156, Jahrgang Erstes Blatt. Die Keutige Kummer umtalH 8 5>eiten. b einfach von feder Anteilnahme an der Marokkopolitik ausschalten wollte unter Außerachtlassung des Madrider Vertrags, führte endlich zu einer energischen Betonung der deutschen Interessen uud des deutschen Standpunktes. Am 31. März traf Kaiser Wilhelm in Tanger ein, von, Onkel des Sultans feierlich begrüßt. Welchen Aufruhr dieser Besuch in Paris uud London heroorgerufen hat, ist lebhaft in Erinnerung. Es ist eine ungeheure Anzahl von diplomatischen Noten in dieser Angelegenheit gewechselt worden, und der damalige Lenker der auswärtigen Politik Frankreichs, Tel- casse, betrachtete Deutschlands Vorgehen als easus belli, war geneigt, sofort die Regimenter im Elsaß eimnarschiercn zu lassen, wenn man ihn in London einer freundlichen Unterstützung versicherte. Welche Rolle das Londoner Kabinett in dieser Angelegenheit gespielt hat, ist nicht völlig klar, wird auch wohl nie ganz aufgeklärt werden. Indes, man hat sich in London die Geschichte überlegt, und der Effekt war, daß der französische Minister des Acußern fiel. Daraufhin kamen seine bekannten Enthüllungen im Pariser „Matin", die mit größter Deutlichkeit zeigten, wie nahe Europa am Ausbruch eines Krieges gestanden war. Die Tage, die auf jene Enthüllungen folgten, sind denkwürdig, man war plötzlich allerorts von einer Nervosität ergriffen worden. Tie Negierung behielt unter besonderer Betonung ihrer durchaus friedlichen Absichten ihre ursprüngliche Haltung bei, kümmerte sich nicht um das, was hätte sein können, und verfolgte ihre Absichten ruhig und unbeeinflußt weiter. Es folgten die Verhandlungen mit der neuen französischen Regierung, und sie führten trotz aller Angriffe zu dem Resultat, daß man sich aus eine neue Marokkokonferenz einigte. Seitens Frankreichs und des hinter ihm stehenden englischen Kabinetts wurden diese Verhandlungen nicht immer' mit aller Offenheit geführt, cs gab genug der Winkelzüge und der Widerwärtigkeiten sowohl in Paris, wie in Fez. Indes hat vorerst die offene Grobheit den Sieg in dieser Angelegenheit davon getragen, die beinahe einen Die Wogen der Erregung in den an diesem leidigen Streit beteiligten Ländern hätten so hoch nicht gehen können. Jetzt, da die Grundlage einer deutsch-französischen Marokko-Ver- näudigunq nach einem unendlichen diplomatischen Hin und .Her geschaffen ist, hat der König »Grund zu der Annahme, daß" re. Man hat also auf dem Kontinent ziemlich allgemein, bis in die maßgebenden Stellen hinauf, sich mit einem Gespenst, mit einer bloßen Einbildung abgequält. Dclcaffs wäre darnach der friedliebendste, unschuldsvollste Staatsmann unter der Sonne gewesen, und niemals hätten die be* rühmten hunderttausend Engländer für Schleswig-Holstein eine Nolle in der Politik gespielt? König Eduard gibt lächelnd zu wißen, daß alle Welt von höchst verträglichen Gesinnungen erfüllt gewesen ist. Wer etwas anderes glaubte, war von einem bösen Traum gefangen. Es ist menschenfreundlich, den von einem Alb bedrückten Schläfer aufzuwecken. Freilich, es geschieht sehr verspätet, aber man sieht den guten Willen. Keine Nation, weder die englische noch die französische, dachte an Störung! Lord Balfour, Lord Lansdowne, die vom Schauplatz abgetretenen britischen Staatsmänner, waren würdig deS Nobelpreises. Auch die Börse hat den Alb langer Beunruhigungen kräftig von sich obgeschüttelt und das nene Jahr mit einer stürmischen Hausse begrüßt. Die Börse ist von der Kundgebung Eduards entzückt. Vergessen schienen mit einem Mnle die düsteren Befürchtungen über die Zukunft Rußlands, die Zweifel an der Fortdauer der guten geschäftlichen Kon- junktur und die Sorgen um die Verteuerung deS Geldes. Die Börse bedarf nur des Zaubers einiger wohlgemuter Aeußerungen, um alsbald alles in rosigem Lichte zu er- blicken. Sogar das Erscheinen des deutschen Weißbuchs ! über Marokko soll, nach einem Pariser Telegramm deS Politische Tagesschau. Sin Radikalmittel gegen Duell und Mißhandlung. R. Berlin, 2. Ian. Ter Reichstag wird sich bald nach Wiederaufnahme seiner Arbeiten mit dec D u el l fra ge beschäftigen auf Grund der an einen bestimmten* Fall anknüpfenden Interpellation des Zentrumsabg. Roe reu. Vielleicht erfährt man bei dieser Gelegenheit, ob das Zentrum die Anregung der »Kölnischen Volksztg." sich zu eigen macht, es solle durch aktives oder passives Mitwirken von Militärpersonen beim