Nr. 111 Erscheint EtzNch mit Ausnahme bc3 Sonntags. Die „Wietzener Zami.lenblatter" werden dem ^Anzeiger viermal roödfenJid) beigelegt. Der «tzesstsche Landwirt" erscheint monatlich einmal. Zweites Matt 156. Jahrgang Gießener Anzeiger Samstag 13. Mas 1906 Rotationsdruck und Verlag der vrühl'scdr» UnwersttätSdruckeret. 9L Lange. Gtetze«. Redaktion, Expedition ».Druckerei: SchuMrM Tel. Nr. 6L Telegr.-Ädr.: Anzeiger Dteßea. General-Anzeiger, Amts- und AnzeigeblatL für den Kreis Gießen. Aer neue preußische tzisenöaknminister. Straßburg, 11. Mai. Ter Kaiser hat heute den Eisenbahndirektionspräsidenten Breitenbach-Köln empfangen und ihn zum Minister der öffentlichen Mrbeiten ernannt. * Bei den „Eisenbahnern" wird Freude herrschen. Was sie fürchteten: daß ihr neuer Ehef irgend einem anderen Dienstzweige entnommen lverden würde, hat sich nicht erfüllt. Aus ihren eigenen Reihen hat der ftaifer ihn gewählt. Und den Mann, den sie selbst längst als einen der tüchtigsten und kenntnisreichsten achteten. Wenn man sich sagt, daß die Eisenbahner ein Heer von viel, Vieltausenden von Menschen bilden, die über das ganze Reich verstreut und deren Interessen, bei aller Verschiedenheit der Volks- Jtämme, der Klassen und des Ranges, doch gemeinsame sind, so kann man sich vorftellen, daß ihnen ine Aussicht nicht sonderlich verlockend erschien, unter das Regiment eines aktiven oder verabschiedeten Generals gestellt zu werden, 'der vielleicht seine Aufgabe vor allem in der Einführung «strammer militärischer Zucht gesehen hätte. Hoffen doch bie Eisenbahner von dem Nachfolger Buddes gerade den Weiterausbau der von diesem vortrefflichen Manne begonnenen sozialen Reformen. Paul Breitenbach, der Kölner Präsident, erscheint ihnen der geeignete Mann, diese Aufgabe zu lösen. Wo er bis jetzt in leitender Stellung war, in Berlin, in Altona, in Mainz und in Köln, überall hat er sich den Ruf eines Vorgesetzten erworben, der es nicht an Strenge fehlen ließ, wenn es fein mußte, der aber gerecht und unparteiisch war in allen Entscheidungen. Kein Bureaukrat, ein moderner Mensch mit weitem Blicke und großzügiger Auffassung des Amtes. Die Kölner lassen ihn nicht gern ziehe-n. Denn dieser Sohn Westpreußens hatte es verstanden, am Rheine schnell heimisch zu werden und die Herzen der Rheinländer zu gewinnen. Wo er als Gast erschien, erfreute er durck) seine geselligen Gaben und auch "als Tafvlredner, dem es an Humor nicht mangelte, tat er sich oft rühmlick) hervor. Von Figur schlank und über Mittelgröße, mit dichtem Haupthaar und kurz gehaltenem Vollbarte, sieht der Minister jünger aus, als seine 56 Jahre. Und doch wird er im nächsten Jahre schon seine Silberhochzeit begehen können. So wird der neue preuß. Minister der öffentlichen Arbeiten und Chef des kaiserlichen Reichsamtes für die Verwaltung der Reichseisenbahnen unter den günstigsten Vorzeichen seinen Einzug in das Ministerpalais an der Ecke der Wilhelmstraße und Voß- lstraße halten. Der Nachfolger des Herrn v. Budde wurde am .16. April 1850 in Danzig als der Sohn eines Rechtsanwalts geboren. Er studierte Die Rechte, wurde am 12. Dezember 1877 Ge- richtsasjessor und ging ein Jahr darauf in den Eisenbahndienst über, wo er in der Direktion Hannover unter