Erstes Blatt L SS. Jahrgang Freitag 13. Juli 1906 anderer". ein ca Nebenhaupt der Christlich-Sozialen, dazu beigetragen hat, daß der Wahlkreis Altena-Iserlohn der Sozialdemokratie ausgeliefert wurde. Daß im übrigen in vielen Fragen, namentlich in solchen der Bekämpfung der freier! Kunst und in Schulfragen, die Christlich-Sozialen nut dem Zentrum Arm in Arnc wandeln, und in manchen Wahlkämpfen einander briiderlich unterstützt haben, ist eine altbekannte Tatsache, sodaß die Vermutung, auch hier hatte Stöcker selber dem Zentrum Vorspanndienste geleistet, nahe lag. Hier wird also zwischen den Zeilen zugestanden, daß zwar nicht Stöcker, so doch „ein anderer", C... Bezugspreis: monatlich7bPf.,vierteljährlich Mk. 2.20; durch Aoholc- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk.2.—vienel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« jür die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokalI2Pf^ auswärts 20 Psg. Verantwortlich für den polit und allgern. Teil: P. 93111 f o • füt ,Stadt und Saab* und »Gerichtssaal": Ernst Heb; für den An« zeigenteil: Hans Beck, Kor 40 Jahren! (Original-Artikel des „Gießener Anzeigers") In der Geschichte unseres engeren Heimatlandes haben wir als einen der traurigsten Erinnerungstage den 13. Juli zu verzeichnen. Heute sind 40 Jahre verflossen, seit dem Tage, an dem der deutsche Bruderkrieg von 1866 bei dem unterfränkischen Orte L a u f a ch zu jenem blutigen Zusammenstoß zwischen den Truppen des hessischen Bundeskontingcnts und der preußischen Mainarmee führte, der Hessen einen Verlust von etwa zehn Prozent seiner gesamten Hecresmacht znfügte, denn von den 8000 bis 9000 hessischen Soldaten blieben 780 Mann und 32 Ossizicre als Tote oder Verlvundetc aus dem Platze. Nachdem die Entscheidung in dein gewaltigen Ringen zwischen Preußen und Oesterreich auf den böhmischen Schlachtfeldern gefallen Ivar, wollte — zehn Tage nach Königgrätz — auch das 8. Bnndes- korps einen großen Schlag ausführen und machte bei Laufach den Versuch, der preußischen Mainarmee unter Führung Vogels von Falkenstem den Weg von Aschaffenburg nach Frankfurt zu verlegen. Dabei war aber die hessische Division ohne jede Deckung den Feuerschlünden der Brigade Wrangel ausgesetzt und in furchtbarer Weise dezimiert worden; unter den gefallenen Offizieren auf hessischer Seite befanden sich, wie Erbgroßherzogin Alice damals in einem Briefe an ihre Mutter berichtete, gerade die, die mit den Preußen ' auf besonders gutem Fuße standen und die Einheit Deutschlands unter Preußens Führung erstrebten. Zwar hat der 18. August 1870 bei den blutigen Gefechten von St. Privat der hessischen Division noch mehr Opfer an Toten nnd Verwundeten gelüftet (1200) aber besonders an der Waldlisi-^re des Bois de la Cusse haben diese Hessensöhne einen Helbentod gefunden, der mit entscheidend für den Ausgang der Schlacht einwirkte und mit glänzenden Lettern in der deutschen Kriegsgeschichte von 1870/71 verzeichnet hleiben wird. An der -traurigen Katastrophe von Laufach, Frolmhofen und Aschaffenburg, nach der ganz Hessen in zwei Tagen von preußischen Truppen besetzt wurde, haben aber die hessischen Soldaten teilte Schuld^ .Vielmehr bezeugt teilt Geringerer, alZ Heinrich von der Verlust der 800 wackeren Hessen zu beklagen war. In Baden hatte sich die Regierung, trotzdem die Ständekammern die Mobil- machungskosten bewilligten, bei der Abstimmung am 14. Juni kluger Weise der Stimme enthalten und der badische Truppen- führer, Prinz Wilhelm, hatte sich auch, da ja der Kampf der Mainarmee gegen die süddeutschen Truppen erst nach der Entscheidungsschlacht von Küniggrätz begann, nicht sonderlich nach dem Zusammentreffen mit den Preußen gedrängt. Und schon am 22. Juli richtete die badische Kammer das Ersuchen an den Großherzog, den Krieg aufzugeben und den Anschluß von Baden an Preußen herbeizuführen. Auch Herr v. Dalwigk mußte sehr bald zu seiner großen Betrübnis erfahren, daß er von aller Welt verlassen und sein schöner Traum von einem deutschen Reich unter Oesterreichs Führung grausam vernichtet war; sein ganzes Jntriguenspiel — er hatte sogar die französische Intervention Napoleons angerufen — erwies sich als vergeblich. Datwigk sah sich genötigt, nach langem Harren und Bangen am 3. September mit Preußen einen Friedensvcrtrag zum Abschluß zu bringen, und Ivenn dieser noch verhältnismäßig glimpflich für Hessen ausfiel, so war das wahrhaftig nicht Dalwigks Verdienst. Unter dem Druck der allgemeinen Verhältnisse und da er sich mit großer Zähigkeit an seinem Posten festUammerte, sah sich T. sogar geznmngen, zuguterletzt aus dem Saul noch ein Paulus zu werden und im April 1867 mit dem so sehr gehaßten Preußen eine Militärkonvenlion und ein Schutz- und Trutzbündnis zum Abschluß zu bringen. In steter Uneinigkeit mit dem Gros der deutsch-patriotischen Bevölkerung hat er dann itotf) einige Jahre weiter das Steuerruder des Staates in der Hand behalten, bis ihn die nationalen Ereignisse des Jahres 1870 zum Rücktritt zwangen: er schied, nachdem er auch noch den Vertrag über Hessens Eintritt in das Deutsche Reich unterzeichnet, auf dringendes Anraten aus Berlin von feinem Posten und, mit feinem Ausschcidcit trat auch in der inneren Politik unseres Hessenlandes eine erfreuliche Wendung zum Besseren ein, die seither treulich angehalten und zum Segen des Landes gedient hat. z • Nr. 162 Erscheint täglich außer Sonntag-. Dein Gießener Anzeiger werden int Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Giehener Familien, blätter viermal bi der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen. Univerf.-Buch-u. Stein- .druckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnlftratze 7. Redaktion 119 Verlag u.Exped.e-^Abl Adresse für Depeschen: Unzeiger Gießen. Shbel, ausdrücklich deren Schlagfertigkeit in seiner Geschichte der Begründung des deutschen Reiches mit den Worten:.