat eine vorteilhafte Bühnenerscheinung, schönes goldblondes Haar, ein sympathisches, volles Organ. Darstellerisch haftet ihr noch ein wenig davon an, daß sie wohl »och nicht lange der Bühne angehört. Aber die all- modische Gradheit und Ehrlichkeit, mit der diese Biedermeierin in die dumpfschwüle Atmosphäre des sumpfigen elterllchen Hauses hineinzuwettern hat, stand ihr vortrefflich zu Gesichte und fie traf auch, namentlich in kurzer Rede, mit wünschenswerter Sicherheit den rechten Ton. Vorzügliche Darsteller der famosen Nebenrollen: des feudalen Kammerdiners, des ehrlichen Prokuristen und des fixen FriseurS waren die Herren Gronert, Lippert und Reimer, während Frl. v. Jagemann für die zu flüchtig, aber nicht ganz lebensunwahr gedachte eingebildete Kranke, und Herr Herrscher, der meisterliche Karikaturenzeichner, für den ernsthaften Freund des Bankdirektors sich nicht am rechten Platze fühlten. Das HauS war vorzüglich besucht und nahm das Stück mit starkem Beifall auf. P. W. • — Man schreibt un§ auS Frankfurt, 11. Nov.: Im Frankfurter Schauspielhaufe trat gestern abend Frau Betty Ulrich vom Nationaltheater Mannheim als Maria Stuart auf. Die Dame, die um das frei werdende Fach der Heroine sich bewirbt, ist eine schlanke, ebenmäßige Erscheinung, lieblich zu schauen, mit kräftigem, modulationsfähigem Organ und gutem Mienenspiel. Ihre Wiedergabe der königlichen Dulderin war sympathisch und zu Herzen gehend. Ein Theatermann sagte uns, es sei »alte Schule*; ja du lieber Gott, soll man die Maria Stuart nach der neuen Richtung spielen? Wir befürworten das Engagement der Künstlerin, die mit großen äußeren auch innere Mittel verbindet- Donne 1. Ber des Voi b. Vers kchaW der M 5. Zle Zle Kor die (Choe SM ! 61811 Sä) M 01 4t 5100 10 S1 toll 91 SO H 600 2 8 1100] 984 ] m hooo) 613 15001 8’1 659 91 19(64 28' 20u 631 220- 621 [500] 616 144 । 61 840 4 28948 [ 2SG 418 60 3211 715 85 k Ml 86 S 45 US 91 W <34 51 , 4O0i (3000) 4; 45040 (j (1000) 811 47208 16 234 67 421 945 54 93 -6 221 64 693 116 7i 659 5419 8|l 63 [n Ml ßio I 828 591: „ >60o 61027 S! 155 461 i 64132 8 66287 8 U 168 6 677 871 I 608 30 i 861 78 9 1500] 65 *0 761 78041 ' tto 650 . 80 84 212 | 88 832' t»00] 88 968 61 8» 88 90368 406 76 6 93108 I [8000] 8 «U 99? I«»l« UOOO] jg W8 11001 ’to [600] «11 402 | N [k pto 11 to 683 8f 706 fji 65 878 g 12l 448 67fl 691 Jo, S5 6‘6 st (i°°c 28 82 6. J« 903 A 89fl 1^134 133850 ' 81 1 ”11000) 2 r»8 r- 681 'M) 1,1 6;, * Pferdebesitzer! “Original-H-Stol!eniXB Fabrikanten: LEONHARDT & CO-, Berlin - Schöneberg. Soeben wieder neu eingetroffen Steillkohlell-BezllMeseWllst Ziehen.! Ordentliche Kauptverjammlüng »nerstag, den 22. November 1906, abends 8y2 Uhr Donnerstag bei Wirt Arnold „Zum Schiptapatz^ Schwarze Anzüge Abschluss bin ich in der Lage, [D1/, durch Frack- und Gesellschaftsanzüge auch leihweise. 