Zweikampf jeder Anspruch auf Pension hinfällig werden — eine Strafe, mit der das rheinische Zentrumsorgan beiläufig auch eine wiederholte Mißhandlung Untergebener geahndet wissen will. Es wäre das in der Tat ein Radikalinittel gegen den Duell- unfug und die Schmach der Soldaten-Mißhandlungen. Die Regierung wird freilich davon ebensowenig etwas wissen wollen, wie die Konservativen. Immerhin böte sich dem Zentrum jetzt die günstigste Gelegenheit, einen Druck auf die Negierung auszuüben, weil letztere darauf besieht, daß die Neuregelung des Militärpensionswesens nicht länger hinaus- geschoben wird. Warum soll nicht auch der Reichstag einmal der Negierung ein »Unannehmbar"! entgcgcnhalten, wenn seinen Wünschen immer wieder Berücksichtigung versagt wird? Kus Htadl 'xr.il Kaud. Gießen, den 3. Januar 1906. •• Neujahr am Großherzoglichen Hofe. Seine K. H. der Groß Herzog empfingen am 1. Januar zur Entgegennahme der N euj a h rs g ra t u la ti o n e n: den Königlich Preußischen außerordentlichen Gesandten und be- vollmächtigten Minister Prinzen zu Hohenlohe-Oehringen; den Kaiserlich Russischen Ministerresidenten Fürsten Koudacheff; den Königlich Gro'^r'^nnischen Ministerresidenten Sir Herbert; Mittwoch 3. Jammv 1906 Be-.ugSpreisr ra monarlxch7bPÜ,viertel, „Berl. Tagebl.", wieder in Frage gestellt sein. Das iit eine Nachricht, die ohne Bestätigung nicht ohne weiteres sich hinnehmen läßt. Es ist doch nicht anzunehmen, daß etwa aus dem Grunde die Veröffentlichung deS deutschen Akten- materialS unterbleiben sollte, um nicht neue Erörterungen heraufzubeschwören? Tann würde es späterhin wieder heißen, Deutschland habe den französi' g.n Feststellxmgen keine beweiskräftigen Tatsachen entgegenzustellen vermocht. Um das Maß deS Angenehmen am Jahresbeginn zxl füllen, steuert die offiziöse „Nordd. Allg. Ztq." heute eine ersichtlich von: Fürsten Bülow herrührende Notiz bei: ein Votum vollen Vertrauens zu der Loyalität des neuen italienischen Ministers des Aeußern. Sie chreibt: In verschiedenen Blättern ist die Besorgnis laut geworden, der neue italienische Minister de? Aeußern, Marchese San G rr i l i a n o würde in den Balkaiüragen eine zu der Haltung Oesterreich-Ungarn? in Gegensatz stehende Politik einschlagen. Alan hat sich dabei au? gewisse Veröffentl'chimqen bezogen, die von Marchese San Grrilano im Jahre 1902, nicht wie angegeben in neuerer Zeit, ausgegangen sind. Wir teilen diese Besorgnis nicht. Wir haben volles Vertrauen zu der Loyalität des neuen italienischen Ministers des Weimern. Wir sind gewiß, daß die Richtschnur seiner Politik die nämliche sein wird wie die seines Vorgängers, getreu dem Geiste des Dreibundes. Nach alledem strahlt der politische Horizont wie lange nicht. Wir wollen hoffen, daß dieser Anblick nicht nur ein kurzer Traum ist. __________________ w General-Anzeiger Mir- und MzeigeAatt für den Kreis Gießen Ial)resschau 1905. B. Deutschlands äußere Politik. So wenig erfreulich sich im Deutschen Reich die inneren Verhältniffe im abgelaufenen Jahre gestaltet haben, jo muß man doch, wie wir gesehen haben, dankbar dafür sein, daß sie nicht noch schlimmer ausgefallen sind. Im gleichen Verhältnis stehen wir zur sog. äußeren Politik, nur daß hier die unerfreulichen Ereigniffe noch weit mehr überwiegen. Das Jahr 1905 hat den unglückseligen Kolonialkrieg von seinem Vorgänger geerbt und hinterläßt diese unselige Erbschaft auch seinem Nachfolger. Der Aufstand in Deutsch- Südwestafrika, der deutsches Gut und Blut in so reich- lichem Maße forderte, ist trotz aller Anstrengungen nur ein wenig eingedämmt und nicht ganz gebrochen; General v. Trotha hat sein Amt nicht in dem freudigen Bewußtsein abgeben können, daß er einen unbestreitbaren Sieg über die Rebellen davongetragen hat. Es ist manches erreicht worden und mehr als einmal schien ed, als wäre die Hauptmacht des F-indes endlich umzingelt und der Ausstand müßte niedcrbrechen — immer wieder entkamen die Führer und ihre räuberischen und heimtückischen Horden der Umzingelung. Erst kurz vor der Rückreise des Generals, die einer Absägung recht ähnlich sah, war ein Erfolg zu verzeichnen: nach dem Tode des treubrüchigen Hendrik Witboi übergab sich ein Häuflein von Hottentotten. Das ist recht wenig, zumal man ohne Nachricht darüber ist, ob die Aufständischen nicht am Ende auch die jetzige heiße Zeit noch durchhalten können, was den Krieg wieder um ein Jahr verlängern