Nr. 186 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Kietzen Gerichtssaal wurde dem N a s eu s ch n e u z en) gehabt, die Strafe ju zur die uns ihre Straub. Israelitische Religionsgemeinde. Hottesdientt in der Synagoge (Südaulage). Samstag, den 11. August 1906: Vorabend 7.30 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 8.45 Uhr. Zum Schlüsse danken wir noch den Vereinen, Jahresberichte sandten. Georg Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr,: Anzeiger Gießen. Katholische Gemeinde. Samstag, den 11. August: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr Gelegenheit heil. Beichte. S o n rr t a g, den 12. A u g u st: 10. S o n n t a g nach Pfingsten. — Aus Bordeaux wird berichtet: In der verfloßenen Nacht entwendeten Diebe aus einem Juwelier-Geschäst Juwelen im Werte von 280 000 Frcs. — Aus dem Kronhagener Stand bei Kiel lvurde eine Frau Erdlosf von einein unbekannten Manne durch vier Messerstiche lebensgefährlich verletzt. — Dem „Oberschl. Anz" zufolge erschoß in Pskow bei Rybnik der Berginvalide Chruscz den Gendarmeriewachtmeister Rot her, der sich m amtlicher Eigenjchait in Chrusczs Wohnung befand. Ter Mörder flüchtete in den Wald und schoß sich dort eine Kugel durch den Kopf. Die „Lietzener Zamilienblütter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der "hessische £anbwirt" erscheint monatlich einmal. Darbietung ist, lvelche von Hans Thoma in oen letzten Jahren gezeigt worden ist. Die Ausstellung bleibt bis 23. September geöffnet: zu ihr ist ein Katalog mit Vorwort von Henry Thode und dem Bilde des Meisters erschienen. — Können verbrecherische Neigungen durch chirurgische Operationen vernichtet werden? Die Gesundheitsbeamtcn in Philadelphia machten vor einigen Tagen ein höchst interessantes Experiment, um Müder mit verbrecherischen Tendenzen durch chirurgische Operationen zu heilen. 'Neun bekannte Aerzte wohnten diesen Operationen bei, und sieben Kinder unterwarfen sich denselben. Tie sieben Patienten wurden aus vielen anderen gewählt, die alle dazu bestimmt schienen, eine verbrecherische Karriere einzuschlagen, falls ihre Organisation nicht geändert werden könnte. — Die Gesundhritsbeamten hatten vorher die Erlaubnis der Eltern erhalten, eine solche Operation mit ihnen vornehmen zu dürfen. Zwei Operationen wurden am Gehirn, drei an den Augen usw. gemacht. Unter den amerikanischen Aerzten erregt diese Methode, verbrecherische Neigungen an Kindern auszurotten, großes Interesse.— Vor kurzem ist die unwidersprochen gebliebene Meldung durch die Presse gegangen, daß in Paris ein junger Mann mit verbrecherischen Anlagen durch Operation vollkommen geheilt worden ist. Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. , um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe. u um 91/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht. Mrchliche NachrLchtes. Evangelische Gemeinde. 9. Sonntag nach Trinitatis, den 12. August: Hottesdlenst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Ehristenlehre <ür die Neukonfirmierten aus der Markusgemeinde. Vormittags 9’/2 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Ausflug der konfirmierten männlichen Jugend der Marku 5- gemeinde, Sonntag den 12. August, Abfahrt mit dem Zuge 12.05 Uhr nachmittags nach Marburg. In der Johauneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Eule r. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde. Vormittags 9l/2 Uhr: Professor D. E ck. Aleines Feuilleton. — Jesus und das „Wasser des Lebens". Ueber einen neuen Evangelienfund läßt sich die „Allg. Ztg." -aus London berichten: Die Kunde, daß das F r a g m e n t e i n e s verlorenen Evangeliums von Dr. E. P. Grensell und Dr. A. S. Hunt bet ihren Ausgrabungen inOxyrhynchos in «Südegypten gefunden worden sei, hat in theologischen Kreisen Kroße Erregung hervorgerufen, da man an einen ähnlichen Fund Die die berühmten „Worte Christi", die auf derselben Stelle «entdeckt worden sind, glaubte. Der Vertreter eines großen eng» Lisch en Blattes hat nun das gefundene Dokument in Queen's «College in Oxford gesehen und von Grenfell selbst Auskunft rüber die Bedeutung des Fundes erhalten. Das Dokument ist «in kleines Fragment von Schreibpergament, das von Würmern ^durchlöchert und