Nr. 134 Zweites Blatt 156. Jahrgang Orföebtf WgHS) mit Ausnahme des Sonntags. Die „Wefoencr §avrlllenblatter** werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Ter *1111* taut Wirt** erscheint monatlich einmal. Gießener Anzeiger Montag 11. Jnni 1906 Rotationsdruck tmb Verlag der BrüdkNckr» UntverfttätSdruckerei. R. Lang«. ®t«Ne. Redaktion.Exoedition «.Druckerei: GchulOr.U» Tel. Nr. öL Te1egr.-Adr. r An-etger Seneral-Anzeiger, Amts- nnb Anzeigeblatt für Öen Kreis Gießen. Deutsches Reich. Berlin, 10. Juni. Kaiser Wilhelm hat auf der österreichischen Rückfahrt von der Grenzstation aus an Kaiser Franz Josef eine Depesche gerichtet, in welcher er diesem in überaus herzlichen Worten für alle Aufmerksamkeiten dankt und von neuem versichert, daß ihm der Besuch in Wien in angenehmster Erinnerung bleiben werde. Wie von diplomatischer Seite verlautet, soll Kaiser Wilhelm Kaiser Franz Josef gegenüber geäußert haben, daß er es niemals vergessen werde, daß sich die Bundesgemeinschaft Oesterreich-Ungarns auf der Konferenz von Algeoiras in so aufrichtiger Weise bewährt habe. Die gleiche Bemerkung hätte dec deutsche Kaiser dem Grafen GoluchowSky gegenüber gemacht und hinzugefügt, er hoffe, daß für längere Zeit keine ernste politische Konfllktsfrage auftauchen werde. Norderney, 10. Juni. AlS ein gutes Zeichen für das Beftnden des Reichskanzlers darf es angesehen werden, daß Prof. Renvers gestern von dort ab gereist ist. Düsseldorf, 10. Juni. Im objektiven Verfahren wurde von der hiesigen Strafkammer die bei mehreren Anarchisten beschlagnahmte Broschüren »die Armee und die Streiks" eingezogen. — Da die hiesigen Metzgermeistcr noch immer keine Anstalten treffen, die Fleischpreise zu ermäßigen, so haben sich eine Reihe von Mitgliedern des hiesigen Allg. Bcamten- vereins an den Vorstand gewandt mit dem Ersuchen, die Gründung einer Genossenschaftsschlächterci in die Wege zu leiten. Der Vorstand soll sich zu diesem Zwecke mit anderen korporativen Genossenschaften in Verbindung setzen und auch den Deutschen Deamtenverein um sinanzielle Unterstützung des Projektes anzugehen. BreSlau, 8. Juni. Das vor einigen Tagen erschienene Flugblatt des Simplizissim us über den Breslauer Krawall ist heute polizeilich beschlagnahmt worden. Straßburg, 9. Juni. Der ehemalige Relchstagtz-- abgeordnete und Sozialistenführer Bueb aus Mülhausen, der dort wahrend der letzten Jahre ein flott gehendes Geschäftsbureau hatte, ist spurlos verschwunden. lürd?c und Schule. — Lehrer-Orientfahrt en 1906 und 1907. Die in den letzten 5 Jahren ausgeführten 16 Fahrten nach Aegypteii und Palästina werden im Laufe _ dieses Sommers noch zwei weitere folgen. Die nächstjährigen 4 Frühjahrsreisen nach Aegypten beginne,: Mitte Januar, an diese schließen sich denn 3 Sommertouren an, auf denen zwischen Luxor und Assuan ein Spezialdampfer benutzt werden wird. Je nach Umfang und Wahl der Reiseroute ist die Dauer der einzelnen Reisen, an denen auch Damen und Mchttehrer teilnehmen, verschieden. Das ausführliche Programm der Fahrten Nr. 17 bis 25 wird auf Verlangen Interessenten von dem Reiseleiter Herrn Jul. Bolchausen in Solingen kostenfrei zugesandt. Aas parlamentarische Rußland. Petersburg, 9. Juni. Der Führer der Arbeitspartei, Anikin, suchte heute in der ReichSduma zu beweisen, daß alle Ländereien Eigentum der Bauern sein sollen; es werde nicht möglich sein, den Willen eines ganzen Volkes zu mißachten. Seit vierzehn Tagen sagen wir den Ministern, sie sollen sich entfernen, aber sie gehen nicht, haben kein Schamgefühl, kein Gewissen; ein Bauer würde in einem solchen Falle nicht hier bleiben. Der Präsident erhebt sich und will Anikin zur Ordnung rufen, aber das Haus bricht in einen Beifallssturm aus. Anikin schließt mit den Worten: .Ich wende mich an das russische Volk, das uns hierher gesandt hat, damit wir die Freiheit deS Bodens fordern. Wir haben das Prinzip der Enteignung aufgestellt; aber die Minister weigerten sich dasselbe anzuerkennen; wir sagten ihnen darauf: entfernet Euch." Als Anikin die Rednertribüne verließ, bereitete ihm das Haus eine Ovation. Der der äußersten Rechten angehörige Bauer Pere- woschtschikow beantragt, dem Kaiser Dank abzustatten für die dem Volk erwiesene Gnade. (Zischen.) Da die Duma eS ablehnte, beim Kaiser nachzusuchen, daß Todesurteile nicht mehr zur Ausführung gebracht würden, bis ein entsprechendes Gesetz angenommen sei, hat Profesior Kowalewski eine Bittschrift im Namen der Be- völkerung verfaßt; mit Ausnahme der Arbeitsgruppe wurde sie von den meisten Abgeordneten unterzeichnet, und soll außerdem im ReichSrat, bei den Behörden, Privatinstituten und unter dem Publikum zirkulieren. » In Warschau wurde am 9. d. M. der Revolutionär Marczewski hingerichlet. Um diesen zu rächen, wurden zwanzig Monopolläden von den Revolutionären geplündert und angezündet, wobei sechs Personen erschossen und 18 verwundet wurden. DaS Kriegsgericht in Warschau verurteilte ferner am 9. d. M. vier politische Gefangene zur Todesstrafe. Aus dein RawiakgefängniS dort entkain der politische Gefangene Schabaschnikow, der durch seine Mitgefangenen über die Mauer geworfen wurde. Auf der Weichselbahnstation Skarschisko überfielen bewaffnete Leute die Jnfanteriewache, welche Feuer gab. Ein Mann wurde erschossen, ein zweiter verletzt. Baron Pinne wurde in der Nähe von BunSke (Kurland) von Revolutionären ermordet. Die intellektuellen Bevölkerungskreise Kurlands haben die Absicht, eine Depesche an den Zaren zu senden, welcher gebeten werden soll, die Behörden anzuweisen, rücksichtslos gegen die Revolutionäre vorzugehen. Da der Kabinettskanzlei des Zaren anonyme Meldungen zugehen, wonach die Sicherheit des Zaren gefährdet sei, wurde die Bewachung der in Peterhof elntreffenden Fremden wesentlich verschärft. Die Zarenfainilie siedelt demnächst in das Lustschloß Massandra bei Palla über, da alle Gerüchte von einer angeblichen Meuterei in Odessa und in den Küslenstädten der Krim sich