General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Monastir verübt. jüngste Nesultat der sonstigen türk. in oen Wahlen zu den Gen inde und das; sich überhaupt Recherchen ist die Gefangennahme von dreizehn Mitgliedern des griechischen Komitees in Biklischta und die Entdeckung einer regelrechten Uniformwerkstätte, eines Depots für griech. Banden in Monastir. Es werden 64 Bataillone demobilisiert. Die Pforte behauptet, daß die erste Untersuchung über den Massenmord in Branja erwiesen habe, daß die Mordtaten durch eine terroristische bulgarische Bande verübt worden seien. Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'scho» Universitätsdruckerei. DL Laag«. Sieh«. Redaktion, Expedition u. Druckerei, «chulstr.^ TeL Nr. 6L Telegr.-Mr. j Anzeiger ©tefees. Kirche ttttö Schule. Danzig, 11. Okt. Den Abschluß der Generalversammlung des Evangelischen Bundes bildete der Lrc internationale Bcrgarbeiterbewegung. Infolge der günstigen Absatzverhällnisse im Kohlen- ö'ergbcru hat jetzt, wäe wir mehrfach meldeten, im Ruhr- revier unter den Bergarbeitern wieder eine Bewegung eingesetzt, die auf eine Verbesserung der Arbeitsverhältnisse abzielt. Diese Bewegung soll jedoch nicht auf daS Ruhr- retner beschränkt bleiben, sondern die Forderungen, Aufbesserung der Löhne,»«Regelung des Nebenschichtwechsels usw., sollen allen Bergbaurevieren Deutschlands vorgelegt werden. Gleichzeitig aber treten die ,Vertreter der deutschen Bergarbeiter mit allen anderen Bergarbeiter- Verbänden des Auslandes in Verbindung, entweder nm gemeinschaftlich vorzugehen oder doch wenigstens damit verhindert wird, daß bei einer Lohnbewegung aus fremden Ländern in größerem Umfange Kohlen herbeigeschasst werden. Trotz der internationalen Kongresse der Bergarbeiter, die in jedem Jahre ab gehalten werden, war es den Bergarbeitern in den einzelnen Ländern bisher noch nicht möglich,, die Kohlenausfuhr nach einem anderen Lande zu verhindern, in dem die Bergarbeiter in einen Lohnkamps verwickelt waren. Erst wenn es gelingt, die Kohlenausfuhr nach den Revieren ab zu schneid en, in denen die Bergarbeiter im Kampf stehen, haben die Bergarbeiter Aussicht, einen großen Lohntampf zu gewinnen; ein Bergarbeiterstreik würde dann freilich für die übrige Bevölkerung und für den Staat zu einem noch ernsteren Ereignis, als ein solcher heute schon ist. Die letzten Jahre haben unstreitig eine Erstarkung der internationalen Beziehungen der Bergarbeiter gebracht; die amerikanischen Bergarbeiter, die sich früher von den internationalen Kongressen fernhielten, finb schon auf mehreren Kongressen vertreten gewesen und auch die Chrjst li ch o r g ani sier t e n in Deutschland haben sich jetzt der internationalen Bewegung angeschlossen. Nicht nur nach außen, betreffs des Verhältnisses von Organisation zu Organisation ist eine größere Geschlossenheit erreicht worden, auch die Verbindung des Einzelmitgliedes einer Landesorganisation zur internationalen Bewegung ist inniger geworden; denn das Bureau des internationalen Verbandes der Bergarbeiter hat fit der vor kurzem statt- gehabten Konferenz in Brüssel beschlossen, sogenannte Uebertragungskarten auszusteklen, die in drei Sprachen hergestellt werden und das Uebertreten von einer Organisation in die andere ohne jede Kosten und Förmlichkeit zulassen. Neben den Fordermregn, die für jedes einzelne Land im besonderen in Betracht kommen, werden auch die Forderungen immer einheitlicher, die von den Bergarbeitern überall als prinzipielle Forderungen aufgesteklt werden. Zu diesen prinzipiellen Forderungen gehört auch die auf Verstaatlichung der Kohlengruben, jedoch treten auf dem letzten internationalen Kongresse die Delegierten der deutschen christlichen Bergarbeiterbewegung! als Gegner der Verstaatlichung hervor, weil die Arbeiter auf den staatlichen Gruben schlechter bezahlt wurden. Weiter sind prinzipielle Forderungen: die Einführung von Arbeiterkontrolleuren und die gesetzliche Festlegung eines Minimallohnes. Die Zahl der Bergarbeiter kann man insgesamt auf annähernd zwei Millionen einschätzen, weit über eine Million davon entfallen auf Deutschland und England. Die Vereinigten Staaten mit ihrer Bergarbeiterzahl stehen diesen beiden Ländern.am nächsten, dann folgen mit wesentlich kleineren Zahlen Frankreich, Belgien und Oesterreich. Jnbetreff der Höhe der Entlohnung sind die amerikanischen Bergarbeiter am besten gestellt, auch in England ist der Lohn verhältnismäßig hoch, dagegen sind in Deutschland die Verhältnisse ungleichartig. Während im Ruhrrevier gleichfalls ziemlich ansehnliche Löhne gezahlt werden, sind dagegen in anderen Revieren, wie z. D. in Schlesien, niedrige Löhne anzutreffen. Was den Schutz der Bergarbeiter anbetnifst, so beruht er in Deutschland mehr auf gesetzlichen .Vorschriften, in England nkeyv auf der Selbsthilfe. Ausland. London, 11. Oki. Der „Daily Telegraph* meldet, daß die Admiralität drei Schlachtschiffe derDread- u ought-Klasse gebaut hat, ohne daß irgend jemand eine Ahnung hatte, daß diese Schiffe überhaupt projektiert waren. Tie drei Schtachtschiffe wurden anfangs 1905 bestellt und figurierten im Etat einfach als gepanzerte Kreuzer. Bei der verkürzten Bauzeit, die in den englischen Schiffswerften ein* geführt ist, werden die drei neuen Schiffe bald seebereit fein. Jede? der drei Schiffe kostet 85 Millionen Mk. und besitzt den Kampfwert zweier Schiffe irgend einer anderen Macht. Jedes wird acht 12zöllige (30 Zentimeter) Geschütze führen und soll 25 Knoten laufen. Die Schiffe werden weniger gepanzert sein, wie die „Dreadnoughts die hierdurch erzielte Gewichtsersparnis wird zugunsten weit gewaltigerer Turbinen verwertet. Kar diff, 11. Off. Der Präsident de§ Handelsamts, Lloyd-George, erklärte, vom liberalen Standpunkte aus gebe die Agitation der Arbeiterpartei nicht den geringsten Anlaß zur Beunruhigung. Keine Partei könne auf Erfolg rechnen, die nicht das Vertrauen eines großen Teiles des mächtigen Mittelstandes gewinne. Dieser Stand sei ein Attivuin, durch das der Liberalismus zum Fortschritt beitrage. Dieses Aktioum würde niemals auf die progressive Partei übertragen werden, die sich lediglich auf den Grund- folgen der Arbeiterpartei aufbauen. Man könne nicht plötzlich aus Landwirten, Gewerbetreibenden und Handwerkern Sozialisten machen, aber es fei leicht, sie der Reaktion zuzutreiben. Lloyd-George gab zu, daß, wenn eS der Arbeiterpartei gelänge, die dem Arbeiterstande gehörenden Anhänger bei großen Parteien von diesen loszuläsen und sie zu Anhängern der allgemeinen Arbeiterpartei zu machen, eine solche Partei allmächtig sein würde. Paris, 11. Okt. Der Gewerkschaftskongreß in Amiens beschloß, die Propaganda für den Achtstunden- ta g eifrigst fortzufttzen. Das Direktionskomitee wurde be- auftragt, mit den Gewerkschaften wegen Festsetzung deS Termins für den Beginn des Generalstreiks in Verbindung zu