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Rach einer Ansprache des Vorsitzenden, die in ein auf den Kaiser ansgcbrachtes brausendes Hoch ausklang, überbrachte Konsistorialpräsident Meyer die Grüße und Segenswünsche deS evangelischen Ober- kirchcnrats, sowie die des Provinzialkonsistoriums, indem er sich voll und rückhaltlos zu dem Programme des Bundes bekannte. Oberpräsident v. Jagow begrüßte die Versammlung im Rainen der staatlichen Behörden mit dem Ausdrucke des persönlichen Dankes dafür, daß der evangelische Bund die Ostmarken für seine Tagung auscrsehen habe. Den Gruß dec Stadt Graudenz richtete Oberbürgermeister Kühnast aus, indem er den auswärtigen Gästen ein besonderes Willkommen entbot und versicherte, daß in Graudenz die deutschen Katholiken und die Evangelischen noch Frieden halten, der uns durch die polnischen feindseligen Bestrebungen gefährdet werde. Im Namen der evangelischen Gemeinde dec Stadt und des Kirchenkreises Kulm hieß Superintendent Erdmann die Versammlung willkommen. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Hungen. Die in meiner Bekanntmachung vom 1. August tf. Js. bezeichnete Frist für das Umpflügen der Grundstücke durch die alten Eigentümer, die wegen der trockenen Witterung nicht eingehalten werden konnte, wird auf Grund eines Beschlusses der Vollzugskommisflon bis zum 15. Oktober l. I. erstreckt. Die bis dahin nicht ordnungsgemäß gestürzten Grundstücke werden auf Kosten der Säumigen umgepflügt werden. Friedberg, den 5. Oktober 1906. Der Großherzogl. Feldbercinigungskommissärr Spanier, Kreisamtmann. und erachte auch die Meinungsverschiedenheiten zwischen Alt- unb Jungliberalen über diesen Punkt als ausgeglichen. Die Resolution fordert dann, daß unter Hochhaltung der nationalen und der liberalen Grundsätze in die Vorbereitungen für die nächsten Wahlen eingetreten werde. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Der Antrag Hübsch, auf dem Kasseler Parteitag 1907 eine Ergänzung des Parteiprogramms vorzunehmen, trxirb abgelehnt. Die Resolution der rheinischen Delegierten wird in ihrem zweiten Teil angenommen. Der Antrag N e u m e i e r wird gegen 20 jungliberale Stimmen angenommen. Der Antrag bezüglich des baldigen Beginns der Wahlarbeit wird ebenfalls mit großer Majorität angenommen. Hierauf sprach Neichstagsabg. P a tz ig über das Thema: Natiouallibcrale Partei und Mittelstandspolitik. Er führt aus: Gegenüber dem reaktionären großen Befähigungsnachweis sind wir für den kleinen Befähigungsnachweis eingetreten. Eine Enquete über die Lage des Kleinhandels muß erfolgen, dann mutz -atfer auch an die große Ausgabe herangetreten werden, das stattliche Heer der Privatbeamten in die staatliche Versicherung einzugliedern. (Beifall.) Wir tun dem Staatsgedanken einen ungeheuren Dienst, wenn wir diesen 300 000 Staatsbürgern, die da sagen: Was Ihr den Arbeitern getan habt, das tut an uns doch auch! die Türen des Reiches öffnen. (Beifall.) Ain diese große Aufgabe wollen wir mit derselben Begeisterung herantreten, wie damals als wir im Jahre 1889 die Kaiserliche Botschaft empfingen. Wir wollen auf dem nationalen Boden für den Mittelstand eintreten. Das ist eine Aufgabe, in der wir alle einig sind. (Beifall.) Von Delegierten aus Kassel, Duisburg und Essen liegt hierzu folgende Resolution vor: „Der Vertretertag der nationalliberalen Partei begrüßt mit Genugtuung die Ausführungen des Abg. Patzig über die Mittelstandspolitik und betont insbesondere die Notwendigkeit einer Revision des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes namentlich auch in Bezug auf das Ausverkaufswesen und er hofft, von der Mitarbeit seiner Vertreter im Reichstage einen wirksamen Schutz gegen die Handel, Industrie und Gewerbe schädigenden Auswüchse des Ausverkaufswesens. Er hält hier eine Kontrolle durch die Gewerbebebörden für geboten." Auf Antrag des Abg. Patzig wird dieser Resolution noch folgender Zusatz gegeben: „Der Vertretertag erwartet ferner, daß der berechtigte Anspruch der Privatangestellten auf reichsgesetzliche obligatorische Pensionsversicherung und Invalidenversicherung baldigst erfüllt werde." Damit sind die Arbeiten des Parteitages erledigt. — Oberbürgermeister Struckmann-Hildesheim gibt seiner Freude Ausdruck, daß eine Einigung doch noch erzielt sei, worauf Prof. Geiger-Erlangen mit einem Hock auf die Partei schloß. Der nächste Parteitag soll im Frühjahr 1907 in Kassel stattfinden. Hauptversammlung der hessischen Bauvereine. (Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) < A Gießen, 8. Okt. Die Gemeinnützigen Bau vereine des Großher- zogtums Hessen hielten am Sonntag im Neuen Saalbau ihre Hauptversammlung ab. Der Besuch war leider nicht so stark, wie die Wichtigkeit der Sache und der Beratungen erwarten ließ. Der Vorsitzende, Landeswohnungsinspektov Gretzschel-Darmstadt hieß die Erschienenen willkommen und dankte besonders den Vertretern dec Behörden und der Stadt. Es waren erschienen Geh. Negierungsrat Dc. Dietz- Darmstadt, Kreisamtmann Spanier, Kreisarzt Medizinalrat Dr. Haberkorn, Oberbürgermeister Mecum, Beigeordneter Curschmanu und Stadtv. Dr. Ebel. Der Vorsitzende wies ferner auf die bedeutende soziale Mission hin, die die gemeinnützigen Bauvereine haben. Ihr Bestreben ist die Forderung des Wohnungswesens der minderbemittelten Volksklassen. Es finden sich hier zahlreiche, in vielen Beziehungen schädliche Mißstände, die zu beseitigen ernste Aufgabe der Bauvereine ist, und darum müsse jeden wahren Menschenfreund die Sache dieser Vereine interessieren. Direktor Doering überbrachte namens der Baugenossenschaft Gießen den Willkommengruß. Er gedachte der 13 jährigen Tätigkeit der hiesigen Genossenschaft, dankte der städtischen Behörde für ihr Entgegenkommen und übermittelte die Grüße des verhinderten Vorsitzenden, Neichstagsabgeordn. Kommerzienrat Heyligenstädt. Kreisamtmann Spanier spricht namens des verhinderten Pcovinzialdirektors Geheimrat Dr. Breidert, der großes Interesse für die wichtige Aufgabe der Bauvereine habe und der Tagung beiten Erfolg wünsche. Oberbürgermeister Mecum dankt für die' Erwählung Gießens zum Versammlungsort, bittet, die