durch die sechzehn Jahrhunderte seines Da- ßseins vergilbt, aber noch vorzüglich lesbar ist. Die Schrift ist fsast mikroskopisch klein, aber die griechischen Buchstaben und jsogar die roten Initialen lassen sich noch deutlich erkennen. Es mft nach Grensell fein Teil eines noch nicht vorhandenen Evange- llliums, die theologische Bedeutung des Fundes muß übrigens Üen Theologen überlasten bleiben. Vom rein literarischen Stand- «urrkt aus ist es ungewöhnlich gut geschrieben und höchst inKr- sifant Die Handschrift beginnt in der Mitte eines. Gesprächs. Tie eingelaufenen Flugblätter, Jahresberichte und Zeitschriften wurden dem Preßausschuß zur Durchsrcht überwiesen. Durch ihn ^el^an^tesderen^anregender oder wissenswerter Inhalt zur Kenntnis Herr Fritzel hatte die Beurteilung der Tierschutzkalender übernommen. In seinem Gutachten bezeichnete er den Kalender des Berliner Tierschuhvereins, sowie den Kalender vorn Verbände der Tierschutzvereine des Deutschen Reiches als gut. Daher bezogen wir 209Ö und 2200, zusammen 4290 Stück Kalender. Von den ersteren erhielt das Gymnasium 150, das Realgymnasium und die Realschule 450, die Höhere und Erweiterte Mädchenschule 700 und die Volksschule 790; Die letzteren gelangten an die Mitglieder, sowie die Mittel- und Unterklassen der Volksschule zur Verteilung. Für Prämien an Gendarmen und Schutzleute bewilligte der Ausschuß 170 Mk.: 60 Mk. für die Gendarmerie und 110 Akk. für die Schutzmannschaft. Die Verteilung überließen wir dem Ermessen ihrer Vorgesetzten, baten aber um Vorlage der Verteilungspläne. Wie das Jahr zuvor, so erhielten auch diesmal 20 Fuhrleute Prämien von je 5 Mk. für gute Pflege und schonende Behandlung ihrer Pferde. Das Feldschutzpersonal wurde mit 15 Mk. bedacht, weil es Katzen, Raubvögel und und anderes Raubzeug geschossen hatte. Justus Noll mit 5 Mk. für gute Behandlung seines Zughundes. Der ganz besonderen Fürsorge des Ausschusses hatten sich unsere heimischen Vögel zu erfreuen. Fiel Schnee, lag Nauhreif oder war der Erdboden gefroren, so versah der Bereinsdiener unsere Futterbretter und Futtexhäuschen hinreichend mit Futter. Verbraucht wurden 3 Zentner und 65 Pfund Vvgelfutter im Betrage von 70.70 Mk. Nicht minder warmherzig sorgte die Bürgerschaft unserer Stadt für die hungernde Vogelwelt. Dankend sei dies hervorgehoben. Um einigen Ersatz zu schaffen für die stetig abnehmenden natürlichen Niststätten, bezogen mir 140 Nistkasten für 156.50 Mark; 60 Stack für Fliegenschnäpper, 70 für Meisen und 10 für Rotschwänzchen, weil diese Jnsektenjäger überaus nützlich sind. Herr Polizeiamtmann Herberg überwies unserm Verein 10 Mark, die im Sinne des Spenders zum Schutze der Singvögel verwendet wurden; die Bezirkssparkasse Gießen 100 Mark und Frau L. durch Herrn Neallehrer Albuch 14 Mark. Den Fasnttien-NachrrchteK. Geboren. Herrn Jean Klinkerfuß V. und Frau, Bad-Nauheim, einen Sohn. Gestorbene. Herr Franz Wrtzel, Kloppenheim. — Herr Joh. Friedr. Kämofer, Rodenbach. — Herr Richard Tfchinkel fen., Marburg. — Fräulein Mathilde Heck, Marburg. Zweites Blatt 15«. Jahrgang Freitag 10. August 1806 Gießener Anzeiger ed. Darmstadt, 9. Aua. Der Feuerwerker Kurt Schleifer der vor einiger Zeit vom Artilleriedepot Metz nach Darmstadt versetzt worden ist, hatte sich vor dem Kriegsgericht der 25. Division wegen Achtungsverletzung vor versammelter Mannschaft zu verantworten. Schleifer hat eines Tages entgegen den Vorschriften einen Kanonier zum Verlassen des Schieß- standes während der Schießübungen beordert. Weiterhin hat er eine ihm übertragene Arbeit, das Unterstreichen der Zielskizzen, an einen Kanonier weiter gegeben. Das Kriegsgericht verurteilte den Schleifer wegen dieser beiben Vergehen zu 7 Tagen gelinden Arrest. Wegen des zuletzt erwähnten Vorfalls mürbe er s. Zt. von seinem vorgesetzten Hauptmann zur Rede gestellt und getadelt, wobei sich Schleifer achtungSwidrig und renitent benommen haben soll. Der Hauptmann sagte dies unter Eid aus, während ein Unteroffizier und zwei Kanoniere unter Eid das Gegenteil versicherten. Später soll sich Schleifer nochmals achtungswidrig benommen haben, als ihm der Hauptmann befahl, eme vergessene Zielskizze zn holen. Der Hauptmann beschwört, Schlesier sei langsam gegangen, Die drei anderen