Nr. 237 «erscheint täglich aufjer SormtagS. Dem Gieszener Anzeiger werden int Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Eichener Familien» blätter viermal in der Woche beigelegt. tRotationSbrnd u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u. Steindruckerei. R. Lange. Redaktion, Erveditio« und Druckerei: Schulstratze 7. Redaktion 113 Verlag u.Exped.e-^öl Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt 156. Jahrgang Dienstag 9. Oktober 1906 Eichener Anzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis: monatlich75Vs., viertel- iabrlich Mk. 2.20; durch Abholc- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch drePost Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von 2ln$clgen sür die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12Ps« auswärts 20 Psg. Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Witt ko- für »Stadt und Sanb“ und »Gerichtssaal": Ernst Heß; für ben An- zeigenteil: Hans Beck. Are yeutlge Dummer umfaßt 8 Seiten. Dach dem Koslarer Uarteitag. Aus nationaHi6er,aIen Karteilreisen wird Uns geschriebem „Aus dem nationalliberalen Parteitag haben sich zuguterletzt die .Vertreter des jungen und des alten Liberalismus, die ,^Links-Rationa1liberalen" und die „Rechts-- Nationabliberalen", wieder vertragen. Die Einigung erfolgte auf dem Wege von Resolutionen, von denen der Antrag Struckmann, die liberalen Forderungen der Parier mit Entschlossenheit zu vertreten, einstimmig angenommen wurde. Der Ton liegt in dieser Resolution Zweifellos sin den Worten „mit Entschiedenheit. Das; es an der-gebotenen Energie bei mancher Gelegenheit gefehlt hat, ist int Verlauf der Debatten deutlich ausgesprochen worden. Das Zusammengehen mit dem Zentrum ber der Reichsfinanzreform ist und bleibt ein Fehler. Die Beweggründe dieser komplizierten Taktik mögen noch so geschickt verteidigt werden, die Tatsache besteht nun einmal, daß viele National liberale, wir wollen nicht sagen: der Partei entfremdet, aber doch stark verärgert worden sind. Selbst ein Vertreter aus Osnabrück, der begütigend meinte, Fahrkartensteuer und Portovcrteuerung seien ,Has viele Gerede nicht toert", erklärte: „Es muß anerkannt werden, daß eine große Mißstimmung entstanden ist." Nun haben die parlamentarischen Vertreter dem Parteitag dargelcgt, in welcher schwierigen Lage sich die Reichstagsfraktion gegenüber der Reichsfinanzreform mit ihren Steuern befand; man muß aber die Frage aufwerfen, warum denn diese Darlegung nicht schon früher gegeben werden konnte, als die Wogen der Erregung hoch gingen. Da hat wieder die Aeußerung eines Delegierten Recht: „Ich vermisse die nötige Fühlung mit den Wühjer- kreise n". Eine große Wählerschaft darf nicht so lange Zeit, wie es hier geschehen, ohne zureichende Information bleiben, weshalb die Fraktion es für angezeigt hält, an der Durchsetzung Verkehrs feindlich er Steuern — und in Preußen an der Durchsetzung eines rückschrittlichen Schulgesetzes — in der vordersten Reihe mitzuwirken. Der Abg. Dr. Friedberg, der die Kritik der Jungliberalen so schwarzseherisch auffaßte, daß er befürchtete, beide Teile würde:: „mit gebrochenem Rückgrat" in die nächste Wahlschlacht ziehen, betonte die Unmöglichkeit, bei jeder parlamentarischen Aktion erst die Direktiven der Wählerschaft und der Vertretertage einzuholen. Bei jeder parlamentarischen Aktion wird das gewiß kein Vernünftiger verlangen. Aber wenn in so entscheidenden, so grundsätzlichen Fragen, wie diejenigen, um die es sich gehandelt hat, die Fraktion in der Verschwiegenheit ihres Beratungszimmers zu Beschlüssen gelangt, von denen anzunehmen ist, daß sie Widerspruch und Verstimmung Hervorrufen werden in der Partei, dann erscheint eine Fühlungnahme mit der Wählerschaft dringend geboten. Dem Vertrauen darf nicht zuviel zu- gemutet werden. Es wurden ganz neue Wege eingeschlagen, Wege, die weitab von den Zielen des Liberalismus liegen: ist cs da zu verwundern, daß ein großer Teil der N a t i o n a l l i b e r a l e n stutzig wurde? Das Vertrauensvotum für die Reichstagsstraktiyn hat. ja eine sehr große Mehrheit auf sich vereinigt, immerhin erklärten sich zwanzig Stimmen dagegen, die also nicht anerkannten, daß die Lage der Reichstagsfraktion so äußerst schwierig gewesen sei, daß nichts anderes übrig blieb, als der Neuerung, speziell bei der Fahrkartenfteuer, noch mehr zu präsentieren, als die Regierung selbst verlangt hatte. Das hauptsächliche Ergebnis des Goslarer Parteitags, dessen Verhandlungen erfreulicherweise vor der Oeffentlich- keit sich vollzogen, besteht darin, daß in Zukunft wohl nicht so leicht parlamentarische Aktionen ausgeführt werden, die wie Abschwenkungen und Rückzüge aussehen." Von einer „Verkleisterung des Riffes", der durch die natwnalliberale Partei gehe, spricht das „Bert. Tgbl.", und auch die agrarische „Tagesztg." hegt die Ueberzeug- ung, „daß nur eine Ueberkleisterung stattgefunden habe und daß der Kleister nicht lange vorhalten werde". So ist es nun wohl Nicht um hie Zukunft des Nationalliberalismus bestellt, wie diese Zuschauer annehmen. Freilich, daß die Jungliberalen in frommes Schweigen sich hüllen, wenn ihnen die Politik ber Parlamentarier mißfällt, wird nicht zu erwarten sein. Deswegen braucht es nicht gleich zum .Bruch zu kommen. politische Tagesschart. Die Demokratisierung des Südens. Man erinnert sich noch des junkerlichen Rittes, den im Parlament der konservative Abg. v. Oldenburg unternahm, als er unzweideutig drohte, Preußen könne sich auf die Dauer die Demokratisierung de§ Südens, wie sie in den Mahlrechtsund Verfassungsänderungen der süddeutschen Staaten hervortrete, nicht gefallen lassen. In ein ähnliches Horn stößt die -Post.. mit einem Leitartikel, der eben diese Demokratisierung dev Südens behandelt. Er ist von der bekannten preußischen Voreingenommenheit aus geschrieben, die preußisch, deutsch und national gleichsetzt und dem übrigen deutschen Volk seine Eigenart gerade auch in parteipolitischer Hinsicht nur so weit gestattet, als diese mit spezifisch preußischen, speziell ostelbischen Grundanschauungen übereinstimmt. Von hier aus kommt die -Post*, woran ihr vor allem liegt, dahin, jede ernsthafte Wahlreform für Preußen abzulehnen. Nachdem sie kurzerhand alle süddeutschen Wahlrcforiner, zu denen denn doch auch die meisten Nationalliberalen gehören, unter den Begriff der ^Partikularisten" zusammengefaßt hat, singt sie den Vertretern der preußischen Reaktion folgendes Loblied: Wenn sie bewußt ihren Widerstand dagegen fortsetzen, daß ber Unfug des Kampfes ums „freie Wahlrecht^ regional beschränk! bleibt, so halten sie alle damit das hoch, was Preußen groß gemacht hat und allein Preußen auf seiner Hohe erhalten kann. Tarin liegt auch eine Warnung für jene Parteien, die aus taktischen Gründen für eine „Verbesserung" des preußischen Wahlrechts eintreten. Tas ist unter Umständen eine Zweckmäßigkeitsfrage, sofern die Verbesserung das Verhältnis mahlpolttischer Pflichten und Rechte scharfer zum Ausdruck bringt: allein gegenwärtig bedeutet das eine Herübernahme des süddeutschen Verfa'sslinqsdurcheinanderS und feiner