treten. Ferner gelangte ein Antrag zur Annahme, die Gewerkschafts-Verbände aufzufordern, eine energische Agitation gegen alle Maßregeln cinzuleiten, welche die sozialistische Partei zu schwächen bezwecken. — Der Kriegsminister hat die Gründung von Biblio- heken für die Soldaten in sämtlichen Garni- onen angeordnet. Zn diesem Zweck wird ein erster Kredit von 20000 Frks. zur Beschaffung von Büchern gefordert. Konstantinopel, 11. Okt. Seit dem Ueberfall der griechischen Banden auf Smilewo wurden durch bulgarische und griechische Banden weitere Mordtaten im Bezirk Deutsches Reich. Berlin, 11. Okt. In Kgl. Opernhause fang heute Caruso die Rolle des Don Josß in „Carmen" in franz. Sprache. Der Kaiser und die Kaiserin wohnten der Porstellung bei. Die Darsteller der Hauptrollen fanden reichen Beifall. Caruso wurde nach jedem Aktschluß hervorgerufen; das Spiel wurde bei offener Szene vielfach durch Beifall Mterbrochcn. Rach der Vorstellung empfing der Kaiser Caruso. — Der Kaiser trifft am Sonnlaa abend in Cron- Bekamttmachnnz. £dr.: Feldbereinigung in der Gemarkung BorSdorf. Samstag, den 27. Oktober 1906 findet die Versteigerung der Massegrundstücke obiger Feldbereinigung an Ort und Stelle statt. Zusammenkunft im Rathaus zu BorSdorf, vormittags 9 Uhr, woselbst auch die Versteigerungsbedingungen bekannt gegeben werden. Büdrngen, den 9. Oktober 1906. Der Großh. FeldbereinigungSkommiffär: Schnittspahn, Kreisamtmann. N-Mches. Die englische Deputation, die sich nach Petersburg begeben wollte, um dem ehemaligen Dumapräsi- b eni en, eine Ad resfe_ zu überreichen, beschloß, das englisch-russische Freunoschastskomitee in Petersburg M ersuchen, von allen Demonstrationen abzusehen und eine Adresse ohne befo:ibcre Förmlichkeit zu Überreichen. Wie verlautet, sind die Hauptgegner einer russisch-englischen Verständigung der Großfürst Nikolai Nikolajewitsch, Gras Durnowo und Pobjedonoszew. Diese glauben, eine solche Verständigung schließe öic Möglichkeit, an den Japanern Re-, vanche zu nehmen, völlig aus. Dortmund, 11. Okt. In den über die Forderungen der Berg arbeit er entscheidenden Kreisen wird auf das bestimmteste versichert, daß an die Gewährung einer 15- prozentigen Lohnerhöung nicht zu denken sei, lindem man mit der Sieb'enerkommission nicht verhandeln werde. In den am nächsten Sonntag stattfindenden Versammlungen sollen über diese Frage Verhandlungen ge- pflogerl werden, und weiterhin soll erwogen werden, ob ein bestimmter Termin zur Erfüllung der Bergarbeiterforderungen gestellt werden soll. Es rst nicht verkennbar, daß die Agitation bereits stärker einsetzt, namentlich angesichts der aus E n g l a n b eingelaufenen Atttteilung, daß gemäß eines Beschlusses des internationalen Bergarbeiterkomitees des deutschen Kollegen bedeutende Geld Unterstützungen zugewiesen werden sollen. Seitens des Ministeriums ist über den Stand der Dinge im Ruhrreviere Bericht eingefordert worden. Verein. Beide - Vortragenden stimmten darin überein, daß dir Fürsorge für die Heranwachsende Jugend keineswegs ausschließlich als A n g e l e g e u h e i t d e r Kirche betrachtet werden dürfe, es bedürfe vielmehr einer starken und vielseitigen Mitarbeit von Laien. Tic Ausgabe sei auch eine allgemein erzieh- liche, dürfe durchaus nicht spezifisch religiös sein. Es komme darauf an, die Knaben — nur von solchen war die Rede — in frohem Zusammensein zu körperlich gesunden, geistig lebendigen, sittlichen Persönlichkeit! zu erziehen und zwischen ihnen und den Leitern und deren Helfern ein wahres Vertrauensverhältnis herzustellen. Auf die Mitarbeit von Laien allerlei Art, insbesondere auch von Arbeitgebern, wurde auch im Interesse der Förderung sozialen Friedens großer Wert gelegt. Die Knaben würden an solcher Teilnahme febcn, daß der so viel engefein bete Bourgeois do ch Liebe zum Volke hätte, daß der behauptete Gegensatz gar nicht so schroff sei. Beide Vortragenden hoben besonders hervor, daß sie im Verkehr mit den Knaben durchaus erfreuliche Erfahrungen gemacht und ihr Werk sehr lieb gewonnen hätten. An den von orthodoxer Seite gepsiegten sogenannten Jünglingsvereinen, Jünglingsbünden wurde getadelt, daß sie die allgemein menschliche Seite der Jugenderziehung hinter eine einseitig religiös orthodoxe Rüst - ung zurücktreten ließen und daß sie weit mehr im Interesse der orthodoxen Kirche als in dem der Jugenderziehung wirkten. In der Diskussion wurden die Anschauungen der Redner durchaus gebilligt, insbesondere auch von solchen, welche in ähnlicher Weife wirkten und von gleich günstioen Erfahrungen berichten konnten. Von einer Seite wurde daraus hingewiesen, daß die mitgctcilten Erfahrungen nur in Städten gemacht seien und datz die Sache auf dem Lande viel schwieriger sein werde. Darauf wurde erwidert, daß derselbe Versuch auch schon mehrfach mit bestem Erfolge auf dem Lande gemacht sei, z. B. von den: vielgenannten Pfarrer Cesar in Wiesenthal. Man werde freilich nicht in derselben Weife auf dem Lande arbeiten können wie in den-Städten, aber es ließen sich auch da die richtigen Wege finden. Die Versammlung sprach den Wunsch aus, daß der Protestantenverein diese Sache, energisch weiter verfolgen, Material sammeln und in feinen Kreisen zur Nachahmung anregen möge. Danziger Tag, wozu der größte Teil der auswärtigen Teilnehmer mit Sonderzug nach einem Besuch der Marienburg sich hierher begab, wo im ArtuZhose deren Begrüßung im Namen der evangelischen Bewohner Danzigs durch den Vorsitzenden des dortigen Ziveigvercins stattfand. Jrn Namen der Stadt Danzig hieß Oberbürgermeister Ehlers die Mitglieder bei einem Festmahl willkommen. Der Tag wurde >nit einer erhebenden Feier in der bis auf den letzten Platz gefüllten Marienkirche beschlossen. Generalsuperintendent Döblin und Superintendent Meyer-Zwickau hielten Ansprachen, in denen nochmals die Anerkennung des Protestantismus als einer berechtigten Erscheinungsform des Christentums, als die eine Bedingung und das Gebiet der sozialen Aufgaben und deren Lösung in deutsch-evangelischem Geiste, als die rechte Bewehrung des konfessionellen Friedens hervorgehobcn rourbc. — Deutscher Protestanten verein. Man schreibt uns: Dieser Tage sand in Berlin eine Sitzung des Ausschusses des Deutschen Protestantenvereins statt, welche den Zweck hatte, eine erweiterte und 'energische Tätigkeit desselben vorzubereiten und die dazu erforderlichen Einrichtungen zu schassen. Es Eonnte berichtet werden, daß der Verein sich dank seinen Zielen und seinem eigenen Wirken und dank der stets wachsenden Anmaßung und Herrschaft der Orthodoxie fortwährend steigender Teilnahme erfreue, daß seine Aufforderung zum Ausbau eines kräftigen Gemeindelebens und eifriger Beteiligung an den Wahlen zu den Gemeindekörperschasten vielen Anklang inde und daß sich überhaupt,in den Laienkreisen jetzt Interesse ür kirchliche und religiöse Dinge zeige. Der ProteHautrnvercin st