6393 ************ ******* ********* * f 80 867 1 5 8016 60 110 000] 218 116 4 88 618 025 1 5 9081 6T1 89 205 428 78 08 500 77 81 06J (500] 08 8010 101 332 478 858 286 [500] 76 824 458 616 851 418 61 799 M 189000 9 49 66 282 331 65 63 1500] 422 82 11000] 788 593 777 659 010 58004 708 800 841 86 18000] 53 1500] 794 988 2 1 5009 216 [500] 823 73 493 216030 105 742 94 950 21O082 180 I05 19 310 448 90 09 548 58 807 [3000] 68118 215 872 708 609 803 6 9288 533 719 7 0037 58 208 431 79 514 7 1 031 108 274 338 546 949 7 2132 45 2<4 789 99 2 1 4038 129 60 413 633 720 2 1 5(49 [10 000] 65 IlüGOl 552 [500] <28 [ 30001 47 56 8 3 238 70 817 26 81 718 883 903 1 02172 575 84 1 03068 548 747 62 [ 500] 610 06 602 731 40 819 23 882 610 934 2 65127 [1000] 572 2 6 6’10 55 819 537 617 745 2 6 7152 803 638 800 952 023 270 829 152 M., 591 628 922 21081 284 864 400 592 15 2 3005 806 63 64 435 81 004 2 1 7003 95 109 801 902 2 1 9 022 107 45 448 984 37426 509 45 64 484 586 [500] 624 967 901 89 87 786 447 557 548 781 248 988 12010 920 62 [1000] 24 7 82 18010 88 605 79 846 [3000] 591 760 68 904 6 5001 566 683 702 917 65 81 66014 859 419 22 20 93 683 9t>7 <>8 trotz Preisabschlags zu unter jeder Garantie zu 662 481 60 3 2159 [500] 545 89 602 870 088 3 3116 [500] 354 715 85 804 88 923 09 [500] 34120 95 212 367 459 82 941 85 3 5144 444 [1000] 585 663 71 [500] 084 36188 448 891 855 254 85 824 994 1 49191 867 [1000] 633 775 922 1 50132 [8000] 61 540 690 711 968 1 5 2069 388 756 707 662 899 346 254 524 687 343 874 435 [500] 707 32 90 920 89 9018 105 [500] 810 18 [500] 53 1500] 519 10286 391 428 779 981 11095 028 41 50 808 75 51010 55 142 [ 500] Bl 378 98 520 876 83 52047 103 212 26 [1000] 324 433 832 5 3054 170 307 [600] 15 628 785 [8000] 65 866 94 5 4010 153 93 88 514 670 718 83 89 904 55080 98 112 22 617 00 74 78 56018 86 210 72 [BuOO] 846 57511 762 899 910 44 64072 53 8-10 67138 [1000] 949 65 09 222 300 520 71 [1000] 070 79 702 [ 500] 13104 [1000] 5 57 259 330 02 481 801 2(1 801 434 026 918 40 1 5238 85 97 720 997 [500] 126016 148 58 810 f.l 482 579 111 222 [1000] 64 487 609 16 29 311 561 703 [ 500 ] 28 970 130187 436 64 508 [500] 844 75 132003 1331'7 40 lrmi| 780 952 1 3 1023 14207 16007 414 869 877 207 688 161 204128 260 444 4 22 598 206042 20 7397 528 64 670 |500] 507 604 709 770 [500] [600] 835 305 529 937 992 979 908 705 588 124 974 813 917 683 601 214 350 73 558 85066 349 61 [8000] 85 128 704 821 601 [1000] 86 1 83045 606 71 647 880 442 ?00 020 599 838 2’0 667 610 932 82 800 13 77 217 223 42 97360 35 65 Karnbach, Kanzleiberg 9, I gegenüber dem Altertumsmuseum. 545 [1000] 714 26 80 199087 202 45 897 [8000] 664 866 44 63 393 415 621 994 21 £003 689 718 804 234 57 945 64 169126 171312 756 914 84 872 [500] 97 178012 220153 [1000] 85 819 20 29 001 85 823 22 1 897 (13 701 27 [1000] 819 [1000] 2 2 2287 836 425 [3000] 48 [1000] 78 323 40 67 672 982 213223 81 664 884 89 [500] 89 [500] 115 [1000] 51 305 508 [10001 966 92 7 7090 803 669 780 891 342 95 758 862 82 944 65 43 79 96 62 811 [1000] 81 751 8 1 254 [500] 867 8 2 038 7 1 204 462 511 [30001 619 216065 186 11000] 290 374 572 217198 517 1 8 1500 ] 784 2 1 8254 69 857 482 083 219267 00 390 583 711 987 440 728 712 21 [1000] Jm Gowinnrade verblieben: 1 Prflmle L 800 000 89 659 97 19054 287 20182 637 22058 76168 510 763 87 831 991 92 976 [ 500] 78104 68 84 79019 374 583 608 769 902 80007 11 93 110 [8000] 428 75 519 617 [500] 84 787 1.90 -.90 Neuen Baue 17 20194 517 926 21105 07 209 612 925 2 2012 541 63 858 23251 564 760 895 24109 [1000] 250 55 320 878 91 715 915 [500] 76 179100 211 838 822 47 180024 28 559 1 81108 244 808 474 182006 18 63 200 25 [1000] 496 605 7 11 954 62 411 659 658 85 730 93» [600] 184034 124 Herren-Kleider den bisherigen billigen Preisen, liefern. Md. Rudolph Grossh. Hess. Hoflieferant Pianohandlg. u. Reparatur- werkstätte, Seltersweg 91 621 [500] 644 [1000] 792 949 24130 88 95 263 855 [500] 676 744 60 988 2 5244 848 64 82 867 [8000] 916 30 26020 01 840 481 884 989 27116 203 811 528 720 850 [8000] 916 iS 635 710 72 984 79 981 127050 128118 129121 7 71 854 1 31139 0"OO| 736 45 925 64 69 1500] 656 747 807 92 916 190012 [500] 154 284 62 [1000] 888 467 830 46 926 191272 567 902 192260 20 4142 430 81 008 22 712 982 92 2 0 5192 727 802 82 »IS 206049 248 [1000] 301 14 [ 500] 93 482 677 892 207053 266 831 88 651 [3000] 707 66 974 2O8097 [500] 282 55 66 [500] 377 615 73 818 20 38 70 2O9003 [1000] 205 393 407 79 711 74 945 [1000] 210'20 109 256 062 872 ‘ZllSi'. 474 766 807 08 935 212323 26 400 [8000] 825 91 2 ) 33'8 80 461 [1000] 636 [ 500] 735 66 2 1 4012 11» 268 [ 3000] 485 369 450 601 867 2 3 3216 318 [1000] 05 2 3 4086 335 403 519 672 85 954 2 3 5316 418 77 887 012 99 2 3 6 060 82 217 [8000] 78 807 83 576 [500] 609 12 860 [3000] 931 2 3 7078 [1000] 142 67 261 82 817 672 812 69 238'88 [ 500] 268 864 634 59 828 902 2 3 9027 55 181 283 532 707 42 24O000 111 22 884 86 792 801 82 911 241148 94 287 [1000] 718 54 [500] 829 242021 226 29 80 474 76 787 24 3564 636 62 776 926 92 2 4 4931 24 519» 419 [590] 41 614 820 2 4 6060 99 [500] 250 03 75 [ 500] 87 887 421 696 247224 678 716 863 75 [8000 ] 248311 599 825 81 731 2 4 9021 447 83 [1000] 581 610 62 785 932 75 2 5 0-17 [3000] 397 617 713 19 978 251047 75 78 240 497 514 55 712 [ 500] 55 252084 184 270 884 459 617 773 [S0O-j| 878 253040 [10001 137 90 810 465 711 18 891 2 5 4525 646 767 89 v?0 2 5 5325 464 636 778 2 5 6271 824 25 443 543 [3000] 742 82 864 917 44 [500] 257076 82 101 86 508 735 258238 446 58 775 93 950 259u04 44 295 309 19 458 02 [500] 828 984 2 5268 742 [1000] 78 95 879 2 6260 [ 500] 423 689 [500] 773 »7 870 97 27-358 441 769 851 [600] 73 28164 250 820 608 69 959 94 29160 468 547 86 907 8 3(1036 82 [15000] 837 516 22 72 886 3 1 058 02 [3000 ] 250 [1000] 63 581 804 32013 157 72 268 329 450 72 667 928 33341 83 442 671 729 74 78 918 3 4090 [500] 99 184 641 780 3 5042 108 692 627 [1000 ] 3609» 887 604 726 88 3 7004 214 331 98 524 794 827 40 [8000] 38101 218 858 [500] 497 694 768 917 87 3 9085 488 4 4 61 93 660 704 863 [600] 81 817 997 253 472 747 938 2OO004 101 18 278 800 587 635 72 201075 431 48 86 899 944 62 2 02119 207 90 872 [3000] 540 641 74 68 [3000] 98 2 0 3 251 470 586 722 [ 3000] 58 893 »06 5. Ziehung 5. Kl. 215. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 16. November 1906, vormittags. Kur die Gewinne über 240 Mark sind den betretenden Nummern In Klammem beigefügt. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) 252 54 856 030 [8000] 90 703 962 1422 693 [1000] 714 65 S12 097 2058 159 7 7 707 [ 600] 945 88 [1000] 92 3080 7C7 044 91 4060 267 76 84 93 881 486 678 778 [1000] 853 5100 70 870 472 503 29 [500 ] 68 73 811 75 80 981 82 97 6272 91 803 444 [ 8000] 707 [1000] 874 7052 219 890 407 11 600 2 8 423 64 785 9069 104 88 97 428 669 727 43 828 [500] 984 1 0810 83 11097 407 623 1 2307 18 627 841 45 Klavier Stimmen Reparieren Polieren in tadelloser Ausführung 165124 237 49 680 1 6 6358 618 16 1 67121 691 [500] 676 945 67 168229 307 60 449 599 797 60 256 806 461 637 78 743 [3000] 85 170454 741 77 438 [1000] 69 719 49 838 980 1 7 2559 040 173068 191 891 97 408 [500] 683 699 788 174480 699 760 1 75110 99 517 726 75 881 17 6067 698 678 907 1 7 7010 178 583 [SOflO] 871 58091 133 272 [1000] 845 94 405 74 710 59657 782 85 70 77 772 914 84 18063 93 862 621 238 455 604 80 685 277 318 817 40 900 94 9 1038 119 258 95 9 2053 170 [1000] 495 130001 32 9 3326 503 35 910 [500] 94013 38 62 81 [600] 812 502 658 [3000] 702 801 61 95183 46 868 703 9 6260 72 [500] 656 70 71'8 892 916 18 00 616 82 92 9 8047 64 167 832 9 9003 [1000] 196 [ 500] 270 [600] 91 428 702 100151 [1000] 432 720 71 U46 83 101003 849 203561 641 754 809 18 877 205095 817 [1000] 265 870 SO 630 712 816 208190 [ 500] 207 480 20 9 032 214 40 354 435 328 588 768 211094 110 28 2 1 2045 359 75 682 780 18000] 898 942 [500] 185021 [500] 236 538 40 [1000] 605 875 88 1 8 6672 788 1 87385 [3000] 87 [1000] 89 799 867 954 1 88147 272 [3000] 82 611 658 82 826 924 U 0001 [1000] 84086 105 1500] 447 78 [1000] 823 920 102 40 231 493 815 [500 ] 26 958 [1000 ] 75 8 6274 71 [600] 601 68 719 64 814 92 97 »71 80 99 87081 72 49 fM 268211 61 414 38 612 63 78 634 [500[ vl'i 269437 678 765 826 2 7 0153 8-1 278 611 743 813 «>.' 271052 203 413 95 520 705 821 950 [1000] 68 [500] 272211 1500] 61 [b^i 341 461 631 66 937 273244 [500] 304 [1000] 498 682 952 274061 811 [1000] 476 608 87 982 904 275018 60 184 629 63 808 2 7 6067 93 255 892 770 [1000] 2773'9 58 69 618 969 278176 810 639 609 871 279162 461 614 631 951 70 87 175031 222 398 426 SO 625 708 952 1 7 6016 107 85 858 615 743 | 600] 177083 47 241 50 82 540 47 890 [ 3000] 949 1 78328 [600] 417 910 80 50 1 7 9055 76 257 804 451 778 [ 600] 845 [lOOO] 915 61 180003 88 [ 500] 132 87 [500] 202 355 79 635 [15 000] 5. Ziehung 5. Kl. 215. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 10. November 1906, nachmittags. Kur die Gewinne über 240 Mark sind den betretenden Nummern In Klammem beigefügt. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) 69 017 86 1247 467 019 883 [500] 901 2111 31 393 491 543 689 725 3210 889 016 002 [1000] 961 4007 195 [500] 586 (3000] 005 820 [500] 915 5045 359 62 429 608 [500] 920 40 6061 154 248 67 85 [5000] 454 071 850 7116 [500] 49 57 1 Gewinn 5 500 000, 1 ft 150 000, 2 ü 100 000, 1 A 75 000, 2 A 60 000, 8 h 50 000. 8 ä 40 000, 13 ä 30 000, 21 ft 15 000, 60 A 10 000, V7 A 5000, 1826 h 3000, 2333 ä 1000, 4451 ft 500. 91 [500] 828 75 7 3028 [3000] 45 244 [ 500 ] 608 754 870 81 83 86 7 4000 68 68 180 92 [30001 200 819 432 [10001 63 66 82 [1000] 541 86 777 7 5 516 645 92 875 1500] il 512 28 717 801 905 1 3 5215 829 62 00t r-61 327 120099 159 211 318 4 33 629 4 4 8 Id 9V> 1600] 121318 [ 3000] 503 711 934 1 2 2047 92 187 273 LS6 570 [3000] 651 69 73» 123018 70 [1000] 580 660 779 876 913 124258 [8000] 58 4S6 531 629 1 2 5066 284 806 13000] 12 18000] 77 85 616 709 3 8007 39063 400 80 566 69 706 961 60 Lachsschinken, Pariser Büchsenfkeijch, deulsches SnDwig LtmiMier, 6572 [1000] 791 820 1 5 3067 91 266 ... ... ... .. ... . 942 [ 500] 154157 815 555 614 723 65 [600] 850 155025 [3000] .100 556 019 150019 108 11000] 637 088 157136 Tages-Ordnung: 1. Berichterstattung. 2. Nechnungsablage. 3. Ersatzwahl deS Vorstandes. 4. Wahl der RechnungSprüfungskomnnsfion. 5. Verschiedenes. Gießen, den 6. November 1906. Durch frühzeitigen meine Spezialität: schwarze 653 _____ __ r 77 81» 51 86 930 [6001 77 95 223-162 462 530 81 (500] 822 224050 97 279 [500] 84 352 [ 5001 409 [1000] 705 225023 66 157 524 62 84 743 985 2 2 0068 143 288 340 Der Vorstand. Die Rechnung liegt bei dem Vorsitzenden, Herrn A. Dickorö, Schanzenstraße 6, vom 14. bis 21. November zur geft. Einsicht der Mitglieder offen. 6683 22 0026 494 687 894 [3000] 960 22 1 067 80,5 412 V4S 708 22 42 2 2 2031 [500] 206 312 [600] 59 69 618 4 1 991 223019 06 [ 3000] 71 194 [ 600] 244 45 407 63 542 2 2 4 251. 63 [500 ] 488 720 92 [500] 803 [1000] 84 [500] 225017 [600] 82 144 889 79 486 620 684 2 2 0070 157 78 258 436 828 73 86 2 2 7089 621 85 [1000] SO 622 45 765 [8000 ] 72 [1000] 95 810 [1000] 900 2 2 8003 221 615 [1000 ] 905 2 2 9099 249 621 684 11000] 765 851 918 72 2 3O120 337 42 884 2 3 1 018 187 262 657 771 957 [BOoOl 232041 280 [5001 Wringmaschinen beste Qualität empfiehlt billigst 6480 Ludwig Kröll, PlMraße lü. [1000] 851 18 1 320 81 400 507 705 940 1 82 728 1 83168 701 05 1 84 051 107 825 831 18 5088 28248 [1000] 84 810 662 2 9087 211 41 823 648 971 3 0078 28(1 418 607 3 1 005 12 [1000] 68 311 12 414 662 [ 8000] "" 451 [500] 907 2 2 7009 20 149 620 85 764 895 915 228000 323 60 03 65 [600] 708 64 95 854 965 2 2 9217 20 829 480 618 711 [500] 900 2 3 0897 765 90 588 992 2 31143 280 [80 000] 826 53 85 683 47 778 94 822 915 2 32108 684 767 807 53 88 233290 832 684 690 831 234062 418 25 823 2 3 5106 77 231 491 [500] 688 [3000] 60 86 708 [1000] 808 2 3 0032 174 462 92 616 779 980 [3000] 237122 70 332 [1000] 134 [8000] 706 11 888 2380U1 293 [500] 522 703 978 2 3 9010 144 64 368 619 [600] 61 633 608 240084 35.1 533 7V4 241017 87 287 426 795 813 40 [8000] 93.) 2 4 2323 460 694 670 [500] 902 243022 289 870 24452!) 