praktisch ohnmächtigen demokratischen Verbohrtheit, die auf das feste Gefüge deS preußischen Staates in einer Weise zurückwirken muß, die bann jene am meisten zu beklagen Ursache haben werden, die jetzt wahlrechtliche Zugeständnisse utachen, um den rasenden See zu beschwichtigen. In Wahrheit liegt die Sache umgekehrt. Gerade die Reaktionäre vom Schlage der „Post* und die wenigen ihr nahestehenden süddeutschen Auch-Nationalliberalen vom Schlage der Herren v. Heyl und Oriola sorgen durch ihre politische Verbohrtheit dafür, daß die Reichsverdrossenheit zunimmt und das ,feftc Gefüge des preußischen Staates" durch die wachsende politische Unzufriedenheit unterminiert wird. * Dom Reichstag. R. Berkin, 8. DFL Der Vorstand des Reichstags dürste bei Wiedereröffnung des Parlaments in der bisherigen Zusammensetzung erscheinen, also mit dem Grafen Balle strem als Präsidenten, dem Grafen Stolberg und Dr. Paasche als Vizepräsidenten. Das Gerücht ist unzutreffend, wonach Prof. Paasche aus Gesundheitsrücksichten sich genötigt sicht, auf Einschränkung seiner parlamentarischen Tätigkeit Bedacht zu nehmen. Dr. Paasche hat seine Professur tu: der Techn. Hochschule in Charlottenburg niedcrgelegt, um sich ausschließlich politischen und speziell parlamentarischen Arbeiten widmen zu können. Betreffs des Grafen Batle- strem glaubt man in Zentrumskreisen, daß er seines hohen Atters wegen nach Ablauf, der Legislaturperiode ein Wahlmandat nicht mehr annehmen werde. Der oberschlesische Wahlkreis des Grafen ist bekanntlich von den Polen bedroht. Doch es wäre dem Zentrum ein Leichtes, aus seinem ziemlich sicheren Besitz der mehr agrarischen Bezirke Oberschlesiens dem Grafen ein Mandat zu verschaffen Der Alt rsp-äsid^t des Reichstages, Abg. von Winterfeldt (kons), tritt diesmal nicht in Wirksamkeit, weil die Session nicht geschlossen, sondern nur vertagt wurde. J * Schuh den Konsumenten? Zu der Fleisch te u er un g scheint sich nun auch noch eine zweite Kalamität, das Anziehen der Preise für einen anderen unentbehrlichen Artikel, Steinkohle, gesellen zu wollen. Dazu ist ein Streik der Bergarbeiter im rheinisch-westfälischen Kohlenrevier in drohende Nähe gerückt. Wie es scheint, sind die Bergleute fest entschlossen, die gegenwärtige Hochkonjunktur auf dem Kohlenmarkte auszunutzen, um eine Lohnerhöhung zu erzwingen. Ob sich nun die Kohlenmagnaten freiwillig dazu entschließen, die Forderungen ihrer Arbeiter zu bewilligen, oder ob sie es auf einen Ausstand ankommen lassen, auf jeden Fall werden die Konsumenten die Kosten zu tragen haben. Wie immer sind bei solchen Lohnkämpfen und Preistreibereien die breiten Massen des städtischen Mittelstandes die Leidtragenden, denn die Beamten, Lehrer, Handelsangestellten, sowie die kleinen Kaufleute und Handwerker befinden sich bei den gegenwärtigen Verhältnissen leider nicht in der Lage, die Preissteigerungen unentbehrlicher Artikel auf andere Schultern abzuwälzen. Petitionieren um Teuerungszulagen oder Gehaltserhöhung nützt bekanntlich wenig. Daraus geht hervor, wie notwendig es ist, daß sich auch der Mittelstand organisiert, um seine Angehörigen vor der Ausbeutung durch die Produzierenden zu schützen. Aber auch die Reichsregierung, die ein brennendes Interesse an der Erhaltung eines zahlungskräftigen unverschuldeten Mittel- standes hat, wird sich mit der Frage des Schutzes der Konsumenten endlich einmal ernsthaft beschäftigen müssen. Es geht nicht an ,die Konsumenten schutzlos dem Nimmersatten Dividend en hunger der Großaktionäre zu überlassen. Ein Kohlenausfuhrverbot wäre das beste Mittet, um die Preise für unser notwendigstes Brennmaterial entsprechend herabzudrücken. Heek und LLotte. — Der neue Kommandierende des achten Armeekorps, Generalleutnant .v. Ploetz, kennt das Korps ganz genau, da er schon eine Reihe von Jahren an ber Spitze der 15. Division in Köln steht. Als Generalmajor hat er die 49. Infanterie-Brigade in Darmstadt befehligt. Die Generalversammlung des Cvangel. Bundes. Graubenz, 8. Oktober. Nach dem Jahresbericht des evangelischen Bundes, der die heutige Mitgliederversammlung beschäftigte, zählt der Bund gegenwärtig 1506 Zweigvereine mit 300 000 Mitglieder. Die Zahl der ersteren hat seit dem vorigen Jahre um nahezu 400, die der Mitglieder um über 40 000 zu- genommen. Der Direktor des Evangelischen Bundes Eoerling eröffnete die Mitgliederversammlung mit einer Ansprache, in welcher auf die FriedenSversicherungen der Katholik e n v er sa m m l u n g in Essen Bezug genommen wurde. Man habe dort einen Frieden auf Kündigung proklamiert, mit dem Unterschied zwischen politischer und dogmatischer Toleranz. Für einen solchen Frieden danke der Evangelische Bund. Em wirklicher Friede sei nur möglich, wenn von den Katholiken erklärt werde: Der Protestantismus ist eine berechtigte Erscheinung des Christentums. Ohne diese Anerkennung sei ein dauernder Friede nicht möglich. In der bis auf den letzten Platz gefüllten Hauptkirche fand heute abend ein Festgottesdienst statt, bei dem Prälat Herrmann aus (Stuttgart über den Text predigte: Von Gottes Gnaden bin ich, daß ich bin, und seine ©nabe in mir ist nicht vergeblich gewesen. Die Predigt machte auf die Zuhörer einen tiefen Eindruck. Hauptversammlung der hessischen Bauvereine. (Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) A Gießen, 8. Okt. (Schluß.) „Forderung der gemeinnützigen Bautätigkeit durch die öffentlichen Sparkassen." In Verhinderung des Direktors Döring-Gießen hatte Sparkassendirektor Arnold von Heppenheim das Referat über-, nommen. Er führte aus: Durch Erlaß des Wohnungs- sürsorgegesetzcs für gesunde und billige Wohnung und dank des Zusammenarbeitens der Regierung mit dem ernannten Landeswohnungsinspe ktor hat die Wohnungsfrage für minderbemittelte Leute, insbesondere für Arbeiter, in Hessen eine große Förde, .ng erfahren. Da diese Frage in erster Linie eine Geldfrage ist, so hat die Beschaffung des Geldes bisher stets Sorge gemacht. Sowohl die Landeskreditkasse als auch — und zwär in erster Linie — die Landesver> sicherungsanstalt haben die Baugenossenschaften durch Darlehen zu billigem Zinsfuß wirkungsvoll unterstützt. Als d-itte Geldquelle kommen die öffentlichen Sparkassen in Betracht. Ihr Zweck war bei ihren Gründungen am Anfang des vorigen Jahrhunderts ursprünglich, den kleinen Leuten Gelegenheit zum Sparen und Sicherheit ihres Geldes zu geben. Durch den gewaltigen Aufschwung des gesamten Wirtschaftswesens in der zweiten Hälfte des vor. Jahrhunderts sind die Sparkassen große Geldinstitute geworden. Aus dem Reservefonds der Kassen wird die Hälfte zu wohltätigen Zwecken verwandt, während über die andere Hälfte freies Vcrfügungsrecht besteht. Sie wurden meistens für Krankenpflege, Schulen usw. benutzt und zwar betrug die hierfür aus gegebene Summe der letzten Jahre durchschnittlich 600000 Mk. jährlich. Zur Unterstützung der Wohn- ungsbausrage ist bisher nicht viel geschehen, obwohl bereite 1895 die deutschen Sparkassen durch eine Resolution bee schlossen, für. die Erbauung von Arbeiterwohnungen ein» zutteten. In' dieser Angelegenheit hat der rheinische