Zeugen beschwören, Schleifer sei mit großen Schritten davon geeilt. Trotz wiederholter Verwarnungen verblieben alle Zeugen bet ihren eidlichen Aussagen. Der Gerichtshof kam zu der Ansicht, daß der Haliptmann erregt gewesen sei, und ihm so dic Entschuldigllugen des Schleifer entgangen seien. Es sei auch mög. lich, daß Schlesier den wiederholten Befehl infolge des Schießgeräuschs nicht gehört habe. Schleifer wurde daher frei- gesprochen. — Wieviel Eide um eine Kleinigkeit I Magdeburg, 8. Aug. Vor dem Gericht des hiesigen Bezirkskommandos kam der Fall des Rechtsanwalts Dr. Schmidt zur öffentlichen Verhandlung. Sie endete nach 2 */, ■ stündiger Dauer mit der Vertirteilimg des der Beleidigimg an- geklagten Rechtsanwalts zuzehnTagengelindenArrestes. Der Tatbestand ist unseren Lesern befannt In seiner verantwortlichen Vernehmung erklärt Dr. Schmidt zunächst, daß er auf dem rechtlichen Standpunkt stehe, wegen seiner Beschwerdeschrift nicht von der Militärbehörde, sondern nur vom bürgerlichen Gericht zur Veraiitwortung gezogen zu werden können. Er habe damals, als ihm seine ganze unwillkürliche, rein reflektorische Bewegung (das Naseiifchneuzen) die Arre ft strafe e i n t r u g, die Ansicht gehabt, die Strafe zit unrecht zu erleiden; ihr Vollzug habe ihn dann körperlich und geistig völlig aus dem Gleichgewicht gebracht, und fo sei er zu der starken Kritik gekommen. Der Strasantrag des Anklägers lautet auf 14 Tage gelinden Arrest. Politische Tagesschau. Dec Hausbesitzertag hat soeben in Eisenach seine Beratungen geschlossen. Haus- besitzerversamnrlungen erfreuen sich der Beachtung der Öffentlichkeit. Entweder man ist selbst Hausbesitzer oder man interessiert sich als Mieter für die Klagen des „Wirtes". Geklagt haben die Hausbesitzer auch diesmal in lautesten Tönen. Die Steuerbelaftung wurde als ganz enorm, kaum noch erschwinglich hingestellt. Beim Mieter, der sich „für den Wirt quälen muß", rufen solche Beschwerden vielfach alles andere denn Mitgefühl hervor, eher etwas wie Schadenfreude. Geschieht den Hausbesitzern schon recht! Denen kann nicht genug aufgepackt werden; sie haben es dazu und streichen nncheloK Gewinn ein! Das ist nun eine sehr einseitige Auffassung. Wenn eine Umfrage veranstaltet würde unter den deutschen Hausbesitzern, ob sie sich nur einigermaßen wohl fühlen in ihrer „Würbe" und in ihrem „Gewinneinstreichen", wir glauben, das Ergebnis würde den Aufschluß liefern, daß drei Viertel der Hausbesitzer keinen lebhafteren Wunsch haben, als bas Geld wiederzubekommen, das sie in ein Haus hineingesteckt haben, um fortan sorgenfreier als Mieter zu wohnen. Ein kleiner Gewerbetreibender benutzt die Ersparnisse eines mühseligen Lebens dazu, durch Hauskauf einen höheren Zinsertrag zu erzielen. Ein einziger Mietausfall, und der Ueberschuß ist dahin. Nun beginnt das Elend; Hypotheken und Abgaben müssen pünktlich bezahlt werden. Quält sich der Vtteter für den Wirt, so quält sich erst recht der Hausbesitzer für den Staat, die Gemeinde und die Hypothekenbriefinhaber. „Hausbesitzer sollst du werden!" so lautet eine schreckliche Verwünschung in einer Posse. Aber dieser Witz hat einen ernsten Hintergrund. Mit besonderer Eindringlichkeit und Schärfe wendete sich der Hausbesitzertag gegen die Wertzuwachs st euer, die schon in mehreren Städten eingeführt und auch in Berlin in Vorschlag gebracht ist. Der Gedanke einer Besteuerung des „mühelos erzielten Gewinnes" hat ja, wie wir wiederholt an dieser Stelle aus führten, viel Verlockendes; man denkt dabei an den manchmal kolossalen Verdienst von Terrainspekulanten. Doch kann man den Rednern des Hausbesitzertages nicht ganz Unrecht geben, wenn sie fragten: Warum soll .nicht jeder andere „unverdiente" Gewinn ebenso besteuert werden, beispielsweise der Gewinn bei glücklichen Spekulationen in Wert-Pa- preren? Auf die Mieter läßt sich die Wertzuwachssteuer zum Glück nicht abwälzen, wohl aber auf den Käufer des Grundstücks, indem die Steuer einfach auf den .Verkaufspreis geschlagen wird. Der 29. Deutsche Fleischer-Berbaudstag zu Königsberg hat im weiteren Verlauf seiner Verhandlungen beschlossen, dahin zu wirken, daß die aus Rußland eingeführten Schweine nur an Jnnungsmeifter verteilt werden. Er nahm ferner Stellung gegen