als falsch Herausstellen. Ausland. London, 9. Juni. Die ,'JJlocning Post" lehnt den Vorschlag betreffs eines Bündnisses zwischen England, Deutschland und Oeste rreich ab. Ein aggressives Bündnis sei unausführbar, weil England keine Ausdehnung, sondern bloß Bewahrung seiner Rechte wünsche; em defensives Bündnisunnötig sei, weil England mit den meisten Großmächten befreundet sei. Auch Deutschland habe seit Rußlands Niederlage keine Gefahr zu befürchten, da Frankreich keinen Angriff beabsichtige, den übrigens abzu- wehren Deutschland gut imstande sei. Ein englisch-dcutsch- österreichischeS Bündnis dürfe sich nicht gegen Frankreich richten, da England ein gutes Einvernehmen mit Frankreich unterhalte. Brüssel, 10. Juni. Ein königliches Dekret betreffend Kongoreformen wurde heute veröffentlicht. Es enthält u. a. die Abschaffung der Zahlung der Steuern in Naturalien. Der König überweist den Eingeborenen den dreifachen Teil der Dörfer, die sie bisher besessen haben, ferner werden die eingeborenen Polizisten abgeschafft, die Rechte und Pflichten der Eingeborenen-Chefs festgesetzt, ferner die Anwerbung von Eingeborenen-Arbeitern auf höchstens 2—3 Jahre gestattet. Sodann wird die Einführung von staatlichen Inspektoren angekündigt. Paris, 9. Juni. Nach einer der Agence Havas aus Rom zugehenden Meldung sucht die dortige Polizei in den Hotels von Rom nach drei französischen Personen, von denen eine eine Frau ist. Es heißt, sie seien dort eingetroffen, um einen Anschlag auf daS Leben des Papstes am nächsten Sonntag 'während des Gottesdienstes m Sanct Peter auszuführen. Madrid, 10. Juni. Ein Beamter der Nordbahn hat der Polizei mitgeteilt, daß am 7. Mai ein Unbekannter seiner Frau 10 000 Pesetas angeboten, wenn sie dem König beim Verlaffen der Kirche einen von ihm präparierten Blunienstrauß überreichen wallte. Wenn die Geschichte wahr ist, so war e§ MoraleS nicht, da dieser erst am 22. Mai hier eingetroffen ist. Aas ZSorWir Rosevfest. (Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) R. B. Worms, 10. Juni. Die afte Nibelungen- und Lutyerstadt Worms mit ihrer: ftoken Ueberresttm aus großer, grauer Vergangenheit ist seit Freitag buchstäblich mit No,en überschüttet. Wohin inan schaut, vom Bahnhof bis zum Rheinufer Rosen, nrchts als Rosen, die zarten, liebeglühenden Lreblrnge unserer Sommerslora. Nicht Tausende, nein Hunderttausende erblickt man an den festgeschmückten Häusern der Sttaßen bis zürn Dach hirranf, wo sie als breite Gurrlanden oder Lrünze farbenprächtige Ballon- und Fensterumrahrnungen bilden oder in üi-efi)tuntigen Zweigen die ganze Häuserfront bedecken. Auch in den Privatgärten und den oisent- licherr Arrlagen sind Bäume und Sträucher nut Rosen durch- slochten, kein Zeitungskiosl oder Seltersrvasserausschanr, kein Wagen auf der Straße ist ohne Rosenschmuck geblieben. Und doch, so schon der Anblick auch dem Auge erscheinen mag, es ist rrur Schein und Flitter kram, nur Papier, das von tausend geschickten Händen mit Drahtgeflecht zu mehr oder minder schwachen Nachahmungen der Natur geformt wurde und somit auch jeden erfrischenden Dustes, jeher belebenden Anmut entbehren mußte; am üppigsten geschmückt sind die großen Villen an der Bismarckanlage und das Valais des Frhrn. v. Heyl, bei dem am Freitag auch der ^ürst und die Fürsttn zu Solms-Lich zur Teilnahme an dem ersten Abschnitt der Festlichkeiten Wohnung genommen batten Unter den Sttaßen zeichnete sich, wie immer, die Zimmerersttaße aus, die Hunderte von prächttgen Guir- landen und Blumenkränzen und -Körben von Haus zu Haus überspannten. Den Vorabend des Festes bildete eine Hebbel-Feier im Theatersaal des Spiel- und Feft- hauses, die sich zu einer würdigen Ehrung für den Dichter gestaltete. In der mit Orgelvorspiel (Phantasie von Joh. Seb. Bach) eingeleiteten Feier hielt Herr Dr. Hage mann aus Essen, der zukünftige Leiter des Mannheimer Hos- und Nattonalcheaters, den Festvorttag über das Thema: „Hebbels Stellung in der dramatischen Weltliteratur", dem sich eine Anzahl vorttesslicher Deklamationen des Hosschauspielers Pcml Wincke aus Dresden anschlossen. Bei dem späteren geselligen Beisammensein der Hebbelfreunde wurde beschlossen, auch ein Begrüßungstelegramm an die greise Witwe des Dichters abzusenden. Das Hauptinteresse der FestteilnehNier nahm der zweite Tag, Samstag, in Anspruch, zu welchem auch S. K. H. der Großherzog mittelst Sonderzugs aus Darmstadt erschien. Der freudigst begrüßte Landesherr wurde um 3/4-1 Uhr am Bahnhof in feierlicher Weise empfangen und begab sich nach kurzen Begrüßungsworten des Ausschuß- Vorsitzenden, Herrn Konrad Fischer, und Anhörung eines von 600 Kindern der Wormser städtischen Volksschulen unter Leitung des Oberlehrers Hambel vorgettagenen Chors „Rosen-Willkomm" nach einer kurzen Stund fahrt durch die .Hauptstraßen ins städttsche Spiel- und Festhaus, wo er von dem Ehrenausschuß empfangen und mit einer Festansprache des Stadtv. Rnd. Heim begrüßt wurde. Im Festhaus war für den Großherzog ein besonderer, rosengeschmückter Pavillon errichtet worden, von welchem aus der Großherzog die Ausführung von Hebbels deutschem Trauerspiel „Die Nibelungen", 1. Teil: Der gehörnte Siegfried und 2. Teil „Siegfrieds Tod" mit großem Interesse verfolgte. —, Die Blumenschlacht, die Schlußnummer der Hochzeitsfeierlichkeiten, war sehr mittelmäßig. Die königliche Familie blieb fern. Auffallend ist die Mode, daß zu Ehren der blonden Königin die Damen hier ihr Haar blond färben. Rom, 9. Juni. Wie das Blatt „Vita" meldet, dürfte Kaiser Wilhelm Vlllenbesitzer m Rom werden. Es sollen Verhandlungen im Gange sein, die gegenüber dem Edenhotel gelegene Villa .Malta" in den Besitz des deutschen Kaisers übergehen zu lassen. Die Villa „Malta" war einstmals die Residenz König Ludwigs II. von Bayern. Petroseny (Komitat Hungad), 10. Ium. Hier wurde eine aus Rumänien cingctroffcne Person verhaftet, bei der anarchistische Schriften, mehrere falsche Pässe und chiffrierte