„Noch übler, als bei dem siebenten, sah es bei dem achten Bundeskorps aus. Fertig war unter seineii Kontingenten nur das Hesseir- Darmslüdter, eine stets alstüchtig anerkannte Truppe usw. nsw. , . L Es muß auch heute noch jeben Heuen mit Betrübnis erfüllen, wenn er auf die damaligen Zustände in Deutschland znrück- blickt. Staatsminister v. Dalwigk unseligen Angedenkens hatte in seiner 20 jährigen Tätigkeit an der Spitze Hessens stets in ostentativer Weise seine Preußenfeindlichkeit bekundet. Er war auch einer der ersten, der in der Bundesversammlung am 14. Juni 1866 dem Antrag auf Mobilmachung der Bundesarmee gegen Preußen zustimmte, trotzdem beide Kammern den angeforderten Kriegskredit von 4105 000 Gulden verweigert hatten. Noch wenig Tage zuvor hatte der Finanzausschuß der 2. Kammer in eindringlichster Weise vor dem folgenschweren Anschluß an Oesterreich gewarnt und ausgefuhrt: „Die Mobilmachung ist nur geeignet, verderbliche Konflikte für unser Großherzogtum heraufzubeschwören, die Provinzen Oberhessen und Rheinhessen schutzlos der Besetzung und Schtapfung durch ntchthessische Truppen auszusetzen und für unsere Mitbürger tn der von preußischen oder östreichischen Soldaten gleichzeitig besetzten Stadt Mainz die furchtbarsten Folgen horbeizusuhren, während unsere kleine militärische Macht dem engeren oder weiteren Vaterlande keinerlei klaren und erweislichen Vorteil zu schaffen vermag!" Doch Dalwigks tiefer Haß gegen das protestantische Hohenzollernhuus blieb unerschütterlich: Verlangen eie da, wo zwischen Recht und Unrecht zu wählen ist, keine '.'Neutralität!" so rief er, aus und erging sich bann m langen Klagen gegen den Ausschuß, der so tue als ob die Regierung etwas verlangte, „was m ihrem partikularen Interesse läge und nicht für das große gencinianie Vaterland gefordert würde." ~ Nun der damalige Kaminerauslchutz und die höllischen Gegner des Anschlusses an Oesterreich haben recht behalten. Das eigenwillige, verfassungswidrige Vorgehen hat die Mversten Folgert für unser Großherzogtum gezeitigt, als deren surchtbarlte Deutsches Reich. Berlin, 12. Juli. Die Jacht „.Jamburg' mit dem Kaiser an Bord ist heute mittag von Tromfoe nach Hamm er fest gegangen. — Eine Zusainme nkunft Kaiser Wilhelms m ist König Eduard für diesen Sommer steht nach der offiziösen Münchener „Allg. Ztg." fest. Es sei bisher nichts eingetreten, was eine Aenderung in diesen Entschlüssen hätte herbeiführen können. Von Einzelheiten ist aber noch nichts bekannt. — Im Anschluß an die K ab inetts ordre des Kaisers, wonach der Yacht Hohenzollern anläßlich der Geburt eines Thronerben ein Präsentiermarsch verliehen worden ist, bringt die „Rat.-Ztg." einen bemerkenswerten Artikel, in welchem das Bedauern ausgesprochen wird, daß die erhoffte Amnestie unterblieb und worin es ii. a. heißt: Wir können uns der Gewißheit immer weniger entziehen, daß ein kleiner exklusiver Kreis sich von Tag zu Tag enger um den Herrscher schließt, daß das starke Menschentiim Wilhelms II. in eine Wolke hösischer Liebedienerei gebannt, dem Blick der breiten Masse entzogen und in seinen freien Valenzen durch Einflüsse gebunden wird, die nichts von der Volksseele und ihrer werbenden Liebe zu unserem Hohenzoltern-Kaiser wisse n. Es mehren sich die Zeichen, daß Kaiser Wilhelm geradezu bedenklich einseitig informiert und über Vieles im Unklaren gelassen wird, was er w i s s e n müßte. — Die Nachricht eines hiesigen Blattes, wonach dem Reichstage bereits im nächsten Winter das neue Zivil- Siehener Anzeiger General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Ein Gießener angesehenes Mitglied der christlich-sozialen Partei ist mit der Bemerkung in unserem gestrigen Mena-Jserlohu-Artikel nicht einverstanden, daß durch die dortige christl.-soz. Sonderkandidatur „Stöcker dem Zentrum die Wege zu ebnen gedachte". Stöcker selbst, so schreibt uns der Herr, habe mit dieser Kandidatur nichts zu tun gehabt. Das ist überraschend, denn er ist doch Gründer und unumschränktes Haupt der Partei. Aber wir hören es, daß „die Kandidatur von anderer christlich-sozialer Seite ausgegangen ist". „Stöcker selbst", so führt die Zuschrift fort, „ist gegen einen Zentrumsmann, den inzwischen verstorbenen Stützet, gleich im ersten Wahlgange gewählt. Er hat sich auch nur wenig an der Agitation int Wahlkreise beteiligt, hat aber ausdrücklich versprochen, für den Fall, daß der nationalliberale Kandidat in die Stichwahl komme, dafür ciuzutreten, daß seine Freunde diesen unterstützen. Fenier tyat die Stichwahlparolc gelautet „gegen die Sozialdemokratie", und zwar zu einer Zeit, wo noch nicht sicher fest stand, wer der dadurch Begünstigte fein würde; und so wirds allewege sein, da wir Christlich-soziaten bei aller Anerkennung von vielen sozialen Forderungen der Sozialdemokratie doch in ihr schon wegen ihrer tatsächlichen Stellung zur Religion einen schlimmen Feind des deutschen Volkes erkennen müssen, .ganj abgesehen von ihrer politischen Stellung. (Wie anders ist letztere doch in England und Frankreich.) Sie nennen die christlich-soziale Kandidatur eine aussichtslose. Gewiß, große Erfolge hat sie ja nicht gehabt, nicht solche, wie auch Schreiber dieses gehofft hatte, aber vorwärts gekommen sind wir doch, und auch die Sozialdemokratie hat klein angefangeii im Wahlkreise — leider habe ich die Zahlen hier nicht zur Hand — weshalb soll das für uns nicht auch möglich sein, besonders bei der sozialen Stellung mancher Führer der rhein.-westf. National- liberalen?" Pensionsgesetz vorgelegt werden soll, bestätigt sich, wie die „Voss. Ztg." erfährt, nicht. — Der Kronprinz hat den städtischen Behörden Potsdams für die Glückwünsche zur Geburt eines Sohnes in folgender Form gedankt: „Tleine Vaterstadt Potsdam hat zil dem großen Glück, welches der Kronprinzessin und mir durch Gottes Gnade beschieden wurde, in herzlicher Weise ihre Teilnahme befunbet. Wir danken dem Magistrat, den Stadtverordneten und der gesamten Bürgerschaft für alle die Beweise treuer Liebe und Anhänglichkeit, die uns in diesen Tagen entgegengebracht ivorden sind. Um unserem Danke und unserer Freude einen besonderen Ausdruck zu geben, habe ich 8 um Besten bedürftiger Kinder Potsdams 1000 Mark aus meiner Schatulle zur Verfügung gestellt." — Nach einer Verfügung des Kultusministers soll die preuß. Regierung einer Erhöhung der Lehrergehälter in denStadtgemeinden entgegenwirken, wenn dadurch die Gleichmäßigkeit der Besoldung in Stadt und Land gefährdet wird. — Der „StaatSanz." veröffentlicht die Gesetze betreffend die Vermehrung der Mitglieder des Hauses der Abgeordneten und die Aenderungen der Landtagswahlbezirke und Wahlorte, sowie betreffend die 9(bänberung der Vorschriften über das Verfahren bei den Wahlen zum Abgeordnetenhause, beide vom 28. Juni 1906, sowie