Donnerstag 12. April 1906 Erstes Blatt 156. Jahrgang Gietzener Anrei-er General-Anzeiger ** **■ Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen BezngSpretSr monathdi 75'HL, viertel* (cihrhd) 2.20; durch ^IbholC' u. ^rpciqftellcn monatlich Go Pf.: durch die Post ‘2JIL2.— viert cl- jährl. auSichl. Belrcllq. Annahme von Anzeigen für die Tagesiuuniner biä vormittags 10 Uhr, Zcilenpreis; lokal 13'Bt, auswärts 20 Plg. Verantwortlich *ilr den pohL und aflgent. Heil: P. Wittko; (i"it „Stab: und Land" und ,6)crid)tSfaal" Ernst veb; für den An- üeiacntcil: £>aix5 Beck. Nr. 87 Erscheint täglich aiiBet Sonntag-. Dem (siebener?lnzeiqer werden im Wcdistl mit dem hessischen Landwirt bic Gietzener Kaminen« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotatwnsdruck u. Verlag der Brüh l'ichen Unwers.»Buch-u.Ttein- bruderet. DL Lange. Redaktion. Ervedttton und Druckerei: Gchulstratze 7. Redaktion 113 Verlag uExved.er^Höl 9!brefie für Tevesdzen: Anzeiger Gieße». Ire yeuLige Kummer umfaßt 12 Seiten. Karfreitag. Eon unserer Zeit sagen bie Einen, daß das Interesse für tctigiuK Singe cr^cblim erstarkt sei, während Andere das Gegenteil behaupten. Tatsächlich mad>i sich, wovon wir vor knrzem an dieser Stelle eingehende Mitteilung machten, ein auffälliger Diü d g a n g des Studiums der evangel. Theologie bemeribar. Ein paar recht bcachtenÄverte Zuschristcu aus Theo- logenireiien gaben den damals auSgesproci^ueu Ansichten über die Motive dazu int ivesentlicl>cn recht, bestätigten auch den Rückgang und erhofften besseres fcfyon von der nächsten Zukunst. ’Szto'v dieser Abnahme des Theologiestudiums aber haben doch, ben fünf Leipziger Ilugblattkandidaten und ihren Vcrteidigerit zum Trotz, diejenigen recht, die von einer Zunahme der religiösen Interessen sprechen. Allerdings wendet sich heute dieses Interesse meistens anderen Fragen zu als früher. Einst stritt man über Fragen des Dogmas oder des Kultus, über die Rechtfertigung durch oen Glauben, über den Wert der guten Werke oder übet die Gestalt des Abendmahls. Heute wird zwar auch zuweilen noch die eine oder die andere dieser Fragen einem Geistlichen, ja ganzen großen Gemeinden verhängnisvoll. Es sei nur an den Bremer Abendmahls st reit erinnert. Zumeist aber ist es doch die Religions g e sck i ck)t e, auf die sich die Aufmerksamkeit richtet, und zwar sind es Fragen, die sich auf die früheste Zeit des Christentums beziehen. welcher Zeit und in ivelcher Reihenfolge sind die einzelnen Schriften des Reuen Testaments eutstandeu? Und wer hat sie versaßt? Die Antworten, die aus diese Fragen gegeben werden, haben nxniytr um ihrer selbst willen Wert, alS vielmehr darum, weil sie den Weg zu der Erkenntnis bahnen, was die eigentliche Lehre des Stifters der äwistlickzen ^Religion gewesen fei und unter welchen Einflüssen sie Trübungen ausgesetzt worden sind. Die stets sich erneuernden Versuche, aus mangelhaftem und unzusammew hiuigenbem Material ein Bild von dem Leben Jesu unb seiner Lehre und von der Entwicklung der urckwistlicheu Zeit zu geben, entsprechen einem tief empfundenen Verlangen, über diese Dinge aufgeklärt 511 werden. Der schlichte fchleswigsche Laitdpastor Frensseu freilich, über den die Positiven ihr Verdammuugs- uc'etl gesprochen haben, weil sie ihn süc einen Monisten halten, d. h., kurz gesagt, für einen Mann, der Geist unb Körper, Kraft und Stosst 6)0it unb Welt als untrennbare Wesenheiten des Seienden betrachtet, hat in seinem Roman „H i l l i g e n l e i" die Zahl dieser Versuche nicht wertvoll vermehrt. Er hat in feinem als Dichtung int ganzen (auch sprachlich in seiner Anlehnung an Luthers Deutsch und alttestameutarische Künstformen- krastvotten, gefunden und, was die Hauptsache ist, von frommer HerzeuseiusaU diktierten Buche den Werdegang des Menschen Jesus auf seine besondere Psnckwlogenart zu erklären versucht; d. h. er hat sich 'bemüht, ihn mir seiner treuperzigen, ländlichen Naivetät aus der Eltge seiner eigenen Heimat und seines eigenen Denkens ohne sonderlichen Answaud dichterischer Ein- bildungs- und Gestaltungskraft nachzusämssen. Doch u. E. macht man auf positiver Seite viel zu viel Aushebens von dem „theolo- <]i; jen" Inhalte dieses DucheS, das doch nur als Dichtung genommen werden sollte iirtb nicht alS theologische Streitschrift, ab die sie doch allzu wenig Neues und Originelles bietet. Zu der modernen Theologie zählt man Frensseu u. E. mit dem gleichen Rechte, wie wenn man etwa Friedrich Nietzsche zu ben deut- scheu Dichtern oder Maximilian Harden zu den deutschen Staatsmännern rechnen wurde. Ju dem Zcitabschnttt, den man als das Zeitalter der Aufklärung zu bezeichnen pflegt, stand das religiöse Interesse aus feinem Tiefpunkt. Alle NeligionSgeschichten, so sagte man damals, enthalten Wuudergeschichten. Wunderglaube aber ist Aberglaube. Schriftstücke, die uns bewegen wollen, an Wnnder- geschichten zu glauben, sind ihrem ganzen Inhalt nach verdächtig. Der Mensch soll sich vom Wunderglauben und Llberglauben frei machen; dazu ist ihm die