gewillt und setzt sich immer beifcr in den Stand, Kamps und Arbeit für ein freies protestantisches Christentum in den evangelischen Landeskirchen zu leisten. In einer Sitzung der zweiten Sektion des Deutschen Protestantenvereins unter dem Vorsitz des Pfarrers D. Dr. Kirmß war das zur Diskussion stehende Thema „Die evangelische Kirche und die heran- wachsendeJugen b". Das Referat hatten die Pastoren Classen aus Hamburg und Lic. Dr. Hollniann aus Charlotteuburg übernommen. Ter erste schilderte eingehend, wie er mit einer kleinen Schar Knaben seine Arbeit begonnen, wie er ihr Vertrauen gewonnen und wie er fein Werk mit stets wachsendem Erfolge weitergeführt habe. Dr. Hollmann erörterte die Sache mehr grundsätzlich und allgemein, aber auch an der Hand von ihm gemachter Lriadrunaen in einem von ihm in ChartottLnlmrL geleiteten berg ein und reist Montag früh nach Villa Hügel zur Hochzeitsfeier in der Kruppschen Familie ab. — Dem Vorsitzenden des Goslarer nationallib. Parteitages ist ein Telegramm zugegangen, in dem e2 heißt, der Kaiser lasse für den ihm freundlichen Gruß der Vertreter der nationalliberalcn Partei bestens danken. (An die Essener Zentrumsoersammlung drahtete der Kaiser persönlich. D. Red.). — Der Staatssekretär des ReichsinarineamtS v. Tirpitz erhielt von dem Präsidenten der Internationalen Koinmijsion für wissenschaftliche Lustschiffahrt, Professor § er gefeit, aus Mailand folgendes Telegramm: „Die imernationale Kommission für wissenschaftliche Luft- sthiffahrt hat mit großem Interesse die Berichte der Professoren Koeppen und Hergesell über die Erforschung der Atmo- s p h ä r e auf dem Di e e r e durch das V e r in e s j u n g s - sch i f f „Plane t" gehört und dankt E-.ier Exz. ganz besonders Mr diese großartige Unterstützung ihrer Arbeiten." Mit großer ö'vcube begrüßt sie die Nachricht, daß ein neues Vermessungsschisj m derselben Weise die noch unbekannten Regionen erforschen soll." Auf dieses Telegramm richtete Staatssekretär v. Tirpitz an Proseffor Hergesell-Straßburg folgendes Antworttelegramm: „Mit verbindlichstem Danke für Ihr sre»indliches Telegramm betreffend die Tätigkeit des Vermessungsschiffes „Planet" verbinde ich gern die Zusicherung, daß die Di a r i n c e5 auch fernerhin als eine i h r e r A u f g a b e n b e t r a ch t e n >v i r d, s i ch a n der Lösling w i f s e,l s ch a f t l i ch e r Fragen zu beteilige n." — Der Gouverneur von Deutsch-Südweslafrika telegraphiert: Der Betrieb der Bahn Lüderitzbucht-Kllbttb bis zum Militärbahnhof bei Kudub-Oas wurde eröffnet. — AuZ Greiz kommt folgende scltsaine Meldung: Hier gibt man sich in manchen Kreisen neuerlich wieder der Hoffnung hin, daß der g e i st e s k r a n k c F ü r st H e i n r i ch XXIII. der einzige Sohu von den sechs Kiiiderii Heinrichs XXII., doch noch regierungsfähig wird. Em Lehrer erteilt ihm seit einiger Zeit eifrig Unterricht im Sprechen. Tiefer ist auf Veranlassung des Vornnmdes, des Fürsten zu Schaumburg-Lippe, eigens bei einem Spezialisten in Berlin vorgebildet. Man wird aber doch wohl auch in Greiz den Begriff regierungsfähig etwas weiter fassen. — Wir lesen in der „Allg. Fleischerztg.*: In Sachen der Veröffentlichung der die Machenschaften der V i e h z e n t r a l e betreffenden Briefe, die allgemeines und großes Aufsehen erregt haben, sanden heule in unserer Redaktion polrzeilicheRecherchen statt. Tie Viehzentrale hat nämlich gegen einen früheren Angestellten bei der Staatsanwaltschaft Strafantrag wegen unbefugter Verbreitung der Briefe gestellt. Bremen, 12. Okt. Eine von allen liberalen Parteien gegen die Fleischteuerung einberufene Versammlung nahm nach einem Referat des Archivars der Bürgerschaft eine Resolution an, worin der Senat aufgefordert wird, im Bllndesrat auf eine schleunige Abschaffung der Fleischzölle und Oeffnung der Grenze hinzuwirken. Stuttgart, 11. Okt. Die hiesigen bürgerlichen Kollegien bewilligten heute den städtischen Arbeitern eine Teuerungszulage von 30 Pfg. pro Tag. Das ,nacht für den städtischen Etat auf das Jahr eine Mehrbelastung von 130 Tausend Mark. Im Anschluß daran beantragte Bürgerausschußmitglied Sigel eine Erhebung darüber, in welcher Weise die städtische Bevölkerung durch die infolge der Zollpolitik heroorgerufene Verteuerring der wichtigsten Lebens mittel belastet wird. Gemeinderat Kloß (Soz.) teilte hierzu mit, daß die Regierung eine solche Erhebung in 41 der größten Städte des Landes angestellt habe. Das Resultat werde noch in dieser Woche veröffentlicht werden. Obwohl von konservativer Seite der Antrag bekämpft mürbe, nahmen ihn die Kollegien doch mit großer Mehrheit an. Nr. 240 Zweites Blatt IS«.Jahrgang Freitag 12. Oktober 1 «06 Srjcheint M-Nch mit Ausnahme deS Sonntags. O Di- Ebener §amillenbl3tter- werden dem ßM t O’ „Anzeiger viermal wöchentlich beig-legt. Der MD' F k.4 HlM vK M U U. EL Zx M j . f , '•? 'A ’.3 ^espfch, Lcmdwttt" «scheint monatlich einmal. V H V B DaS Studium an Len P c 1 e r s b ur g e r H o ch s ch u I e n Ulmmt unbehindert seinen Fortgang. Premierminister Stolypin versammelte bcn Sieftor der Universität und sämtliche Rektoren der technischen Hochschulen zu einer vertraulichen Beratung in seiner Wohnung, wobei besonders Maßnahmen beraten tourben, um fremden Elementen den Zutritt zu den Hochschulen zu Versammlungszwecken zu verwehren. Sobald die Hochschulen solchen Elementen Zutritt gewähren, würden sie wieder geschlossen werden. Zwischen Stolypin und dem Finanzmiuister Kokowzew sind wegen der Durchführung der Dumawahlen ernste Differenzen ausgebrochen. Während Stolypin den Standpunkt vertritt, daß die Regierung sich energisch an der Wahlbewegung sich beteiligen müsse, ist Kokowzew der Ansicht, daß ein solches Vorgehen sehr gefährlich sei. Da man bei Hofe dem Finanzminister Recht gibt, soll wieder einmal der Rücktritt Stolypin § wahrscheinlich sein. Zu seinem Nachfolger dürfte der Generalgouverneur von Finnland, Gerhardt, oder Fürst Wassiltschikow crnant werden. t Aus Petersburg wird ferner gemeldet, daß in wenigen Tagen ein Gesetz herauskommen totrb,_ wonach jede Einschränkung des Verkaufs von Ländereien aufgehoben toirb. Nach einem weiteren Telegramme aus Petersburg -richtete eine Feuersbrunst auf dem Kalachnikowquai enormen Schaden an. Vier Korn schiffe verbrannten. Tie Mannschaften wurden aus dem. Schlafe geweckt. Viele erlitten Brandwunden. Eines der Schiffe trieb mit 35 Feuerwehrleuten vom Quai ab. Diese wollten sich durch Schwimmen retten. Tas Schiss schlug jedoch um, wobei zwei Feuerwehrmänner ertranken. In Helsingfors wurde am 11. Oktober der Kon-> tzreß der Kadettenpartei geschlossen. Auf Grund der Meinungsverschiedenheiten, die während der Verhandlungen zutage traten, bildeten sich drei Gruppen: Die Gruppe der Linken, aus 35 Mitgliedern bestehend, welche für die sofortige Durchführung des passiven Widerstandes eintrat; die Gruppe Zentrum, welche