die von agrarischer Seite angestrebte Einführung des S ch l u ßf ch e i n z w a n g e s auf den Sch l a ch t- viehmärkten, er stellte die Forderung auf, das Schlachten von Kälbern unter 14Tagenzuuntersagen, wünschte die Einführung einer Kennzeichnung der zu Verkauf gestellten Schweine zur Feststellung ihrer Herkunft und die Einführung von Schweinekörungsbestimmungen zur Verbesserung der zur Zeit sehr entarteten Schweinezucht und überwies dem Vorstand Material im Interesse der Bestrebungen, d i e Kosten der Schlachthäuser als Einrichtungen von allgemeinem kommunalen Interesse den Kommunen zur Last zu legen. Er sprach sich außerdem sehr entschieden gegen die Einführung des Schußapparates bei deuSchlacht- un g en aus. Dann verhandelte der Verband in sehr eingehender Weise über das Revisionsbedürfnis der Fleischbeschau- gefefcgebung. Es wurden unter anderem folgende Forderungen aufgestellt: Ausdehnung der obligatorischen Fleischbeschau, Uebernahme der Kosten der obligatorischen Fleischbeschau auf Staat und Gemeinde, Aufhebung bezw. Erschwerung des kleinen Grenzverkehrs, Vereinfachung des Beschwerdeverfahrens und Einführung der Deklarationspflicht für ausländische Fleischfabrikate, Schmalz und Fett. Angeiwmmen wurde ferner noch ein Antrag, die Grundlagen für die Statistik der Fleischpreise nicht durch die Polizei, sondern durch die Innungen feststellen zu lassen. Im nächsten Jahre wird eine internationale Tagung, verbunden mit großer Ausstellung in Hamburg stattfinden. Jahresbericht des Gießener Tierschutzvereins für das Jahr 1905/06. Der Ausschuß hielt am 4. Juli, 81. Oktober, 15. Dezember und 25. Mai Sitzungen ab. Daran nahmen durchschnittlich 40,26 Prozent der Milglieder teil. Herr Lehrer t P. Eifert schied im Laufe des Jahres aus dem Ausschuß aus. Seinen Wegzug nach Frankfurt a. M. bedauern wir umsomehr, weil er selten fehlte und sich stets rege an den Erörterungen beteiligte. Herr Oktroierheber Koloff, ein scharier Beobachter der Vogelwelt und großer Tierfreund, wurde in den Ausschuß gewählt. Am Anfang des Jahres 1905/06 betrug die Mitgliederzahl unseres Vereins 461. Während des Jahres zogen zwei Mitglieder weg und sechs traten aus, sodaß der Verein am Ende des Jahres nur noch 453 Mitglieder hatte. hochherzigen Gebern sagen wir aufrichttgen Dank. An: 25. Mai legte Herr Wolfs die Rechnung vor, die in Einnahme mit 1910.17 Mk., in Ausgabe mit 1906.03 Mk. abschloß und einen Vermögensbestand von 3162.74 Mk. aufwies. Nachdem die Herren Hauptlehrer Krauß und Lehrer Fritzel die Rechnung geprüft und richtig befunden hatten, Rechner Entlastung erteilt. Vermischte». * Opfer der Serge. Zwei Wiener Gymnasiasten unternahmen am 30. Juli eine Da ch st ein Partie. Seither sind beide verschollen. — Der Oberlehrer Paul Groß aus Roßwein in Sachsen brach bei einer Tour über den Seekofel unweit Schludepbach infolge von Ueber- anstrengung zusammen und starb alsbald. * Ein seltsamer Mißgriff der Brüsseler Polizei. In einer Zuschrift an das „B. T." berichtet ein Herr Pulvermacher, Kaufmann aus Berlin, von einem Vorfall, der sich in Brüssel ereignete. Als er dort mit einer Dame über die Straße schritt, wurde er von einem Kriminalbeamten mit der Begründung, er sei der Raubmörder Köhler aus Düsseldorf, verhaftet und ins Gefängnis gebracht. Seine Begleiterin erlitt dasselbe Schicksal, da sie die Geliebte Köhlers Namens Lange sein sollte. Trotz aller Legitimationspapiere und trotz des lebhaftesten Protestes mußten die beiden sechs Tage im Gefängnis bleiben, bis sie an die deutsche Grenze abgeliefert wurden, wo sie von deutschen Beamten, denen sie sich legitimierten, freigelassen wurden. Bemerkenswert ist, daß der deutsche Konsul in Brüssel, der sofort von Pulvermacher benachrichtigt wurde, sich um die ganze Angelegenheit nicht kümmerte. Die Sache ist um so haarsträubender, als der Raubmörder Köhler schon vor 14 Tagen verhaftet wurde. * Vom Untergang des Auswandererdampfers „Sirio". Ein Taucher, der mit der Untersuchung des gesunkenen Dampfers beauftragt ist, erzählte, er habe im Schiffe etwa 7 0 Leichen gezählt. Er habe sich durch die Leichen einen Weg gebahnt, um an die Schiffskasse zu gelangen, die er aber wegen ihrer Schwere nicht habe zutage fördern können. Das Schiff liegt zwischen zwei Felsen eingeklemmt und wird mit Dynamit gesprengt werden müssen. »KleineTageschronik Bei einer Feuersbrunst in einem Hause Mühlenstr. 