MW jfessor Dr. Oncken fin- u* statt. 1 ln der Univeisiutg. ’üche Vorträge Sni und Frank- iniDr- Friedrich; Kirche m Frankreich. >e Tätigkeit der Vul- ksicntignng des Vesnrs rrautmann; Unsere 1 Qn(l ^die, sowie im e’s „Geheimnisse/. jd Zwecken bestimmt. ; Person zu 4Mk., für lie zu 5Mk., für drei Familie zu 6Mk. in der Ferber’schei. Jniversitäts-Buchbaii' Üniv.-Hausbeschliesxi efein. 'm St*heater M Iken 5 u’ Vetl°nt Von r . tierr Baknvo? Gne? ° T«i L V,;,Sch»« 8ÄÖ ^blussscenn „ den ■ und vaus «feer a Ibsen- vorgetrLJage‘ s^agen von und Aft Jr ?w; P°nnerMag, ---^L^Tnesch. Erstes Blatt LL6. Jahrgang Samstag 10. November L 806 Gietzener Anzeiger M General-Anzeiger & mhrltd) 'Bit. 2.20. bur<$ A Äbliole- u. Zweigslellen W Vj' w »wnalllch 65 Ps., durch »' diePost Alk. 2.— viertel» Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis, monothd) 75 ÜL, viertel» jabrL au6ld)L Beiiellg. Annahme von 2ln$etgea für die iaqeemiimnet bis vormittags 10 Uhr. ZeiienpreiS: lokal 12111^ auswärts 20 P'g. Derantwortltch tüt den poltL und öligem. Teil: P. Wittko nie „Stabt und Land' und „Gerichlssaatt. ifitnfl p e 6 , üir den An» Aeiqeiitetl; Sans Beck. Nr. 265 6r|d)etnt tflgltj) nuner Sonntag». Dein WicBener Anzeiger werden im Wectilel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamillen, blätter viermal tn der Wocbe betgelegL Rotationsdruck il Berlag bet Brüh Hd)en Univers.-Buch-u.2>leu»» bnideret. 0t Bangt, Rebnrnsn, Erveditioa und Trutfereh Schul ft raße 7. Redaktion e^a 113 Verlag u.(£ppeö.e=^51 Adresse für Tepeschen: Anzeiger YUesicn. Kunstverein. Gießen, 10. November. Tie gegenwärtige Ausstellung zeichnet sich, wie in unserer vorläufigen Notiz schon bcmt. t, vor allem durch interessante 2 an b» schasteit aus, unter Denen das höchste Lob, wenn auch um ganz verschiedener Verzüge willen, die fein abgetönten Strandlandschaften von tf. E. Mor genstern-Franljurt und die ui gehend, betont der Redner, daß er den Erlaß des Obcrkonsisto- riums gegenüber die Befürchtung nicht habe unterdrücken tonnen, daß diese Tendenzen nun auch in Lessen sollten zur Anwendung kommen. Es sei auch in weiten ihm nahestehenden frrejjen dieser Verdacht lebendig geworden. Dis diene aber der Sache der Kirche nicht. Zumal dadurch der Zustrom aus gebildeten Kreisen zum theologischen Studium unterbunoen werden mühen. Er sei für seine Person voll überzeugt, bay das Oberkonsistorium solchen Tendenzen nickst huldige. Aber es müsse oiseu ausgesprochen werden, daß das Oberkonsistorium durch seinen Erlaß diesen Schein erweckt habe. Es sei also der Richter in den Fehler seines Angeklagten verfallen. Der Redner giut der festen Zuversicht Ausdruck, daß das Oberkonsiswrium in Zukunft an den guten hejsischen Traditionen sesthalten werde. Am Schluß seiner Rede zeigte der Redner, wie wenig sich die Frage: Stellung der Kirche zur -L-ozialdemokratie mit allgemeinen GenaMpuukten erledigen lasse, wie kompliziert diese Frage sei und in eine Reche von Problemen zerfalle. Sage man, dec Pfarrer solle mit der Sozialdemokratie nicht liebäugeln, so sei das cm ganz dehnbarer Begriff. Er zeigt an Wichern und an Stöcker, wie diesen schon der Borwurf, mit der Sozialdemokratie zu liebangettt gemacht werden könne und tatsächlich gemacht worden sei., Sage^ man, die Kirche solle die Sozialdemotratte bekämpfen, so sei die Sozialdemokratie feine einheitliche Größe. Ihrer Willschastspolillk stehe das Ci-ristentum ganz neutral gegenüber, ja es wurden in der Sozialdemokratie Forderungen sozialer Art gestellt, die ein Christ nur vertreten könne. Es bleibe die materialistische Weltanschauung. Die teile