Präsident von Schmerfeld seine erste Ausbildung erhielt. Am 12. Februar 1880 wurde er Regierungsassessor und als Hilfsarbeiter nach Breslau an die damalige Direktion der "ober- schlesischen Bahnen versetzt,; er arbeitete hier unter Dem jetzigen Unterstaatssekretär im Ministerium der öffentlichen Arbeiten Fleck. Am 1. Juli 1844. kam er in gleicher Eigenschaft und zur Wahrnehmung der Funktion als Mitglied der Direktion nach Berlin und wurde am 1. April 1885 an die Direktion Altona versetzt, wo er am 17. August desselben Jahres Regierungsrat nnd etatsmäßiges Mitglied der Direktion wurde. Am 1. März 1893 ging er nach Hannover als Leiter des Betriebsamts Hannover-Rheine und wurde in gleicher Eigenschaft zum Betriebsamt nach Hamburg versetzt. Am 1. April 1895 wurde Breitenbach Oberregierungsrat und Mitglied der Direktion Altona und kam dann am 1. Februar 1897 nach Mainz, wo er zunächst mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Präsidenten be- traut war, um am 25. März desselben Jahres in der Eigenschaft eines solchen Die ll Oberleitung der hessi- scyen Ludwig Sb ahn in die Verwaltung der hessisch- preußischen Eisenbahugemeinschaft zu vollführen. Am 20. 'April 1903 wurde er Präsident der Direktion Köln. Er ist seit 1882 mit Christine Lerche, Tochter des verstorbenen Eisenvahndirettionspräsidenten Lerche, verheiratet und Vater von sechs Kindern. —r-r waiwim»iiaB—aa—fin—wwwiniw«u Klara Biebig in Gießen. Klara Liebig ist eine Der bedeutendsten Persönlichkeiten der gegenwärtigen Datschen.Literatur und vielleicht die bedeutendste Vertreterin der deutschen Heimatkunst. Es ist hier nickt der Ort, um näher aus den Wert und die Bedeutung der Heimatkunst einzugeheu, aber mau darf wohl sagen, daß die vielen „Mitläufer", die ohne künstlerisches Können und ohne künstlerisäie Absichten und dem augenbliäliärcn Lesebedürfnis dienen, die Heimat tun st in ein ungünstiges Licht gerückt haben. Freiherr vvn Berger sagte einmal auf einer Goethe-Versammlung in Weimar: „Wenn heutzutage einer schlesischen Dialekt fd.rcibt, dann macht ec schon Anspruch darauf, als Künstler zu gelten." Aber trotzdem l,aben wir eine echte Heimatkunst, eckte Hci- nratdichter. Zu ihnen geirrt Klara Viebig. Sie ist eine Künstlerin von starker, persönlicher Eigenart, einem festen, ungcsckmink- ten Wollen, einem großen, lebendigen Können. Sie hat Neuland ,n bi; Literatur gebracht. Wie unser Landsmann Alfred Bock feilte hessische Heimat in die Dicktung eingeführt hat, so Klara Liebig ute ihre, die Eifel. Dort wurzelt fie, und wie erstaunlich und vielseitig sich ihr Talent auch sonst offenbaren mag ^man denke nur an ihre großen Romane: Das tägliche Brot, Tie Wacht am Rhein, Das scklasende Heer, Einer Mutter Sohn), das beste ihrer großen, vielbewunderten Kraft hat ihr die Heimat gegeben. So halte ich denn auch ihren Novellenband Kinder der Eifel, ihren Roman Tas Weiberdorf für das Wertvollste, was sie bis heute geschaffen hat. Es sind ihre persönlichsten Bücher. Rauh und hart wie ihre Heimat, sind die Kinder der Eifel, und wie sie, voll heißer, heimlicher Glut. Dumm-gläubig, aber auch trotzig und wild und unmenschlich — wie z. B. die Delila des Dorfes — oder, wenn auch geschickter motiviert Barbara Holzer, die