Nr. 265 General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Ließen ejucht. [67: A. Salomon L Ce, r des die die die ult Rotationsdruck imb Verlag der Brühl'fchen Universilälsdruckereu R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition u.Druckerei: Cchulstr.7. Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen. Lehrmädchen egen iojortige Vergütun,- wählen schatten schon hinein. Es gibt sogar Leute, die Wahrscheinlichkeit vorzeitiger Neulvahlcn in politische Rechnung einstellen. Zur politische» Lage i» Hesse». Ausland. London, 9. Nou. hie,:ge Blätter berichten, hat Sir Eduard G^ey von Tittoni eine Note erhalten, worin gcsagl wird, daß die Erneuerung des Dreibundes erfolgt sei und dnß int neuen Vertrag Italien größere Bewegungsfreiheit zugeslanden worden sei. Paris, 9. Nov. Von einem wchlinforniiertcn Parlamentarier kommt die Mitteilung, daß nach allseitiger Ratifikation des Protokolls von Algeciras Frank- Erschetnl ILgNch mit Ausnahme des Sonntag», Tie „Gießener Samtlienblätter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich betgelegt Der ^hesflfch« EanbroUr* erscheint monatlich einmal. denn die Polen werden im Reichstag, wo das dort ausschlag, gebende Zentrum ihnen den Rücken deckt, ganz anders vom Leder ziehen als im preußischen Landtag, wo man sie flugs niederslimint. Und der Reichstag im ganzen? Run, er hat durch die Diäten das Rüstzeug, das ihn befähigt, den Parlamentaris'- muS vor der Gefahr der Verflachung zu bewahren, auf Grund der regelmäßigen Beschlußfähigkeit in weniger Zeit mehr zu leisten, als in den durchschnittlich siebenstündigen Sitzungen, wie sie Graf Ballestrcm zur Gewohnheit werden ließ. Die Anregung, wie bei uns in Hoffen, den Samstag und Montag sitzungsfrei zu lasten, damit für die KommissionS- arbeit mehr Zeit bleibt, könnte also sehr wohl entsprochen werden, im Interesse auch der entfernt wohnenden Abgeordneten, die über Sonntag nach Hause zu reisen genötigt sind. Eine arbeitsreiche und anstrengende, aber auch ungewöhnlich interessante, vielleicht entsch e i du n gs - volle Session steht nach alledem in Aussicht. Die Neu- potttrsehe Cagesschcr«. Ter Reichstag. »Der Mann, den sie am 5. April krank auS dem Reichstag hi^austrugen, mag auf den gesündesten Beinen der Welt zurückkehren: er wäre kränker als zuvor, käme er zurück, gebunden an die Gesellschaft des Herrn v. P o d dielS ft.- So schreibt die »Naiionalztg.* an die Adreste deS Fürsten Bülow, int Hit blick auf den Wiederbeginn der RcichStagSsihungen. ES kann indessen wohl als feststehend gelten, daß man bett Kanzler und den Gutsherrn von Dalmin nicht mehr zusammen an der BundeSratsestrade sehen wird. In der ersten großen, voraussichtlich auf den 15. dS. fallenden Debatte über die Fleischten er ung dürfte, wie jetzt angenommen wird, Fürst Bülow namenS der Regierung das Wort ergreifen, und hoffentlich zu einer Erklärung, die sich von der vor- jährigen des Herrn v. Podbielski vorteilhaft unterscheidet. Im eigensten Interesse deS Kanzlers selbst liegt es, daß er baldigst vor der Volksvertretung erscheint, denn die Ocffent- lichkeit wünscht ohne Verzug darüber aufgeklärt zu werden, ob Fürst Bülow weiterhin gewillt und imstande ist, die Teuerung abstellen zu helfen. In vollem Umfange wird sich ein Urteil über die „Konstitution^ der Negierung im allgemeinen und des leitenden Staatsmanns im besonderen freilich erst gewinnen lasten aus dem Verlaufe der Generaldebatte zum Etat. Hier gilt eS herkömmlicherweise für die Volksvertreter, mit der Negierung abzurechnen, und hier wird diesmal in den Reden der Partei- führer die Unbehaglichkeit der inneren und äußeren Situation in einem Maße sich wiederspiegeln, daß von den verantwortlichen Staatsmännern die triftigsten Gründe und überzeugendsten Darstellungen geltend gemacht werden muffen, wenn das Volk wieder volles Vertrauen zu den gegen- wartigen Leitern der Politik gewinnen soll. In der Etatsdebatte wird diesmal nicht das Rededuell Bebel-Bülow das bemerkenswerte sein. Die bürgerlichen Parteien, die den Fürsten Bülow einigermaßen verwöhnt hatten, sind bis inS Lager derRechten hinein beunruhigt, verstimmt, mißtrauisch. Im vorigen Jahre sprach Fürst Bülow von der »unerfreulichen* internationalen Lage. Ec wird diesmal kaum umhin können, zuzugebcn, daß die Situation sich im Aeußern wie im Innern absonderlich genug anläßt, um im Volke einerseits ein beträchtliches Maß von Pessimismus, andererseits den Wunsch zu rechtfertigen nach einem zielbewussten, starken, von »Nebenregierungen* unabhängigen Kabinett. Ob diesbezügliche Erwartungen an das Kabinett Bütow noch geknüpft werden dürfen, dafür wird auch von Belang sein, waS der Staatssekretär Freiherr v. Tschirschky dem Reichstag zu sagen hat. Er leitete ja während des Sommers die auswärtige Politik, reiste nach Wien und Rom, und stand in engster Fühlung mit dem Kaiser, während der Kanzler in Norderney weilte. Nicht in letzter Linie werden sich Staatssekretär Frhr. v. Stengel und der preußische Kriegsminister v. Einem dem Reichstag mit Erklärungen zu präsentieren haben. Man wünscht zu wissen, was es mit den angekündigten neuen Steuern und mit den Militärforderungen auf sich hat. DeS weiseren wird mit Spannung erwartet das parlamentarische Debüt des neuen Kolonialdirektors Dernburg, dem wohl der berühmte »Enthüller*, Abg. Erzberger, gar Fleischtcuerung. Gera, 9. Nov. In der heutigen Sitzung deS Landtages erklärte die Negierung, sofort Schritte bei dem Bundesrat tun zu wollen, um eine Linderung der Fleischnot hcrbeizuführcn. Karlsruhe, 9. Nov. Eine Abordnung der Städte wurde heute hier vom Staatsminister v. Dusch und Ministerialdirektor Braun vorstellig, um Abhilssmaßregeln gegen die Fleischteuerung zu erwirken. Der Staatsminiiter erklärte, daß er den durch die Steigerung der Fleischpreise nnd den Rückgang deS Fleischkonsums eingetretenen Not- stand in weiten Kreisen der Bevölkerung durch- aus anerkenne und lebhaft beklage. Von dieser Auf- saffung ausgebend hat auch die badische Negierung ihrem Bundesrats-Bevollmächtigten Instruktion erteilt, für alle Maßnahmen behufs Herabsetzung der Fleischpreise, insbe- sondere durch beschrankte Oeffnung der Grenzen gegen die Niederlande und Dänemark energisch einzntrcten. Die Oeffnung der Grenze gegen Frankreich sei m letzter Zeit mit Rücksicht auf den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche erheblichen Bedenken begegnet. Die badische Regierung wird auch künftighin alle d,e Maßregeln dringend befürworten, die ohne Schädigung der einheimischen Viehzucht eine Milderung des jetzigen Notstandes hcrbcizuführen geeignet seien. bald das Exzellcnz-Leben schwer machen wird. Es kann nicht fehlen, daß in den Kolonialdebatten das Trio Tippelst kirch-Fischer.PodbielSki wieder auftaucht. Von de anderen Seite naht der »polnische Kinderkreuzzug* tktzrcheuöer. \ur TM u. UmgtMib itpoittn in gangbar. W ML Angebote unter 06293 b, Giefener Anzeiger eitm rückt. Mädchen, in Küche unb usardeil eriahM, mil Mn eitlen, -?