die Sozialdenwkratie aber mit weiten bürgerlichen Schichten, aus denen sie bezogen sei. So sei die Stellung dec Kirche zur Sozialteutokralle man mit dem Sustagworl Kampf abzutun. Zum Schluß wenockt sich der Redner mit warmen Worten gegen die Angriffe auf den Idealismus der jüngeren Geistlichen. Er wäre em schlechter teutfajer Proses-or, wenn er nicht cm Wort für den Idealismus der Jugend habe. Der schäume wohl ost über, aber es sei em guter Kern darin. Das solle man anerkennen. Auch darin hoffe er auf Einverständlus nut dem Oberkonsistorium. Nach der Erholungspause erklärt Olerkonsistorialpräsident v. V u ch n e r, das Gefühl der Aufrichtigtest und die Ueberzeug- ung, mit welcher Pros. Drews gesprochen habe, beweise noch nicht die Richtigkeit seiner Anschauung. Er, Redner, könne versichern, daß beim Oberkonsistorium derartige Bestrebungen, wie sie der Vorredner hier vorgetragen habe, durchaus nicht vorhanden seien. Er schätze den Einfluß, den Pros. Drews auf die jungen Herren ausübe, sehr hoch, und da wolle er ihn dringend bitten, ihnen klar zu machen, daß neben den Rechten auch Pflichten beständen. Man möge dafür sorgen, daß der „gärende Aiost" nicht allzuhoch überschäume, damit er später einen kräftigen, guten, milden Wem gibt. Er vermisse vielfach Bescheidenheit und Pietät bei der Jugend. (Rufe: Hört, hört! Sehr richtig!) und er würde D. Drews sehr dankbar sein, wenn er im e>mne die,er Tugenden auf die Jugend einwirken wollte, zum Wohl und Segen unserer Landeskirche. , , . .. , Stzn. Pfarrer Kö hl er-Trebur ergeht stch in längeren Llus- führungen über den „Fall Korell", kritisiert die Entscheidung des Oberkonsistoriums und verteidigt das Verhalten Korells int Wahlkampf. Er bestreitet, daß die Sozialdemokratie einen revolutionären Charakter trage und polemisiert bann gegen die gestrigen Aeußerungen des Frhm. Hehl zu Lerrnsheim. Präsident Stamm konstatiert nach dieser Rede, die etwa y4 Stunden dauerte, daß, wenn auch die noch angemeldeten Redner in derselben wirtschaftlichen Weise fortsühren, die Beratung noch bis 11 Uhr abends dauern würde. Oberkonsiswrialpräs. D. Buchner wendet sich gegen den Syn. Köhler. Er sei überzeugt, baß bieser das Beste eriyebe, bezweifle aber, daß er diese Wirkung erreichen werde. Aus den zweiselhaste Laltung angenommen, daß er nicht begreifen könne, wie man diesen Mann noch in manchen Kreisen für einen Lelden halten kann. Er treibt nur eine verschlagene Taktik, weiter gar nichts. Redner wendet sich bann scharf gegen die Ausführungen Pfarrer Schlossers, und dessen ungereckstsertigte Kritik der Reden D. Buchners und D. Walz. Ihm scheine der Wirklichkeitssinn zu fehlen und im Aether zu leben Dem Redner sagte ein sozial- demotratischer Führer, es sei unmöglich, daß ein Pfarrer Sozialdemokrat sei. Es gebe jetzt unter den jüngeren Geistlichen solche, die „überidealisiert" seien und eine schrankenlose Freiheit verlangten; man möchte sie vor ihrem eigenen Idealismus warnen. Er hoffe, daß sich die Landessynode einmütig und entschieden für das Oberwnsiswrium erklären lucrbe. Die Kirche dürfe nicht dulden, daß die Sozialdemotratie die Bevölkerung verhetzt und die Arbeiter Mit falschem Größenwahn berausckst. Man solle doch ablassen, mit den Sozialdemokraten geistreich zu debattieren im Darmstädter Jugendstil. Oberkonsiswriairat Sup. D. Flöring bemerkt gegenüber einer Aeußernng des Pfarrers Wahl, es fei ihm nichts darüber bekannt gewesen, daß Pfarrer Kvrell auch während der Karwoche politische Agitation getrieben habe. Er meine, daß sich zivrell in der Wahlagitation taktvoll benommen habe. Er, Redner, habe