betreffend die Ergänzung des Gesetzes vom 1. Juni 1882 betreffend die Einsetzung von Bezirkseisenbahn räten und eines Landeseisenbahnrates für die Staatseisenbahnverwaltung vom 15. Juni 1906. . Äolonialpost. — Dem Londoner „Dailtz) G^apyic" wird aus Berlin gemeldet, daß die Verhandlungen über die Grenzregu-- 1 ierung zwischen dem deutschen und dem brit. Gebiet östlich und westlich vom Viktoria Nyanza-See befriedigend und in der freundschaftlichsten Weise vorwärts schreiten. Man erwarte ihre Beendigung nächste Woche. Die Hauptpunkte des llebereinkomiwens feien schon nach London geschickt worden._______________________ Ausland. London, 12. Juli. Im U u t e r h a u s e verweist der Kriegs- minister Haldane auf die in der jetzigen Heeresorganisation bestehende Verwirrung und führt weiter aus, wenn der Dienst bei Munitionskolonnen, beim Transport- und Verpflegungswesen, der jetzt der regulären Armee obliege, von der Miliz geleistet werde, so würde einerseits die Zahl der für Kampszwecke verfügbaren Truppen in großem Maße vermehrt werden, während sich andererseits wesentliche Ersparnisse ergeben würden. Der Generalstab habe unter Zugrundelegung dieser Grundsätze einen Plan für die Kriegsorganiiation ausgearbeitet. Wenn die Vorschläge der Regierung verwirklicht ivürden, werde sie in der Lage fein, für den überseeischen Dienst schleunigst vier Kavalleriebrigaden, sechs Divisionen, jede zu drei Brigaden, also rund 150 000 Mann zu mobilisieren. Tie so organisierte Streitmacht werde um 50 pCl. stärker sein als irgend ein Expeditionskorps, das bis jetzt von England zu organisieren versucht worden sei. Es sei möglich, eine solche Streitmacht mit reduziertem Jriedensstande zu organisieren, aber nur unter der Bedingung, daß die Miliz sich für den Auslandsdienst zu Kriegsdiensten verflichte. Die Regierung schlage vor, daß die Armee 20 000 Reguläre weniger haben solle als jetzt. Die Reduktion würbe erreicht durch Abschaffung, von 10 Infanterie* bataillonen, einschl. zweier Gardebataillone und durch Benutzung der Miliz für Hilfsdienste. Die Kavallerie solle unverändert bleiben, ivähreiid Vorkehrungen getroffen würden zur Mobilisation von 63 Batterien zur Vervollständigung der Expeditionsstreitmacht, die bestehen würde aus 50 000 Alami aktiven Regulären, 70 000 iWann regulärer Reserve und 30 000 Mann Miliz. Die indischen Trlippen sollten unverändert bleiben. Die Mehrzahl der abzuschaffenden Bataillone sei in den Kolonien stationiert. Für die Verteidigung des Mutterlandes gegen feindliche Angriffe und für Verstärkungen für die Expeditionsstreitmacht müsse hauptsächlich auf die Poomanry und die Freiwilligen gerechnet werden. Für bessere Organisation der beiden letzteren Streitkräfte werde jetzt vom Geiieralstabe ein Plan ausgearbeitet. Bei der Organisation des Expeditionskorps habe sich die Regierung von der Möglichkeit leiten lassen, daß eine lange Friedenszeit fomme oder daß alle Nationen Are heutige Kummer umfaßt 10 Seiten. Zentrums-Vergeltung. Das Depeschenbureau Herold verbreitet h-eute folgende Meldung: Die Wählleitung der Zentrumspartei im Reichstags-Wahlkreise Hagen-Schwelm beschloß infolge deS Ausganges der Stichwahl in Altena-Iserlohn zu Gunsten des sozialdemokratischen Kandidaten, für welches Resultat sie die Nationalliberalen und die Freisinnigen verantwortlich macht, bei einer eventuellen Stichwahl in Hagen-Schwelm zwisckien Sozialdemokraten und Freisinnigen die Zentrumswähler nicht aufzufordern, für ben freifinnigen Kandidaten zustimmen. So ist denn der Wahlkreis des verstorbenen Abg. Engen Richter in der Tat einer ernsten Gefahr ausgesetzt. Gestern noch schrieben Zentrumsorgane, es bleibe erst die Klärung der Situation abzuwarten, bevor aus dem Ausfall der Stichwahl in Altena-Iserlohn die Konsequenzen gezogen würden. Daß heute bereits von einem Beschluß der ZcntrnmswahUeitung verlautet, die Freisinnigen für die Unterstützung des Sozialdemokraten in Altena-Iserlohn entgelten zu lassen, beweist eine ungemein starke Erbitterung in den führenden Zentrums kreisen. Sehr bedrückt ist die „N. Allg. Ztg." von der Möglichkeit einer „verwerflichen Rache- Politik. Das Blatt der Regierung schreibt: Es sei zwar nicht ausgeschlossen, daß die beiden liberalen Parteien allein, aus eigener Kraft, bei Entfaltung entsprechender Werbekraft sich das Mandat sichern, die Gefahr der Auslieferung des Wahlkreises (Hagen) an die Sozialdemokratie, falls das Zentrum seine seitherige Wahltaktik ändere, sei unverkennbar groß. Der Regierung ist begreiflicherweise diese Aussicht besonders unangenehm. Ist es doch ein Hauptziel der Politik des Fürsten Bülow, die bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie zusammenzuschließen. Wer das Zentrum, so geneigt es sonst ist, dem Kanzler gefällig zu sein, scheint diesmal derart verletzt in seinen Gefühlen, daß cs auf „der Rache Wonnen" kaum verzichten wird. Das Traurigste aber ist, wie die Uneinigkeit des Liberalismus ihm' immer neue Verluste zufügt. Darmstadt-Groß-Gerau. hätte bei Einmütigkeit der Liberalen gewonnen werden können, ebenso Altena-Iserlohn, wo die beiden liberalen Parteien schon in der Hauptwahl zusammen über 14 000 Stimmen verfügten; auch in Hagen- Schwelm haben sie (Nationalliberale nnd Freisinnige) seit 1893 stets mehr Stimmen aufgebracht, als Eie Sozialdemokraten ; auch hier könnte durch Einmütigkeit ein Erfolg gesichert werden. Wer es scheint, als ob alle Lehren und bitteren Erfahrungen vergeblich würen; auch jetzt erschöpft man sich in gegenseitigen Vorwürfen, ohne dem Hebel der liberalen Uneinigkeit an die Wurzel zu gehen. Es muß wohl noch schlimmer kommen, ehe der deutsche Liberalismus sich auf sich selbst besinnt. Ter Sieg der Bürgerlichen in Hagen wäre nur herbeizuführen durch den sofortigen Rücktritt des natio- nalliberalen Kandidaten und die Vereinigung aller liberalen Stimmen auf den Freisinnigen. Daran ist aber leider nicht zu denken, zumal der dort allmächtige Milliardär Funke in Hagen und seine nationallib. Freunde bittere Gegner des Freisinns sind und ihren Kopf nun einmal für sich haben ohne Rücksicht auf die unausbleiblichen Folgen. Tatsächlich also werden für den Verlust Hagens wie für den Altenas die Nationalliberalen in erster Linie die Schuld tragen, denn an ihnen war es, zu gunsten des Freisinns, zu dessen festem Besitz beide Wahlkreise stets gehört haben und der da wie dort über die Mehrheit der Stimmen verfügt, auf Souderkandidaturen zu verzichten, die die beklagenswerte Zersplitterung der liberalen Stimmen und dann den Sieg des Umsturzes zur Folge haben müssen. Und zweitens hat die christlich-soziale Partei die Schuld auf sich zu nehmen, die aus kleinlich eigensüchtigen Gründen dort ihre Agitation entfaltet hat, ohne an den tatsächlichen Ausgang zu denken. Ünqust ober früher juche Meiratung des jchgen iges, iaubereS Dienst- mit guten Zeugnissen. S in der Geschäftsstelle euer Aitzeigers. 