Vernunft gegeben. Es gibt eine natürliche Religion, die unS lehn, an die drei großen Worte (Ritt, Freiheit, Unsterblichkeit 511 glauben. Das genügt uns; welchen Wert hat es für uns, im Schutt der Vergangenheit zu graben? So ungefähr lauten die Erwägungen, die man zur Zeit Voltaires, in dem Zeitalter anstellte, das vvn Goethe als das „selbstgerechte" Jahrhundert bezeichnet wurde. Heute denken wir über diese Dinge anders. Wir wissen, daß dem Menschengeschlecht vernünftige Einsichten und der Zusammen- haug der Dinge nicht in die Wiege gelegt worden sind, sondern daß sie es in mühseliger Arbeit hat erwerben müssen. Wir wissen, das; die Aufklärer nicht auf den hohen Stand ihrer Einsichten hätten podjen dürfen, wenn diese Einsichten nickst in angestrengter Arbeit allmählich und auf Wegen, die durch manche Irrtümer hindurch führten, erworben worden wären. Die Menschheit würde nicht auf dem Standpunktestehen, auf dem sie heute steht, wenn jie nicht auf dem Wege geführt worden wäre, auf dem sie durch die Weltgeschichte geführt worden ist. Wir stoßen in der Weltgeschichte zwar aus viele zufällige Erscheinungen, die gänzlich hätten ausbleiben, oder die sich in ganz anderer Weise hätten vollziehen lonnen, als sie sich vollzogen haben. Mer im großen und ganzen herrscht in der Weltgeschichte wie in der Natur das Gesetz der Notwendigkeit. Keine der Entwicklungsstufen, auf denen sich die Menschheit jemals befunden hat, hätte ausbleiben können. Ni.mand kann sich der Einsicht entziehen, daß das Christentum eine grandiose Erscheinung der Weltgeschichte ist. Wohl hat das klassische Altertum eine hohe Kültur geschaffen, aber dieser Kultur war keine Gewähr der Dauerhaftigkeit verliehen. Griechenland ging unmittelbar, nachdem cs Wissenschaft und Kunst zur höchsten Blüte gebracht, einem jähen Verfall entgegen, und die gesamte griechische Kültur war in Gefahr, von der Barbarei wieder ausgelösäst zu werden. Die Macht des römischen Welt- staates legte sich schützend über diese Kültur, aber dieser Schutz hielt nur einige Jahrhunderte, nicht langer vor. In der christlichen Welt bereitete sich eine neue Kultur vor, die sich zwar viel langsamer entwickelte, als es der griechischen Kültut gegönnt war, aber die Gewähr der Dauer in sich trug und sich nicht auf einen engen Kreis beschränkte, sondern sich über die ganze Menschheit ausdehnte. Wissenschast und Künst begannen von neuem zu blühen und nahmen die erhaltenen Neste der antiken Kultur in sich auf. Neue Mittel boten sich dar, bic Natur dem Menschen untertan zu machen. In Entdeckungsreisen wurde die Kenntnis Vvn der Gestalt und Ausdehnung der Erde gewonnen : durch Erfindungen wurden die Kräfte der Natur dem Willen des Menschen untertan gemacht. „In Wunder träumt in uns die Gotteskrast Erlösung aus Naturgefangenschaft. Wo nicht Erlösungsmär gezeigt den Pfad, Gelingt auch nimmer die Erlösungs t a t" sagt Wilh. Jordan in einer seiner schönen und tiefen „Andachten", betitelt „Osterfragen". Gerade die Ehrfurcht vor der Bedeutung des Christentums ist cd gewesen, die zu dem Bestreben Veranlassung gab, den Ursprung des Christentums zu erforschen. Unzählige Streitigkeiten über den Sinn der christlichen Lehre waren entstanden nnd hatten zu blutigen Kriegen geführt. Es war klar, daß der Sinn dieser Lehre von vielen mißverstanden worden war. Es mußte daS Verlangen erweckt werden, den wahren Sinn dieser Lehre zu ermitteln. Es gab nur einen Weg, zu diesem Ziele zu gelangen. Jede einzelne Urkunde, die uns von dem Leben und der Lehre Zesn Bericht gab, mußte auf ihre EntstchungsgcschiÄe hin genau untersucht werden. Man mußte fragen, wer sic geschrieben hat, wann sie geschrieben wocde.i ist, ivelche geistige Einflüsse aus den Verfasser cingewirkt haben, welche Gewahr er dafür bietet, daS, waS er erfahren hatte, richtig aufjufanen, oder welche Umstände ihn verleitet haben können, das, was er erfahren hatte, mißzuverstehen. .Von dem Leben des Apostels Paulus und seinem BilhunAskreis, ebenso von den übrigen Verfassern der neuchristlichen Schriften mußten wir ein klares Bild gewinnen. Nur aus diesem Wege konnten wir hoffen, endlich auch von Jesu selbst, von seinem Leben und seiner Lehre ein klares Bild zn gewinnen. Unendliche Arbeit ist auf dieses Bestreben verwendet worden, und, wie daS Mensck-euloS ist, viele Irrtümer sind dabei begangen worden. Aber wer fich vor der Gefahr fürchtet, zu irren, wird nie zur Wahrheit gelangen. Und der Gewinn an Wahrheit hält uns schadlos für alle begangenen Irrtümer; und bic Hoffnung, der Wahrheit immer näher zu kommen, wird nie auf- gegeben werden. Alle diese Bemühungen find nicht denkbar ohne ein warmes religiöses Interesse. Nicht darauf alleiu _ kommt es an, die Grenzen unseres Wissens um einen Markstein weiter hinauszuschieben, sondern darauf, eine Uebcrseugung zu gewinnen, bei welcher der Mensch mit sich und seines Gleichen ut bewusster Harmonie leben, die Einsichten des Kopses mit dem Begehren des Herzens in Einklang bringen kann. Nicht int Interesse der Wissenschaft allein fordern wir die Freiheit der Forschung, wir fordern sie zugleich im nwhlverstandenen Interesse der Religion. Jesus ist unter der Negierung des Tiberius auf Befehl des Pontius Pilatus gekreuzigt ivordcu. Er hat sich zum Opfer gebracht. Welches die UeberZeugungen waren, für die er diese Opfer gebracht hat, welches die Lehren waren, di-' er durch feinen Opfertod hat bekräftigen wollen, danach wird weiter und weiter ge- sorscht werden. Es ging ihm wie jedem großen Manne. Jede Zeit hat fein Bild anders aufgefaßt, und jede folgende Zeit wird es reiner auffosftn. LoUtrsche Tagesschau. lieber dev «voraussichtlichen* .'