würde. Es nützt nichts, sich in Klagen über diese Tinge zu ergehen, und etwa nach den Leuten zu suchen, die daS ganze Unglück verschuldet haben, es bat für den Krieg selbst auch wenig genützt, daß das deutsche Kolonialamt selbständig gemacht werden soll und daß Dr. Stübel im Erbprinzen von Hohenlohe- Langenburg einen schneidigen Nachfolger erhielt. Der Aufstand in Südwestafrik a hat ein Pendant gefunden im Osten des schwarzen Erdteils. Die Verhetzung durch Zauberer" hat hier ihre Früchte getragen, doch scheint es glücklicherweise, als ob diese Rebellion nicht allzugefährlich wäre. Die weißen Truppen sind bisher nirgends auf besonders ernsthaften Widerstand gestoßen, die Schwarzen sind schlecht bewaffnet, und besitzen lange nicht den kriegerischen Geist, wie ihre Stammesgenoffen tm Süden. Immerhin bauert auch dieser Aufstand bereits eine staatliche Reihe von Monaten an, und es ist möglich, daß er sich noch länger hinzieht. Die Kolonialpolitik kommt uns also ziemlich teuer zu stehen, und wenn das Mutterland schon in Friedenszeiten ein hübsches Stück Geld alljährlich darauf zahlen muß, so laffen sich unter den gegebenen Verhältnissen die aufgewandten Millionen kaum mehr zählen. Sind diese Verhältnisse recht unerfreulich, so wurden sie doch weit in den Hintergrund gedrängt durch ein schweres volit Gewitter, das aus dem Westen über das deutsche Reich Heraufziehen wollte. Deutschland stand im abgelaufenen Fahre vor einer eminenten Kriegsgefahr, und em einziger Windstoß hätte die Flamme vielleicht aufflackern laffen die gute Freunde im Geheimen so bereitwillig geschürt fjtf ' Die Ursache des schweren Konflikts mit Frankreich und England ist bekannt; sie heißt Marokko. Das französisch-englische Marokkoabkommen, das Deutschland ganz Weltkrieg entflammt hätte. Von welchem Ernst die politische Situation Monate über nxrr, d.as hat uns auch die Thronrede gezeigt, die der Kaiser anläßlich der Wiedereröffnung des Reichstages verlesen hat. Tie Bezugnahme auf jene Mächte, mit deren wir in Tr'.iicn freundschaftlichen Verhältnis stehen, trur deutlich genug, und die Offenheit dieses Zugeständnisses ist nicht ohne Wirkung geblieben. Einmal hat mein sich im deutschen Reiche selbst darauf besonnen, daß cs nicht gut ist, den Haß des Auslandes noch zu schüren, und zum anderen scheint doch endlich auch das Ausland von der Friedlichkeit der deutschen Absichten überzeugt zu ein. In London hat das Kabinett gewechselt, und der neue Premierminister scheint Teutschland besser gewogen zu sein wie sein Vorgänger. Im allgemeinen sind unsere V e Ziehungen zu den fremden Staaten gegen das Ende des Jahres besser geworden, als sie bisher waren. Mit England scheint sich eine begrüßenswerte Verständigung anzubahnen, mit Frankreich haben wir Frieden, wenn auch keine Freundschaft. Mit Rußland unterhielten wir bisher die besten Beziehungen, aber bei dem Chaos im Riescnreiche will das nicht viel besagen. Tas Treibund- verhültniZ ist ungetrübt, trotz gelegentlicher Seitensprünge Italiens. Unsere wirtschaftlichen Beziehungen zum Auslande haben eine Aenderung im abgelaufenen Jahre kaum erfahren. Nach wie vor ist inan tüchtig an der Arbeit, neue Absatzqucllen zu erschließen. Im Osten Asiens sieht es damit allerdings seit dem Friedensschlüsse nicht besonders erfreulich aus, indes werden die Japaner auch nicht alles auf einmal durchsetzen können. Tas Jahr klana besser aus, als es begann, und darüber haben wir allen Grund, uns zu freuen. Hinter uns liegt zum großen Teil, was widerwärtig war, vor uns die Hoffnung auf friedliches Gedeihen! jährlich Mk. 2.20; durch Abhole. u. Zweigstellen monatlich 05 Ps.; durch diePost Alk. 2.—Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12Pf* auswärts 20 Plg. Verantwortlich für den polu. und allgem. Teil: P. Witt ko; für .Stadt und Land" und „ Gerichts!aal*: Ernst Heb; für den Anzeigenteil: Hans Beck, AsigesHüttelte Korgen. Der Pariser „Matin" teilt folgende Worte mit, die König Eduard in einer Unterredung mit einem Franzosen geglitzert haben soll: Ich habe Griind zu der Annahme, daß, was man auch am dem Kontinent glauben möge, k e i n e N a t i o n ,v i r k l i ch d a r a n gedacht hat, den F r i e d e n E u r o p a s ju ftoren, und ich bin sicher, daß feine gegenwärtig daran denkt, ihn • u b e b r o h e n. In den Beziehungen zwischen Frankreich und England wird sich nichts ändern. England hat schon unter dem vorigen