Erstes Blatt
Montag 13. August 1906
Are heutige Dummer umfaßt 8 Seiten.
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156. Jahrgang
politische Tagessehort.
Akademisch gebildete Kaufleute.
Die Generalversammlung des Allgemeinen Studenten-Ausschusses der Leipziger Handelshochschule hatte ihr Bedauern ausgesprochen, daß cs der Handelshochschule während ihres achtjährigen Bestehens nicht gelungen wäre, die geringste Fühlung mit der Leipziger Kaufmannschaft zu erlangen. Hierzu bemerkt den „Sion» fektionär", der Wert wissenschaftlicher Bildung für den Kaufmann sei zweifellos ganz enorm, aber wer mit wissenschaftlicher Fachbildung „bis zum Rande" vollgepfropft sei, dürfe nicht glauben, daß er schon ein tüchtiger Kaufmann sei und das Recht habe, von oben herab auf die „nicht studierten" Kaufleute herabzusehen. Handelshochschüler ohne reiche kaufmännische Erfahrung, die sich nun blos ihres Diploms wegen für „Kaufleute erster Klasse" hielten und daraufhin unberechtigte Ansprüche erheben wollten, seien ein Unding. Sie brächten die Handelshochschulbildung in Mißkredit. Es müsse also stets die erste Aufgabe der Handelshochschule sein, in st ä n d i g e r Fühlung mit der Praxis zu bleiben und ihre ganze Organisation dahin eiuzurichten, daß nie der Zusammenhang mit der Praxis aus den Augen gelassen werde.-
daß eine Amnestie für den 29. Augnst, den Dag der Dause, vorbereitet werde. Abwarten! Zur Uebernahme einer Paten stelle haben außer preußischen Fürstlichkeiten Einladungen erhalten: Die Herrscher von Oesterreich-Ungarn, Italien, Rußland, Großbritannien und Norwegen, der Großfürst Michael Nikolajewitsch von Rußland, die Königin von Griechenland, die Großherzogin Anastasia von Meälcn- burg-Schwerin, die Großherzogin von Baden, die Kronprinzessin von Dänemark, die Prinzessin Albrecht von Bayern, die Herzogin Karl Theodor in Bayern, die Prinzessin Aböls von Schaumburg-Lippe.
Das Greifswalder Universitätsjubiläum wurde in einer würdigen Feier begangen und gab und einen Vorklang zu der Gießener Universa täts-Jubelfeier im nächsten Jahre. Kultusminister v. Studt wohnte dem Greifswalder Festakte bei, wobei er die Erklärung abgab: Die Wissenschaft und ihre Lehre sei entsprechend der Verfassung frei und werde frei bleiben. Einen bemerkenswerten Widerhall sand seine Erklärung in der Presse nicht. Auch Minister v. Hammerstein pflegte oft ber festlichen Gelegenheiten viel von der Selbstverwaltung zu schwärmen. Wenn man hinterher aber seine Taten besah, war von der Verwirklichung nicht viel zu bemerken. Unseren hessischen Staatsmännern haben wir allen Grund größeres Vertrauen entgegenzubringen, als es die Preußen den ihrigen gegenüber dürfen.
Eine lebhafte Erörterung über die Zukunft der nationalliberalen Politik begann in der Presse nach dem Wahlausfall von Hagen-Schwelm und Rinteln- Hofgeismar, Professor Moldenhauer und Dr. Rocke klagten die Politik der nat.-lib. Fraktionen im Reichstag und preuß. Landtag an. Die „Ttschn. Stimmen" des Herrn Patzig und das Wormser Organ des Herrn v. Heyl, das fleißig die „Nat.-lib. Korresp." mit Artikels versorgt und darum im Reiche mehr Beachtung erfährt als bei uns in Hessen, wo man den politischen Ast, auf dem es sitzt, vergnügt abfterben sieht, warteten dagegen mit der Phrase auf: „Das Vaterland steht über der Partei!" Sie verdächtigten damit zwei vortreffliche, von unantastbarer Vaterlandsliebe beseelte scharfblickende Männer, die die Stimmung der nationallib. Wähler sehr richtig erfaßt haben, in so schnöder als kurzsichtiger Weise. Demgegenüber legten sich „Hann. Cour." und „Leipz. Tagebl." oernünstigerweife für eine liberalere Politik des Nationalliberalismus ins Zeug. Dazu kani die Aufforderung der „Nordd. A Z.", die ein bedingungsloses" Zusammengehen sämtlicher bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie für unabweislich erklärte. Sofort versicherte die klerikale „Köln. Bolksztg.", daß davon niemals die Rede sein könne. So bereitet sich denn allmählich die Stimmung vor, die auf dem Parteitag in Goslar voraussichtlich zu einem heftigen Aufeinanderprallen der verschiedenen Meinungen und Richtungen führen wird.
Großes Aufsehen erregt immer noch die Nichtbestätigung der Wahl des Pfarrers Cäsar in Dortmund. Niemals seit 25 Jahren ist die preußische Orthodoxie mit einer solchen Intoleranz aufgetreten wie jetzt. Auch gegen den Pfarrer Traub in Dortmund ist von den Orthodoxen ein Verfahren beantragt worden. Ferner wurde Pfarrer Zimmermann in Bacharach vom Konsistorium verabschiedet. Der deutsche Pfarrertag dürfte sich voraussichtlich mit der zunehmenden Verfolgung der liberalen Pfarrer beschäftigen. Die Lage ist derart, daß die Einheit der Kirche in nicht zu verkennender Weise gefährdet ist. Eine weitere Intoleranz macht sich auch gegenüber dem Pfarrer D. Friedr. Naumann geltend, dessen politische Gegner — an ihrer Spitze Liman — eine Bewegung zum Ausschluß Naumanns aus dem Verein Deutscher Studenten eingeleitet haben. Diese Aktion wird indes erfreulicherweise dahin führen, daß Pfarrer Naumann als Verfolgter größere Sympathien erwirbt und in weiteren Kreisen Bedeutung erlangt. D. Naumann selber spricht sich zu der auf der Tagung des Kyffhauser-Verbandes der Vereine deutscher Studenten angenommenen Resolution folgendermaßen aus:
werke kommen in den sechs Konzerten zur Aufführung: Von Beethoven: 8. Symphonie und Kantate auf den Tod Joses II., von Richard Strauß: Symphonie F-moll und Symphonia Tomeftüa, von Robert Schumann: Symphonie B-dur, von Hektor Berlioz: „Harold in Italien", von Tschaikowski: 5. Symphonie, von Joachim Raff: Symphonie „?m Walde".