Schuldige. Und dock hebt die Dichterin ihre Gestalten hinauf ost wildromantisch, säst unwahrscheinlich, manchmal grotesk, aber noch immer dichterisch geschaut- Für Gießen bedeutete ihr Erscheinen ein wahrhaft künstlerisches Ereignis, für die Dichterin einen vollen Erfolg — entgegen der Regel. Sagr man doch so ost, daß Dichter ihre eigenen Werke nur mangei,/.'ie vorrragcn tonnen, daß sie wohl etwas „sagen", daß sie aber nicht „sprecken" finnen. Frau Liebig war die Ausnahme. Sie versteht cs, das Wesentliche klar und scharf hervor- Besonders in Hessen wird mau die Ernennung Breitenbachs zum Chef der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft mit Befriedigung empfinden, hat er es doch verstanden, die Schwierigkeiten, die die Ueberleitung des hessischen Anteils der hessischen Ludwigsbahn in die Gemeinschaftsverwaltung bot, geschickt und taktvoll zu überwinden und den hessischen lokalen Verkehrsverhältnissen in weitgehendstem Maße Rechnung zu tragen. Auch für zukünftige Eisenbahnwünsche unseres Landes wird Minister Breitenbach, das sind wir überzeugt, daS nötige Verständnis besitzen, weiß er doch aus eigener Anschauung, daß durch eine Förderung der Verkehrsinteressen unseres kulturell hochentwickelten Landes nicht allein Hessens Freude au der Eisenbahngemeinschaft erhöht werden, sondern auch diese selbst in Gestalt vergrößerter Einnahmen Den größten Vorteil davon haben wird. 2(115 StaSt und Land. Gießen, 12. Mai 1906. ** Ordensverleihungen. S. K. H. der Großherzog haben dem Notar Justizrat Hch. Haas in Mainz aus Anlaß seines fünfzigjährigen Dienstjubiläums die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben Dr. Leonhard Walter aus Lengfeld i. O. zum ersten Assistenten der Chemischen Prüfungsstation für die Gewerbe und den Kriminalschutzmann bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht der Provinz Starkenburg Theodor Nepp zum Kriminal- kommissär ernannt. Ernannt wurde Gg. Trapp in Mainz zum Kanzleigehilfen bei der Staatsamvaltschaft am Landgericht der Provinz Rheinhessen. "Erledigt ist die Stelle eines Katastergeometers. •* Dir Kollekteure der Hess.-Thüringischen Staatslotterie des Gcoßherzogtums Hessen hielten in Mainz eine starkbesuchte Versammlung ab und gründeten, da demnächst die Einnehmer für die preußische Staatslotterie ernannt werden, zur Wahrung ihrer Interessen einen Verein. In den Vorstand wurden n. d. „Frkf. Ztg." gewählt: I. B. Heim jr.-Mainz, Klang-Offenbach, Petrenz u. Schmidt-Darmstadt und Dinkelmann-Worms. ** V o m Darmstädter E l i fa bethenstift. Nach Dem Jahresbericht des unter dem Protektorate Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin stehenden Diakonissen Hauses Elisabeth en stift zu Darmstadt arbeiteten in Der Gemeinde- und Kleinkinderpflege 166 Schwestern in 70 Orten. Die Zahl der Familien, denen in Krankheit und Armut geholfen wurde, betrug 13 000, die Zahl der gemachten Besuche 316 000, die Zahl der Tagpflegen 1000, der Nachtwachen 4400, die Zahl der Kinder in Den Bewahranstallen 4400. In 21 Kranken- und Siechenhäusern pflegten 110 Schwestern 10 700 Kranke in 289 000 Pflegetagen. In fünf Krippen wurden von sechs Schwestern täglich durchschnittlich 143 Kinder gepflegt. Sieben Marltzahäuser und Hospize wurden