jetzt infolge dec Kanalisation in der Mauserung begriffene Stadl nicht nach ihrem derzeitigen Ausstsches. Ans Petersburg liegt heute folgende, vom 6. d. M. datierte Meldung vor: „Die Heirat des Großfürsten Michael mit der Prinzessin Patricia von Conna ught, sowie die Heirat der Witwe des ermordeten Großfürsten Sergius, G r o ß- fürstin Elisab'eth, geb. Prinzessin v. Hessen, mit dem Großfürsten Nikolai-Nikolajewitsch stehen bevor." Die erstere Meldung wird beute bereits aus London dementiert, und das Dementi der zweiten Meldung wird wohl auch nicht lange auf sich warten lassen. In einer Sitzung beim Premierminister Stolypin wurde ein Projekt durchberaten, das dem Ministerkonseil unterbreitet werden wird. Es betrifft die Aufhebung des Gemeindebesitzes. An die Bauernschaft soll vom 1. Januar 1907 Gemeindebesitz zur Verteilung gelangen und zwar erhält jeder Bauer ein Stück Land als Eigentum oder dessen Wert, falls erwünscht, in bar ausbezahlt. Das Land kann durch die Bauernbank hypothekarisch belieben werden. Die Zahl der in der Bibliothek der Petersburger Hochschule der Wegebau-Ingenieure aufgefundenen Bom - ben-Mäntel beträgt 80. Auch die dazu gehörige Füllung wurde beschlagnahmt. Die saubere Ausführung der Stahlmäntel deuten auf ausländischen Ursprung. Weitere Haussuchungen haben zur Entdeckung einer wertvollen Korrespondenz der Revolutionäre geführt, ans der hervorgehen soll, daß nach dem letzten Wechsel im Amte des Palast-Kommandanten sofort mehrere im Auslande weilende hervorragende Mitglieder dcr revolutionären Partei nach Petersburg und Moskau abgereist sind, um angesichts der völligen Unfähigkeit des jetzigen Palast-Kommandanten einen entsetzlichen Anschlag gegen das Staatsoberhaupt zu organisieren. Durch die Beschlagnahme dieser Korrespondenz wurde der Anschlag ausgedeckt, jedoch ist der Leiter bisher noch nicht verhaftet. In W a r s ch a u wurde ein Referent der Geheimpolizei namens Grün e r m ordet. beitenden Klasse bienen. Das Krankenhaus besteht nur aus Parterre-Pavillons, deren Sicke und Zimmer direkt in einen Garten münden. Die Behandlung nimmt in allererster Linie auf geeignete Ernährung und den Gebrauch frischer Luft Rücksicht. Tie Besucher erkannten rückhaltlos die Zweckmäßigkeit dieser neuen Form an, und allgemein wurde der Wunsch ausgesprochen, daß recht viele derartige ländliche Krankenhäuser entweder von Privaten oder von den Kommunen ins Leben gerufen werden. Eisenach, 6. Okt. Das von der Freisinnigen Volks- Partei entworfene Mindest Programm für den zu bildenden liberalen Block mürbe gestern in einer äußerst zahlreich besuchten Versammlung bekannt gegeben. Der liberale Block spricht sich bemnach für die Einführung des direkten Wahlrechtes aus, ferner für die Einführung der Verwaltungsgerichtsbarieit und Verbesserung des Gemeindewahlrechts in kleineren Bezirken. politische Lagesscharr. Die liberale Einigung. Im Anschluß an den Münchener Parteitag' der Dentschen Volksparter wird die Frage der liberalen Einigung sowohl von liberalen Blättern aller Nuancen als auch von den Gegnern des Liberalismus besprochen. Die Volkspartei will nicht auf Kosten der Nationallibc^- raten wachsen, sondern auch die Nationalliberalen in die Einigung ziehen. Diese Bereitwilligkeit zum Zusammengehen mit den Nationalliberalen hat in der national- liberalen Presse einen günstigen Eindruck gemacht, dem besonders süddeutsche, aber auch mehrere norddeutsche Blätter Ausdruck geben. Gutes' Wort findet guten ■Ort. Von Interesse ist, daß sogar b.ie „Rhe in.-W eftf. Ztg.", die sich bisher abwechselnd nationalliberal und freikonservativ gerierte, lebhaft in jenes freundliche Urteil einstimmt. Von dem iin München genehmigten Kommunal- Programm sagt sie, daß es imstande sei, „das freiheitliche Bürgertum aufzuwecken gegen die rückschrittliche Städte- wirtschaft" im Süden, und von den liberalen Einigungsbestrebungen, daß gerade von demokratischer Seite hier mancherlei anspruchsvolle Wünsche und Verlangen im Interesse des Gesamtliberalismus zurück gestellt und aufgehoben worden sind. „Das ZAvalisieren hat ausgehört, inan vertritt jetzt nach jahrzehntelangem Bruderkrieg die Meinung, der gemeinsame Feind stehe rechts." Wir wollen hoffen, daß die hier kundgegebene Gesinnung vorhält. Wie gesagt, ist die Ausnahme der Münchener Beschlüsse — übrigens auch des „Mindestprogramms" — auf nationalliberaler Seite erfreulicherweise vorherrschend sympathisch. Die Einigung tut eben not. Es braucht dabei von den Freisinnigen und Demokraten nicht verlangt zu toer» den, daß sie sich mehr nach rechts wenden; und ebensowenig von den N a ti o n a lli b e r ale n, daß sie eine Schwenkung nach links machen. Es genügt, wenn beide sich von der Erkenntnis leiten lassen, daß die liberalen Anschauungen eine kräftige Vertretung erheischen und all eVlockparteien dieses Gemeinsame, Einigende über das Trennende stellen. Die Einigung braucht auch keine äußere Form, etwa eines! paraphierten Kartells zu haben. Der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig. DeriLscher Reich. Kabinen (Westpr.), 7. Okt. Das Kaiser paar ist gestern hier eingctrofßm. Berlin, 7. Okt. Der Landwirtschaftsminister v. Pod- bielski hat wiederum Aufenthalt auf feinem Gute Dal- min genommen, In später Abendstunde wurde dem „B. B.