* Ju ? tnu ftfal, Leu-" Miitht t- Salomon & c0. Kiäuäbnrg io, Die österreichische Wahlreform. Im österreichischen Abgcordnetenhause ergriff bei der Beratung der Wahlreformvorlage Ministerpräsident Freiherr von Beck das Wort: Er erinnerte an die bedrohlichen Folgen, welche der Mangel eines organischen Zusammenhanges zwischen den breiten Schichten der Bevölkerung unb der parlamentarischen Vertretung der letzten 40 Jahre gezeitigt habe. Wir dürfen nicht mehr länger politisch zurückbleiben. Durch die Vertiefung und Verwertung der Volksrechte müffen die weitesten Kreise des Volkes an staatliche Interessen geseffelt und muß der Staatssinn in möglichst tiefe Schichten getragen werden. DaS ist nach meiner Ansicht das probate Mittel zur politischen Erziehung dec Bevölkerung. DaS einzige Mittel, den Ra d i ka l is mu S, der außerhalb des HauseS gefährlich werden kann, innerhalb desselben aller Stacheln und Spitzen zu entkleiden, und ihn vielleicht sogar für das nationale Interesse nutzbar zu machen. (Zustimmung.) Endlich müffen aber auch die Jahrzehnte langen Kämpfe um daS Wahlrecht abgeschlossen werden, und für absehbare Zeit auS der politischen Erörterung ausgeschlossen bleiben. (Beifall.) Der Minister- präsident spricht sodann die Ueberzeugung auS, daß die Grundbesitzer, wenn sie nur ernstlich wollen, auch im neuen Hause mit verstärkter Autorität die ihnen gebührende Stellung wieder einnehmen können, und appelliert an sie in dem für den Staat und für das Gesetz entscheidenden Augen- blick, staatserhaltend zu sein. Der Ministerpräsident appelliert weiter an die bedingten Anhänger der Wahlreform, nicht wegen einzelner Meinungsverschiedenheiten den großen und dauernden Zweck der Reform auS dem Auge zu verlieren, die einer weisen Mäßigung der Parteien entsprang. Das Reformwerk sei durch eine der allerschwierigsten Kompensationen zustande gekommen, welche die österreichische Verfaffungs- geschichte kennt. DaS Scheitern dieses Werkes wäre gleichbedeutend mit einem Trümmerfelde, welches das Grab der kostbarsten und wertvollsten Interessen wäre. (Beifall.) Dec Ministerpräsident spricht sodann die Ueberzeugung aus, daß die Wahlreform immer tiefer in daS öffentliche Bewußtsein eindringen und die weiteren Volks massen ein volles Verständnis für die Aufgaben des modernen Staates gewinnen werden. Der Ministerpräsident schließt mit dem Ausdruck der zuversichtlichen Hoffnung, daß Oesterreich durch die Ausgestaltung deS Wahlrechtes an seiner inneren Kräftigung gewinnen werde und daß die Vermehrung der politischen Rechte eine neue Klammer für das Gefüge des Staates sein werde. (Lebhafter Beifall.) Berlin, 9. Nov. In eingeweihten Kreisen spricht man davon, daß Prinz Joachim Albrecht schon in nächster Zeit zum Oberstleutnant befördert werden soll. Er gilt als Nachfolger des Oberst Deimling, der zurückkehren wird, sobald die Ruhe in Südwestafrika soweit hergestellt ist, daß sich die Verminderung des Kontingents durch- führen läßt. führen. In dieses Kapitel gehört em kleiner Vorfall, der mir von einem Augenzeugen wie folgt berichtet wird: „9lm vorigen Montag besuchte der Kaiser die ?l u t o rn o b i l - A u s sl e l l u n g. Er besichtigte eine Reihe von Verkau'östäuden und weilte unter anderem sehr lange beim Stand einer Stettiner Firma, wo ihn besonders O m n i b u s a u t o rn o b i l e fesselten. Währenddessen stand em Teil seiner Suite interessiert bei der gerade gegenüber diesen Fabrikaten postierten A u t o m o b i l p a n z c r k a n o n e, die Mebennrat Ehrhardt ausgestellt hat. Sie war schon vorher von dem Ableil- ung^chef bei der Arlillerieprü'unghkommiision, Oberstleutnant Kluse, mann, besichtigt worden. Als der Kaiser wieder aus den Gang hiuaustrat, machten ihn einige Herren seines Gefolges auf dieses iiiteresiaute Ausstellungsobjekt aufmerksam. Der Kaiser aber lachte, schüttelte den Kops und — ging weiter." K r u p p hat also an- djeinenb noch immer d»n Monopoltrumpf in dec Hand. “"«.Mm bTfe Mädchen unb Hausarbeit um ^-'"b-r gesucht. ff -rwl. Aumeld,mgen können ;°g ^L..,,.ag o«g ’ijn?8’ zwischen '13 m b« Alice-Lchule 'M genommen werdi-n Privat- , ^.Unterricht 2{SS*r % setzsttinga^^ 4ei£>ev>'>öyjtnuJ’'aX^" MiO" ZW Schältler, .irh edell‘ Klarheit zu verschaffen. . In welcher Richtung sich drcse Schritte bewegt haben, wird man ja wohl bei der nächsten Kammertagung erfahren, die wahrscheinlich noch in diesem Monat zu erwarten ist. Inzwischen weichen die Rufer im Streit gegen das Ministerium teilweise bereits einen Schritt zurück. So lesen wir im „Darmst. Tags. Anz.": <>n der nationalliberalen Versammlung am 4. d. M. ist, wie wir uns nachträglich überzeugt haben, von einem Redner der Vorwurf der P fl i ch t v e r g e s s e n h e i t dem Ministerium allerdings gemacht worden; wir hören aber, daß dieser Ausd'uck vielen Teilnehmern der Versammlung entgangen ist. "n flodien ^rüb.S»°r ae2 sein Gut zurückkehrte, so krank, daß er aus dem Eoupee g e l r a g e u werden mußte. Jetzt lient er schwer leidend zu Bett. Frau v. Podbielski fürchtet, daß Monate vergehen können, ehe des Ministers Nerven sich wieder völlig beruhigt haben werden Heute hat er zum ersten mal auf eine Viertelstunde aus dem Bett gehoben werden können. Der Minister hegt nicht geringste Sehnsucht, wieder nach Berlin zurückzukehren. Wir zweifeln nicht daran. Wir bedauern es, daß ein solch schroffer Ausdruck gebraucht wurde, und fteben nicht an, zu erklären, daß dieser Ausdruck unserer Ansicht nach zu weit geht. Aber es darf auch andererseits eine solche Erklärung nicht zu scharf ausgenommen und auf die Goidwage gelegt werden, besonders aber dann nicht, wenn man die hochgradige Erregung über die Bestätigung des dzialdemokratlschen Scigc'rbnctcn in Betracht zieht. In einem Artikel der rechts-nat.-lib. „Offenb. Ztg." lesen wir heute: Wie eine Sturmflut nach der Windstille der künstlichen Zu- rückhaltung brauste nun die künstliche Entrüstung über alle, die es gewagt hatten, das Monopol der radikalen Liga tn Opposition zu machen, zu verletzen. Jetzt arbeiten sie um die Wette, selbst der sonst vornehm auftretenbe „Gießener Anzeiger" hat, wohl nur ungern, dem Frankfurter Marschbefehl Folge geleistet. , Wir danken für das freundliche Kompliment der Kollegin vom Main, glaubten aber bisher bessere Orientierung und klügeren Einblick bei ihr annchmen zu dürfen. „Frank- nrter Marschbefehle" haben, wie wir sehen, selbst in dem >er Eschenheimer Gasse doch nahe benachbarben Offenbach eine Zugkraft, wo vielmehr von Wormser Luft.mehr zu spüren ist, als sich mit wahrem Liberalismus vereinen läßt. Wir in Gießen aber tanzen nur nach eigenen FlöLentönen und wundern uns nur bislveilen über oas „Ministerium Mei “ft gesucht. re. für ' Hnbanm & . MS*®«' ten gejucht. Äeih. Die amtl. „Darmst. Ztg." teilt mit: Im Anschluß an unsere Nachricht von dem Gesuche ... Ministeriums um Enthebung vom Amte sind wir weiter mitzuteilen in der Sage, daß alsbald nach Mlehnung des Gesuchs die zunächst nötigen Schritte geschehen sind, um der Regierung über die Stellung der Zweiten Kammer der Äcmdstästde zu dem Ministerium die unerläßliche alt v-w Tie AutomobilkanonL Der Herausgeber des »PlutuS* schreibt in der neuen Nummer seiner Zeitschrift: Ich schilderte vor einiger Zeit hier ausführlich den Kampf, welchen der Geh. Baurat Heinrich Ehrhardt und seine Unternehmungen gegen das Kauoneumonopol der WeUsirma Krupp Zweites Blatt 150. Jahrgang Samstag 10. November 1906 Gießener Anzeiger imiidjes Lausmädcheu »rcr Kran gegen sehr ginin Lohn ich!. ClMinlageä f6741 Saubere# Dienstmädchen IL haushalt (2 Tarnen) ges. ' Äaünöo-//r. 28, II. r. Sonnemann" in Frankfurt, wie willkürlich unb sozusagen poradisch es sich über