— Auf der Authropologenlagung in Görlitz hielt Samtätsrat Dr. K o e h l - Worms einen Vortrag über „Untersuchungen auf neolithischen Wohn platzen bei Worms". Die Umgebung von Worms ist eine der an steinzeitlichen Resten reichsten Gegenden in Deutschland, und sie hat gerade in den letzten Jahren wichtige Ausschlüsse über diese meist dunkle Kulturperiode unseres Menschengeschlechts gebracht. Tie jüngere Steinzeit hielt man früher für eine ziemlich einheitliche Periode, die man auch nicht wen genug nach rückwärts verlegte. Nach genauerem Studium der Kulturreste, namentlich der keramifchen Reste, teilte mau die jüngere Steinzeit in vier Perioden: Baitdkeramik, Cchnurkeramik, Pfahlbaukeramik und Zonenkeramik. Die Landkeraunk selbst wieoer zerfallt in drei durch das Gräberinventar streng geschiedene Unter» abteUungen: die Hmkelsteinkeramik, die Rössnerkeramik und ine Mäanderkeramik. Ueber diese Einteilung der jüngeren Steinzeit mar man einig; dagegen nicht über die Reihenfolge der Perioden, denn es war Niemals gelungen, ine Ueberrefte der einzelnen Perioden übereinander gelagert zu finden. Gelänge dieses, ähnlich mie auf den Schutthügeln voii Troja, so wäre die Frage leicht zu lösen. Es ist mm dem Vortragenden gelungen, bet Worms Wohngruben verschiedener Perioden zu finden, die dicht bei einander liegen und sich sogar berühren. Es zeigte sich deutlich, daß die Rössnerkeramik älter ist und von der Spiral- oder Mäanderkeramik überdeckt ivird. Ans demselben Fleckchen Erde fanben sich aber auch Zeichen der Hinkelsteinkerainik, der Zonenkeramik und Pfahlballkeramik, also Reste von fünf Perioden an derselben Stelle. Tie Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen; da aber von fünf steinzeillichen Perioden Wohnanlagen hier zusammenliegen, so wird man auc' positive Ergebnisse über ihre Reihenfolge finden tonnen.
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Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gietzener Zamilien. blätter viermal in der Woche beigelegt.
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Anzeiger Gießen.
„Ich gehe nicht freiwillig aus den „Vereinen deutscher Studenten" heraus, weil ich damit den formelhaften und einheitlosen Gebrauch des Wortes national meincrfcit» anerkennen würde. Ich würde durch freiwilligen Austritt meinerseits zugeben, daß ich jetzt weniger Nationalsinn hätte als irgend wann früher. Das aber wäre mir selbst und anderen Leuten gegenüber eine vollendete Unwahrheit und eine Untreue gegen die Vereinsgenossen, die für mein Reckt im Verbände cingetreten sind. Die Vereine, denen anzugehören ich mir zur Ehre rechne, insbesondere die Vereine in Leipzig und Erlangen, können ihrerseits das Verhältnis lösen, sobald sie es für gut finden, ich aber tue es nicht."
Es sei deut scherzhafterweise zugefügt, daß das bereits oben erwähnte Organ des Wormser Ledcrkönigs, im Gegensatz zu einer vor Monaten auf Kosten von unserem Dr. Gutfleisch getanen Aeußerung von der „Vornehmheit" Naumanns, jetzt ohne vernünftigen Grund in das Horn Dr. Limans mißtönig stößt und Dr. Naumann bei seinen Lesern anzuschwärzen trachtet.
Im Auslande verfloß die vergangene Woche ohne bemerkenswerte politische Vorgänge. Das griechische Bandenunwesen in Macedonien zeitigte bulgarische Gegenmaßnahmen. Znnschen Montenegro und der Pforte besteht nach wie vor ein äußerst gespanntes Verhältnis. Der türkische Sultan ist schwer erkrankt. Ter Zustand wird als ernst, aber nicht als kritisch angesehen. Ter Sultan ist bei vollem Bewußtsein. Er leidet an Nieren- gries oder Stein. Ein Geriicht, daß der Sultan im Sterben liege, bestätigte sich nicht.