-C." gestern gerüchtweise gemeldet, PodbielSli habe neuerdings feine Entlassun g eingereicht. Der Minister begründete dieses Gesuch mit der Hartnäckigkeit seines Gicht leidens, für das er während seines diesjährigen Urlaubs vergeblich Heilung gesucht habe. Das Blatt fügt hinzu, daß es diese Meldung auf ihre Richtigkeit zu prüfen noch nicht i/n der Lage gewesen sei. — Von einer Reihe hervorragender Vertreter der Medizin wurde heute das sogenannte ländliche Krankenhaus im Nordend besichtigt, das ganz den neuen Krankenhaustypus darstellt. Das an der Peripherie Berlins liegende, aufs einfachste eingerichtete Krankenhaus soll^zur Behandlung Ironischer Kra.nkhe.iten der arS. u. H. Gvslar, 7. Heute am zweiten Verhandlungstage ist die Zahl der Teilnehmer am Parteitage noch erheblich gestiegen. Zunächst wurde in der Debatte über die Reichsfinanzreform und über die politischen Verhältnisse fortgefahren. Hierzu war von rhe,irischen Delegierten noch folgende Resolution eingegangen: „Der Vcrtretertag der national/ibcralen Partei hält bei vollster Wahrung des bisherigen nationalen Standpunktes die nack)drücklichste Betonung der liberalen Forderungen in Ueber- einftimmung mit den Eisenacher Beschlusses, für dringend geboten. Er beauftragt dementsprechend den Zentralvorstand, auf dem Vertretertage eine Entschließung herbeizuführen, durch welche die Richtlinien der nationalliberalen Politik erneut festgestellt werden. Im übrigen spricht der Vectretertag die Erwartung aus, daß die Partei sich auch fernerhin int oinne positiver Mitarbeit an den politischen Ausgaben des Reiches und der Einzelstaaten beteiligen werde. Er fordert die Parteigenossen auf, einmütig und entschlossen den Kampf für die bewährten Grundsätze der Partei zu führen und betrachtet cs nach wie vor als die Aufgabe der Partei, den Sammelpunkt für alle liberalen Elemente unseres Volkslebens zu bilden, in dem er von der Ueberzeugung ausgeht, daß Engherzigkeit und Uneinigkeit nur zur Zersplitterung und Schwächung rühren muß." In der Resolution führt Dr. Knocko-Osnabrück- aus: Eine Vogelstraußpolitik darf nicht getrieben toerben. Es muß anerkannt werben, baß eine große Mißstimmung entstanden ist. Das Heil unserer Partei hängt von dem Höhepunkt und von dem Niedergang des Reiches ab. Wir dürfen uns nicht nur auf die Landbevölkerung stützen. Ich danke dafür, toenzt die breiten Schichten der städtischen Bevölkerung von unserer Partei ausgeschlossen bleiben müssen. (Zustim- mung.) Rechtsanwalt Dr. M arwitz - Fried en au: Wir begegnen fast allgemein t i e s e m M i ß b e h a g e n. Das kommt von dem unglückseligen Pessimismus in unseren Reihen. Wir müssen wieder Vertrauen bekommen zu lm- feren Ideen. (Lebh. Beifall.) Ich vermisse die nötige Fühlung mifben Wähler kreis en. Der Heißhunger nach Liberalismus ist noch nicht gestillt worden. Ich bin heute noch hungrig. (Große Heiterkeit./ Redakteur Br u es-Krefeld: Der rote Einschlag in die blaue Farbe, wie wir ihn in Süddeutschland sehen, ist mir zu stark. (Beifall und Widerspruch.) Darum gründen Sie nationalliberale Jugendvereinc in Nord- deutschland als Gegengewicht. Abg. Dr. Friedberg: Die rücksichtslose Opposition, wie sie von der nationalliberalen Jugend getrieben worden ist, geht weit über das Maß des Zulässigen hinaus. Der Mangel an Besonnenheit führt zur Diskreditierung der Partei. (Lebh. Sehr richtig!) Ich hoffe, daß wir trotz allem zu einer Verständigung kommen, und daß wir wieder eine große und mächtige Partei werden. (Lebh. Beifall.) Hübsch-Nürnberg von den Jungliberalen: Jsch verwahre mich dagegen, daß Dr. Friedberg einen Gegensatz zwischen alt und jung konstruiert. (Beifall bei den Jung- liberalen?) Ein Teil unserer Partei verzweifelt an der Werbekraft des liberalen Gedankens und sucht Anschluß nach links. Wir gehören zu den Optimisten, wir meinen, daß der Liberalismus an seiner Werbekraft nichts verloren hat, wohl aber an seiner Stoßkraft. (Beifall.) Wir halten fest an den nationalen Grundsätzen, wollen aßjr die großen Probleme in freiheitlichem, fortschrittlichem und sozialem Geiste lösen. Damit bekämpfen wir die Sozialdemokratie am besten. Man nennt uns Optimisten, wenn sich aber unsere Gedanken durchringen, wird man uns Realpolitiker nennen. Diese unglückselige Bekämpfung Liberaler untereinander muß natürlich dazu führen, daß der Liberalismus nach HntS abflaut. Wir brauchen eine programmatische Einigung. Wir wollen kein Vertrauens- ober Mißtrauensvotum erteilen, wenn wir unsere Ziele programmatisch festlegen, werden Junge und Alte gemeinsam me,Verarbeiten an unseren großen Idealen. (Beifall.) Prof. Geiger-Erlangen: Mau muß jetzt anerkennen, daß bas Zustandekommen der Neichsfinanzreform ein großes Werk war. Wir danken dafür der Reichstagsfraktion. In Bayern sind in der Partei zlvci Strömungen vorhanden; wir hoffen aber, daß Alt und Jung bald wieder zusammen wirken wirb. Oberbürgermeister Struckmann-Hildesheim legt eine Resolution vor, in welcher gefordert wird, daß unter vollster Wahrung der nationalen Interessen auch den liberalen Interessen mit Entschiedenheit zum Siege verhülfen wird. Justizrat N e u m e i e r - Kaiserslautern bringt eine Resolution ein, wonach der Vertretertag erklärt, daß durch die aufklärende und erschöpfende Darlegung, welche von feiten der Reichstags- sraktion gegeben worden ist, er die Ueberzeugung gewonnen hat, daß die Reichstagsfraition sich bei der Neichsfinanzresorm in einer äußerst schwierigen Lage befand, daß sie aber bestrebt war, das Richtige zu sinden. Der Vertretertag erkenne dieses Streben an ST rtet von 7 »ermeister. !.°w'e im Em. iQngen derselbe., 07444 ‘WCHEW MN M*,'. toWörbe «ann, BWW. 12 General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen. Montag 8. Oktober 1906 p. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sch« tir Universttätsdruckeret. R. Lange, Gtetzem. QL, Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.tz, Tel. Rr. 6L Telegr.-Adr, r Anzeiger Gieß« Nr. A3K Zweites Matt 186. Jahrgang Drscheiw kügUch tr.lt Ausnahme des Sonntags. Die „Gtefienei Zamlttenbiätler" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beig-legt. Der wWtlfW ravdwlkl" erscheint monatlich einmal. S. K. H. der Groß Herzog Höhere Schulen. vereinigt hat, ist untz wie jedem anderen Kenner der hessischen Politik bekannt, aber daß mit dieser Vereinigung die ehemaligen Mitglieder deS Bauernbundes den zwischen ihnen bestehenden näheren Zusammenhang nicht anfgcgcben haben, ist ebenso eine nicht zu verbcrgeude Tatsache. Daß die demnächstigen oberhessischen Landwirtschaftskammer-Mitglieder nicht dem Bund der Landwirte angchörten, es ist auch nicht behauptet worden. Es steht dagegen fest, daß fast sämtliche Gewählte Anhänger des ehemaligen Bauernbundes sind, während die Herren, die von jeher nur dem Bunde der Landwirte angehörten, entweder gar nicht aufgestellt wurden oder bei dec Wahl unterlagen. •* Eine Kreiskonferenz der Bürgermeister des Kreises Gießen fand am Samstag nachmittag