vollen Respekt vor der Betätigung dec Geistlichen am politischen Leben. Syn. Pfarrer Loo s-Groß-Umstadt wendet sich ebenfalls gegen D. Schlossers Ausführungen und kritisiert dann scharf die politische Tätigkeit Korells. Zum Schluß spricht diebner namens vieler seiner Amtsbrüber unb Gemeindeglieder demOberkonsistoriilmDankundAnerkenniingaus für sein durchaus korrektes Verhalten. Syn. Prof. D. Drews-Gießen bemerkt zunächst, baß er nicht im Austrag der theologischen Fakultät zu Gießen spreche, sondern als Projessvr für prallstck)e Theologie, dem die prrnzielle geschichtliche Behandlung der hier behandelten Fragen obliege. spreche auch nicht im Dienst irgend einer kirchlichen oder politischen Partei, auch nicht in persönlich gereizter Slimmung gegen das Oberkonsistorium, wozu er Eeineuei Anlaß habe, sondern allein aus Sorge und Liebe für die evangelische Kirche. Er bemerkt ferner, daß er sich sein Urteil über den Fall Korell nur aus den Akten, nicht nach Preßäußerungen gebildet habe. Zur Sache selbst bemerkt er, daß ihm nicht ermiefen scheine, datz_Korell die Absicht mit seiner Erklärung verfolgt habe, für den Sozialdemokraten Stimmung zu machen. 2>a_ ferner Korell in seinem Schreiben an das Oberkonsistorium selbst |age — (Redner verliest die Stelle), daß er von dem durch seine „Erklärung" entstandenen Mißverslänbitts nichts gewußt habe und man doch Korell, dem auch der Konfistoriaipräsidenl das Zeugnis der Gewissenhaftigleit ausgestellt habe, nicht den Vorwurf der Unwahrhaftigkeit machen tönne, so falle die Anklage des Oberkonsistoriums in sich zusammen. Aber zugegeben, das Oberconsistorium habe recht gehabt mit seiner Anklage, so frage es sich noch immer, ob es im Recht mit seiner Disziplinierung gewesen sei. Damit fomini der Redner auf den prinzipiellen Punkt der Sache. Es lasse sich nicht leugnen, daß in unserer Zeit — gewiß nicht bei allen evangelischen Kirchen- behörden — die Tendenz sich zeige, die kirckzenregimentliche Macht möglichst zu steigern und gegen die Gemeinden, besonders aber gegen die Pfarrer in Anwendung zu bringen. Das sei aber zu beklagen. Denn nicht in den Könsistorien, sondern in den Gemeinden und im Pfarrstand konzentriere sich das kirchliche Leben auf evangelischem Boden. Dadurch werde auch die Freiheit des Pfarrers, dem eine entsprechende Verantwortung gegenüberstehe, gesähadet. Die rechte Auffassung konsiswrialer Gewalt sei, entsprechend der ihnen bei ihrer Gründung zugewiesenen Aufgabe, Die Pfarrer zu schützen, zu verteidigen, ja unter Umständen in schwierigen Verhältnissen selbst zu trösten. Von diesem Ideal sei man aber heute weit entfernt. Auf den Fall Korell über- Kränze aus künstlichen Blumen, sowie einen Naturtranz aus Tannenzapfen und Waldgrün aus. Die Wand und der Tisch sind mit Zierspargel verziert. Wilhelm Moser führt ein großes Füllhorn aus braunroten und goldgelben Winterastern, zwei sehr große, geschmackvoll gebundene Kränze, Körbe, Jardinieren und Veilchen vor. Der dritte Aussteller LouisBeckerhat eine Staffelei, ebenfalls aus havannabraunen, hellbraunen und gelben Winterastern ausgestellt. Ferner ein Brautbukett aus Maiglöckchen. Eine Geburtstagsüberraschung, bestehend aus einem blumengeschmückten Schirm, findet bei der Damenwelt viel Beifall. Ein sehr großer Lorbeerkranz und Naturkranz, sowie eine Taseldecoration vervollständigen diese Abteilung. Bei dem Tafelschmuck ist zu bemerken, daß der grüne Pslanzenschrnuck in Wirklichkeit auf eine größere Fläche verteilt würde. EduardRieger bringt ein Kreuz aus dunkelbraunen Magnolienblättern mit rosablühenden Winterastern, mehrere