flabmet versucht, sich dem r u s s. R e i ch e z u n a h er n. Tas heutige Kabinett beabsichtigt, darin iortzusahren, um völlig jedes M i 6 t r a u e n und jeden Interefs en-Konflikt zwischen beide', Ländern zu beende n." Präsident Loubet sprach ja auch, rote wir schon meldeten, beim Empfang deS diplomatischen Korps von dem moralischen Einfluß, den die Idee deS Friedens sich in der Welt erworben habe. DaS alles ist gut und scbön. Aber es ist nur zu bedauern, daß derartige beruhigende Erklärungen des Auslandes fast immer auSbleiben, wenn sie wünschenswert sind, und erfolgen, wenn sie überflüssig sind. Niemand wird bestreiten können, diß von deutscher Seite das Friedensbedürfnis oft und lebhaft zu erkennen gegeben wurde, selbst in den kritischsten Momenten der Marokko-Angelegenheit. Es fehlte jedoch eine ähnliche Versicherung der autoritativen Personen auf der Gegenseite. König Eduard wie Präsident Loubet ließen damals nichts davon oerlauten, daß ihnen die Erhaltung deS köstlichen Gutes der Völker nm Herzen liege. Unb wieviel Wert würde insbesondere eine friedliche Aeutzc^ ung König Eduards im richtigen Augenblick gehabt haben! «SqNch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Slehener Familien- blätter viermal tu der Woche beigelegt. RotanouSdruck tu Verlag der Brü h l'scheu Univers.-Buch-u. Steindruckerei. 9L Lange. Redaktion, Erveduio« und Druckerei: Gchnlstratze 7. Redaktion 113 Verlag u.Exved.e^Kbl Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Krtuumlmachimg. Betr.: Schluß der Apotheken zu Gießen an Sonn- und Feiertagen. Unter Hinweis auf die Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vorn 24. Dezember 1902, betr. die Abänderung der Vorschriften über die Einrichtung und den Beirieb der Apotheken (Reg.-Bl. von 1903, S. 2) bringen wir zur öffentlichen Kenntnis, daß den drei Apotheken zn Gießen durch Großh. Ministerium de? Innern, Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege, gestattet worden ist, abwechselnd je zwei Apotheken an den gesetzlichen Sonn- und Feiertagen in der Zeit von 4 Uhr nachmittags bis 9 Uhr abends zu schließen. An den jeweilig geschloffenen Apotheken wird durch einen Aushang diejenige Apotheke bezeichnet werden, welche geöffnet ist. Auch wird der abwechselnde Schluß der Apotheken von den Apothekern durch die Zeitungen zur Kenntnis des Publikums gebracht. Gießen, den 29. Dezember 1905. Großherzoglichcs Krcisamt Gießen. I. V .: Tw. Wagner. Gießen, den 30. Dezember 1905. Betr.: Ferien in den Volksschulen. Die Eroßb. Kreisschulkommrssion ©ieftcu an die Schulvorstände des Kreises. Großherzogliches Ministerium deS Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, hat durch Verfügung vom 14. Dezember l. Js. bestimmt, daß eS nicht statthaft ist, für in die Ferien fallende schulfreie Tage die Ferien zu verlängern. Wir ersuchen Sie, die Lehrer hiernach zu bedeuten. I. V.: Dr. Wagner. In erster Cinto ist eine Vor. Verkehr zu erschließen. viel Schwierigkeit, die dadurch weichst, daß in DicS macht 631 Frauen, 1. Klasse Kauft nur o,r c. 9,2" C. sollen als Fruhstucksgetränk 5® <* rdy o a a*t i bi . k ao trinken 1 Büchse M. 2.50 in den Apotheken. ___________ D8/, 83 , 10 S^ietcorolofltfdie E^eobochtnngen der Station Gießen. Familien Nachrichten. Gestorben. Frau Elisabethe Bommersheitn, Bußbach. — Frau Johanne Sophie Meier, geb. Hobnstädter, Marburg. — Fräulein Cina Klöifier, Akarburg. — Herr Gottlieb Krait, Lauterbach. — Herr Johannes Born V., Homberg a. O. — Herr Seb. Schmidt, Bermuthshain. Verlobte. Fräulein Anna Muth, Erbach i. O., mit Herrn August Koeb, Alsfeld. — Fräulein Elisabeth Schmidt, mit Herrn Baut Lausch. Alsfeld. — Fräulein Käthe Fisch, mit Herrn Willy Heß, Bad-Nauheim. — Fräulein Einma Rehm, Aichaffenburq, mit Herrn Joseph Haberl, Bad-Nauheim. — Fräulein Emilie Kaiser, Dillenburg, mit Herrn Arthur Waldschütz, Frankfurt. — Fräulein Emilie Vöhl, Gedern, mit Herrn Mar ChambrL, Lich. — Fräulein Marie Gop, mit Herrn Willy May, Heldenbergen. Hopfmannsield, im Kreise Lauterbach; dem Schullehrer Eduard Volk heim er zu Zellhausen eine Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Heldenbergen; dem Schulamtsaspiranten Joh. Angele aus Stuttgart eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Friesenheim, im Kreise Oppenheim. — In den Ruhestand versetzt wurde der Schiillehrer Franz Veith zu Ockstadt, im Kreise Friedberg, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als 