.u8e Negierung Den Vorwurs, daß jie die Anleihe in Tcutschlmid nickst zulchsc. Weshalb die Gereiztheit, wenn, wie in Pans beh.iuptct wird, die Anleihe einen „Loloffalen Erfolg" zu erwarten hat? ES scheint doch, al» ob man 111 Petersburg nickst ganz so siegesgcivitz sich suhlt und darum die Mitnstrkung Deutschlands vermisst. Dai; die Anleihe erneu Zcickmungs- und Üimgenolicks-Erfvlg haben wird, glauben wir schon. Die Speku^ lariou macht bereits jetzt Gesckstifte mit den neuen Werten unb jie wirb sich an der Zeichuung mit dem stärksten Eifer beteiligen. u r fragt sich, w a S d a r n a ch k 0 m m t. Diejenigen ft’äufcr der Anleihe, die ein Anlagepapier erwerben wollen, dürften an ihrem Besitz nicht viel Freude haben. Die internationale Spekulation will verdienen, und sv wird der Kurs der neuen Russen wahrscheinlich h i u und her fliegen. Solck>c Beweglichkeit maüit zwar dem Börsianer Vergnügen, aber dem kleinen Kapitalisten, den die bwhc Verzinsung seiner Er" sparuissc aygelo. t hat, ist die Unruhe ein Greuel. Wir uc Deutschland können nur erfreut sein, daß anderwärts dies Fang- "allspiel getrieben wirb. Auch ichcüit die Besorgnis nickst gerechl- fertigt, Rußland werde nun der deutschen Industrie die Be- iielluugcu entziehen. Tas „Berl. Tagebl." Ijut Inhaber von Ausfuhrgesck-üften befragen lassen, die " speziell auf die Kundschaft Rußlands angewiesen lind, und burckwus beruhigende Antworten erhalten. So weist einer der Befragten darauf hin, daß, was Iiußland jetzt von uns beziehe, es uns abkaufeu müsse, da eS die betrefsenden Artikel sonst nirgends in derselben Güte und zu demselben Preise erhalte. Das ist nüchtern und kaufmännisch gesprochen. Soweit geht die Liebe deS Russen zum Zranzvjen nicht, daß er sich, wie eS wiederholt während deS russisch japanchuieu Krieges vvrgekommen ist, mangelhafte und teure Ware aufhalsen läßt. Während deS Krieges befand sich Rußland in der Zwangslage; die deutschen Ausfuhrhäuser tonnten nicht alle Bestellungen bewältigen. In Fricdenszeitcn wird Rußland da teufen, wo es gut teuft. Geschäft ist Geschäft. Tie in einer Anzahl Gouvernements Anfang dieser Woche gewählten Duma-Mitglieder gehören fast ans- s chli e ßlick ber Opposition an. Tie tekhiituttonell-dcmo- t'ratische Partei verfügt bereits über 106 Dkandatc. Die Regierung greift zu allerhand Mitteln, um die Opposition zu fchwäckien. So wurden in mehreren Kreisen aus nichtigen Gründen die Wahlen annulliert, in anderen die demokratischen Wahlmänner von der Liste gestrichen und durch regierungsfreundliche Kandidaten ersetzt, in anderen Kreisen wieder einfach verhaftet. In Lo d z haben die Sozialisten die Wahlen ber Arbeiter für die Duma verhindert. Alle Fabriken haben den Betrieb eingestellt unb es ist zu blut ig e n Z u sa m men stö ße u gekommen. Der Straßenbahnbetrieb ist ganz eingestellt. Die Polizei hat eine geheime Druckerei entdeckt und Dokumente beschlagnahmt. 40 Personen sind verhaftet und nach Warschau gebracht worden. In dem poln. Städtchen Blonie haben Katholiken die von Sektierern besetzte Kirche zurückerobert. Die Untersuchung gegen General Stössel ergab, daß die von ihm herrühreuden offiziellen Meldungen über die verzweifelte Sage von Port Arthur unbegründet waren, weil große Munitionsmengen vorhanden waren. Deutsches Reich. Berlin, 11. April. Bei der Mittagstafel auf Schloß Bellevue, 511 der Staatssekretär v. Tschirschky und Gemahlin geladen waren, überreichte dec Kaiser dem Staatssekretär den Kronenorden erster Klasse. — Der Staatssekretär des Innern, Graf v.Posadowsky, wird sich, wenn nicht etwa die Vertretung des Reichskanzlers ihn hier zurückhalten sollte, zur Eröffnung der 2lusstellung nach Mailand begeben. Im Behinderungsfalle ist es nicht ausgeschlossen, daß der Kultusminister an seiner Stelle dorthin reist. Ter sranzösische Handelsminister wirb bcr Eröffnung ebenfalls beiwohnen. — Die „Rorbb. Allg. Ztg." schreibt: In ber Presse werden Angaben über die Besetzung der Stellen des Unter- staatssekretärs des neuen Reichs-Kolonialamtes, des Dirigenten ber Personalabteilung bieses Amtes, wie auch über ben Wechsel im Gouvernement von Kamerun verbreitet. Wir stellen fest, baß bic betreffenden Mitteilungen inhaltlich falsch sind. Bevor nicht ber Etat beL Reichs- Kolonialamtes vom Reichstage in dritter Lesung genehmigt sein wirb, kann über bic Besetzung ber neuen Stellen wie in den schwebenden Kolonial-Personalsragen keine Entscheidung getroffen werden nnb es sind auch für die einzelnen Poste» j 4 Handel Frnjikiiirter Hör Wl die Sitzung der 114.50 98.50 87.30 . . 