Erstes Blatt IS«. Jahrgang Amts- und Anzeigebkatt für den Ureis Gießen jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen inonatlich 60 Pf.; durch diePost Mk.2.—viettel- jährl. ausschl. Bestetlg. Annahme von Anzeige« für bie Tagesnmnmer bis vormittags 10 Uhl^ Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ au§roärt8 20 Psg. Verantwortlich für den polit und allgem. Teil: P. Witt ko; tot .Stadt und Staub'* und -Gerichtssaal''-. Ernst pest; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Minister, Polonyi Justiz, Graf Aladar Zichy (VolkSpartei Minister a latere, Darcmyi Ackerbauminister, Apponyl Kultus und Unterricht. Die Wahlen zum ungar. Reichstage sind für die ersten Tage des 9)tat an beraumt. Der Reichstag soll auf den 19. Mai einberufen werden. Die erste Sitzung sindet am 21. Mai statt. Montag «.AprilISO« BezngSpret-r monatlich75Pi., vierter- Nr. 84 Erscheint tSgttch außer SonmagS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesslfchen Landwltt die Siehener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen llnwers.-Buch-n. Stein- bruderet. 5t Sange. Redaktion, Ervedittoa imb Druckerei: Schnlstraße 7. Redaktion 113 Verlag u.Exved.e-^51 Adresse für Deoeschen: Anzeiger Gießen. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger 87 v Are heutige Yurnmer umfaßt 10 Seiten« KekmnttmachMg. Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen, rechts der Lahn. Die Versteigerung der noch vorhandenen Masicgrundstückc in dein zum Feldbereinigungsverfahren Gießen, rechts der Lahn zugezog-nen Teil der Gemarkung Heuchelheim findet Donnerstag, den 12. April l. Js. an Ort und Stelle statt. Zu den Masiegrundstücken gehört der ehemals Brömecsche von der Feldbereinigungsgesellschast bisher betriebene, abgedeckte und nach Beendigung der Meliorationsarbeiten nun» mehr entbehrliche Steinbruch in Flur X Nr. 349 der Gemarkung Gießen in seiner durch Abpflückung kenntlich gemachten neuen Begrenzung. Die Zusammenkunft sindet an diesem Steinbruch nachmittags um 2 Uhr statt. Ebenda werden auch die Versteigerungsbediugungen bekannt gegeben. Friedberg, den 31. März 1906. Der Großh. Feldbereinigungskommissär: Spam er. Kreisamtmann. Reichstagvabgeorvneter Ar. Kleber über die politische «Lage. (Original-Artikel des „Gießener Anzeigers") R. B. Darmstadt, 7. April. In einer stark besuchten allg. Wählerversamm- lun g im großen TurnhaUensaal am Woogplatz hielt gestern abend Reichstagsabg. Prof. Dr. Hieber aus Stuttgart einen interessanten Vortrag über die gegenwärtige politische Lage, ür wandte sich zuerst in scharfer Weise gegen die Behauptungen in den Wahlslugblättern der „vereinigter: Liberalen" Nicht die „Furcht" vor der Sozialdemokratie, sondern vielmehr der positive Entschluß, das Bürgertum zusammenzuscharen zum festen Kampfe gegen die Sozialdemokratie, habe auch in Darmstadt die Kandidatur D r. Stein ge- zeitigt. Erst am verflossenen Donnerstag habe Äbg. Basser- mann im Reichstag betont, daß sich unter Beiseiteschiebung der einzelnen Parteigcgensätze alle bürgert Parteien jetzt mehr als je mit scharfer Front gegen die Sozialdemokratie zusammenschfaren sollten. Es könne für die bürgerliche Ge- jellschaft ganz gleichgiltig sein, ob sie vvn der „ästhet'schp ethischen" oder von der „marxistisch-orthodoxen" Gruppe der Sozialdemokratie zertreten werden solle. Der Redner zeigte an verschiedenen Vorkommnissen int Reichstag die traurige vaterlandslose Gesinnung der Sozialdemokratie; sie bilde von allen Parteien im In- und Auslände die rückständigste Arbeitcrvertretung, und mache es sich geradezu zur Aufgabe, die Geschäfte des Auslands zu besorgen. Würde die Sozialdemokratie nur eine rücksichtslose Vertreterin der Arbeiterinteressen sein, so würde man sich nicht zu einer grundsätzlichen Bekämpfung derselben entschlossen haben; sie habe sich aber zu einer so einseitigen Verfechterin des Klassenkampses entwickelt, daß sie niemals die wirklichen Interessen der Arbeiterschaft vertreten könne. Man müsse auch Verwahrung dagegen einlegen, daß sich eine Klasse allein als die berufene aufspiele, als ob sie allein die Trägerin aller Kultur und alles Fortschritts wäre. Ein großer, weiter Kreis von Interessen sei auch heute nock dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer gemeinsam, und die geschichtliche Entwicklung werde schließlich denjenigen Recht geben, die da meinen, daß bei der fortwährenden Verschärfung der Gegensätze zwischen den beiden großen Gruppen die Arbeitnehmer an: meisten zu leiden haben werden. Tie gefährlichste und am meisten zu bekämpfende Seite der Sozialdentokratie sei das Erregen von Verbitterung, das systematische Schüren von Zwietracht und das absichtliche Abspcrren weiter Volkskreise von einander. (Lebh. Beifall.) Redner geht daun auf die Vorwürfe der „vereinigten Liberalen" gegen die Nationalliberalen näher ein. Die geschichtliche Entwicklung sei in Kunst, Kirche, Schule re. in den verschiedenen Bundesstaaten sehr verschieden; so beruhten noch heute die Voltsschulen in Württemberg auf konfessioneller Grundlage und es sei noch nie einem Mitglied der süddeutschen Voltspartei eingefallen, den Antrag auf Einführung der Simultanjchulen zu stellen. In Hessen versuche man dagegen in einem Flugblatt die nationalliberalen Reichsiagsabgeordneten für den preußischen Volksschulgesetz- enttourf verantwortlich zu machen. Die so erfolgreich begonnene Sozialpolitik in Deutschland könne nur aufgrund der starken Wehrhaftigkeit fortgesährt werden, ohne ein starkes Heer würde die deutsche Arbeit zugrunde gehen. Redner bespricht daim die sozialpolitische Gesetzgebung Deutschlands, an welcher bie Nationalliberalen in erster 2ülie mitgearbeitet haben, und betont, daß dieselben auch unter allen Umständen für die Einführung der Rechtsfähigkeit der Berufsvereine, und ebenso für eine gesetzliche berufliche Organisation des Arbeiterstaudes eintreten werde, die dieser ebenso beanspruchen könne, wie sie der Kaufmaunsstand, der Handwerkerstand u. a. bereits besitzen. Nachdem der häufig von lebh. Beifall unterbrochene Redner bann noch seine Anschauungen zur Reichsfinanzreform bargelegt und durch Angabe statistischen Materials den Nachweis dafür erbracht hatte, baß auch in Frankreich, Amerika usw. bas System der indirekten Steuern weit stärker ausgebildet ist, als in Deutschland, schloß er unter Hinweis auf die jüngst erfolgte Enthüllung des Bis- marckden kni als hier mit der Aufforderung, im Sinne Bismarcks am Wohl des Vaterlandes auch am Wahltag mitzuarbeiten. Die Ausführungen Prof. Dr. Hiebers wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Zum Schluß forderte Reichs- tagäabgeorbneter Dr. Becker auf, am 25. April geschlossen an bie Wahlurne zu treten und dafür zu sorgen, daß bie Beschämung, von oer Zinne ber hessischen Resibenz noch weiter die rote Fahne