Verein seine Vorschläge in einer Denkschrift niedergelegt. Die Be-. triebsmittel sollen wieder beit geringen Kreisen zu gehen, und die Sparkassen find berufen, an der Lösung der sozia^n Frage des Arbeiterwohnungsbaues teilzunehmen. Dies! kann geschehen durch Gewährung von Anleihen zu mäßigem! Zinsfuß und zwar an solchen Plätzen, wo die Gründungj von Genossenschaften unmöglich ist. Nach Ermittelungen wurde festgestellt, daß 1 273 000 Akk. bereits hierzu gegeben.: wurden zum durchschnittlichen Zinsfuß von 4 Proz. Diesen ließe sich herabsetzen auf 33/4 bis 31/? Proz. Die Kassen dürfen jedoch mit ihren Darlehen nicht über 60 Proz. des Wertes hinausgehen. Da aber die übrigen 40 Proz. dew Arbeitern bei einer weiteren Hypothek Schwierigkeiten^ machen, so wäre es wünschenswert, die Beleihungsgrenzeij zu erhöhen. Das Arbeiter Wohnhaus bietet für die Spar-! lasse eine größere Sicherheit als ein Prachtbau oder ein.; großes Wirtschaftsgebäude, wie Bauernhäuser, Mühlen usw., da das Arbeiterhaus stets wieder Abnehmer findet. Die^ Gründung von Hilfsreservefonds ist den Kassen sehr zu. empfehlen, sollten nämlich einmal Unkosten durch ein Arbeite rhans entstehen, so kann dies hier gebucht werden.. Sobald der Schuldner nicht den Verpflichtungen nachlommt, so muß Kündigung eintreten. Darlehen können auch uv Gemeinden gegeben werden, die sich dem Bau der Arbeiter^ Wohnungen widmen. Einige Kassen geben auch den Be-> zirks gemeind en Darlehen zu geringen Prozenten. Die; Kassen können auch die Baugenossenschaften durch Heber»' nähme von Schuldscheinen, Darlehen, Hypotheken unter»! stützen. Die Uebemahme von Aktien und Anteilscheinen ift' möglich durch die Jahrcsüberschüsse und den Hilfsreserve-! fonds. Die Bezirkssparkasse Erbach hat sogar schenkungs-, weise für Bauzwecke Geld überlassen. Zur Errichtung von Arbeiterhäusern auf eigne Rechnung der Kassen scheint fein Bedürfnis vorzuliegen. In Frankreich hat man hiermit Versuche gemacht und gute Resultate erzielt. Die Sparkassen sind berufen und in der Lage, die Arbeiterwvhnungs- frage tatkräftig zu unterstützen, und einige Kassen sind, bereits mit gutem Beispiel vorangegangen; so hat die Be-< zirks spar lasse Gießen 3i/2prozentige Jnhaber-Obli-l gationen - der dortigen Baugenossenschaft im Nominalwert! von 20 000 Mk. an getauft und damit das Betriebskapital der Genossenschaft wesentlich verstärkt. Redner schließt unter lebhaftem Beifall mit dem Wunsche, haß auch die übrigen Kassen bald folgen werden zum Segen dieser wirklich idealen Bestrebungen der Gegenwart. Pfarrer Bechtholosheimer-Mömbach sprach über „Die wirtschaftliche und soziale Bedeutung der gemeinnützigen Bautätigkeit, ins- befondere der Baugenossenschaft." Die jetzige Wohnungsnot ist durch die modern neuzeitliche Entwicklung entstanden, die eigentlich seit 1871 eingesetzt hat, aus unserem früher größtenteils Landtvirtschast treibenden Volke ist ein industrielles Volk geworden, und die jetzige Bewegung un Volksleben gleicht einer modernen Völkerwanderung. Tie Volksmafsen lösen sieb vom Lande los und Getreidepreiso in Manriheim Eine sensationelle Freisprechung. verboten.) (Unberechtigter van Nooy.) „Coppelia/ Nibelungen/ ... nachmittags 3 Uhr: „Der Freischütz/ Abends 7 Uhr: „Slmelta* oder „Ter Maskenball/ Montag beit 15. Okt.: „Die Fledermaus/ Schauspielhaus. Dienstag den 9. Oktober*): „Helden/ Mittwoch den 10. Cf ober: „Helden/ Donnerstag den 11. Oktober: „Mamsell Nitouche/ Freitag den 12. Oktober: Zur Feier der25jähr. Wirksamkeit des H e r r n W r l h e l m Diegelmann am Frankfurter Stadttheater: „Nathan der Weise/ Samstag--tlen 13. Oktober: Neu einstudiert: „Die Stützen der Gesellschaft/ Sonntag den 14. Oktober, nachmittags halb 4 Uhr: „Der Weg zur Hölle/ Abends 7 Uhr: „Tie Stützen der Gesellschaft/ Montag den 15. Oktober: „Ein idealer Gatte/ •) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. lung ab. Der Vorsitzende, Bürgermeister Köhler-Langsdorf, sprach über die Revision der Landgemeindeordnung, insbesondere die von ihm und dem 9lbg. liebet im Ausschuß angeregten Abänderungen, die nicht als Anträge gedacht seien, andern nur dazu anregen sollten, die berührten Fragen zu besprechen, nm daS beste und zweckmäßigste herauSznfinden. Der neue Gesetzentwurf lehnt sieh ziemlich an den alten an, neu ist u. a. eine präzisere und erschöpfendere Formulierung der Bestimmungen über die Gemeindewahlen, die Möglichkeit der Anstellung besoldeter Bürgermeister, Bestimnnmgen über die AmtSentsctzung von Bürgermeistern, Bestimmungen über die Vertretung von Bürgermeistern und Beigeordneten im Falle gleichzeitiger Verhinderung beider, Regelung der Rechtsverhältnisse der Gemeindebeamten (Gemeindebean'.ten-Gesetz) und Schaffung einer rechtlichen Grundlage zur Bildung von Gemeindeverbänden. Die Abgg. Köhler und liebet haben u. a. folgende Wünsche geäußert: Die Altbürgermeister werden Mitglieder des Gemeinderats. Die wahlberechtigten Mitglieder einer Gemeinde sind verpflichtet, ihrer Zuteilung zu Wahlkommissionen bei öffentlichen Wahlen zu entsprechen. Die Männer von Töchtern von Ortsbürgern, die in den Ort heiraten, werden ohne Zahlung von Einzugsgeld Ortsbürger. Der Gemeinderat besteht in Gemeinden bis 1000 Einwohner auS 6, bei 1000 bis 3000 Einw. auS 9, 3000 bis 5000 Einw. aus 12 und 5000 bis 10 000 Einw. auS 15 Mitgliedern, die Gcmeinderatswahlcn erfolgen auf 3 Jahre. Die Wahlberechtigung der OrtSbürgersöhne soll erleichtert, die Zugezogener dadurch erschwert werden; daß hessische Staatsangehörigkeit verlangt wird, dagegen soll die Forderung zweijährigen Unterstützungswohnsitzes fallen gelassen werden. Die Bestimmung, daß die Volksschullehrer nicht wählbar sein ollen, wird gestrichen. Der Kreisrat soll die Pflicht (jetzt: )aS Recht) haben, Wahlen zu beanstanden, wenn anzunehmen ist, daß sie auf unlautere Weise zustande gekommen sind. Die geheime Wahl soll auf dieselbe Weise besser geschätzt werden, wie dies bei den ReichStagSivahlen geschieht. Das Ein- konunen deS Bürgermeisters besteht auS dem Amtshonorar, dem Bureauauswand, einer Pauschalsumme aus der Staatskasse für vorwiegend im staatlichen Interesse vorgenommenen Llnsts- geschäfte und den Gebühren von Privaten. In ©enwinben über 500 Seelen kann die Anstellung von Ratsschreibern erfolgen. Die Gemeinderatssitzungen sollen in der Regel öffentlich sein, die Bestimmung, daß im Falle seiner Anivcscn- heit der Kreisrat den Vorsitz in den Sitzungen führt, soll gestrichen werden. Die auL dauerhaften Papier herzustellendcn Protokollbücher werden unter Denkmalsschutz gestellt. Die Bürgermeister und ihre Ehefrauen dürfen keine Schankwirtschaft betreiben. In der lebhaften Besprechung dieser Vorschläge, an der sich namentlich die Bürgermeister Leun- Graßen-Linden, Fendt-Hungen und Dörmer-Lich beteiligten, wurde diesen Anregungen im allgemeinen zugestimmt; keine Gegenliebe fanden die Vorschläge über die Verringerung der Zahl der Gemeinderatsmitglieder in kleineren Gemeinden und die dreijährige Wahlperiode. Auch die Bestimmung über die Nichtwählbarkeit der Lehrer soll bestehen bleiben. Bei der Bestimmung, daß daS