im Cafö Ebel statt. Der Hauptgegenstand der Beratung war die Revision der Landgemeinde-Ordnung, insbesondere die hierzu von den Abgg. Köhler und Nebel gemachten Ab- änderungsvorschläge. (Näherer Bericht hierüber folgt.) Da der seitherige 1. Sprecher, Köhler-Langsdorf, am 15. Nov. als Bürgermeister ausscheidet, wurde er zum Ehrenmitglied der Kreiskonferenz mit beratender und beschließender Stimme ernannt. Zum 1. Sprecher wurde sein seitheriger Stellvertreter, Bürgermeister Leun-Großcn-Linden, und zum Stellvertreter Bürgermeister Fendt-Hungen gewählt. An dessen Stelle als Protokollführer tritt Bürgermeister Kreiling- Heuchelheim. *• Abgewiesenes Gnadengesuch. Vor 42 Jahren wurde der Raubmörder Christ. Schmidt von Unter- Schönmattenwag zum Tode verurteilt, dann aber zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Vor einiger Zei reichte er nun ein Gnadengesuch um Straferlaß . ein, dies wurde jedoch, wie die „D. Ztg." erfährt, ab gewiesen, da Schmidt, wie bisher, die Tat leugnet. Hauptsache nach nur Mitglieder des Bundes der Landwirte gewählt werden. — Wahr ist auch nicht, daß es einen „preußisch-hessischen Bund der Landwirte gibt und dem gegenüber em hessischer Bauernbund steht. Wahr vielmehr ist es, daß der Bund der Landwwte in allen Teilen Deutschlands verbreitet ist unb ein geschlossenes Ganze bildet. Ta es einen „Hessischen Bauernbund" nicht mehr gibt, so kann derselbe auch nicht im Gegensatz ausgesührt werden zum Bunde der Landwirte. Hierzu ist ztl bemerken: Es ist in unserem Artikel nicht behauptet worden, daß es noch einen hessischen Bauernbund gibt, es ist vielmehr ausdrücklich von dem früheren hessischen Bauernbund die Rede. Daß sich der ehemalige Bauernbund mit dem Bunde der Landwirte vor 2 Jahren kannten erstattet. X Großen-Linden, 7. DFL Die heute hier tagende Vertrauensmänner-Versammlung des Bezirks Gießen einigte sich dahin, in die Landwirtschafts- kammer zu wählen: Herrn Weil-Lang-Göns und in den Ausschuß für die Provinz die Herren Gilbert-Heuchel- Vermischte». • Kein Schwarzseher ist Graf Zeppelin, nach dem zu urteilen, was er, wie wir berichteten, auf dem Stuttgarter Naturforscher- und Aerzte-Tag über die Zukunft seines Luftschiffes eröffnet hat. Reisen zwischen Europa und Amerika seien mit diesem Vehikel schon jetzt kein zu großes Wagnis mehr. Mache man den Durchmesser des Tragzylinders nur um 1 Meter größer, so könne man 50 bis 60 Passagiere altfnehmen, die Verbindung mit unseren Kolonien Herstellen, den Truppen in Südwestafrika Waffer und Lebensmittel zuführen, den Nordpol erreichen, und so weiter. Welche Perspektiven!, meint die „Jugend". Nicht nur der ganze Verkehr wird revolutioniert werden durch die Erfindung eines Deutschen — auch das ganze Kriegswesen! Wir bauen Luftpanzerschiffe, Luftkreuzer, Lufttorpedos, Luftminen — man kann jetzt nicht mehr sagen: Die Zukunft Deutschlands liegt auf dem Wasser! Jetzt heißt es: „Deutschlands Zukunft hängt in der Luft!" * D i e neue st en Eisenbahnunfalle. Am 6. d. M. fuhr auf den: Bahnhof Mehlem (Rheinl.) der Güterzug Nr. 8217 infolge falscher Weichenstellung auf einen Prellbock. Die Lokomotive, ein Packwagen und vier Güterivagen entgleisten und wurden zum Teil zertrümmert. Ein Bremser ivurde sofort getötet, ein anderer leicht verletzt. Der Materialschaden ist erheblich. — Der O-Zug Kiel—Basel stieß auf der Station Einfeld (Schleswig) mit einem Brauerei- Kraftwagen zusammen. Die Zugmaschine wurde beschädigt, der Kraftwagen, der mit 100 Zentner Bier beladen war, explodierte und verbrannte. Der Maschinenführer, Heizer und Motorsührer wurden verletzt. — Ein von M n i- land nach Nom abgegangener Expreßzug ist bei der Po- Brücke vor Viacenza entgleist. Es wurden vier Pcr- 23 Hektar 7017 Qm. zu 1550 000 Mk., Offenbach 16 Hektar 9299 Qm. zu 654121 Mk., Gießen 15 Hektar 3182 Qm. zu 243 604 Mk. angekauft. Die beiden Hauptgeldquellen für die Bauvereine sind die Landesversicherungsanstalt und die LandeSkreditkaffe, von ersterer sind die 410 000 Mk. und von letzterer 81000 Mk. an die Vereine abgegeben. Die Bezirkssparkaffe Gießen hat von der dortigen Baugenoffenschaft 20 000 Mk. Obligationen übernommen. Der Vorsitzende ermahnt die Vereine, Mitglieder zu werben und durch Vorträge aufklärend zu wirken. Geh. Negierungsrat Dr. Dietz teilt mit, daß die Landesversicherungsanstalt für die Arbeiterwohnungsfürsorge viel tue, bis Ende 1005 wurden 3 446 000 Mk. gegeben, für sonstige Wohltätigkeitsanstalten nur 220000 Mk., im Jahre 1905 327 000 Mk. bezw. 291000 Mk., 1906 bis jetzt ca. 300 000 bezw. 225 000 Mk. Wiegand-Heppenheim a. B. gibt einige Mitteilungen über den dort am 21.März 1905 gegründeten Verein. Langsdorf-Friedberg teilt mit, daß der dortige Bauverein 24 Häuser erbaut hat, 20 sind verkauft. Das Mathildenstift hat 40000 Mk. zu 3^2 Proz. abgegeben. Die Stadt beabsichtigt, dem Verein Gelände zum Selbstkostenpreis zu überlassen. Der Preis von Grund und Boden ist seit einigen Jahren ums doppelte ge- •* Verhaftet mürbe heute morgen ein Jta liener, welcher wegen Körperverletzung von der Großh. Staats^ anwaltschaft Mainz steckbrieflich verfolgt wird. Fahrrad diebstahl. Vor einer Wirtschaft m der Brandgässe wurde vor einigen Tagen einem Arbeiter von einem Fremden, mit dem er zuvor gezecht hatte, das Fahrrad gestohlen. Das Rad fand sich bei Lützellinden m einem Maisfeld wieder vor. 0 Klein-Linden, 7. Okt. Von einem Radfahrer nn§ Gießen wurde ein kleines Kind überfahren. Anstatt sich deS verletzten Kindes anzunehmen, fuhr er mit seinem Rad schleunigst davon. Anzeige ist gegen den Er- Hirsche. (Darmst. Ztg.) ic. Mainz, 7. Okt. Zu dem Widerruf des Freiherrn v. Zucco und Euccagna werden noch folgende Einzel- heilen rnitgetellt: Frhr. v. Zueco und Cuccagna war früher österreichischer Kavallerieoffizier, besaß ein großes Vermögen und hielt sich kostspielige Rennställe. Als er in nicht zu langer Zeit mit seinem Vermögen fertig war, trat er zum katholischen Glauben über und ward katholischer Geistlicher. Da er sich zu frei äußerte, kam er zur nordischen Mission nach Lappland. Dort gefiel eS ihm jedoch zu wenig, sodaß er zum evangelischen Glauben