6/7 zu Berlin, in welchem sich das portugiesische Generalkonsulat unb die Spritfabrik Eisenmann befinden, verbrannten zwei Personen, eine wurde schwer verletzt. — Das Motorboot „Kaiser Wilhelm II/ geriet auf offener See zwischen Swinemünde unb Ahlbeck in Brand. Die 30 Passagiere würben noch im letzten Augenblicke von der Besatzung des Motorbootes „Cormoran- in Sicherheit gebracht. Ohne das zufällige Dazukommeu des „Cormoran" wäre ein unabsehbares Unglück unvermeidlich gewesen. — Am 8. ds. Mts. erlitt der Husarenoffizier Gras P o n i n s k i aus Wreschen zwischen Mechnutsch und Rockbitek im Kreise Birnbaum einen schweren Automob i l u n f a 11. Der Graf wurde herauSgeschleudert und trug schwere Schädelverletzungen davon. Der Chauffeur blieb unverletzt. Jesus unb seine Schüler sind in den Tempel eingetreten und dort einem Pharisäer begegnet, der sie schilt, weil sie es unterlassen haben, einige vorgeschriebene Zeremonien der Waschung vorzunehmen. Jesus fragt den Pharisäer, was für Waschungen er vollzogen hat, und die Antwort beschreibt aufs genaueste die Zeremonien. Diese Beschreibung ist deshalb von voher Wichtigkeit, weil feine andere bekannte Quelle Einzelheiten wie hier der Pharisäer überliefert. Dann folgt eine wortgewaltige, hinreißende Rede Jesu, in der er die rein äußerliche Reinigung verdammt. Er sagt, daß er und seine Schuler mit „lebendigem Wasser" ober „Wa s se r d e s L e b e n s" g e - reinigt seien. Eine andere Tatsache, die sich in dem Fragment findet ist die erste Erwähnung eines Tempels, der Hagneuterivn genannt wird oder Ort der Reinigung. Oxyrhynchos, die Fundstätte hatte einst Klöster, die von 4000 Mönchen bewohnt wurden, und Grensell und Hunt haben in Erdhügeln gegraben, m denen sich die Trümmerhaufen der Klosterstadt fanden. — Thoma-Ausstellung in Frankfurt a. M. Im Frankfurter Kunstverein (an der Junghvsstraße) ist in bieicn Tagen eine Sonderausstellung von Werken Hans Thomas eröffnet worden, welche die schöuilen Gemälde des Meuters aus Frankfurter und auswärtigem Privatbesitz vereinigt, Werte aus allen Schaffensperioden des Künstlers von 1866—190o bringt und mit im ganzen 110. Nummern die größte unb. umfassendste riekle Schneiderin nimmt noi Kundschaft an in und ühb« uife. Geht auch nach ausE. Frankmt.Ztr.6I,III. |O571? I-2Ö0ÖÖM Stellt and) auf Orte ober als 2. öppottfefen auI ekl cmzulegen. M. ÄnstvM Mn ÄiiMn eüetll ÄC Mi Mitstilltt ;6 Lindes -egen gute 5e- lunz gejucht. x)j Marburger «tr.2S. ^Beleidigung geg.Fr.Rchn i L Renichie nehme ich/' [05749|__J^L j« Auf bequeme »6hel Morgen, .... ben 11. MM xamoiag, or- WerdM ü -nmstag abend Stz'Ä 751 )L Krau IM.. M.» ^L$LlbinQer q.. 14828 estkaMllinge neuerbaulen Häusern m i, 6000 unb 8500 ’M zu 4»; geben. Schrift!.Anfragen^ t an den Gieff. Anz. erbeten. liWrttts J UEuerlimier II Ul|b,^al^lnnaiium5 , , 'nilBeauisichtigM «beiten wird gesucht. 3 ^Angeboteunter M ,dießemAnzcigerttbsikL WWii Prima Dbjelt von 1200& o abzugeben. Offerten uiiit au die Expedition erb. «Kleine Tageschronik. In Halstadt (Salzkammer- aut) ruderte eine schwarzgekleidete Tarne, deren Persönlichkeit noch nicht feftqcfteUt werden fountc, in deii See hinaus. Dann ließ sie sich ails 'dein Boot ins Wasser gleiten und verschwand ut den Fluten. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden. — $er Luebtbeener Förster trai die Gebrüder Schwanbeck auS Neu- Luebtbeen bei Lübeck heim Wildern. Einer der Wilderer legte auf den Förster an. woran'• bicicv ihn UMivcrjitäb41ad)Hcbicn. — Pros. Tr. David von G a n \ c m a n n , Privatdozent an der Berliner Universität, der einen Rui als ordentlicher Pro- feffor nach Marburg erhalten hat, hat gebeten, von seiner Be° ruiung Abstand zu nehmen. An der Marburger Hochschule sollte er Prof. Dr. L. Aschoff ersehen, der nach Freiburg t. Br. übersiedelt. Eisenbahn-Zeitung. — Die Direktion der schweizerischen Bundesbahnen hat eine Kommission von Fachmännern mit der Prüsimg der Frage beauftragt, ob demnächst mit der Ausführung des ^weiten -l n 11 n e l § im Simplen begonnen werden soll. Die Baukosten ohne <3c- sebotterung und Oberbau betragen 