147.00 Türkenlose . PI Az Kapelle i jiv r*. J. 1 ^arfre bir aftfi 21 Stirn. 40 -60 Mk., Einlegschweine . 249.00 . ? 29.50 100.40 101.10 97.70 24 10 147.70 143.50 Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . 12. April. Anfangskurse. Harpener Bergwerk . . Laurahütte . , . 147.20 54.50 . 219.40 . 249.75 . 2400 . 136.50 G Anfa Wit 3% W/t Börse, . 174.10 . 145.20 69.60 70.85 91.75 95 50 93.30 Reichsanleihe do. Konsols . . do. . . Hessen . . . Oberhessen Casale und Messina eingetroffen, auch die Feuerwehr aus mehreren Städten wird erwartet. Professor Matcucci Witt bis züm äußersten in dem Observatorium auf dem Vesuv, wohin Lebensmittel geschafft M * ■ Türkenlose 4% Griech. Monopol-AnL 4% äussere Argentinier 3°/n Mexikaner . . 4^°/0 Chinesen . . . worden sind, ausharren. Ter König äußerte seinen Unwillen über die ämmerlichen Maßregeln der StadtbcHörden. See Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben nnberüikuchtigt). Stammtisch Geffert, Kaplaneigasfc. Tie Bestimmung, welche Tage gesetzliche Feiertage sind, ist der landesgesetzlichen 9iegel'.mg Vorbehalten; bezüglich des Karfreitags sind die Bestimmungen verschieden. In Hessen ist der Karfreitag ein gesetzlicher Feiertag. _______________________________________ _______ Nack rechten. Israelitische NcLigionsgemeittde. @oltr5b<#nf in der Stmogogr (Südanlage). Samstag, ben 14. Avril 1906: Vorabend 7 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Nachmittags Uhr. Sabbathausgang 8.05 Uhr. Aktion: Bochum Guss . . . . Buderus E. W . . . Tendenz: fest. Berliner Canada E. B Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder Union C. . 12. April, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schlickert . . . Esohweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte Nordd. Lloyd . . . . . Obei schlcs. Eisen-Industrie Berliner Handelsges . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommaudit. . . Dresdner Bank . . . Kreditaktieu Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . Gotthard bahn Lombard Eisenbahn . . Ocsterr. Staatsbahn . . . Prince-Henri-Eisenbahn . p* Zu dem Bericht über Israelitische Neligionsgesellfchaft. e-'>oite.idiena. Sabbathfeier am 1 4. A v r i l 1906: Vorabend 6.45, vormittags 8.00, nachmittags 4.00, Sabbath ansgang 8.05. Montag den 16. und Dienstag den 17. April 1906: Paffahfcst-Endc. 7. Tag: Vorabend 7.00, vormittags 8.00 Predigt, nachmittags 4.0g, 8. Tag: Vorabend 8.10, voiinittags 8.00, nachmittags 4.00, Festesansaang 8.15. Wochenaotlesdienst: morgens 6.30, abends 6.30. 4% i 4% ■ 4% ; 3 ?6 : 3% : 100.30 88.70 100.30 88 70 99.90 Stadtverordneten-Versammlung vom 60—80 Mk. Cs wurde viel gelaust. Ic. F rankfurt a. 2JL, 12. April. (Telegr. Ocig.-Bericht des sehr boeb. Tas Paar Ferkel kostete 6. April „Gien. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Vieh markt- preise. Zum Verkaufe standen: 66 Ochsen, 17 aus Oesterreich 2 Bullen, 0 aus Oesterreich, 65 Kühe, Fersen, Stiere und Ninder, 0 aus Oekter., 1540 Halber, 78 Schafe und Hammel, 2 Ziegen, 151 Ziegenlämmer, 91 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 78—80 Mk., 2. Qualität 68—70 Mk., 3. Qualität 58—65 Mk.: Bullen 1. Qual. 65—67, 2. Qual. 00—00: Rübe 1. Qualität 69-71 Mk., 2. Qual. 65—66 Mk., 3. Quak. 46—47 Mk., 4. Qual. 44—45 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 89-93 Psg., Lebendgewicht 54—57 Pfg., 2. Qualität 85—90 Pfg., Lebendgewicht 50-53 Pfg- Schlachtgew. 64—66 Pfg.; Schafe: 1. Qual. 78—80 Psg., 2 Qual. 70—72 Psg. Geschäft: bei Hornvieh gut, Ueberstand ’mbe= deutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. — Aus Ha» '"er kamen 587 Kälber. Limburg n. d. L., 11. April. Frachtmarkt. Durchschnittspreise pro Malter. Noter Weizen 15.50 Mk., weis;er Weizen 00.00 Mk., Korn Mk. 00.00, Gerste 00.00 Mk., Haier 8.50 Ml Crbfen 0.00 Mk.. Kartoffeln 0.00 W. 21 ns Stadt und Land. Gießen, 12. April 1906. ** Dic Fab c l von einer Gießener „Th eater- zensur^L Tie „Franks. Ztg." und die „Kleine Presse" bringen eine gleichlautende Korrespondenz aus Gießen, in der es u. a. heißt: Man fdj-eint in Gießen den Versuch machen zu Nullen, eine Theater-Zensur einzufül/ren. Die Direktion Stemgötter wollte am Sonntag zw"i Vorstellungen geben, Nachmittags „Dre H e i m a t" und Abends „N osen-Monta g". Das Großh. Kreisamt verbot wegen des Palm-Sonntags jede Theatervorstellung für diesen Tag. Auf Besckpverde beim Mmuteruum hob dieses jedoch das Verbot wieder auf. Nun aber verbot das Kreisamt die Ausführung von „Rosen-Montag", wie man erfährt, aus sittlichen Bedenken, oder weil der Inhalt des Stückes der Stimmung des Palm-Sonnf gs nicht entspreche. Die für Nachmittags angescbte „Heimat" fiel aus und wurde am Abend gegeben. Nach 'Erkundigung an zuständiger Stette können wir mitteilen, daß die in diesem Artikel behaupteten Tat- achen aus der