geschmackvolle Kränze, zwei Jardinieren und einen Strauß Chrysanthemen von besonderer Schönheit. In der Ausstellung von Karl Becker fällt ein Korb frischer, blauer Lotosblumen auf. Eine Seltenheit um diese Jahreszeit, ein Kranz und Strang mit Riesen-Eyrisanthemen in zarten Farben, Arbeiten aus Erika, Begonia, Ruhm von Lothringen, Alpenveilchen und ein großer Künstler- kranz, der aus der gegenüberliegenden Selle untergebracht werden mußte. G. Wittmann, Karl Berger Nachfolger, ist Aussteller von einer Blumenarbell aus Riviera-Rosen, eines Brautbuketts, ebenfalls aus Maiblumen. Derselbe bringt ferner eine Fantasiearbeit aus Veilchen, einen sogen. Herbstzauberkranz, einen von roten Beeren durchflochtenen Wald- tranz, einen Künstlerrranz und gelbe und weiße Nelken. Zu erwähnen sind noch bit Chryfanthemum-P,tanzen von Gerhard im Saale rechts und die Blattbegvnien von Weber, die gestern übersehen worben waren. Handelsgärtner Pfeiffer hat vor dem Eingang zum Saal gut gezogene Lchlläume, Koniferen und Winterastern aufgestellt. Andacht strömen sie in ihrer Holdhell aus auf den Beschauer. Ein lleiner Junge steht mit gefalteten Händen neben einer zarten Frau und sagt: „Mama, was hat der liebe Goll für schöne Blumen!" Die zarte Mutter beugt sich lächelnd zu dem Heinen Jungen herab und küßt ihn auf den roten Mund. Wenn die Ausstellung nur diesem Kinde das bescheidene Herz erfreuen würde, sie hätte ihren ideellen Daseinszweck erfüllt. Aber es wohnt in ihr die Macht inne, Tausender Herzen zu erquicken und auf Tausender Lippen das sonnige Lächeln frohen Genusses zu zaubern. Ich habe nicht die Absicht, Langes und Brettes hier aufzuzählen, nicht die Absicht, das hübsche, nur für diese Ausstellung hergestellte Diorama von dem Maler Holtmann, das ein ideales, bergumgürtetes Seestück darstellt und an dem der Uebergang von der realen Blumenpracht zu der auf dem Bilde das Gelungenste ist, genau zu schildern. Ich mag mich auch nicht auf andere Einzelheiten oes Arrangements, etwa auf das nette japanische Tempelchen, die bescheidenen Wasserkünste, oder gar auf Einzelheiten in den Blumengaben der Aussteller einlassen, zu denen übrigens auch die Schülerinnen unserer Mädchenschulen gehören, denen in der Blumenpflege zum Teil überraschend Hübsches gelungen ist Dieses überlasse ich einem erprobten Fachmann, der schon gestern an dieser Stelle viel Schönes von der Ausstellung zu erzählen wußte. Ich möchte nur den Wunsch aussprechen, daß namentlich Gießens Frauen, die Mutter der Gießener Jugend, nebst artigen Kindern ein halbes Stündchen von ihrer teuren Zett stehlen möchten zum Besuch der Ausstellung, die auch nbenbd geöffnet ist Sie wird manches sonnig frohe Lächeln auf sorgende Antlitze zaubern und ihrem flüchtigen Duft reiche Gaben des Herzens Müttern und Kindern spenden. * P. W. Und nun habe der Fachmann das Wort. Er schreibt: In einem Seitenanbau aus Glasfenstern sind außer den Pflanzen der Schülerinnen die Vlumenarbellen der aus stellenden Gärtnereien vorteilhaft unrergebracht. Wir müssen es uns versagen, das hervorragend Künstlerische unter Uebergehung des Mittelmäßigen hervorzuheben, denn die Gärtner wollen nur Anerkennung des Publikums für ihre Muhe. Es sei aber bemerkt, daß sich unter den 50 ausgestellten Arbeiten solche befinden, die jedem großstädtischen Geschäft zur Ehre gereichen würden. Rudolph Weoer stellt ein recht geschickt zusammengestelltes Frucytslück, ein Kreuz aus Veilchen mit Auslage von der großblumigen Sorte La Franc-e und eine Anzahl Die ycu!ige Klur.nuer umfaßt 18 Scit-n. Ordentliche Evangelische Landcösyuode. Darmstadt, 