6!J7 780 882 94 245022 88 81 274 404 683 700 40 2 40154 524 31 624 855 949 89 [ 8000] 247214 547 680 [8000] 721 809 [ 500] 71 248108 710 837 249060 167 94 807 604 811 25 O080 206 877 576 98 988 2 5 1 2(6 [1000] 74 306 20 35 "9 709 82 858 908 252159 224 366 482 087 824 42 928 253214 73 741 46 62 991 [600] 254056 102 336 5H 76 809 [1000] 86 2 5 5 056 88 118 64 247 95 483 94 521 632 250009 12 74 191 441 637 655 782 839 86 257015 477 703 913 2 5 3228 870 545 76 629 43 740 2 5 9104 [500] 82 633 4» [3000] 965 200003 248 61 400 628 25 48 978 201006 18 170 244 97 761 87 813 74 910 2 02106 287 856 701 808 942 [600] 50 2 6 3199 288 704 59 2 04187 222 83 44 774 883 265008 99 [10Q0] 196 222 79 832 748 9-18 266161 200 S8 481 625 738 800 46 980 2 0 7072 276 807 9 458 789 829 [1000] 982 268069 008 209070 116 92 253 ]600] 2701M 39U 462 629 69 74 91 709 2 7 1 844 592 98 727 801 80 980 272541 [10PC-- 626 824 26 86 273538 865 274318 77 082 99 887 275048 241 400 678 611 744 90 [1000] 276118 54 466 594 738 885 [600] 949 277281 440 89, 955 278064 156 292 [WO] 615 93 854 279?68 888 49$ [10 ÖOT] 998 280030 r« 320 63 475 28 1 081 146 5 1 81 347 561 6? 60 085 [1000J 282131 [SCO] 265 [600] 67 601 6 35 »S MO 28300» 656 0.60 721 Bin 49 284002 85 818 45 5U 88 662 635 285136 SL5 SM- 612 89 988 07 90 [500| 280KM 860 489 521 [600] 817 287086 88 [500] 98 386 .183 7'2 680 189005 220 47 56 317 81 685 671 (5001 715 SIS »8 995 [1000] 90 [3000] 190124 218 60 511 [3000] 18 57 664 7 2 912 1 9 1 022 805 410 [1000] 1920'7 74 305 487 803 [500] 8 48 010 193146 [1600] 82 211 [jDOOl 70 507 609 91 861 [1000] 86 911 27 (10001 70 1 946Ü3 [500] 825 66 195110 41 415 52 67 93 [600] 790 810 1 90050 620 4 6 622 [1000] 197267 852 96 410 621 704 [500] 13 85 95 962 1 9 8074 147 65 237 487 563 77 003 700 [1000] 69 821 1998-35 684 76 227 64 321 60 511 625 713 [ 3000] 843 914 DZ032 IBö 776 78 [500] 911 7t [500] 79 88 94 6 3 456 83 516 65 „„„ 54192 201 20 862 622 42 810 5 6055 162 610 86 [ 500] 811 58 [1000] 5 6064 83 495 686 798 800 77 5 7 255 388 483 ----- 268 866 449 [1000] 579 656 [500] 70 730 140114 252 4:o 40 151)01 5N f.l-1 2? bl 141258 98 537 [3000] 87 0 1813 73 442093 1C.2 282 52t 018 L&OOJ| fl 789 46 892 11000] 143196 758 86 861 141224 479 83 aOO [1000 ] 690 713 [ 500 ] 948 14 5002 136 68 403 670 [6001 713 87 1 4 0004 [8000] II 25» 453 582 1 3000 ] 988 147122 O'J 236 709 862 148081 179 [1000] 211 40 822 426 28 99 589 59 661 74 [1000] 722 1 49363 810 C.4 15OC16 187 92 294 »33 65 67 438 571 [500| 15 1 059 813 69 022 08 880 906 [ 500] 69 152060 118 1590] 812 80 623 48 859 1 53280 41 321 548 727 85 971 15 4026 8 7 750 875 981 155755 65 88 03 628 975 81 150174 547 601 62 741 881 931 65 66 1 57222 91 849 407 664 [80001 090 [ 500] 732 923 1 5 8037 66 255 911 428 [500] 605 0 17 741 851 95 1 59 000 289 61 82 309 [1000] 410 631 81 C 160224 858 555 [500] 003 [3000] 957 161019 77 70 180 58 281 [1000] 833 791 836 907 1 0 2 245 880 36 48 437 586 777 907 47 163001 