Briefe gefunden wurden. Einer der letzteren war mit der Aufschrift „31. Mai" versehen und scheint sich aus Attentate gegen europäische Herrscher zu beziehen. Tientsin, 9. Juni. Die chinesische Regierung stellte daS Seebad Peitaiho den deutschen Truppen als Erholungsort zur Verfügung. Der Wunsch hierzu war von Kaiser Wilhelm ausgegangen. Eine Rede des Kaisers von Oesterreich. Wien, 10. Juni. Bei dem heutigen feierlichen Empfang der Mitglieder der Delegationen in der Hofburg beantwortete der Kaiser die Ansprachen der Präsidenten der beiden Delegationen mit einer längeren Ansprache, der wir folgendes entnehmen: Unsere Beziehungen zu allen auswärtigen Staaten haben während des längeren Zeitraumes, der seit der letzten Tagung der Delegationen verflossen ist, ihren durchaus freundlichen Charakter bewahrt. Das vor mehr als einem Vierteljahrhundert abgeschlossene Bündnis mit dem Deutschen Reiche bewährt sich vermöge seines defensiven und konservativen Gepräges heute wie zuvor als eine wertvolle Friedensbürgschaft, deren Erhaltung und Pflege sich unserer besonderen Sorgfalt erfreut. In dem Besuche, den mir Kaiser Wilhelm vor wenigen Tagen abgestattet hat, ist unser inniges Freundschaftsverhältnis neuerdings zu Tage getreten. Ebenso vertrauensvoll sind die Beziehungen zu unserem anderen Verbündeten, dem Königreiche Italien, mit dem wir uns bezüglich der uns gemeinsam berührenden Angelegenheiten in erfreulicher Uebereinstimmung befinden. Das Einvernehmen, das wir zum Zwecke der Herstellung geordneter Zustände auf der Balkanhalbinsel mit dem uns eng befreundeten Russischen Reiche getroffen haben, besteht auch weiter in voller Kraft und hat gute Früchte getragen. Die Frage der wirtschaftlichen Erschließung Marokkos und des Anteils, welchen die europäischen Staaten daran nehmen sollen, hat während des verflossenen Jahres zu ernsten Verwicklungen zu führe« gedroht. Erfreulicherweise ist es gelungen, auf der zur Austragung dieser Differenzen in Algeciras einberufenen Konferenz eine allseits befriedigende Lösung zu finden, wozu nicht im geringsten Teile unsere vermittelnde Tätigkeit beigetragen hat. So wie bisher, wird auch weiterhin die Erhaltung des Friedens für Europa und vor allem für unsere Monarchie der leitende Gedanke unserer auswärtigen Politik sein. Ueber Arbeitökammerm referierte auf der soeben in Freiburg i. B. abgehaltenen Delegierten-Versammlung des GesamtverbandeS der evangelischen Arbeitervereine Deutschlands Redakteur August Jaworski-Frankfurt a. M. an der Hand folgender Leitsätze: 1. Die immer größer werdende Kluft zwischen Arbeitern und Arbeitgebern läßt es notwendig erscheinen, daß Arbeitskammern geschaffen werden, die beide Leite zum friedlichen Ausgleich oft entgegengesetzter Bestrebungen vereinigen und gleichzeitig Einfluß auf die Gefetzgebung gewinnen. 2. Trotzdem bereits vor 21 Jahren seitens der Arbeiterschaft ArbeilSkammern geiorbert, auf ihre Notwendigkeit in den Februar- Die Darstellung fand unter der künstlerischen Leitung des Hoftheaterregisfeur Schlayer von den Mitgliedern des Mannheimer Hof- und Nationalthecrters statt. Die künstlerische Wiedergabe des Werkes ließ nach verschiedener Richtung hin zu wünschen übrig; es fehlte den Trägern der Hauptrollen ein König Günther, Hagen, Siegfried u. a. an dem für so scharf ausgeprägten Charakteren nötigen dramatischen Fonds, auch hätten die Kostüme nicht einfach den Figuren des Wagnerschen Nibelungenringes entnommen werden dürfen. Immerhin aber war die dramatische Wirkung der Dichtung durchschlagend und die Darsteller wurden mit reichem Beifall und vielen Kranz- und Bluinen- spenden ausgezeichnet. Nach der Festaufführnng begann in dem bedeutend vergrößerten Festhausgarten bei Konzert der Kapelle des 118. Jnf.-Regts. und festlicher Beleuchtung das allgemeine Rosenfest mit Bazar, dem auch der Großherzog von feiner um 8,50 erfolgten Wiederabfahrt nach Darmstadt einen kurzen Besuch abstattete. Der heutige Z.Festtag hatte viel Fremdenverkehr au5 der Umgegend Mainz,Darmstadt,Mannheim herbeigeführt, der schon am Vormittag die Feststraßen stark belebte. Auch die Aufführung des dritten Teils der Trilogie „K riem- hiloens Rache" fand vor vollbesetztem Hause statt und der Zudrang zu dem Rosenfeste war trotz der ungünstigeren Witterung noch stärker als am Abend vorher. Der finanzielle Erfolg wird demnach aller Wahrscheinlichkeit nach ein recht günstiger fein. Partei des Wahlkreises War in s - Heppen Heim-Wimpfen hat bereits mit den Vorarbeiten für die kommende Reichs- VniverTitäts-Naehrrchten. — Ein weiblicher Universitäts-Professor. Ter Privatdozentin an der Universität Bern, Fräulein Dr. vhil. Anna Tumarkin ist der Titel „Professor" verliehen worden. Ihr Lehrfach ist Geschichte der neueren Philosophie, insbesondere der Aeslhetik. Frl. Prof. Tumarkin, eine geborene Russin, hat sich besonders durch ihre Unterfndjimaen über Herders Verhältnis zu Kant rind Forschungen zur Geschichte des Assoziationsprinzips in der A esthetik bekannt gemacht. Arbeiterbewegung. Saarbrücken, 9. Juni. Der Streik der Burbacher H ü t t e n l e u t e nimmt größere Dimensionen an. Entgegen andev- iveitcn Behauptungen stellt die christliche Gewerkschaft fest, daß 1200 Arbeiter st reiten. Gestern abend legten wiederum annähernd 300 Mann die Arbeit nieder. In einer voll 1800 Per- onen besuchten Versammlung wurde beschlosien, heute eine aus 5 Personell bestehende Kommission nochmals bei der Hüttenverwaltung vorsprechen 311 lassen, um auf friedlichem Wege eine (Einigung zu erzielen. — Ein neuartiger Streik ist in dem französischen Departement Landes ausgebrochen. Infolge von Zwistigkeiten mit den Großgrundbesitzern sind deren Pachter, die Bauern der umliegenden Dörfer, in Ausstand getreten, und seitdem ist mehrfach Feuer in den Scheunen und Schaiställen ausgebrochen. Die Streikenden, etwa 50 an der Zahl, haben sich jetzt zu einem Syndikat zusammengeschlossen, durchziehen die Straßen mit roten Fahnen, die