50 jährigen treuen Dienste. — Säuglingsfürsorge und Säuglingsmilch- küchen, ein gegenwärtig in Gießen besonders interessterendeS Thema, behandelt ein in den heutigen Gießener Familien-; blättern befindlicher Aufsatz von Dr. med. H. Koeppe hier, worauf besonders aufmerksam gemacht sei. *• Der stä dtische Seesischma rkt, der vorige Woche wegen der Feiertage ausgefallen war, wird nächsten Freitag in den Marktlauben in gewohnter Weise abgehalten werden. Sonach ist die Erwartung der Gießener Fischhändler, daß das Ende des Jahres 1905 auch das Ende deS städtischen Fischmarktes bringen werde, nicht in Erfüllung gegangen. — Gießener Volksbad. Im Dezember wurden 9022 Bäder verabreicht gegen 9118 im November 1905 und 8349 im Dezember 1904, oder im Durchschnitt pro Tag 291 Bäder gegen 304 im November 1905 und 269 im im Dezember 1904. Der Besuch hat sich im einzelnen wie folgt verteilt: Schwimmbad 4793 Männer, darunter 947 zu 10 Pfg., rsur echt mitDreieck-Marke auf der Sohle, Dampf, und Heißluftbäder l sowie Massage zusammen 157 Männer und 25 Frauen, Brausebäder Wannenbäder 1. Kl. 253 Männer, incl. 15 kohlensaure Bäder, 97 Frauen, , 12 , r Wannenbäder 2. Klasse 710 Männer, 427 Frauen, .. ^IC 3'khung II. Klasse der 7. und letzten Hessisch* ^.ynringrschen Staatslotterie findet am 9. und 10. Januar o. I. sinkt. Auf die Notwendigkeit rechtzeitiger Loöerneueruna wird aufmerksam gemacht. ss24/h 557 Männer, 88 Frauen, Brausebäder 2. Klasse 1131 Männer, 153 Frauen. Die Personenwage wurde von 180 Personen benutzt und das Bad von 3 Personen besichtigt. — Die Frequenz des Bades im Jahre 1 905 stellt sich wie folgt (die in Klammern gesetzten Zahlen sind die deS Vor. jahreS): Abgegeben wurden überhaupt 117 930 (118 679) Bäder. Es entfallen hiervon auf Schwimmbäder 73 441 (74 216) und zwar für Männer 37 547 (36 887), für Knaben 11 212 (12 261), für Frauen 7008 (6847), für Mädchen 4712 (5503), sowie VokSbäder: Männer 10 192 (9697), Frauen 2770 (3021)., Wannenbäder: 18 743 (18 626) und zwar 1. Klasse: Männer 3328 (3181), Frauen 1392 (1190), 2 Klasse: Männer 8243 (8163), Frauen 5773 (6070), zu ermäßigten Preisen 7 (22). Brausebäder 23 551 (23 789), Männer 19 968 (20 640), Frauen 3583 (3149) Heilbäder 2195 (2048), davon entfallen auf römisch.irische und Dampfbäder: Männer 1680 (1547), Frauen 359 (296), Massage und Douche: Männer 125 (173), Frauen 31 (32). Die größte Frequenz hatte daS Bad im Juli mit 15 753 Bäder, während im Januar die wenigsten, 7274, Badende die Anstalt benutzten. Die Einnahme hat sich auf der Höhe des Vorjahres gehalten, so daß ein Zuschuß zu den Betriebs, kosten von der Stadt nicht geleistet zu werden braucht. Es gingen ein 1905 36 185 Mk. 25 Pfg., 1904 36 043 Mk 60 Pfg., 1903 32 758 Mk. 71 Pig. x. Büdingen, 1. Jan. Interessante Betrachtungen lassen sich bei dem Vergleich der Volkszählungen von 1 8 6 4, 1885, 1900 und 1905 in unserem Kreise anstellen. Von 1864—1900 kann man eine stetige Abnahme in der größten Anzahl her Gemeinden beobachten. So zählte Dauernheim 1864 — 857 Einwohner, 1900 nur 780, Heuchelheim 259, jetzt 188 Einwohner. Von 1900 auf 1905 ergibt sich wieder eine kleine Zunahme im Durchschnitt. Die größeren Gemeinden wie Berstadt, Büdingen, Düdelsheim, Nidda zeigen jedoch seit 1864 eine stetige Zunahme. Eine Ausnahme hiervon macht Echzell in der Wetterau. Dieser Ort zählte 1864 = 1638 Einwohner, 1885 = 1553, 1900 — 1631, und 1905 = 1587 Einwohner. Die Land- flucht scheint demnach in unserem Kreis im Rückgang be. 'griffen. fc. Frankfurt a. M., 2. Jan. Bei aller »Gutartigkeit*, welche die diesjährige Sylvesternacht gegen die früherer Jahre auszeichnete, haben die N e t t u n g s st a t i o n e n doch viel Arbeit gehabt. In mehr als einem Dlitzend Fällen spielte das Messer eine Rolle. Dabei wurden drei Personen lebensgefährlich verletzt. Ein Mann wurde mit 24 Messerstichen in einer großen Blutlache aufgefunden. Ein Anderer hatte 8 Messerstiche erhalten, 2 Personen, darunter eine 60jähr>ge Frau, wurden in den Anlagen fast erfroren aufgefunden. s) Aus dem Kre ise Biedenkopf, 2. Jan. Seit langen Jahren besteht b eka nntl ich de r Wun sch, das bahnarme Hinterland durch neue Bahnen mehr dem Für die notleidenden Deutschen in Rußland gingen ferner ein: Bei Prof. Krüger: Prol. K. G. 40 Mk. Pros. N. N. 50. Prozessor E. B., I. B., N. H., I. G., 9L L., P. G. jn. 20. Dr. % Gr 