52 253 812 71 1000] 680 011 45 806 47 104114 440 676 750 919 74 [600] 105070 101 61 345 SO 776 90 860 64(3000] 72 912 I 8000] 79 [1000] 106156 289 621 818 954 1 67180 200 310 032 781 838 940 168029 8» 59 842 447 671 710 842 82 IC9080 221 25 440 70 CCS [500] 882 91 170250 [IXMJ] 401 75 647 48 829 SO |500j 91 171381 [600] 418 54 > 1000] 618 [ 500 | 57 757 920 172148 97 691 720 50 800 965 173202 881 13000] 577 1 74140 208 798 870 901 7 200357 [10001 7? 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Salami, Thür. 1.85 59 176 251 596 631 730 [600] 02 82 02b 88024 68 212 26 831 [6001 95 464 751 939 8 9055 93 116 459 64 573 74 917 88 9 0015 811 09 471 794 40067 81 218 94 609 765 f*l 813 [600] 41163 649 815 [3000] 43142 287 [600] 606 821 44021 478 [1000] 612 728 45040 [8000] 50 70 93 96 164 346 87 401 21 [1000] 749 [1000] 81V 77 900 4 0038 85 245 [500] 819 96 504 611 780 47 208 16 87 68 809 68 577 600 78 710 852 81 907 48162 421 28 78 871 933 4 9048 208 341 584 52 74 684 732 98 5 O085 48 106 255 72 311 841 49 952 64 51147 64 321 56 511 625 713 [3000] 843 944 5 2032 180 ® 13041 102 450 948 79 1 4296 652 [8000] 772 l 141 707 29 896 1 0607 77 786 898 900 1 7018 SCO 650 648 94 80027 145 65 [6000] 611 66 769 82 [500] 81033 133 84 212 [ 500 ] 74 883 506 [500] 98 821 75 8 2217 464 638 983 68 8 3229 395 462 525 66 704 84100 238 63 582 [600] 612 [600] 882 [500] 8 5482 [ 3000] 716 20 83 8 0804 [3000] 64 ÖB8 61 [1000] 62 87141 218 68 79 651 624 756 869 [500] 912 8 8100 491 626 621 865 [600] 89133 456 61 504 961 90300 [1000] 89 642 [1000] 07 [ 8000] 91185 861 14 90 406 76 570 722 944 67 [600] 92157 206 78 450 678 681 047 93108 88 60 206 871 440 621 781 89 886 940 9 4709 948 1*000] 9 5236 41 316 60 739 4 8 9 0186 388 454 L1000j 770 97114 62 377 96 595 717 910 9 8076 159 [500] 76 97 455 611 99806 [3000] 468 766 604 971 100496 573 689 779 86 [1000] 914 62 101241 69 [Koo] 475 958 1 02183 278 402 66 779 854 912 1 03021 10001 196 282 [ 8000] 94 [600] 627 1 0 4068 249 88 843 481 Lo lioOO] 64 60 824 940 1 05057 732 876 1 0 0086 413 76-1 [500] 107276 826 79 545 701 2 [500] 108049 137 55 ■ 1< 402 60 602 7 43 761 109161 489 684 994 110039 102 2 5 17 [ 600] 439 708 909 111005 658 727 608 112105 801 TO 90 711 805 18 [5001 928 113283 [1000] 318 430 86 43 86 583 86 99 948 114274 549 726 892 054 115007 35 175 208 848 [1000] 62 452 7 8 681 881 88 110598 890 969 H7068 [500] 334 446 549 640 83 756 803 |5(X)J 81 93 [ 500] 009 H 827 1 808 9 [1000] 68 406 694 119330 92 480 028 61 522 607 964 . —----- 202 859 78 466 [1000] 069 882 23Y016 208 602 727 807 997 2 8 0 280 334 563 640 87 786 2 8 7248 71 73 416 61 671 810 > 60083 [1000] 181 87 426 82 539 90 (1000] 798 842 97 [10001 0 1 220 828 [1000] 52 483 994 62121 481 777 63190 238 883 423 [ 8000] 622 8u8 948 72 96 160085 62 118 284 851 [3000] 422 548 [500] 782 51 10 1 378 688 744 885 1 62175 259 802 75 689 103123 89 225 826 922 164211 99 781 96 901 39 Gebrüder Imheuser ^Besseei Marktplatz 9—10 Wir machen noch