14141 Verheiratung meines s suche für September tj Mädchen c und Haus. 14104 oi. snomme, Sleidntr.20. ti * suchen: [05002 tidjinucn wc botüs, ltzev für Püvnchauier, ächt. Mädchen, welche mfem gedient haben, als allem n. zweites Mädch. ^le'.nendach,§onnen!lr.32 öd «iedesel'iK-' EM-li »artosseln zu verlachen. ®rünberqer_etraBe_löL_ ritt ßederprchchenwagen, reiÄant,lgr.W tu* Schwul l 76 cm zu verlauten. ^ßrunberger^J^-- sprimgchhiger Bulle § MMMiu?g0°°n SÄS “ te,Ss®^ H ents chließen, iFire Rüstungen in großem Maße h erabzumindern. Die Regierung habe deshalb einen Spiel- raimt gelassen, so daß die Streitmacht zusammengezogen oder ihre Bildung verzögert werden könne, je nach dem Stande der Politik. Der Notwendigkeit der Herabsetzung derHeeres- ausgaben stimme er zu. Paris, 12. Juli. Der italienische Minister des Aeußern T i t t o n i langte hier gestern Nachmittag von London an, stattete .dem Präsidenten Fal I ie r es einen Besuch ab und reiste nach 'Italien. — Der Senat beriet heute die A m n e st i e v o r l a g e. Prevost de Launay (Nationall.) bekämpft die Vorlage und bringt die Tötung des Leutnants Lautour durch Ausständige in Courrieres. zur Sprache. Ministervräsident Sarrien versichert, daß bedeutende Summen von politischen Parteien in der Korruvtionsangelegen' heit ausgegeben morden seien. Der Senat nahm einen Antrag an, wonach die der Verschwürung angeschuldigten Personen von der Amnestie ausgeschlossen werden, und hierauf die Amnestie-Vorlage ;tm Ganzen an. Im weiteren Verlause der Sitzung nahm das Haus einen Eintrag an, nach welchem für S ch e n r e r' K e st n e r und Trarieur Büsten im Senatsgebäude ausgestellt werden sollen. In der Begründung seines Antrages betonte Moms, da» es ein natürliches Verlangen sei, denen ein Denkmal zu sehen, i ic zuerst sich bemüht hätten, Licht in die Dreisusaffäre zu brmgen. Paris, 12. Juli. Gin Gelbbuch über die Marokko- Konferenz wurde heute den Parlamentsmitgliedern zugestellt. Es schließt mit einem Handschreiben des Königs Viktor Em an ii e l an den Sultan von Marokko. König Viktor Emaniiel schließt: Eure Majestät werden durch die vollständige Annahme der Befchlüsie Ihrem Lande große Ehre und unschätzbare Vorteile erwerben. ... ... Aneona, 12. Juli. Als die Polizei bei einem gewißen Poretta eine Haussuchung veranstaltete, warf dieser drei verpackte Gegenstände in den Abort. Wie sich herausstellte, waren es y n a m i t b o m b e n. Poretta erklärte, er habe die Bomben zum Fischfang benutzen wollen. Aus dem parlamentarischen Nußland. In der Duma wurde am Donnerstag wieder über die Vorgänge in r jelostok verhandelt. Kokoschkin schlug die Annahme eine sehr scharf gehaltenen Tagesordnung vor, in der die Regierung beschuldigt wird, den Pogrom in Bjelostok arrangiert zu haben, und in der ferner der sofortige Rücktritt deS Kabinetts gefordert wird. Admiral Tfchuchnin ist in Sebastopol, ohne da§ Bewußtsein wieder erlangt zu haben, gestorben, lieber -das Attentat werden noch folgende Einzelheiten bekannt. Tschuschnin war in Begleitung seiner Frau und deS Adjutanten Sergejew Morgens in einem Dampflutter nach seinem Sommersitz gefahren, wo er im Park spazieren ging. Als er nach 40 Minuten nach der Landungsstelle zurückkehrte, um nach Sebastopol zu fahren, fielen aus einer Seiten-Allee zwei Schüße. Der Admiral brach zusammen, während Sergejew den Attentäter verfolgte und auf ihn vier erfolglose Schüße abaab. Der Verbrecher entkam, doch soll.die Polizei -seine Spur gefunden haben. Die Leiche des Admirals wurde nach deßen Palais übergeführt. Des gegen den Admiral verübten Anschlags ist ein Gärtnergehilfe der Villa verdächtig, da er seit dem Augenblick der Mordtat verschwunden ist. Man nimmt in höheren Regierunaskreisen an, daß das 'Attentat auf Tfchuchnin in Peterhof reaktionär wirken loirb. I In Warschau sind fast alle jüdischen Läden geschloßen. 'Der Verkehr ist gering. Die Erregung hat bis spät in die Macht angehalten. Tausende von Juden haben die Stadt verlaßen. In den nächsten Tagen soll der Warschauer General- gouverneur Skalon nach Petersburg reisen, da die dortige Zentralbehörde außerordentliche Maßregeln gegen die Warschauer revolutionäre Bewegung verlangt. Am 12. d. erschoß in der Ohota-Vorstadt ein Revolutionär einen Oberschutzmann, der vor zwei Monaten den Revolutionär Burza getötet hatte. In Alexandropol entstanden in der Sappeur- Brigade Unruhen infolge des Gerüchts, daß die in Tiflis vbgeurteilten Soldaten des Regiments Mingrelien angekommen Iwären, damit sie hier hingerichtet würden. Der diensthabende Offizier, welcher die Mannschaften zu überreden versuchte, Lie Gewehre stehen zu lassen, erhielt mit einem Kolben einen jSchlag ins Genick. Herbeigerufene Truppen entwaffneten ohne Blutvergießen die Meuterer, die, als sie einsahen, daß Bas von Agitatoren verbreitete Gerücht falsch war, sich völlig Beruhigten. Eine Anzahl von ihnen wurde verhaftet. i Der Gouverneur von Wilna benachrichtigte das Mini- ffterium des Innern, daß unter den in Wilna stationierten Brigaden in der letzten Zeit eine heftige Gärung bemerkbar sei. — In der Irrenanstalt der Charkower Semstwo, Villa Saburow, in der 1000 Geisteskranke untergebracht sind, streikt das gesamte Pflegepersonal von 500 Röpsen. Die Lage ist gefahrvoll. Ein Regiment bewacht 'die Anstalt. In der psychiatrischen Klinik bei Smolensk -hat das Pflegepersonal wirtschaftliche Forderungen erhoben mnd droht ebenfalls mit dem Ausstande. Nach einer Meldung aus Konstantinopel hat der Sultan Bie Mobilisierung der türkischen Flotte angeordnet. Es heißt, daß die türkische Regierung eine große Meuterei in der russischen schwarzen Meerflotte befürchte, die zur Folge Haben könne, daß die Meuterer versuchen könnten, durch den Bosporus das Mittelmeer zu erreichen. Der