wehen zu sehen, von uns genommen werbe. Zu Beginn ber Versammlung, die Rechtsanwalt Dr. Osann II. leitete, hatte der Kandidat Dr. Stein sein Programm näher bargelegt. Der Schluß der Marokko-Kouscrcuz. • Algeciras, 7. April. In ber heutigen V rmittagssitzung zur Unterzeichnung der Generalakte erklärte ber Herzog von Almodovar, baß bie marokkanischen Delegierten, ba ein Teil ber Beschlüsse ber Konferenz noch nicht vom Sultan genehmigt würbe, zunächst bie Akte nicht unterzeichnen könnten. Der zweite italienische Delegierte werbe sich im Auftrage ber Konferenz nach Fez begeben, um bie Generalakte bem Sultan vorzulegen, dessen Entscheidung alsdann gegebenenfalls gleichzeitig als Unterzeichnung und Ratifikation seitens Marokkos gelten soll. Sodann steUt ber Herzog von Almobovar zunächst die Frage, wie die bie Mitwirkung der schweizerischen Regierung voraus- setzenben Beschlüsse, nämlich Ernennung eines schweizerischen Offiziers zum Generalins.pektor ber Polizei unb bie Zuständigkeit des schweizerischen Bundestribunals für gewisse die Staatsbank betreffende Fragen zur Kenntnis der schweizerischen Regierung gebracht werden sollen. Botschafter v. Rado witz schlug vor, den Präsidenten zu beauftragen, zunächst in nichtoffizieller Weise anzufragen. Revoil schloß sich diesem Vorschläge an. Hierauf erklärte der amerikanische Delegierte White namens seiner Regierung, daß diese keine Verantwortlichkeit für die Durchführ ung der Be- s ch l ü s s e der Konferenz übernehme. Ter schwedische Delegierte Saga schloß sich dem Vorbehalte Whites an, soweit er sich auf den Wunsch des Königs von Schweden bezieht, keinerlei Verantwortlichkeit zu übernehmen bezüglich ber Maßregeln, die bie schwedische Regierung veranlassen könnten, aus ihrer Reserve herauszutreten, in welcher sie sich in allen Fragen zu halten beabsichtigt hat, die nicht den Grundsatz der offenen Tür betreffen. Marquis Visconti ,Ve nv st a dankte alsdann dem Vorsitzenden und bat ihn, dem König von Spanien bie Huldigung der Konferenz, sowie ihren Tank für die gewährte Gastfreunoschäft zu übermitte!'. Der Herzog von Almo- dovar bankte seinerseits dem Italien. Delegierten Marquis Visconti Veno sta, bessen vermittelnder Tätigkeit er einen großen Anteil an bem Gelingen ber Konferenz zuschrieb. Er erklärte bann namens seines Königs, feiner Regierung und des spanischen Volkes, daß sie glücklich gewesen seien, der Konferenz Gastfreundschaft zu gewähren unb so die Verwirklichung bes Friebenswerkes zu erleichtern, von bem er hoffte, daß es insbesonbere Marokko zugute kommen werde. Hierauf erfolgte die Unterzeichn ung. Danach ergriff Elmokri bas Wort, um der Konferenz für ihre Arbeit und ihre Fürsorge zu danken, woraus der Herzog von Almodovar ihm in eourtoisievollen Worten antwortete. Zum Schluß verlas ber Präsident bie Schlußrebe, in ber er auf die Bedeutung ber Konferenz hinwies und allen Beteiligten für ihre Mitwirkung bankte. Bevor ber Her zo g von Alm o b o oar bie Konferenz für geschlossen erklärte, ersuchte er bie marokkanischen Vertreter, bem Sultan bie Grüße ber Delegierten unb ihre Wünsche für bas Gedeihen Marokkos auszubrücken. Ter Bürger in ei st er erklärte, baß im Sitzungssaale eine Marmortafel angebracht würde, worauf bie Namen sämtlicher Delegierter verzeichnet werden sollten, bie an Der Konferenz teilgenommen haben. So bann er Härte ber Herzog von Almodovar die internationale Konferenz von MgeciraS für geschlosse n. Die Unterzeichnung ber Generalakte unb bes Zusatz- prototolls erfolgte heute nachmittag gegen 1 Uhr. Gelegentlich bes Mschlusses ber Konferenz fanb im Hotel Reina Cristina ein Tejeuner statt, währenb welchem die verschiedenen Nationalhymnen gespielt wurden, Nach jeder Nationalhymne drückten bie Delegierten dem Betreffenden bie Hand unb beglückwünschten ihn. Botschafter v. Radowiy empfing ein Telegramm des deutschen Kaisers, in dem ihm unter anertennenben Worten mitgeteilt wird, daß er ihm den Orden vom Schwarzen Adler, ferner bem Grafen Tattenb ach die Brillanten zum Roten Mlerordcn 1. Kl. und dem Geh. Legationsrat Kl e hm et die ftrone zum roten Adlerorden 2. Kl. verliehen habe. Paris, 7. April. Die „Petite Republique" sagt: Die Rede des R eichst an zlers, besten Erklärungen svwoU der Farm wie dem Inhalte nach beruhigend waren, enthält für uns wertvolle Fingerzeige für die Zukunft. Sie stellt das Aufhören des gegenseitigen Mißtrauens und die Möglichkeit einer Annäher - ung in Aussicht. Wir hoffen, baß die französische Regierung eine solche Politik unterstützen wird. Ja, die Franzosen müßten noch mehr tun und die edle und für sie selbst nützliche und versöhnliche Rolle übernehmen, um. die zroischen Deutschland unb Rußland eingetretene Verstimmung sowie die englisch-deutsche Nebenbuhlerschaft zu mildern. Das neue ungarische Ministerium. Kaiser Franz Josef ernannte am Samstag Wekerle zum ungar. Ministerpräsidenten. Wekerle legte am gestrigen Sonntag in Wien den Eid in die Hände des Monarchen ab. Die Eidesablegung der übrigen Kabinettsmitglieder soll in Budapest erfolgen, wohin der Kaiser sich in dieser Woche begibt. Die Ministerliste lautet: Wekerle Ministerpräsidium und Finanzen, Graf Andrassy Inneres, Kossnth HandelsTic Kette unbegreiflicher Fehlgriffe, wclcho bie Politik bes Wiener Hofes gegenüber Ungarn seit jeher begangen hat, ist wieber um ein neues Glied vermehrt worden, denn nun ist wohl der Zerfall des Reiches in zwei von einander volll'ommen getrennte Staatshälften besiegelt. Jetzt tritt die Koalition iu den Besitz ber Negierungsgewalt, unb sie wirb so grünblich au ber Durchdringung „Ma- gyariens" mit den Revolutionsidealen des alten Kvssuth arbeiten, daß in ganz Ungarn bald genug keine Spur mehr von ber schwarz-gelben Reichsibee übrig bleiben wirb. Schon jetzt zielst man in den ungarischen Kadettenschulen feine kaiserlichen, sondern ungarische Offiziere heran, schon jetzt sucht man bei den ungarischen Regimentern der gemeine feinten Armee die ungarische Regimentssprache durchzusetzen, unb bic Koalition erst wirb biefe Bestrebungen noch ganz anders fördern. Indessen, bie Würfel sind nun einmal gefallen, ber alte, ruhebebürftige Herrscher hat ben verhängnisvollen Pakt abgeschlossen. Die Entwicklung läßt sich nicht mehr aufhalten. Mord und Raub und Wahlen in Rußland. Der Gouverneur von Twer, tzoleptzow ist in der Hauptstraße der Stadt durch eine Bombe getötet worden. Die Ermordung geschah, als er auf dem Wege zu der Wahlversammlung war, in ber ein Mitglied zum Reichrat gewählt werden sollte. Durch die Explosion ber Bombe wurde der Kutscher des Gouverneurs lebensgefährlich verletzt. Der Mörder wurde verhaft et. Durch die Explosion wurden außerdem von dem auf der Straße befindlichen Publikum eine Dame, zwei junge Mädchen und zwei Knaben leicht verletzt. Der verhaftete junge Mann hat das Aussehen eines Arbeiters und ist nach den Papieren ein 18jähriger Mensch aus Saratow namens Bu- gatschew. Mehrere mit Masken versehene bewaffnete Personen drangen in das Eisenbahnkonstruktionsbureau in Astrachan ein, knebelten die B-muten i:i?