übertrat und dann schließlich freireligiös wurde. Ueber die Gründe, die jetzt einen abermaligen Glaubens- mechsel zur Folge hatten, bestehen nur Vermutungen. Tatsache ist, daß seiner Familie ein großes Majorat gehört und der Majoratsherr vor kurzem gestorben ist. Sein rechtmäßiger Erbe wäre Freiherr Cucco u. Cuccagna, jedoch kann er das Majorat nur antretcn, wenn er katholisch ist. Man geht ivohl kaum fehl, wenn man diese Verhältniffe mit seinem neuerlichen Glaubenswechsel in Verbindung bringt. [] Marburg, 7. Okt. Unter dem Vorsitze des Landrats v. Heimburg-Biedenkopf fand heute im Bahnhofshotel hier die Generalversammlung der Herdbuch- Gesellschaften für das Vogelsberger Rind aus den Kreisen Marburg, Kirchhain, Biedenkopf, Dillenburg, Wetzlar, Gießen, Alsfeld und dem Amt Hallenberg statt. Man beschloß zunächst, die im nächsten Jahre in Düsseldorf statt- findende Ausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft mit einer aus etwa 30 Häuptern bestehenden Sammlung VSgelsberger Rindvieh zu beschicken und die betreffenden Landwirtschaftskammern um einen Beitrag zu den Kosten anzugehen. Weiter besprach mein den vom Deutschen Landwirtschaftsrat in Aussicht genommenen Export deutschen Zuchtviehs nach Südafrika und die in dieser Angelegenheit eingeleiteten Schritte. Allgemein war man der Meinung, daß dieses Bestreben unterstützt werden möge, da es geeignet sei, die heimische Viehzucht, besonders aber die des Vogelsberger Schlages, zu fördern. Bei der Besprechung über die Biedenkopfer Ausstellung wurde lobend erwähnt, daß bei dem ausgestellten Vieh ein Fortschritt in jeder Beziehung deutlich erkennbar gewesen sei. Zum Schluß erstatteten die einzelnen Vertreter der zum Verbände gehörenden Herdbuch- Gesellschaften ihren Bericht. Im allgemeinen waren alle Redner mit dem Stande der vielfach angefeindeten Vogelsberger Rindviehzucht und den Erfolgen recht zufrieden; mancher, der es mit anderen Nassen versucht, ist an Er- fahruug reicher, wieder zur Vogelsberger Zucht zurückgekehrL Nach dreistündiger Dauer wurde die anregende Sitzung geschlossen. Als nächster Versammlungsort wurde Gießen gewählt. __________________________ bürg bestehen 16, in --------,-u Am größten sind der Bauverein Mainz mit 526 Mitgliedern, Beamten-Baugenossenschaft Mainz 272, Bensheim 153, Mom- bach 140, „Daheim" Darmstadt 137, Friedberg 134, Gießen 105 In der Höhe des Geschäftskapitals stehen obenan Bauverein Mainz 205 800 Mk., Worms 200000 Mk., Bauverein Darmstadt 139315 Mk. Eine Anzahl Bauvereine hat neben dem gesetzlichen Reservefonds einen Hilfsreservefonds gebildet, der zur Sicherung des Unternehmens naturgemäß erheblich beiträgt. Die Bauvereine haben bis Ende 1905 408 Häuser errichtet, und zwar 107 Einfamilienhäuser, 185 Zwei-, 25 baß die Landes-Versicherungsanstalt keine Frage für so wichtig um heute die Jagd fortzusetzen. . Wohnungsbau “’fSttn. ^Wft"b°kämp^ b “ Ä And. Krciswt DbcmgienmgVrot '© BU i n g cr von Alsfeld beit, und die Tuberkulose ist eine Wohnungskrankheit. Die Kammerherrn v. Grolmann und Bauassessor Sprengel Wohnungsfrage hat einen grossen Einfluß auf die Gesundheit von Bad-Nauheun. auch fernerhin die Bauvereine unterstützen. Gretzschel dankte den Vorrednern, besonders auch derStadt Gießen für ihre gesunde, praktische Bodenpolitik. Möge es allen Bauvereinen gelingen, die Unterstützung ihrer Gemeinden zu erlangen. , Es erfolgt hierauf der Bericht des Vorsitzenden über den Stand des BauvercinS w es-nS in Hessen und das Ergebnis der vorgenommenen gesetzlichen Revision. Die Zahl der Bauverciuc ist aus 40 gestiegen, davon sind 34 eingetragene Genossenschaften mit beschränkter Haftpflicht, sechs sind andere Genossenschaften, bezw. Aktiengesellschaften. Die 34 Genossenschaften zählen 2555 Mitglieder. ES stehen der gemeinnützigen Bautätigkeit !>/. Million Mk. zur Verfügung an eigenem Geschäftskapital, 1905 sind 800 Mitglieder hmzu- g-kommcn, das Kapital stieg nm 186 000 Mk. Di- Em- mhlunq der Geschäftsanteile stellt sich auf 150 211 Mk., die aus. ** Die Seife wird teurer! Gestern fand im Hotel Schütz eine sehr gut besuchte Versammlung der Seifen- fabrikanten von Hessen, Hessen-Nassam und dem Rheinland statt und beschloß infolge der ganz enormen Preissteigerung aller Rohmaterialien einstimmig eine Erhöhung der Preise für Kern - und Schmierseifen. Diese einstweilen festgesetzten Preise sind jedoch, wie man uns aus beteiligten' Kreisen mitteilt, nur .als ein Uebergänz zu noch höheren zu betrachten, da sie &r heutigen Marktlage noch lange nicht entsprechen. In aller Kürze wird daher eine weitere Verteuerung der Seifet.eintreten nrü)|en. •• Schläg erei. Heute nacht kam es in bor Sonnen» straße zwischen Arbeitern zu einer Schlägel i, bei der auch das Messer eine Nolle spielte. Einer erhielt einen Stich in den Arm. Der Täter wurde festgenomsnen; et will in Notwehr gehandelt haben. •* Gestohlen wurde heute nacht einem Fuhrknecht das Portemonnaie mit 20 Mk. Inhalt, das unter seinem Kopfkissen lag. Dem Täter ist man auf der Spuk t ui'i m t Alsfold', 7. Okt. Der Kriegerverein erzielte von überden den jüngst abgehaltenen Werningschen Krregsfest- spielen eine Einnahme von 3240 Mk., sie waren von L000 Personen besucht worden. Nach Abzug der Ausgabe» ein Reingewinn von 700 Mk., 100 Mk. erhielt der Alice-Frauen-Verein für Krankenpflege. Darmstadt, 6. Okt. S. K. H. der Großherzog begab sich gestern abend zur Jagd nach Viernheim und kehrte von dort 'heute morgen zurück. Er erlegte zwei starke Vorsitzender an dem Ostergymnasium zu Mainz ernannt, den Oberlehrer " an ber höheren Mädchenschule und dem Lehrerinnenseminar zu Mainz Dr. Hch. Wagner auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienst entlassen, den Lehramtsassessor Jos. Franz zum Oberlehrer an der Oberrealschule zu Worms, den Lehramtsassessor Karl Unverzagt zum Oberlehrer an der Realschule . m Alsfeld den Lehramtsassessor PH. Nupp zum Oberlehrer Heun und Hirz-Watzenborn-Sternberg. ’n b“ Ä ju®eSm, ben L-lMmts°si°ss°r Otto X Dut-nhof-n, 7.Okt. Heu - fand m unsere-K.rche Wassern zum Oberlehrer an der Augustin-rschulc (®gm- die Einführung des Lehrers Karl Gerhard