Raubanfall im Berlin - Norderneyer Schnellzug bat noch immer keine Aufklärung gefunden. Wenigslens verlautet nichts Lber irgend einen Erfolg der mit den Nachforschungen in dieser Sache betrauten Kriminalbeamten. Wie jetzt die Eisenbahndirektion Hannover vntteilt, haben die dem vermummten Räuber in die Hände gefallenen -sieben neuen Hundertmarkscheine entweder die Nummern von 6,048,498 A bis 6,048,504 A oder von 6.048,506 A bis 6,048,512 A getragen. Es -würde zur Ermittelung des Täters führen, wenn auch nur der eine ober andere der geraubten Hundertmarkscheine irgendwo zum Vorschein käme. „Das Publikum wurde sich daher nicht nur ein Anrecht auf die ganze von der Eisenbahndirektion ausgesetzte Belohnung von 1000 Mk oder einen Teil sichern, sondern sich auch um die Sicherheit des Verkehrswesens überhaupt verdient machen, wenn es in nächster Zeit die durch seine Hand laufenden Hundertmarkscheine einer sorgfältigen Prüfung unterziehen würde. Vielleicht trägt auch der weitere Umstand zur Ermittelung deS Täters bei, daß dieser sich scheinbar in großer Not befunden hat." Auf stillere, aber nicht minder gefährliche Art als der maskierte Räuber 'mit dem Revolver in der Hand arbeitet seit einiger Zeit eine internationale Taschendiebsgesellschast in den Schnell- nnb Luruszügen. Die Beute, die die Diebe bisher machten, beläuft sich allein in den letzten Wochen auf mehrere hunderttausend Mark. Bisher find folgende Fälle von Beraubungen bekannt geworden: Em Reisender hatte die Strecke Frankfurt—Basel benutzt. Er vermißte Zn Ziel eine Brieftasche aus grünem Schlangenleder an einer Ecke mit Silber- beschlag und den Buchstaben 0. 8. Sie enthielt zehn Hundertmarkscheine «nd 1500 Frank in schweizerischen und französischen 50 und 100 Frankscheinen. Auf der Reise von Köln nach Frankfurt o. M. wurden einem anderen Passagier 530 Mk. gestohlen; eine Dame kam um ihre goldene Rcmontoiruhr, eine andere um 400 Schilling und vier Schecks. ES kommt eine Gesellschaft von mehreren Männern und einer Frau in Betracht. Diese steigen erst in den Zug, bann will man angeblich ein falsches Abteil gewählt haben, bic Fahrgäste werben in ein Gebränge gebracht unb dabei suchen die Diebe die Taschen der Reisenden zu entleeren. In anderen Fästen arbeitet ein Mann von 30 bis 40 Jabren mit Hellem Schnurrbart allein. Er trägt zur Erreichung seiner Absicht einen Ueberzieber über einem Arm. Sehr schwer heimgesucht wurde von ihm eine Händlerin mit Brillanten und Kostbarkeiten auf dem Bahnhof VillierL in Paris. Sie begleitete ihre alte Mutter dorthin, kam in ein Gedränge und büßte eine Tasche mit Perlen und Brillanten im Wert von 210,000 Frank ein, ferner für einige Tausend Frank Papiergeld, einen Schuldschein über 2000 Frank und Obligationen. Auf die Ermittelung dieser Beute wurde eine Belohnung von 10,000 Frank ausgesetzt. Vor allem muß betont werden, daß die Form deS Durchgangs- wagens den verhältnismäßig besten Schutz gegen Verbrecher bietet, da zwischen den einzelnen Koupees eine Kommunikation besteht, welche bic Ausführung eines Verbrechens sehr erschwert. Noch angezeigter wäre es, das Harmonika-System bei allen Schnellzügen durchzuführeu, wie bieL schon lange in Ungarn der Fall ist. Dann könnten auch die Schaffner ungehindert ab und zu den ganzen Zug abpatroullieren unb j'bes Abteil fonfroütcren. Doch empfinden es viele Passagiere als eine unliebsame Störung wenn der Schaffner aus irgend einer Ursache da" Koupee betritt. sodaß die Beamten es vermeiden, ohne zwingende dienstliche Notwendigkeit die Reisenden zu stören. Bedenklich ist ferner, baß sich Reisenbe mit Vorliebe allein ober nur mit Familie unb Bekannten im Abteil ver- weilen. Den sichersten Schutz vor Gtfcnbabnräubern werben bic Passagiere dann finben, wenn bie Schaffner bafür sorgen, baß kein neues Abteil geöffnet wirb, bevor bic anbern nicht bis auf ben letzten Platz besetzt finb. Dann sind bic Vorfälle gleich Nölle unb Zitzewitz ausgeschlossen. Tie Eisenbahnbehörden vermögen sonst wenig zu tun; sie können unmöglich in jedes Koupee einen Schutzmann stellen. Schütze Dich selbst, bas ist noch ber beste Rat, ben man einem Bahnreisenben geben kann. Aus S.a-t Mito EunS. Gießen, den 13. Juli. • * Staat und Kirche. Die Stadt Gießen besitzt das noch aus der Zeit vor der Reformation hcrrübrcnde Prä sen- tationZrecht für die erste evangelische Pfarrstelle. DaS ihr gleichfalls zustehende Recht, den Geistlichen der zweiten Pfarrstclle zu präsentieren, wird seit über hundert Jahren nicht mehr ausgeübt. E§ schweben nun schon seit längerer Zeit Verhandlungen zwischen der kirchlichen und städtischen Behörde, daß die Stadt auf dieses Recht verzichten möge. In der gestrigen nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten wurde nach längerer Besprechung hierüber beschlossen, auf das Prä sentationsrecht zu verzichten, wenn unigekehrt die Kirchenbehörde auf den städtischen Zuschuß zu den Pfarrbesoldungen verzichtet. Diese Besoldungsanteile belaufen sich auf jährlich 1794,75 Mk. ' * Landes Universität. Se. Kg. H. der Groß- Her zog haben am 11. Juli dem ordcntl. Professor und Direktor der medizinischen Klinik an der Landesuniversität, Dr. Friede. Moritz in Gießen, den Charakter als Geh. Medizinalrat erteilt. * * Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben dem Pfarrer Ludw. Stotz zu Grebenau die evang. Pfarrstclle zu Biebelnheim übertragen. — In den Ruhestand versetzt wurde der Gefangenenaufseher am Landeszuchthaus Marienschloß, Meng er, auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. * * Ein wertvolles Geschenk. Von Herrn Willy Valckenberg in Worms sind der Landes Universität eine große Anzahl Original-Briefe des Prof. Justus v. Liebig zum Geschenk gemacht worden. * • Eine Abnahme des Konsums von Flaschenbier ist infolge der Erhöhung der Bierpreise in Mainz bereits konstatiert worden. Auch an anderen Orten dürfte sich, wenn die Preiserhöhung durchgeht, eine ähnliche Erscheinung zeigen. DaS wäre mit eine der beklagenswertesten Folgen der Biersteucrerhöhung, denn gerade der Konsum von billigem Flaschenbier hat in den minder bemittelten Kreisen der Bevölkerung den SchnapSgenuß erheblich eingeschränkt. (X) Klein-Linden, 12. Juli. Die Hauptstraße unseres Dorfes, die Frankfurter Straße, wird gegenwärtig kanalisiert und erhält auf beiden Seiten gepflasterte