Carmagnole singend. Ein Bataillon Jnsanterle ist zur Aufrechterhaltung der Ordnung abgegangen und hatte auch chon einen harten Zusammenstoß mit den Ausständigen, die einen wegen Brandstiftung verhafteten Kameraden betreten wollten. Breslau, 9. Juni. Der Verband schlesischer Metall- i n d ll st r i e l l e r beschloß in der mittags abgehaltenen Versamm- (nng, die Aussperr u n g der organisierten Arbeiter aufzuheben, sodaß am Montag in allen Betrieben die Arbeit in vollem Umfange wieder mitgenommen wird. Ten Arbeitern wurde die Zusage gemacht, daß die niedrigen Löhne in den Betrieben, m welchen die Regelung nach nicht erfolgt sei, um durchschnittlich 1-2 Pfg. für die Stünde je nach Kategorie unb Leistungsfähigkeit ausgebessert werden sollen. gemeinschaftliches Mahl im Hessischen Hof zu Butzbach schloß sich an. rtb. Bad-Nauheim, 10. Juni. Der Staatssekretär des Reichsmarineamts, Admiral v. Tirpitz ist heute zum Kuraufenthalt hier eingetroffen. = Friedberg, 8. Juni. Zu der Arztfrage un hiesigen städtischen HoSpital geht uns von der städtischen Armenkommission folgende Mitteilung zu: Die Kranken des hiesigen Hospitals wurden nämlich bisher von einem seitens der städtischen Armen-Kommission auf unbestimmte Zeit gewählten Arzte behandelt und ein Wechsel in der Person des Hospitalarztes alle drei Jahre hat somit nicht statt- gefunden. Dagegen haben die hiesigen Aerzte neuerdings verlangt, daß ein solcher Wechsel und zwar alle 1 bis 2 Jahre eintreten soll, welche Forderung schließlich auf 3 Jahre ausgedehnt wurde. Diesem Ansinnen konnte die genannte Kommission nicht entsprechen, nachdem ihr von kompetenter Stelle die Mitteilung wurde, daß ein derartiger Wechsel die Jn- ! tereffen des Hospitals wie auch der darin behandelten Kranken ! schädige; sie war aber geneigt, die Frist auf 6 Jahre zu er» l strecken, worauf jedoch die Aerzte nicht eingegangen sind. fc. Mainz, 10. Juni. Gestern 5 Uhr nachmittags hat sich der Müller Thomas in Nieder-Saulheim der Gendarmerie gestellt. Er kam nach Nieder-Olm ins Arresthaus. Von hier wird er am 11. Juni zur Beobachtung ins Irrenhaus nach Heppenheim überführt. WormS, im Juni. Die sozialdemokratische erlaßen hingewiesen wurde, ist man in diesem Punkte noch keinen! ^^^Dst^^rrichMng'^von Arbeitskanirnern bedeutet für die Ar- beiterschaft die Anerkemumg der Gleichberechtigung auf wirt- 4 C^rbei?erfommern oder Arbeitskammern ? Abgesehen davon, daß die ersteren z. Z. keine Aussicht auf Bewilligung hatten, sind di? letzteren schon deshalb vorzuziehen, weilreme Arbelterkammer-n bei dem gegenwärtigen Stand der deutschen Arbeiterbewegung leicht Kampfinstitutionen werden könnten. , 5 Als Aufgaben der Arbeitskammern kommen tn Betracht. a) Aufstellung von Statistiken, b) Beobachtungen über: bte Wirkungen der sozialen Gesetzgebung, e) Mitwirkung b«' B-ilestung und Verhütung von Streiks und Aus perrungen ä) Recherchen über soziale, sanitäre und sittliche Mißstände, e) Mitwirkung bei dem Ausbau unterer sozialen Gesetzgebung. 6. Bur Durchführung dieser Aufgaben ist eme dezentralisierte Organisation der Arbeitskammern notwendig. Lokale Arbeits- kammern, Bezirksarbeitskanunern, Reichsarbeitsamt 7. Es empfieblt sich, Jiidustrie- und Landwirtschaftsarbetts- kammerii zu errichten. Bei der Zusammensetzung der Industrie- Arbeitskammern ist darauf Rücksicht zu nehmen, daß alle Hauptindustriegruppen in denselben vertreten sind. 8. Die Wahlen sollen möglichst nach dem Proportionalwahl- svstem mit gebundenen Listen erfolgen, damit alle Richtungen der Arbeiterschaft (auch Frauen) in den Kammern ihre Vertretung er- trittst und Wissenschaft. Der internationale Koiigreß für Kriminal-Anthropologie in Turin hat beschlossen, den nächsten Kongreß dieser Slrt im Jahre 1910 in Deutschland abzuhallen. Mit den Vorbereitungen wurde Professor Tr. R. S0 m m e r in G i e ß en, der in Turin über die neueren Methoden der Krimmalpsychologie referierte, beauftragt. Die Wahl des Ortes blieb vorbehalten. — Nach dem Konzerte des Wiener Männergesang- Vereins im Schönbrunner Schlosse äußerte sich Kais e r M I- Helm gegenüber dem Vorstände des Vereins, Schneiderhahii: „Etwas Hehreres im Chorgesang kann man nicht mehr leisten. Die Bässe und Baritone haben geklnngen wie eine Orgel, den 23. Psalm von Schubert habe ich noch nicht gekannt, das ist ja entzückend. Mit dem Chormeister Cremser besvrach der Kaiser das von ihm angeregte Werk über das deutsche Volkslied, an welchem auch Cremser mitwirkt. „Es war höchste Notwendigkeit, daß etwas für die Vereine geschehe, er hoffe, daß das Werk auf den Geschmack der Edlen ehutnrfen werde."__________________________ 9. Auch Arbeitskammern werden nicht alle Interessengegensätze aufheben, wohl aber mildern und in Arbeitgebern ,md Ar- beitem das Verständnis dasür erwecken, daß eine friedliche Beilegung entstehender Streitigkeiten beiden Teilen förderlich ist. Der Referent sprach sich grundsätzlich für Arbeits- und gegenArbeiterkammern aus. An der ausgiebigen Debatte beteiligten sich neben dem Vorsitzenden und neben dem Referenten noch verschiedene Herren, die in dec Haiipt- . fache den Leitsätzen zustimmten. In einer mit den Leitsätzen ta gSwahl begonnen, ^n der letzten Partei,itzung zu WormS der Reichsregierung zu übermittelnden Entschließung dazu wurde, laut „Worms. bet ©eroerff^^gft§^e retnr nmrde noch die dringende Bitte ausgesprochen, es möge end- Engelmann von hier als Relchstagskandidat in Vorschlag lich noch vor dem nächsten christlich-nationalen Arbeiter- gebracht. Die Bestätigung durch das Laudeskomltee für die konqreß der lange versprochene und erwartete Gesetzentwurf sozialdemokratische Partei Hessens steht noch aus Über die Errichtung von Arbeitskammern den gesetzgebenden — Kirtorf, 9. Juni. Am 7., 8. und 9. Juli d. Faktoren vorgelegt werden, die Regierung werde damit einer I. feiert die hiesige freiwillige Feuerwehr ihr fahrmoralischen Pflicht gerecht. Die Versammlung erklärt ihre iges Bestehungsfest