9. Noo. IV. Die heutige Sitzung wird durch Gebet des Syn. Pfarrer Loos-Groß-ümsladt eröffnet. Es folgt dann die Verpflichtung des neu eingetretenen Synodalen Oberstleutnant v. Böckmann- Darm stabt. _ Syn. Dekan Jaudt-Ptanig stimmt den gelingen Darlegungen bet Herren D. Buchner und 1). Walz im wesentlichen bet. Er glaube jedoch, daß die angeführten Gründe nicht hinreichend zur Disziplinierung Kvrells erscheinen könnten. Der Versicherung bedielten, daß er bei der Entscheidung über die Stichwahlparole seiner Partei nicht beteiligt gewesen sei, müsse man Glauben schenken. Oderkons.-Präs. D. Buchner entgegnet fürs, daß jemand, der so am politischen Leben sich beteilige, wie Pfarrer Korett, sich auch klar sein müsse über das, waö er spreche und tue, unb Kvrell sei sich bei feiner Befähigung auch vollständig klar darüber gewesen. Das Oberkonsiswrium habe es absichtlich^untev- lassen müssen, vor der Entscheidung des Wahlkampfes Schritte zu tun. Syn. Landgerichtsrat Schmeckenbecher-Gießen betont, das ganze publizistische Auftreten Pfarrer Korells sei fein erfreu» lick)es Zeichen von Autoritäisgefühl ober Disziplin der obersten Kirchenbehörbe gegenüber. In den anderen Berufst- kreisen werde man kaum einen ähnlichen Fall aufweisen können. Nach des fliedners Ueberzengung war em Verweis auf den Dank Korells an seine Wähler ganz gerechtfertigt; derselbe sei auch während der Stichwahl selber mit Sttmmjetteln umhergegangen unb habe gezeigt, welches sein Kandidat sei. (Hierzu wird dem Redner aus ter Versamnckung bemerkt, baß dies bei der Reichstagswahl 1898 ter Fall geiotfen sei.) Syn. Pfarrer Bernbeck-Okarben verteidigt bas Recht ber Geistlicyen an ber politischen Tätigkeit. Wollte man ihnen dasselbe nehmen, so würde man sie zu Staatsbürgern zweiter Klasse degradieren. Es müsse ihm das Recht zustehen, für eine Partei tätig zu fein, die eine christliche Gesinnung unb christliche Weltanschauung vertrete, für eine Partei, bie auch Gott gibt, was Gottes ist, unb dem Kaiser, was des Kaisers ist, aber niemals dürfe er sich ter Partei anfchiließen, die den Satz aussteltt: Und willst du nicht mein Bruder fein, so schlag ich dir den Schädel ;in. (Heiterkeit.) Die Sozialdemo kralle hat sett der langen Zeit ihres Bestehens noch nie etwas Ernstes getan, um die SDlängel und Gebrechen im sozialen Leben zu befeitigen. DaS scheine aber auch gar nicht ihre Absicht zu sein, denn versuchte sie es, so würde sie sich ja den Boten unter den eigenen Füßen entziehen. (Zu- ftimnumg.) Unter den politischen Parteien in der ganzen Welt habe sich bisher keine als so unfähig und unfruchtbar erwiesen, wie die deutsche Sozialdemo kralle. Pfarrer Korell habe schon 1898 nach seinem eigenen Zugeständnis sozialdemokratisch gewählt unb für die Umsturzpartei agitiert Das fei nicht die rechte Aufsassung von dem Beruf eines Geistlichen. Syn. Pfarrer Wa Hl-Laugen führte aus, Pfarrer Korell sei schon 1898 bei ber Reichstagswahl in einer Weise in ber Oeffentlichkeit aufgetreten, daß man ihm schon damals den Namen eines „sozialdemokratischen Hofpredigers" beilegte, iHeiterkeit.) Er sei ja als Kändidat einer nicht gerate besonders lirchenfreundlichen Partei gewissermaßen verpflichtet gewesen, in ber Weise aufzutreten, wie es geschehen ist Er war aber durchaus nicht Pas unschuldige Opferlamm, als welches man ihn hinzustellen beliebt, und die Enttüstung darüber, daß inan seinen Versicherungen keinen Glauben sck)tznke, sei nur eine künstliche. Korell habe in der ganzen Wahlzeit eine so zweideutige, Die BLumenauSsteünng. Gießen, ICK Nov. Gestern war der erste Tag ber Ausstellung, der