1 Ti i 11 i o n c n Francs. Zlrbeiterbewegung. Straßburg, 9. Aug. Streikende Arbeiter der Solway- werke in Saaralben durchzogen gesterii abend singeiid die Straßen der Stadt und warfen Arbeitswilligeii die Fenster ein, wobei es zu einem blutigen Zusammenstoß mit Genda r m e >i kam. Da die Fabriken mit auswärtigen Arbeitern den Betrieb aufrecht erhalten, durchschnitten die Arbeiter die zi, den Betrieben nötigen Leitungen, die miter dem Schuh von Polizei-Patrouillen ausgebessert wurden. Han-et und Verkehr, Volkswirtschaft. Deutsche R e i ch s b a n k. Die erste Augustwoche hat größere Rückflüsse als im vorigen Jahr gebracht, sodaß das Zentral- inftitut seinen Status mehr als damals aufbessern konnte. Der Wechselbestand ist um 53 Mill. Mk. zurückgeqangen; die Lombarddarlehen um 20 Mill. Der Notenumlauf hat sich um 35,75 Mill. Mk. reduziert gegen 25,67 Mitt, im Vorfahre. Die steuerfreie Notenreserve hat sich von 58,12 Mitt. Mk. auf 90,03 Mill. Mk. erholen können. Sie bleibt damit allerdings erheblich gegen den Stand der gleichen Zeit der früheren Jahre zurück, denn im vorigen Jahr betrug die Reserve 167,67 Mill. Mk. Eine neue Schnellzugs-Lokomotive. Tie Berliner Maschinenbau - Aktien - Gesellschaft vorm. L. Schwarhkovfs hat für die vreußischen Staatseisenbahnen eine neue Schnellzugs-Lokomotive konstruiert, die die Leistungsfähigkeit der bisherigen bedeutend übertreffen soll. Die Maschine wurde auf der lange Steigungen aufweisenden Strecke Berlin-Sangerhausen ausgedehnten Probefahrten unterworfen. Mit der Einführung der neuen Lokomotive dürste nicht nur eine Beschleunigung der Schnellzüge und eine Vermehrung der Sitzplätze sondern auch eine Verminderung der Betriebskosten zu erzielen sein. An der ^Berliner Börse stiegen die Schwartzkopff- Aktien um mehr als 6 Prozent. Kali-Syndikat. In den nächsten Tagen findet eine Versammlung der Gesellschafter des Syndikats statt, in erster Linie wegen Aufnahme der Gewerkschaft Friedrich Franz. Doch werden wohl auch weitere Konflikte zur Sprache kommen und es dürste aller Voraussicht scharfe Auseinandersehungen geben. In Interessentenkreisen ist man überhaupt mit dem Vorgehen der Syndikatsdirektion, das als eigenmächtig bezeichnet wird, nicht zufrieden und der Gedanke einer Reorganisation der Syndikatsverwaltung rückt immer näher. Ueberhaupt ist die Gesamtlage des Syndikats als recht verworren zu bezeichnen. Blei- und Silberhütte Braubach Akt.-Ges. Frankfurt a. M. Die in der gestrigen Aussichtsratssihung vorgelegte Bilanz für das am 31. Mai beendete Geschäftsjahr ergibt einen Gewinn von 470 275 Mk. Zu Abschreibungen werden 73 000 f55 000) Marr verwendet. 40 000 (25 000* Mark werden auf Patentkonto abgeschrieben und 100 000 (0) Mark zu einer Metallpreisreserve überwiesen. Der auf den 12. September einberufenen Generalversammlung' wird die Verteilung einer Dividende von 9 Prozent (wie i. V.) vorgeschlagen. Von der Berliner Börse. Am Donnerstag stiegen Russen, aber die Börse traute dem Wetter nicht und war auf anderen Gebieten schwächer und sehr still. Einen sehr unangenehmen Eindruck machte der scharfe Rückgang der Deutschen 3proz. Konsols. Man glaubt, daß nur zufällige Verschiebungen den verstärkten Druck herbeisührten. Die 3vroz. Deutsche Reichsanleihe ging von 87,25 bis 87, die Preußischen Konsols haben die gleiche Bewegung durchgemacht In Banken war das, Geschäft sehr still bei abbröckelnden Kursen. Eisenbahnen blieben unbeachtet? amerikanische waren auf Realisationen gedrückt. In Bergwerksaktien ging kein Geschäft, selbst der Mschluß des Stahlwerks Hoesch blieb ohne Einfluß. Privatdiskont 3s/s Prozent. Märkte. ss Marburg, 9. Aug. Auf dem heutigen S ch wer nein ar ft gingen bei zahlreichem Angebot und flauem Geschäft die Preise für Saugferkel sehr zurück. Man bezahlte für solche 20 bis 25 Mk. das Paar. Läufer und Schlacbsichweine behaupteten die seitherigen hohen Preise; erstere kosteten 50 bis 80 Mk. und die letzteren 100 bis 150 Mk. Insgesamt waren 1100 Schweine zugefahren. ke. Frankfurt a. M., 10. Aug. cOrig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") V i e h m a r k t. Zum Verkaufe standen 00 Kälber. 