mit 100 Mitgliedern die Mehrheit bildete, und sowohl den passiven Widerstand als auch den Wiborger Aufruf als grundsätzlich berechtigt anerkannte, aber die Durchführung erst in ferner Zukunft für möglich hielt; endlich die Gruppe der Rechten, welche den Wiborger Aufruf als einen politischen Fehler bezeichnete und denselben auch nicht grundsätzlich anerkannte. Die Meinungsverschiedenheiten veranlaßten aber keinen Delegierten, aus der Kadettenpartei auszutreten. Aus Lodz wird drahtlich berichtet, daß die Erregung der Massen zunimmt. In der Mittagsstunde durchzogen am Donnerstag viele starke Kavallerieabteilungen die Straßen, Durchsuchungen und Verhaftungen wurden massenhaft vor- genommem Die Hauptverkehrsader war sechs Stunden für den gesamten Verkehr gesperrt und am Abend durchzogen riesige Volksmengen mit roten Fahnen, die später auf Fabrikschornsteinen gehißt wurden, die Straßen. Hierbei feuerte das Militär eine Salve ab, wodurch ein Hausbesitzer getötet und mehrere Arbeiter verletzt wurden. Der Hauptstaatsanwalt ist aus Warschau in Lodz eingetroffen, um zu entscheiden, ob die 30 Verhafteten, welche die Leichen der Hingerichteten ausgegraben haben sollen, vor dem Feldgericht zu erscheinen haben werden. Das Erscheinen der Blätter ist in Frage gestellt, da der Generalstreik anzuhalten verspricht. Ein empfindlicher Mangel an Brot und Fleisch ist in Lodz eingetreten. Am Donnerstag hat wiederum eilte Hinrichtung stattgefunden. Auf der Puschkin-Hütte in Polen wurde von sieben Banditen ein j ü d i s ch e r H ä n d l e r ermordet und ihm 2000 Rubel geraubt. Die Banditen flüchteten über die Grenze nach Oberschlcsien, während der eine Grenzsoldat schlief und der andere zusah, ohne sie aufhalten zu können. Die Gendarmerie patrouillierte die Grenze ab; zwei Verdächtige wurden in einer Schmugglerherberge bei Borken verhaftet. Aus StaM und Land. Gießen, 12. Okt. 1906. ** Eigentümer gesucht. Im Besitze de§ wegen Diebstahls gestern festgenommenen Arbeiters Schöler aus Tiefenbach befand sich ein etwa drei Pfund schwerer Butterweck, den er auch gestohlen haben dürfte. Der Eigentümer der Butter kann sie bei der Kriminalabteilung des Großh. Polizeiamts in Empfang nehmen. *♦ Flüchtig. Vor einigen Wochen ließ sich hier ein Dentist Amr ein nieder, der aus dem Ausland stammt. Nachdem festgestellt worden war, daß er sich mit Titeln geschmückt hatte, die Hm nicht zukamen, und Tiplomegefälscht hat, sollte gegen ihn auf Grund des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb und der Gewerbeordnung vorgegangen werden. Er war wegen gleichen Vergehens bereits mit IV2 Jahr Gefängnis bestraft. Er entzog sich gestern morgen seiner Verhaftung durch die Flucht. Seine Instrumente und Effekten ließ er im Stich. ** Der Bäckerverein Frühauf feierte kürzlich sein LOjähriges Stiftungsfest. Auf Veranlassung der Jungfrauen des Bäckervereins und der Bäckermeister-Innung wird dabei dem Verein je eine gestickte Fahnenschleife am Syloesterball überreicht werden. Die Schleifen sind von der Firma Heinr. Rüger, Kreuzplatz 4, geliefert und zurzeit in deren Schaufenster ausgestellt. t Dutenhofen, 11. Okt. Unter großer Beteiligung ber Lehrer der Inspektion Dutenhofen sand heute nachmittag in der Wirtschaft zum Adler die Entlassung des früheren Hau Mehrer s B. Schieferstein von hier und des Lehrers und Organisten Müller aus Groß-Rechtenbach statt. Der Lehrergesangverein leitete die Feier mit dem Gesang der Hymne von Mehnl ein. Danach begrüßte Kreisschulinspektor Pfarrer Geibel die Erschienenen, ganz besonders den Vertreter cher kgl. Negierung, Geh. Negierungs- und Schulrat Anderson. Dieser wies hierauf auf die Bedeutung dieses Tages hin und nannte diese letzte Konferenz mit Recht eine Abschiedsfeier. Blicken wir zurück aus die vielen Jahre treuer Pflichterfüllung der Scheidenden, so sehen wir eine ganze Generation vor unserem Auge vorüberziehen, die ein Zeugnis dafür ablegt, daß das Wirken der Scheidenden gute Früchte getragen hat. Freilich ist ihnen auch manches Unangenehme nicht erspart geblieben, heute am Feierabend blicken wir aber über alles dies hinweg und freuen uns über die Früchte, die ihre Arbeit gezeitigt hat. Auch außeramtlich haben sie ihre Person zum Wohle ihrer Gemeinden eingesetzt. Das muß anerkannt werden. Darum spreche ich Ihnen im Auftrage der kgl. Regierung Tank und Anerkennung aus und überreiche Ihnen als Zeichen dieses Dankes den Roten Adler- prden mit dem herzlichen Wunsche, daß Sie ihn noch lange Jahre fragen mögen. Hierauf brachte 'KrbiZfchül^' inspektor Pfarrer Geib e l-Dutenhofen dem dekorierten Hauptlehrer Schieferstein und Lehrer Althaus von Münchholzhausen, der auch anwesend war, sein 50jähriges Dienst- jnbiläum aber schon begangen hat, seine Glückwünsche dar. Pfarrer Becker, Groß-Rechtenbach, als früherer Lokalschulinspektor deö scheidenden Lehrers Müller dortselbs!, gedachte nochmals der verflossenen Arbeit in der Schule. Darauf widmete Hauptlehrer Hofmann aus Krofdorf im Namen der Kollegen dem Hauptlehrcr Schieferstein herzliche Abschiedsworte. Als "sichtbaren Beweis der Liebe und Anerkennung überreichte er eine goldene Kette zu der von ber Gemeinde Dutenhofen gestifteten goldenen Uhr. Hauptlehrer Eberhard - Dutenhofen richtete hierauf als Sprecher ber Kollegen ein Lehrer Müller aus Groß-Nechtenbach bas Wort unb überreichte ihm eine goldene Uhr. Hieraus fang der Lehrerchor das stimmungsvolle Herbstlied von Lenau. Nun ergriff Hauptlehrer a. D. Schiefer st ein das Wort, um auch zugleich im Namen seines Kollegen Müller seinen Dank äbzustatten. Zum Schluß hielt Pfarrer Becker, Groß- Rechtenbach, einen Vortrag über den einheitlichen Religionsunterricht in Kirche und Schule, der den BeisaU der Anwesenden fatid. Eine Diskussion über diesen Vortrag konnte, der vorgerückten Zeit wegen, nicht stattfinden. Nach einem kurzen Worte des Geyeimerats Anderson erreichte die Feier ihr Ende. Bei dem nun folgenden gemütlichen Beisammensein ergriff Pastor Schiefer st ein aus Duisburg, ein Sohn des oben Genannten, das Wort und schilderte das freundschaftliche, kollegiale Verhältnis, das zwischen den beiden alten Lehrern stets bestanden habe, und gab dem Wunsche Aufdruck, daß es immer so sein und bleiben möge. r. Sonborf, 10. Okt. Die Kliebesche Hosreite, früher Gasthaus zur Rabenau, ging in den Besitz des Dr. mcb. Wagner hier über, ber seinen Wohnsitz darin nehmen will. Das Kliebesche resp. Schmidtsche Gut, ca. 44 Morgen, wurde zu sehr hohen Preisen versteigert. Grün berg, 10. Okt. In ber heutigen Sitzung bes Gemeinderats brachte Bürgermeister Zimmer das Ergebnis ber vor einigen Tagen für die Taner von zwölf Jahren erfolgten Verpachtung städtischer Ländereien zur Kenntnis des Gemeinderats. Tas Resultat der Verpachtung war gegenüber der letzten Verpachtung vor zwölf Jahren bedeutend geringer. In den besten und in den geringeren Lagen wurde