In Rußland ist der Generalstreik gescheitert. Meldungen von einer angeblich geplanten Abdankung des Zaren, von einem Brief der Zarin über ihre Flucht aus Rußland, von einer Militärdiktatur unter Nikolai Niko- lajelvitfch oder einer Uebertragung der Regierungsgewalt an Wladimir waren wohl erfunden. Jedenfalls aber hat der Zar seine Msicht, mit seiner Fanrilie auf 14 Tage ins Lager von KrasNoje Selo zu ziehen, um den Manövern der Garde beizuwohnen, definitiv aufgegeben. Er kommt unter Beobachtung großer Vorsichtsmaßregeln täglich für einige Stunden per Automobil von Pctcrhof nach Krasnoje Selo, fürchtet aber dort dauernden Aufenthalt zu nehmen, weil man einzelnen Persönlichkeiten in der Dienerschaft nicht ganz traut. Die Bildung des Kabinetts Stolypin ist jetzt gelungen. Angesichts dessen werden aber wegen dessen angeblich reaktionärer Färbung neue Unruhen befürchtet 240 frühere Dumaabgeordncte werden gerichtlich verfolgt.
diese längere Zeit in liebenswürdigster Weise mit ihnen unterhielt und Befehl gab, dem Klub alle Sehenswürdigkeiten zu erschließen. Die Audienz fand statt in dem herrlichen Schlosse Cinlra, hoch oben auf bewaldetem Gebirge, hart am Meeresrande liegend und wie eine Gralsburg in die Lande leuchtend.
In dem wundervollen Parke verfainmelten sich alsdann alle Reisegefährten, die Königin trat auf die Schloßterasse und hier wurde sie durch eine Rede Osear B 0 r ch a r d t s in franz äs. Sprache begrüßt, die in ein Hoch auf den König und die Königin ausklang, in welches alle Deutschen freudig einftinunten. Die Königin, gütig und liebenswürdig, war von herzgewinnender Freundlichkeit, eine geistvolle, vornehme, lebhafte Französin. Sie sprach mit 23 e g e i ft e r u n g von unserem Kaiser unb unserem schönen Vaterlande. Zum Schlüsse der Audienz überreichten die deutschen Pilger der Königin zwei wundervolle Vasen von Meißener Porzellan, über welche Aufmerksamkeit sie ihre herzliche Freude bekundete. Alles in allem eine schöne Erinnerung für die Reiseteilnehmer.
Augenblicklich weilt der Orienlklub in A n d a l u s i e n, um Ende August wieder heimzukehren ins liebe deutsche Vaterland.
— Frankfurter Opernhaus. Die sechs Opernhaus- Abonnements-Kouzerte der Spielzeit 1906,07 fallen auf den 10. und 31. Oktober, den 5. Dezember, den 23. Januar, den 20. Februar, den 13. März. Ms Solisten wurden verpflichtet: für das 1. Konzert (Leitung Dr. Rottenberg): Frau Margarethe Preuse-Matzeuauer, Kgl. Hosopernsangerm, München, Herr Paul Goldschmidt (Klavier-, für das 2. Konzert (Leitung Hugo Rerchen- berger): Frau Kirtby Lunn, London (Gesangs Frau Jeanne Dwt, Paris (Violine), für das 3. Konzert (Leitung Dr. Rottenberg): Fräulein Lueie Weidt, E. t. Kammersängerin, Wien, für das 4. Konzert (Leitung Hugo Reichenberger): Herr Fritz Kreisler (Violine), für das 5. Konzert (Leitung Dr. Rottenberg) lolrsttiche Mitwirluug unbestimmt, für das 6. Konzert (Leitung Hugo Rer- chenberger): Herr Mfred Reifenauer (Klavier), Herr Konzertmeister Hans Lange, Frankfurt a. Pt. (Violine). Folgende Haupt-'
igvon Spezialart Dr.Bümla. Gesichtspunktci bearbeitetes irklieo brauchbarer, tusserst ir zur Verhütnng und Heilung ig, der auf einzelne Organe en l'",l«zus$8tdi). Für Jeden oder schon erkrankt, ist das rteiknvon geraden tratchttt- ende lernt, eich vor Krank- r bereit* Leidende aber En; kennen. Für Mark 1.60 . ukiier, Genf W (Schweiz).
143014 91 181 729 1200] B
6 W 893 145130 347 92 S !3 403 509 15 618 81 iW
77 SO 652 142 958 14920
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An ZZord des Dampfers „Salvua^.
Von einem Gießener Herrn erhielten mir soeben mit dem Poststempel „Sevilla" folgendes vom 6. d. M. datiertes Schreiben:
Der Orient-Reiseklub Leipzig, der seit Jahren viele Deutsche in die Länder führt, dte von den Fluten des blauen Mittelmeeres um- jpült werden, hatte sich für diesen Sommer als Hauptziel die c a n a r i s ch e n I n s e 1 n und Al a d e i r a ausersehen, um alsdann auf der Heimfahrt noch in Lissabon Anker zu werfen und mit Portugal und Südspauien die Fahrt zu beende»:.
In Gran Canaria (Las Palmas) und Teneriffa (St. Eru^ und Orotawa) erschlossen sich den Reiseteilnehntcrn ungeahnte Schönherten. Hunrboldts Worte, der bekanntlich das Tal von Orotawa als ben „schönsten Punkt der Welt" bezeichnete, wurden allfettig als vollauf berechtigt anerkannt. Die Eanarten sind tatsächlich die „Gefilde der Glückseligkeit". Im berühmten Humboldthaus zrr Orotawa wurden die Reisenden von Professor P a n n w i tz und den Direktoren Schaper und T r e n f e l in glänzender Weise ausgenommen und versorgt. Ein herzliches „Bravo" diesen lieben deutschen Mämrern. Auch Made:ra rief allgemeines Entzücken hervor. Die Ueppigkeit der fast tropischen Vegeration, die herrlichen LandschastSbilder von Berg und Land und Meer, dazu der köstlich blaue Himmel und der erfrischende, kühle Seewind, sowie die wunderbare Harmonie der Farben der Lelcuchtungstöne ließen allen deutschen Pilgern die Herzen höher schlagen.