Luft gegriffen sind. Ein Verbot ist überhaupt nicht erfolgt, infolgedessen auch keine Beschwerde beim Ministerium, ebensowenig ist die Aufführung von „Rosenmontag" verboten worden. Direktor Steingoetter hat vielmehr bei einem persönlich ihm nahe- tehenden Theaterfreunde sich Rats geholt wegen einer für den Palmsonntag, der bekanntlich hessischer Buß- und B e t t a g ist, geplanten Aufführung von Hartlebens „Rosenmontag", und man hat der — ganz privaten — M e i n u n g Ausdruck gegeben, daß eine Aufführung dieser Dichtung am Bußtage hier oder da mißlich ausgenommen und ihm persönlich vielleicht von kirchlich gesinnten Leuten verdacht werden tonnte. Daher hat sich Dir. Steingoetter — ohne jedes behördliches Eingreifen — ent- chlossen, statt des „Rosenmontags" und der „Heimat" nur die letztere am Bußtage zur Aufführung zu bringen. *• Zur Jubelfeier derLandeS Universität. Die Stad tv er ord n et en - Versa m m lu n g von Darmstadt hat zur 300 jährigen Jubelfeier der Landes-Universität in erfreulicher und dankenswerter Opferwitligkeit eine städtische Ehrengabe von Mk. 10 000 zum Stipendienfonds der Universität beschlossen. •* Militärdien st Nachrichten. Stephan ,Hauptm. und Komp.-Chef im Inf -Ngt. Kaiser Wil Helu» (2. Gr. Hess.) Nr. 116, ein Patent seines Dienstgrades verliehen; die Lts. v. Pentz, v. Boeltzig (fiunö) in demselben Rgt. zu Oberlts., Unteroffizier Goßler zum Lt. befördert. einig^Ji «Esc ringst/ ' daß tctnu Wege j 0g« Ält bier i’ r: . 4J4°/0 russ.Staatsanl. 1905 4^°n japan. Staatsanleihe 4 % ‘Conv. Türken von 1903 Öesterr. Goldrente. . Ocsterr. Silberreute Ungar. Goldrente . . Italien. Rente . . . Portugiesen Serie I . Portugiesen III 144.50 132.90 263.50 228 80 165.70 21950 249.25 136.40 130 35 172 00 145.25 24^ 80 186.50 189.50 162.40 216.30 erhalten wir von Bürgermeister Leun - Großen-Lmden folgende Zuschrift: Die Berichterstattung über die Gießener Stadtverordneten-Sitzuug in Nr. 84 des „Gieß. Anz." muß, soweit mein Name in Betracht kommt, ungenau sein. Ich kann nicht glauben, daß Oberbürgermeister Mecum die Tatsache bestreitet, sich emoerstanden erklärt zu haben, Kaufver- träge mit Klein-Lindener Eigentümern zu 18 Proz. über der Texatiou der Lokalkommission abzuschließen. Selbstverständlich wäre nach Errichtung der^Kaufverttäge die Zustimmung der Stadtverordneteu-Versammlung erforderlich gewesen. -- Lich, 11. April. Dem Lehrer von der Präparandenanstalt, I. Alt, wurde die Stelle eines Hanptlehrers an der Volksschule zu Alsfeld übertragen. Alt war in Kriegervereinssackrcn sehr tätig und hat sich um den Hassiabezirk Lick), dessen Vorsitzender er ist, sehr verdient gemacht, sodaß man ihn sehr ungern scheiden sieht. 0 Rockenberg, 11. April. Die Raubmörderin Lotz von Offenbach, die vor Jahresfrist das Töchterchen einer Witwe ermordete und beraubte, verbüßt hier ihre lebenslängliche Zucht Hausstrafe. Sie ist geistig vollständig heruntergekommen und erschüttert. Gutem Vernehmen nach steht ihre Verbringung in eine Nervenheilanstalt oder Irrenanstalt nahe bevor. hb. Butzbach, 12. April. Gestern abend fand im Lokal der Restauration C. Steinhäuser eine zweite Versammlung der Mitglieder der Sparkasse statt, diesmal jedoch ohne die geschäftsführenden Vorstandsmitglieder. Nach den schon in der ersten Versammlung von deut Darmstädter Revisor gebrachten Ausführungen kann den Vorstand keinerlei Schuld au den großen Hcinzerlingsch en Unterschlagungen treffen und es tvurde denn atlch beschlossen, nach dieser Richtung hin nicht weiter vorzugeheu. In erster Linie mußten die Satzungen, durch die dem Rechner eine unumschränkte Verfügung über alle Bareingänge ein- geräumt waren, die Hauptsch'uld an der Möglichkeit von so großen Veruntreuungen tragen. lieber zweckentsprechende Aenderung der Satzungen imtrbe nunmehr Beschluß gefaßt. Zu der heute abend auberamnten autzerordentlichen Generalversammlung sind als geschästsführende Vorstandsmitglieder vorgeschlagen: die Herren Will). Hadeuuanu und Carl Bikonie als Rechner, A. Weickhardt als Kontrolleur und I. Metzger als Präsident. Hinsichtlich des Weiterbetriebs von dem Heinzerlingschen Bergwerk bei Kranzberg soll zunächst eine Autorität über die Aussichten des Betriebs gehört werden. R. B. Darmstadt, 11. April. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten ist beschlossen worden, für das neue Etatsjahr ab 1. April eine Erhöhung der Kommun al st euer eintreten zu lassen. Da die Beratung des Voranschlages noch nicht erfolgen konnte, so beantragte der Finanzausschuß und die Bürgermeisterei, ouf Grund der vorläufigen Etatsaufstellung, die mit einem Defizit von 75 000 Mark abschlteßt, den bisherigen Zuschlag »von 88,2 Psg. zu je einer Mark Staatssteuer auf 91,2 Pfg., also um 30 Pfg. für je 100 Mark zu erhöhen. Die Annahme dieses Beschlusses, der noch der Bestätigung des Großh. Ministeriums bedarf, erfolgte mit allen gegen 10 Stimmen und mußte schon jetzt geschehen, um die regelmäßige Steuererhebung zu ermöglichen. __ Handel und verkehr, Volkswirtschaft. Berlin, 11. April. Dem Vernehmen nach wurden die zur Subskription aufgelegten 260 Millionen 3'/-' pro?,. Reichsanleihe etwa zweimal überzeichnet. Das Ergebnis der Zeichnung auf Preußische Konsols ist vor morgen nicht feststellbar. X 8F r i e d b e r a , 11. April. Aus dem heutigen ö chwei n c* mar ft waren die Preise für Ferkel und Einlegsehweine wieder TelefomscBw B&ws'sbericMe des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank filr und Industrie, Giessen. bestimmte Persönlichkeiten bisher noch nicht in Aussicht ge- nommen. 