besonders aufmerksam auf unser grosses Lager in Jackenkleidern für Erwachsene und Kinder »•/, Miederrock in la. Cheviot blau, schwarz ~ und marengo — 5.75 Mark 7 teil. FzdSenrocK. in Cheviot blau, schwarz, marengo und oliv -Ä-.25 Mark Tbeater-Vereim. Mittwoch, den 14. November, im Stadttheater Gedächtnisfeier für Henrik Ibsen Programm: Drei Gedichte von Ibsen, vertont von Grieg, gesungen von Frl. Stammler, Begleitung Herr Hahn; Rede des Herrn Professor Dr. Collin; Sieben Gedichte von Ibsen, vorgetragen von den Damen Bayrhammer, Donecker, Schuster und den Herren Herrscher Kober; Dritter Akt, Schlussscene aus „Peer Gynt“ von Ibsen, gespielt von den Damen Bon6 und von Jage- mann und Herrn Goll; Zwei Gedichte von Ibsen, vorgetragen von Herrn Bakof. Anfang 8 Uhr pünktlich. Ende 91/, Uhr Ausführliche Programme zu 20 Pfg. und Eintrittskarten zu Hk. 1.50 und Mk. 1.—, sowie Studentenkarten zu 21k. 0.75 bei Herrn Cha Hier und an der Abendkasse. v7/11 Die 2. Theatervereinsvorsteilanff findet statt am Mittwoch, den 28. November („Ein idealer Gatte“ von Wilde. Gast: Edgar Bolz), die 3. am Donnerstag, den 6. Dezember („Die Frau vom Meer“ von Ibsen. Gast: Irene Triesch. Jahresfeier -es AerheMll Nrcks für innere MW. Dienstag, den 13. November, im Matthäussaal, Rirch-- straße 9, norm. 91/,: Jahresversammlung der Verbandes Öberhess. Erziehungsoereine; nachm. 3 Uhr: Mitgliederversammlung (Setten- wesen in Oberhefsen, Ref. Pros. D. Drews). Nachmittags 61/* Uhr: Festgottesdienst in der Stadtkirche. Pfarrer Votp aus Laubach. Abends 81/* Uhr in Steins Garten: Familienabend mit Vorträgen. ve/H Mittwoch, den 14. November, vorm. 10 Uhr im Konftr- mandensaal der Johanneskirche.—Jahresversammlung (Referat von Pfarrer Naumann aus Hnbertusburg über „Schuld lind Unglück"). ^pX Das Beste Ist das Billigste! Phönix* StHckwoißo wfglr Reinwollen, dauerhaft, äohtfarblg. M „Phönix-Wolle“ präpariert geg. 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Walltorstr. 45 16720 GeseWast für uhö Völkeckuhe Zweites1» Vortrag Dienstag, den 13. November, 81/* Ahr, in der großen Aula der Universität: Herr Bezirksgeologe Dr. hotz (Wetzlar) „Ueber seine Reisell in Deütsili-Südiiiestlisrlkii" (Mit Lichtbildern) Jahresbeitrag für Mitglieder u. deren Angehörige Mk. 4.—. Eintrittspreis für Nichtmitglieder Mk. 1.—, für Studierende Mk. 0.50. Karten sind in der Rickerschen Univ.- Buchhandlung und bei Herrn A. Frees, Hofbuchhandlung zu haben. Jahreskarten für Studierende auf sämtliche Vorträge Mk. 1.50 sind bei dem Hausverwalter des Kollegienge- bäudes zu haben. Mitglieds- und Eintrittskarten find am Eingang zur GeSegenheits - Posten in reinseidener schwarzen 50 cm breiten Damast-Seide Kleine Partie Malhfertige Wollmouseline-Boben 13 Mk. Seidenstoff® Doaisine reine Seide alle Ballfarben Mk. 1.75 Merveilleux, Japon, Duminense, Messaline in allen modernen Farben zu mässigen Preisen Wert 3.ÖU Mk. Meter 3.90 „ Wert 6.50 Mk. 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