> verschwanden, nachdem sie 3 1)00 Rubel geraubt hatten. Au Deck des Weichseldampfers Wawel spielten sich blutige Szenen ab. Acht bewaffnete Mitglieder der Kampfes- organisation verfolgten fünf Hazardspieler und gaben auf sie 50 Revolverschüsse ab. Drei Spieler wurden getötet unb ins Wasser geworfen. Zwei tätlich Verletzte starben bald darauf im Spital. Dann bedrohten sie die Besatzung mit Erschießen und erzwangen so, daß sie an Land gesetzt wurden und enttarnen. In Petersburg sind bei ben Wahlen 59 Prozent aller abgegebenen Stimmen ben Konititutionell - Demokraten, 26 ben Mitielparteien und 15 ben kleineren Parteien zuge- sallen. — In Riga siegten bei ber Reichsbumawahl in brei Stabtbezirken bie vereinigten konstitutionell - bemokratischen Parteien, bestehend aus Russen, Letten, Esthen, Litauern und einem Teil der Polen. Nur in der inneren Stadt siegten die Deutschen, die auf diese Meise blos 10 von den 80 Wahlmännern durchbrachten, die das eine Duma-Mitglied für Riga zu wählen haben. Ausland. London, j7. April. Sir Campbell Bannerma» hielt anläßlich eines Banketts eine Rede, worin er u. o. erklärte, daß er bei Prüfung der auswärtigen Angelegenheiten eine Besserung des Verhältnisse feststellen müsse« Die Konferenz in Algeciras sei zu einem günstigen Ergebnis gekommen. Wir sind glücklich, uns zu erinnern, daß wir die französische Regierung in loyaler Weise in ihren Forderungen und in der von ihr eingenommenen Haltung unterstützt haben. Madrid, 7. April. Hier verlautet, daß der deutsche Kaiser Mitte Mai in Alicante eine Unterredung mit König Alfonso haben wird. Rom, 8. Llpril. Der »Gazetta bei Popolo" zufolge beabsichtigt der Marineminister 400 Millionen Lire zur Ergänzung der Flotte zu fordern. — Gestern fand im Kapitol die Eröffnung des sechsten Weltpost ko ngresseS statt. Der König und die Königin wohnten der Eröffnung bei, ferner die Minister Guiccardini. Mainom unb Baccelli. — Minister Baccelli gab heute ein Festmahl. Baccelli brachte einen Trinkspruch auf bie Einigkeit, bie Eintracht und ben Frieben unter ben Völkern aus. Der Staatssekretär des deutschen Reichspostamts Krätke dankte und brachte einen Trinkspruch auf den König und die Wohlfahrt Jta11 ens auL. Der Ausbruch des Bcsuvs. Avellino, 8. Aprck. Tie Stabt ist durch ben dichten Aschenregen, bev vom Vesuv ausgeht, unb über die SlaÄ niedergeht, in Dunkelheit gehüllt. In der gestrigen Nacht wurde ein Erdstoß wahrgenommen. Neapel, 8. April. Der Ausbruch bed Vesuvs nimmt eine immer brohendere Gestalt an. Der ^avastrem von sieben Metern Tiefe und 200 Metern Breite nähert sich mit beunruhigender Raschheit beit Wohnhäusern von Torre Annunziata und der Noroostseite von Pompeji. Tie Lava hat einen K ir chhos und einige Grund st ücke überschwemmt und mehrere Hau- UV.. Xw l Jhj. r k' Vf)1 -V, 'i H v V L/ [er zerstört. Der gestern nachts in Ottajano gefallene Aschenregen bedeckt den Boden 30 Zentimeter Ijiodji — Dem „Matttnv" zufolge ist Otta ja no in großer Gefahr. Der L a v a st r o m, der zwei Kilometer von Terzigno Sait gemacht tzLt, ist doppelt so stark geworden und hat auch an Schnelligkeit bedeutend Angenommen. — Eine Anzahl neuer Krater bat sich gebildet. Besonders stark ist der Ausbruch des Hauptkraters. Bvscotrcca.se ist von Lava gänzlich einge- schlossen. Einige Einwohner sind leichtverletzt. Frauen imi> Kinder liegen vvr ihren Heiligen im Staube und bitten um Rettung. Rcsina, 8. April. Der Direktor des Besnv-Observatoriums' teilt mit: Der Ausbruch des Vesuvs hat einen außerordentlichen Umfang angenommen. Während des gestrigen Tages und der vergangenen Nacht war die Tätigkeit des MaterS schreckenerregend. Sie nimmt noch innrter zu. Die ganze Ilmgegend des Observatoriums ist von Lava bedeckt. Weiß- glühende Brocken tverden in ungeheurer Zahl bis zu 800, sogar biszutansendMeter in dieHöhegeschleu- dert und bilden, nachdem sie niedergefallen sind, einen großen K^gel. Andere Lava massen entströmen anscheinend einem Krater, dessen Lage noch nicht siäxer bestimmt ist. Das, mit den Ausbrüchen verbundene Getöse und der durch das Aufeinanderprafscln des herausgeschlcudcrten Gesteins verursachte Lärm ist betäubend. Die Gebäude befinden sich in un aufhörli chcr, lebhafter Erschütterung. Die Apparate drohen entzwei zu gehen. Rom, 8. April. Nach einer Meldung aus Portici ist das Besuv-Obscrvatvrium zerstört. Der Vulkanologe Professor Mattencci, die Angestellten des Observatoriums und die dort besindlichen Carabinieri hatten es noch rechtzeitig verlassen können. Auch der Vesuvführer ist gerettet. Die Eooksche V efit v- bahn ist vollständig von Lavamafsen überdeckt und zerstört. Torre Annunziata ist in großer Gefahr. Die Behörden haben verlangt, daß mehrere Spezial-Trambahnwagen herbcigeschafft werden zum Transport der Bevölkerung, die in voller Hast den Ort unter Mitnahme der wertvollsten Gegenstände verläßt. Das Unglück von CourviLres und die französischen Ausstände. Die Hoffnung, weitere Lebende zu finden, hat man jetzt o ufgegeben, wenn auch die Rettungsarbeiten immer noch fortgesetzt werden. Dagegen steht jetzt fest, daß eine große Anzahl der Verschüttetet: noch tagelang gelebt hat. Man hat nämlich in den Taschen der bis jetzt herausgebrachten Leichen keinerlei Eßwaren gefunden. Alles war herausgeholt und aufgezehrt, ferner waren fast alle Leichen angekleidet. Die Katastrophe erfolgte während der Arbeitszeit, wo die Arbeiter den Oberkörper entblößt haben. Sie haben sich also nach der Explosion angekleidet und sind in den Gängen umhergeirrt, nach einem Auswege suchend. Man schätzt die Zahl der Leute, die erst nach vielen Tagen gestorben sind, auf 600. Es wird in Bergwerkskreisen erzählt, die meisten hätten sich zuletzt gegenseitig mit ihren Beilen erschlagen. Der Kampf gegen das Feuer in den Gruben wird unter günstigen Umständen fortgesetzt; 11 Leichen wurden in der letzten Nacht aus Schacht 4 in Sallan-Mines zutage gefördert; 7 Tote wurden von den Mrgehörigen erkannt, wobei sich ei-schütternde Szenen ereigneten. Ter Geruch, der sich aus den Särgen verbreitet, macht sich kilometerweit bemerkbar, und es nrüssen sehr umfassende hygienische Maßregeln getroffen werden. Aus den Särgen fließt eine flüssige Masse, welche die Gefahr einer Epidemie vergrößert. Ein drittes lebendes Pferd ist in den Gängen zwischen Schacht 3 und 4 entdeckt wvrden. Ter zuletzt gerettete Bergmann Verton ist wiederhergestellt und hat gestern abend das Lazarett verlassen. Die Lage im Ausstandsgebiet verschlimmert sich, da die Aufregung unter den Arbeitern immer größer wird. Es finden fortgesetzt Kundgebungen statt. V ier Dyn am it- titten täte sind gegen Eisenbahnen und Privatwohnungen verübt worden. Mangel an Kohlen macht sich sehr empsindlich fühlbar. Arrs Stadt mafc Lsnd. Gießen, 9. April 1906. "Prinz undPrinzessinHeinrich von Preußen sind mit Gefolge und Dienerschaft heute morgen auf der Reise von Kiel nach Darmstadt hier durchgefahren und haben das vorher bestellte Frü h stück in der Bahnhofs-Restauration eingenommen. * • Erledigt sind: Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrcrstelle an der Gemeindeschule zu Helpershain. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Ihrem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstclle an der Gemeindeschule zu Gronau. • * Zur Lehrer-Gehaltsfrage. Jin Saale der „Konkordia* in Frankfurt a. M. tagte arn Samstag nachmittag eine Lehrer-Versammlung, die nach mehr als zweistündiger Erörterung folgende Entschließung faßte: Die von rund 600 hessischen Lehrern besuchte Versammlung, die am 7. April in Frankiurt tagte, fordert die beiden Lehrer- Vereine des Großherzogtums Hessen auf ihre Eingaben um Regelung der Lehrerqehalte zurückzuziehen und durch neue zu ersetzen, loorin grundsätzliche Gleichstellung der Gehalte dec Lehrer mit den Subalternbeamten 1. Klaffe verlangt wird. Sollte diese nicht sofort erreicht werden können, ist neben freier Wohnung ein Gehalt von 1500 b i s 3300 Mark zu fordern, das in 27 Dienste jähren zu erreichen ist. • * Der Schluß der hessischen Lotterie. Die Ziehungstage der letzten 7. hessisch-thüringischen Staatslotterie sind nunmehr auf den 3., 4., 5., 7., 8., 9., 10., 11., 12., 14., 15., 16., 17., 19. Mai festgesetzt. ** Gießener Stadt t Heater. Am Sonittag abend wurde vor einem sehr gut besuchten Hause die dieswinter- liche Spielzeit unseres Stadttheaters geschlossen. Gegeben wurde anstatt, wie angekündigt war, Hartlebens „Rosenmontag" die ursprünglich für den Nachmittag vov- gesehene „.‘pc im at" von Sudermann. Ein näheres Eingehen auf den Inhalt und die Darstellung des Stückes ist um deswillen nicht nötig, weil das interessante Drama erst kürzlich, gelegentttch der Benefizvorstellung für Frau Bayrhammcr, besprochen wurde. Die gestrige Mfführung verlief im allgemeinen recht gut und sämtliche Mitwirkende gaben sich ersichtlich Mühe, der diesjährigen Theatersaison zu einem würdigen Abschluß zu verhelfen. Das Publikum war hochbefriedigt und spendete den Darstellern lebhaften Beifall. Ter sehr viele Mitglieder des jetzigen Ensembles nnd) im nächsten Winter oem Verbände unseres Stadltheaters angehören, ist anzunehmen, daß auch die nächste Spielperiode, die letzte im jetzigen Theatersaale, unter Herrn Direkror Steingötters umsichtiger Leitung einen gleich befriedigenden Verlaus nehmen wird, wie die jetzt beenoigte. * * Der Bahn Unfall, der am 30. Marz ds. Js. an dem Bahnübergang der Darmstädter Landstraße bei Sprendlingen slattfand, gab dem Abg. Dr. Fulda Veranlassung zu etner Interpellation im hessischen Landtag. Er fragt darin nach der Ursache und nach den von der Regierung in Aussicht genommenen Vorkehrungen gegen derartige Unfälle. f Laubach, 8. 'April. Mit Beginn dieses Monats siedelte Graf Wilhelm zu Solms-Laubach, seither Landrcch zu Schlüchtern, nach Schloß 'Arnsburg über, um die Verlvaltung der Stan d esherrschaft zu übernehmen. Der seitherige Vertreter Graf Karl ist als Regierungsassessor wieder in den Dienst der preußischen Regierung zu Kassel eingetreten. — Gestern abend hielt Hauptlehrer Storch aus Butzlmch im Kriegerverein, zu dem sich auch Nichtmitglieder gesellt hatten, einen Vortrag über das Kß f fh äu s erd en km al, dem er Bettachtungen aus Deutschlands alter und neuerer Geschichte, sowie verschiedene von ihm selbst verfaßte Gedichte einflvcht. Kaufmann Rittez, Vorsitzender des Kriegeroereins, dankte dem Redner, dessen 'Ausführungen lebhaften Beifall fanden. § Hungen, 8. 'April. Die seit zirka 12 Jahren hier bestehende Molkereigenossenschaft ist eine der größten Oberhessens. Ihre Mitgliederzahl nimmt fortgesetzt zu und ist jetzt auf 495 gestiegen. Die Genossenschaft er-, zielte im ab gelaufenen Geschäftsjahr einen Reingewinn von 12155 Mk., der an die Mitglieder zur .Verteilung kommt. ? Höchst a. d. Nidder, 8. April. Ein schrecklicher Unfall trug sich in dem Basaltsteinbruch bei dem früheren Kloster, jetzigem solmsischen Gutshof Engeltal zu. Ter Arbeiter Krauß aus Florstadt war mit Steinbrucharbeiten beschäftigt, als sich oben, wohl infolge des Regenwetters, größere Steinmassen lösten. Ein mehrere Zentner schwerer Felsen traf und zermalmte den Unglücklichen. Beine und Arme waren gebrochen und die- Brust eingedrückt, sodaß der Tod sofort eintrat. Er ist verheiratet und hinterläßt Frau und Kind. + Effolderbach, 8. April. Der 65jährige Wilhelm Rödling von Babenhausen wurde gestern im hiesigen Walde mit dem abgeschosienen Revolver in der Hand tot a u f g e f u n d e n. Darmstadt, 7. April. Die Auffindung einer Leiche im Walde bei Arheilgen hatte zu Gerüchten über ein Verbrechen geführt, doch ist der Fall nunmehr als ein Selbstmord aufgeklärt. Das Gericht stellte an Ort und Stelle den Sachverhalt fest. Danach war der Tote ein hier in Stellung gewesener Metzgergeselle Gg. Zabel. Aufzeichnungen in seinem Notizbuch legen die Selbstmordabsicht klar. Der Körper lag auf dem Waldboden. Auffällig war, daß das Ende eines fest um den Hals gezogenen abgerissenen Strickes fehlte. Der nächststehende, etwa 19 Meter hohe Baum ließ anfangs nichts erkennen, bis man im Wipfel der Tanne etwas zu sehen glaubte. Ein Waldarbeiter versuchte die Besteigung des Baumes, ließ aber als zu gefährlich davon ab, sodaß man zur Fällung schritt. Fast in der höchsten Spitze war das andere Strickende befestigt. Dott hing auch der Spazicrstock Zabels, Stellen der Rinde zeigten seinen Standott beim Selbstmord. Er hatte den Baum erstiegen, sich den Strick umgelegt, ein Fläschchen mit Salzsäure aus- getrunkcn und sich dann fallen gelassen. Die Leiche hing mehrere Tage zwischen den Aesien verborgen und wurde deshalb nicht entdeckt. Endlich riß der Strick, die Leiche stürzte aus der Höhe herab und wurde in dem verdächtigen Zustand gefunden. (Frkf. Ztg.) Mainz, 6. April. Der Kaiser und der Großherzog werden für die mi Mai stattsindenden Händel-Konzerte hier erwartet. Das Großh^ Palais wird für den Bestich bereits hergerichtet. fc. Mainz, 8. April. Der Milch krieg ist in vollem Gange. Die Milchprodnzentcn haben ihre Drohung zur Tat werden lassen und die Milch liefe rnng an die Milch- Händler eingestellt. Die Ersteren wollen so lange im „Ausstand" verharren, bis sich sämtliche Milchhändler bereit erklärt haben, 16 Pfg. für den Liter gute, einwandfreie Vollmilch loco Mainz zu zahlen. Die Mitchhändlcr erklären, dann müßten sie den Preis für den Liter Milch zunächst auf 24 Pfennig erhöhen, und dafür