Anfang August weilte der Orientklub Leipzig in Lissa - b o n. Auch hier gab es viel des Schöne,: und Interessanten zu schauen unb eine besondere Ehrung für die Deutschen bildete der Empfang des Klubs durch die Königin Amalia von Portugal. Der König selbst weilte int fernen Norden seines schönen Reiches. Gras T a 11 e n b a ch, unser Gesandter in Lissa- gon, der Diplomat von Algeciras, stellte bic drei Vorstandsmitglieder des Klubs, Oskar Borchert aus Köln, Karl Walther und Arthur Wünsch aus Leipzig, der Königin vor, worauf sich
politische Wochenschau.
Eine authentische Mitteilung der Berliner Regierung Wer die Bedeutung der gegen die Kolonialverwal- tung erhobenen Beschuldigungen ist noch nicht erfolgt. Die Regierung erklärt vielmehr, nicht genügend orientiert zu sein, um ein Urteil über die Tragweite des bereits zutage geförderten Materials abgeben zu können. Tas gegen die Sekretäre Götz und Schneider eingeleitete Verfahren richtet sich in der Hauptsache darauf, denjenigen Beamten ausfindig zu machen, der angeblich die verschiedenen internen Mißstände auf dem Gebiete der Kolonialverwaltung den Parlamentariern und der Presse bekannt gegeben haben soll. Bekanntlich wurde seitens des Untersuchungsrichters auch der Abg. Erzberger als Zeuge vernom- nren, lvobei oie Immunität des Reichstages, des Gebäudes sowohl wie sder Abgeordneten, als für den richterlichen Untersuchungsrichter nicht existierend erachtet wurden. Nun hat am 10. d. M. in Düss e ld o r f in einer Versammlung der Zentrumspartei Erzbcrger über die Kolonialpolitik aufs neue gesprochen:
„Dor einem Jahr hatte ich noch nicht das Material, das ich jetzt bekomme., Man sagt, ich hätte es unehrlich bekommen: das ist total falsch. Mein Material ist teils niedergelcgt in Men, und den größten Teil des Materials lieferten die Konkurrenten von Tippelskirch und Woermann in Hamburg, dafür sorgen auch Missionare und Kaufleute, um eine Besserung h'rbei- zuführen. Das schlimmste ist, daß ein preußischer Minister am Gewinn bei Tippelskirch beteiligt ist. Es wundert mich, daß man nur auf Tippelskirch jetzt herumgeht; es sind noch ganz andere Verträge da, so der Vertrag mit Woermann. Ich habe vor acht Tagen einen Bries an den Reichskanzler geschrieben; ich kann hier darüber nur sagen, daß es sich bei noch anderen Verträgen um noch ganz andere Summen handelt, als bei dem Fall Tippelskirch. Man kann uns keinen Vorwurf machen, wenn wir sofort eine Kündigung der Verträge verlangen unb mit allen Mitteln im nächsten November im Reichstag herbeiführen werden. Wenn ber Reichstag im November wieder zusammentritt und neue Forderungen für Südwestafrika, vielleicht 1OO Millionen, bewilligen soll, darf man doch nicht glauben, daß er das wieder für Tippelskirch und Woermann bewilligt. Er wäre nickt wert, Vertreter des deutschen Volkes zu heißen."
Inzwischen sind die Bücher der Firma Tippels- krrch u. Eo. durch den Wirkt. Geh. Kriegsrat Selle und den Kriminalkommissar Schnellt) aas beschlagnahmt worden. — Aus Kreisen, die dem Landwirtschaftsminister nahe stehen, wird versichert, daß Herr v. Podbielski bei Uebernahme des Postens eines .Staatssekretärs des Reichspostamtes seine Verbindung mit der Firma Tippelskirch u. Co. an der allein hierfür zuständigen Stelle zur Sprache gebracht und darauf eine Antwort erhalten hat, die ihn nicht darüber in Aveifel ließ, daß jene Stelle diese Beziehungen in keiner Weise als ein Hindernis für die Uebernahme des angebotenen Postens ansah. Jin weiterm hat der Minister behauptet, er habe mit der Firma Tippels- ttrch nicht persönlich in Beziehungen gestanden, Teilhaberin derselben sei vielmehr seine mit ihm in Gütertrennung lebende Gemahlin, während die Zentrumspresse mit Entschiedenheit behauptet, daß der Minister v. Po d b i e ls ki, der im Jahre 1897 Staatssekretär wurde, erst 1900 die Gütertrennung durchführte.
Kaiser Wilhelms Tischgespräche mit französ. Parlamentariern während seiner Nordlaüdreise wurden in franz. Blättern evrösfentlicht, wobei zumal die Aussprüche über die Journalisten höchst seltsam waren, zumal der ganzen deutschen Presse nichts davon bekannt ist, daß blutjunge Herren in großen Blättern ihre Ansichten über polit. Dinge zu äußern pflegen. Tie Meinung des Kaisers, daß die Redakteure ein Examen machen müßten, fand die Entgegnung in der französischen Presse, daß ebensowenig wie die doch nicht ganz so unveranttnortungsreichen Redakteure die Regenten eine Prüfung zur Befähigung ihres Amtes ablegten.
Der deutsche Kronprinz ist zum Besuch der Festspiele in Bayreuth eingetroffen. Ein Gerücht besagt,
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Aus Stadt und Land.
Gießen, den 13. Anglist.
* " Empfänge. S. K. H. der Großh er 09 empfingen am 11. August den Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Moritz und den Professor Jesionek von Gießen.
• * Bestätigt wurde der von dem Grafen zu Erbach- Erbach auf die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Laudenau, im Kreise Bensheim, präsentierte Schulverwalter Georg Kunzelmann auß Schwanheim, in demselben Kreise, für diese Stelle.