erste Tag des vergänglichen Blumenlebens. Man hatte denken sollen, im großen Saale des SaalLaues werde gestern Kops an Kvps gedrängt eine blumenfrohe Menge wimmeln, denn in Gießen liebt man doch, wenn auch vielleicht nicht so sehr wie anderswo, z. B. in Frankfurt, die Blumen, so doch Licht und Freude, und eilt fte zu genießen, wett der Gießener Alltag duftlos und unfroh ist, und der lange Winter mit seinen zahlreichen sonnenlosen Tagen bevorsteht. Ach nein, es gab gestern im Saalbau keine Menge. Gießens Bürgertum hat die emsige Lebensarbeit fast ausschließlich auf das Nützliche gerichtet. Blumen gehören nach ihm zu den Ueberslüssigkeiten der Erde. Es verschmäht weniger die Freuden als den Schmuck des Daseins. Nur ein winzig Häuflein enragierter Blumenfreunde sand sich dort ein, obwohl doch der Blumen Pracht an ihrem ersten Tage am vollkommensten ist, sodaß bei Biumenausstellungen in Großstädten der Eintrtttspreis am ersten Tag so hoch ist, daß nur mit Glücksgütern besonders Gesegnete sich den Luxus eines Besuches gönnen können. Gießens wackere Gärtner aber sind bescheiden und rechnen mit der Gießener bescheidenen Mttteln. Der Eintrittspreis zur Gießener Blumenausstellung ist ä u ß e r st gering im Verhältnis au dem, was sie bietet. Der nüchterne große Saal des Saalbaues, in dem sonst nüchterne Männer nüchterne Reden reden oder seuchtsröhliche Jugend kommersiert oder bunt und luftig gelleidete Lämmlein munter herumhüpfen, ist in ein Llumenparadies verwandelt, in eine buftatmenbe Blütenhalle, in der es sich kühl und angenehm spaziert. Die Mitte nimmt ein improvisiertes Rasenboskctt ein, auS dem sich bie Pracht verschiedenartigsten und verschiedenfarbigsten Blumengruppen heraushebt, und rings herum, zu Seiten des Wandelweges, an den Wanden die herrlichsten „Mauerblümchen", mit gleich seinem kunstgärtnerrich geschulten Geschmack zu geradezu musikalisch nnrienben Blumenbüschen geordnet. Was dem sarbenenipsindlichen Auge besonders wohltut, das ist bie malerischen Sinn verratende seine Farbenabtonung des Gefamtarrangemenls. Ehrysanthrmen von den zartsten und seltsamsten, den leuchtendscen und strahlendsten, wie den mattesten und sanftesten Farben, Alpenveilchen, Erika, Heliotrop, Veilchen, Maiglöckchen, Netten, Orchideen usw. sanden hier und im Nebenraum neutralen Boden. Keusch und still blicken sie uns an und orgl re, StaiW 0% ätta. Echsien schwarze» impf Preist». m StrümN Mem! nhr » . beDdttS .. Matenam» M'-» ü vel- r*ä****x fr) . .... US erivalw 1Q Ahr , >. 3'i ** w« ’ d Die Neihc der in diesem Akademischer Vortrag. m Balirnbesitzer etwaige Unannebrnlich- die Sicherung der Telegraphenlcit- in. diesem Falle die Telegraphen- unten nlle, die benmger auf, dies öervti B Lteiuhe reichen, bmmfler beriicksick Verb Dadlirch erspart sich der feiten; alle Kosten für ungen trägt außerdem Verwaltung. bürgermcisters wieder eine eigene Verwaltung erhalt. Am 27. Juni 1860 wurde der Sitz der Bürgermeisterei Atzbach nach Krofdorf verlegt und von da ab standen beide Bürgermeistereien unter der gemeinsamen Verwaltung, der erste gemeinsame Bürgermeister hieß Colnot. , (!) Schotten, 9.Nov. Der Fuhrmann Jak. Konrad aus Itainrod verunglückte gestern in der Näfe deS WiesenhofcS, indem ihm eine schwere Fichte auf den Oberkörper fiel. Er blieb längere Zeit unter ihr liegen, da sein Sohn den Stamm nicht allein wegschaffen konnte. Bis Hilfe vom Wiesenhof geholt war, dauerte cS geraume Zeit, sodaß der Verunglückte unterdessen schwere Qualen auSstand. Bis jetzt läßt sich über den Unfall nicht sagen, ob er die schlinnnften Folgen hat, doch ist der Betroffene