40, Prof. S. E. 5, Prof. R. S., K. E. 10, H. H. 10, Prof Br £>* Pro'. Fr. B. 3, Dr. 9(. D. 3, Dr. Noese 5, Pros. H. Gr. 5 Mk.' nA Bel dem Bankhaus Aron Heichelheim: Albert' Heichelheim 20 Mk., v. B. 20 ^rau Th Heß 10, B. W. 10, Kommerzienrat Emmelius 30, Julius Schulhof 3 Mk. dsr Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers: Fabrikant Adolf Noll 2o Mk., Gartner 50 Pfg., Dr. Hb. 4 Mk F E. 1 Karl S. 10 Mk. ' ' - . Kunll und Mi en schäft tastischerweise n L Telegraph" meldet phan- den Plan •’lClot)orf- Cl£ Syndikat tnncr. Zeitungen habe bols -ii emcn .ncuen Versuch zur Erreichung des Nordpols ou unternehmen mit einem l e n kb a r e n N i c s e n-L u f t- VaNvrt, Der "trnirme M, Nch 30 ^ncn Presidenten der Zweiten münden soll. Da der Staat sich bereit erklärt hat. die Bahn bei Präsidenten der L°ndesk°ll q ' „^n Dannstadt. freier Gelandestellun-, zu erbauen, ,st dies die emziste Am Di^Staa '2. Januar, fand anlästlich des Neu. Schwierigkeit über welche sich d°S Hmterland-, der Dillkreis, tahrSscsteS Gal a tä fel im Neuen Palais statt, der u. a.j und d.e in Betracht skomn.enden Gemeinden nmgen müssen, der Prinz und die Prinzessin Kranz Joses von Battenberg. Kürst und Fürstin zu Erbach-Schönberg. der Vertreter Oester- reichS am Grosth. Hose, Frhr. Pereira.Arustem, bei- wohnten. Im ganzen waren an 100 Einladungen ergangen. Die Musik stellte die Kapelle des 1. Großh. Feld- Art.-RegtS. Nr. 25 (Großh. Art.-Korps). •* Personalien. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministerlums deS Innern wurden die Referendare Hugo Kröll in Darmstadt und Dr. Paul Lahr in Darmstadt zu Negierungsassessoren ernannt. Uebertragen wurden dem Schullehrer Joh. Daum zu Schneppenhausen eine Lehrer- stelle an der Gemeindeschule zu Klein-Geiau, dem Schullehrer Joh. Etling zu Reuters, im Kreise Lauterbach, eine Lehrer- stelle an der Gemeindeschule zu Storndorf, im Kreise Alsfeld; dem Schulamtsaspiranten Herrn. Walter aus Obbornhofen, im Kreise Gießen, die Lehrerslelle an der Gemeindeschule zu SpidplaK der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Mittwoch den 3. Jamiar, nachmittag? halb 4 Uhr: „Prinzeß Tailsendhänbchen." Abend? halb 8 Uhr: ^Frühlingsluft/ Doiiners- tng den 4. Januar"): „Die Afrikanerin." Freitag den 5. Jaiinar aefchlossen. Samstag den 6. Janiiar, nachmittags halb 4 Uhr: „Prinzeß Tausendhäudcben." Albend? 7 Uhr: „Die Regiments- toctiter." Hierauf: „Der verlorene Groschen." Sonntag den 7. Januar, nachmittag? halb 4 Uhr: .Prinzeß Tausendhändchen." Abeiids 7 Uhr: ,Nienzi." Montag öen 8. Januar, abends halb 8 Uhr,' .Tie Geisha." Schauspielhaus. Mittwoch den 3. Januar"): „Der alte Vürgerkapitä'n." Hieraus: „Der rote Schornsteinfeger." Zum Schluß: „Dodgeschosse." Donnerstag den 4. Jannar, abends halb 8 Uhr: .Medea." Freitag den 5. Januar: „Der Kaiisinann von Veitedig." Samstag bf*n 6. Jannar: ,,?llt-Heidelberg." Sonntag den 7. Jannar, nachmittags halb 4 Uhr: „Telephon-O^eheiinnisse," Abeiids 7 Uhr: „Der Kaiifmaiiii vo>i Venedig." Moiitag den 8. Janiiar; Z u ry ersten Alale: „Der Helfer" von Felix Philippi. ") Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Fusjny eB0 örn ^IßnöroanTißmiflern ötr Aled! iti-tthrv. 2lusgebote. 23. Dezember. Heinrich Wießner, Pssasterer in Annerod, mit Liiia Steller daselbst. 28. Julius Naltmann, Zigarrensabrikanj dahier, mit Marie Klose bierselbst. Eheschließungen. 23. Dezember. Heinrich Steininüller, Taglöhner dahier, mit Christiane Braunstein, geb. Koch, Hierselbst. Wilhelm Gerftcnberg, Händler dahier, mit Anna Frieß hierselbst. Otto Schaaf, Sanitäts- stldwebel dahier, mit Auguste Bergemann hierselbst. 27. Kars Schwarz, Sergeant dahier, mit Sophie Petermann in Nidda. Geborene. 19. Dezember. Dem Gastwirt Gustav Ballmann ein Sohn, Gustav Hans Rudolf. Dem Eisenbahuwagenwärier Friedrich Kalesky ein Sohn, Balthaser Fritz Christian. Dem Küfer Johann Sitter eine Tochter, Olga Nlartha Ottilie. Dem Bnreauvorsteher veriirich Nolhe ein Cohn. 22. Dem Eisenbahnassistenten Ludwig Dickel ein Colm. 24. Dem Schuhmacher Heinrich Prescher eine Tochter, Luise Therese. 26. Dem Fuhrknecht Philipp Nlöbiis eine Tochter, Marie Elisabeth. 27. Dem vrakt. Arzt Dr. Karl Richter ein Sohn, Reinhard Georg Ferdinand. Gestorbene. 23. Dezember. Ludwig Friedrich Bücking, 90 Jahre alt, Neiitner dahier. 24. Heiiirich Karl Gerdes, 4 Monate alt, Sohn des Schneiders Heinrich Martin Gerdes dahier. Philippine Erb, geb. Roll, 79 Jahre alt, Witwe des Bauaussehers Johannes Erb, dahier. töchste Temperatur am 1.