"In den Ruhestand versetzt wurde der Turnlehrer an der Volksschule zu Mainz, Adam Munk, auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. August an, und es wurde ihm au§ diesem Anlaß das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* * B e i der Ober-Po st direktion in Darmstadt lagern folgende Sendungen, deren Absender vielleicht zu unseren Lesern zählen, als unbestellbar: Einschreibbrief aus Lollar an Mile Kukuruzovic in Jova (Nordamerika) vom 23. 10. 05.; Einschreibbrief aus Gedern an Mile Krueta Kolumbus in Baltimore, M. 921 Street (Nordamerika) vom 27. 10. 05; gew. Brief mit 50 Pf.-Stück aus Gießen 2 an Hch. Kiffel in Offenbach (M.) vom 7.12.05. Die zur Empfangnahme dieser Gegenstände Berechtigten müssen sich binnen vier Wochen bei der Ober-Postdirektion melden, widrigenfalls die Postanweisungsbeträge und die in den Sendungen enthaltenen oder durch Versteigerung des Inhalts erlösten Geldbeträge der Post-Unterstützungskasse überwiesen, die Briefe aber vernichtet werden.
• • Die erste Bundesturnfahrt des Turnerbundes Lahn-Dünsberg findet am 23. September auf der Badenburg statt. Als Hebungen wurden gewählt: Stabhoch, Stemmen 37^ Kilo zweiarmig frei-weit und weit-hoch.
* * Schlägerei. In einer hiesigen Wirtschaft kam es in vergangener Nacht zuerst zwischen Soldaten untereinander und dann mit Soldaten und Zivilisten zu einer Schlägerei, bei der es blutige Köpfe setzte. Anzeige wurde erhoben.
"'Die Jagd auf Feldhühner hat das Hess. Ministerium mit Rücksicht auf den Stand der Ernte und der Weinberge auf den 20. August festgesetzt. Eine Ausnahme davon machen die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten.
r. Londorf, 12. Aug. Ein 12jähriger Knabe hatte beim Tannäpfelsuchen im sogenannten Löhnküppel eine scharfe Patrone gefunden. Er schlug mit einem Stein so lange darauf, bis die Patrone mit einem lauten Knall explodierte. Der Junge wurde an der rechten Hand nicht unerheblich verletzt.
Bad Nauheim, 12. Aug. Unterhaltungen. Dienstag den 14. August, nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends im Saale Operetten - Vorstellung : „Das süße Mädel/ Mittwoch den 15. August, nachm. und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends im Saale letzte Operetten - Vorstellung: „Die Fledermaus." Donnerstag den 16. August, nachm. und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle mit Einlagen des Deutschen Mänucr- Doppel-Ouartetts. Abends im Saale Tanz. Freitag den 17. Aug., nachm. und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends im Saale Theatervorstellung: „Die Großstadtluft." Samstag den 18. August, nachm. und abends auf der Terraffe Konzert der Kurkapelle. Abends Oesterreichisches Rationalkonzert anläßlich des Geburtstages des Kaisers von Oesterreich. Bei gutem Wetter abends Lampionsbeleuchtung auf der Terrasse. Nachmittags im Saale Kindervorstellung: „Das tapfere Schneiderlein". Sonntag den 19. August: Konzert der Kapelle des 5. Jnf.-Regts. Nr. 168 aus Offenbach. Abends Symphoniekonzert der Kurkapelle. Samstag den 25. August bei gutem Wetter abends Feuerwerk vor der Terraffe.
Darmstadt, 11. Aug. S. K. H. der Groß Herzog wird sich zur Teilnahme an den Wagner-Festvorstellungen mittels Automobil nach Bayreuth begeben.
Weilburg, 12. Aug. Die großh. luxemburgische Negierung hat für die Tausendjahrfeier den Schloßgarten als Festplatz zur Verfügung gestellt. 22 Extrazüge werden Sonntag, den 19. August, eingelegt. Der Perron ist bedeutend vergrößert und zwei weitere Billetschalter errichtet worden. Mit der Dekoration ist begonnen, die Proben zum Festspiel unter Leitung von Dr. Rauch von Wiesbaden sind beendet.
♦* kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Kassel erschoß sich der Eisen- bahnarbeiter Nuhn unabsichtlich. Sein 18jähriger Sohn patte einen Revolver auf dem Tisch liegen lassen. Der Vater, der nicht wußte, daß die Waffe geladen war, richtete diese, mit den Worten: „Jetzt werde ich mich einmal totschießen" auf sich. Er drückte los, die Kugel ging ihm in den Mund und der Mann war nach wenigen Minuten tot. — In Frankfurt a. M. ist Oberkonsiftorifllrat Dr. Teichmann im Alter von 72 Zähren gestorben. — Vom Blitz getroffen wurde ein zwölfjähriges Mädchen in Fechenheim bei Offenbach. Das Kind stand mit Brot in der Hand am Fenster, als der Blitz in seinen linken Arm schlug. Die Fingernägel sahen wie blutunterlaufen aus, die Adern schwollen an und Finger und Mm sind steif. Die Bewegungstätigkeit ist noch nicht zurückgekehrt. — Das Polizeiamt in Darmstadt hat eine neue Verordnung, betreffend die Erhaltung der Sicherheit und Ordnung in und vor dem Hof- theater erlassen. In der Verordnung wird u. a. bestimmt, daß die Schleppen der Damen nicht so lang sein dürfen, daß sie den Verkehr im Theater stören. — Heute, Montag, feiert die Ochsenmetzgerei von C. und L. Falk in Mainz ihr 200jähriges Bestehen. Im Jahre 1706 ist von Bingen der Metzgermeister Peter Falk nach M. gezogen und hat die Ochsenmetzgerei gegründet. Seit dieser Zeit ist das Geschäft von den Vatern auf die Söhne, durch neun Generationen, vererbt worden. _______________________________________
vermischte».