hessische Verhältnisse unterrichten läßt. Wir können unserer Offenbacher Kollegin unter dem Siegel strengster Verschwieaenhei.t versichern, daß uns der Worms-Darmstädter Entrüstungsrummel nebst der stanzen nicht abzuleugnenden Maulwurfsarbeit ebenso erbärmlich vorkommt, wie jetzt der langsame Darmstädter Rückzug. Tie Offenbacher Kollegin erinnert sich wohl unserer Stellungnahme im Falle Korell, in der wir uns wieder einmal nicht ihrer Zustimmung erfreuen dursten. Marschierte sie vielleicht damals nach Frankfurter Ordre? Sollten je von irgend woher Versuche gemacht werden, uns so etwas wie „Marschbefehle" zuteil werden zu lassen, so würden wir unsererseits mit entsprechender Handbewegung nscht miß- zuverstehende Marschbefehle erteilen. Des Berliner Krisenklatsches Ende. Die »Nordb. Allg. 3tg/ schreibt: »Gleichzeitig mit der gestern von uns veröffentlichten Zurückweisung der grün dl of en Gerüchte über eine sogenarnue Ent- lastung des Reichskanzlers ist in einem freisinnigen Blatte ein Artikel erschienen, in welchem der Krisenklatsch neu behandelt unb der Ehef deS Generalslabs, General v. M o l 1 k e, unter handgreiflich falschen Behauptungen über feine Person unb unter Wiederanfwarmung der längst als unwahr gekennzeichneten Anekdote aus dem »Simplizifsimus" als Nachfolger des F ü r st e n Bülow genannt wird. Man kann es nur au> das schärfste verurteilen, daß der Name eines Generals, ^ber als Soldat dem politischen Getriebe völlig fern steht, ohne den Schatten eines Grundes in tendenziöser Weise und m unbestimmten Wendungen als »kommender Mann" in den polililchen Tagesstreit gezogen wird. Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß die Gerüchte über den Chef des Generalstabs der Armee jeder tat- sächlichenGrundlageentbehren/ Diese Erklärung ist resolut und einwandfrei. Vermutlich flammt sie vom Fürsten Bülow selbst. Sie mißbilligt das Hineinziehen des Generals in den politischen Tagesstreit. Gleichwohl kann man der Regierung den Vorwurf nicht er- sparen, daß sie der Entstehung be§ .Krisenklatsches* nicht besser vorgebeugt hat. Den ganzen Sommer hindurch, mit den kolonialen Enthüllungen beginnend, dann zu Herrn v. Podbielski, zur Firma TippelSkirch und zur Firma Woermann übergehehend, schließlich beim Reichskanzler anlangend, waren die Erörterungen über die innere Krisis an dec Tagesordnung. Alles, was man von der Regierung erfuhr, war, daß zur gegebenen Zeit unumwundene Mitteilungen gegeben werden würden. Exuüttelungen, Erhebungen, Untersuchtingen wurden längst zum Abschluß gebracht, die Tippelskirch-, d-.e Podbielski-, die Putt kam er-Affäre u. s. w. sollen in jeder Beziehung vollständige Klärung gefunden haben, der unter dem Verdacht dec Bestechlichkeit verhaftete Major Fischer wurde, nachdem sich der Verdacht als unbegründet herauSgesiellt hatte, endlich aus dec Hast entlassen, die Fleischteuerung erregte allenthalben die Gemüter — ober immer noch mußte die Oeffentlichkeit au authentische Aeußerungen der Regierung toarten. Statt des „ReichSanzeigers* nahmen echte unb unechte Offiziöse das Wort, einer bementierte den andern, unb bas Wolff'sche Telegraphenbureau häufig alle beibe. Ist cs zu vecwunbern, daß in der schwülen Luft der Ungewißheit der politische Klatsch üppig gedieh? Fürst Bülow hätte weniger geheimnisvoll sein sollen, dann wäre die Politik freier von Unruhe unb Unmut geblieben. Auf eine telephonische Anfrage hielt bie B. Z. auS der Umgebung des LanbwirtschaftSchinisiers v. Podbielski die Nachricht, daß dieser bettlägerig sei und daß in seiner nächsten Umgebung von einer Genehmigung des Abschiedsgesuches noch nichts bekannt war. Die Deutsch. Tagesztg. erklärt ebenfalls, bestimmt zu wiffen, daß die Genehmigung des Abschiedsgesuches des LandwirtichastS- Ministers bisher noch nicht erfolgt ist. Auch die Kreuzzeitung bestätigt dies. Ueber das Befinden des Ministers wird aus Dalrnm folgendes mitgeteilt: Herr von Podbielski war, als er Ende der vorigen Woche auf -reich aus freien Stücken einige anderen Dertrags- ntächten, insbesondere Deutschland, erwünschte Zugeständnisse machen wird, die die französischen Alge- cirasvertreter zu erteilen nicht bevollmächtigt waren. Das Ministerium will durch einen Akt internationaler Höflichkeit bekunden, daß die fri ed l ich en Ver s ich erun g en des ministeriellen Programmes vollkommen ernst gemeint sind. Ueber die Natur der Zugeständnisse, noch über eine an bte Adresse Deutschlands zu richtende H ö f l i ch k e i t s- Lezeugung, welche als Nachklang der Mainzer Kundgebung Kaiser Wil hclms zu betrachten sein wird, hat sich der Parlamentarier nicht ausgesprochen. Er versicherte aber, daß diese Stimmung das Ministerium des Auswärtigen kennzeichne. — In der Deputierten!« m m e r sagte der Kultusminister Briand: Es sei notwendig, die Kirche zu überwachen, die den Unterricht und die Macht an sich reißen wollte. Die Kirche wolle n i e m a l s g e st a t t e n, daß jedermann die Freiheit genieße, für sich aber nehme sie die privilegierte Freiheit in Anspruch. Nach dem Jahr 1907 könnten die Kirchen Lurch ein Dekret ihrem Zweck entzogen werden. Nach den letzten Feststellungen wurden bei dem bei der Station Nogow von einer bewaffneten Bande auf einen Postzug ausgefäbrten Ueberfall 41000 Rubel Bargeld und 25000 Ru bel in Wertpapieren geraubt. Einige mit Gold gefüllte Säcke waren den Räubern entgangen. Verletzt wurden 17 Personen, getötet wurde eine Person. Kurz vor der Einfahrt des Zuges bemächtigte sich eine bewaffnete Bande von etwa 60 Mann der Station. Als der Zug hielt, wurden drei Bomben geworfen und gleichzeitig ein Gewehrfeuer auf den Wagen, in dem sich die Militärwache befand, eröffnet. Der Zug traf nachts um 2 Uhr in Warschau ein. Sämtliche Paffagiere wurden untersucht; zwei derselben wurden verhaftet. Bei dem Bombenanschläge in Tiflis wurden auch General Sewreinow, die Generalin Korganow und der Ingenieur Artasow verwundet. Letzterer ist gestorben. In Charkow währt seit 6 Tagen ein Hungerstreik, den mehr als hundert politische Gefangene konsequent durch» führen. Zwei von den Gefangenen, die man in der Bevölkerung als Märtyrer bezeichnet, sind schon verhungert. 7 liegen bewußtlos darnieder. In Charkow drang eine Anzahl Studierender gewaltsam in den Prüfungssaal des technologischen Instituts, um einen boykottierten Profeffor zu verdrängen. Das Institut wurde auf unbestimmte Zeit geschloffen. Aus Stadt und Land. Gießen, 10. Rov. 1906. •* Zur Geburt des Erbgroßherzogs. Das Be- finden I. K. H. der Großherzogin und ihres Sohnes ist andauernd sehr gut. Das letzte gestern mittag 1 Uhr ans- gegebene Bulletin lautet: Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin, sowie der Erb- großherzog befinden sich weiter wohl. Happel. Pfannenstiel. AuS Anlaß der Geburt des Erbgroßherzogs sind, wie die ,Dst. Zig." mitteilt, hunderte von Glückwunsch-Telegrammen beim Großherzoglichen Hof eingelaufen. Zu den ersten, die gratulierten, gehörte S. M. der DeutscheKaiser und die russischen Majestäten. Ferner liefen telegraphische Glückwünsche ein von Kaiser Franz Josef, von den Königen von England, von Dänemark, von Norwegen, von Sachsen, von Württemberg, vom Prinzregenten von Bayern, von den Großherzogen von Baden, Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz, Oldenburg und Sachsen-Weimar, von dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich von Preußen, von dem Fürsten von Montenegro und noch von vielen anderen deutschen und außerdeutschen fürstlichen Herrschaften. Ebenso ist die Zahl der Glückwunschtelegramme aus dem Großherzogtum sehr groß. Behörden, Stadtverwaltungen, Vereine und Private, alle fanden sich zusammen, um dem Elternpaare ihre aufrichtigsten und freudigsten Wünsche zu Füßen zu legen. Besonders groß war die Zahl der von hessischen Schulkindern einlaufenden Glückwünsche. Ihnen gilt auch der erste Dank des Großherzogspaares: Aus Anlast der glücklichen Geburt des Erbgroßherzogs haben zahlreiche Schüler, Schülerinnen, Schulen rind Schulklassen aus ollen Teilen des Landes Ihren Königlichen Hoheiten dem Groß- Herzog. und der Großherzogin Glückwünsche darqebracht. Ihre Königlichen Hoheiten habeir Sich über diesen Ausdruck treuer Anhänglichkeit und Ergebenheit der Heranwachsenden Irlgend des Landes aufrichtig gefreut und lassen allen für ihre treuen Wünsche herzlich danken. Darmstadt, 8. November 1906. Im Allerhöchsten Austrag: Römheld, Geh. Kabinettsrat. Wie aus dem ganzen Lande sind auch aus der Stadt Gießen zahlreiche Glückwünsche nach Darmstadt abgegangen. Außer den gestern mitgeteilten seien noch nachstehende verzeichnet : Auf die Glückwunschdepesche de? Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm, die als eine der ersten nach Darmstadt geschickt rourbe, traf folgende Antwort ein: Oberst v. Liudenau, Gießen. Flir die guten Wünsche, die Sie und Ihr Regiment uns zum Ausdruck gebracht haben, danke ich auch im Namen der Großherzogin wärmstens. Ernst Ludwig. Gestern abend fand im Ofsizierkasino eine Festversammlung der Vertreter der Beamtenschaft und der Garnison statt, die folgendes Glückwunschtelegramm an Se. Kgl. H. den Grnßherzoq sandte: E. K. H. und I. K. H. der Großherzogin gestatten sich die anläßlich der Geburt des Thronfolgers im Oisizierskasino festlich versammelten Vertreter der Behörden, Universität, Stadt und Garnison in tiefster Ehrfurcht und Liebe die aufrichtigsten Glückwünsche aller- untertänigst zu Füßen zu legen. Breidert. Bostroem. Emmelius. v. Lindenau. Von den hiesigen Vereinen sandte ferner Glückwunschtelegramme der Gießener Lehrerverein, dem folgender Dank zuteil wurde: Für die treuen Glückwünsche des Vereins sage ich herzlichen Dank. Ernst Lndwig. Der Kriegerkameradschaft Gießen ging auf ihren Glückwunsch folgender Tank zu: Besten Tank für die Glückwünsche. Ernst Ludwig. Die gleiche Antwort erhielt der Kriegerverein Gießen auf sein Gratulationstelegramm. Auch die Stamm tisch gesellschaft im Löwen sprach telegraphisch herzliche Glückwünsche aus, für die ihr ein freundliches Danktelegramm zuging. — Für das Promenaden ko nzert am Sonntag vormittags lV/2 Uhr in der Südanlage ist folgendes Programm vorgesehen: 1. Ouvertüre zur Operette „Flotte Burschen" von Supps; 2. Venus-Walzer von Lincke; 3. Fantasie aus der Oper „Der fliegende Holländer" von Wagner; 4. Armeemarsch Nr. 123. P.-M. d. V. G.-N. ** Aus dem Bureau des Stadttlseaters wird uns geschrieben: In der gestrigen Vorstellung des Schlafwagenkontrolleurs siel im letzten Akte durch ein Versehen des Vorhangziehers die Gardine etwas zu früh, sodaß die letzten Sätze, die die Erklärung bringen, abgeschnittcn wurden. Ein Teil des Publikums behielt deshalb nach Schluß noch Platz in Erwartung einer Fortsetzung, nahm übrigens, als das Mißverständnis klar wurde, das Intermezzo mit liebenswürdiger Heiterkeit aus. Daß ähnliches Mißgeschick übrigens nicht nur bei unfern sattsam bekannten primitiven Bühneneinrichtungen, sondern selbst an allerersten Theatern vorkommt, geht aus der Tatsache hervor, daß am Hoftheater in München im vergangenen September eine Vorstellung ganz ausfallen mußte, weil'— der eiserne Vorhang nicht in die Höhe ging. ** Der dritte öffentliche Vortrag der vom Kaufmännischen Verein und Ortsgewerbeverein sestgeleqten Reihe findet nächsten Montag in der Turnhalle nm Oswaldsaarten statt. Der Lokalwechsel war der Blumenaus- stetlung in Steins Garten wegen erforderlich. Das Programm handelt von der flüssigen 2 u f t. U. a. wird die Erzeugung flüssiger Lust vor den Augen des Publikums gezeigt. Von dem neu gefundenen Wnnderelemcnt Radium besitzt Dr. Schapire 25 Milligramm, die einen Wert von 3000 Mk. repräsentieren, und zeigt die Wirkung und die Verwendungsmöglichkeit des Elementes in der Medizin uswi n. Ulfa, 9. Nov. Gestern wurde unser neu erbautes Pfarrhaus eingeweiht. Um 2 Uhr versammelten sich die Vorstände der Gemeinde, Kirche und Schule, die hiesigen Vereine, sowie zahlreiche Gemeindemitglieder in dem Pfarrhofe, wo die Feier durch den gemeinsamen Choral: „Lobet den Herren" eingeleitet wurde. Als Vertreter der Baubehörde übergab Kreisstraßenmeister Fink die Schlüssel dem Geh. Regierungsrat Schönfeld von Schotten, der ihn Pfarrer Peters von hier überreichte, nachdem er in trefflichen Worten der Bedeutung der Feier gedacht. Nun hielt Dekan Münch von Schotten, der 17 Jahre lang in dem alten Pfarrhause gewohnt und als Seelsorger in unserer Gemeinde segensreich gewirkt hat, die tiefempsiindene ergreifende Weiherede, die ausklang in dem Gebete Salomos: Herr, laß deine Augen offen stehen über dies Haus Nacht und Tag! Nach dem Gesang des Liedes: „Danket dem Herrn" sagte Pfarrer Peters der Behörde, der Bauleitung, sowie allen, die bei dem Baue mitgewirkt, herzliche Dankesworte. Der Gesangverein „Germania" trug nun das Lied vor: „Laßt freudig fromme Lieder schallen", wonach man das neue Gebäude besichtigte und dann verschiedene photographische Aufnahmen zuließ. Die Nachfeier im Döll'schen Saale verlief in der anregendsten Weise; Toaste auf unseren Landesherrn, Geh. Regierungsrat Schönfeld, Dekan Münch, Geistlichen und Lehrer u. a. wechselten ab mit paffenden Liedervorträgen deS Gesangverein? und Konzertstücken der Musikkapelle — doch erreichte die Stimmung den Höhepunkt, als eben die Nachricht von der glücklichen Geburt eines Erbgroßherzogs hierher gelangte. Ein durch Geh. Regierungsrat Schönfeld auf das Großherzogliche hohe Haus ausgebrachtes Hoch fand begeisterten Wiederhall. Auf seine Anregung wurde sofort folgendes Telegramm abgesandt: Eurer Königlichen Hobeit, Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin gestattet sich zu der glücklichen Geburt unseres Prinzen ihre alle untertänigsten Glückwünsche darzubringen die heute zur Feier der Einweihuna des neuen Pfarrhauses zu Ulfa vereinte Festversammlung. Schönfeld/Geheimer Regieruugsrat. Heute ging hierauf vom Hofmarschallamt in Darmstadt nachstehende Antwort ein: Geh. Regierungsrat Schönkeld, lllia. Ihre Königs, ßobeifen lasten der Festversammlnng für die freundlichen Glückwünsche bestens danken. die Bekamüfung bc5 internationalen M ädch entzcu,ndelS, bfe mehrere Beamte nach bem Bahnbof Friedrichstraße entsandt^ Arbeiterbewegrrns» / Essen, 9. Nov. Heute nachmittag tagte die siebener'- Kommission gemeinschaftlich mit den Dorstanbem der Ber^» arbeiterverbände. Nach dem Referat des Abg. Sach'ie und nach kurzer Debatte wurde eine Entschließung angenommen, derzufolge die Entscheidung über die weitere Lohnbewegung b?n für den 21. November einzuberusenden Revierkonserenzen allere größeren Reviere übertragen wird. Die Organisationen sollen b?ic Zahlstellen verpflichten, schleunigst eine Lohustatistik der vb'N mm- bestens vom 1. Juli 