—2. Januar — klebrigste „ , 1.—2. „ — 1860 nur Januar Barometer auf 0* reduziert S s "5 c e u- und Stroh- markt. Man notierte: freu Mk. 3.50 bis Mk. 3.70, Stroh Mk. 2.60—2.80. Alles ver 50 Kilo. Tendenz: fest. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. voraussichtliche Witterung in Hessen kur Donnerstag, den 4. Januar 1906: Trüb, noch milder, genüge Niederschläge. Näheres durch die (titehener Wetterkarte. Berlin, 3. Ian. Die Morgenblälter melden, auf die herzlichen NeujahrSgrüße des Londoner Lord- majors und der City antwortete der Berliner Oberbürgermeister; er erwiderte die freundlichen Glückwünsche herzlich in der frohen Zuversicht, daß die Freundschaft zwischen dem englischen und dem deutschen Volk immer inniger werde. Köln, 2. Jan. In einem Artikel betitelt „93 o r de rKon - ferenz vonAlgcciras" verweist die „Köln. Ztg." gegenüber den Bemühungen der Gegner Deutschlands, Zwistigkeiten zwffclren Spanien und Deutschland zu sch?fstn was neuerdings wieder dadurch geschah, daß dem spanischen Ministerpräsidenten Sicherungen untergeschoben wurden, nach denen Spanien in der marokkanischen Politik mit Frankreich und England vollkommen einig sei, auf das Telegramm, worin von dem spanischen Ministerpräsidenten erklärt wird, daß er sich durchaus nickst in dieser Weise geäußert habe. Aus solchen falschen Meldungen ergeben sich klar, daß man sehr gern Verltimmung zwischen Spanien und Deutschland Hervorrufen möckste. Das auswärtige Amt habe die Senate von Hamburg und Bremen gebeten, die besten Sachverständigen für die marokkanischen wirt sthnftlichen An gelegen hciten nach Berlin zu entsenden zu einer Besprechung in Bezug auf das Konferenzprogramm und die daran zu knüpfenden Wünsche des deutschen Handelsstandes. Diese Bespreckmug hat im auswärtigen Amt unter Mitwirkung der deutschen Kvnsercmzdelegierten stattgefunden und zu einer Aussprache über samtlickse einschlägigen Fragen geführt. Ebenso sind in Berlin umfassende Gutachten über verschiedene Punkte des Konferenz-Programmes von den kaiserlichen Gesandtschaften und den Berufskonsulaten in Marokko geliefert worden. Ebenso sollten in diesen Tagen in Easa-Vlanea Verhandlungen der in Marokko ansässigen deutschen Interessenten stattfinden, um zu dem Kon- serenzprogramm Stellung zu nehmen, lieber das Ergebnis dieser Verhandlungen liegen Nachrichten noch nicht vor, doch wird später die Behauptung nicht aufrecht erhalten werden können, daß die Negierung ihre Kenntnis von Marokko und seinen Handelsverhältnissen lediglich auf bureankratischem Wege erworben habe. Erfurt, 3. Ian. Der Staatsanwalt erließ hinter dem geflüchteten Warenhausinhaber Strunk einen Steckbrief wegen betrügerischen BankerottS. Die mitgenommenen Barmittel werden auf 50 000 Mk. geschäht. Posen, 3. Jan. Der Kaiser sandte an den Erzbischof v. S t a b l e w s k i ein sehr gnädiges Schreiben wegen des Hirtenbriefes, worin der Erzbischof seinen Diözesanen zur Pflichterfüllung der Kirche und dem Staat gegenüber ermahnt. Danzig, 3. Ian. Der polnische Nechtsanwalt Palendzki, Eigentümer der Danziger polnischen Zeittmg, ivurde von dem Vorstand der Anwaltskammer in Marienwerder wegen eines Artikels seiner Zeitung seines Amtes entsetzt. Ter Ehrengerichlshof in Leipzig bestätigte die Entsetzung. B e r n e i. Oldenb., 3. Jan. Im Wundfiebererstach ein junger Arbeiter seinen Wärter, verwundete die Pflegschwester und mehrere Kranke. Frankenthal, 3. Jan. Die gegen den Reichstagsaba. Sartorius anhängig gemachte Klage wegen Wcinsälsch- ung wird gegen den Verurteilten noch ein weiteres Nachspiel haben. Wie die Sachverständigen übereinstimmend bekundeten, beliefen sich die Einkünfte des Beschuldigten aus feinem Weingut auf rund 100 000 Mark im Jahre, während Sartorius nur 10 000 Mack versteuerte. Tie Steuerbehörden roerden gegen ihn wegen bedeutender Steuerhinterziehung vorgehen. Petersburg, 3. Jan Aus Moskau trafen gestern beruhigende Nachrichten ein. Tie Nevolulionäre haben sich größtenteils gefangen gegeben, allein 1500 im Stadtteil Presnaja, wo am erbittertsten gekämpft wurde. Tort herrscht entsetzliche Verwüstung. In der Prochowschen Fa^ brik liegen noch Leichen in großer Zahl. Tie in furchtbare Not.geratenen und äußerst erbitterten Arbeiter behaupten, daß sie verführt worden feien. Wie verlautet, wollen die