für dps Land überall etivas weniger Pacht erzielt. Bei einzelnen Grundstücken in einer weniger günstigen Lage ging die Pacht auf die Hälfte des früheren Preises herab. Dies mag seine Ursache haben in dem überaus großen Futter- und Erntereichtum dieses und teilweise des vorhergehenden Jahres. Ter Pachtpreis schwankte zwischen 30 bis 35 Mk. für den Morgen (2500 Qm.) Ackerland erster Qualität und 6 bis 9 Mk. für den Morgen ganz geringer Qualität. Tas Wiesengelände wird hier in jedem Jahre zur Heu- bezw. Grummeternte versteigert. J. M ü cke, 10. Okt. In vorletzter Woche weilten Ge- heimerat von Nägelein, Negierungsbaumeister Sarde- mann aus Marburg, sowie Bürgermeister Rauch aus Wittelsberg zu Mücke, um festzustellen, wo der Anschluß der Bahnlinie Marburg-Dreihausen-WeiterS- ha in -Mücke an die O b er h essisch e Bahn zu erreichen sei. Es hatten sich viele Herren des Komitees dieser Strecke und der von Mücke-Ulrichstein-Nixseld ctngefitnbcn und es fand ein recht lebhafter Meinungsaustausch statt, wobei die verschiedensten Vorschläge einer eingehenden Besprechung unterzogen wurden. Herr Moll von Grünberg teilte zum Schlüsse noch mit, daß er am nächsten Tage mit Negierungsbaumeister Reh aus Berlick und Oberförster Schüz auS Ulrichstein die letztere Strecke bereisen werde und Negierungsbaumeister Neh bei dieser Gelegenheit darauf ausiNersam machen würde, ob, falls der Firma Lenz & Co. der Bahnbau Mücke-Nixfeld übertragen werden sollte, die Anlage des Bahnhofes für beide Linien nicht gemeinschaftlich errichtet werden könnte. Dieser Vorschlag wurde allseits mit Freuden begrüßt, weil man sich sagte, daß dadurch Gelände erspart werden und überhaupt billiger gebaut werden würde. K.L. Darmstadt, 11. Okt. In der heutigen Sitzung ber Stadtverordneten wurde u. a. der Beschluß gefaßt, sämtlichen städtischen Arbeitern eine Teuerungszulage von je 20 Pfg. für den Tag, also 1,20 Mk. die Woche zu gewähren und zu diesem Zweck für die zweite Hälfte des Etatsjahres den Betrag von 12 000 bis 14 000 Mk. aus der Stadtkasse zu bewilligen. X Schönbach b. Herborn, 11. Okt. Auf der älteren Teilstrecke Herborn — Driedorf der „Westerwaldquer- bahn" wurden gestern und heute durch zweimaligeEnt- gleisung der Maschine große Betriebsstörungen hervorgerufen. Es war dieselbe Maschine, welche gestern zwischen Roth und Driedorf bei der „Lochmühle" und heute morgen bei der Talfahrt zwischen Roth und Schönbach im „Steinernberg" infolge eines Federbruches diese Störungen verursachte. Von Gießen und Dillenburg mußten dieserhalb Hülfswagen beordert werden und c5 wurde die ganze Nacht hindurch gearbeitet, um den Schaden wieder auszubessern. Zum Glück befand sich eine Arbeitsmaschine auf der seit 1. Oktober er. bis Rennerod eröffneten neuen Teilstrecke, sonst wäre eine vollständige Verkehrsstockung eingetreten. Verletzungen von Personen sind nicht zu beklagen, obgleich sich die heutige Entgleisung bei einem Personenzug zutrug und auch noch der erste Wagen mit aussprang. Der Verkehr wurde durch Umsteigen aufrecht erhalten. . Frankfurt a. M'., 11. Okt. Nach Mitteilung bes statistischen Amts ist die Volks zahl für beit Stadtkreis Frankfurt unter Berücksichtigung der seit ber letzten Volkszählung polizeilich gemelbetcn Zu- unb Abwanderungen, sowie des entsprechenden Überschusses ber Geburten über die Sterbesülle am 1. Oktober 1906 mit rund 3 43 0 00 anzunehmen. — Heute mittag verwundete der Eiserne Hand Nr. 6 wohnende Kaufmann Raimund Joses durch einen Nevolverschuß seine Frau und schoß sich dann selbst eine Kugel in die Schläfe. Der Mann war sofort tot. Als Motiv der Tat werden Veruntreuungen seitens des Mannes vermutet. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Kleeberg stürzte der 73jährige Landmann Jobs. Jung so unglücklich vom Wagen, daß er sofort tot war. — In Eichelsdorf wurde Will). Löfslcr mm Beigcord- netcn gewählt. — Ein junges Mädchen aus Mctteuhain hat sich von einem Zuge überfahren lassen und wurde getötet. Ihr Geliebter, ein 24 jähriger Mann, hatte sich am 4. Juni in gleicher Weise infolge eines Zwistes auf dem Tanzboden das Leben genommen. Weitere Ergebnisse der LandwirLschastskammertoahlen. Bezirk Hungen-Li ch: Die (bereits gemeldete) Wahl von Landtagsabg. Köhler-Langsdorf zum Kammermitglieb' erfolgte einstimmig. In den Provinzial-Ansschuß wurden, gewählt Oekonomierat Karl Hofmann-Hofgüll unb Lanb- wirt Otto S ch n e i b c r - Utphe. Wahlbezirk Große n-Buscck: Als Kammermitglieb würbe Vürgermeister Wilhelm Bonner von Treis a. b. Lmnba mit 11 Stimmen gewählt, als Mitglieber bes ProvinzialansschnsseS Vertrauensmänner Beigeorbn. Heinrich Dörr-Hattenrob mit 15 Stimmen unb Landwirt Max Stark in Saasen. Bezirk Grünberg-Homberg. Als Kammermitglied wurde LandtagsabgeordneterMühlcnbesitzerHeinrich Brauer zu Ober-Ofleiden mit 9 Stimmen gew. 6 Stimmen sielen auf Dcfononi Ludwig Emmel, Warthof bei Grünberg. Als Ausschußmitglieder wurden gewählt Emmel-Warthof und Bürgermeister Heß- Büßfeld. Wahlbezirk Alsfeld-Groß-Felda: Als Kammermitglied rpurben gewählt Gutsbesitzer Eduarb Lutz-Elpen- rob, als Vertrauensmänner Gutsbesitzer Gustav Korell- Angeniob unb Englanb - Altenburg. Wahlbezirk Lauterbach-Schlitz: Als Kammermitglieb ist gewählt Mühlenbesitzer Karl Goppel-Pforbt, als Vertrauensmänner: Hermann Junker-Grebenau unb Karl Sir enter II. in Vabenrob. Wahlbezirk Herbstein-Ulrichstein: Bürgermeister L. J o sl-Vermutshain wurde zum Abgeordneten, die Bürgermeister Heitzenröder-Nieder-MooS und Heinrich Rühl VIII. zn Ansfchußmitgliedern gewählt. Wahlbezirk Gedern. AIS Abgeordneter wurde Bürgermeister Müller-Usenborn gewählt. Wahlbezirk Schotten-Laubach. Zum Abgeordneten wurde Bürgermeister Vieh l-Rainrod gewählt. Wahlbezirk Nidda-Echzell. Gutsbesitzer Mogk- Grnnd-Schwalheim wurde als Abgeordneter, die Bürgermeister Reitz-Echzell und Möbs-Gettenau in den Prooinzial- anZschuß gewählt. Wahlbezirk Büdingen-Altenstadt. LandtagS- abgeordneter Bähr-Herrnhaag wurde als Kammerniitglied gewählt, ferner als Mitglieder des ProvinzialauSfchusieS Beigeordneter Schick-Diebach am Haag und Landwirt Klink- Nohrbach. Wahlbezirk Vilbel. Gewählt wurden als Kammer-- mitglieder Landwirt G. Kalbhenn in Vilbel, als Ausschuß- Mitglieder Gg. Seiboldt I. in Nieder-Eschbach und Alois Haas in Ober-Erlenbach. Wahlbezirk Friedberg: Gewählt wurden Landwirt Adolf Hensel in Dortelweil als Kammermitglied, GutSpächter Hch. Karl Alles in Nieder-Florstadt und Bürgermeister Joh. Mörler III. in Ockstadt als Ausschußmitglieder. Wahlbezirk Bad-Nauheim: Landtagsabg. Karl Breidenbach in Dorheim wurde Kammermitglied, Landwirt Karl Bopp in Reichelsheim und Bürgermeister Ernst Rumpf in Langenhain-Ziegenberg als Ausschußmitglieder. WahlbezirkButzbach: Kammermitglied wurde Landwirt Friedrich Fenchel in Griedel, Ausschußmitglieder Landwirt Wilhelm Fenchel in Ober-Hörgern und Landwirt Friedrich Häuser III. in Nieder-Weisel ♦ Ferner wurden als Kammermitglieder gewählt in der Provinz Starkenburg: Bezirk Rüsselheim-Trebur: A. Ruh land. Groß-Gcraut: Gutsbesitzer D eh ling er-Wolfskehlen. Griesheim-Gernsheim: Geh. RegiernngSratHaa8- Darinstadt. Darmstadt: F ritsch-Dilshofen. Offenbach-Langen: Viehmann-Rnmpenheim. Seligenstadt: Rachor-Seligenstadt. Babenhausen: Bürgermeister Krapp-Sickenhofen. Groß-Umstadt: Walter-Lengfeld. Dieburg-Reinheim: H e y l - Habitzheim. Groß-Bieberau-Neichelsheim: Fr. Bauer. Höchst-Michelstadt: Ad. Bähr II.