00 Schafe und Hämmel, 377 Schweine: 1. Qual. 76—77 Psg. Lebendgewicht 59.50—60.00 Pf., 2. Qual. 75—00 Pf., Lebendgewicht 58.50-00 Psg., 3. Qual. 63—65 Pfg. Kälber 1. Qual. 00-00 Pi., Lebendgewicht 00—00 Pfg., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00— 00 Psg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg. Geschäft: gedrückt, lieberstand unbedeutend. iVijd)fiitlid!f Ilcbrtliftt brr (Totefällr in brr Stottern 29. Woche. Vom 22. bis 28. Juli 1906. Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 (inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 22,91 °/no, nach Abzug von 6 Ortsfremden: 12,33 °/oo. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene : im vorn 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr Darinkatarrh 1 —— 1 —— Lungentuberkulose 2(1) 2(1) — — Lungenentzündung Blinddarm- 2 1 — 1 entzündnng 2 — — 2 Syphilis Knochenmark- 1 — 1 — entzündung 1 (1) — — Kl) Gallensteinleiden 1 (1) 1 (1) — Herzschwäche KD 1(1) — *— Lebensschwäche KD — 1(1) — im Wochenbett KD 1(1) — Summa: 13 (6) 6(4) 3(1) 4(1) Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. J Äerichtssaal. Pt ü Ihausen i. Elsaß, 10. Aug. Der Abbs Roth, ehemaliger Inhaber der Hausschatz-Druckerei und Zeitungsverleger, wurde im Revisionsverfahren von der Strafkammer wegen Betruges zu drei Monaten und wegen Falscheides zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Griginal-Drahtmel-ungen. Berlin, 10. Aug. lieber 300 Angestellte der Berliner Packetsahrt, meistens Kutscher, haben die Arbeit niedergelegt. Kassel, 10. Aug. Ein Personenzug der Kassel- Waldkappeler Kleinbahn fuhr bei einem Bahnübergänge bei - T ödes® Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren innigstgeliebten, unvergesslichen Sohn und Bruder Carl Ruhl Kaufmann im Alter von 21 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen. 4837 Um stille Teilnahme bitten Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Giessen (Schillerstrasse 7), den 9. August 1906. Die Beerdigung findet Sonntag, nachmittag 3 Uhr vom Portale des neuen Friedhofes aus statt. Todes-Anzeige. Gestern abend um 7 Uhr entschlief sanft dahier unsere gute, treue Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter 4838 Katharine Saamerlad geb. Schäfer Witwe des Gemeinde- und Kirchenrechners Melchior Sommerlad IV, in ihrem 83. Lebensjahre, was ich hiermit im Namen aller Hinterbliebenen schmerzerfüllt anzeige. Philipp Sommerlad IV, Bürgermeister. Wieseck, den 10. August 1906. Die Beerdigung findet morgen, Samstag, 11. August, nachmittags 2 Uhr statt. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Mäusburg von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 10. August 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. 2. V.: Roth. Bekanntmachung. Der Elektriker Fritz Jung dahier ist zur Ausführung von Anlagen im Anschluß an das städtische Elektrizitätswerk auf Grund der Bestimmungen vom 20. September 1900 zugelassen worden. Gießen, den 9. August 1906. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. B*% Bekanntmachung. Die uachbenannten Firmen und Geschäftsinhaber: Abermann & Kling, Löberstraße Nr. 8 L. Jrle, Grünbergerstraße Nr. 48 L. Mootz, Bahnhofstraße Nr. 34 E.. Dörr, Gr. Steinweg Nr. 14 sind zur Ausführung von Entwässerungsanlagen gemäß § 16 der Polizeiverordnung die Entwässerung von Grundstücken int Anschluß an die städtische Kanalisation in der Provinzialhauptstadt Gießen betreffend, vom 1. August 1904, zugelassen worden. Nach § 16 der genannten Polizeiverordnung dürfen Entwässerungsanlagen im Anschluß an die städtische Kanalisation nur durch die hierfür zugelassenen Unternehmer ausgeführt werden. Gießen, den 7. August 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Be/8 Vergebung von Pfiasterarbeiten. Die Wiederherstellung des Pflasters über den zur Auswechselung des Gasrohrnetzes erforberlicheu Gräben soll DieuStag, den 14. d. MtS., vormittags 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienst- stunden bei uns auf Zimmer Nr. 1 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagssrist 14 Tage. Gießen, den 8. August 1906. Städtisches Tiesbauamt. Braubach B9/s Harnutsachsen in eine Schafherde. 