von 1000 Mädchen und Gästen besucht. Tie Darmstädter Marthaschule war von 47 Mädchen besucht. Bei der Stellenvermittlung suchten 2000 Herrschaften Mädchen und 1000 Mädchen suchten Stellen. In dem Rettungshans Arnsburg und dem Asyl Marienhof bei Braunshardt arbeiteten 5 Schwestern an 38 Mädchen. Die Paramentik verfertigte etwa 40 Altar- bekleioungen und Decken, die Hostienbäckerei lieferte 130 000 Hostien. Das Mutterhaus verfügt über 135 Betten. Tie täglichen Verpflegnngskosten betragen in der ersten Klasse 5 Ml'., in Der zweiten Klasse 3 Mk., in der Dritten Klasse 1,70 Mk., für Kinder 70 Pfg. Möchten sich immer mehr junge Mädchen finden, welche den echt weiblichen Dienst an Kindern, Kranken und Hilfsbedürftigen aller Art zu ihrem Lebensberuf machen! ** V o n der La n d ftr a ß e. Eine häßliche Angewohnheit vieler Radfahrer ist es, an Personen, die sie auf der Chaussee überholen, haarscharf vorbeizn- sahren. Jetzt, wo die Radler wieder in stärkerem Maße Die Landstraßen beleben, mehren sich auch wieder die Klagen hierüber. Abgesehen davon, daß die gerügte Unsitte gegen die Polizeiverord'.iung über den Verkehr mit Fahrrädern verstößt — freilich hängen Die Nürnberger feinen, fie hätten ihn denn zuvor — sollte sich jeder Radfahrer darüber klar sein, daß ungenügendes Ausweichen eine grobe Rücksichtslosigkeit gegen feine Mitmenschen bedeutet, die für beide Teile große Gefahren in sich birgt. ** Die hiesigen Glasergesellen waren um Gewährung einer Lohnerhöhung von 10 Prozent an ihre Meister herangetreten. Da Friede ernährt und Unfriede verzehrt, einigte man sich auf.eine Erhöhung von 7 pCt., außerdem wurde die Arbeitszeit Samstags um eine Stunde verkürzt. ” In der Gemälde-Au8stellung am Brand hat diese Woche rvieder ein vollständiger Wechsel der Gemälde stattgefunden. Es sind 94 Gemälde neu ausgestellt. Die Ausstellung ist von morgen an wieder geöffnet. *' Von der Kanalisation. 9(n die Kanalisation sind bisher 2 5 0, meistens in der Altstadt liegende Grundstücke angeschlossen und nunmehr wird mit diesen Anschlüssen in verstärktem Maße vorgegangen werden können, nachdem die dazu von der Stadt angenommenen Arbeiter von 80 auf 120 Köpfe verstärkt worden sind. Diese Arbeiter, die meistens Italiener sind, erweisen sich bei den Anschlnß- arbeiten als überaus geschickt und fleißig. -• Einige male mußte, um den Verkehr bei Tage nicht zu hindern, am unteren Seltersweg bis spät in die Nacht hinein gearbeitet werden. Die von der Stadt beschäftigten Italiener sind in zwei Kolonnen geteilt und nehmen auf dem städtischen Lagerplatz an der Bismarckstraße und an der Wiesenstraße ihre Mahlzeiten ein, woselbst für Kochgelegenheit gesorgt ist. Die Küche wird an beiden Stellen von Landsleuten bedient und die fremden Arbeiter sind da, wo sie ihre Nahrungsmittel einkaufen, gern gesehene Kunden, die zwar billig kaufen, aber wie man hört, nicht mit der Gewohnheit der Polen behaftet sind, unter allen Umständen vom Preise etwas runter zu handeln. Auch sonst sind die italienischen Arbeiter gute Kunden, mit denen man es ganz gern zu tun hat, besonders in den Geschäften mit farbigen Garderoben. * Die Nachfrage nach Zugeseln beim Tierschutzverein zu Wiesbaden bleibt immer noch sehr groß. In den letzten Tagen trafen 40 Stück dieser Tiere ein, die alle verkauft waren. Im Laufe des Monats wird der Verein weitere 40—50 Stück erhalten, die zum Teil aus Ungarn, zum Teil aus Italien stammen. Bestellungen nimmt die Geschäftsstelle des Vereins, Wiesbaden, Neudorferstr. 