-Langen-Brombach. Erbach-Wimpfen: Bürgermeister Schwinn. Fürth-Waldmichelbach: Bürgermeister Trautmann- Nimbach. BenSheim-Heppenheim: BürgermeisterH ö h n-Heppenheim. Lampertheim-BlbliS: Friedrich-Bürstadt. In der Provinz Rhein Hessen: Bingen: Kraus-Büdesheim. Gau-Algesheim: Beig. Porth-Oberhilbersheim. Ingelheim: Fr. Schuch. Mainz: A. Schmitt II.-Bretzenheim. Oberolm-Nieder-Saulheim: Gutsbesitzer Lichtenstein- Windhäuser Hof. Oppcnheim-Bodenheim: Bgmstr. Schmidt-Oppenheim. Mommenheim-Undenheim: Bürgermeister Lösch-Wald- Uelheim. Wörrstadt: Kell er-Spießheim. Guntersblum: I. Schmitt. Osthofen: Bürgermeister Hahn-Heßloch. WormS: ReichStagsabg. Freih. v. Heyl. Pfeddersheim: Stauffer- Wanheim. Alzey-OberflörSheim: Pfannebecker. Flonheim-Gaubickelheim: Keller- Stcinbockenheim. Sprendlingen-Wöllstein: E i b a ch . Pfaffenfchwabenheim. Vermischtes» Berlin, 11. Okt. Heute morgen wurde von zwei Ingenieuren und einem Werkmeister der Allg. Elcrtrizitäts-Gesell- schaft die Prüfung der Geschwindigkeiten an einem neuen Automobil vorgenommen. In der Hussitenstraßc nahm der Kraftwagen ein derartiges Tempo an, daß der Werkmeister Barrel plötzlich schwindlig wurde und aus dem Automobil herausftürzte. Das Hinterrad ging ihm über den Körper hinweg, und in bedenklichem Zustande wurde Barrel nach dem Krankenhause gebracht. Er hatte mehrere Nippenbrüche, eine Gchirnerschütterung und andere schwere Verletzungen davongetragen. — Heute früh brach auf einem Grundstück in der Fruchtstraße, auf dem sich große Nutz- und Vrennhvlz- Nicderlagen sowie verschiedene Fabrikbctriebe befinden, Groß- feuer ans, welches sich in kurzer Z?it auf die dort lagernden Holzvorrütc und Baulichkeiten ausbrcitete. Das Feuer sprang auch auf einen angrenzenden, mit 30 Pferden besetzten Stall über, doch aelang es noch, alle Pferde in Sicherheit zu bringen. Gegen 7 Uhr gelang es der Feuerwehr, des Feuers Herr zu werden. Der Schaben ist sehr bebciitcnb. * Der neueste E i s en l> a hn u n f all. Am 11. d. M. überfuhr der Zug Nr. 1219 vor Kirchhellen (Westfalen) das auf „Halt" stehende Einfahctsignal auf dem Bahnhof Dorsten Hausen, den 12. Oktober 1906 6236 Ml Ä W K M ■ « Handel Firn iikfnr ter Börse, 12. Oktober, 1.15 Uhr. Bcichsanleihe 98.00 99.05 4% Öesterr. Goldrente 126.30 96.90 Prince-Henri-Eiseubahn . 145.50 Berliner Börse, 12. Oktober. Anfangskurse. . 211.90 242.00 128.70 36 90 146.80 82 70 157.20 181.60 139.75 162.40 128.10 243.60 223.00 158.60 212 25 249.00 126.00 131.00 172.40 139 60 239.60 69.40 70.20 86.20 92.95 94.20 144.20 5350 88.70 Harpener Bergwerk Laurahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . . . Berliner Handelsges Darmstädter Bank . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . Gotthard bahn . . . Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: ruhig. 3^°/< 3% 3K°/( 3% 3^°4 Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schnckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paket!. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte...... Nordd. Lloyd..... Obeischles. Eisen-Industrie do. Konsols . do. Hessen . . Oberhessen Geld st rufe verurteilt. Ein Mitglied des Bureau-Personals, Reichert, erdielt in derselben Sache 5O Mark Strafe. H^ltdeL rind Verkehr, Volkswirtschaft. e Deutsche RcichSbank bringt gegenwärtig einen Teil ihrer grossen Bestände an Reich-^'chatzscheinen anr Diskontierung. Diese beliefen sich am 7. d. M. auf 178,39 Mill. Mk. Gs handelt sich um iusaesamt 30 Mill. Mark, fällig am 1., 10. und 18. Dezember. Wie weit die Sparscheine zum Privatdiskont Nehmer gefunden hab«'" ift bis jefct nicht bekannt geworden. Märkte. O Buh b a ch, 11. S?ff. Der beuiige S ch iv e i n e »i a r k t war im Vergleich zu den letzten Märkten nicht sebr stark befahren. Bedauerlicherweise konnte erst svät nut beut Handel begonnen werden, da der.Veterinärarzt erst gegen 12 Uhr eintraf. Bei gedrückten Preisen war der Handel sehr rufiia. Man erzielte für 5 bis 8 Wochen alte Ferkel für das Paar 25 bis 40 Mk. Für das Paar Einleger, 14 bis 16 Wochen alt, wurden 70 bis 95 Mk. erzielt. ls Marburg, 11. Okt. Infolge der steigenden Kartoffel- vresie mar das Angebot auf dem heutigen S ch w e i n e in a r k t e bei einer Anfuhr von 1164 Schweinen stärker a's die Nachfrage. Aus diesem Grunde gingen die Preise bei Ferkeln und kleinen Käufern elivas zurück, ivährciib die Fettschmeine die seitherigen Preise behaupteten. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 25 bis 30 Mk., Läufer 50 bis 60 Mk. und Schlachtschweine 90 bis 150 Alk. bqg Baar, je nach Grobe und Qualität. . 36.40 . 125.70 . 144.70 itnb fuhr in voller Fahrt auf den etwa 300 Meter weiter in Gleis 1 (West) stehenden Zug Nr. 6523. Die Lokomotive und 11 Wagen wurden stark beschädigt. Ein Lokomotivheizer wurde leicht verletzt. Der Personenverkehr wurde mit geringer Verspätung durch Umleitcn nach der Ostseite ausrechterhalten. * Kleine Tageschronik. Bei Blankberg (Thür.) wurde der Bäckergeselle Müller erschossen aufgefunden. Neben ihm lag mit tödlicher Schußwunde der Lehrling Schlawinski. — Bei Goes in der Holland. Provinz Zeeland sprang ein Berliner Studierender der Theologie, dessen Name bisher nicht ermittelt wurde, aus dem Zuge. Es wurde ihm ein Arm abgefahren: ausserdem erlitt er schreckliche Verwundungen am Kopfe. Der Verunglückte wurde in das Krankenhaus in Kocs ausgenommen. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. — Summerside, die Hauptstadt der Provinz Prince Island in Eanada, steht in Flammen und cs sollen durch das Feuer auch B c r f ii ft e u n r n f di e n heu v"roekommen sein. — 86.20 98. r» 86 25 97.50 Gießener Wetterdienst. Vorautzsichtliche Witterung für Cieficu am Samstag, den 13. Okober: Zunehmende Trübung, später Regenfätle. Am Tage warmer, nachts kübt. A,iffrifcheu de südliche Winde. TelefonsscSie Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Gieren. . 172.00 . 187.00 . 157.05 . 211.75 Frankfurt a. M. Hotel Victoria Kaiserstrasse 59. 2 Minuten vom Hauptbahnhof, elektr. Licht Zentralheizung, Aufzug. Zimmer von Jt. 2.— an. hvl0Aol Friedrich Ortenbach. 4?o Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen „ III 4 J4°/0 russ.Staatsanl. 1905 4/S° 0 japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose...... 4/o Griech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . . 4>i°/0 Chinesen . . . . Aktien: Bochum Guss..... Buderus E. W , . . Tendenz: still. 41/.% Oesterr. Silberrente 99.70 4 % Ungar. Goldrcnte . . 94.80 Rom, 12. Okt. Der Abg. Eirmenst erfährt auf der Konsulata, die Rom reise Tschirschkys beziehe sich' nicht eigentlich auf die Erneuerung der Tripel-' Allianz, denn in einem solchen Falle würde Bülow selbst kommen, uimaf er Tittonis Besuch noch nicht erwidert habe. Die Romreise verfolge den Zweck, zwischen Italien u n d O e st erre i ch ein herzlicheres Verhältnis anzubahnen, was schon ein großer Gewinn für die Erneuerung des Dreibundes wäre. Wie Cirmcni hinzu- fügt, wäre die nach Algeeiras entstandene Verstimmung des Kaisers gegen Italien noch immer nicht völlig behoben. Rom, 12. Oft. Tic Witwe des verstorbenen Ministerpräsidenten Crispi wurde gestern auf offener Straße von einem jungen Manne üb er fall en und ihres vandtäschchens beraubt, in welchem sich verschiedene Wertsachen befanden. Gerichtssaa!. Aachen, 12. Okt. Tie Strafkammer verurteilte den Lehrer Gay aus Lohn bei Jülich wegen S i t tl i ch ke i t s v c r b r e ch e n. begangen an drei seiner Schülerinnen. 31t 2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. Gay hatte sich nach Belgien ge- liuchtet. war icdoch ausgeliefert worden. ,. rnberg, 12. Okt. Tie Schwurgerichtsverhandlung gegen die 5 Personen,. fete wegen Landsriedensbruch und schwerer Körper- Verlegung anläylich der jüngsten Streikunruhen angeklagt waren, hat gellem begonnen. Schon am ersten Verhandlungstage jmtrbc durch Zeugen festgestcllt, daß der Ucbcrfall auf die Arbeitswilligen, die zuvor wochenlang belästigt wurden, geplant war. Straßburg i. E., 12. Okt. Im Zeugnis-Zwangsverfahren wurde gestern der Verleger und verantwortliche Redakteur der Straßb. Vürgerztg., Otto Riedel, zu 100 Mark Orkginnl-Orahtmelduttgen. Berlin, 12. Okt. In der gestrigen Stodtverordneten- Versammlung stellte der Oberbürgermeister nach geordneter Vorprüfung durch die einzelnen Verwaltungsstellen eine Aufbesserung der Löhne der städtischen Arbeiter in Aussicht. Köln, 12. Okt. Der „Köln. Ztg." wird aus Wien gemeldet, daß der Rücktritt des Grafen Goluchowski sicher ist, wenn Ministerpräsident Weckerle nicht den Angriffen der ungarischen Unabhängigkeitspartei auf ihn entgegentritt. Köln, 12. Okt. Der „Köln. V.-Ztg." wird nu5 Berlin gemeldet: Es scheint sich in militärischen Kreisen schon jetzt die Ansicht gebildet zu haben, daß genügendes Belastungsmaterial zu einem kriegsgerichtlichen Verfahren gegen den Major Fischer nicht vorliegt, sondern nur ein ehrengerichtliches Verfahren erfolgen wird. Stettin, 12. Okt. Die Stadtverordneten beschlossen in ihrer gestrigen Sitzung infolge der anhaltenden Teuerung, die Besoldung aller st ä d t i s ch e tl Beamten und 9(r = beiter -neu zn regeln und setzte deshalb eine gemischte Kommission zur Vorberatung ein. Für dieses Jahr ist außerdem wieder eine Teuerungszulage für die städtischen Beamten und Arbeiter beschlossen worden. Zabrze, 12. Okt. Das Schöffengericht verurteilte einen Polnischen Arbeiter zu einem Monat, dessen Frau zu fünf Monaten Gefängnis. Das Kind des Ehepaares batte sich geweigert, dem Verbot seines Lehrers, im Klassenzimmer polnisch zu sprechen, Folge zu leisten und war dafür gezüchtigt worden. Tie Eltern stürmten infolgedessen das Schubhaus, beleidigten den Lehrer und griffen den Rektor tätlich an. Heilbronn, 12. Okt. Der Aba. Erzberger hat hier in einer Zentrums-Versammlung anaellindigt. daß das Zentrum von der Regierung strenge Rechtfertigung wegen der heillosen sinanziellenMiß -Wirt schäft in den Kolo n c e e n fordern werde. Er ließ dabei durchbacken, daß man es auch im Zentrum für ganz undenkbar hält, daß Derr v. Podbielski, nach dem was vorgesallen sei, noch weiter im Amte verbleiben könne. Tas Kontrollrecht müsse scharf ausgeübt werden. Früher habe er cs auch einmal mit Sammet-Dandschuhcu probiert. Gegangen sei die Lache eaber erjt, nachdem er seine schwäbischen Faust- h a n d s ch u h c angezogen habe. Heute werde die Kolonial-Miß- roirtimaft von niemandem mehr verteidigt. . München, 12. Okt. Der Kaiser trifft am 12. November m München ein. Am Abend ist eilte Festaufführung im Hos- ^catet geplant, die auf die Grundsteinlegung des deutswen Museums für Meisterwerke der Technik Bezug haben soll. Diese wird am 13. November stattfinden. Zu der p-eter haben u. a. Einladung erhalten Reichskanzler Fürst Bülow, Staatssekretär Graf PosadowSky, Generaldirektor Ballin aus Hamburg u. a. Famslie Schäfer* Familie Füller« herzlicher Teilnahme bei dem Vaters und Grossvaters sagen Für die vielen Beweise Hinscheiden unseres lieben innigen Dank. Bekanntmachung. Zum Gedächtnis des am 10. Januar 1797 geborenen, früheren ordentlichen Professors der Theologie an der Landes- Universität Karl August Credner ist im Jahre 1896 von dessen Sohn, dem Verlagsbuchhändlcr Hermann Credner zu Leipzig, der Landes-Universität ein Kapital von 10 000 Mark als „Karl August Credner-Ttiftung" überwiesen worden. Die'Zinsen dieser Stiftung sollen am 10. Januar 1907 von neuem auf 5 Jahre vergeben werden. Ferner hat Verlagsbuchhändler Hermann Credner zu Leipzig mittelst Stiftungsurkunde vom 11. November 1903 int Andenken an seinen am 20. Februar 1877 in Leipzig geborenen, am 29. Januar 1898 als stud. math. in Bern verstorbenen einzigen Sohn Heinz der Landes-Universität ein weiteres Kapital von 30 000 Mark unter dem Namen einer „Heinz Creducr-Stiftung" übergeben und bestimmt, daß die Zinsen dieser Stiftung jeweilig am 20. Februar vergeben werden sollen. Stiftungsgemäß gelangen die Zinsen der „Heinz Credner-Stiftung" zum ersten Mal am 20. Februar 1907 für die Dauer von 5 Jahren zur Vergebung. Zweck beider Stiftungen ist die Unterstützung bedürftiger Witwen und unverheirateter Töchter von verstorbenen Professoren und Privatdozenten der Landes-Universität. Anspruch auf Berücksichtigung haben demnach alle Witwen und hinterlassenen ehelichen, nicht int Haushalte der Mutter lebenden Töchter, deren Gatto bezw. Vater zur Zeit seines Todes ordentlicher oder außerordentlicher Professor oder Privatdozent an der Landes-Universität war und deren Vermögensverhältnisse sie als einer Unterstützung bedürftig erscheinen lasten. Dabei soll es keinen Unterschied machen, ob der Gatte bezw. Vater bis zu seinem Tode im aktiven Dienste stand oder bereits in den Nuhestand getreten war. Schriftliche Bewerbungen sind bis zum 1. November d. I. an den Engeren Senat der Landes-Universität einzureichen. Gießen, den 11. Oktober 1906. Großherzogliche Landes-Universität. Dr. B ostroem. _________________________________ Schäffer. Beim II. Bataillon Juf.-Negts. „Kaiser Wilhelm" (2. Großh. 