14 Tiere wurden getötet und viele verletzt. Stendal, 10. Aug. In einem Anfall von Geistesstörung sprang die Gattin des Naturmenschen Gustav Nagel nahe bei Werben in die Elbe und ertrank. Nom, 10. Aug. Gefängnisaufseher hielten eine Versammlung ab, in welcher sie gegen das Heirats» verbot Einspruch erhoben. Mailand, 10. Aug. Gestern hier niedergangene Gewitter haben in der Stadt und in der Ausstellung bedeutenden Schaden angerichtet. Tie franz. Sektion für dekorative Kunst, sowie die belgische und schweizerische Abteilung haben schwer gelitten. Petersburg, 9. Aug. Das Mitglied des Neichsrates Filossofow, der unter dem Ministerium des Grafen Witte die Stellung des Reichskontrolleurs innehatte, wurde zum 9)1 inifter für Handel und Industrie ernannt. Tanger, 9. Aug. Der Sultan hat soeben von den deutschen Ingenieuren die Plane für die Hafenbauten von Larasch in Empfang genommen. Die Entscheidung darüber hat er sich bis zum Eingänge der Studienberichte über die Häfen Casablanca und Saffi vorbehalten, die eine algerische Gesellschaft ihm demnächst zukommen' lassen soll. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag den 11. August 1906: Meist trüb, geringer Regen, kühl, Mäßige westliche Winde. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. TeSefomschs des Giessener Anzeigers« mitg« und Industi Frankfurter Ilörs 3^°/0 Reichsanleihe . . 98.95 3% do. . . 86.95 3J46/o Konsols .... 99.00 3% do 87.00 3^°/0 Hessen 98.30 3/4°/n Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente. . 100.40 4*/g % Oesterr. Silberrente 100.50 4% Ungar. Goldrente . . 95.20 4% Italien. Heute . . . 103.50 3 9< Portugiesen Serie I . 69.50 3% Portugiesen III 70.60 4 XA °/fl russ.Staatsanl. 1905 86.75 4I^°/n Japan. Staatsanleihe 94.80 4% Conv. Türken von 1903 96.50 Türkenlose 145.10 4% Griech. Monopol-Anl.. 54.75 4% äussere Argentinier . 90.50 3°/0 Mexikaner .... 68.70 4&°/o Chinesen .... 98.30 Aktien: Bochum Guss 234.50 Buderus E. W . ... 126.50 Tendenz: fest. Berliner Börse, 1 Canada E. B 166.20 Darmstädter Bank . . . 138.60 Deutsche Bank .... 238.20 Dortmunder-Union C. . . —.— Dresdner Bank .... 157.00 Tendenz: fest. KwrslbeiFBcMe von der Bank für Handel •ie, Giessen. e. 10. August, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 143.25 Elektriz. Schnckert . . . 127.00 Eschweiler Bergwerk . . 254 90 Gelsenkirchen Bergwerk . 228.50 Hamburg-Amerik. Paketf. 159.50 Harpener Bergwerk. . . 213.00 Lanfahütte 233.00 Nordd. Lloyd 130.25 Oberschles. Eisen-Industrie 126.00 Berliner Handelsgcs . . 169.50 Darmstädter Bank . . . 13890 Deutsche Bank . . . 239 00 Deutsch-Asiat. Bank . . 175.50 Diskonto-Kommandit. . . 183.30 Dresdner Bank . . . 157.50 Kreditaktien 211.20 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . 119.10 Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 33.90 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.00 Prince-Henri-Eisenbahn . 144.50 ). August. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 212.90 Laurahütte — Lombarden E. B. ... —.— Nordd. Lloyd 130.10 Türkenlose — Bekanntmachung. In das Genossenschaftsregister des unterzeichneten Gerichts wurde heute eingetragen: An Stelle des verstorbenen Vorstandsmitgliedes des landwirtschaftlichen Consum-Vereins I, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht zu Beuern, Johannes Otto II. in Beuern, ist der Landwirt Philipp Sommerlad 6. zu Beuern in den Vorstand gewählt worden. Gießen, den 7. August 1906. b10/. Großherzogliches Amtsgericht. 8 Geschäfts-Verlegung. Meiner werten Kundschaft und Nachbarschaft die er- H || gebene Mitteilung, daß ich mein 05741 Ä FriseasB'-^ssc^äf'ä von Bahnhofstraße 11 nach IEcke Sonnenstrasse und Kreuzplatz verlegt habe. g Otto Rothnann, Friseur und geprüfter Heilgehilfe. | M® HieisesHikeB unübertroffen in Qualität und Auswahl, billigste Preise, Rohrplattenkoffer, Pappelholzkoffer mit Einsätzen, ca. 50% Gewichtsersparnis, Handkoffer, CouvL- und Rundreisekoffer in Segeltuch und Leder. Herren-und Damen-Hutkoffer, Original russische Hutschachteln, sehr leicht und solid. Reiserollen mit und ohne Einrichtung. Beliebte Reise-Handtaschen in Segeltuch und prima Rindleder, solidem Bügel und Schloß, von 3.50 Mk. an. Rucksäcke für Knaben von 75 Psg. an, RÜckfäcke für Touristen von 1.75 Mk. an. Trinkflaschen in Aluminium, Glas zc. Anfertigung sämtlicher Reiseartikel nach besonderen Angaben. Kilbinger Seltersweg; 19. 4421