von h-er m nasium und Realschule) zu Friedberg, den Lehramtsassessor sein Hauptlehrer- und Organlstenamt, und be_> hierher ver Dr Eugen Köser zum Oberlehrer an dem Realgymnasium setzten Lehrers Max Eaelius auS LaunSbach> m n zu Darmstadt und den Lehramtsassessor Franz Stein zum Schulamt durch den KrerZfchulmspektor Pfarrer Geibel hre- Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Dieburg ernannt, selbstz ftatt . .... '* Landwirtschaftskammerwahlen. Zu der in Nr. 234 des .Gieß. Anz." enthaltenen Betrachtung i-------- Ausfall der Vertrauensmännerwahlen sendet uns die Frank- zaymng oer f tec Geschäfts st elle des Bundes der Land- g°nom>n°nenAnl°ch°nb°r.N°rusich> uf 448 — 3^^. wirte, noch dazu uuf Grund des PreßgesetzeS, °m° sogen m 9 9 " - - - ....... Berichtigung, in der fast durchweg Behauptungen „berichtigt" werden, die unser Gewährsmann gar nicht aufgestellt hatte. Trotzdem wir also zum Abdruck der Zuschrift rechtlich keineswegs verpflichtet sind, wollen wir die Zuschrift aus Gründen der Loyalität nicht ad acta legen. Sie lautet: In Nr. 234 Ihres geschätzten Blattes vom Samstag, 5. Okt. bringen Sie unter der Spitzmarke „Die hessische LandwirischaitS» kammerwahl" Mitteilungen, die durchweg unrichtig stehen. Wir bitten Sie deshalb ans Grund beä § 11 des Reichspreizgesetzes zu folgender Berichtigung: 1. Es ist nicht richtig, daß es noch einen „Hessischen Bauernbund" gibt. Richtig ist vielmehr, dag derselbe «.w.vy.v., — u----- . ,, , r i sich aufgelöst und seine Ueberiührung auf Grund Abkommens vom Drei-, 91 Mehr-Familienhäuser. Ihr Gesamtdauwert betrug 14 19ü4 jlt den Bund der Landwirte stattgeiunden hat. -icr einschließlich des BodenS 4 947 520 Mk., verkauft sind 143, frühere Vorsitzende deS .Hesüschen Bauernbnndes", Landtagsabg. nrrr n rmie et 265 Häuser sie werden von 1037 Fan.ilien Köhler, ist auf Grund dieses Abkommens in den erweiterten Landes- nur vermietet Hauiet, yc v u vorstand des Bundes der Landivirte, Abteilung Hetzen ziigewahlt, bewohnt. Die Tätigkeit der Genossenichaften hat auch die ^durch klar erwiesen ist, daß der „Hess. Bailernbnnd nut dem Privatbautätigkeit veranlaßt, dem KlemwohnungSbau wieder yimi) ber Landwirte endgültig verschmolzen und es „keine Schat- arößere Ausinerksamkeit zuzuwenden. Die Unterstützung von tienmg Baehr, Hirschel und Köhler im Bund der Landwirte" gibt. Bauvereinen dur^ch die äe^einben hat außer m Hessen nur ^^lbflanb.^ M°N und noch im Rheinland und Westfalen eine größere Bedeutung Landesvorstand des Bundes der Landwirte, Abteilung Hessen be- angenommen. Die Handhabung einer gesunden Bodenpolitik süssen I)nlte> in Bezug auf die Landwirtschastskammerwahlen die durch die Gemeinden gewinnt in Hessen immer mehr an Vertrauensmänner aller Bezirke zn hören und die Aufsteaung der Darmstadt in den Geschäftsjahren 1903/04 bis Kandidaten nach ihren Wünschen zu bewerkstelligen. — Unwayr ist, Boden, ^so hat Dannltadt m oen oescyasisiay / Oberhessen die Kandidaten der sogenannten Schattierung 1904/05 27 Hektar 2o3 <-m. zu ^^72 725 Mk., d Pa ehr, hirschel, Köhler" gesiegt haben, vielmehr wahr ist, daß der stiegen. Der Verein ist der älteste in Hessen, er wurde 1894 von Geh. Kirchenrat D. Meyer gegründet. Winkes-Mainz gibt bekannt, daß die Beamten-Baugenossenschaft am 1. April 10 Hauser mit 105 Wohnungen fertigstellte. Ein weniger schönes Bild geben die Mitteilungen über den Verein zu Mombach; er hatte mit vielen Hindernissen zu kämpfen, ein Bauplatz für 8 Häuser kostete 14000 Mk., die Wohnungen sind teuerer als Privatwohnungen, zahlreiche Mitglieder traten aus. Langsdorf- Friedberg kam auf den Konflikt zwischen Baurat Hofmann und dem Verein Butzbach zu sprechen. Er sprach die Erwartung aus, daß der Hauptverein den Verein Butzbach verteidigen werde. Der Vorsitzende sagt dies zu. — Es erfolgt nun die Wahl des Verbandsvorstandes. Auf Vorschlag von Wiegand-Heppenheim werden die ausscheidenden Herren Gretzschel-Darmstadt, Döring-Gießen und Hochgesand-WormS durch Zuruf wiedergewählt. Als Tagungsort für den nächstjährigen Verbandstag wird Rüsselsheim bestimmt. Es folgen zwei höchst interessante Vorträge: 1. ,Förderung der gemeinnützigen Bautätigkeit durch die öffentlichen Sparkassen", Referent Arnold-Heppenheim; 2. „Die wirtschaftliche und soziale Bedeutung der gemeinnützigen Baugenossenschaften", Referent Pfarrer Bechtholdsheimer-Mombach. __________________________(Fortsetzung folgt.) Aus Stadt uird Land. Gießen, 8. Okt. 1906. — Die Zarin in Heiligenberg? Wie uns auS Darmstadt drahtlich gemeldet wird, bildet dort die Frage, ob die Zarin mit ihren Kindern zu längerem Aufenthalt in die hessische Heimat kommen werde, das ausschließliche Tagesgespräch. Die Nachricht von ihrer baldigen Ankunft wird fast allgemein geglaubt, ja, das Gerücht erzählt, sie weile schon mehrere Tage auf Schloß Heiligenberg und Ausflügler wollen sie gestern bereits dort gesehen haben. Auch S. K. H. der Groß Herzog soll gestern nachmittag in Jugenheim gesehen worden sein. Eine gewisse Bestätigung fanden diese Gerüchte durch den Umstand, daß Schloß und Park Heiligenberg seit einiger Zeit für das Publikum geschlossen sind und einige Renovationen im Schloß stattfanden. Aber all diesen Gerüchten gegenüber wird heute wieder von autoritativer Seite auf das bestimmteste erklärt, an der Nachricht fönen getötet und etwa 30 verletzt. Die Getöteten kannten noch nicht rekognosziert werden. Vier Wagen deS Zuges sprangen aus dem Geleise und gerieten auf ein anderes Geleise, auf welchem gerade eine Lokomotive heranfuhr. Sie fuhr in die Wagen hinein und zertrümmerte sie. — Wie auS PalmaS (Spanien) gemeldet wird, ist auf der Station Putinoa ein Personenzug mit einem Lastzüge zusammen- gestoßen, wobei 35 Personen verletzt wurden, darunter mehrere schwer. — Im Wiener Stadtwalde stießen zwei Straßenbahnzüge zusammen, wobei drei Personen erheblich verletzt wurden. — Der Nachtzug Berlin—Mailand ist bei Olten (Schweiz) mit einem Güterwagen zusannnengestoßen. Der Heizer blieb tot, die Passagiere kamen mit dem Schrecken davon. Nach anderthalbstündiger Verspätung konnte dev Zug wciterfahren. — Ein aus Nancy kommender