nicht transportfähig. △ Ruppertsburg, 8. Nov. Wenn auch noch so oft vor den Zigeuner weibern gewarnt wird, es fallen doch iinmer wieder Leute herein. Vorige Woche kampierte eine Bande hier und die Weiber fochten fleißig im Dorfe herum, ßu einer älteren Witwe kam ein Zigeunerweib, die ihr Handwerk verstand. Sie hatte bald ein Gespräch im Gange und klopfte wiederholt an die Rocktasche der Frau, wobei das Weib die Entdeckung machte, daß Geld in der Tasche war. Ein kühner Griff und glatt war daS Portemonnaie mit 70 Mk. Inhalt verschwunden, die die arme Witfrau zur Bezahlung ihrer Kuh verwenden wollte. Erst nachmittags wurde der Verlust bekannt, nachdem die Zigeuner über alle Berge waren. Ein Auffangen der Bande war nicht möglich und die arme Frau ist um ihre 70 Mk. ? Burkhards, 9. Nov. Gegen 6 Uhr brannte heute morgen die mit Heu und Frucht gefüllte Scheuer des Landwirts Ludwig Groth gänzlich nieder. Beim' Dreschen war eine brennende Laterne umgefallen und hatte den Brand entfacht. Die hiesige sowie die Wehr aus denv benachbarten KaulstoS waren rasch zur Stelle und konnten, das Feuer auf seinen Herd beschränken; vorzüglich bewährte sich beim Löschen unsere neue Quellwasserleitl^ig. In etwa einer Stunde war man Herr des Feuers, daS bei Wind leicht größere AuSdehming hätte nehmen können. Das Vieh, konnte gerettet werden. Der Abgebrannte ist nicht versichert. V28 Uhr abds. Gießen, den 10. November 1906. Nov. Sicherem Vernehmen nach — Krofdorf, 8. sollen die bisher vereinigten B ürgerm e i ft e r e i c 11 Atzba ch - Launsbach für die Folge getrennt werden, indem die Bürgermeisterei Launsbach unter Ernennung eines Ehren- Wintersemcster stattfindenden akademischen Vorträge eröffnete gestern abend vor fast überfülltem Auditorium Professor Dr. Oncken. DaS Thema „Deutschland und Frankreich seit 18 7 1", das er sich gestellt hatte, ist immer interessant gewesen. Die Ereignisse deS vorigen Sommers ließen cs noch doppelt anziehend erscheinen, umsomehr, als der Vortrag politischer Natur mar. Der Vortragende schilderte und begründete zunächst die Kluft, die seit 1871 zwischen Deutschland und Frankreich gähnt und die unS zum Schaden, den Nachbarn im Osten, Süden und Nordwestcn aber zum Nutzen gereicht. Er verbreitete sich dann eingehend über die Gnm.d- vcrschicdenheit der Bevölkernngszunatune in beiden Staaten und beleuchtete dabei Deutschlands Vorteil. Auf der andern Seite ist Frankreich einheitlicher und, trotzdem es sehr unter den Schulden des letzten Krieges leidet, reicher als wir. Es hat sich — und darin zeigt sich Tatkraft — überraschend schnell erholt. Lägen Deutschland und Frankreich allein aus der Erde, so wären wir überlegen. Anders wird das Verhältnis durch etwaige Koalitionen. Daher war Bismarcks Politik, Frankreich zu isolieren, mit allen Mitteln, was ihm glänzend gelang. Seit 1890 ist eS ja nun umgekehrt geworden. Trotzdem ist kein Grund zum Schwarzsehcn vorhanden. Der große Kampf, der kommen muß, steht noch nicht vor der Tür. Es gilt, so schlvß der Redner, die kommende Generation darauf vorzubereiten und in nationaler Selbsterziehung unfern Völkertypus 511 stärken. Der Vortrag wurde mit Beifall aufgenommen. ** Volkstümliches Bibliothekswesen. Um einer möglichst einheitlichen Organisation unb einem Zusammenschluß aller in der Rhein-Mamgegcnd auf diesem Gebiete vorhandenen Bestrebungen die Wege zu ebnen, beruft der Rhein-Mainische Verband für VolkSvorlesungeu und verwandte Bestrebungen eine Versammlung ein. Sie findet statt am Sonntag, 11. November, nachmittags 4 Uhr, im Restaurant „Taunus", Gr. Bockenheimerstraße, zu