6est.) Nr. 116 soll die Lieferung der im Küchenbetriebc erforderlichen LebenSmiltel für die Zeit vom 1 November 1906 bis Ende Oktober 1907 in 4 Losen vergeben werden. Los I: Kolonialwaren Los UI: Kartoffeln Los II: Gemüse Los IV: Milch Vertragsbedingungen pp. liegen auf dem Zahlmeister-Geschäfts- iu'mmer gen. Bataillons — Neue Kaserne — zur Einsicht auf. Angebote sind verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen der Küchenverwaltuna zmn 18. Cftobev 1906 einzureichen. II. Bataillon Ans.-Regis. „Kaiser Wilhelm" PJ22______________________(2. Großh. Hess.) Rr. 116.________ Varmstadler Werde - Nltnie. Ziehung am 17. Oktober. ' 1 Los nur 1 Mark 1 eleganter Wagen, Zweispänner mit 2 Pferden und komvl. Geschirr im Wert von ca. Mk. 6000. 1 Nett- ob. Wagen- ob. 2 Arbeitspferde i. W. v. ea. Mk. 2000. 1 Stnblwage» mit 1 Pferd n. Geschirr i. W. ö. ca. Mk. 1700. 17 Pferde oder Fohlen im Gesamtwerte von Mk. 10 300. 535 andere Gewinne im Gesamtwerte von Mk. 5000. Lose ä 1 Mk., 11 Lose für 10 Mk. (Liste u. Porto 25 Pfg.) durch L. F. Ohnacker, Darmstadt und alle Loseverkaufsstellen. hv”/t Die ticftranerndcn Eltern anzcigen. auf Kirche fördern zu liehen. Gießen, 12. Oktober 1906. B*710 während der Monate Oktober «nd November dem Oswalds Garten auszustellcn sind. Gießen, den 8. Oktober 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Curschmann. Für den Vorstand des Gnstav-Adolf.Franenvereinsr Die Vorsitzende: Der ©diriftfürcr: Laisc Wortmann. Fritz Schmoll, Oberlehrer. Heinrich Arnold u. Fran. Gießen (Brandgassc 4), den 11. Oktober 1906. Die Beerdigung findet Sonntag, d. 14. Okt., nachin. 31', Mr, von der Kapelle dcS neuen Friedhofes ans statt. 07554 Dringe Samstag in Schulstraße Rheinische Pfirsiche, weiße st. rote Weintrauben, Quitte» und frische Nüste preiswürdig zum Verkauf. [6223 Anton Schneider. Todes-Anzeige. Heute abend 7 Uhr entschlief sanft unser innigst geliebtes Töchterchen, Schwesterchen, Enkclchcn und Nichtchen M a r i e c h e n im rarten Alter von 3x/„ Jahren, was wir hiermit tiefbetrübt aoooo o*c>c>ooo Geräucherte [5194 Fraakf. Würstchen in bekannter Güte von heute ab stets vorrätig. Friede. Schreiner. Bekauut-ds.rchung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß die Friedhöfe vorn 16. Oktober bis 15. März 1907 von morgens 8 Uhr bis aberrds 5 Uhr geöffnet sind. Die Scl.iießung dcs FriedbolS wird durch Lauten der Friedbofsglocke angezeigt. Bei Beginn des Läutens muß der Friedhof sofort verlassen werden. Eine Viertelstunde nach dem Läuten werden die Fricdhosstore geschlossen. -duz Gießen den 10 Okt ober 1906. 710 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffent- sichen Kenntnis. Gieße«, den 11. Oktober 1906. Großherzoglich" V -germeistcrei Gießen. Curschmann. Zwiebel vrimcr Wetterauer Winterware morgen Samstag auf dem Braud. 07537s_____Frau Krumbach. Bekanntmachung. Die unterm 17. September 1906 angeordnete Sperre der Wetz stein straße zwischen Nordanlage und Wetzstein- gaffe wird hiermit aufgehoben. Die unterm 13. September 1906 angeordnete Sperre feer Crefeneritraße zwischen Klinik- unfe Hofmannstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, feen 12. Oktober 1906. Großh. Voli7"igmt Gießen. ,_____________ verberg.__________________ Seimnntmnchnng. Vetr.: Notlaufseuche. Nachdem feie unter feen Schweinen fec§ Wilhelm Vetter dahier, Leihgesterner Weg 23, ausgebrochene Rotlaufseuche erloschen ist, wird die unterm 13. September l. I. ange- orfenete Sperre aufgehoben. Gießen, feen 10. Oktober 1906. Großh. ...... Gießen. ____________________________ 5? erherg. Guftav-Adols-FrauesrÄereiu. In diesen Tagen werden die Jahresbeiträge für unseren Verein, wie alljährlich, erhoben werden. Eine größere Anzahl von Sammlerinnen hat sich freundlichst bereit erklärt, die Erhebung der Gaben für 1906 zu übernehmen. — Im Jahre 1905 wurden für die Zwecke des Vereins, zur Linderung mannigsawer Not bei armen Glaubensgenossen, in unserer Gemeinde 1280 Mark durch unsere fieistigcn Samm- lcrinnen und das Wohlwollen der Gebenden znlamniengebracht und durch Vermittelung des Berwaltunqsrates in Darmstadt an'35 hilfsbedisi-slige Vemeinden und Anstalten verteilt. Indem wir allen Gebern u. Geber'in- ncn auf diesen Wege unfern herzlichsten Dank aussprechen, bitten wir, auch in diesem Jahre unsere Sammlerinnen freundlich annehmen und durch Spendung reichlicher Gaben die gute Sache unserer evangelischen Bckauntmachttttg. Bei der heutigen Wahl durch die Vertrauensmänner im 1 Wahlbezirk Gießen ist Herr Wilhelm Weil zu Lang-GänS zum Mitglied der Landwirtschastskammer und die Herren 1. Heinrich Gilbert II. zu Heuchelheim, 2. Bürgermeister Hirz zu Watzenborn zu Mitgliedern des Ausschusses der Landwirtschastskammer für die Provinz Oberhessen gewählt worden. Einwendung gegen die Wastl können binnen einer Woche nach Ablauf des heutigen Wahltags (18. Oktober 06) erhoben werden. Sie sind, bei der Bürgermeisterei des Wohnorts oder bei den Unterzeichneten vorzubringen. Gießen, den 11. Oktober 1906. L"/ Der Mah'lommissär _______acz Dr. Breidert. Groß''. Proninsialdirektor. Ge^eimerat. BckamlLmachrrng, den Wochenmarktverkehr betreffend. Mit Rücksicht auf feen feermaligen Umfang des Wochen- marktvcrkehrs, für welchen der vorhandene Platz nicht au§- reicht, wird hiermit feie Anordnung getroffen, daß alle Fuhrwerke mit Gegenständen für den Wochenmarktverkehr Circa 30 Zentner gutes Wtesen&eu aus d. Konkursmasse Emil Schön '°'^Kasterrwa«zen ein Handwagen und zwei gut erhaltene" Fas Sh wäsSer* re. fofort abzugeben. (6230 Näheres durch Heinrich Ein- hänser, Gießen, Ebelstr. 26. DJt.R J.6.H0UBEN SOHN CARLAAC G i ebt schön s te Wäsche ANKFURT^M. Rühmlichst bekannte W Nurecht MIT ROTBAND liulins . ■ . 1 < :;Ä K W W Ä L zum Stim chelhc liebet mitzb Kai Zetsy Lisch «von flti habe, wegen Kais« zog er Redens öerhi Athen er ist: ’w not wit ihn. An den Ta, Hohenlo Ich «L Kaiser ta *311 ^°iuch u werde. ; ju brinc loiebt' '«ortete 3d) habe >oi«, T Äe "nd ihn 9c'Dobn darauf pQunt Roa ^w'narc y lach '^uen tt»e, |j *Ner'; !*> •ft &Ö ?>■ ^°L Kinderkleidchen Kinder cäp es Kinderjackets in riesiger Auswahl zu staunend billig. Preisen S. 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Gesang der Parzen) finden von nun ab regelmässig Aul bequeme Jede gewünschte Auskunft erteilt Herr Ernst Chnllier. sä8/,» iZn der Küche ist TÜRK &. PAPST’s L).-Lance wegen ihrem pikanten |appetitre>zend. Oieiclmtnck eine unentbehrlicire Würze geworden. Montags, abends 8 Uhr statt. Das Erscheinen aller Mitglieder ist dringend 1. Chorabend: Johannes Brahms. Solist: Karl Scheidemantel ^Bariton). 1. Solistenabend: Elsa Rnegger (Cello) und Florence Bassermann (Klavier). 1. Kammermusikabend: Beethoven. Trio und Gesang. 2. Solistenabend: Eugen d’Albert (Klavier). 2. Kammermusikabend. 2. Orcbesterabend: Moderne Musik. Solistin: Frau Marie Wittich (Gesang). 3. Solistenabend: Frl. Agnes Leydecker (Gesang), H. Zilcher (Klavier). L. Chorabend: J. 8. Bach: Matthaeuspassion. Solisten: Frau Miller, Frau Martini usw. 8. Kammermusikabend. 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