• Schuld und Sühne. Wie em plump konstruierter Parallelismus mutet das Schicksal Helene Odilons, der lebensfrohen, heißblütigen Künstlerin, deren Berliner Bühnen- Karriere vor vielen Jahren jäh abbrach, um in Wien eine glänzende Fortsetzung zu finden. Ein tragisches Schicksal brachte ihr plötzlichen körperlichen und geistigen Zusammen- bruch auf der Höhe ihrer Erfolge, und nun erhebt sie gegen ihre Freunde und Pfleger die furchtbare Anklage, daß man sie als unzurechnungsfähig erklären und in eine Heilanstalt bringen wolle. Nach einer Meldung der „Berl. Ztg." ist Helene Odilon in Budapest eingetroffen, um die Hilfe der ungarischen Regierung zur Aufhebung ihrer Kuratel anzurufen. Frau Odilon ist nämlich durch ihre letzte Ehe mit dem Kämmerer v. Raskowsky, der nach kurzer Zeit wegen Gehirnerweichung ins Irrenhaus gebracht werden mußte, ungarische Staatsbürgerin. Wie mag bei dieser Nachricht dein berühmten Wiener Komiker Alexander Girardi zu Mute sein, der damals, als er noch der Gatte Helene Odilons war und mit ihrer ehelichen Treue harte Sträuße auszufechten hatte, plötzlich in eine Anstalt gebracht werden sollte, iveil seine Frau ihn für irrsinnig erklären lassen wollte?! Schon stand der Zellenwagen vor dem Hause Girardis, und die Wärter betraten die Wohnung, um sich seiner zu versichern, da gelang es ihm im letzten Moment, durch ein Fenster das Freie zu gewinnen. Er fand bei seiner Kollegin Katharina Schratt Unterkunft und war damit gerettet. Vergebens versuchten die Helfershelfer Helene Odilons durch Gutachten über den Geisteszustand Girardis ihr Tun zu rechtfertigen. Aber die öffentliche Meinung Wiens stand auf feiten beß geistig vollständig gesunden Künstlers, der es seitdem bewiesen hat, luie frisch er noch geistig und körperlich ist. Er heiratete bald daraus ein Frl. v. Latinoviez und ist glücklicher Gatte uni) Vater. Und heute muß Helene Odilon um ihre Freiheit kämpfen, heute droht ihr die Heilanstalt! Sie behauptet, man wolle sie nur unter Kuratel halten, damit sie ihr Testament nicht ändern könne. Diejenigen, die sie in ihrem ersten Testament reichlich bedacht habe, seien nun ihre Verfolger. Aber sie habe sie schon alle enterbt, ihr Testament umge- stoßen und ein neues verfaßt. Dieses neue Testament sei auch rechtsgültig, denn sie habe es in Anwesenheit von zwei Budapester Gerichtsärzten niedergeschrieben, welche e§ als Zeugen mitunterzeichnet haben. Hiergegen gibt nun der Kurator von Frau Odilon, der Wiener Advokat Dr. Camillo Müller, eine Erklärung ab, in welcher davor gewarnt wird, irgendwelche Verträge mit Frau Odilon abzuschließen, da sie unter Kuratel stehe und hierzu nicht berechtigt sei. — Schuld und Sühne! Aber erschütternd ist eS doch.
* Nichtraucher — ein Schimpfwort. Dank dem Zutun des Gerichts in Halle ist in dem Lexikon der Schimpfworte ein sonderbares und zum minbefien originelles Wort eingereiht worden. Drei Stukkateure hatten sich in Halle zu verantworten, weil sie einen Kollegen wiederholt „Nichtraucher" genannt hatten. Die Vernehmung ergab, daß unter den organisierten Arbeitern es neuerdings üblich geworden ist, an Stelle des unzulässigen Wortes „Streikbrecher" die Arbeitswilligen zart mit „Nichtraucher" zu bezeichnen. Das Gericht war der Ansicht, daß in diesem bestimmten Zusammenhänge das Wort „Nichtraucher" allerdings eine Beleidigung bar» stelle und erkannte auf Geldstrafen von 10, 20 und 30 Mk.
* Kleine Tageschronik. In Haßloch (Pfalz) ist Frau Neubauer, welche durch die Explosion einer Petro- leumtannc, die sie auf den heißen Ofen gestellt hatte, erhebliche Brandwunden erlitt, ihren Verletzungen erlegen. — In N e m d a
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Gießen, den 12. August 1906.
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Wigandt, Brandinspektor.
Um stille Teilnahme bittet
Fritz Kaefcrlc, Hannover.
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Gießen (Bahnhofstraße 84), den 12. August 1906.
Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 4 Uhr vom Portale des neuen Friedhofes au? statt.
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und einige neue
Heß.
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Neue
vergeben werden.
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Todes-Anzeige
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A.-G., Frankfurt a. M.
930 64 1 4 1 043 80 311 417 581 625 1 42090 314 5ud
2. Ziehung 2. Kl. 215. Kgl. Preuss. Lotterie.
Wieseck, 12. August 1906.
05821
In
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 2 Uhr statt.
Gießen, den 13. August 1906.
4887
72
467 593 860 78 930 [200] 64 75 42264 66
702 800 [300] 58 942 47354 48469 618 52 812
49153 242 43 409 514 18 [200] 44 62 [300] 605 817 20
Danksagung
Familie Ernst Valentin.
05839
Fahrrad u. a. m.
(05785
451
KOumaiunuiiiiiiiiiiiini
474
331
fGiebt schönste WäscheJ
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Interessenten werden ersucht, Offerten bis zum Donnerstag, den 16. d. Mts auf dein Depot Marburger Straße 66 abzugeben.