3>er Kusöruck des Vejuv gewinnt jetzt auch auf das Leben in Neapel selbst einen immer stärkeren Einfluß. Zahlreiche Läden sind geschlossen. Prozessionen laut betender Flüchtlinge durchziehen nut Kerzen, Fackeln, Kreuzen und .Heiligenbildern die Stadt. Am Mittwoch wurden die Bewohner der Stadtteile Vasto und Äreuaeeia durch einen heftigen Aschenregen auf- geschreckt und flohen. Ebenso herrscht in dem Stadtteile Mercato große Erregung, weil ein Gerücht behauptete, der Turm der Kirche M ar ia del Carmine werde ein stürz en. Die Gefangenen erbrachen die Pforte des Gefängnisses, aber das Militär verhinderte ihre Flucht. Eine Tabakfabrik wurde geräumt, weil mau ihren Einsturz befürchtete. Die alarmierenden Gerüchte über den Einsturz der Fabrik sind unrichtig. Es hat sich vielmehr nur um eine, Erregung unter den Fabrikarbeitern gehandelt, die die Einstellung der Arbeit verlangten. An verschiedenen Stetten der Stadt sind vorsichtshalber Trustpenabteilungen auf- gestettt. Der Himmel ist dunkel bezogen, vom Vesuv ist nichts zu sehen. Es ist in den Straßen Neapels geradezu unmöglich, ;su gehen. Die Asche dringt in die Augen und Atmungsorgane. Auf Schritt und Tritt liegen meterhohe Aschenhaufen. Man hört keinen Laut, jedermann befürchtet eine neue furchtbare Katastrophe. Je weiter der Tag vorrückte, desto größer wurde die Verzweiflung in Mapel. Es herrscht allgemeine Kopflosigkeit und Konfltsion .Dazu kommen die fortwährenden Lapitti-Regen und das gelbe grausige Licht. Der ganze Golf ist hinter einem schmutzigen Dunstvorhang verborgen, von Zeit zu Zeit hört man vom Vesuv her rollendes Donnern und Bvülleu. Neapel macht einen Eindruck, als ob es vor dem Untergauge stünde. Die (Situation wird immer beängstigender und grausiger. Die wahnsinnige Panik wächst. Tie Bevölkerung holte die Statue "des heiligen Januarius gewaltsam aus dem Dame und trug sie klagend und flehend durch die Straßen. Alles Volk liegt auf den Knien. In Neapel sind heute alle Theater, Schulen und Gerichtshöfe geschlossen und den Flüchtlingen angewiesen worden, die noch immer zu Tausenden nach Neapel strömen. Allein in Castellamare weilen 25 000. Die Eisenbahn Salerno-Neapel ist infolge des Aschenregens unterbrochen. Tie Zahl der aus den Trümmern hervorgezogenen Leichen beträgt in San Giuseppe 110, in Ottajano 5 0. Tie Arbeiten zur Bergung der Leichen werden fortgesetzt. In San Giuseppe erreicht die Asche die zweiten rmd dritten Etagen der' .Häuser, sodaß eine große Anzahl der Opfer einen langsamen qualvollen Erstickungstod starb. In Ottajano liegen noch sterbende oder verwundete Personen unter den Trümmern. In vielen Fällen erscheint es überhaupt unmöglich, die Verschütteten zu retten, obwohl heldenmütige Taten ausgeführt wurden. Viele beherzte Männer drangen wiederholt in die Häuser ein, welche im Begriffe waren, einzustürzen. In mehreren Fällen kamen die Retter selbst ums Leben. Diese mutigen Taten wurden nicht für Angehörige, sondern für vollständig fremde Personen ausgeführt. Trotz aller Anstrengungen war es unmöglich, viele aus ihrer schrecklichen Lage zu befreien. Tas (Städtchen Ottajano, welches 13 000 Einwohner zählte, ist, wie Pompeji seinerzeit, unter einer vier Meter hohen Aschenschicht ganz verschwunden. Tragische Szenen spielten sich bei der Flucht vor der Lava ab. Eine Frau ward gezwungen, ihren gelähmten Gatten im glühenden E lem en t zurückzu lassen. Ein junges Mädchen trug ihren 60jährigeu Vater auf dem Rücket: fort. In der Unglücksnacht lag alles im tiefen Schlaf und niemand ahnte etwas von der Gefahr, als plötzlich ein furchtbares Donnern aus dem Erdinnern erdröhnte. Erschütternde Szenen spielten sich bei der Erkennung der Leichen ab. Eltern, welche ihre Kinder im allgemeinen Durcheinander verloren hatten, fanden ihre Leichen in behördlicher Verwahrung. Frauen, welche in der Panik von ihren Männern getrennt worden waren, fandet die Leichen iihrer Gatten hier liegen. In Jnstanze Llosta fuhr eine Anzahl von Flüchtlingen in mehreren Wagen. Plötzlich siel e in derartiger Aschenregen nieder, daß keiner den anderen sehen konnte. Die Pferde gingen durch und die Kinder sprangen aus den Wagen und liefen ängstlich nach allen Richtungen. Seitdem hat man nichts von den Kindern gesehen oder gehört. Man fürchtet, daß sie alle, etwa 4 0 an der Zahl, erstickt sind. In Torre del Greeo dauert der Aschenregen ununterbrochen seit 40 Stunden fort. Tie Asche liegt IV2 Meter hoch. Jedes Kubikmeter wiegt über 20 