könnten sie dem Publikum gegenüber die Verantwottung nicht übernehmen. Die Kommission der Milchhändler habe der Produktionsgcnoffenschast eine kleine Preiserhöhung zugestchen wollen, wenn diese die volle Garantie für die Lieferung einer einwandfreien Vollmilch seitens ihrer Mitglieder übernehme. Diese Garantieleistung sei aber strikte abgelehnt worden. §§ Dutenhofen, 8. April. Palmavum, der Tag der Konfirmation, ist wieder herbeigekommen. Leider konnte die Feier nicht in unserem alten Kirchlein gefeiert werden, da dieses zurzeit erweitert wird. Deshalb mußten sich heute die Konfirmanden nach der Filialgemeinde Münchholzhausen begeben, woselbst mit den dortigen Konfirmanden gemeinsam die Einsegnung stattfand. -ed. Wetzlar, 8. April. Nach den Plänen des Kirchen- baumeisters Hofmann-Herborn ist unter Bauführer Jäger- Siegen nunmehr die neue Christuskirche in Wetzlar- Niedergirmes in ihrem äußeren Ausbau vollendet, so daß ihre Fettigstellung und Einweihung im Laufe des Sommers erfolgen kann. Als Baufonds sind 70 000 Mk. vorhanden, 60 000 Mk. fließen aus dem Gelde, das die Stadt Wetzlar bei der am 1. April 1903 erfolgten Eingemeindung von Niedergirmes erhalten hatte. 7000 Mk. giebt das Königl Konsistorium und 3000 Mk. bringt die evang. Gemeinde in zwei Jahren durch Umlagen auf. Wie in der letzten Stadt- verordneten-Versammlung mitgeteilt wurde, hat der Regierungspräsident genehmigt, daß für den Kirchbau 7000 Mk. aus dem früheren Niedergirmeser Kapital entnommen werden. Für die Kirche ist Niederdruckdampfheizung vorgesehen. □ Biedenkopf, 8 .April. Gestern nachmittag brannte in Erndtebrück die Rickelbachfche Möbelfabrik nieder. Der Schaden ist bedeutend. — In der Grube „Stahlberg* bei Müsen im Siegerland luurbe am Freitag nachmittag der 30 Jahre alte Bergmann Ewald Pfeiffer von dort durch herabfallendes Gestein getötet. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau mit vier Kindern.__ Vermischtes. * Wieder ein Eisenbahn Unfall. 9Cm 7. April e n t- gleiste der englische Nrordexpreßzug auf der Fahrt tmn London nach Schottland in der Nähe vvn CarliÄc, als er mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 100 Kilometer pro Stunde fuhr. Die Lokomotive wurde zertrümmert. Von einigen Wagen blieb nichts als ein Haufen übrig. Bisher wurde fcstgestcllt, daß ein Reisend'r getötet und viele schwer verletzt wurden. * Kleine Tageschrvnik. In Eisenach wurde der neunjährige Sohn des Hausbesitzers von Telden aus Ha- lensee bei Berlin, welcher feinem Vater mit 1100 Mark ein- kaffiertcr Mitte du r ch g e b r a n.nt war, verhaftet. Das Lebe-« Männchen hatte nur noch zehn Mark bei sich. — In Potsdam wurde der 19 jährige Eisenbahnarbeitcr Krause von einer Lokomotive erfaßt und totgefahren. — Auf der Lokaldampfbahnlinie Antwerven nach, Dcurne (Belgien) spielten einige Kinder. _ Als ein dreijähriger Knabe auf dem Geleise herum- lief, lief gerade der Zug heran. Sein l l jähriger Bruder riß den Kleinen weg, stolperte, fiel vor den Zug, so daß ihm beide Beine abgefahren wurden. Trotz einer sofort vorgenommencn Operation starb der junge Retter alsbald. — In Groß- Lichterfelde bei Berlin hat im Zustande geistiger Umnachtung der Amtsgerichtsrat An gn st, D egen er in seiner Wohnung mit einem Jagdgewehr s ich erschossen. — Am 8. April ist in der Schuhfabrik von I. Oehlett zu Neustadt a. d. Hardt Groß feuer entfaniben. In einer Stunde war der vierstöckige mittlere Längsbau, enthaltend die Weberei mit 80 Webstühlen, die Spinnerei mit 4000 Spindeln nebst Seitenbauten mit Vvrspinnerei und Walkerei nicdergebrannt, außerdem das Lager gefärbter Wolle. — In Himsdorf bei Geringswalde l.K'gr. Sachsen) schlug dcrBlitz in die Stuhlfabrik vvn Weiß. Vier Arbeiter wurden verletzt, einer darunter schwer. — Im Zuchthause zu Ra t i b o r wurde der Strafgefangene Masur, der eine 15 jährige Strafe wegen Totschlages verbüßt, wegen renitenten Benehmens dem Anstaltsdirektor vom Oberausscher Sauer Vvrgeführt. Im Simmer des Direktors zog Masur, der im Zuchthause mit Gemüseputzen beschäftigt ist, das Schälmesser aus dem Aermel seiner Anstaltsjacke, warf sich auf Sauer und versetzte ihm mehrere Stiche. Sauer und der Hausvater Haja zogen blank und machten Masur kampfunfähig. AvbeiLerbewegnng. Kronberg, 7. April. Die auf dem hiesigen Bahnhof beschäftigten Arbeiter streiken seit heute mittag; angeblich, weil ihnen Lohnzulagen nickt gewährt worden sind. (Frkf Ztg.) Altenbeken, 8. April. Die deutschen Tunnelarbeiter streiken, sie fordern Lohnerhöhung und Mbeitszeitverkürzung. Die Italiener arbeiten vorläufig tveiter. Braunschweig, 7. April. Die Versammlung der Braunschweigischen Metallindustriellcn beschloß einstimmig, wegen des in einzelnen Werken ausgebrochcnen Streiks sämtliche Betriebe stillzulcgen und zwar diejenigen, welche ohne Kündigungsfrist arbeiten lassen vom 11. April ab, die übrigen je nach Maßgabe der Kündigungsfrist. Betroffen werden 6000 Arbeiter. Der Versammlung wohnten auch Vertreter der Mttallindustrieverbände 5)amburgs, Magdeburgs, Hannovers und Halles bei. G r c i z, 7. ?lpril. Wie inderBerg-undMetallarbei- t e r s ch a f t, so gähtt es jetzt auch unter den mitteldeutschen Webern. Gestern stellten in der hiesigen Großweberei von Müller und Ktamer sänttliche Mbeiter die Arbeit ein. Da aber laut Verbandsbeschlnß alle dem sachsischtthüringischen Weberei- Verbande angehörigen Fabriken ihren Betrieb einftellen muffen, wenn in einem Verbandsbttriebe gestreikt wird, so hat die gestrige Einstellung der Arbeit eine ernste und schwerwiegentw Bedeutung. Halle, 8. April. Der Bergarbeiterftreik flaute gestern ab. Die Streikttffer sank auf 5OOOV2. Leipzig, 7. April. Der Taris ausschuß des deutschen L i ch t d r u ck g e w e r b e s bereitet eine Tarifänderung vor, die sich auf die Verkürzung der Arbeitszeit, die Regelung der Lohnsrage und die Abschaffung der Llkkordarbeit bezieht. H amb n r g, 8. April. Eine Versammlung von Seeleuten in Mtona beschloß heute, weiter im Aus st andzu verharren. Die Ewerführer sind jetzt ebenfalls in die Lohnbewegung ein- getreten und haben den Arbeftgebern einen neuen Lohn- und Arbeitstarif mit einem Tagelvhn von 4.80 Mark für die Ewerführer und die Kpstenschuten-Sckiffer eingcreicht. Was den Stteil der Roll- und Speditivnskutscher betrifft, so haben bisher 44 Firmen mit 260 Kütschern die Forderungen der Streikenden bewilligt; etwa 500 Kütscher von 77 Firmen verharren noch im Ausstand. Auch die Malergehilfen hielten heute eine stark besuchte Versammlung ab, die dadurch veranlaßt war, daß die Meister auf Grund des Kartellverttages mit dem Berliner Verbände den mit den Gehilfen für die Zeit vom 1. April ab vereinbarten Lohn- und Arbeitstarif vorerst wieder außer Maft gesetzt haben. Der Antrag, am Dienstag den Stteik zu beginnen, wurde abgelehnt. Die Gehilfen wollen erst