1906 bis zum 31. Dezember 1906 forcKttö verdienten Löhne aufznstellen und den Vorständen^ bis Miltte Januar vorzulegen. Wegen des ablehnenden Bescheides beJS Oberbergamtes Dortmund in der Sperrsrage und um gegen das. Ueberschichtenwesen vorgeben zu können, soll eine Eingabe an p das Reichsparlament durch 'die Vorstände beschlossen und reichsgesetzliches Eingreifen verlangt werden. Wegen der Lebensmittelverteuerung soll an ,den Reichstag und die Reichs- regiernna eine Eingabe beschlossen werden, duhmgehend, daß der Reichstag und die Reichsregierung schleunigst Mittel und Wege beschreiten, um eine Verbilligung der Lebensmittel, besonders der Fleischpreise, herbeizuführen. Hamburg, 9. Nov. In einer heute abend abge*aftenen Versammlung der ausständigen Binnenschiffer w'., röe nach langer Debatte mit 107 gegen 9 Stimmen beschlossen, den Ausstand zu beenden und die Bedingungen der Vereinigten Clb- schissahrtsgesellschasten vorbehaltlich der Zustimmung der an den verschiedenen Elbeplatzen tagenden Versammlungen der Ausständigen anzunehmen. Altenburg, 9. Nov. Die Werk Verwaltungen des Meuselwitzer Kohlenreviers lehnten die erneuten Forderungen der Bergarbeiter wegen der bis zum nächsten Jahre laufenden Mschlüffe ab, stellten aber für später freiwillige Lohnerhöhungen in Slussicht. Greiz, 9. 9tob. Der Arbeitgeberverband der sächsisch-thüringischen Webereien beschlo.fi, in allen Betrieben des sächsisch-thür. Verbandes eine Lohnerhöhung von 5 Prozent eintreten zu lassen. Mait hofft bannt eine bevorstehende Lohnbewegung und einen etwaigen Aus st and verhinbertzu haben. Iw Betracht kommen 243 Betriebe mit 20 000 Arbeitern. GerichtssaaL. ffc.) Frankfurt a. M., 9. Nov. Wegen Vergehens gegen! das Nahrungsmittelgesetz wurde von der hiesigen Strafkammer der Mehgermeister Heinrich Strauß zu einer Gefängnisstrafe von 2 Wochen verurteilt. Er hatte bent Hackfleisch Präservefalz zugefugt, bas nach dem Gutachten bes Kreisassistenzarztes Dr. Fromm gesnnbheitsschadlich ist, weil durch bas schweselsaure Natron, bas in bem Präservesalz enthalten sei, bie Magen- unb Darmschleimhäute entzündet würben. Ein Kvn- servierungsmittel sei bas Salz keineswegs, es erzeuge nur eine rote Farbe beim Fleisch, selbst wenn cs vollstänbig verdorben sri; es sei also nur ein Täuschungsmittel. H a m bürg, 9. Nov. In dein Prozeß der Verekuigteir Elbschifffahrtsgesellschaften gegen diejenigen Bootsleute, die kürzlich die Nachtarbeit verweigerten, um eine Versammlung zu besuchen, wegen Kontraktbruches (bie Bootsleute haben bekanntlich Gegenklagen ans Entschädigung wegen zu Unrecht erfolgter Entlassung angestrengt) sand beute vor dem Amtsgericht der Termin statt, zu dem 14 Zeugen geladen waren, durch deren Vernehmung festaestellt werden soll, ob die Beklagten in kategorischer Weise zur Arbeit ausgefordert worden sind. Auf Befragen der Vertreter beider Parteien dnrch den Amtsrichter erklärten diese, daß ein Vergleich völlig ausgeschlossen fei, da es sich für beide Parteien um eine Klarlegung prinzipieller Fragen handle. Märkte. Gießen, 10. Nov. Marktb eri cht. Auf heutigem Wochenmcn kte kosteten: Butter pr. Pfd. 1.15—1.25 Mk., Hühnereier 1 St. 8—10 Vw., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 0 Pkg„ Käse vr. Stck. 6—8 Pf.,' Kasematte 2 Stck. 5-6 Pfg., Erbsen v. Pkd. 18-24Pfg., Linken p. Pfd.25-40Pkg., Tauben vr.Pr.0,80 —1.00Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gnnfe nr. P?d. 65—70 Pfg., Ochkensteisch vr. Pkd. 82—88 Pfg., Kuh- nnd Rindfleisch vr. Pfund 80—82 Pfg., Schweinefleisch vr. Pfund 90—100 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pkuud 104 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 84—90 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Pfg. Welsche per' Psimd —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—7,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 4,00—5,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepkel per Zentner 15 bis 24 Mk., in Körben 00 Pkd., Nüsse 100 Stück 30—40 Pfg., Birnen ver Pkd. Mk. 0.10 —0.15, ver Ztr. 9—15 Mk., Weißkraut per Stück 8—12 Pfg., per Zentner Mk. 2.20—2.50. — Marktzeit 8—2 Uhr. M ü n ch en, 9. Nov. In sämtlichen Regierungsbezirken Bayerns ist die Schweineseuche (Schweinepest) konstatiert worden. vermischtes. • Die Sektion der Leiche der Fran Medizinalrat “ ' Molitor in Baden-Baden hat ergeben, daß der Schuß Zur Form und Jmbalt aller unter dicier Rubrik steheudeu Artikyl „ ov, . . re. 12t. r t c t übernimmt die Redaktw''- dem Vubl'cum gegenüber fentertet kaum einen Meter hinter der Erschoßenen abgegeben morden Verantwortung) ist, unterhalb de§ Schulterblattes eindrang und mitten durch Anfrage an den Bürgerverein. da? Herz ging, dieses zerriß und an der Bauchwand wieder Findet sich der Vereinsvorstand nicht veranlaßt, zn dem kür austrat. — In Washington erregte die Kunde von dem unsere ftädischen Interessen so wichtigen Vrojeckt der Errichtung oy, < r z. \ o <-v , r- < ov, Ä s. , ,, . , einer Vrllen-Kolonie auf dem Nahrnngsberg Stellung zu Morde be anderes Intereße und Nieniand glaiibt dort an ne$incn, ^umn( Einspruchskrist am 22. November abläust? daS ungeheure Verbrechen des in London verhafteten Rechts- Eine sachgemäße Besprechung dieses so vielfache Harten gegen- anwaltes Hau. Karl Hau, der Sohn eines früheren ZentrumsmitgliedeS des deutschen Reichstags, studierte seit 1900 in Washington. Er war später dort an der Universität HilfS-Professor deS römischen Rechts und erfreute sich dort allgemeiner Beliebtheit. • Ueber ein unerhörtes Vorkommnis, daS in mancher Beziehung an Köpenick erinnert, berichten die „M. N. 91.A Ein Lazaretgehilfe beim BczirkSkomando München ließ sich schwereSchwindeleien zu Schulden kommen und befahl den Leuten, welche eine Stellimg als Kasernen-Verwalter wünschten, daß nicht nur sie, sondern auch ihre Frau und sonstige weibliche Angehörige einer genauen militär-ärztlichen Untersuchung sich unterwerfen müßten. Die Frauen mußten sich vollständig entkleiden unb würben bann einzeln in einen Unter- suchungSranm geführt, wo ihnen der mit der Uniform eines Oberstabsarztes bekleidete Lazaretgehilfe befahl, sich auf einen Divan hinzulegen und sich untersuchen zu lasten. Schließlich wurde die Sache angezeigt und der Lazaretgehilfe Schulze verhaftet. Die Vernehmung her Zeugen ist erfolgt. Die militärgerichtliche Verhandlung wird demnächst stattfinden. Es soll noch eine Reihe ähnlicher Vorfälle vorgekommen sein. * Kleine Tageschronik. Gestern ist der Rechts- anwalt von.Harlessen in Alfeld, einer de" renommiertesten Rechtsanwälte in der Provinz Hannover, auf Antrag der Staatsanwaltschaft verhaftet worden wegen jahrelanger Urkundenfälschungen und Depot-Unterschlagungen von enormer H ö h e. — In Berlin wurde auf dem Bahnhof Friedrichstraße der Bordellwirt K^arl Brennicke aus Mährisch- Ostrau festgenommen, der mit zwei Mädchen, aus feiner Heimat nach Lübeck durchreisen wollte. Mitreisende entnahmen auf der Fahrt von Ostrau nach Berlin aus den Gesprächen, die Brennicke mit seinen Begleiterinnen führte, daß er diese nach Lübeck in ein Bordell bringen wolle. Se benachrichtigt«!, die Dolizsi für über althergebrachten Grundbesitz euthaltenden Plaue?, durkle zur eingehenderen Delebruna unserer Stadtverordneten beitragen und von entscheidendem Einfluß auf ihre?lbstimmung sein. > > ' । ।. ■ । ■ । Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitceteilt von der Bank für Handel und Industrie G'essen. Frnnkfnrter Börse Reichsanleihe . . 97.80 3% do. . . 86.25 3M°/0 Konsols . ; . . 97.80 3% do 86 25 3%°/0 Hessen .... 97.00 3^°/n Oherbessen . . . —.— 4 °o Oesterr. Goldrente. . 99.30 4*/$ 6» Oesterr. Silberrente 100.10 4 Un-rar. Goldrente . . 95.20 4% Italien. Rente . . . 103.10 3°L Portmriesen Serie I . 69.05 3% Portueiesen „ III 69.40 4>50/o russ.Staatsanl. 1905 88.60 4 „japan. Staatsanleihe 92.40 1 % Conv. Türken von 1903 93.50 Türken lose .... . . 147.00 4% Griech. Monopol-Aul. 52.40 4% äussere Argentinier . 88.30 3°/„ Mexikaner . . . 67.40 4>s0/0 Chinesen .... 95.95 Aktien: Bochum Guss 231.20 Buderus E. W . ... 123.40 Tendenz : schwach. Berliner Börse, 10. Canada E. B 176.40 Darmstädter Bank . . . 137.50 Deutsche Bank .... — Dortmunder-Union C. . . 80 50 Dresdner Bank .... —.— Tendenz: lustlos. 10. November, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 140.00 Elektriz. Schlickert . . . 124.20 Eschweiler Bergwerk . . 238 00 Gelsenkirchen Bergwerk . 222.00 Hambnr"- Amerik. Paketf. 155.10 Harpen er Bergwerk. . . 212 30 Larrahütte 243.00 Nordd. Lloyd 125.30 Oboischles. Eisen-Industrie 124 60 Berliner Handelsees . . 169.00 Darmstädter Bank . . . 137 50 Deutsche Bank . . . 237.80 Deutsch-Asiat Bank . . 168.50 Diskonto-Kormnandit. . . 181.30 Dresdner Bank . . . 154.80 Kreditaktien . . . . . 211.40 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . 119.80 Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 33 80 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.70 Prince-Henri-Eisenbahu . 147.50 November. Anfangskurse. Harpen er Bergwerk. . . 211.30 Lanrahütte ... 241.00 l ombardeu E. B. ... 33.60 Nordd. Lloyd 125.19 Türkenlose ..... 146<80 5 iiffienft'(|ent MenmmHe "ifjnereier 1 St. ., (Jnkneift 0 $so... W ,.E^env.Vd.MM., iß-lW^t,^'WPY.St. 1,80 <. 6nten vr. end Na„ CAienW "r- ÜM«». ®*S ■J Kartoffel» vr- 1« E vrr Jttt 94 <, in Körben ; p;r r-'d. Mk.o.iü -o.i!>, b 8-12 Plg, pev Bent»« h5x,n Reaienin^b^irken b, ; Ä*»>:: ■«jrtw* ■;. • •* ’ ' , Luhmeyer - - joj.SO ektrjr Schnckert . • j^OO eklf1" . nerniverk • ' 92-2.00 (•h«’el'er. / inilO 280 Bewert • ’ U«° lTPtHer , . ' ' 19530 irrah^6\ . - •.’ 19460 3C,*dl H'andeh?63 ' , ]37 oJ -rl’nelX B»»k 1 * 237-% «r>“J# . ' .163- entsch® ßank • j81% eTlt*C»”\oWn1ftIldlt ' . 154 ir»tdne*. . • reditokt,enaDd Ohio- jjj.80 ä ■,:.;;; ■ >riD®<'Hey fest !äsKs teis. ÜS& 5:-a>4»* feS**« fp.hßÄJSfc . Buihmihun» ^.Verwaltungen des ™ erneuten Ä??. ^ber bis zum M al? DegenVergebens« rLc von der hiesigen Straf-' Strauß z» einer Ge- verurteilt. 5t hatte bent ’ N"5 bcm Gutachten be5 heitSübädliK ist, weil burä Dräserveial; enthalten sei, t'-undet würden. Ein Avn- wc;s. es erzeuge nut eine 3 vollständig verdorben fei; Protest der Vereinizi' t gegen diejenigen B o o^ it verweigerten, rat Kontraktbruches Oie len ani Entschädigung wM ittennl) land beute vor dem 114 Zeugen geladen rcaten, erben ioll, ob die Zeklaglen geiordert worden liii). Aus 1 durch den ülmtsrichler er- ölliq ausgeschloiien >int Klarlegung prinzipieller 0a38&sa®iBiBg Lollar den 9. November 1906 Frau J. Feller Wilhelm Feller, Leutnant im Regt. 112 Lina Feller Gtti Feller Pfarrer Klahr und Frau geb. Feller Fritz Grau und Frau geb. Feller Oberförster Scheel und Frau geb. Feller an unserm die an der sagen wir Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme herben Verlust, sowie für die zahlreichen Blumenspenden, Bahre unseres teueren Verblichenen niedergelegt wurden, unseren aufrichtigen Dank. ■. r< • ch' 4' B 1 II M" Sgg^a —,i ■........ 'H ...... ’ '5? n ö> O Ee sreiTre rira'm. 'Ste gSKen cre 7?r®itremrfrgiiftg Ifn^forkiiehe =— ES sind zn bermieten: 1 Wohnung von 7 Zimmern, 2 Wohnungen von 6 Zmnnern, Wobnungeu von 5 Zmnnern, 4 Wohnungen von 4 Z'nnneru, Wolmungeu von 3 Zimmern, 3 Wohnungen von 2 Zimmern, umnöblierte und 2 möblierte Zimmer, 1 Werkstatt. _10 lt Zn mieten gebucht: “ I 88 Wohnungerr von 1—7 Zimm.ern. Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und nvar für eine Wohnung mit einem Mrlichen Mietwert bis 300 Mk. einschliesjlich 0,20 Dik., von mehr als 300 bis 500 Nik. em- schlicstlich 0,50 Alk., und von mehr als 500 Wik. 1,00 Mk.: außerdem ist für scde Wohnungsanmeldung 1,00 Alk. au hinterlegen. Für die Wohnungssuchenden erfolgt dre Vermittelung un- 1____________ ______ Mdtislhcr Sßofrnunginaifrnieis Wm toartenilrafee 2, Zimmer Nr. 2. (Gefchäftsstunden von 8—1 und von 8 6 uhr.) bestätigung. Köln, 10. Nov. Die „Köln. Ztg." beschäftigt sich an leitender Stelle mit dem Rücktritt VodbielskiS und erklärt: Obgleich die amtliche Bestätigung vom Rücktritt des Ministers noch nicht vorliegt, wird doch allgemein angenommen, daß der Minister sein Abschiedsgesuch in den allerletzten Tagen erneuert habe und daß seine Gknefrmigung mit Sicherheit au erwarten sei. Es sei Tatsache, dafi der Minister gesundheitlich sehr schlecht strye und daß er, der sich bisher mit aller seiner Energie an s e i n D o r t e f e u i l l e klammerte, zu der Ansicht gefommen ist, das; sein Gesundheitszustand ihm nickst gestatte, dem e-turm zu trotzen, auf den er sich im Reichst und Landtage gefasst machen müsste. Das Blatt gibt der Erwartung Ausdruck, datz ein neuer Minister berufen werde, der feine Ausgabe nicht einzig und allein inrücksichtsloserWa fr rungeinseitig er agrarischer Interessen sicht. Der Nachfolger dürste aus der Reihe der ausgesprochenen Agrarier entnommen werden, indessen sei zu hoffen, dan er nicht gegenüber bestimmten wirtschaftlichen und politischen Not- wendigkesten mit gleicher Blindheit geschlagen fein werde, wie Podbielski. Paris, 10. Nov. Ein Diebstahl ist im Louvre- Museum fest gestellt worden. Das gestohlene Objekt ift eine archäologisch interessante *vraucn=Stctne. eine gr'.chisch-phönizische Arbeit, die kürzlich in Spanien gefunden toittbe. Paris, 10. Nov. Der sozialistische Führer Goinsky beging Selbstmord. Budapest, 10. Nov. Ter bekannte Maler Ladislaus K i m n a ch ist plötzlich gestorben. Warschau, 10. Nov. In der Jekaterinowitzerür'aße wurde der Direktor der Dessau"r Gasgesetlschaft, Welle, >und sein Kutscher erschossen. Die Syuodal-Eutfcheidnug gegen KöreU. (Drahtbericht des Sieß. Anz.) R. B. Darmstadt, 10. Nov. Die LantzeSstmode beerrdigte heute vormittag dre Be- tahinq üker den Fall Korell. Alsdann trat eine Pause ein, während der sich das PrWdmm zur Ueb^reichung der kslückwunschadresse zu S. K. H-bcm.Großherz g beaab. Nach der Wiedereröffnung der Atzung ^llte der stellvertr. Vorsitzende Brandt- Mmnz mit datz der (frofr her-og über den Glückwunsch der Synode sehr crfr.utge- weseu sei und allen Synodalen seinen 2,an! aussprechen Iaffe'aiS6aIb ersol-ite die Abstimmung über den Fall Korell zunächst über folgenden, von den Synodalen Dinaeldev Köhler Jaudt, D. Trews, Dornsei.f, Hoffmann, W, v' Schlosset und Schaub gestellten Antrag. Tir Synodc wolle erklären, daß fie dem Pfarrer Korell vom Großb. Obrrkonstslorinm zur Last gel«-gte UaterlasilMg emer o^nen Erklärung flcflcn ten sozialdemokratckchen Kandldaten vor der Cndjroat) Innen Anlaß zu einer TiSziplinierung KorellS g boten Dieser Eintrag wurde mit 4o gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt. . . „ Hierauf wurde der Antrag Wahl - Borgt (desien Wortlaut am Schluß über die gestrige Synodalichung un heutigen Blatt mitgeteilt wurde) mit 46 gegen 8 Stimmen (aus den Reihen der Befürworter des ersterwähnten Antrags) nitflcnomm en. _ Dio nach- Ä flpnjn sind Sonntns. «len 11..Nov. von stehenden 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts sicher anzntreffon. |Dl0/u ÖT. Ploch, Asterwe? 