Banketts. Dies wird sehr viel zur Verschönerung des Dorfes beitragen. — Der Neubau der Kleinkinderschule geht seiner baldigen Vollendung entgegen und soll noch im Sommer eingeweiht werden. ** Klein-Linden, 12. Juli. Die Eisenbahndirektion zu Frankfurt a. M. beabsichtigt, in unserer Gemarkung Schneeschutzanlagen herzustellen. Zu diesem Zwecke erhielt sie von Sr. Kgl. Hoh. dem Großherzog die Erlaubnis, das dafür erforderliche Gelände zu enteignen. Das Verfahren muß bis zum 27. Dezember d. I. eingeleitet werden. A Vom Hüttenberg, 12. Juli. Sein 50jähriges Dienst-Jubiläum feiert am 3. August Lehrer AlthauS in Münchholzhausen. Er hat seine ganze Dienstzeit in dem Dorfe zugebracht, sodaß die gesamte Einwohnerschaft bis auf die 16 ältesten Leute seine Schüler gewesen sind. Die Lehrer des Bezirks Wetzlar-Dutenhofen, sowie die Gemeinde werden eine Feier veranstalten. — In Hochelheim wird die Kirche von Grund aus renoviert. Die Pläne hat Baumeister Witte entworfen, die Kosten belaufen sich auf ca. 30 000 Mk. Die Kirche wird durch Anbau eines Querschiffs vergrößert. Dieselbe stammt in ihrem ersten Teil aus dem 12., ein Anbau aus dem 17. Jahrhundert. Der Grundstein zur jetzigen Vergrößerung wurde am 20. Mai d. I. gelegt, die Einweihung soll im Oktober erfolgen. Hochelheim gehörte ursprünglich zur Komturei Schiffenberg, wurde später Filiale von Großen-Linden und ist, seitdem es preußisch wurde, Pfarrdorf. — Das Kriegerfest des Verbands Hüttenberg fand in Hörnsheim statt, 16 Vereine waren anwesend. Kreisbürgermeister Goldmann-Rechtenbach hielt die Festrede. p . Dutenhofen, 12. Juli. Die Gemeindeschaf, zücht hat man hier voriges Jahr aufgegeben, indem man die an 100 Stück zählende Herde an einen Käufer vom Niederrhein absetzte. Anfangs konnte man sich schlecht dazu entschließen, die Zucht nicht mehr zu betreiben. Was den daraus zu erübrigenden Gewinnst angeht, so steht sich jetzt die hiesige Gemeinde doch besser als früher. Der Erlös für den Grasstand der Weideplätze beläuft sich nämlich, wie die letzthin abgehaltenen Verkäufe dargetan haben, auf mehrere Hundert Mark. ) +( Bieber, 13. Juli. Unser Dörfchen rüstet sich zur Fahnenweihe des Turnvereins. Um die Vereine des Gaues Hessen, sowie die vielen sonst zu erwartenden Gäste würdig zu empfangen, sind bereits die ganze Woche hindurch viele fleißige Hände tätig gewesen. Als Fcstplatz wurde der oberhalb des Dorfes am Waldesrande gelegene Platz gewählt. Die bei der Koburger Fahnenfabrik in Auftrag ge» gcbene neue Fahne muß als prachtvoll bezeichnet werden. Das Fest soll am Vorabend (Samstag, 14. h§.) durch einen Kommers eingeleitet werden und ist für zwei Tage vorgesehen. Die Festmusik wird von der Weisenbacher (Biedenköpfer) Kapelle unter Leitung des Musikdirigenten Meyer ausgeführt. Vermischtes. * Ein schweres Eisenbahnunglück. Aus Newyork wirb telegraphiert: Ein aus zwei Passagierwagcn bcstehcnber Zug ber internationalen Eisenbahngesellschaft fuhr mit voller Geschwinbigleit bei East Martins- villc in eine offene Weiche unb kollibierte mit einem Güterzuge. Der Zusammenstoß war furchtbar. Der erste Personenwagen würbe total zerschmettert. Der Zug war stark besetzt. Sechs Passagiere würben sofort getötet unb 45 verwunbet, barunter mehrere rötlich. * Kleine Tageschronik. Beim Geschütz-Ererzicren bc5 57. Felb-Art.-Reg. auf dem Exerzierplatz zu Neu stabt (Schlesien) schlug ein Geschütz um, sobasi bic Räber nach oben llanben. Drei Kanoniere gerieten habet unter ba« Geschütz unb erlitten schwere Verletzungen. Der Zustanb zweier ber Verlebten ist bofinungslos. — Donnerstag nacht würbe in Potsbam ber Matrose Stnbbmann aus Bremen erschossen auf bem Straßenbabngleise aufgefunben. Wie ber „Berk. Lok.-Anz." dazu erfährt, würbe in Wamsee ein Mann verhaftet, ber mit Stnbbmann in Streit geriet unb ben tätlichen Schuß abgab. — Bei Hanberess in ber Nähe von Crawley (in Sussex) stürzte ein Automobil-Omnibus, ba seine Bremsvorrichtung versagte, einen Abhang hinunter. Sechs Personen würben getötet unb zwanzig verletzt. —In ber Majolikafabrik zu Lemberg feuerte ber Ingenieur MajewSki, ber als hervorragenber Künstler bie Abteilung für bemalte Tongefäße leitete, auf bie Malerin Marie Talug, ein 19jährigeS bildschönes Mäbchen, zwei Schüsse ab unb ver- munbctc sie tätlich, worauf er sich selbst burch brei Schüsse entleibte. Das Motiv ber Tat ist verschmähte Liebe. — Der Hilsswärter Türnagel ist burch ben Stettiner Schnellzug bei Station Bntz vor Eberswalbe burch Ucbcrfobrcn getötet worben. Der Kopf würbe vom Rumpfe getrennt. Er hinterläßt eine Frau mit sechs Kinbern. — Am 11. Juli tobte ein furchtbares Unwetter auf bem EichSfelb. In Großbartloff ging ein Wolkenbruch nicber. Häuser würben unterspült, Dächer smb emgestürzt. Der Blitz zündete an mehreren Stellen. Eine Person würbe burch Blitzschlag aetötet. — Der Wiener Fabrikant Franz Breunig, ber mit Familie im Hotel Pragserwilbse^ im Pustertal zum Sornrncraufentbalt weilt, ist von ben zwölf Aposteln im Pragsertak bei einer allein ausgeführten Tour 100 Meter tief abgestürzt. Arn abenb würbe bic Leiche mit zerschmettertem Kopf gefunden; 60 Meter oben am Felsen hing ber Stock bes Verunglückten. Lisenbahn-Zertung. Die „Nordd. Wllg. Ztg." scbreibt: Die Einführung bet 4. Wagen klasse auf den Eisenbahnen Elsaß-Lothrin- ge ns gelegentlich der bevorstehenden Personen- und Geväck- laristResorm ist nunmehr beschlossen, und es find die nötigen Anordnungen wegen rechtzeitiger Beschaffung der erforderlichen Wagen getroffen. Die Landtage in Württemberg und Baden haben, wie bekannt, den seinerzeit auf den Konferenzen der Rcgierungsvertreter vorgeschlagenen Ostmndzügen der Reform in den wesentlichen Punkten b e i g e st i m m t. In B a d e n würde allerdings die Z wc ipse n n ig kl a sse wie in Bayern nicht als Klasse 4, sondern als Klasse 3b bezeichnet werden. Die Verhandlungen der Eisenbahnen wegen der Neuaufftellnng unb des Neudrucks der Tarife und Fahrkarten, wegen Aenderung einzelner Bestimmungen der Personen- und Gepäck-Tarife, sowie wegen Vereinfachung des Absertigungsverfahrens sind in vollem Gange -- und es ist alles geschehen, um den neuen vereinfachten deutschen Personen- und Gepäcktarif zum Frühjahr 1907, zum 1. April ober 1. Mai, in Kraft setzen zu können. Wenn in einzelnen Blättern immer wieder bo- hanptet wird, das für den 1. ANgust