Nichtzahlen der Gemeindesteuern das Wahlrecht aufhebe, wünschte Herr Fendt, daß die böswilligen Nichtzahler auszuschließen seien, unverschuldet in Not geratenen Leuten aber das Wahlrecht belassen werden solle. An diese Besprechung schlossen sich die Vorstandswahlen an, deren Ergebnis bereits mitgeteilt wurde. •• Von den Veterinärämtern. S. K. H. der Groß Herzog haben den Assistenzveterinärarzt Dr. Helnmth Peters zu Wald-Michelbach zum zweiten Veterinärarzt bei dem Kreisveterinäramt Mainz mit dem laufenden Rang eines Kreisveterinärarztes, den Assistenzvetcrinärarzt Dr. Heinrich Fauerbach zu Homberg a. d. Ohm zmn Kreisveterinärarzt des Kreisveterinäramtes Bingen mit dem Wohnsitz in Gau- AlgeSheim, den praktischen Veterinärarzt Karl Blume zu Gernsheim zum Assistenzvetcrinärarzt mit dem Amtssitz zu Homberg a. d. Ohm, den praktischen Veterinärarzt Ignatz Engelmann zu Langen zum Assistenzvetcrinärarzt mit dem Amtssitz zu Wald-Michelbach ernannt. m. Annerod, 8. Okt. Das am gestrigen Sonntag vom hiesigen Turnverein veranstaltete erste Abturncn, verbunden mit Wetturnen, nahm unter zahlreicher Beteiligung der Einwohnerschaft Annerods einen recht guten Verlauf. Von 43 Wetturnern wurden folgende als Sieger ausgezeichnet: a. Aktive Turner: 1. Sieger Ph. Bindcburg, 2. Friedr. Dörr, 3. Hch. Schäfer, 3. Karl Schäfer, 4. Wilh. Mohr I., 5. Wilh. Mohr II., 6. Phil. Schäfer, 7. Wilh. Dörr, b. Zöglinge: 1. Sieger Ludw. Vindeburg, 2. Hch. Mohrl., 2. Hch. Wehrnm, 3. PH. Brück, 4. Wilh. Schäfer I, 5. Ludw. Schäfer, 6. Wilh. Schäfer II., 7. Karl Wächter, 8. Ludw. Dörr, 9. Hch. Mohr II. Bad-Nauheim, 8. Okt. S. K. H. der Großherzog stellte der hiesigen Kurverwaltung zur Ausschmückung unseres Kurhauses ein ca. 6 Quadratmeter großes Oclgemälde aus seinem Privatbesitz zur Verfügung. Das Bild ist gemalt von T. Ethofer und stellt eine Marktszene in Salzburg vor, betitelt ist eS „Ein Ereignis". Der Wert des Gemäldes ist vmt 10 000 Mk. angegeben. Der Großherzog hat sich daS Eigentumsrecht vorbehalten. — Tic Kurverwaltung hat sich entschlossen, Gesellschaftssaal und Lesezimmer im Kurhaus bis 1. November geöffnet zu lassen. Man hat hiermit den Wünschen der noch amvesenden zahlreichen , Kurgäste, die von dieser Einrichtung den weitgehendsten Gebrauch machen, in liebenswürdiger Weise entsprochen. (Tarmst. Ztg.) Aus S.aSt inte fcatto, Sprechstunden der Redaktion 11—1 Uhr vorn:., K-7—y28 Uhr abds. Gießen, den 9. Oktober 1908. •• Die Bürgerineisterkonferenz des Kreises Gießen hielt am SamStag nachmittag, wie schon kurz nitgeteilt wurde, im Cafe Ebel eine Hauptoersamm - Brotpreise in Gießen Weißbrot 2 Kg. 54 Psg. des Budgereit schlafen zu wollen. Letzterer mischte sich auch in den Streit und schlug mit einer Eisenstange auf Krämer ein. Am nächsten Tage waren Frau und Schlafbursche ver- chwunden. Den Wohnungsschlüssel übergab ein Mädchen dem Krämer auf der Straße, sein Kind wurde ihm erst abends wieder zugestellt. Der Schlafbursche Butgereit beauftragte nun zwei junge Leute, seine noch bei Krämer befindlichen Sachen abzuholen. Diese erschienen nach 10 Uhr vor dem Hause, in welchem der Angeklagte wohnte. Es kam zu Differenzen zwischen diesem und den jungen Leuten, von dem der eine, namens Breetz, mit dreister Manier gegen Krämer auf- trat und ihm unter anderem höhnisch erwiderte, es ginge ihn garnichts an, wo sich seine Frau befände, nach deren Aufenthalt sich Krämer angelegentlichst erkundigt hatte. Als Antwort auf diese Bemerkung schlug Krämer den Breetz mit der Krücke seines Stockes über den Kopf. Breetz brach sofort bewußtlos zusammen und starb kurze Zeit darauf. Krämer wurde sofort verhaftet und erst auf Antrag seine? Verteidigers aus der Haft entlassen. In der Verhandlung beantragte der Staatsanwalt das „Schuldig* gegen den Angeklagten, indem er die Tat als sehr schwer schilderte. Rechtsanwalt Bahn beantragte die Freisprechung, weil dem Angeklagten der Schutz )e§ § 51 Strafgesetzbuchs zur Seite stände. Kramer habe in einem Zustand vorübergehender Bewußtlosigkeit gehandelt, heroorgerufen durch die wahnsinnigen Aufregungen, welche er durch die Entdeckung des Ehebruchs gehabt hätte. Sein Zustand sei mit einem Dämmer- oder Traum- zustande zu vergleichen. Die Geschworenen schlossen sich diesen Ausführungen an und sprachen den Angeklagten frei. Derselbe wurde von einer jubelnden Volksmenge in Empfang genommen. Märkte. Gießen, 9. Oft. Marktbericht. Auf heutigem Wockenmarkte kosteten: Butter pr. Pfd. 0.90—1.00 Mk., Hühnereier 1 St. 8—9 Big., 2 Sick. 00—00 Psg., Gänseeier 00—00 Psg., Enteneier 0 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5-6 Pfg., Erbsen v.Pfd. 18-24Pfg., Linsen p. Psd.25-40Psg., Tauben pr.Pr.0P0— 1,00Mk., Hühnerpr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Alk., Enten pr. Stuck 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochscnfleisch pr. Pfd. 82—88 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 80—82 Psg., Schweine- lleisch vr. Pfund 90—100 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 104 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 84—90 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Pfg. Welsche per Pstmd —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—7,00 Mk., Zwiebeln pr. Zkr. 5,00—6,00 Mk., Milch per Liter 20 Psg., Aepsel per Zentner 10 bis 18 Mk., in Körben 00 Pfd., Nüsse 100 Stück 30 Pfg., Birnen per Pld. Mk. 0.00—0.00, per Ztr. 9—15 Mk., Zwetschen per Ztr. 2,00—2.50 Mk., Weißkraut per Stück 10—15 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeit 8-2 Uhr. Weizen 100 Kg. 18.VÜ-00.00 Mk. Roggen (neuer) 100 Kg. 16.75—00.00 Mk. Schwarzbrot 2 Kg. 50 Pfg. -Seide V.^.,.zs-d D9/10 — Zollfrei! —- Muster an jedermann! — Seidenfabrikt P^eberj, Zürich. Spielplarc der Vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 9. Oktober'): „Der Ring des Nibelungen/ Vorabend: „Tas Rheingold/ Mittwoch den 10. Oktober: 1. Abonnements-Konzert. Donnerstag den 11. Oktober, abends 6 Uhr: Bei aufgehobenem Abonnement: Gastspiel des Herrn Antonvan Roon: „Tie Meistersinger von Nürnberg/ (Hans Sachs: Herr Freitag den 12. Oktober: „Flautosolo/ Hierauf: (Ballet.) Samstag den 13. Oktober: „Ter Ring des 1. Tag: „Die Walküre." Sonntag den 14. Oktober, sttömen nach den Städten, die denn auch rapid wüchsen. l Die Städte sind stolz darauf, aber es ist kein Segen fürs < Volk. Die Leute werden infolge der Wohnungsnot in Miets- j Tafenten zusammengepfercht, die die unerfreulichste Er- ( scheinung der Großstädte sind. Mer auch auf dem Lande fehlt vielfach das rechte Verständnis für eine gesunde Wohnung. Eine Reform ist in Stadt und Land dringend ( nötig, um unser Volk in gesundheitlicher, sittlicher und ethischer Beziehung vor dem Niedergang zu schützen. Die > Baugenossenschaften haben in dieser Frage bereits viel Segensreiches geschaffen. Durch das fortwährende Hin- und 1 Herfluten der Volksmasseu geht daS Heimatgesühl verloren, 1 wir müssen den Mann seßhaft machen und ihm im eigenen ; Hause persönliche Freiheit geben. Die Baugenossenschaften l stärken durch den Hausverkauf auch den Sparsinn der Leute. , Referent schloß