34. - l>r. Schliephake, Goethestr. 44. F. Wagner, Westanlage 51. entgeltlich. ...... Bekanntmachung. Heute wurde der Bürgermeister Heinrich Schiel der Vierte von Langsdorf als Vorsteher des dortigen Ortsgerichts, sowie als Standesbeamter daselbst eidlich verpflichtet. Lich, den 8. Nov. 1906. B,0M ________Großherzogliches Amtsgericht. ArbeitsvcrgebmrA. Nachstehende Arbeiten und Lieferungen sollen im Submissionswege vergeben werden: 1. Erdarbeiten, Transportieren von etwa 850 cbm Grund zur Auffüllung einer neuen Straße. 2. Liefern von 300 cbm Unterhaltungssteinen, Kleinschlag, zur Eindeckung verschiedener Wege. Angebote hierauf, auf jede Abteilung getrennt, sowie das Liefern der Unterhaltunbssteine in Losen zu 50 cbm oder auch zusammen, sind bis zum 17tcn ds. Mts., mittags 1 Uhr bei der unterzeichneten Bürgermeisterei verschlossen und mit entsprechender Aufschrift einzureichen, woselbst auch Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen. Großen-Buseck, den 9. Nov. 1906. ‘6<6a Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Buseck. Schwalb. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Dors-Gill für das Rechnungsjahr 1907 liegt vom 12. d. Mts. an 8 Tage lang. auf dem Bi'lrgermeifterei-Bureau zur Einsicht der Jnteresienten offen. Dorf-Gill, den 9. November 1906. Grotzherzooliche Bürgermeisterei Torf-Gill. ________ Knbl._________'_______________6750 Mmdermrg der -Ltatimtsbezeichnung 'Altenstadt a. i». Md der. Die an der Bahnstrecke Stockheim (Oberhefsen)-Heldenbergen- Windecken gelegene Station Alteristadt a. d. Nidder erhält die Be- z tchnung „Altenstadt (Hessen)". _10/ Frankfurt cu M., den 6. November 1906. . D /u 5königliche Eistnbahndirektwn. 13 te““ Sein« Stahlt empfiehlt au billigen Preifen empfiehlt VHIKvIm Zimmer Karl Sier, Lammstr. 46 Bäckermeister, Löwengafte 27. IZr'beitsvergelrnng. Die nachstehenden bei der Erbauung der Badehauser IX und X vorkommenden Arbeiten werden hiermit auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 zur Vergebung öffentlich ausgeschrieben: 1. Betonarbciten. Los I: 1650 qm Ellenbetondecken, 450 qm Monierwände, 320 qm Rabitzgewolbe re. Los II: 1800 qm Eisenbeton, 400 qm Monierwände, 260 qm Ra- bitzgewölbe re. 2. Zimmerarbeiten. Los I: 85 cbm Tannenholz zu liefern, 1700 m Holz zu bearbeiten, etwa 65 lfd. m Hauptgesims, 130 qm Tachschalung, ferner kleinere Gesimse, Gauben u. a. m. Los II: 290 cbm Tannenholz z» liefern, 14500 m Holz zu bearbeiten ferner Gesimse, Dachgauben, Dachraiter u.a.m. Los lll: 3UU cbm Tannenholz zu liefern, 15000 m Holz zu bearbeiten, sonst wie Los II 3. Eijcnlkcferung. Los I: 24700 Irx Profileisen zu liefern. Los II: 38000 kx wie vor. 4. Dach- dcckerarbeiten. Los I: 450 qm Ziegeldcckung (Kronendach) mit Nebenarbeiten. Los II: 2900 qm Dachdeckung n)ie vor. Los HI: 2400 qrn wie vor. 5. Hlrobschloffer- arbeit. Los I: 3400 k" vernietete Stützen, 1700 kg Kleineisenzeug, 6000 kg Träger zu bearbeiten. Los II: 3100 kg vernietete Stützen, 1700 kg Kleineisenzeug. 6 Spcnglciarbeiten. Los I: 480 m Ninnen aus Kupfer, 65 m dcsgl. in Zink, 210 m Abfallrohre in Kupfer, 35 m in Zink u. a. in., ferner 3 Dachreiter in Kupfer Los II: 325 m Rinnen in Kupfer, 90 m desgl. in Zink, 180 m Abfallrohre in Kupfer, 30 m dcsgl. in Zink, sonst wie Los I. 7. Blitzableiteranlage. Los I: 5 Auffangstangen, 25 Spitzen, 400 m Leitungsdraht re. Los II: 4 Äuffangstangen, 24 Spitzen, 350 m Leitungsdraht re. 8. Weisjbinderarbeit. LosI: 500 m Gesimse zu streichen. Los II: 550 m wie vor. Zeichnungen, Bedingungen und sonstige Unterlagen sind auf unserm Amt zur Einsicht aufgelegt. Angebotsvordrucke werden zum Selbstkostenpreis (soweit der Vorrat reicht) abgegeben. Zeichnungen können nicht verschickt werden, ausgenommen diefenigen für die Betonarbeiten. Tie Angebote sind verschlossen, porto- und bestellgeldfrei und mit der Auffchrift „Verdingung Badehaus IX urid X Angebot aus . . . Los ..." an die unterzeichnete Behörde bis spätestens Dienstag, den 3. Dez., vormittags 11 Uhr einzureicheu. Eröffnung der Angebote erfolgt zur selben Zeit in Anwesenheit etwa erschienener Bewerber. . Zuschlagsfrist 4 Wochen, für die Eifenlieserung 8 Tage. Der Zuschlag soll möglichst nach Losen getrennt, kann aber auch auf mehrere Lose eines Gewerkes erteilt werden. Bad-Nauheim, 10. November 1906. Großh. Baubehörde für dw Neubauten in Bad-Nauheim. Welmmtnmchrmg. Der Voranschlag der Gemeinde WeiterSfraiu für das Rcchiumgsjaln- 1907 liegt vom 13. d. Mts. an 8 -tage lang auf dem Bürgermeisterei-Birreau zur Einficbt der Interessenten offen. Weitershain, den 9. November 1906. Großberzogliche Bürgermeisterei Weitershain. ______ Sann. 6751 Geschäfts-Empfehlung. Einer verehrl. Einwohnerschaft von Gießen empfehle meine Brot- und Feinbäckerei Gießener Wetterdienst. ~ VoranSsschtlichc Witterung für Hessen am Sonntag, bett 11. November: Meist trüb. Geringer Regen. Stolt. Mäßige troto« liebe Winde. Marke „NWsllLf" feinste Z Pfp. Zigarre! empfiehlt G. C. Volk, Grünber^erstrasse 4. 6503 Reichhaltiges Lager erstklassiger Fabrikate in jeder Preislage. Direkter Bcrfnnd meiner weltberühmten Lindener Sammete. Hochelegante Libur,Tnmmr-ft glatt, gerippt, gestreift. Nuzer- haltbare »■llCIUft"wlinilllllt r reifib. stir Knaben und Mädchen. EutzückcudcBlusen-Tammclc.Cicbärn.Sc'iden-Jackett-Plüfchc. Muster fr. bin u. fier. Sammetbaos Louis Schm.dl. li. K. Host., Hannover 323. Br-ehms-Äbendi 6769 6761 v10/. 6. Grosses Lager 5964 | 2 flute Geigen btlltq zu ver- taufen. ferner wird grr'mdlicher Biotin-Üuterricht erteilt. (08189 08388] Vetzberg. Näheres bei Julins Buch. Der Borstand. V10/h1 nnhnOF zu kaufen gesucht. AULLUVL G. Koppen 08397 Walltorstraße 46 ausgeführt C16/!1 von Mitgliedern der Giessener Regiments-Musik. Novität! Novität! 1. D10/. O MMIM WWWM 2. 3. 3. 4. Direktion Hermann Stelngoetter Sonntag, den 11. November 6. Sonntags-Abonn.-Vorstellnng Kirchstr. 2 Tel. 466 Grösste Auswahl in Bildern Stet’ das Neueste am Lager Bildereinrahmungen geschmackvoll und preiswert Vergolderei Spezialität: Echt vergoldete Gemälderahmen, Neuvergolden von Bilder- und Spiegelrahmen Spiegel, Spiegelgläser Hundekuchen in Original-Packung empfiehlt Gustav Walter 1 Mäusburg 13. Telephon 386. a) In Waldeseinsamkeit op. 85 No. 6. b) Sapphische Ode op. 94 No. 4. o) Ständchen op. 106 No. 1 „Nänle“ für Chor und Orchester. Lieder am Klavier: Versteigerung. Dienstag, den 13. d. M., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier, gegen Barzahlung 1. 21 eichene Bahlen 2. 1 Dampfmaschine, 11 Kipp- wagen, 1 Pianino, 2 Nähmaschinen u. verseh. Möbel. Die Versteigerung zu 1 findet bestimmt statt. 6766 Born, Gerichtsvollzieher. Tage-.Ordnung: Wasserleitung, Verhalten des OrtSvorstandeS auf frühere Eingabe des Bürgervereins, Schulbau.Angelegenheiten, Straßen-Verhälmiffe und Straßen-Beleuchtung. Der Vorstand. Wuchst. LckrnkMkr auf dem Weg Gießen—Krofdorf verloren. Abzugeben gegen Belohnung bei 08374 Hoflohnkutscher Huhn Bürger-Verein Waeseck. SamStag, den 17. November 1606, abends 71/, Nhr in der Wirtschaft zur Germania General-Versammlung. GeseBlsc-haift Tw^n-Club Sonntag, den 11. November abends 8 Uhr FWilimöeuh l O bei Mitglied Wigandt. SeUche'Nrochlgtt- Postkarten l«7„ I00^L5Nachn.D.6rödsl,kr»nks. a.M. Niesenartilel im ganzen Hessenland. 