bevorstehende Inkrafttreten der Reichsfahrkartensteuer sei ein .Hindernis für die Tarifreform unb bedinge iedcnsalls deren weitere .Hinausschiebung, so entspricht diese Behauptung nach dem vorstehenden nicht den Tatsachen. ebensowenig steht die in den ersten Anfängen begriffene Umarbeitung der deutschen Eisenbahnverkehrsordnung mit der Tarifreform in Zusammenhang. Gerichtssaal. Leipzig, 12. Juli Das Reichsgericht verhandelte heutt über die Revision der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Landgerichts Waldshut vom 13. März, durch welches ber katholische P f arte r Michael Gaisert wegen Verleitung z u m M e i n c i b in ber Wahlangelegenheit freigesprochen wurde. Das Reichsgericht hob das Urteil auf unb verwies bic Sache an das Landgericht Freiburg i. Br. München, 12. Juli. Im E r b s ch a ft sst r e i t der Erika von L c n b a ch, der aus erster Ehe stammenden Tochter des verstorbenen Malers Professor Franz von Lenbach gegen bie Witwe Lolo von Lenbach verkündete heute das Landgericht folgendes Endnrteil: Die Beklagte ist schuldig, ber Klägerin 55 287 Mark zu bezahlen, .tm übrigen würbe die Klage abgewiesen. Von ben Ko^en des Rechtsstreites fallen zwei Drittel der Klägerin n.nd ein Drittel der Beklagten zur Last. Da bie Klage- summ" etwa 158 000 Mk. betragen hat, erscheint somit ber Prozeß, welcher voraussichtlich nock' die weiteren Instanzen beschäftiget wird, vorerst nur hinsichtlich des dritten Teiles zu Gunsten ber Klägerin entschieben. Die gleichzeitig gegen den Lenbach'schen Nachlaßverwalter Notar Esistmm gemäß § 2314 des B. G. B. erhobene Klage auf Auskunftserteilung durch Vorlage eines von Scbätzleuten zusammengestellten Nachlaßverzeichnisses wurde abgewiesen. Telefonisch© Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen. Frnnkfnrter Bör*o, 13. Juli. 1.15 Uhr. 3^°/0 Reichsanleihe . . 99.55 396 do. . . 87.85 3J6°/o Konsols .... 99.55 356 do 87 85 3^°/0 Hessen 98.40 3 J6°/o Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente. . 100.35 4‘/s 9/ Oesterr. Silberrente 100.60 4 9,; TJnsrar. Goldrente . . 95.90 456 Italien. Rente . . . 103.95 3 96 Portugiesen Serie I . 70.10 396 Portugiesen r III 70.50 4%°/0 russ.Staatsanl. 1905 88.80 4>6°/ö japan. Staatsanleihe 95.30 4 96 Conv. Türken von 1903 95.45 Türkenlose 146.80 456 Griech. Monopol-Anl. 53.80 4 56 äussere Argentinier . 91.10 4°/n Mexikaner .... 69.90 3%°/0 Chinesen .... 98.20 Bochum Guss' 240.80 Buderus E. W . . . . —.— Tendenz: abgeschwächt. Berliner Börse, Cftnada E. B 158.20 Darmstädter Bank . . . 139.40 Deutsche Bank .... 235.70 Dortmunder-Union C. . . 8510 Dresdner Bank .... 157.20 Tendenz: schwach. Elektriz. Lahmeyer . . . 144.00 Elektriz. Schnckert . . . 128.50 Eschweiler Bergwerk . . 252.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 220.50 Hamburg - Amerik. Paketf. 158 00 Harpener Bergwerk. . . 208.50 Laurahütte 232.00 Nordd. Lloyd 125.20 Oberschles. Eisen-Industrie 127.00 Berliner Handelsges . . 169.00 Darmstädter Bank . . . 139.00 Deutsche Bank . . . 235.80 Deutsch-Asiat. Bank . . 177.60 Diskonto-Kommaudit. . . 182.40 Dresdner Bank . . . 157.80 Kreditaktien 209.50 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . 115.00 Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 34.50 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.00 Prince-Henri-Eisenbahn . 146.00 13. Juli. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 208.00 Laurahütte 231.70 Lombarden E. B. ... —.— Nordd. Lloyd 124.90 Türkenlose ..... 147.10 Todes-Anzeige ’nunter. Die tieftrauernden Hinterbliebenen, 13. Jali 1906, Wieseck, den '°12 Evangelischer Arbeiterverein 05026 Danksagung 4317 Bieber, den 13. Juli 1906 05034 dlttn Bahnhofstraße 27. Lindcnplatz 12 •eeeeeeoeeeeeeeeeeee [4222 .gototni 4316 208-00 3242 ßitibrrfdjränlie NaütschräiiKe Kaise haben. heute nacht 1/il Uhr vollendeten 61. Jahre Muttlltilche Slllmeniischc Kindkrtislhe Stühle 10 Psd. Mk. 2 — 10 Psd. Mk. 2.20 interessanter deren Ursache in Gemahlen nnb ff.-Krystall Grob Krystall .... Tniimphlilappseffkl Rohr- nnb Plüschskffel Spifgrl Zchmbscffel JJnnrdr Etageres I Obi»' tim»«:” • Schwitzen Sie leiden Cie an Fußschweiß, Wir setzen unsere Mitglieder von dem Ableben des Mitgliedes Herrn Heinrich Freihöfer geziemend in Kenntnis. v18/t Der Vorstand. Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 5 Uhr vom Portale des neuen Friedhofes aus statt. *uit t«mit » rosen, prima Wetterauer Ware, pro Zentner Mk. 4.— inll. Sack ab Stat. Echzell vers. unter Nachn. Ludwig Erb 4260 Echzell in der Wctterau Kartoffel-Versaildgeschäst Schreinermeister in der med. Klinik zu Giessen nach langem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Großen-Linden, den 12. Juli 1906. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Karl Bernhard Lehrer i. P. Breslau, 13. Juli. Noch ehe der Monstreprozeß gegen den Major v. Z a n d e r zu Ende gegangen ist, wird eine Reihe Beleidig ungsprozesse angekündigt, den Verhandlungen liegt. Uebrigens' soll der über den Prozeß I m m i d i a t b e r i ch t e eingefordert was wir hierdurch tiefbetrübt anzeigen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Max Weifibäcker und Frau geb. Marx. UNg. - lic Einfühlung der -en Elsaß-Lotbrin- Pnsonen- und Geväck' ü. und ts sind die nöti- 'ciii’afrunq der erforderen VürUcinberg und Wit auf den Konferenzen Vnmdzügen der Reform imt Zn Baden würde t wie in Bauern nickt । bezeicknet werden. Die der Reuaufftellung und m, wegen Aenderung ein» und Gepäck-Lorife, sowie terfabrens sind in vollem , um bcii neuen her» : unb Oiehädtarif ober 1. Mai, in Stuft isiern immer tMtt V» >or flehende Inlrniircet.'n Tnä iux die Tarisreform 'matoichxtbung. so ent- mdenden nickt den Tat- nen Anfängen begriffene orrledrsordnung mit der T!"