mit den Worten: „Möge unser Volk immer ( mehr die Wahrheit des Satzes erkennen: „Eine gute Wohnung ist das halbe Leben"." Die interessanten Ausführungen des Redners ernteten lebhaften Beifall. Um 31/4 Uhr schloß der Vorsitzende die Verhandlungen, Und es schloß sich noch ein gemeinsames Mittagessen an. < Nach dessen Beendigung fand eine B e s i ch t i gu n g der 1 von der Gießener Baugenossenschaft errichteten Häuser statt. Die Genossenschaft hat bereits 43 Häuser im Herstellungswerte von 431000 Mk. errichtet. Diese Gebäude wurdet: wegen ihrer schönen Einrichtung und netten äußeren Ausgestaltung allgemein gelobt. Eine von der Genossenschaft eingerichtete Kleinkinoerschule ist in erster Linie für die Bewohner der Genossenschaftshäuser bestimmt, nimmt aber, soweit noch Plätze frei sind, auch Kinder anderer Gießener Einwohner auf. Ucöer das neue Hießener Nahnhossgcväude ging uns von einem Fachmanne folgende kritische Aus- laffung zu: Durch daS neue, dem Verkehr jetzt übergebene Vahnhofs- EmpfangSgebäude, welches in eigenartig verarbeiteten romanischen Formen erbaut ist, hat unsere Stadt eine Bereicherung um ein öffentliches monumentales Gebäude von architektonischem Wert erfahren. Die große Empfangshalle mit dem an der einen Ecke geschickt angegliederten, reich ornamentierten Empfangspavillon samt dem neuen Bau für den Wartesaal 3. und 4. Klaffe und dem gedrungenen, in guten Verhältnissen abgemessenen Uhrturm, welcher als Bindeglied zwischen den verschoben aneinander gelegten vorerwähnten Hallen dient und als architektonisches Moment unumgänglich notwendig erscheint, bilden zusammen eine wohlgelungene, vom Bahnhossplatze auS malerisch wirkende Gruppe, welche nach Fertigstellung des SperrhäuschenS mit Verbindungsgang noch vervollständigt werden wird. Ob die Wahl deS romanischen Stils für ein derartiges Gebäude gerade die geeignetste gewesen ist, darüber läßt sich streiten, und ob die ganze Gruppierung der Gebäudemassen organischer, mehr in sich geschlossen hätte sein können, darüber kann man auch verschiedener Meinung sein. Aber es ist nicht der Zweck meiner Auslastungen, von dem, waS hätte sein können, sondern von dem, waS ist, zu reden. Die Ausführung in rotem Sandstein mit schönem bildnerischen, an den rechten Stellen angebrachten Schmuck ist durchaus gediegen und zeugt von einem echten künstlerischen Können. DaS Steinornament des Aeußeren setzt sich im Inneren der großen Halle weiter fort und erfährt durch eine mit Maß angewandte, vornehm wirkende Polpchromisierung noch eine Bereicherung. Im übrigen ist der Ausbau der Halle sehr schlicht gehalten. Die gewölbte, durch Querbogen gegliederte Decke ist teilweise mit modernem, an daS Romanische anklingenden Ornament mit Geschick bemalt, wodurch versucht ist, das Oede der leeren großen Halle, in welche der Verkehr erst noch hineinwachsen muß, etwas lebendiger zu gestalten. Die Benwlung der Fensterumrahmung mit künstlicher Quaderung hätte man vermeiden sollen, umsomehr, da sonst überall der Eindruck der Echtheit vorherrscht. Wenig glücklich gelungen in seiner Farbenharmonie zum Ganzen ist der gelbe Anstrich der sonst gut gearbeiteten Holzeinbauten, wie Schalter u. s. w. Hier hätte man eine ästhetischere Wirkung durch fein abgestimmtes Lasieren der Hölzer und Sichtbarlassen der natürlichen Maserung erzielt. Dürftig geradezu erscheinen die schmiedeeisernen Barriören an den Schaltern in der Bahnsperre, bei deren Anblick man sich des Eindruckes nicht erwehren kann, als ob die Mittel zu einer reicheren Schmiedearbeit ausgegangen wären. Mit dem Eintritt in den Wartesaal I. und U. Kl., welcher durch Umbau des alten Wartesaales entstanden ist, verläßt uns das romanische Element und wir haben ein freundliches, durch Pfeiler und Bogenstellung in zwei Teile zerlegtes, in gutem Geschmack eingerichtetes modernes Restaurant vor uns, welches zum Teil durch Ober-, 5um Teil durch Seitenlicht beleuchtet wird. Die grünen Kacheln und die Stoffbespannung der unteren Wand mit einem reizvoll aufgetönten Muster, umrahmt von dunklem Holz, der darüber laufende in zartem Grau gehaltene Schablonensims geben dem ganzen Raum zusammen mit dem gediegenen ledergepolsterten Mobiliar, den messinggetriebenen Beleuchtungskörpern, Schirmständern und Kleiderablagen ein vornehmes und doch gemütliches Gepräge. Das anstoßende Damenzimmer ist mit besseren und modernen Möbeln ausgestattet und der kleine Speisesaal hat durch eine schlichte, aber geschmackvolle farbige Behandlung der Wandflächen ein freundliches Aussehen erfahren. So kann Gießen, wenn man die öden Bahnhofsbauten anderer Städte mit ihren unfreundlichen Ausenthaltsräumen und ihrer geschmacklosen Ausstattung zum Vergleich heranzieht, alles in allem mit seinem neuen Bahnhofsgebäude sehr zufrieden sein. War es doch keine leichte Aufgabe, in dem Winkel, in dem die Oberhcssischen Bahnen mit der Hauptbahn zusammenlaufen, unter teilweiser Mitbenutzung dcS alten Gebäudes eine Anlage zu schaffen, die allen technischen Einforderungen gerecht werden und zugleich einen ästhetisch wirkenden Abschluß des Bahnhossplatzes bilden sollte. Berlin, den 8. Oktober. Eine sensationelle Freisprechung erfolgte vor dem Schwurgericht deS Landgerichts I. Ter Oberwärtcr in der Eharitee, Krämer, war angcflagt, einen 17jährigen Mann auf der Straße mit einem Krückstock erschlagen zu haben. Eine traurige Ehebruchstragödie ist die Quelle des Vorfalls gewesen. Krämer hatte vor seiner Verheiratung ein Verhältnis mit seiner jetzigen Ehefrau, auS welchem ein Kind hervorging. Seitdem sein Cousin Butgereit zu ihm gezogen ivar, verdüsterte sich der Ehehimmel, bis Krämer schließlich die Gewißheit erlangte, daß seine Frau mit Butgereit die eheliche Treue verletzte. Es kam. in einer Nacht zu Streitigkeiten, in deren Verlaufe Frau Krämer erklärte, im Zimmer Eingesandt. (Für den Inhalt der unter bieicr Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Der Gieß. Anz. vom Samstag enthält einen Artikel über die Landwirtschaftskammer-Wahlen, welcher nicht unwidersprochen bleiben kann. Bei allen Wahlen macht sich ein Vordrängen der Herren Landtagsabgeordneten bemerkbar, als ob sie nur allein die berufenen Vertreter der Landwirtschaft sein könnten. Dieses ist unfein und es würde den Herren schön stehen, wenn sie den anderen bewährten Landwirten auch eine beratende Stimme zukommen ließen. — Ter Wahlkreis Lich-Hnngen gehörte eigentlich Herrn Oekonomierat Hoffmann und nicht Herrn Altbürgermeister Köhler, da letztgenannter Herr Aemter und Wurde,r genug hat. WaS Grünberg-Homberg betrifft, sind Sie falsch unterrichtet. In einer Vertrauensmännerversammlung des Bundes der Landwirte wurde Herr Eduard L u tz - Elpenrod als Kandidat ausgestellt. Da dieser Herr aber außerhalb des Wahlbezirks wohnt, trat 8 Tage später eine Anzahl Landwirte in Grimberg zusammen und beftimmte Herrn E m m c 1 - W a r t h 0 f als Kandidaten zur Landwirtschaftskammer. Diesem Herrn kommt auch das Mandat zu, da er sich schon viele Verdienste um die Landwirtschaft erworben und seither zmn Segen für dieselbe auf uneigennützigste Weise in seinem Bezirk gewirkt hat. Herr Brauer wurde erst in letzter Linie von den Herren Abgg. Bähr und Köhler ausgestellt und auf deren Geheiß agitierte ein Mann, Namens Reuther, im ganzen Bezirk für Herrn Brauer. Alle Landwirte sollten bedenken, daß die Mittel für die Land- wirtschaslSkammer von den Landwirten aufgebracht werden müssen. Taher, um zu sparen, wären möglichst k u r z e T a g u n y e n am Platze, wozu aber Landtagsabgeordnete nicht passen, da sie das Reden schon zu sehr gelernt haben und man in der Landwirtschaft Taten sehen und keine langen Reden hören will. Also im Wahlkreise Grimberg-Homberg genau so wie im Bezirk Großenbuseck 3 Kandidaten: Brauer, Emmel, Lutz. Die Marktpreise für Bieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 8. Oktober 1906. Höchste Schlachtviehpreise in F r a n f f u r t a. £01. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 85—89 Mk. 7, Kg.Schlachtgew.100 -106 Pf. 7, „ „ 79-00 „ 7. Kg. 82-88 Psg. 7, , 84—90 , 7. „ 90-100 , Danksagung -w 1 Mark Zinnwanneu sowie Sturmlaternen Stück 1.50 Mk. 6133 Unerreicht in Güte nnd praktischer Verwendbarkeit ist sagen wir unseren wärmsten, innigsten Dank, Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Emil Fischbach, Seliersweg 24 Lehrer und Kantor Bernhard Klein und Kinder Giessen (Steinstrasse 10), den 9. Oktober 1906 07467 MU Check-Verkehr franco Provision |B8/ (2. Grotzh. Hess.) Nr. 116. Verwaltung von offenen und geschlossenen Depots zu der Mieter DVi a 7io 2. Ziehung 4. KL 215. Kgl. Preuss. Lotterie. Kur die Nummern In Klammern beigefügt 41 Gewähr.) *• (Nachdruck verboten.) 479 575 671) 85 751 834 510 12032 44 830 02 448 DIO 741 20 M3 688 05 053 785 Dl: 51 59 21451 619 93 703 73 847 22060 180 881 71. IG 851 2 3022 52 64 109 71 417 90 39031 55200 81 489 594 7721". 08 85 313 |C00| .89 523 80 COS 7 9031 09 Hl 17 21 149 917 105293 211 455 70-4 981 104141 276 93 027 4: 210 81 606 724 42 71 |400| 804 2 5 5014 16 175 687 758 704 410 2 6 0020 38 413 611 703 810 40 67 2 6 1 000 49 80 [400 1 478 6.86 41 084 117086 197 556 00 640 725 817 (30001 118238 1 5001 60 689 |1000] 978 119072 419 61 122100 65 90 201 28G11'. 51 221 411 64 MAGGI 602 247 (400) 96 279 324 99 802 921 1121 7 t 400 777 584 602 3021 101 8 224 396 465 90 085 79 705 405 SC» 77 1 54 6 0 3 29 599 771 88 99 1 3 0079 228 423 665 ( 4001 131052 473 674 98 957 80 15001 132-311 470 505 13 3 267 93 334 79 522 623 £C2 89 134197 349 110001 90 643 65 742 73 1 3 5048 117 243 344 |100| 432 534 136030 108 287 98 ISOOOl 323 40 50 6711 882 915 91 800 3 3d 035 24 99 4 354 553 664 66 806 920 7 1 91 5028 234 41 457 897 6069 92 125 50 22» 57 433 53 500 615 703 99 814 64 7028 109 352 642 678 (3000) 88 794 820 8237 69 604 251 97 704 858 56 9 4028 260 298 441 611 85 03 783 908 97006 09 883 456 531 65 929 99200 [600 | 474 023 7 1 0 1 022 012 700 939 47 87 492 97 43005 24 | 400 | 633 882 106 979 002 «1» 043 862 027 201 809 300 911 650 913 219 83 477 030 1 7 2510 81 005 87 736 85 I 10001 88 885 173 857 439 89 1 74050 01 [5001 183 69 | 600 | 601 32 80 8N7 45 933 SO 77 99 175017 177 240 520 56 [5000J 901 939 405 503 669 106011 61 193 97 207 372 401 | 1001 503 23 886 107127 895 560 CC5 86 316 | ICO | 1)2 . 10So=t 946 880 132 901 538 449 091 19 268 453 495 853 653 1'07 926 65 i 785 800 041 144305 II 49 732 825 45 303 | 1001 63 55 65 97 858 978 1 46052 85 33 762 75 840 94 147047 301 19 412 347 402 32 775 963 1400) 71 149116 °9 [400 1 633 49 0=3 15O0I.1 457 | 1000) 15 1 213 582 740 831 152 164 511 640 854 035 713 717 813 513 462 706 369 717 82 309 14OO| 521 5G6 670 14b 124 240 [500| 715 10 681 707 825 88 153001 259 399 206 209 = 88 979 217 656 97 37 239 683 811 547 634 ICO 310 502 601 802 3 8006 188 399 458 [4001 679 81 721 882 488 525 35 763 |1000| 849 |400| 61 082 40189 09 472 99 608 66» 807 41012 346 47 83 717 36 4 2284 378 99 507 621 822 89 961 Los III: Kartoffeln Los IV: Milch 803 402 21L 322 802 18 71 17 6081 89 449 105 1 77030 195 ."73 404 47 053 1 78163 96 326 503 15000 1 943 93 179030 885 995 180225 846 466 018 28 181032 107 14001 221 694 720 825 1 82070 110 204 422 815 933 1 84117 806 185060 203 853 016 [400] «1 703 6!) 817 Los I: Kolonialwaren Los II: Gemüse 314 85 597 651 2 69175 285 383 553 2 7 0006 127 99 53 50; 27 1 594 604 76 761 064 2 7 2022 157 237 97 3z4 43 [400| 87 852 |400) 01 916 273061 156 835 551 2 7 4084 265 523 50 69 80 721 29 805 987 2 7 5050 105 5-i'l 151 i25 865 7 8035 213 81 411 111 535 61 923 Annahme von Geldeinlagen zur Verzinsung je nach Kündigung bis 4% fürs Jahr Dividenden Stücken 899 731 'illl 299 881 582 | 5000 ) 610 21 709 866 954 5 2060 116 57 882 403 28 53 532 3 3 811 22 939 53104 895 518 44 784 95 977 91 54197 236 40 413 87 600 725 61 55027 124 372 517 26 840 987 5 6023 29 76 157 523 843 971 57102 48 67 868 1400 | 016 928 5 8057 72 111 708 801 59000 59 234 333 | 400] (Ohne 183 2320 84 75 M £55 412 [100] 651 279008 587 620 48 76 764 28 0082 134 337 511 775 885 093 28 1 243 330 625 54 93 706 15 895 282031 [5001 135 |400) 40 275 880 564 7« 639 782 97 810 45 981 283065 311 2 1 552 94 718 897 961 284069 101 |4O0] 8 261 559 67 80 603 711 14001 71 936 |50 000 | 2 8 5128 212 300 89 71 415 653 2 80112 305 591 98 722 28 342 04 78 85 2 8 7 518 685 91? 738 |.500 1 910 7 3 9 013 213 858 497 558 90 782 019 47 1100 0001 1O059 419 619 50 732 605 092 1 1211 807 [4001 67 432 76 784 956 95005 147 87 96100 328 33 711 65 909 140>74 847 988 2 1 0099 279 81 82 368 721 11001 55 898 14001 012 211262 67 413 581 745 [1000 ) 803 17 900 2 1 2007 254 75 688 2 1 3003 28 104 33 29J 437 77 650 716 214123 608 48 Gießen, den 6. Oktober 1906. Städtisches Tieibauamt. I. V.: Köhler. den 18. dS., bornt. 11 Uhr, mit emsprcchcndrr Ausschrift versehen, portofrei an unS einzureichen. Gießen, den 3. Oktober 1906. 493 590 648 603 935 66 8 7095 153 420 36 557 719 861 90 955 88215 59.1 663 65 550 89029 45 173 318 |400 | 558 855 937 58 9O370 405 96 651 90 739 fiS 800 60 82 «1180 238 10 2015 107 74 300 411 150001 21 56 526 601 RI 2 194 [5001 1034=4 555 82 1 04 302 75 740 912 105090 277 83 455 618 fit 10 6 028 44 58 173 223 52 t 073 689 921 72 1Ü72O4 658 73 894 909 108004 25 85 115 66 291 581 82 617 816 902 [5001 48 1O9024 70 184 259 |400| 62 812 59 477 641 ) 400] 660 728 110022 41 78 581 |400l 741 801 111207 30 669 83 712 871 83 |500| 112040 813 51 507 11304 3 7 6 212 4 21 520 820 114017 88 43 81 202 18 15 477 896 035 74 115132 48 207 94 I 400] 454 58 656 787 45 804 11000] 068 116:31 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. 099 215052 175 OGG 750 957 216059 55.3 l 4001 «49 34 217147 231 85 |400| 494 688 218326 [4001 31 55 95 219048 17t 224 69 351 613 55 667 [400 1 85 93 11 24 28 56 2 2 0056 288 403 579 638 2 2 1 322 499 663 807 239411 503 675 240240 |600] 72 732 2 41138 768 032 2 4 2461 682 85 796 838 2 4 3227 415 520 58 76 =8 93 14001 627 B%0 80721 153 7 7 853 81 813 922 8 1 023 14001 102 401 509 703 52 819 941 52 82005 119 2'R) 220 451 87 91 912 62 83013 107 14 269 85 335 603 719 27 Vertragsbedingungen pp. liegen auf dem Zahlmeister-Geschästs- zimmer gen. Bataillons — Neue Kaserne — zur Einsicht auf. Angebote sind verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen der Küchenverwaltuna zum 18. Oktober 1906 emzurcichen. II. Bataillon Fnf.