2 troohre liniier auch zur Zucht geeignet, find zu verkaufen bei Ludwig Reh III Auuf gram Sonntag, den 11. November 1606, von nachmittags 5 Uhr ab Grosses Tanzvergnügen bei gut besetzter Streichmusik. Gleichzeitig empfehle ff. Bier sowie gute kalte und warme Speisen. 08377 E« ladet freundlichst ein Fr. Th. Reinarts, Grünberger Str. 47 Nadler-Verein „Diana" Sonntag den 11. November Ausflug nach Kleiu-Lindett zum Bern- hardtshäuser Hof. 08382 Es ladet freundlichst ein Der Vorstand. Badeofen zu verkaufen. 66791 Neuen Bätie 21, Kontor. Oer Helfer Schauspiel in 4 Auszügen von Felix Philippi Montag, den 12. November S.Volks-Vorstellung Graf Essex. Trauerspiel in 5 Akten von Heinrich Laube. Carl Ludwig Leib Kunsthandlung Vergolderei, Bildereinrahmungsgeschäft ein neuerbaut. 5-ZtmmerhauS mit Garten, der Neuzeit entsprechend eingerichtet, 6°/0 Rente abwerfend, wegzugshalber unter d. günst. Beding, soi. z. verkaufen. Schristl. Anfragen unter 08198 an d. Gießener Anzeiger erbeten. I. Lokal Militär-Brieftauben Mitwirkende: Dirigent: Herr Universitäts-Musikdirektor G. Trautmann. ' Solisten: Fräulein Agnes Leydecker. Chor: Der Akademische Gesangverein. Orchester: Das Vereinsorchester, Kapelle des luf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Grossh. Hess.) No. 116, verstärkt durch auswärtige Kräfte. Programm: 1. Gesang der Parzen für mehrstimmigen Chor und Orchester op. 89. 2. Lieder am Klavier: a) ,Bitteres zu sagen, denkst Du* op. 32 No. 7. b) „Wehe, so willst Dn mich wieder, hemmende Fessel, umfangen“ op. 32 No. 5. o) „Immer leiser wird mein Schlummer“ op. 105 No. 2. d) Sandmännchen (Volkslied). Schicksals!led für Chor und Orchester op. 54. Bäckerverein Frühauf Sonntag, den 11. November, nachmittags 4 Uhr: w- nach dem Windhof -w wozu freundlichst emladet (v10/^) Der Vorstand. Giessener Konzert-Verein. Zweites Konzert Zweiter Chor-Abend in der Turnhalle, Sieinstrnsse 3 am Sonntag, dem 18. November 1906, abends 5t/t Uhr präsise. Hauptprobe am Samstag, dem 17. November 1906, abends 51/* Uhr präzise. Schöner, grüner, sprechender IPa^sges 1 billig zu verk. Bahnhofstr. 20, II. öfix* erteilt Unterricht im Ent- werfen von Buchschnitt und Buchdekoration. Offerten unter B. 8. mit Honoraraugabe an die Geschästsst.d. Gieß.Anz.erb. 08386 Lony’s Bierkeller Sonntag, de« 11. November 1906: Grosse Tanzmusik Es ladet ergeben ft ein (08373)Ludwig Wrsgner. Muffe, Holliers, Kindergarnituren etc von den billigste« bis zu den feinste« empfiehlt zu enorm billigen Preisen Je Kaan jrag Kreuz 10 VinMfhkürfpn L Platz Mk- 4—. n. Platz Mk. 3.50, ni. Platz Mk. 2.50, nnnummeriert Mk. 2,—, £111111 lllondllull Studentenkarten Mk. 1.— sind in der Musikalienhandlung des Herrn Ernst Challier (Rudolphs Nacht.), für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Ritter und abends an der Kasse *u haben. — Zur Hauptprobe Mk. 1.50. Für Abonnenten im Vorverkauf Mk. 1.—, Schülerkarten 50 Pfg. Oeffnung des Saales 4l/9 Uhr. Gültigkeit haben blaue, rote und rot-weisse Karten, ungültig sind gelbe Karten. Das dritte Konzert (Erster Solisten-Abend) findet am 2 Dezember statt. Elsa Ruegger (Cello). Florence Bassermann (Klavier). des Brieftaisben-SClub Giessen im Saale zur „Stadt Marburg" am 17. und 18. November 1906 verbunden mit großem IW Preisschietzen Eröstnng: »mÄG itn 1?. Stomta, uchi«. 2 llljr nach der Prämiierung ffinfrifffinrrifi fftr bie derson Samstag 80 Pffl., Sonntag 20 Pffl. VliilllllJpiUJ Kinder unter 10 Jahren in Begleitung erwachsener Personen haben freien Gintritt. lVn7 Samstag, 8 D\ 17. November |----* abends 81 /, Uhr »I pünktlich AlieiihNttthilliüH im Cafs Leib. Wegen Eintrittskarten zur Ein- sührtlng von Gästen bittet man sich baldmöglichst an den 2. Vorsitzenden — Hosmannstraße 8 — zu wenden. !?' ly Gasthof zur Linde in Lollar Sonntag den 11. November Abend - Konzert Trau empfiehlt sich im Kleider- fflUtt niachen in und außer dem Hause. Marktplatz 20. [08319 Fahnen, hv»/,w (A)örbc u. Stühle werd, schnell v* u. bitt, geflochten. I. Glöckle SelterSw.81 vorm.Parthier. Dem Jubelpaare auf y der Heuchelheimer Mühle ' Hermann Gräber ' u. Frau zu der am 11. November stattfindenden Silbernen Hochzeit unsere herzlichsten Glück- u. Segenswünsche. Die Freunde 08401 und Stammgäste. Montag, den 12. d.M., abdS. bei Kamerad Becker. DaS Kommando. Sektion Giessen D. &. Vs. A.-V. Abfahrt Sonntag 8 Uhr 18 Mitt. Schüfenberer Tal Sonntag, den 11. November 1606 08355 Tanzvergnügen °°*U Nutrstt^frei1!nlQbet lob. van gen Hassend. Mädnhpn empfiehlt sich im IMUUMCli Waschenu.Putzen, nimmt auch Aushilfe an. 08387 Zu erfr. Eichgärten 37 „Stadt Marburg“ Sonntag, den 11. November von 5 Uhr ab Tanzvergnügen i Tanzen frei — Glas Bier 10 Pfg. ES ladet ergebenst ein FpbIz Kremer. Anfang präzis 7,9 Uhr. Achtung! Alls still SUiftt Mkiih! Sonntag, den 11. November: Groste 08384 Tan^-Ilufik Eintritt frei. Gottfried Abel, Grünberger Str. Banerschcr Gesangverein. Sonntag, den 11. Novenlber, nachmittags 4 Uhr Ausflug nach der „Karlsruhe" verbunden mit Gesang und Tanz. WueS 1-fMlllttljlllls mit Verblendstein erbaut, in guter Lage, sehr gut für ein Geschäftshaus geeignet, in dem sich ein Laden brechen läßt, bei geringer Anzahlung unter günstigsten Bedingungen sofort billig zu verk. Schristl. Anfragen unter 08336 an d. Gießener Anzeiger erbeten. 6m5 mit ZMlliMllst in guter Lage preiswert zu verk. Schristl. Anfragen unter 08327 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Elir AWWails i mit Stallung in der Nähe des Schlachthauses zu kaufen gesucht. Off. an d. Geschä'ftsfl. d. Gieß. Anz. neu überzogen, lull, zu verkaufen. 083481 A. Schmidt, Neustadt 75. MttMliB Pfer-d ein- und zweispännig gefahren, preiswert zu verkaufen. [08375 Hoflohnkntfcherei Huhn. Eia Geschäftshaus mit großem Hintergebäude, in bester Lage Gießens ist anderweitiger Unternehmungen halber zu verkaufen, Selbstreflektanten belieben Anfragen unter 6760 an den Gieß. Anz. einzusenden. Hlllls mit Wim Lick», gut rentabel, beste Lage (Seltersweg) unter günstigen Bedingung, preiswert zu verkaufen. Ernstliche Reflektanten belieben Briefe unter 08871 an den Gieß. Anzeiger zu richten. Eintritt 40 Pfg. Achtung! Boxer 08357 ff. rasseecht, Hündin 14 Monate, Hund 18 Woch. alt, preikw.zu verk. H. Stork, LauuSbach b. Gießen. Bram Stute 3jährig, ein- u. zweispännig ein- gesahren, zu oerlaufen. 6764 Heuchelheim, Gießener Str. 49 2 gut erhaltene gebr. Heerde 2 gut erhaltene gebr. Oefeu 4 gut erh. fast neue Fenster mit Verglasung zu verkaufen. 08391 Bahnhofstr. 59 Am Kahrnngsberg 1576 Quadratmeter Garten zu verkaufen. Näheres bei 08402 H. Schienning Seltersweg 41 Großer gut erhaltener 6772 Dauerbrandofen zu verkaufen. Lndwigstr. 32 p. Hochedl. Dobermannpiufcher Rüde, V« I. alt, sehr träft., nach d. berühmt. Sieg. Hellegrai präm. m. 73 I. Staats- u. Ehrenpr., z. verk. Wilhelm Lenz, Hörnsheim, j0700 Ankauf Stiesel zu höchsten Preisen. Bm Dienstag am Platze. Offert, unter F. W. G. 2024 an die Exp. d. Bl. ____________________SS7/,,____________________ Zwei gut erhaltene, vollständige Bcstlickn M '““Ä Kl.-Linden, Frankfurt. Str. 1.