Doppelzentner. Die Abräumung der Dächer ist dadurch erschwert, daß die glühenden Steine und die Asche sich sofort zu einer kompakten Masse vereinigen, die nur schwer mit .Hacke und Schaufel zu bearbeiten ist, die überdies auf den Feldern oder in Den Weinbergen begraben sind. Ferner fehlt es an Leitern und hauptsächlich an tätigen Menschen. Besonders der letzte Unrstcmd ist schuld daran, daß das Unglück so große Dimensionen annahm. In T orr e d e l Gr e e 0 ist eine Anzahl von Beamten und Soldaten ringsum von glühender Lava blockiert, sodaß man ihnen bisher keine Lebensmittel und Wasser zuführen konnte. Tie Sozialisten fordern die Bestrafung per Priester, die anstatt der Bevölkerung bei »er Flucht zu helfen, diese in den Kirchen ver- 'ammelte und sie direkt in den Tod trieb. Die Stadt- whörden von Neapel werden beschuldigt, die Räumuug der Tücher vou Asche augeorduet zu haben, für sich selber aber )er Anordnung nicht nachgekommen zu sein. Die Markthalle ei eingestürzt, weil die Stadtverioaltung ihre Pflicht ver- äumt habe. Fortwährend laufen neue .Hiobsnachrichten ein. Die letzten Nachrichten berichten, daß auch die Städte Sarno mit 20000 Einwohnern und Genar 0 mit 6000 Einwohnern mrch die Aschenmasse vollständig z e r st ö r t sind. Tie ^ahl der Opfer ist noch nicht bekannt, gilt aber für sehr bedeutend. Der Materialschaden wird auf über eine ) albe Milliarde geschätzt Amtlicherseits werden bis .etzt 800 Tote zugestandeu. Man befürchtet jedoch, daß sich iric Zahl der Getöteten verdoppeln, ja verdreifack)en wird. In Somma Besuviana sind verschiedene öffentliche Gebäude eingestürzt. Die ganze Provinz Caserta. ist von oichter Asche bedeckt. Die Regierung wies die Militärbehörden an, Brot an die Bedürftigen zu verteilen. In allen Gemeinden wurden fliegend e B 0 l k s k ü ch e 11 errichtet. Soldaten, die Außerordentliches leisten, sind zusammen mit Arbeitertrupps beschäftigt, Asche und Sand von den Dächern zu raunten. Neue Truppenabteilungen sind aus Florenz, Rom, Bologna, Allen Frauen als Stärkung empfohlen! © u t c n b I i n g e n (Kr. Offenbach a. M.), 13. 9. 05, Wingert' straße 32. „Kann Ihnen erfreut mitteilen, daß mir Ihr Bicisoir einen sebr guten Dunst erwiesen hat, nachdem ich schon seit zwei Jahren an Neurasthenie und Blutarnmt gelitten habe und geradezu alle möglichen Medikamente genommen habe, welche wir aber — mit Aufnahme Ihres geschätzten Bioson — nicht gehoben haben. Dieses Bioson hat eine große Aenderung meines Zustandes herbei- geführt. Ich bin wirklich glücklich, endlich einmal , mein Leiden schwinden ,ul sehen und mich der Angst um meinen Gesnndhests- züstand enthoben zu sehen. Auch mein Magen wird sich nicht minder freuen, wenn derselbe nickst mit allen Arzneien überladen wird, denn derselbe war der reinste Medizinbehälter. Ich bin Ihnen deshalb zu großem Danke vervstichtct und werde auch nicht verfehlen, Sie mit Ihrem Bioson überall weiter ,311 empfehlen. Es würde mich sehr freuen, wenn Sie mir eine Probesendung stir mein Kind »llschicken würden, wofür ich Ihnen sehr dankbar wäre. Besten? hoffend, daß Bioson noch sehr vielen Leidenden die Gesundheit wieder gibt, zeichnet Helene Str 0 h." Unterschrift beglaubigt Großh. Bürgermeisterei Spreirdlingen: Dreieich. Bioson ist erhältlich in Apotheken. Drogerien ?c. das halbe Kilo-Paket 511 drei Mark, mit Bonitlonextract oder mit Eacao, ersteres zur Suopenbereitung, letzteres als Morgengetränk. Man verlange vom Biosonwerk Bensheim die Broschüre mit den Berichten über öie von den Professoren, Aerzten und tu Krankenhäusern rc. erzielten Erfolge. _ bB', fiiarfreitas 4—9 Uhr 488 Nur ofi>n. Erfurt, den 9. April 1906. Die Gärtnereien Peterseim brachten im Jahre 1905 über 400 000 Post- und Bahnsendungen ans^ den Weg. Mit dieser Ziffer tritt die genannte Firma unserer Stadt an Anzahl der Sendungen mit an die Spitze der größten Versand- geschäfte der Welt. 2383 OrZainÄl-DNahtttreL-ungen. Köln, 11. April. Die „Köln. Ztg." erhält aus Berlin ein Telegramm über die Haager Konferenz und den pan- -amerikanischen Kongreß, in ivelchem es heißt, der Wunsch, diese beide?! Verhandlnngerl nickst gleichzeitig in Mgrul zu nehmen, sei erklärlich. Völlig nnzniresfend sei es aber, wenn jetzt in Nord-Amerika das Gerücht verbreitet werde, daß D e n t sck>- land die Einberufung d-e r Ko n fe r e n z d u r ch R u ß * land angeregt habe, um auf diese Weise dem panamerir. Kongreß eine Konkurrenz 51t schaffen und den Vereinigten Staaten eine Unannehmlichkeit zu bereiten. Tatsächlich hat sich Deutschland nm diese Angelegenheit nrchc int geringsten gekümmert und hat erst durch die russische Mffordernng vor wenigen Tagen von ihr erfahren. Die ßieschichte von einem angeblichen Vorgehen Deutschlands fürchtt daher wieder einmal erfunden worden 311 sein, um in Nordamerika eine unfreundliche Stirn nt u n g hervvrzurnfen. In derselben Richtung bewegt sich, diesmal aber nach Südamerika hin, die Ausstreuung, als ob sich Deutschland für die Friedenskonferenz interessiere, weil es der sog. Ealvolehr e entgegen treten wolle, waA geeignet luarc, m. Dresdner Bank .... —.