2, III, entgegen, auch wird jedem Interessenten eine Preisliste usw. gern unentgeltlich durch Die Post gesandt werden. 8 Windhausen, 10. Mai. Nach vorausgegangener ungewöhnlicher Schwüle um diese Jahreszeit trat gestern nachmittag gegen 2 Uhr ein sehr heftiges Gewitter auf. Die elektrischen Entladungen waren sehr stark. Ein Blitzstrahl fuhr in den Turm Der Kirche und zündete in Dem Dünnen Gebülke. Alsbald fuhr ein zweiter Blitzstrahl in die Scheuer des Landwirts Ger ger. Im Augenblick stand sie in Flammen und fiel nebst Stallung in Asche. Die unmittelbar angrenzenden Nebengebäude des Forstmeisters Haberkorn brannten gleichfalls nieder. Der 1 opferen Arbeit der Feuerwehr gelang es, dem weiteren Umsichgreifen des Feuers Einhalt zu tun. Der Feuerwehr von Groß-Felda ist es zu danken, daß der Turmbrand auf die Spitze des Turmes bis zum Glockenstuhl beschränkt blieb. M mit seinem hohen Lecithingehalt ---T. — (Phosphor) neben Eiweiß und B löslichem Eiseil stärkt den Kör> |l ja ■ II & H per und die Nerven n. beseitigt A JÜL JS dadurch körperliche und geistige (rudwiino. Erhallt, in Apoih., Droqenhandl. das Kilo 3 Mk. Sonntag 4—9 Uhr 488 Nur Hirsch-Apotheke offen. Die nach- Ä n r 7 i p sind morgen von 12 Uhr mittag« bis stehenden Ävl ulv 12 Uhr nachts sicher anzutreffen l>r. Geyer, SelterswegGl. — Dr. Schliephake, Goethestr. 44. F. Wagner, Westanlage 51. D4/fc zuheben, mit ihrer metallreichen, weittragenden Stimme im Vortrag zu gestalten, Bilder vor uns erstehen zu lassen, die durch ihren Farbenreichtum und ihre großzügige Auffassung aufs stärkste fesseln und erfreuen. Ihr eigner eine Vortragstünst, die den Zuhörer zum Mirerleben zwingt, ihn über sich selbst hinaushebt. Am nachhaltigsten war das bei der wuchtigen, teilweise sogar graste 'Novelle „Maria und Josef" der Fall. Eine dumpfe Gewitterschwüle lagert über dieser Tragödie der, luenn ick so sagen dars, sckwesterliä)en Mutterliebe, und alles „heil'gc Maria, Aäoöder Gottes, bitt for uns!" kann die Qual und das Elend Der kernigen, scharf ckrarakterisicrten Menschen nicht durchbrechen. Außer dieser düsteren Erzählung, einem prächtigen Stück ureigenster Gestaltungskraft Klara Viebigs, gab die lebhaft begrüßte Dichterin noch eine liebenswürdige, freundliche Humoreske „Ter Fuhrmann", einen fein beobachteten Ausschnitt aus dem täglichen Leben, wobei das Publikum nickt mit seinem Beifall geizte. Trotz Der vorgeschrittenen Jahreszeit, die ein derartiges Unternehmen fast immer in Frage stellt, war die große Aula der Universität von einem erlesenen Publikum bis auf den letzten Platz besetzt und mit herzlichem Beifall dantten die Zuhörer dem lieben Gaste für den seltenen Genuß. — Wir hoffen auf ein Wiedersehen! Karl Neurath. * 3. Bayerische Jubiläums-Laudes-Jndustrie-, Gewerbe- unb Kunstausstellung. S. u. H. Nürnberg, 12. Mai. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) Nürnberg, das Pegnitz durchströmle und burgaekrönte bayerische Städtekleinod, die Stadt HansSacksens, begeht heule einen Jubeltag, Die Eröffnung der 3. Bayerischen Jubiläums , Landes-, Industrie-, Gewerbe- und K u n st- Ausstellung. Nürnoerg hat sich insolge seiner unvergleichlich günstigen Lage zu der ersten Industrie- und Handelsstadt des Königreichs Bayern entwickelt, so daß es schon durch diese sührende Stellung dazu berufen schien, die großen bayerisckxm Landesausstellungen, die ein getreue# Spiegelbild des gewerblichen und künstlerischen Lebens in Bayern Darbieten sollen, in seinen Mauern auszunehinen. Tazu kommt noch oas wunder>cköne Städtebild, das Nürnberg bietet und das feit Jahren das Entzücken nicht nur aller T-culscken, londern Darüber hinaus. Der Fremden aller Länder bildet. Es war deshalb vorauszusehen, daß, nachdem bereits die bayerischen Landesausstellungen von 1882 und 1896 in der alten freien Reichsstadt ein Unterkommen gesunden hatten, Nürnberg sich auch für die dritte Ausstellung dieser Art als der geeignetste Platz erweisen würde. Und die gewaltigen Bauten und Hallen, die heute im Nürnberger Luitpold- Hain, angefüllt mit zahllosen Erzeugnissen des bayerischen Künst- uttb Gewerbefleißes, Der Oeffentlichkeil zugänglich gemacht werden, beweisen, daß auch diesmal Nürnberg als bedeutendste Industriestadt wie auch als die rührigste Fremdcnstadt Bayerns in seiner Eigenschaft als Ansstellungsstadt alle Erwartungen übertreffen Dürfte. Wer jemals durch die mittelalterlichen. Tore der Stadt eingezogen und in ihren altersgrauen Mauern gewandelt ist, weiß, daß in dgiebligen Bürgerhäusern ein außerordentlich rühriger Unternehmungsgeist herrscht. Nürnberger Tand, geht durchs ganze Land! Dieser Wahrspruck einer vergangenen Zett hat in modifizierter Form auch heute noch Geltung. Man braucht nur die Erzeugnisse des Nürnberger Kleingewerbes, seine hervorragende Spielwarenindustrie, die Honigkuchen und Faber- stifte zu nennen, um jedem Kinde die gewerbliche Bedeutung Nürnbergs vor Augen zu führen. Unsere Großindustrie kennt Nürnberg noch von einer anderen Sette. Hier sei an die Schuckertwerkc, die auf der zweiten Landesausstellung 1896 mit einer geradezu epochemackendcn Ausstellung l/crvortraten und der Elektro-Jndustrie ganz neue Dahnen wiesen, ferner an Die weltbekannte Maschinenbau-Aktien-Gcsellsckaft von Cramer-Elett und an Nürnbergs erstklassige graphischen Kunstanstalten erinnert, nicht zu vergessen feine Bierbrauereien. Bekannt ist, mtt wie liebevollem VerstänDnis die Stadt Nürnberg es verstanden hat, trotz ihrer hochentwickelten Industrie ihren industriellen Charakter dem Fremden zu verbergen. Der bei seinem Besuche nur die alten Straßen und Plätze der Stadt sieht und gern wiedersieht. AuS diesem Grunde wird auch die diesmalige Ausstellung sich eines Besuchs aus ganz Deutschland zu erfreuen haben. * Bremen, 11. Mai. Der Pastor Kalt Hof von der Mar- tinikirchc, Präsident der deutschen Goethebünde und Vorsitzender des M o n i ft c n b u n D e 5 , ist heute nach längerem Leiden g e st o r b e n. tzBiMM^M Gardinen, Stores, Rouleaux KMsMmeillE.G.m.Mb.M. A.-Busei Mk. 3230,96 Jt 1 7 000.- 10. Gementarbeiten jmmem, 129,15 dem im 1 Kuff und 1 Geschästswagen, 3021 Horn. 3036 Der Borstand. 3028 Heidelberger Strasse 129—ISO1). '2 3 2 5. 6. 7. 8. 9. 