Revolutionäre in Moskau noch einmal verzweifelte Aw» strengungen machen und es am 22. Januar mit einem neuen bewaffneten Aufstand versuchen. Petersburg, 3. Jan. General Orlow geht in den Ostseeprovinzen rücksichtslos vor. Als ein revolutionären S t a t i o n s ch e f hinter T neburg die Beförderung seines Zuges verweigerte, ließ Orlow ihn sofort aufhängen. Darauf wurde der Zug sofort expediert. Das Einrücken des Militärs in den Ostseeprovinzen hat eine starke Ernüchterung unter der Bevölkerung hervorgerufen, die im Süden mit der Auslieferung der 'Waffen beginnt. Petersburg, 3. Jan. Hier setzt die Negierung die strengsten Maßnahmen gegen die revolutionäre Presse fort. Sie schloß 38 Druckereien und wird nächster Tage vier weitere Druckereien schließen. Gestern wurden die acht verantwortlichen Redakteure der sozialistischen Blätter verhaftet. Petersburg, 3. Ian. Unaufhörlich werden Haussuchungen und Verhaftungen vorgenommen. Ter Adju- d a n t des Kommandierenden des Warschauer Militärbezirks v. Meyer erschoß sich, weil er durch den Bankkrach sein ganzes Vermögen verloren hat. Moskau, 3. Jan. Die Stadt bietet jetz-t tagsüber das gewöhnliche Bild. Abends sind biegen die Straßen menschenleer. D 's Verlassen der Wohnungen nach 9 Uhr ist verboten. Nachts wird häufig von Revolutionären aus dem Hinterhalt auf Patrouillen und Militärposten gefeuert. Die Hanssuckmngen und Berh s.ungen dauern fort, sogar Mitglieder bisher geduldeter Verbände werben verhaftet. Es kommt auch vor, daß Personen während oder nach ihrer Verhaftung von der Polizei erschossen werden. Moskau, 3. Jan. Heftigen Widerstand leisteten die Aufständischen bei der Wiederaufnahme des Verkehrs auf der Kksan« jefen Bahn. Aus Moskau kamen zwei Bataillone Infanterie, die jede Station einzeln erobern mußten. Blutige Zusammenstöße kamen dabei vor. Allein in den nächsten drei Stationen wurden 300 Bahnbedienstete getötet, 17 Beamte standrechtlich erschossen. Tie Käsansche Bahn ist noch nicht im Betrieb. - Bank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank) Depositenkasse Giessen , in Giessen mit Agenturen in Alsfeld und Herborn. Aktienkapital und Reserven 181 Millionen Mark. In Hessen zur Anlage von Mündelgeldern geeignet erklärt. Unseie Abteilung für Spar-Einlagen nimmt BarLeträge zur Verzinsung gegen Ausstellung von Einlagebüchern entgegen und zwar tätlich vormittags von 8 bis 12 und nachmittags von 2 bis 5y2 Uhr. Samstags nur bis 4 Uhr. Bank für Handel und Industrie Depositenkassc Giessen Dietz Müller Jonncrstflu, htn 4. nnö FcM,dcn5.JanmlM, jedeSmal 2 Uhr nachmittags werden im Piandlokal (Selters- weg 11) gegen Barzahlung versteigert: 4 Pferde, 1 Rind, 1 Mafien- schrank, 2 Warenschränke, Sopha's, Kommoden, Kleiderschränke, Kü° chenschränke,Tische,Uhren,Spiegel, l Nähmaschine u. v. a. [78 Gießen, den 27. Dezember 1905. Johann. Gr Psandmeister Die Benützung des Schweinemarktplatzes und verschiedener anderer Plätze zur Förderung des iu der Lahn gewonnenen Eises soll für den laiücnden Winter Mittwoch, den 3; Januar 1906, vormittags 11 Uhr ort Ort und Stelle öffentlich meistbietend versteigert werden. B'/, Gießen, den 2. Janttar 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. M ecu m. Marktlauben Nr. 12 und 13. Bester Heller Nordsee-Cabliau, kopflos 33 31 29 großmittel . kleinmittel . 18 21 16 30 20 32 Es kommen zum Verkauf: Hochfeine Backfische ...... la. 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Für diese freundlichen Gaben (373 Mk.) sagen wir abermals herzlich,,en Dank. v7x Gießen, den 2. Januar 1906. Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. Dr. Nauru an n. Große Stallungen - mit allem Zubehör, Hofraum, zu vermieten. Auskunst: Kennel, Gießen, Riegelpfad 30 oder Dj . Kennel, Darmstadt, Stistsstr. 19. mann, Ederstr. hv3. Blendendweiss hat jede Hausstau gern ihre Wäsche; dazu gehört, daß sie richtige Waschmittel dafür verwendet, während verkehrte, wie eoba,_ bte Wäsche gran machen und mit der Zeit zerreißen. Wit Giolh's gemahlener Kernseile mit Salmiak und Terpentin gekocht und Mik derselben ausgewaschen, wird die Wäsche blendend weiß und allßerordentlich geschont, weil dieses Wasch- pnlver garantiert keine scharstn Stoffe enthält. Per Paket 15 Pfg. Fabrikant: I. Gioth, Hanau a. M. Hauvtniederlagen bei L. Kalkhof Nächst, Westanlage; Gebr. Michel, Walltorstr.; E.^Rolh II. 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