damit verbunden ist Banner- Bustimmuna zu den'Leitsätzen und der Entschließung. weihe (gestiftet von hiesigen Frauen und Jungfrauen.) o ' _ Weilburg, 9. Ium. Ter Kronprinz wird, wie Gerrchtssaat. Berlin, 9. Juni. Der Redakteur d e s A n a r chi st e n-> blatt es „Der Revolutionär", Hutmacher Friedrich Müller, wurde heute wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten zu fechs Monaten Ge'fängnis verurteilt. Der Staatsanwalt hatte nur zwei Monate beantragt. Hamburg, 9. Juni. Der Schriftführer der Freidenker- Gesellschaft, der vor dem Schöffengericht den Zeuge neid verweigerte, weil er Atheist sei, wurde zu 50 Mark Gel d- (träfe verurteilt und in Zeugniszwangshaft bis zu sechs Wochen genommen. Gotha, 10. Juni. Das Schöffengericht verurteilte den sozialdemokratischen Redakteur I 0 0 3 wegen Beleidigung des Redakteurs des „Amtsblattes", Bierbaum, durch die Presse zu 300 Mark Geldstrafe._________________ AllSM svs den ZtlMdesgnilsreyisterll der 31M Gießen. Aufgebote. Juni 2. Georg Emil Klein, Privatmann in Marburg, nut Katharine Elisabethe Mathilde Ferdinande Kaletfch dahier. - 5. Rudolf Michael Weil, Kupfertreiber dahier, mit Anna Elisabeth Schweizer in Frankfurt a. M. — Karl Koch, Buchhändler dahier, mit Martha Mayer in Freiburg i. B. — 6. Otto Kruse, Lokomotivheizer dahier, mit Margarete Weil hierseldst. — Dr. ~out§ Ruhl, Großh. Oberlehrer in BenSheim, mit Emma Ritsert dahier. Eheschließungen. Juni 2. Heinrich Klöß, Hilfsweichensteller dahier, mit Katharine Lisemer hierseldst. — Karl Schwengber, Maschinenheizer dahier, mit Hedwig Schäfer hierseldst. — Heinrich Friedrich Bernhardt, Steinschleifer dahier, mit Elisabethe Deibel hierseldst. — 5. Dr. Ewald Maximilian Ehiner, prnkt. Arzt in Schornsheim, mit Elisabeth Margarete Sophie Marklein in Insterburg. — 7. Heinrich Höfler, Omnibnskulscher dahier, mit Dorothea Gerlach hierseldst. 8. Benjamin, gen. Benno Weinberg, Bergwerksdirektor in Dresden, mit Rosa, gen. Paula Baer dahier. Geborene. Mai 27. Dem Ruf er Ludwig Abel eine Tochter Johanna Anna. — 28. Dem Postschaffner Heinrich Schmidt XIV. ein Sohn Heinrich Wilhelm. — Dem Schneider Heinrich Euler eine Tochter Emilie Wilhelmine Elisabethe Luise. — 29. Dem Pferdeknecht Johannes Sohn ein Sohn Otto. — Dem Fuhrmann Adam Horny eine Tochter Emilie. — 30. Dem Glaser Theodor Schäfer eine Tochter Ella Helene Anna. — Dem Steinmetz und Bildhauer Paul Emil Bruno Schober ein Sohn. — 31. Dem Uhrmacher und Goldarbeiter David Kaminka ein Sohn Willy. — Juni 1. Dem Eifenbahn-Wagenwärter Georg Meininger eine Tochter Anna Margarete. — 2. Dem Fuhrmann Ludwig Kloos ein Sohn Johann Ludwig. — 3. Dem Kaufmann Ernst Falk eine Tochter Gertrud Martha. — 4. Dem Agenten Hans Greilich eine Tochter Luise Johanna Erika. — 5. Dem Fuhr- knecht Karl Pitz eine Tochter Katharine Wilhelmine. Gestorbene. Juni 1. Heinrich Johannes Kramer, 26 Jahre alt, Bureau- diener dahier. — Margarete Marie Katharine Elisabeth Oestreich, 2 Monate alt, Tochter des Fuhrmanns Heinrich Oestreich dahier. — Schoder (noch ohne Vornamen), 2 Tage alt, Sohn des Steinmetzger und Bildhauers Paul Emil Bruno Schoder dahier. — 2. Paul Hermann Böhling, 1 Jahr alt, Sohn des Tapeziers Wilhelm Böhling dahier. — Babette Silbereisen, geb. Sixt, 67 Jahre alt, Witwe des Kommerzienrats Eduard Silbereisen dahier. — 3. Elisabethe Bechthold, geb. Momberger, 28 Jahre alt, Witwe des Kutschers Heinrich Bechthold dahier. — 6. Johannette Daubert, 63 Jahre alt, Büglerin dahier. — 7. Henriette Hoffmann, geb. Rockel, 85 Jahre alt, Witwe des Kreisarztes Dr. Albrecht Hoffmann dahier. Handel und Verkehr, Volkswirtschaft. Wetzlar, 9. Juni. In der heute stattgehabten außerordentl. Generalversammlung der B n d e r u s s ch e n Eisenwerke, die wir schon kurz erwähnt haben, berichtete Generaldirektor Kaiser im Anschluß an seine Darlegungen in der ordentlichen Generalversammlung vom 10. April über die Gründe, welche der Verwaltung einen Erwerb der benachbarten und mit dem eigenen Grubenbesitz der Gesellschaft teilweise markscheidenden Fürstlich Solms-Braunfelsschen Eisensteingruben zweckmäßig und empfehlenswert erscheinen lassen. Die Versammlung beschloß einstimmig, den Vorsitzenden des Aufsichtsrats und den Vorstand zu ermächtigen, zum Ankauf der im Bergrevier Wetzlar gelegenen 60 Fürstlich Solms-Braunfelsschen Erzgruben ein ihnen angemessen erscheinendes Kaufgebot abzugebeu, sowie überhaupt alles zu tun, was den Absichten dieses Beschlusses entspricht. Ferner beschloß die Generalversammlung, zum Zwecke dieses Erwerbes ..M eine hier vom Berliner Hofmarschallamt eingegangene Mit- ' ZIMS NN0 LNNv. Heilung besagt, der Einladung der Stadt zur Teilnahme an Gießen, den 11. Juni. ^ec Tausendjahrfeier am 19. August Folge leisten. — In Audienz empfangen wurde von S. K. H. Limburg a. d. Lahn, 10. Juni. Gestern tagte hier dem Großherzog am SamZtag u. a. Kammersekretär der Bezirksverein beider Hessen und Nassau im deutschen Jllig von Büdingen und Oberlehrer Sandmann von Fleischeroerband. Die von etwa 300 Fleischern, auch Laubach. aus Gießen, besuchte Versammlung nahm zu dem Thema •• ' Zu kalt!" Vor einigen Tagen stand ein Mann über „die Behandlung einsinniger Rinder" folgende, dem mit seinem dreijährigen Töchterchen am Ufer der Lahn und deutschen Fleischerverbande zu unterbreitende Resolution an: fragt seine Kleine: „Nun, Ellichen, soll ich einmal da hinein- „Der deutsche Fleischeroerband möge beim Bundesrate erneut springen?" Ellichen aber ruft ganz ängstlich, indem es den vorstellig werden, daß die einfinnigen Rinder sofort freigegeben Papa am Krosenbein hält: „Nein, nein, Papachen, — werden. Die Freigabe nach 21 Tagen bedeutet eine wesent- Mamachen muß es erst warm machen!" liche Verschlechterung gegenüber dem heutigen Zustande. Der "Aus der Geschichtsstunde. Ein Lehrer schreibt in Aussicht stehende Antrag der preußischen Regierung ist uns: Der Lehrer einer oberhessischen Dorfschule nimmt mit nicht geeignet, eine