-NegtS. ,,Kaiser Wilhelm" 419 609 712 831 39 154022 126 | 10001 47 208 351 589 707 14 84 155057 64 270 89 378 474 621 778 »16 15G0I3 «7 121 243 301 77 411 660 709 10 962 157014 28 30 [400 | 03 165 98 259 85 1 58373 467 1 59001 5 63 119 361 479 376 16O200 93 343 481 524 »87 702 24 925 161080 101 96 320 44 99 489 555 92 677 162025 154 60 228 »0 5=8 804 35 47 1 63165 268 92 [4001 96 897 595 640 728 !?.4 164022 223 409 [400| 647 063 744 »3 887 903 165149 302 516 [400J 607 57 761 88 885 977 166240 315 40 448 «7 513 601 700 6 67 91 167089 275 895 498 90 569 [400] »23 Z9 71 16 8052 204 70 71 377 593 830 964 1 6 9 222 7 2 374 99 987 170028 42 301 61 418 510 603 744 930 171137 80 229 [500| B’Ao nehmens. Gießen, den 8. Oktober 1906. G^offberzoaliches Amtsgericht. Stahlkammer mit Schrankfächern unter Selbstverschluss Emaillcwareir aller Arten zum Markt, darunter große Auswahl. Aedes Stück 35 Pfennig, 3 Stück für Ferner einen Polten 13024 139 15001 65 14001 91 451 772 927 1 4235 390 672 834 15031 121 302 20 »02 1 6028 72 >4001 219 302 24 464 77 678 999 17040 462 570 749 99 804 23 18162 19284 030 82 807 007 20050 116 39 337 429 82 563 612 21058 118 78 [ 5001 844 442 547 729 22170 325 85 448 680 773 988 23008 91 141 02 439 4 9 630 800 2 4010 807 |400| 870 967 2 5100 243 481 69 76 044 53 805 88 26)07 721 42 886 916 ) 400) CO 427 514 ' ) 60175 318 68 613 799 6 1 051 81 162 817 41 505 ) 400) 845 46 C6 900 6 2054 93 446 512 696 836 63151 873 1500] 414 [400] 564 747 6 4002 56 311 67 772 6 5030 345 99 439 40 791 878 75 951 |500l 52 66051 B4Ao Hochachtend (S. Bolland, Inh.: Frl. Therese Rausch. 51 [590| 01 803 0=7 287221 Die Ziehung der fünften Preussischen Klaseenlntlerio vcinbcr bis 4. Uczeinbes 71 811 95 916 115020 27 330 427 96 02'1 39 721 817 | 1"0 | 116085 120 29 313 |500| 689 707 90 f 117016 15001 77 171 511 68 682 89G 9.32 6.3 118031 77 210 13 3! 1 401 OM 692 838 119263 396 421 |400| 522 23 15001 CS 605 57 740 900 12 0037 73 127 75 291 355 63 5(10 685 7Ö1 )400| 121-67 520 675 708 10 26 »13 18 122^0 323 4» >-60 90" 77 1 23024 68 79 153 3C4 453 (je, | 5C5 »G .12 717 84 0 124062 865 565 77 87 652 ”11 125071 121 73 515 63 700 62 812 10 I1O00I 1260=3 (460! 277 82 92 527 94 SO) 24 76 1 27019 76 |400| 156 403 635 |400| 73« 880 128106 8 64 233 303 62 725 11000 I <8 821 1)71 97 129033 D9/10 Bevgebnnft von Erdarbeiten Tie Erdarbeiten für den Ausbau der Friedrichstraße zwischen der Frankiurter Straße nnd der Rodthohl sollen Montag, den 15. d. M., vormittags 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbcschreibung und Bedingungen liegen während der Dicnslstunden bet uns zur Einsicht aus. l,2liiqc= bote auf vorgeschriebcnem Formular, das daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. — Zuschlags- frist 3 Wochen. Eröffnung von laufenden Rechnungen Gewährung von Krediten 40 60 750 857 Klasse der 2Ö. Königlich findet Elan vom 0. No- I 686 3025 473 283 905 818 626 803 619 567 940 77 An- und Verkauf von Wertpapieren an allen in- und ausländischen Börsen Einlösung von Zins- und scheinen und verlosten Mittwoch eintreffend: Frische See-Fische äußerst billigen Preisen. Gleichzeitig empfehlen wir feinste 7'14 833 903 Vorschüsse auf Wertpapiere unter günstigsten Bedingungen 12 1 570 15001 344 422 662 70 766 12 260011 347 78 508 661 809 037 2 6 1 044 178 [1000] 591 C13 703 888 2 5 2030 147 404 64 t 927 263003 117 837 63 604 752 68 2 6 4083 169 98 261 626 50 788 818 22 14001 980 265078 490 12 20 533 85 729 44 895 99! 266195 [4001 306 80 476 633 819 267095 120 62 97 237 331 400 C77 837 »21 2 6 8025 4 6 728 811 22 2 69111 67 039 ) 120166 333 469 779 811 280160 C39 281139 314 627 81 781 SO 887 282029 15« 76 83 381 659 70 710 920 283’82 88 858 f.25 284204 |400| 53 601 19 932 92 285’20 493 [490 1 521 711 00 890 913 2 8 6913 51 M 3U1 438 76 646 24071 387 412 520 29 611 712 005 252’2 C63 740 2 6 011 28 1 38 220 65 316 787 82 3 919 2 7 087 1 09 14001 10 411 54» 689 770 821 26 903 63 28030 210 62 8UI) 85 491 073 967 29109 13 210 24 364 71 451 551 008 730 834 3 0031 213 11000 ) 412 43 48 709 923 3 1 000 16 89 231 489 637 982 32011 [4001 176 403 21 788 3 3080 [400 198 SSO 772 34213 462 587 |5(l0] 35027 220 33 79 578 36375 685 836 59 1400] 73 37107 322 620 763 816 48 59 951 38127 318 22 470 93 677 616 31)071 295 499 021 14001 23 785 813 937 40188 375 667 763 960 80 4 1 025 169 288 417 4 2081 265 514 45 81 667 017 270028 121 263 410 673 013 53 271099 299 325 552 673 272133 75 575 07 703 2 7 31’9 250 5 7 473 657 75.3 2 7 4161 202 336 | 500 | 88 275917 21 41 85 99 580 770 9’1 27 276'83 371 957 2 7 7803 I>5 410 63 712 825 093 2 7 8090 143 435 510 72 G61 83 755 953 2 79018 22X046 286 347 56 415 26 52 51 [4001 748 9» 804 223008 [400] 27 181 263 £04 754 805 83 2 2 42» 1 555 618 15 72 890 911 29 2 2 5116 481 710 816 2201JÖ 96 297 548 70 7 3 662 701 884 64 985 [400| 2271'2 I*31- 608 706 87 844 63 228121 216 812 1400 | 408 90 «28 55 »14 60 2 2 9 283 404 689 754 865 065 230165 245 314 15 " 997 2 3 1 024 88 101 346 407 698 078 2 3 2004 250 834 Ö55 [400] 653 8=2 [400] 031 23 3023 234 7 4 412 553 91 713 82 87 907 2 3 4112 800 26 977 2 3 5062 183 209 508 «»9 J» [4001 23609« .45 378 2 37124 31 40 2 3 8065 862 953 '«< Arbeitsvergebung. Nachstehende Arbeiten zum Neubau deS Stadttheaters ill Gießen sollen im Wege des öffentlichen Angebotes vergeben werden. 1. Steinbildhauerarbciten. 2. Lieferung von Granitstcinen ca. 15 cbm. Zeichnungen, ArbcitSbeschrcibungen, Bedingungen und Angebots' sormulare liegen im Bureau de» Architekten HanS Meyer, Westaniage 6, dahier, zur Einsicht offen und können daselbst zum Selbstkostenpreis erhoben werden. Die Angebote sind bis zum Erüffnungstermin am Donnerstag, Bekanntmachung. In das Genossenschaftsrcgister wurde eingetragen bezüglich der Gemerbebank Lollar, Aktiengesellschaft zu Lollar: Durch Beschluß der Generalversammlung vom 11. Juli 1901 ist u. A. § 2 der Statuten dahin geändert: An- und Verkauf von Wertpapieren sind nicht mehr Gegenstand des Unter- Joseph Herz 23 Neuen Baue Giessen Neuen Baue 23 Ziehung vom 8. Oktober 1006. vormittags. —1 Gewinne über 10! Mark sind den betreuenden 186127 71 367 064 1 87 205 577 768 822 1 88076 178 88 522 672 882 1 8 9311 447 82 06 619 701 93 984 1 90117 2. Ziehung 4. Kl. 215. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 8. Oktober 1906, nachmittags. isur die Gewinne über 192 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigcfUgf. ital. Tafel - Trauben ausgewogen und in Original-Kisten. Hochachtend Gebrüder Berdux 53 468 525 1400 ) 63 620 748 61 9 2002 126 211*51 601 [ 400 | 728 870 906 9 3014 155 222 591 -------- “ --------- [1000] 811 484 690 2 7 6098 213 26 79 14001 401 3» 500 767 841 40 2 7 7060 189 411 17 516 611 866 2 7 8032 42 266 79 ~) 1ÖÖ 001 560 85 687 91 712 |40oI 14 262316 &3 10 2 6 3 226 850 444 721 944 264015 88 49 76 153 271 ... 345 660 1 4001 44047 265 819 415 639 796 . 