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44 108 314 448 702 27 828 [200] 06 32156 328 934 60 3 3017 152 283 368 537 754 59 34128 490 566 898 964 3 5210 382 [300] 411 861 77
37 48 330 79 453 [200] 612 56 821 25 56 194 374 475 664 700 820 60 905 56 3 8000
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505 680 752 24180 282 492 537 769 992
613 17 709 801 915 2 6146 90 308 653 68
452 70 734 944 2 8264 1500] 417. 638 97
57 523 618 34 901 70
[200] 143 48 82 391 457 509 697 785 803
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30085
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Blnmenspcndcn bei dem uns so schwer betroffenen Verluste sagt innigen Dank
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437 80
213 83
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20167 325 [300] 49 415 50 607 68 835 943 47 21004 420 537 [200] 672 2 2303 739 805 67 2 3239 312 54 76
Ziehung vom 11. Nur die Gewinne über
Nummern > (Ohne Gewähr.) 34 113 218 551 2296 [200] 334 36
Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meine innig geliebte, unvergeßliche Gattin, unsere liebe, treue Mutter, Tochter, Schwester,
August 1906, vormittags.
90 Mark sind den betreffenden Klammern beigefügt.
(Nachdruck verboten.)
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Tie Lieferung von 450 Zentner Roggenstroh (Mafchinendrusch) soll für die Zett vom 1. Septeniber 1906 bis 1. August 1907
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Versteigerung.
Dienstag, d. 14.d.M., nachmittags 2 Uhr versteigere ich in dem Laden Selters- weg 33: eine 3teilige Ladentheke mit Äarmorplatte, 1 Tafclwage mit einem Satz Messinggcwichten, eine Kettenwagc, 3 Fleischhakcnleisten, 1 Hackklotz mit Wiegemesser, 1 Fleischhackmaschine, 1 Wurstfüllmaschine, 1 Hackklotz mit 3 Messern, 1 Knochensäge, 1 Gasherd, 2 Kleiderschränke, 1 Kommode, 1 Ausziehtisch, 2 vollst. Betten, 1 Waschkommode, 1 gebraucht.
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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste unseres guten, unvergeßlichen Sohnes, Bruders, Schwagers und Onkels sagen wir Allen auf diesem Wege unseren tiefgefühltesten Dank.
Familie Ruhl.
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2. Ziehung 2. KL 215. KgL Preuss. Lotterie.
Ziehung vom 1L August 1906, nachmittags.
Nur die Gewinne über 98 Mark sind den betreffenden H Nummern in Klammern bei gefügt
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10195 209 64 304 468 559 624 925 [200] 33 11006 "77 91 127 232 45 55 692 787 821 (2001 65 1 2065 100 ■84 96 200 407 [300 ] 87 (2001 786 13093 244 87 98 '503 27 95 1 4464 [400] 560 698 99 788 1 5122 55 321 }9I 514 626 855 16197 393 425 635 795 [200] 843 [200] -954 17054 206 53 85 399 438 636 59 809 903 93 18073 [3001 180 86 370 781 832 12001 19024 256 311 436 595 «62 (3001 930
20262 457 541 616 729 888 912 42 21066 186 418 •73 74 595 616 776 851 22201 427 28 94 958 65 23038 164 228 72 385 88 463 517 72 842 47 1300] 54 952 24043 471 522 46 58 70 831 52 25341 717 64 26168 231 (2001 300 550 883 908 27373 407 16 708 (4001 849 12001 912 28301 713 67 891 962 29058 178 418 82 '504 775 941
, 30119 287 352 469 85 796 814 3 1073 161 634 764 13001 815 [500] 79 32040 316 412 39 861 33028 1'3001 46 82 307 570 668 1300] 768 897 34001 52 374 93 407 46 47 764 870 35011 HO 62 89 217 23 303 24 33 967 36102 34 89 729 807 37056 130 66 1200] 99 507 87
901
498
624
363 479 94 753 851 54 953 78 245003 28 131 431
602 924 246027 132 424 12001 *75 668 718 56
483
231
589
410 863 198003 9 26 77 103 43 382 513 602 81 877
199101 532 52 85 873 912 38 89
830 31 42 935 94 [4001 242022 147 59 80 273 77 83 " 768 2 4 3007 77 162 297 495 748 886 2 4 4007 187
979 2 7 7048 387 (5001 581J2OO1 669 99 737 278038 331 499 586 688 843 998 279206 53 (2001 495 555 93 C21 60 720 635 (2001
19 445 523 794 SSO 145176 235 317 [200] 84 90 558 146137 207 77 303 526 612 939 91 147143 1200) 77 1300] 85 234 [200] 314 78 431 706 813 82 89 992 1 48108 51 283 374 90 771 149452 740 62 99 896 901
150021 91 [500] 249 455 665 85 151092 727 203 14 39 382 472 662 774 909 92 1 52023 36 (200] 295 448 736 41 93 [200] 153018 69 106 210 703 838 982 154142 335 68 473 611 29 55 [300] 794 881 986 155162 97 271 368 490 644 913 1 56193 455 707 1400] 853 (200] 986 98 157418 39 567 712 24 850 929 158215 89 601 807 35 923 159128 387 400 827 912 62
160044 57 135 292 350 436 61 502 839 76 907 161175 658 99 [200] 838 [200] 162088 398 727 93 935 163072 82 90 116 26 35 489 529 606 33 781 905 1 64035 4346 171 221468335572857 900 727 165186 547 890 999 166091 139 536 49 862 167201 74 487 781 924 39 58 85 [200] 168010 4S9 806 10 80 83 958 169173 294