8 2 3 1 2 3 1-1044.35 3 641.40 1 Fiaker und 2 Omnibus, 6 Zweispänner-Geschirr, 9 Einspänner-Geschirr, u ii ii ii ii n n ii ii Während 1905 gingen ab . . Daher Stand der Mitglieder 1905 324 337.61 220 064.68 91 600.39 26 003.01 397.21 11 761.28 7 5 1 2 H I! It II II II H II n L. Frank III., Direktor. 632.09 816.48 221.20 638.77 441.58 110.50 161.50 753.78 1157.07 440.42 241.50 649 607.58 ZU u II II II II II II n n Das beste Fahrrad! „Wunderbar“ leichter Lauf Die Rechnung liegt 8 Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf Bureau des Rechners offen. Lollar, den 11. Mai 1906. Pferde, Gala-Hochzeitswagen, Landauer, Flordaß, oder Berliner, Mylords, Gesellschaftswagen, Lieferung von Motorcnbenzin (0,700) für das Wasserwerk Annerod ist pro 1906 zu vergeben. Offerten sind bis spätestens den 18. d. M. auf der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen. Annerod, am 11. Mai 1906. Großh. Bürgermeisterei Annerod. mehrere Decken, Mäntel, Röcke und Utensilien Die auf den 13. Mai l. I. angekündigte Generalversammlung wird hindernishalber erst am 20. Mai l. nachmittags 2 Uhr bei Gastwirt H. Brück abgehalten. Der Vorstand. 3027 BW, Die feinste Marke! „Grösste“ Ver breitu ng Mn; Aktiva: 1. AuLgelieh. Kapitalien und zwar: a. Hypotheken b. Bürgschaft c. Güterkaufgelder 2. Kassenvorrat 3. Borlagen 4. Ausstände 5. Mobilien 143.50 JC 10 7o Ab- schrervung 14.3a , 674 293.33' Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1904 Während 1905 gingen zu..... Adler Fahrradwerke vorn. Heinrich Klever, Frankfurt a. H. Viele höchste Auszeichnungen. - Staatsmedaillen etc. Vertreter: Fr. Krogmann, Giessen. SS "/« ---- 2. Zimmerarbeiten 3. Holzcementarbeiten 4. Spenglerarbeiten “ Glaserarbeiten Schreinerarbeiten Treppenlieferung Schlosserarbeiten Weißbinderarbeiten Generalversammlung Sonntag, den 27. Mai, nachmittags 3 Uhr hiesigen Rathaussaale. Tages ordnungt 1. Rechnungsablage pro 1905. 2. Ergänzungswahl des Aufsichtsrates. 3. Gehaltsaufbesserung des Borstandes. 4. Verteilung des Reingewinns. 5. Verschiedenes. Für den Aufsichtsrat: L. Scipp IV. zu machen. Gießen, den 9. Mai 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: C u r s ch m a n n Kaufleute. ES suchen Arbeit: Bn/s 1 Maschinenschlosser, 1 Schreiner, 2 Wasch- und Putzfrauen, Techniker, 2 Kindermädchen (tagsüber), 1 Kauffrau, 1 Bureau- gehilfe, 1 Bureaudiener, Aufseher oder Lagerist. ^erzogt BaugewerkscNte Holzminden Errichtet Hochbau o Ciefbau ° Maschinenbau. L. Haarmann. Slwnier. 2 Avril. Wtrunter. 15. Ott. VerpflegungsansM- Reifeprüfung. Es können eingestellt werden: 1 landw. Knecht, 10 Ziegeleiarbeiter, Bau- unb Maschinen- schlaffer, 2 Sattler, 2 Schreiner, 2 Schuhmacher, 3 Installateure, 2 Glaser, 3 jüngere Hausburfchen, 1 Fahrburfche, 2 Dienstmädchen, 5 Lausfrauen, 6'Lausmädchen, 3 Nachtwächter, 2 Kontrolleure. Lehrlinge: 3 Schmiede, 2 Spengler, 1 Schlosser,-2 Wagner, 1 Mechaniker, Buchbinder, 1 Schreiner, 2 Friseure, 1 Schneider, 1 Glaser, Der Vorstand: Carl Schwalm, H. Rohrbach IV., Rechner. Kontrolleur. Große Versteigerung wn Ulid« nnh Kq» jn gwitfirt«. #. Montag den 14. Mai, vormittags 11 Uhr anfangcnd, versteigere ich im geft. Auftrage des Herrn Klenk wegen Aufgabe der Lohnkutscherei 88 ' 3 Dreikönigstratze 3 (Lkchschlliiseii), zum goldenen Rad (im Hof): Giessexxer Zitherklub (Wohltätigkeits-Verein) lv1’/8 Sonntag» de« 13. Mai 1906, nachm. 