14001 37 45128 307 485 583 630 797 896 4 6 ’86 822 710 88 86 887 47837 700 4 8007 1400 1 303 32 67 640 49 76 49081 888 50235 77 417 [1000] 88 709 910 5 1003 17 41 213 CI 314 572 601 97 917 1032 72 165 77 403 18 Cj7 S87 2015 2» 126 14C01 259 61 b<1 805 35 82 403 49 700 8'9 968 3019 71 215 19 35 422 C67 78 400!) 102 8 90 237 140 0001 87 424 551 660 739 849 99 5393 782 863 979 05 617? 490 900 7139 48 258 300 48 430 56 549 622 8511 84 803 9009 3112 516 905 21 10563 CC5 66 71 750 922 1 1000 * 409 | 84 140 49 264 895 426 8=6 9CG 90 12015 90 390 562 97 699 815 13039 134 )400| 203 435 «7 14301 590 707 941 14'115 99 154 88 93 1 100 J 55 276 037 73 87 623 15204 :U0 583 917 41 66 72 16197 510 23 94 883 908 17176 ölt 630 701 39 18025 87 281 601 41 863 1Ü053 1400) 270 401 503 [4001 56 93 872 999 463 737 109038 45 71 192 248 572 11O‘J3 120 36 418 548 819 111017 28 2.0 30 638 737 »01 112320 113020 358 97 712 63 08 922 95 1140’5 422 79 81 004 20 897 14001 950 91 2.6 504 1 60 183 238 579 635 25 860 2 6 6027 |4C0| 20 271 518 75 656 816 14001 [400] 73 974 2 67104 430 57 65 628 71 833 2 6 8152 """ 420 46 84’ 035 45052 277 495 901 46203 309 677 81 732 853 t'Gß 4 70’3 64 87 22 1 927 4 8171 253 71 390 562 671 [500] 49lU5 ICO 326 30 00 103 C47 61 64 712 92 805 [3000] 35 1-8 46 53 5 00’1 64 110 24.3 59 633 51116 2’2 82 336 Bekanntmachung. Behufs Vornahme von Kabelarbeiteu ist das Kabel im Selters- weg, zwischen Goethestraße und Selterstor am 10. Oktober, nachmittags von I Uhr au ausgeschaltet und die Stromlieierung unterbrochen, was wir hiermit den anliegenden Konsumenten zur Kenntnis bringen. 93 764 81 970 2 4 4210 430 |1000[ 526 079 =16 2 4 5110 46 [4001 209 28 811 560 768 995 2 ^6081 168 226 710 949 83 247188 338 475 513 742 824 30 960 2 4 8 001 109 3 2 252 350 87 [1000] 75.3 59 110001 851 997 2 4 9 201 49'2 Ml 869 991 250024 [400] 618 700 2 5 1 026 120 207 57 01 433 985 252649 720 64 979 253061 396 MO 73 623 59 1)7 2 5 4019 432 628 757 71 94 935 49 8t 124090 108 59 267 458 669 84 886 1 2 5009 55 127 268 82 337 488 671 633 032 86 1 2 6258 841 85 414 740 835 01 |400| 938 1 2 7052 360 083 775 12 8037 69 140 1400] 70 83 98 |4001 232 613 87 877 96« 78 61 12 9377 431 648 604 1 3(1010 105 28 47 300 34 739 870 131620 46 Nil 795 820 1 3 2391 432 87 1400*1 78 60' 12 4 7 94 1 3 3 788 807 1 3 4076 100 69 643 966 1 35082 204 4 85 526 1 36133 756 |400l 912 1 3 7029 228 87 72b 138018 [4001 487 800 74 921 80 139101 860 95 420 25 34 978 140058 J70 422 882 83 044 1 41158 2(9 300 56 467 60178 253 328 4.77 CCS 61035 114 3»3 62179 216 459 87 851 63211 30 311 401 LOG 83 713 903 1101'U | 641» 1 437 571 UI17 748 6 5210 28 4 1 281 431 862 913 1500] 66057 217 524 ) 3000] 67310 73 5!5 C91 92 813 68051 110 63 4’9 515 701 00 805 0 10 6 9083 117 88 210 |400| 361 97 7)3 70370 69 415 881 71142 23.3 02 3’2 660 72 > 865 02) 8fi 72313 451 75 559 02 7 3 202 11000) 18 870 730 43 80) »11 740b5 570 [10001 6=0 75132 86 2M 7’2 881 7 6737 256070 319 46 493 532 965 257103 31 261 389 517 612 84 2 5 8158 67 92 378 432 97 603 99 1 500 1 931 2 5 9013 361 - 562 60 1 89 777 |400| 862 063 1 42106 21 288 43 96 456 677 926 87 1 43110 396 C79 --- 911 • 45065 143 107 612 711 88 246-73 662 7=5 9.3 93 2 47135 206 570 726 812 9=7 2 4 8 276 321 423 87 661 80.3 2 4 9033 431 550 385 9’1 25 56 2 5 0183 36j 14001 «1 733 353 Für die vielen Beweise herzlicher, aufrichtiger Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner unvergesslichen, guten Gattin, unserer treubesorgten Mutter Fran Lina Klein 216 92 350 584 1 9 1 016 110 624 807 096 1 9 205» 107 441 63 678 696 781 19 3385 672 738 [4001 71 8M 99 1500] 194154 75 330 519 682 816 946 4 8 56 1 9 5010 s400] 72 826 976 [500] 19 6073 200 4 » 94 [500 1 311 68 810 99 1 97201 61 68 429 627 1 98017 833 065 19900C 56 615 892 AchtW! ^ar>ktanzeige. Achtung! OSwaldögartcu. Komme diesmal wieder mit schöner Auswahl 331 69 431 681 146122 436 43 [ 3000] 087 1400) 818 67 147022 62 123 310 48 686 761 67 909 80 1 4 8039 136 487 517 654 702 832 973 1 49320 32 404 645 758 916 23 1 5026t 339 73 93 460 720 895 936 1 5 1 253 566 955 1 5 2212 61 852 In CP-.?3 65 831 989 15 3009 159 288 816 26 [400 1 60 801 154002 116 203 773 93 155111 48 92 403 64 [600] 893 806 32 1 5 6070 227 [4001 03 366 603 703 810 14 nil 15 7 022 131 33 313 520 730 03 926 1 5 8306 615 [5000] 803 JOT 69 81 15 9 040 69 300 487 702 87 [10 000) 053 82 ... ^600-9 322 431 011 792 [1000] 1Ö1128 007 711 72 720 iS'1 RAn-f hl?1 823 163982 58 241 832 590 668 2-2 m8. 1,6AOÄ3J1OO°I lto 878 "3 607 15 54 039 [4001 878 9" 165013 110 C5G [10001 627 928 83 1 66152 273 i ^7*71L180°° Q089 703 96 809 167071 267 420 60 565 ^.L1.68107 83 89 320 675 831 996 169064 195 282 83 rTl lM°fliq5r«5 170319 l400] 69 71 565 606 706 93 903 A71 J57i3 'vqa, 810 C04 1 7 2036 89 451 542 683 709 “Gl’1 ?a 178 022 750 773 90 827 968 85 1 74020 88 1-0 -7m. non2, r 73 000 801 81 115 0001 175016 38 1<Ü 291 805 609 745 821 »5 fiA ORR I /nnl o.o , .AA. - ... ,3000] 45 861 J3300J 57"5t 626 79 821 70 036 58121 29 232 331 461 614 41 809 23 59015 81 282 211 80 450 519 ■r!'8 I 1001 971 5 2217 458 96 708 5 3003 5 37 [100] 63 180 436 47 716 950 54061 205 425 [1000 1'27 56l'00 4 2 2(10 350 506 Gl 99 740 s 180127 550 71 93 013 1 8 1015 110 17 62 207 36 ^61' 741 934 63 1 82026 779 [ 500] 917 27 85 07 1 83004 289 861 443 560 771 8’3 24 06 72 184053 256 67 866 406 61 723 830 185129 310 67 418 35 563 646 978 1 8 6072 118 362 488 591 187019 45 71 143 245 8=4 562 71 712 94 875 921 23 47 55 188040 172 295 364 429 1500] 931 189037 90 93 219 43 426 730 913 87 1 90373 516 725 1 9 1 010 881 "9 740 1 92175 278 319 63 418 20 720 1 93163 235 407 i?;9 88 939 194291 415 657 654 836 970 (400| 195146 503 010 31 60 973 1 9 6035 101 602 5 69 [40g] 74 908 197133 08 222 53 66 84 817 5-11 080 81 700 1 9 8004 120 49 70 355 531 84 85 84 710 915 48 199155 255 554 623 58 92 709 2OO030 31 70 340 590 712 2 0 1 003 138 395 51» [400] 755 819 2 0 2034 40 49 J 1000] 107 50 70 481 027 2 031-14 660 776 [500J 876 942 2 04199 [400] 245 888 97 025 57 2 0 50’0 213 90 030 841 OB 077 2 0 6100 69 385 1 400] 421 85 71 550 009 12 89 757 993 207027 57 180 483 511 728 54 1400] 208063 77 179 212 378 477 698 8»0 209342 59 456 706 72 898 210240 260 509 823 99 211133 242 [500] 61 370 513 91 723 59 841 2 1 2)43 733 820 998 2 1 3043 91 105 323 581 14001 84 88 610 214236 860 405 93 791 846 51 53 909 2 1 5131 279 304 573 018 33 883 930 14001 70 216233 61 81 319 432 88 513 610 45 786 967 87 [ 400] 217019 71 114 [400] 500 783 2 1 8086 116 46 306 [3000] 84 711 84 219028 137 41 553 78 759 878 901 [5001 r 220059 413 67 511 617 745 858 221176 356 5» 707 61 91 1500 1 2 2 2016 86 243 72 463 540 76 2 23106 76 294 851 224151 502 225146 215 56 31» 463 661 826 73 943 49 95 226205 93 330 404 520 630 227018 83 193 201 414 87 2 2 8169 671 791 97 929 30 83 81 22 9086 196 [400] 494 511 C02 44 770 2 3 0005 445 521 80 731 816 70 964 231810 2 3 2033 45 173 247 55 377 083 86 41 865 2 3 315« 215 494 597 813 2 3 4006 97 |400] 159 203 4.'>8 710 807 r«> 23 5010 21 63 1400 1 64 162 317 519 731 82 813 925 01 236'117 433 89 960 2 3 7001 30 209 427 74 1 815 4 8 2 3 8635 712 so? 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