Besserung, sondern eine Verschlechterung den Schülern der Oberklasse den Zug Napoleons I. nach herbeizuführen." — Nach einem Referate über „das Schlacht- Rußland durch und erzählt, daß der Korse in Moskau sein haus- und das Kommunalabgabengesetz" nahm die Versamm- Winterquartier aufschlagen wollte. Da bemerkt der Lehrer lang folgende Resolution an: „Der Bezirksverband wolle einen unaufmerksamen Schüler und stellt ihm die Frage: beschließen, die Leitung des deutschen Fleischerverbandes „Was wollte Napoleon in Moskau?" Der Schüler hört, zu ersuchen, erneut und nachdrücklich an den zu- wie man ihm zuflüstert und antwortet mit stockender Stimme: ständigen Stellen auf Aenderung des § 11 des Kom- Napo (en wollte in Moskau sein Hinterguartier munalabgabengesetzes vom 11. Juli 1893 in dem Sinne aufschlagen!" hu wirken, daß die Schlachthäuser gesetzlich als r~i Leihgestern, 10. Juni. In der Wirtschaft Dern eine Einrichtung anerkannt werden, deren Erbauung und Er- wurde dieser Tage ein Radfahrverein gegründet, der den Haltung im Interesse der Volksgesundheit den Kommunen Namen Schwalbe" führt. 18 Mitglieder haben ihren Bei- zur Last falle. — Weiter verurteile man die Stellungtritt erklärt, den Vorsitz führt Wilh. Brücke!. Der Verein nähme der Reichsregierung während der Fleischmachte bereits eine Radtour von 80 Kilometern, die sich Über teuerung und verlangt dringend eine vermehrte Be- Nauheim durch die Wetterau erstreckte. rücksichtigung der Wünsche des Gewerbes und der x Großen-Buseck, 9. Juni. Das am 1. und Interessen der Konsumenten, sowie eine Reform 2 l Js hier stattsindende Sängerfest der Ge- der Statistik über die Fleischpreise. Endlich soll bei sangvererne Eintracht und Sangerkranz ver- der Reichsregierung dahin gewirkt werden, bei der Einführung Kunden mit doppelter Fahnenweihe, verspricht,^von Därmen diese auf ihren Salzgehalt zu untersuchen, wenn das Wetter günstig wird, sich, recht großartig zu --------- gestalten. Alle hiesigen Vereine, Gesangverein Germania, Heiterkeit, Kriegerverein, Turnverein, Radfahrverein, 10- <. Kappenklub re. haben sich an den Vorarbeiten zum Feste Die Teilnehmer an der Herkomerkonkurrenz traten die beteiligt und sind bemüht zu seiner Verschönerung alles vierte Etappenfahrt Wien-Klagenfurt an. An derselben aufzubieten. Eine große Anzahl auswärtiger Gesang- nahmen 112 Automobile test. Prinz Heinrich von Preußen, vereine haben ihrKommen zugesagt und es stehen noch ver-1 welcher das Automobil selbst renkte, startete als 56. Der schiedene Zusagen zurück. Die Festwirtschaft wurde den letzte Wagen startete um 6 Uhr 51 Min. bekannten^Wirten Gengnagel imb Wagner, übertragen. Bei der Fahrt auf der Semmerlngstraße erlitt beim , 3)ie Festmusik wird von den weithin bekannten Kapellen Passieren der Kurve in der Nähe von Schottmien Wagen Nicolai hier und Sommerlad-Beuern ausgeführt. Der Nr. 3 einen Radbruch. Der nachfolgende Wagen 11 Festplatz ist in der Nähe des Bahnhofs gelegen und wird fuhr den Wagen 3 an und erlitt hierdurch einen Nad- mit seiner Herrichtung in den nächsten Tagen begonnen Achsenbruch. Der nachfolgende Wagen 51 wollte norden. ' " ausmeichen und fuhr in die Böschung. Hierbei erlitt er eine X Griedel, 10. Juni. Sonntag nachmittag 4 Uhr Beschädigung des Vordergestells. Sämtliche drei sammelte sich vor dem hiesigen neuen Schulhause eine mehr- Wagen dürften die Fahrt aufgeben. Verletzt wurde niemand, hundertköpfige Menge Einheimischer und Fremder, um der Klagenfurt, 10. Juni. Herkorner-Konkurrenz. Als Enthüllungsfeier einer marmornen Gedenktafel mit Erster traf um 12 Uhr 37 Min. Rittmeister Spitzner in aufgesetzter Bronzebüste beizuwohnen. Am 5. Juni 1906 guter Verfassung ein, als Zweiter Weingand um 1 Uhr waren es 100 Jahre, daß der in der hiesigen Gemeinde von 13 Min. Bis 4 Uhr waren 33 Wagen eingetroffen in fol- 1852 — 1879 als Lehrer wirkende Jakob Jost geboren war. genderReihenfolge: Dahmen, Reinhardt, Ladenburg, Mathis, Von seinen ehemaligen Schülern und Schülerinnen wurde Dreher, Miß Maud Manville, Branda, Mathis, Lucke, durch freiwillige Gaben der ansehnliche Betrag von ca. 500 Mk. Ricordi, Janssen, Prinz Heinrich, Flinsch, Opel, Lehmann, zur Stiftung dieser Tafel aufgebracht. Bürgermeister Fenchel Neumayer, Jürgens, Rendle, Plinsch, Hasberg, Schmitz, von hier gedachte der segensreichen Wirksamkeit dieses Lehrers, Berkmann, Aschoff, Pierce, Oppenheimer, Gripp, Schulz, wie derselbe nicht nur sich auszeichnete durch eifrige Lehrtätig- Benker, Luede, Weiß, Wulfen, Wickuuelr. Die Erbtest, sondern auch durch Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Prinzessin von Sachsen-Meiningen ist infolge Schulrat Süß von Friedberg hob besonders Josts Erfolge seiner Pneumatikdefektes in Leoben zurückgeblieben. Nach Lehrtätigkeit, die heute an den Erwachsenen Griedels zu beob- Mitteilungen der Konkurrenten wurden 16 Wagen während achtende seien, hervor, deren Ursache, nach Josts eigenem Urteil, der Semmeringfahrt ausgeschaltet. großenteils in deren Sinn für Bildung zu suchen gewesen — sei und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch der jungen I UCVtttif Generation, an welche die heutigen Zeitverhältnisie immer ' Berlin, 9. Juni. Eine Automobil-Kata - höhere Anforderungen stelle, ernstestes Streben, Bildung und strophe erfolgte gestern abend am Kurfürstendamm. Der Gesittung sein und bleiben möge. Zur Verschönerung dieser Geh. Hofrat Franz Winter von der Intendantur der Kgl. Feier trug der Schülerchor und der hiesige Gesangverein Schauspiele fuhr mit seiner Gattin in einer Automobildroschke, durch ein gut gesungenes Lied beu Zum Schluffe sprach An der Kreuzung der JoachimSthalerstraße und des Kur- Oberlehrer 9(It von Offenbach im Namen der Angehörigen fürstendamm bremste der Chauffeur des Automobils, welches JostS der Gemeinde herzlichen Dank aus. eine außerordentliche Schnelligkeit entwickelt hatte, plötzlich fc. Niederweisel, 10. Juni. Vorgestern hielten in mit solcher