Frankfurt a. M. Alle Bibliotheken und Lesehallen unserer Gegend werden dringend gebeten, Vertreter zu entsenden oder wenigstens der Geschäftsstelle des Verbandes (A. d. Schmidtstube 7) mitzuteilen, ob sie ein Interesse am Zustandekommen einer Vereinigung haben. Auch alle Privatpersonen, die für die V»r- breitlmg gediegenen Lesestoffes Jntereffe haben und in guten Bibliotheken ein Hilfsmittel zum sozialen Fortschritt sehen, sind cingeladen. •• Baumfälle n. In der Zeit deS Baumfällens werden an den Straßen uud in den Ortschaften die Reichs-Telegraphen- und Fe rnsprechleit ungen durch umstürzende Bäume oder durch hcrabfallende Aelle häufig beschädigt, weil die Personen, denen daS Baumfällen obliegt, in der Regel die zur Sicherung der Telegraphenanlagen gegen Beschädigungen erforderlichen Vorkehrungen überhaupt nicht oder in ungenügendem Maße treffen und es unterlassen, von den bevorstehenden Arbeiten dem nächsten Postamte rechtzeitig vorher Mitteilung zu machen. Es wird deshalb, da auch fahrlässige Beschädigungen der Telegraphenanlagen im § 318 des ReichS-Strafgesetzbuches mit Strafe bedroht sind, den Baumbesitzern empfohlen, die nächste Postattstalt von der bevorstehenden Bauutfällung rechtzeitig vorher zu benachrichtigen, damit die Absendung eines geeigneten Beamten zur Sicherung der Leitungen veranlaßt werden kann. 4. Zieht Ziebai Vur die Oe N (Ohne Oe 1U 84t 21 3928 68 \V allt 648 | 812 51 413 |5*0l 242 I llk'j 21= N 24 224 W U 16 233 21 484 654 ' 20u 21(oi ii <09 2ü 6: 2GS 533 6 65 2 6M 730 8 <0! £00 9 4fi7 110001 33b.’O M 35-l'S 33G 83 “i 709 ||i 4Cuii 42131 Iw fil M 13(K ■nt 882 i 013 I50C] 8« IM] 51038 21 669 84 2Ki N4 40ß 1 324 478 5' 60w 409 Hj tz, UUQO] M 33 15000] V 941 k 919 67(k 327 71 8 469 71 [’ 048 79 ■ 73178 J 8-6 75! 11000) 07 529 j 13000) fl . - 8O1 794 «98 83( 391 4(3 |5»0) 85 845 9S) 11600) 4f ”92115 65 809 ,9 «8 18° 9( L 81 ;<< ÄS 5°01 913 5: 105275 652 8, ? 1081 « "" "t 118145' (500]\V }t S. infallk. Der Station?, t Külte-Wettcrbiirz inem aus Warburg m- und getötet. — %n zug Nr. 71 der 5tafc m Bahnhof KaM. Zwei rderdrehgestellen. 91(ii?nbe gestellter erlitt eine starte gleicht verletzt und leimten frecher Raubansall hr auf die Händlerssrau sz ausgeführt. Als die nach Lindenberg ging, lannsyerson gtpoif/ mb sucht. Frau W H n ein paar Lullende f fr gilt verwahrt. Als fift gekommen war und emerkbar machte, nahm l doch m Köpenick" ein innrer Dichter bittet Studienreise nach Ftalien. eines Landes lyrischer !N anerkannt, zu. Eiferten ,c Anzeige, bie -'n * 1 Wenn es jetzt keinen ,on gibt, bann dl aller brn Vielleicht über„i.nn,t „ng de§ hoffnungsvollen Verbrecher. Z ba't'gt. 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(Ohne Gewähr.) 15 53 (1000] r.7 I 10 OO0] 861 1'2; 91 [50(101 738 437 79017 78026 1500] 22t ,043 41 18« j 1000] 234 899 854 451 658 747 2 3 0172 207 43 476 78 [500] «9 [ 500] 205 (500] 48 84 92 801 4? 3M) 645 [ 600] 882 »94 (5C01 83025 115 54 245 361 2 6 4006 70 201 21 66 444 MO 533 tebO] 628 70 901 14 019 (20001 216137 628 40 ( 301 450 ' 265002 67010 315 980 501 895 587 56039 295 4C8 871 4 ! 48 914 55 5 8084 45 725 820 86 B!15 73 b7 8LZ 255084 321 424 [50C] 511 22 50 028 256022 [500] 221 ur 735 1'3 903 257009 2)7 53 463 810 826 258279 420 586 770 957 2 590U 48 120 810 46 62 78 1)2 583 85 605 26 0043 67 212 405 582 768 810 03 2 6 1 434 518 618 750 53 56 67 [5001 887 «Äl 65 262117 13000) 209 [MX)] 82 18 l 10001 130:70] [1000] L 2k-hüng 5. Kl. 215. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom S. November 1906, nacbmiilags. 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