das Ergebnis der Montag abend stattfindenden außerordentlichen Versammlung des Bundes der Norddeutschen Maler- und Lackicrer- mttster abwartcn. H amb u r g , 8. April. Die Lohnbewegung unter den Flußschi f f c r n und Maschinisten ist nach Aussprachen mit den größeren Bugsierfirmen beendet. Ebenfalls erledigt ist der angedrohte Stteik der Segelmacker. Hannover, 8. April. Die Gcfamtaussperrung in der Hannoverscken Metallindustrie ist vollkommen. Sämtliche Fabrikbetriebe der Matellindustrie Hannover-Linden stehen von Montag ab still. Prag, 8. April. Die "Buschtichrader Bahn verfrachtet infolge Streiks in den Mitteldeutschen Br a u n ko hl en r ev ieren aus dem Falkenauer Revier täglich 200 Wagen Kohle mehr als zur crttsprcchenden Zeit des Vottahres. Reichsdeutsche Agitatoren sollen in Falkenau weilen, um die Bergarbeiter zum Anschluß an den Ausstand zu bestimmen. Tatsächlich erhob die Arbeiterschaft mehrerer Gewerksckrasten die Fotidernng einer 25 proz. Lohnerhöhung. Paris, 7. April. Nach Meldungen ans Ajaccio hat das Spndikat der korsischen Eisenbahner den Gesamt-Aus- ft an i)1 beschlossen. — Nach Meldungen auS Douai hielten streikende Arbeiter einen Zirg von Arbeitswilligen an. 30 derselben wurden von den Streikenden fcstgenommen und nach Douai gebracht. London, 7. April. Tausend Arbeiter einer hiesigen Weberei sind gestern in den Ausstand getreten. Sie foroern eine Lohnerhöhung von 20 Prozent. In einer anderen Weberei streiken 2700 Arbeiter. Cleveland, 8. April. Die bünminöse Kohle fördernden Werke von Ohio faßten den Beschluß, die Forderungen der Bergarbeiter auf Bewilligung des Lohntarifs von 1903 abzulehncn. Winnipeg, 7. April. Der Ausstand der Straßen- bahnarbeitcr gab gestern Anlaß zu ernsten Zwischenfällen. Die Straßenbahn-Gesellschvst konnte den Betrieb wegen Zerst ö r n n g der Anlage u durch Streikende nicht aufrerK erhalten. Bei den Zusammenstößen zwischen Polizei und Stteiken- öen wurden mehrere Personen verletzt. „ Gerichtssaa-l. ~ (fc.) Höchst a. M., 6. April. Der Gem ei ndev ertret.er Schwerberger in Griesheim a. M. hatte sich heimlicki eine Wasserleitung in fein Maschinen Haus und in seine Waschküche gelegt und Jahre lang Wasser aus dem Gemeinde Wasserwerk bezogen, ohne es anzumelden und zu bezahlen. Durch das Zerwürfnis mit einem Mieter kam das unreelle Gebaren des GemeindcvettrtterS an den Tag, und dieser Tage wurde er vvm hiesigen Schöffengericht wegen Diebstahls zu 8 Tagen Esefäugnis, zur Tragung der Kosten und zur Nachzahlung vvn 365 Mar? Wafsergeld verurteilt. UttiVersitäts-Nachrrchten. Rom, 8. April. Im Kapitol fand heute aus Anlaß der E r ö f fn u n g der nach tzem König Humbert benannten Poliklinik eine Feierlichkett zu Ehren des früheren Ministers, Professors Guido Baccekli statt. Der König, die Minister, das diplomatische Kvrps, besondere Vertreter der fremden Regierungen und der Universitäten wohnten der Feier bei.. Der deutsche Reichskanzler und der preußisck;e KnlttSminister Dr. Studt bekundeten in ihren Telegrammen ihre Teilnahme an der Festlichkttt. Bei dieser hielten der Bürgermeister vvn Rom, der Unterrichtsmiuister, sowie mehrere Abgesandte von ftemden Regierungen und Universitäten Ansprachen, auf die Bac- celli in bewegten Worten seinen Dank ausifprach. .Als der Ge-, bei 5 her 5# Ä «Mist den feg’ gcsloM Diener 11« SM* qum tr,‘ Mnla-t°en Abends 7 ur Dienstao des Mittwoeb oei halb 8 Uhr: geschlossen. Dret Er Sonntag de Abends 7 U 16. April, ' 7 Uhr: „D 17. April: Mnj Han- Tarr Quelle wi! ftädter Br erhöhet lionen Mc und die B lionen Mo 9773 000, 6,7 und 8 Erfolg ( Rufs folge moll deutsche falls betk aufgelegt Mark bc Weiterenti Erfolges _ jedoch dri Auslande sich beteil fc. »1 »Sieg. 2li: preise, reich, 67 ? Rinder, 00 IM M wurde für 2. Qual 6 67 Mk., ? 65-66 M 00-009)11 Das Bin S( Si Gieß, Di. von t>ei Gc geliebte »fn im 73. I SehT ba int 1 b-' rfewf L'/, H Schanspielhaus. Handel' m Portugiesen . . 147 40 Türkenlose . . . 114.11 . 98.50 Prince-Henri-Eisenbahn . 141.00 216.80 Wieseck, den 9. April 1906. 2294 Gießen,- Weserstraße 27, den 9. Avril 1906. 2307 Solide. Chic. Bequem. e,8h Frühjahr 1906 Der Saison entsprechend sind a9/« sehr aparte Neuheiten Möbel. [2289 für Damen, Herren und Kinder reich sortiert vorrätig Wettergasse. Telephon 434 Marktstrasse 9 Kaiser-Borax . 245.75 . 129.20 4 % Oesterr. Goldrente. . 4l/s?< Oesterr. Silberrente Elektriz. Lahmeyer . . Elektriz. Schnckert . . Eschweiler Bergwerk Gelsenkirchen Bergwerk . 240 25 . 187.00 . 188.90 . 161.80 . 212.80: . 14350 . 131.60 . 259.50 . 227.00 135.80 130.10 171.80 145.30 Berliner Handelsges Darmstädter Bank . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisen! ahn . Gotthardbahn . . . Lombard Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . Ungar. Goldrente . . Italien. Rente . . . Portugiesen Serie T . 100.50 88.70 100.45 88 70 99.70 Börse. . 173.80 . 145.30 . 00.00 . 87.00 . 161.60 164 30 21710 3y?.( 3% W!< 3% 3 y20i. Reichsanleihe do. Konsols do. . . Hessen . . - Oberhessen lehrte dos K'apitvl verließ, bereiteten ihm die Studenten eine lebhafte Huldigung. „ . .. _ ~ — Fr o u en st u di u m. Der Senat der Universität >scna hat bei den Regierungen der Erholterstaoten den Antrag gestellt, daß künftig Freuen an der Universität unter denselben Bedingungen immatrikuliert werden können, wie die männlichen Studierenden. Bisl^r waren grauen nur als Hörerinnen in der philosophischen Fakultät zugelassen. — Dem Privatdozenten für Gchurtsbilft und Gynäkologie an der Berliner Universität Dr. Paul Straßmann iß der Pro- festor-Titel verliehen worden. Straßmann war 1891 2lssistent an der Gießener Frauenklinik unter Löhlein. _______ Hamburg- Amerik Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laura butte..... Nordd. Lloyd . . . ObeTschles. Eisen-Industrie Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Vrmansstchtliche Vitternng in H-°1en für Dienstag, den 10. April 1906: Meist trüb und geringer Regen, befonber? im südlichen Gebiete. Rach kühlerer Nacht am Tage kühler, windig. Nähere? durch die Gießener Wetterkarte. „Herz“-Schuhe 24.40 13560 146.70 Sehrff-nachvrchten. Norddeutscher Llond. In Gießen vertreten durch Carl Loo?, Kirchenvlatz. Bremen, 5. Avril. Der Dovpelschranben - Pobdampftr „Ebemnitz4, Kavitän I. Janßen, vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist (aut telegraphischer Nachricht heute 10 Uhr vormittag? wohlbehalten in New-Pork angekommen. 100.80 101.30 98.30 105.85 69.65 70.80 92.00 95 30 93.50 4russ.Staatsanl. 1905 4y°'o japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 4% 4% 3% 3% 9. April. Anfangskurse. Harpener Bergwerk . . Laurahütte . . , r ombarden E. B. . . Nordd. Lloyd .... Türkenlose . . . Telefonische Ktrsbe^c^ie des Giessener Anzeigers. mitgeteilt von der Bank für und Industrie. Giessen. Frnnkfnrter F-ör«P. 9. April, 1.15 Uhr. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir allen innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Frau F. W. Schmalenbach Wwe. 24.36 147.20 Eingesandt. (Für Form und Inhalt c.i . r unic; hici ■ 'üibrif ftehenben Artikel übernimmt die Redakt!"' dem Publikum gegenüber ke-.uerle, Verantwortung.) Es liegt mir viel daran, einem meiner Mieter zu beweisen, daß der Passus in dem Mietsvertrag, der vierteljährige Kündigung der Wohnung bei Ablauf eines Knlender- vicrteljahres zuläßt, in seiner beschränkenden Fassung — „mit Ausnahme vom 1. Oktober auf den 1. Januar, sodaß also der 1. Januar niemals als Ziehtag erscheint" — einem Ortsgebrauch entspricht. Ick habe wenigstens seit Anfang der 70 er Jahre hier in Gießen mit dieser beschränkenden Klausel zur Miete gewohnt und auch später als Vermieter stets diesen Passus dem Mietsvertrag eingefügt, besonders seit Einführung des bürgerlichen Gesetzbuches, das einige für den Vermieter recht ungünstige Bestimmungen enthält. Ich glaube, daß die meisten Mietsverträge hier in Gießen, besonders solche über größere Wohnungen, diesen Passus enthalten, entgegen der Annahme der Bürgermeisterei, an die sich besagter Mieter um Aufklärung gewandt hat, welche angibt, „daß es vorkomme, daß dies in Verträgen bedingt ivirb, aber allgemein gebräuchlich sei es nicht." Wie könnte mau in erschöpfender W"ise die Tatsache des in größerem Umfange statthabenden Bestehens dieser Bestimmung feststellen? Es dürfte dies, außer meiner Person, wohl das Interesse der meisten hiesigen Hausbesitzer finden. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste, sowie für die liebevolle Pflege der evangelischen Schwestern sagt herzlichsten Dank Familie Katz. odes-Anzeige Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere innigst geliebte Mutter, Schwiegermutter und Großinutter grau Anna Elisabeth Capeller geb. Buß im 73. Lebensjahre nach kurzem Leiden zu sich zu rufen. Die trauernden Hinterbliebenen. Familie Franz Henn. Gießen (Grednerstr. 95), den 9. April 1906. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 5*/, Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Ö2462 2. Qual. 85—90 Pfg., Lebendgewicht 50—53 Psg., 3. Qual. 00—00 Psg., Schlachtgewicht 64—66 Pfg., Schale: 1. Qual. 78—80, 2. Qual. 70—72 Psg., 3. Qual. 00—00 Psg.; Schweine 1. Qual. 77—78 Psg., Lebdgew. 60.00—61.00 Psg., 2. Qu.76-00 Psg., Lebend- gew. 59.50—00 Psg., 3. Qual. 68—70 Psg. Geschäft: bei fram- vieh gut, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueber- tand. , fc. Frankfurt a. M., 9. April. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.4) Amtliche Notienmgen der heutigen Fruchtmarktvreise. Weizen Mk. 18.00—18.50, RitrhefiUchcr Mk. 18.50—00, La Plata Mk. 19.25—20.25. Kania? Mk. 19.25—20.25, Rooaen (hiesiger) Mk. 17.00 —17.25, Gerste (Westerauer) Mk. 17.25—17.75. Franken, selber Mk. 00.00—00.00, Hafer 16.75—18.00, MaisMk. 12.50—13.00, Weizenmehl 27.50—28.00, M. 00—00, 2. Qualität Mk. 25.00 bi? Mk. 26.00, 3. Qualität Mk. 22.50—23.00, Roggenmehl 0 Mk. 25.00—25.75, 1. Qualität Mk. 23.00-23.75, Weizenkleie Mk. 9.50 bi? Mk. 10.00, Roggenkleie Mk. 11.00—11.50, Maiskeime Mk. 12.00 hi? Mk. 12.50, Franken, Mälzer, Rieb Mk. 17.25—18.25. Alle? per 100 Kg. ab hier. 3°/0 Mexikaner 4%% Chinesen . . - Aktien: Bochum Guss . . . Buderus E. W Tendenz: fest. Berliner Canada E. B..... Darmstadter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder Union C. . Dresdner Bank . . Tendenz: träge. Dienstag den 10. April *): Gastspiel von Mitgliedern des Hosburgtheaters inWien: „Hebda Gabler." Mittwoch den 11. Avril: „Judith". Donnerstag den 12. Avril, abend? halb 8 Uhr: „Die Jungfrau von Orleans." Freitag den 13. April geschlossen. Lamstag den 14. April: Zum ersten Male: „Drei Erlebnisse eines englischen Detektivs" Sonntag den 15. April, nachmittag? halb 4 Uhr: »Der £>e((er/ Abends 7 Uhr: „Ter Kaufmann von Venedig." Montag den 4% Grieeh. Monopol-Aul. 54.50 4% äussere Argentinier . 92.25 „ her Bahnhofstraße 27 Lindenplatz 12. a*/4 Mriginal-Drahtmel-rrngen. Berlin, 9. April. In vollbesetztem K u v e c hat ftd) bei 23jährige Student Alfred E a h e n erschossen. Die Aist- vassggicre hatten nicht das geringste Auffällige an dem junqett Mamw bemerkt. Zwischen Schöneberg und Ebersstraße zogi ec plötzlich einen Revolver itnb gab einen Schuß auf ndi ab. „al? der Zug aus dem Potzdamer Bahnhofe eintraf, holte der '" Schone^ berg wohnende Pater die Leiche seines Sohnes ob. — Das Kammer- acricht bat in der RevisionSinstanz in Sachen eines wegen Ver-i breihmg nnfittlicher Schrillen verurteilten ZeitungSh an d l er $- die Pervfiichtung der Zeitungshändler zur Prüfung sämtlicher von ihnen vertriebenen Druckschristen aus ihre eventuelle A n ft ö ß i g- keit bin als „kaum durchführbar" angesehen und da? Urteil der Borinstanz ausgehoben. B er l i n, 9.Avril. Das B e f i n d en des N e , ch s k a nz l er? ist a n d a u e r n d s e h r g u t. Es liefen zahlreiche G l >"> ck w u n s ch- t e I e g r a m m e zu seiner Genesung von hervorragenden Persönlichkeiten, darunter auch eine sehr herzliche Tevesche von König Eduard ein. die bei seiner 9lbreiic aus Marseille abgesandt rottrbe. — Bei der Konferenz der Vertreter sämtlicher deutscher Eisenbahndirekti onen wurden die Vorschläge de? v r e u ß i s ch e n Eisenbahnministeriums im Prinzip angenom- m e n. Die Einführung be? neuen Tarifs ist vor dem 1. Apnll 1907 nicht zu erwarten. , Alg'eciraS, 8. April. Mit den marokkanischen Delegierten schifften sich beute nachmittag nach Tanger auf bem spanischen, Kanonenboot .Maria Molinars auch Gras und Gräfin Tatten- b a ch, sowie die Mehrzahl der in Tanger restdierenben Gesandten ein. Außer bem russischen und dem englischen Delegierten Nieolion fmb heute noch hier: Revoil und der Italiener M a l musi. (Also etwa eine r u s s i s ch-e n a l > s ch-f r a n z 5 s i s ch- i t a l i e n i s ch e A n n ä h e r it n g ? D. Red.) Neapel. 8. Avril, 7 Uhr abends. In den Straßen von Ottasano erreichten die Lavasteinmassen über zwei Meterhohe. Mehrere Häuser in Ottajano sind ein gestürzt andere drohen einzustürzen. In der Ortschaft Sangioranm stürzte ein Landhaus ein und begrub unter den Trümmern zwei Erwachsene und ein Kind. In Somma wurden die öffentlichen Gebäude, darunter der Bahnhof, geräumt. Auch die Behörden uns Truppen verlassen ietzt Somma und Ottasano. In ©ein Guiseppe ist außer einigen Häusern auch die Kirche e i n g e st u r z t. 91u5 den Tn'unmern wurden einige Tote und Derwundete hei-vorgezogen. Der König und die Königin trafen hier em. chilab ¥ & ilübcrcn- kE Zum täglichen Gebrauch Im Waschwasser. Das unentbehrlichste Toilettemittel, verschönert den Teint, macht zarte weisse Hände. Nur eebt in roten Cnrton. 