Gewalt, daß das Automobil gegen die Bord- ber hiesigen Komturkirche die Johanniter aus Hessen schwelle geschleudert und fast vollständig zertrümmert und Hessen-Nassau unter dem Vorsitz des Grafen Schlitz wurde. Die beiden Insassen haben bei dem Unglück erheben. von Görtz ihre Jahresversammlung ab. Einlliche Verletzungen davongetragen. al. eur des Anarchisten- acher Friedrich Müller, sewalttätiqkeiten zu lech? eilt. Der Staatsanwalt hriitsührer der Freidenker den ZeuindemlraMichmDr- •r bÄ3rc,|t’9,eiten w't ■r* we Bau^n der um- mehrfach Jj,Den ^gebrochen. Tie S? sich icht zu einem toen d.e tztratzm mit Cm Bataillon Fnianterie ■t’Oeqnnqen und hatte auch kn Ausständigen, die einen wen beiteten wollten, schlesischer Metall- 9§ abgehaltenen Bersarnm- iiilieneu Arbeitet auizu- trieben die Arbeit in vollem Ten Arbeitern winde die hne in den Betrieben, in fll sei, um durchschnittlich orie und Leistungssähigkeit richt verurteilte bett 5 o o § wegen Beleidigung iboum, durch die Presse zu Mi ta M- 6W«. Mtmmn in Wu* »> nnflnbe R»W >*«■ " ■ dahier, mit Anna Elisabilh »Äw* ?ZW as$ä sSä tl* eine Ä'ei?§hn^nrich chmidt XIV.c Vtirh(er"6w*’c h Euler eine Dem Ä» ,ann ,t SHer L Emil Bruno racher und ^ . ^agenivart^ .TemEise'chah^ ^£^7* Margarete-" ’$em fiaw’ ss-^3; gfft' :-.»8rfäs SKE 2 Tage fllt^obet ii,beÄ6«eS E- ‘tfs&stff des EP? Les ungarischen PreWurear^, MinifferiaLaüS! Abra n y<, vorbcifldg. RewHork, 11 Juni. Der frühere BrrnLeKinsperwri btr Chicagoer F-Icischanlhgen, Dr. Milnes, beschuldigt iinj „9tclPhorf SSeralb" den Äccerbauscfretär Di l s 0 n, daß dieser seit Jahren die schauderhaften Zustande der Fleischtrustanlagen gekannt und die Berichte unterschlagen habe. Pittsburg, 11. Juni. DhvnüS O'Connor I 0 hnes, einer der ersten Stahlindustriellen Pittsburgs, hat sich erschossen Er hatie in Tchtcr Zeit aeäustert. dast^ er fürchte, wahnsinnig zu werden oder zu erblinden. Der Verstorbene war schwer reich und galt außerdem als der einzige Erbe des Familienbesitzes, der auf über 200 Millionen geschäht wird. Er hatte ein Mter von 36 Jahren erreicht. Telefonisch* KurshercM'4 des Giessener Anzeigers, mitge nnd Indusfi Frankfurter Rii 3^°/o Eeichsanleihe . . 99.45 3% do. . . 87 40 3M7o Konsols .... 99.45 3% do 87 45 3K6/0 Hessen 98.95 8%°/a Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente. . 100 80 4*/.f,.' Oesterr. Silberrente 100.70 4% Un»ar. Goldrente . . 96.40 4% Italien. Rente . . . — .— 3% Portugiesen Serie I . 69.95 396 Portugiesen „ IN 70 50 4%°/0 mss.Staatsanl. 1905 90 50 4X°/A japan. Staatsanleihe 95 55 4 % Conv. Türken von 1903 95.75 Türken! ose 146.20 4% Griech. Monopol-Anl. 54.00 4% äussere Argentinier . —•— 3°/0 Mexikaner .... 70.30 4H% Chinesen .... 97.60 Aktien: Bochum Guss 257.30 Buderus E. W .... 131.50 Tendenz : ruhig. Berliner Börse, t Canada E. B. . . . . . —.— Darmstädter Bank . . 141.70 Deutsche Bank .... 237.20 Dortmunder-Union C. . . 85.50 Dresdner Bank .... 160.20 von der Rank für Handel ie. Gi“«sen. rse. 11. Juni, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 152.10 Elektriz. Schuckert . . . 133 50 Fschweiler Bergwerk . . 265 50 Gelsenkirchen Bergwerk . 225.00 Hamburg - Amerik. Paketf. 163 00 Harpener Bergwerk. . . 218 80 Laurabütte 247.00 Nordd. Lloyd .... 128.50 Oberschles. Eisen-Industrie 131.50 Berliner Handelsges . . 173.10 Darmstädter Bank . . .142 00 Deutsche Bank . . 287 60 Deutsch-Asiat. Bank . . 187.4-0 Diskonto-Kommandit. . . 185.50 Dresdner Bank . . . 160.50 Kreditaktien 210.75 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . 109.40 Gotthardbahn —•— Lombard Eisenbahn . . 32.60 Oesterr. Staatsbahn . . . 146.50 Prinee-Henri-Eisenbahn . 154.10 L. Juni. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 218.40 Laurabütte 247.10 Lombarden E. B. ... 32.60 Nordd. Lloyd .... .,128.30 Türkenlose . . . . —.— Tendenz: still. bas Grundkapital bis zu 4^ Millionen Mark durch Ausaade von 4 5 00 Aktien zu je 1000 Mk. mil «oibeibej»* berechtigung uom 1. Januar 1907 ab zu erhöhe n. 5>te neuen Aktien sollen nicht unter 102 Prozent mtSqeqeben werden. ^Das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre wird ausgeschlossen. A,cknchts- rat und Vorstand erhalten die Vollmacht, die Modalitäten für die Ausgabe der jungen Aktien, insbesondere die Festsetzung deS Be- gebungskurses, die Formier Begebung, die Einräumung von Bezugsrechten an die Aktionäre, und die Einforderung der Einzahlungen zu bestimmen. Schließlich wird der Aufsichtsrat ermächtigt, eine sinngemäße Abänderung des § 4 der Satzungen, betreffend das Grundkavital vorzunehmen. — Aus dem letzten Ausweis der Deutschen R e i ch s b a n k ist bemerkenswert, daß das Reich schon wieder einen, allerdings nur geringen Betrag Schatzanweisunaen bei der Deutschen Reichsbank diskontiert hat, sodaß sich der Effektenbestand von 6,7 Mill. Mk. auf 11,9 Mill. Mk. erhöhte. Auch die Ver- niinberung der Giroeinlagen um 16,2 Mill. Mk. durste mit der Entnahme des Reiches Zusammenhängen. Märkte. fc. Franksnrt a. M., 11. Juni. lOrig.-Telear. des „Gießen. Anzck) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpre ife. Weizen Mk. 19.00—00.00, Nnrbessrscher Mk. 19.00—00.00, La Plata Pik. 19.50—20.50, Kansas Mk. 19.25— 20.25, Roggen (hiesiger) Mk. 17.25 —17.50, Gferfte (Wetterauers Mk. 17.25—17.76, Frarcken- felder Mk. 17.75—18.25, Laser 17.00—18.25, MaisMk. 13.25-' 3.50, Weizeinnebl 27.00—28.00, M. 00—00, 2. Qualität Mk. 25.00 bis Mk. 26.00, 3. Qualität Mk. 23.00—23.56, RogqenmeHl 0 Mk. 24.50-25.00,1. Qualität Mk. 22.50—23.00, Weizenkleie Mk. 10L0 bi§’ Tif. 10.75, Roggenkleie Mk. 11.25—11.50, Maiskeime Mk. 12.00 bis Mk. 12.50, Franken, Pfalzer, Ried Mk. 17.25—18.25. Alle? per 100 Kg. ab hier. e. Fraulsurta. M., 11. Juni. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtl. Olotierunqen der Heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 661 Ochsen, 179 au? Oestreich, 89 Bullen, 6 ans Oesterreich, 0 aus Dänemark, 861 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 00 aus Dänemark, 339 Kälber, 318 Schafe und Hämmel, 1165 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 78—80 Mk., 2. Qual 71—73 Mk., 3. Qual. 65-68Mk.; Bullen l.Qual. 70 bis 72 Mk., 2. Qual. 68-69 Mk.; Kühe 1. Qual. 74-76 Mk., 2.Qual. 70—71 Mk., 3. Qual. 52-54 Mk, 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00Mk. Kälber: l.Qual. 96—100Pfg.,Lebendgewicht 57-60Pf., 2. QnaL 89—94 Psg., Lebendgewicht 53—56 Psg., 3. Qual. 00—00 Psg., Schlachtgewicht 65—70Psg., Schafe: l.Qual. 78—80, 2. Qual. 00—00 Psg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 72—00 Psg., Lebdgew. 56.50—00.00 Psg., 2. Qu. 71 —00 Psg., Lebend' gew. 55.50-00 Psg., 3. Qual. 64—-66 Pfg. Lebendgew. 00 Pfg. Geschäft: bei Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. Der Bedarf an Schweinen wurde nicht gedeckt. Zpirlplarr drr «reinigten Frankfurter Siadttheater Opernhaus. Dienstag den 1». Juni, abends 6 Uhr: F e st - B 0 rst ell uua an Anlaß der Frankfurter Jrmi-Festtage: „Die Meistersinger-.' Schauspielhaus. Moiüag den 11. Jwli, abends 7 Uhr: F e st - Bo r st e l l u n g anläßlich der Juni-Festtage zu Franksnrl a. M.: „Wallensteins Lager." Hierauf: „Die Piccolomini." Dienstag den 12. Ium: „Die rote Robe." _________ Gießener laridWrtNchaftlicher Wetterdienst. ^dorauSsichttichr rSßtternng in Heste« Wer Twnstagp 'Ldn Ü.^Juni^l906: Meist heiter, trocken, am Tag etwas wärmer."""-" Näßeres durch die (Riebener Wetterkarte. Dviginal-Drahtmeldungen. ab. Darmstadt, 11. Juni. Der Groß Herzog wohnte heute vormittag der Besichtigung des Hess. Garde-Dragvnerregiments Vr. 23 durch den komm. General v. Eichhorn Vei. Er war im strömenden Regen im Automobil nach dem Griesheirner Uebungsplatz gekommen. St. Goarshausen, 10.Juni. Der von Bischofsheim nach Nieder-Lahnstein bestimmte G ü t e r 3 u q 91 r. 6 7 01, der kahrvlan- mäßig in St. Goarshausen nicht halten soll, stieß in voller Fahrt dadurch, daß der Lokomotivführer ein Haltesignal nicht beachtete, nut den» rangierenden Güterzug Nr. 7 258 zusammen. Infolge des heftigen Zusammenpralls entgleisten 26 Wagen und wurden zum größten Teil zertrümmert. Die nicht zerstörten Wagen wurden durch einen Brand vernichtet, das wahrscheinlich dur b im Zug befindliche Ehemikalien entstand. Ein on5 Bischofs- Heim stammender Bremser ist t 0 t, ein Zugführer, ein Lokomotivführer und ein Bremser sind schwer verletzt. Der Verkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten, da beide Gleise gesperrt sind. Bis 12 Uhr hofft man dos eine Gleis wieder frei zu haben. Saarbrücken, 11. Juni. Infolge der Vermittlung des Reichstagsabg. Boltz wurde der Streik in der Burbacher Hütte b e i g e l e g t. Seit Arbeitern wurde völlioe Koalitions- f r e i h e i t gewährt. Heute vormittag wurde die Arbeit in vollem Umfange wieder ausgenommen. Berlin, 11. Juni. Bei einem Brande im Süden von Bersin kamen zwei SHtn b er eines Gastwirtes in den Flammen um. fe Ludwigshafen, 11. Juni. Gestern nachmittag 2V, Uhr schob mit einem Revolver der in der Prinzenstraße zu M Undenheim wohnhafte Weißbinder Joh. Bratling aus die Witwe Minz, die mit ihm zusamnienwohnte. Sie starb nach kurzer Zest und Brailrng erschoß sich dann selbst. Als Grund zu der Tat wird angegeben, daß die Witwe Minz den Heiratsplänen des Brailing keine Beachtung schenkte. Wien, 10. Juni. In bet zweiten Plenarsitzung der ungarisch enDeputation lvurden die Ausschusiwahlen vorgcnor-.-mcn. Während der Wahl erschienen Teilnehmer an einer christlich sozialen Volksversammlung vor dem .Hause imb demonstriert e n. Ter Präsident suspendierte deshalb die Sitzung. Nach Wiederaufnahme derselben führte der Deputierte Ra ko cs z.ky Beschwerde wegen dieser De- monstrszudrückÄt. v. Beck fügte §le>chz-eitia hinzu, daß eine streuae Untersuchung eingneitet würde. — Wahrend der Tumulte wurde tmrch ein geöffnetes Fenster des Gebäudes ein offenes Messer geschleudert, das dicht an dem Köpfe ■ X .M K w rl* < -lL & 'W Todes-Anzeige. Hinterbliebenen Familie Emil Schussler. Giessen (Rrofdorferstr. 20), den 10. Joni 1906. Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den 12. Juni, nachm* 2 Ulir vom Portale des alten Friedhofs aus. 3606 Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Nachricht, dass es Gott gefallen hat, unseren treuen, türsorgenden Vater, unseren unvergesslichen guten Schwiegervater und Grossvater Herrn Fritz Schürz Bleichnnternehmer im Alter von 68 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen. Um stille Teilnahme bitten im Namen der tieftrauernden Todes-Anzeige. Heute nacht entschlief sanft nach schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden unser guter, unvergesslicher Gatte, treusorgender Vater, Sohn, Schwager und Onkel Herr Karl Kramer Ober-Briefträger 8609 Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen Maria Kramer, geb. Pansch, und Kinder. Giessen, Asterweg 8, den 11. Juni 1906. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 13. Juni, nachm. 5 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. diesjährige Heugras von 15 Morgen Frei herrlich von Nordeck 5ur Rabenanifchcn Mesen "?d Galten inte Alten-Buteck soll nächsten Mittwoch vonmttags von 11 Uhr an in der Wirtschaft des Herrn Otto Rabenau zu Alten-Bnseck versteigert werden. Großen-Buseck, den 11. Jnm 1906 u /« ^lltbans. i^reiherrlicher Rendant. AdolS Bieler, Drogerie Marktstrasse 5. Usoi l Simons-Brot u. Pumpernickel regelmäßig frisch zn haben bei Georg Wallenfels, Markt 21, % I gegenüber der Engel-Apotheke. Mankol bestes Metallpnhmittel. 13523 Prima Kognak | Spezialmarke, garantiert franz. Verschnitt, ärztlich empfohlen, per Literstasche 2 Mk., ist der vreis- werteste und beliebt wegen seines vorzüglichen Geschmackes. Ferner gelten meine französischen Kognaks imter Originalverschluß als die besten, welche der Mar^t brirrgt. E. Dort, Walltorstraße 45. Versteigerung. Dienstag, den 12. Juni d. 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