170264 964 171146 294 894 904 172124 90 [300] 335 429 562 649 764 173611 78 766 808 915 174038 639 175015 91 166 341 452 63 511 75 714 995 176112 889828442596 531 5085 647 767 9062258 77 1 77213 338 75 77 406 32 702 12 926 1 78216 410 503 661 906 179050 [400] 208 [300] 37 48 66 360 143 520 21 313 63 770 925
180128 283 574 776 99 [200] 181048 118 296 378 [200] 692 965 182125 80 467 695 786 910 183104 49 61 242 328 402 96 589 650 184003 840 185220 38 833 186032 (200] 75 266 317 28 404 46 77 518 648 71 814 1 87012 103 267 323 534 664 782 854 967 183007 118 25 345 471 544 750 55 189170 73 486 509 34 699 782 [200] 94 803
190201 509 641 956 1 91102 250 489 503 15 718 817 57 192041 221 358 [200] 826 92 97 936 193056 95 354 [2001 57 401 31 55 71 538 89 614 48 346 194152 57 [200] 276 620 27 61 772 803 910 1 95332 508 697 1200] 741 943 1 96046 57 (200) 63 171 229 197301 39
280044 78 118 56 62 92 377 435 53 680 281148 287 374 424 797 282021 34 415 [10001 573 610 64 732 42 803 995 [200] 28 3003 291 309 529 699 760 70 841 61 «1 284385 454 866 84 285062 [2001 1'66 229 336 55 425 536 47 772 808 78 2 8 6081 101 69 293 354 595 1200] 700 83H 79 932 2 8 7034 (2001 74 149 219 498 973 77 i oUU I oo < ZOO t
Die Ziehung der dritten Klasse der 216. Königlich Frenssirchen Klassenlotterie findet statt am 7. und 8, September 1900,
200164 207 693 808 39 957 68 201262 79 397
852 202139 202 461 203042 110001 68 179 | 200] 323 663 831 923 83 2 0 4220 82 302 75 446 92 567 624 205009 60 198 278 303 584 710 885 [200] 206025 357 770 866 917 36 207325 438 597 928 208035 131 [200] 395 726 209151 461 505 750 957
2 1 0027 190 253 74 386 791 95 951 211054 132 396 542 52 823 212450 652 55 705 853 967 213164 256 72 543 59 874 214658 63 761 215107 17 252 442 72 595 677 85 830 69 919 2 1 6208 12 477 746 865 911 85 2 1 7094 352 62 422 754 832 950 79 2 1 8022 öl 101 48 66 204 547 654 979 219493 514 932 64
220027 35 168 239 586 630 221266 787 839 966 222062 468 626 [2001 726 88 887 910 223001 [200] 88 122 W2 416 533 951 53 224152 244 300 49 64 71
247001 210 41 [200] 530 918 81 248302 11 20 [200] 439 639 89 718 32 77 909 2 4 9078 112 650 760 887 907 67 86
250001 407 97 733 (2001 82 84 251109 27-3 321 522 835 252121 325 253019 299 406 55 656 716 56 859
924 2 5 4060 212 339 510 70 88 653 770 804 38 905
255240 931 98 256038 329 36 67 98 417 687 257071
398 912 258390 474 83 518 754 821 945 15000] 79
259019 524 700 863 930 51
260226 309 59 422 515 801 3 261019 58 352 79 754 973 2 6 2000 126 225 359 60 2 6 3067 166 255 376 561 883 98 999 2 64138 552 66 719 41 66 85 971 75 265089 202 669 266202 21 32 60 356 444 49 74 584 666 847 999 13001 267016 92 180 294 606 97 726 77 823 80 903 268265 411 511 956 269078 202 34 300 928
27 0014 234 378 410 48 687 716 55 975 271140 288 432 715 88 95 928 2 7 2037 249 489 620 874 936 54 273195 502 [300] 793 2 74129 415 738 804 |2001 911 17 39 275187 225 358 61 476 578 276399 424 527 95
466 507 858 76 225002 95 202 318 35 535 927 89 226058 89 241 337 787 12001 989 227456 793 859 901 228010 49 226 56 76 96 464 [2001 572 824 229187 267 597 969
230142 (2001 357 576 745 [4001 55 63 71 959 231478 666 942 82 232025 62 79 202 439 501 774 233019 70 HO 673 [500] 710 96 [200] 808 234089 259 549 609 706 876 235031 207 30 314 574 608 709 805 236254 98 320 98 805 28 81 237415 544 91 740 62 238083 220 82 [200] 566 692 [200] 895 239070 (200] 290 739 99 992
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05811
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Für die zahlreichen Glückwünsche anläßlich unserer silb. Hochzeit sagen auf diesem Wege
WiW Jank.
Hch.Lotz und Frau
Knerplokal (ca. 40 Sitzplätze) zu vergeben. 4898] Ost - Anlage 9.
Äaick.
Schriftliche Angebote mit Honorar, Berus, Besuchstunde u. 05815 an d. Gießener Anzeiger erbeten.
Verloren
am Mittwoch in der Walltor- od. Dtarburger Str. ein kleines Päckchen mit Inhalt. Abzugeben geg. Belohnung Walltorstr. 45. >4850
Kanarienvog. entslogen.Geg.Bel. abzugeben Göthestr. 18. (05765
Techiiischkr herein Kichcn.
Im Vereinslokal findet
Dienstag, den 14. Angust Vortrag d. Herrn Direktor Hamni über Tagesfragen des deutschen Techniker-Verbandes statt, wozu die Mitglieder hiermit eingeladen werden. Gäste und Freimde des Vereins sind willkommen.
Anfang 9 Uhr abends. v18/s]Der Borstand.
Auf bequeme Teilzahlung
Herren-, Damen- n. Kinder-Garderobe
Manufakturwaren
6t6. [a*/6
J, Jttmann
Kredit-Haus
Giessen Plockstrasse 14—16 | |