*'ba In» SünfKtr Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Mitteilung, dass unser innigst geliebter, guter, treusorgender Vater, Grossvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel 4312 Die Beerdigung findet Sonntag, den 15. d. Mts., nachmittags 2 Uhr vom Trauer hause in Wieseck aus statt. Versendet unter Nachnahme 50 Kilo mit Sack Mk. 3,25 Speisezwiebetn 50Kilo Mk.4,50 — ab Friedberg — A. Stahl Ww., Inhaber M. Stahl Friedberg (Hessen), [hv12/7 Kutscher-Vereio Giessen. Am Donnerstag verschied unser langjähriges Mitglied Herr Koch Wir werden dem Verstorbenen ein chrendes Andenken bewahren. v18/. brauchen Sie doch mal Fedol Dessau, 13. Juli. In Alten verübte die Frau des Bäcker- mersters Rathmann, der sich kürzlich erhängte, einen grauenhaften Selbstmord, indem sie sich mitPetroleum begoß und dann a n z ü n d e t e. Chemnitz, 13. Juli. Auf Antrag der Breslauer Justizbehörde wurde gegen den Redakteur der sozial. „Volks stimme" das Strafverfahren wegen Be- leidigung der BreslauerRich ter eingeleitet. Dieser harte die Verurteilung des Redakteurs der Breslauer „Volksmacht" wegen Aufreizung zu Gewalttaten ein „Klassenurteil schroffster Form" genannt. Origriral-Drahtinel-ringeir. Berlin, 13. Juli. Dem „23erL Lok.-Anz.' zufolge ist der verhaftete mutmaßliche Mörder des Matrosen Stubbmann in Potsdam der Schlosser Karl Hüller aus Wannsee. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem schweren Verluste unseres unvergeßlichen Vaters, Schwieger- und Großvaters Hrm Bergvemalter Götz für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Vömel am Grabe und die zahlreichen Kranzspenden sagen herzlichen Dank Die trauernden Hinterbliebenen. strickt verhandelte heutr gegen dar- Urteil M jy-re das Landgmckt K ÜIJL der »[»2 Vhic Kiaae abaewmtn. rnttel der W- stättc angesertigt, desha b vorteilhafte Bezugsquelle für Wirtschafts- einrichtuugeu. — Sämtliche Reparaturen an Stühlen gut und billig. Solide Arbeit. — Aeußerst billig gestellte Preise. Daolksasgtmgg. Für die uns bei dem uns betroffenen schweren Verlust bewiesene Teilnahme, für die reichen Blumen- und Kranzspenden, sowie für die trostreiche Grabrede des Herrn Pfarrer Schulte sprechen wir unfern tiefgefühlten Hutzucker co. 24-27 Psd. schwer billigster Preis allerfernste Edelweiß-Raffinade 993/4 prozentig Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere gute Mutter. l'r Sug^bn ” Witb Mfr 9-*it bei $aft ÄQf,Onakn einem L^Ninz. 'Waqen Der ffii. * " "«-» fofott i^toere *an°n!trt >6. J S,r 1 au? Stemm'15'!? na4t btr t der mit Sh2 baju - s' ??bbwann in tomob!l^m„;cT.ef' m der 1. J.-Nr. 217/06. 10. Steckbrief. Gegen den unten beschriebenen ArbeiterHeinrichWilhclmBaicr aus Herbornseelbach, geboren daselbst am 13. Mai 1882, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls i. w. R. auf Grund des Haftbefehls des Königl. Amtsgerichts Marienberg vom 2. Juli 1906 verhängt. Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das nächste Gerichtsgefängnis abzuliefern, sowie zu den hiesigen Akten 1. J.- Nr. 217/06 sofort Mitteilung zu machen. Beschreibung: Alter: 24 Jahre. Größe: 1 m 68 cm, ungefähr. Statur: schlank. Haare: hellblond. Augen: blau. Nase: gewöhnlich. Mund: gewöhnlich. Barl: Anflug vom Schnurrbart. Gesicht: rund. Gesichtsfarbe: frisch, etwas aufgedunsen. Sprache: deutsch. Limburg, den 3. Juli 1906. Der Königliche Erste Staatsanwalt. D13 7 T odes-Anaei^e. Heute morgen 8 Uhr entschlief sanft nach kllrzem, schwerem Leiden unser herziges Söhnchen, Brüderchen und Enkelchen Georg I®. Menkel, LtiiMcimimister, Sonnenstraße 14. Tanges, 12. Jükü Wiederum ereignete sich hier em bedenklicher diplomatischer Zwischenfall Raisuli ließ einen im Dienst des russischen Geschäftsträgers stehenden Eingeborenen festnehmen und prügeln. Da der Mißhandelte seiner dienstlichen Stell- ung wegen unter russischem Schutz steht, übermittelte der Geschäftsträger sofort eine Beschwerde an den hiesigen Vertreter des Sultans und setzte ihm für Leistung einer Genugtuung eine Frist von drei Tagen. Auch setzte er seine hiesigen! Kollegen vom diplomatischen Korps von der Entscheidung! in Kenntnis. ** Newyork, 12. Juli. Bei dem Bau des neuen Plazahotels ermordeten.30 Unionsarbeiter einen Spezialpolizisten, zwei andere wurden schwer verwundet Di« Beamten beschützten Leute, die nicht der Union angehören Ter schreckliche Kampf fand in der 8. Etage auf schwankendem Bretterboden statt. Vorher entfernten die Arbeiter eine schmale Leiter und schnitten damit ihren Opfern den ein- zrgen Rettungsweg ab. ^'Aussk «ntleibte. D°z h'lsvwartn Türmwkl ist 6 ÖberSroalbe durch mn Sumpfe getrennt, (h -< •5“11 l°bte ein furch,, Sing ein Wolken. D?r nnb emgestürzt. Der rn miirde durch Sliöfefilaq un,g. der mit Emilie im aaufcntba(t weilt, ist von nn ruszeführten Tour 100 'M' ,erfchmettertem bw) der tztoä be5 Vn. ff. Tafel-Essig “h,cS || ßtz- 2lllerfcinstcr Weinessig.....per Liter 35 und 30 Pfg. 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Frankfurt a. M., 13. Juli. tOrig.-Telegr. deS „Gieß. Anz.") V i e h m a r k t. Zum Verkaufe standen 00 Kälber, 00 Schafe und Hammel, 316 Schweine: 1. Qual. 73—74 Pfg. Lebendgewicht 57.OO—57.50 Pf., 2. Qual. 71—72 Pf., Lebendgewicht 55.50—56 Pfg., 3. Qual. 60—62 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—00 Pf., Lebendgewicht 00—00 Pfg., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg., Schlachtgewicht 00-00 Pfg. Schafe 1. Qualitä: Schlachtgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg. Geschäft: gut, Ueberstand unbedeutend. () Marburg, 12. Juli. Auf dem heutigen Schweine- markt gingen die Preise besonders fiir Jungvieh ganz rapid zurück Der Unterschied gegen die früheren Märtte betrug etwa 10 bis 15 Mark. Man bezahlte für 4—6 Wochen alte Ferkel 30—35 Mk für 3—4 Monate alte Läufer 50—80 Mk. und für Mastschweine je nach Größe und Qualität 120—130 Mk. pro Paar. Die Zufirhr betrug 1130 ^>tuck. Der Handel blieb flau. Gießener landrvirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hefseu für Samstag, den 14 Juli 1906: Zunehmende Trübung und Regenfälle. Nachts etwas wärmer, am Tage Temperatur wenig verändert. Windig. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. ä 60 Pfg., 1 und 2 Mark allein echt bei Adolf Bäeler Victoria-Drogerie, Marktstr. 5 Neue Kartoffeln stets auf Lager. Billigste Preise. J.'Weesel [4207 Telephon 235. Sonnenstraße. Äbrador :..£L ■ ■ / MMM Bims die Hand r ■ A. Holterhott Söhne Spitzen Weisse Sommer- Trikot-Unterkleider Poröse Damen-Blusen Kinder - Kleidchen Schürzen Corsetten Corsett - Schoner Untertaillen Kleider-Besätze Handschuhe Strümpfe Damen - Unterröcke Giessen Seltersweg 20 °-°/, Giessen Seltersweg 20 Wegen Neu- und Anbau unserer Geschäfts-Räume gewähren vom 9. Juli bis Sb Äugest ausnahmsweise zu unseren reellen, billigen Preisen noch IÖ°|O Safeait auf alle Waren, äusser Garne. 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