4 Uhr Ausflug nach der Stadt Lich verbunden mit Tanz-Bergnügeu wozu wir unsere Mitglieder und Gönner des Vereins freundlichst einladeu. Der Borstand. WWer WshnWsnchmis Gießen. Garteustratze 2, Zimmer Nr. 2. (Geschäftsstunden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) Es sind zu vermieten: Bekanntmachung. Die Gemein de st euer zettel für das Steuer-- jahr 1906 werden den Pflichtigen nächster Tage zu- gestellt werden. . Diejenigen Einwohner, welche bis 10. juni v. Z. einen Gemeinde st eucrzettel nicht erhalten haben, obwohl sie sich nach ihren Verhältnissen als steuerpflichtig betrachten müssen, werden hiermit aufgefordert, alsbald auf der. Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 9, Anzeige «Mr- unb $oWWn in Lsllar (Eingetragene Genoffenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht.) am 31. Dezember 1905. 1 Wohnung von 7 Zimmern, 2 Wohnungen von 6 Zimmern, Wohmmgen von 5 Zinunern, 4 Wohnungen non 4 Zimmern, Wohnungen von 3 Zimmern, 4 Wohnungen von 2 Zimmern, Wohnung von 1 Zimmer mit 2 Kabinetten, 1 möbliertes Zimmer, Läden mit Wohnungen, 1 Werkstatt. Zu mieten gesucht: 38 Wohnungen von 1—7 Zimmern. B Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und -war für eine Wohnung mit einem jährlichen Mietwert bis 300 Mk. einschließlich 0,20 Mk., von mehr als 300 Mk. bis 500 Mk. einschließlich 0,50 Mk., und von mehr als 500 Mk. 1,00 Mk.; außerdem ist für jede Wohnungsaumeldung 1,00 Mk. zu hinterlegen. Für die Wohnungssuchenden erfolgt die Vermittelung unentgeltlich. Vergebung von Bauarbeiter!. Nachstehende Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung einer Schnitterwohnung auf dem Gräflich Solms-Raubach schen Hofgut Utphe sollen auf dem Submrsstonswege vergeben werden: 1. Maurerarbeiten, veranschlagt 11. Lieferung von I-Träger 12. Pflasterarbeiten (Arbeitslohn) Voranschlag u. Bedingungen können nächsten Dienstag -en 15. lfd. Mts. von morgens 8 bis mittags 1 Uhr tm Grast. Hofgut Utphe und Donnerstag den 17. lfd. Mts. von morgens 7 bis mittags 12 Uhr tm Bureau des Unterzeichneten in Lich eingesehen werden. Die Angebote müssen, m Prozenten ausgedruckt, bis zum Montag den 21. lfd. Mts., morgens 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bet dent Unterfertigten eingereicht sein. Zuschlagsfrtst 8 ^age. Lich, den 11. Mai 1906. . D’/b K. Schön, Bau-Inspektor. - arm städt © 674 293.33 . . 67 . . 3 70 , , 2 . . 68 Passiva: 1. Aufgen. Kapitalien 2. Geschäftsguthaben der Mitglieder 3. Reservefonds zu 12169.06 JC Eintrittsgelder 60.— „ Zuweisung aus dein Reingew. pro 1904 1815.29 „ I 4. Reingewinn H. Meyer, Direktor. Ch. Seipp II, Stellvertreter. Man verlange Preisliste und Abbildungen. Sonntags geöffnet von 11—1 Uhr. NB. Unsere Ausstellungen sind allgemein als Sehenswürdigkeit I. Ranges bekannt. Es wird vorzugsweise Wert darauf gelegt, dass die moderne Richtung in mässigen, aber hübschen Formen zum Ausdruck kommen und unsere Möbel trotz ff. Ausführung und elegantem Styl zu erstaunlich billigen Fabrikpreisen direkt an Private geliefert werden können. 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