— Türkenlose . Tendenz: fest. Samstatr bleibt die Börse geschlossen. V ^Seweintze 198"8°* Gesellschaft. JP.ril 1906- O»1 Situ ctien 'Ä'n,l? I?L!> A<»; U 78^ > )c i n,,6'?. M.- ®Ä X, 4 Atcit 69-7) ^-*5*8 i^OSlfa'-e W 'M ®t ’Ä?” Jj* !7. atprit 1906: **SäKJ55 ^abend? 6,30,__ ^eöaktisn. ~~~ ^?^rü§'chtich. tu 1" ?*-m. sind bie Ä£ !t Satireitfi9 ein gesetzlicher is'Sberichte ' Jon der Bank filr Handel ■ IPSSPii, 12. April, 1.15 Bhr. triz. Lahmeyer. , , 144511 :triz. Sehnckert. . , 132,90 'Weiler Bergwerk . , 263^ enkirchen Bergwerk . 2?8M 'hnr-r-Amerik. Paketl, 165.70 pener Bergwerk. , .219’7.1 rabiitte 2491"’ Id. Lloyd 136,’ ischlcs. Eisen-Industrie 139 liner Handelsges . . 172 mstädter Bank . . , 1455 tsche Bank . . . 2<'< tscb-Asiat Bank . . ■ konto-Kommandit. . . IM sdner Bank . . . ditaktien M timore- und Ohio- isenlnbn . . .11^ :bardbahn bard Eisenbalm . . 2410 >rr. Staatsbalm . . . 1^.70 le-flenri-Eisenbabn . 1431)0 2]^- ' !ITj , 24« . 141« qrrÄ. knian^ntst- ■pener "Bergwerk. . uahütte • • > mbarden E. B. . - rdd. Lloyd . . • ■ rkenluse. . ie Börse geschlossen^ uen als ■mfohien! nkieilen. daß in« 3“ , nacdbkm inul gelitten ober nnineu iiobe, ?ioioit - 9ff u betbev -ninci M''nts Zu»a , , . cnblirf) en'M-«^. Anqlt um moutcn,^.. mein M'aden t mit alle" > n ?ff) bi„ ,5c ®«W|Ä"«u4l’’® S#«. i R"'-Adw di-EE rf*^*8S** ___.—-— » off« SZE Ldc- »»®tL die «P‘5* vnE'mcrde'^L^b' verbrette burfl ^rn- MM :N3»s.« fft Aschaffenburg Würzburg ■v .•.e: 5s-?v .. M D I j KM MU' DM , •..?< ■■ • 1'.;. einigen südamerikauischeu Staaten gegen Teutickland Stimmung zu machen. Daß auch ba» ganz unzutreffend ist und daß wir gar keine Neigung haben, uns in a m e r i k a n i s ch e An- Gelegenheiten ein? umischeu ergibt sich auS der oft ftfion festgestellten Tatsache, daß Deutschland mit der auf die alleinige russische Anregung erfolgten Einladung nicht das geringste" zu tun hat. (Bei der Calvvlehre handelt es sich darum, daß kein fremder Staat das Recht haben soll, auf diplomatischem Wege zu ounücn seiner Angehörigen einzuschreiten, wenn die Gerichte des anderen Landes bereit sind, die betreffenden Klagen eutgeaeuzunchmen und in aller Jvrm Rechtens zu behandeln.) Soest, 12. April. Im Dorfe Allagen erstach die Drbeitereliesrau Schütte ihren schlafenden Mann. Altona, 12. April. Der aus Stettin zugereiste Barbier Rößlein schnitt sich mit einem Rasiermesser den Bauch auf, daß die Eingeweide heraus- quollen und öffnete sich bann die Pulsader. Als er aufgefunden wurde, war er tot. Neapel, 12. April Als durch Maueranschläge die Depesche Mattouccis veröffentlicht wurde, welche besagt, daß eine wohltuende Beruhigung der Elemente und Instrumente des Observatoriums cintiat, die eine Abnahme der Tätigkeit des Vesuvs erhoffen läßt, ertönte allgemeiner Jubel. Neapel, 12. April. In Torre del Greco stürzen täglich Däuser ein. Lungernde Banden durchziehen die Stadt und loerbcn nur durch die 2biWesenheit der Soldaten von Plünderungen abgeh-ckien. In Somma, Sarno und Cereola sieht es gleich verzweifelt aus. In Neapel begegnet man von früh bis spät Bittprozossiouen. Wegen Einsturzgefahr ist die berühmte Galleria Umberto gesperrt. Das Unglück ist so unermeßlich groß, daß es nickst belieben, sondern nur gelindert werden farm. Tie ganze italienische Armee wäre nickt imstande, die gesälndeten Städte vor Verschüttung zu retten. Die Brot- und Wasserverteilung, wenn sie auch noch so ausgedehnt betrieben wird, kann nie den ungeheuren Ausprückxm genügen, wenn cs nicht gelingt, die wenigen VerkehrSstraßcn mit den Städten am Golf aufreckst zu erbitten. Saigon, 11. Aoril. (Agenee Havash Die Hauptstadt von Qberlao?, L u a u g p r a b a u g, ist am 7. April von einem Brande rast völlig zerstört worden. Das Eckulgebä'nde, das chinesische Magazin und öOO Häuser sind verbrannt. Menschen sind nicht umgekommen. 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Slavische Rhapsodie..........Friedemann II. Teil. 5. Ouvertüre zur Oper Nebucadnezar Verdi 6. Ungarische Fantasie. Solo für Cello (Einj.- freiw. Eoboist Krausse) Grützmacher 7. Schaukel-Walzer Holländer 8. Fantasie a. d. Oper Das Glöckchen des Eremiten Maillart HI. Teil. 9. Hochzeitsmarsch a. d. Sommernachtstraum . Mendelssohn 10. Epbeuranken ... . Krausse 11. In der Waldmühle Charmont 12. Im Zick-Zack! Potpourri . . . . . Schreiner Anfang des Konzertes am 2 Osterfeiertage Nachmittags 5 Uhr. Eintritt 50 Pfg. Anfang des Konzertes am U. Osterfeiertage Abends 8 Uhr. Eintritt 40 E*fg. 2390 Wo gehen wir die Feiertage über hin? 02546 Zum Hordpol! _____________________________________Stcinstraßc 76. Staufenberg'. Den 2. Osterfeiertag 2378 S Tanzmusik Eg wozu ergebenst einladet Ludwig Zecher VI., Gastwirt. F f* ei ha 8 z= Samstag, beu 14. d. Mts., Morgens von 8 Uhr ab: [B11/« .stnhsleifch 56 Pfg. Sich elegant kleiden mit wenig Mitteln kann man mit Hilfe der beliebten Favorit-Wioille. 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