10, 20 und 60 Pt < Kaiser-Bcrax-Seife 60 Pf. - Tola-Selfe 25 Pt' Spezialitäten der Firma Heinrich Mack in Ulm a. 0. " Bekanntmachung. In das Handelsregister wurde eingetragen: 1. die Firma Gesch w. Seuling in Gießen, offene Handelsgesellschaft seit 1. April 1906. Gesellschafter: Elfriede und Eugenie Seuling, beide zu Gießen. 2. bezüglich der Firma Büttner & Damm in Gießen: Die offene Handelsgesellschaft hat sich aufgelöst, ohne Liquidation. Gießen, den 5. April 1906. Großherzogliches Amtsgericht. stetig auf Ksb ft Schiger v^vtz. toot Ung. ÄLLL-i. :r. ^iwemrzung. bct ^digunMst, Äf?' ^'UndMetallarbci. gtt den mitteldeutschen pW 0rü6toebntiZ ÄJtyrö- Da ab« Mmmglschm Webnei' betneb emstellen muffen cS ^'J0 die cmitt und ichlvemiegrndc uvuuys, Ausschuß des beutfifli Tarisänderung tw, ert&it, die Regelung k ffordarbcit bezieht. inmlung vvn Seeleuten sstandzuverharren n die LohnbewegunK a> einen neuen 4.80 Mark für die ftm- ngcreiÄ. MF da Äwl scher betrifft, so W e Forderungen der Strei. an 77 firmen bttferrtn je bitten hielten beute dadurch veranlaßt nm, Vertrages mit dem Der- t dir M im 1. Wti a’ vmefit wieder aux?: . DivMtz dm Arei! z: ihm wollen erst da? Gt» Den außerordentlichen Jachen Maler- und Lackiem- etvegung unter den Fl nack Äusfprachen mit dr nsalls erledigt ist der & samtausfyerruNL ic ist vMmmen. it Hmnover-Lmden W rader 'r°unk°hlcnr^ ?0Q Dagen HJ.e “ Te« Reichsdeutsche SB t die Bergarbeiter« £ Tatsächlich * die Merung einer SoM tä". A fi*« - * KircbGcbc NachrZchte«. Israelitische Religionsgemeinde. (boltesdiene, in der Svnagag- (Südankage). Dienstag, b e n 10. unb Mittwoch, ben 11. April 1906 Pgsfabfeft. 1. Tag: Vorabend 7 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Predigt. Nachmittags 4 Uhr. 2. Tag: Vorabend 8 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Abend? 8 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. (^offesbienfl1. Dienstag den 10. unb Mittwoch ben 11. April 1906: Pnsfahfcst. 1. Tag: Borabenb 6.45, morgens 8.00 Predigt, nachmittags 4.00. 2. Tag: Vorabend 8.00, morgens 8.00, nachmittags 4.00, Festausgang 8.00 Wochengottesbienst: morgens 6.30, abeubs 6.30. 16. April, nachmittags halb 4 Uhr: „Alt-Heidelberg." Abends 7 Uhr: „Drei Erlebnisse eines englischen Detektiv". Dienstag den 17. April: „Coriolanus." •) Anfang, wenn nicht ander? bemerkt, abend? um 7 Uhr. Handel und Verkehr, Volkswirtschaft. D a r m ft n b t e r Bank. Jüngst wurde aus zuverlässiger Quelle mitgetcilt, daß sich von ben Großbanken sveziell die Darmstädter Bank mit der ?lbsicht trage, ihr Grundkapital zu erhöhen. Das Kapital der Darmstädter Bank ist von 105 Millionen Mark in 1900 auf 132 Millionen Mark in 1903 gestiegen und die Bonk arbeitete in ben letzten beiben Jahren mit je 154 Millionen Mark. Das Institut verdiente in den letzten drei Jahren 9 778 000, 11 887 000 unb 16191 000 Mark: die Dividende betrug 6,7 und 8 Prozent. Nach all diesem hat die Bank mit großem Erfolg gearbeitet. R u s s i s ch e Anleihe. Einer Meldung der »Köln. Ztg." zufolge wollen die an ben früheren russischen Anleihen beteiligten deutschen Banken an dem bevorstehenden Geschäft sich gleichfalls beteiligen, obwohl die neue Anleihe in Deutschland nicht aufgelegt wirb. Letztere soll angeblich zwei Milliarden M a r k betragen. Das Blatt erklärt, im Jutereffe einer günstigen te-eilerentwicklung unserer Geldverbältniffe und eines nachhaltigen (f-rfalgc? der Zeichnung auf unsere heimischen Anleihen bleibt jedoch bringend zu wünschen, daß das deutsche Kavital auch im Auslande s o wenig wie >nö glich an der russischen Anleihe sich beteiligt. Märkte. fr. Frankfurt a. M., 9. Avril. (Telegr. Orig.-Bericht des „GießteAuz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt- preise. Zum Verkauft standen: 634 Ochsen, 00 aus Oestreich, 67 Bullen, 0 aus Dänemark, 1066 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 00 aus Dänemark, 592 Kälber, 233 Schafe und Hämmel, 1184 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schgslämmer. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewillft - Ochsen 1. Qualität 78—80 Mk., 2. Qual 64-70 Mk., 3. Qual. 58—65Mk.; Bullen l.Qual. 65 bis 67 Mk., 2. Qual. 61—63 Mk.: Kühe l.Qual. 69—71 Mk., 2.Qual. 65—66 Mk.. 3. Qual. 46—47 Mk, 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—009)1?. halber: 1. Qual. 88—93Pfg., Lebendgewicht 54—57 Pf., lUnff ttnö Wissenschaft. Cyristiania, 8. April. Rittmeister I s a ck>sen, der Kartograph der Sverdrupexpedition. bereitet in Verbindung mit Franzosen, wahrscheinlich ans dem Fürsten von Monako nahestehenden Kreisen, diesen Sommer eine a r k t i sche E r ve d i t i o n zur geologischen unb topographischen Erforschung unbekannter ftüften» teile 'Spitzbergens vor._______________________ §ptrlplaK brr «reinigten Frankfurter Stadttlieater. OvevnhauS. Dienstag den 10. April*): ^Der Provbet.* Mittwoch den 11. April geschloffen. Donnerstag den 12. April: „Samson und Talila." Freitag den 13. Avril geschloffen. Samstag ben 14. Avril: „Ter Waffenschmieb." Sonntag den 15. April, nachmittags halb 4 Uhr: „Der Trompeter von Säkkingen/ Abends 7 Uhr: Zum ersten Ata le: „Die Fischer von S t. I e a n.4 Montag ben 16. April, nachmittags halb 4 Uhr: „Frühlmgslust/ Abends 7 Uhr: »Oberon.4 Bevstergevmrg Dienstag, den 10. April (fd. IS., vachm. 3 Uhr sollen im fläbt. Pfandlokal, Seltersweg 11 bafiirr die wegen rückst. Ortskrankcn- faffebeiträge gepfändeten Gegenstände, Möbel aller Art, 3 Pferde, 1 Wagen. Kaffenschränke und 30 Mtr. Garten- schlauch versteigert werden. fMW 6> e m m e ff e r, Pscmdmeister Versteigerung. Dienstag, den 10. bö. Mts., nachmittags 2 Uhr versteigere ich Neustadt 55 dahier, gegen Barzahlung: 3 Drehbänke, 14 Hanbels- roagen, 1 Fahrrad, 100 Gas- zilinber, I Gramophon, 1 Pavtie Schlaffer, 4 Nähmaschinen, Hirsch- u. Rehgeweihe, 3 Dutzend Herren- und Tancenschirme, 1 Silber- schrank und verschiedene andere B o r u. G-'r-"'- la. MrinMe-Mcknge, bodji. ^airifot, 5 Pfund-Eimer Mark 1,25 10 ...... 2,30 25 „ ,, „ 4,75 Gehr. Berdux, ® d-«° i« Euler, Äammstratze Die .Anzeiger JWW*£ ^an . Die vor c>Qt’’er verans ft xÜCtM &*<£ N-mmLI B zur $e' Sä“« £LX* Iss?? fttf?6”".' Lb 6t ÄJ6" -Ml Kl! d«z T°r> bäk" bcr Wioese! Lurschinan" Dr. Ebel, j Zr. Gu!lle>^ Jughardt, Petri, ®f s Ochde-r Mecum die hatte, erbat i Tagesordnung fit d-S ®t!” iiifommen. des Oberbüro Mission, der taxiert hatte, schon gesagt, unb Gewiße' Bürgermeiste diesem gcger Taxe zu 3a welches scho Helfrich ver Leun zugn't ist. Dies I Kommission der Vertret haben. Beiger Vie Stadtv weise nicht? meister Lev versuchen n Geländes z Kommisston Leun beha Offerte ein die Taxe c verfahrens daß er in dasselbe 6 lichen Tax und im pro Ouaün sagen, daß Jahren sich aber in bei getan, ließ durchschnitt benutzten ( die ortßger hat die St 6 Pfg. prc Stadt. Maßstab f. 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