Personenzug stieß auf dem Bahnhof von Vitry le Francois mit einem anderen Zuge zusammen. Sechs Personen wurden verletzt, mehrere Wagen zertrümmert. * Der Kampf der Weißen und der Schwarzen in Amerika. In der Nähe von Mobile in Alabama wurden zwei Neger von 60 maskierten Männern aus einem Eisenbahnzuge geholt und an dem nächsten Baume aufgehängt. Die Neger waren von Gcrichtsbeamten von Birmingham abgeholt worden, um in Mobile vor Gericht gestellt zu werden. — In M acon in Georgia entstand in einem Bazar ein Streit zwischen Neger und Weißen, der in eine allgemeine Schießerei ausartete. Drei Neger wurden erschossen. Militär mußte auf den Schauplatz der Exzesse geschickt werden, um ein allgemeines Morden zu verhindern, * Kleine Tageschronik. Ein Zusammenstoß zwischen einem Automobil und einem Kremser ereignete sich am Sonntag abend in Berlin. Der Anprall war so heftig, daß die Insassen des Kremsers herausgesthleudert wurden und der Wagen selbst in Trümmer ging. 6 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Das eine Pferd war auf der Stelle tot. — Das Washingtoner Einwanderungsamt hat gegen ein deutsches Mädchen eine Verfügung gctrosien, die auch in Amerika selber Unwillen erregt. Es handelt sich um ein Mädchen aus Frankfurt a. M., namens Rosa Schwarz. Nach dem Tode der Eltern wollte sie zu ihren in Newvork lebenden Brüdern auswandern. Sie ist eine geschickte Kleidermacherin, hat aber eine Mißgestaltung d?S einen Faches. Wegen dieses geringen körperlichen Gebrechens ist ihr die Einwanderung nicht gebattet worden. Der Vorfall errcat umsomehr unliebsames Aufsehen, als er den Versicherungen der Nativisten widerspricht, die deutschen Einwanderer sollten von kleinlichen Schikanen verschont werden. — In Genf starb der Professor G u st a v G o e g g von der Handelsschule, durch Vergiftung mit ausströmendem Leuchtgas: er wurde morgen? tot im Bette gefunden. — In Brüssel wurden in der Caisfe des Revorts und des Depots große Unter schleife entdeck'-, die 400000 Fr. betragen sollen. Der imoetrene Beamte ist flüchtig. rin- wr^erischast. — Ans Frankfurt a. M., 6. Oktober, wird uns geschrieben : Die scharf Intirische Komödie „Helden" von Bernhard Shaw ging hellte hier znin erstell Male in Szene. Tas Pliblikunl wußte anfangs nicht recht, lvas daraus zli macheil sei, und Mailchem ging den gaiileil Abend hindurch das Verstand iis nicht auf. Wer aber den geistreicheil Hohn über die vielen großen uild kleinen Schwächeil der Kultur- llild Uukulturmenschheit begriff, der fühlte sich sehr belustigt. Voil beit Darstellern ist Fräulein Klink- Ir a ur m e r, die den richtigen Ton der Uebertreibling fand, heroor- zuhebeu. Sehr gut ivaren die Tanlen Frnlen und Sango ra sowie die Herren Pkeil, Bauer und Kirch. Die Regie hätte im erstell 2(ffc den hübschen Saß illlistriereil müssen, daß man sich im schönen Laude Blllgarien in den oberen Ständen f a st täglich einmal die Hände ivasche. 8. Paris, 7. Oll. Der Chirurgenkongreß hielt gestern nachmittag seine Schlußsitzung ab. Dr. Dopen berichtete über einige Fälle von K r e b § b e ba n d l u n g mit seinem neuen Verfahren. die. mit der vollständigen Heilung der Patienten endigten. NinveeMäis-NaehrichtCn. — Zum Kurator der Universität Greifswald ist der Hilfsarbeit. - im prruß. Kultusministerium und Mitglied deS Abgeordnetenhauses Professor Dr. Jrmer berufen worden, der bis vor kurzem der Rednftion der ..Krenzlla." anqehörte. GerZchts-cral. Görlitz, 7. Okt. Der schon sechsmal wegen Majestatsbeleidig- ung vorbestrafte Arbeiter Putschkeit ist von der Strafkammer wieder wegen Masestätsbeleidigung, und zwar zu drei Jabrcn Gefängnis verurteilt worden. München, 6. Okt. Das Schwurgericht verurteilte heute den wegen Raubmordes in Uutersi'chungshast befindlichen Bäcker Licbl wegen schweren Diebstahls-Verbrechen zu 14 Jahren Zuchthaus. Sein fiomlbc Bach erhielt 8 Jahre Zuchthaus. — Nach mehrtägiger Verhandlung wurde beute der Kaufmann Zeller wegen gewerbsmäßigen Wuchers zu 9 Monaten Gefängnis, 1800 Mark Geldstrafe und zwei Jahren Ehrverlust verurteilt. Sein Komplic.e Hermann erhielt 4 Monate Gefängnis. Beide hotten in schamloser Weise den jugendlichen Leichtsinn des Sohnes eines hiesigen angesehenen Kommerzienrats aus genutzt. Zeller trug während der ganzen Dauer der Verhandlung ein derart freches Benehmen zur Schau, tote es seit vielen Jahren vor dem Münchener Gericht nicht mehr vorgekommen ist. Nürnberg, 7. Okt. Der Reisende Merschik, der bei vorzeitiger Heimkehr in seine Wohnung den Geliebten seiner Frau, einen Schlosser, erstach, wurde vom Schwurgericht von der Anklage der Körperverletzung mit Todesfolgc frei- gesprochen. Würzburg, 7. Okt. Das Schwurgericht verurteilte den Gattenmörder Tagelöhner Markert von Herlheim zu zwölf Jahren Zuchthaus. Arbeiterbewegung. — In einem Briese des deutschen Bergarbeiter-Verbandes an den britischen Berqarbeiterverband in Swansea werden die englischen Bergleute ausgesordert, für den Fall eines deutschen Bergarbeiter st reiks, die vermehrte Kohlenausfubr nach Deutschland dadurch zu verhindern, daß sie in der Woche einen Tag weniger arbeiten und so einer Vermehrung Vorbeugen. Vom englischen Bergarbeiterverband wurde der Brief des deutschen Verbandes einer Kommission überwiesen. — T i e W e b e r e i - I u d u st r i e l l e n von V e r v i e r s haben die augekündigte neue Arbeitsordnung erlassen. Tie Wollwäscher haben bekanntlich nur während einiger Monate Arbeit und haben daher gefordert, daß man sie in einem gewissen Turnus gruvvenweise beschäftigt. Ta die Arbeitgeber diese Forderung zurückwieseu, Inin es zur Aussperrung. Tie neue Arbeitsordnung stellt nunmehr den Arbeitgebern frei, ob sie eine turnusmäßige Arbeitsordnung einführen wollen oder nicht. Mit dieser Arbeitsordnung wird die Aushebuna der Aussverrung angekündigt. Es ist wenig wahrscheinlich, daß sich die Ausgesperrten dieser neuen Arbeitsordnung fügen werden. Arbeiterbewegung. Bochum, 8. Okt. Gestern fanden in allen Revieren B e r g - arbeiter-Versammlungen statt, in denen der jüngste Beschluß der Siebener-Kommission bekannt gegeben wurde. In den vom alten Beraarbeiter-Verbande einberufenen Versammlungen wurde einer Resolution zugestimmt, in der sich die Versammelten mit der Einrichtung einer loprozentigen Lohnerhöhung einverstanden erllärcn, die Aufhebung der. Sperre fordern und sich verpflichten, in allen Lagen der Lohnbewegung nur auf die Anweisung der Gesaintleitung zu hören und sich zu keinen unüberlegten Schritten verleiten zu lassen, denn nur durch Einmütigkeit und Disziplin könne die gerechte Sache der Bergarbeiter alücklich zu Ende aesührt werden. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 8. Okt. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche No-ierunaen der heutigen Fruchtmarktpre is e. Weizen Alk. 17.25—17.50, Kurhessischer Mk. 17.25-17.50, La Vlata Mk. 19.50—20.00, Kausas Mk. 19.25—20.25, Roggen khiesiger) Mk. 16.25—16.50, Gerste (Wetterauerl Mk. 17.50—18.15, Frcmken- felder Mk. 18.50—19.00, Safer 16.50—17.00, Mais Mk. 13.00—13.50, Weizenmehl 26.75—27.75, M. 00—00, 2. Qualität Mk. 24.75 bis Mk. 25.75, 3. Qualität Mk. 22.75—23.50, Roggenmehl 0 Mk. 24.25—24.75,1. Qualität Mk. 22.50—23.00, Weizenkleie Mk. 10.00 bis Mk. 10.50, Roggenkleie Mk. 11.00—11.25, Maiskeime Mk. 12.00 bis Mk. 00.00, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 18.00—18.50. Alles per 100 Kg. ab hier. fc. Frankfurt a. M., 8. Okt. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz/). Amtl. Notierungen der heutigen Viehm arkt preise. Zum Verkaufe standen: 489 Ochsen, 145 aus Oestreich, 53 Bullen, 0 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 924 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 257 Kälber, 432 Schafe und Häminel, 60 Schafe aus Oesterreich, 0 Ziegeu, 1545 Schweine. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 85—89 Mk., 2. Qual 76—80 Mk., 3. Qual. 69—72 Mk.: Bullen l.Qual. 79 bis 81 Mk., 2. Qual. 73-75 Mk.: Kühe l.Qual. 80-82 Mk., 2. Qual. 76—78 Mk., 3. Qual. 66-69 Mk, 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00Mk. Kälber: 1. Qual. 100—106Psg., Lebendgewicht 60—63 Ps., 2. Qual. 95—98 Pfg., Lebendgewicht 52—58 Psg., 3. Qual. 00—00 Psg., Schlachtgewicht 70—75Psg., Schafe: l.Qual. 83—85, 2. Qual. 00—00 Psg., 3. Qual. 00—00 Psg.; Schweine 1. Qual. 78-00 Pfg., Lebdgew. 62.00—00.00 Psg., 2. Qu.76-78Psg., Lebend- gew. 61.00—00 Psg., 3. Qual. 71—74 Pfg. Lebendgew. 00 Psg. Geschäft bei Hornvieh gedrückt, Ueberstand bedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. Gießener Wetterdienst. Boransstchtliche Witterung für Hessen am Dienstag, den 9. Dfober: Meist trüb, geringer Regen. Temperatm: nicht verändert. Mäßige südliche Winde. OrrgZiral-Drahtmel-nngen. R. B. Darmstadt, 8. Okt. Der Ministcrialsekretär im Ministerium des Innern Dr. Josef Valckenberg hat sich beute vormittag in seiner Wohnung, Niedeselstraße 17, erschossen. Als Grund des Selbstmords wird Krankheit angenommen. Cadinen, 8. Okt. Das Kaiserpaar und die Prinzessin Viktoria Luise nahmen gestern am Gottesdienst teil. Nach dem Gottesdienst besichtigten die Majestäten die Majolika- Fabrik. Mannheim, 8. Okt. Der G a u Mittesrhein des deutschen B u chd r u ck er v er b an des lehnte in einer stark besuchten Versammlung den neuen Buchdruckertarif und das Organisationsstatut ab. Neustadt a. d. H., 8. Okt. Beim Einsturz des Neubaues der Papierfabrik Guttar wurde ein Arbeiter getötet, zwei schwer und mehrere leicht verletzt. Stuttgart, 8. Okt. Die städtischen Behörden beschlossen, bom 1. Oll. ab den städtischen Arbeitern eine Teuerungszulage zu gewähren. Später soll dasselbe bei den städtischen Beamten und Unterbeamten geschehen. Loudon, 8. Okt. Die Unterhandlungen, tiMdic zwischen Root, M'agoou und dem Präsidenten Palma stattgefunden haben, hatten bas Ergebnis, daß beschlossen wurde, Kuba vorläufig unter d i e Leitung des Staatsdepartements von Washington zu stellen. Magoon wird die gleichen Befugnisse, wie der General "Wood erhalten, bevor dieser die Leitung der Geschäfte dem neu gewählten Präsidenten Palma übertrug. Außerdem wurde beschlossen, noch weitere Truppen nach der Insel zu entsenden, um die Ordnung überall wieder herzustellen. Die Lage bessert sich übrigens täglich und die amerikanischen Behörden hossen, binnen wenigen Wochen die Kriegsschiffe zurückziehen zu können. London. 8. Ort. Nack» einer Pekinger Meldung der Times hat China die Einladung Fnpans, sich an der südmand- schurischen Bahn zu beteiligen, abgcl:'-nt. — Ans Tokio meldet dasselbe Blatt, daß das Kapital der s ü d m a n d s ch u r i* scheu B a h n mehrfach überzeichnet worden fei. Paris, 8. Okt. Der frühere Gefchichtsprosessor Dr. ?lugust Himlv, der auch Mitglied der Akademie der Wissenschaften war, ist int Alter von 83 Jahren gestorben. Er war ein geborener Straßburger. Paris, 8. Okt. Der Eclair berichtet: Taucher baraeit von dem Wrack des bei Carthagena gesunkenen Dampfers Sirio den Geldschrank, worin man wichtige Paniere und größere Geldbet'-üae vermutet batte. Zu allgemeiner lleb-'rraschuna wurde der Geldichrank völlig leer gefunden. Diese Tatsache wird von mehreren Blättern. lebhaft mmmentiert. Man beschuldigt die italienischen Matrosen, vor Verlassen des Schiffes Alles geplündert zn haben. Paris. 8. Okt. Graf Witte erklärte in einem Interview mit einem Korrespondenten des Matin, daß die Fälle von Disziplinlosigkeit in der russischen Armee nur vereinzelt seien und daß die große Mehrheit der Soldaten dem Zaren treu bleibe. Alle Behauptungen brr ausländischen Presse über Anarchismus unter dcnt russischen Volle seien übertrieben. Auf alle Fälle sei die Mehrl>cit des russischen Volkes für geordnete Zustände und er hoffe, daß die Partei der Gemäßigten, welcher die Wiederherstellung der Ordnung anbcrlraut ist, bald wiedev geordnete Zustände schaffen werde. *i Budapest, 8. Okt. In etwa 30 ungarischen Städten fanden Massen-Kundgebungen für das allgemeine Wahlrecht statt. Bei der Matinee der Budapester Universitäts-Jugend für die Märtyrer von 1848 kam es wegen Absingen eines Volksliedes durch eine Künstlerin der Oper zu Skandalszenen, welchen die Polizei ein Ende machen mußte. Teiefomsche BCu^sber-ächte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen. Frankfurter Börse. 8. Oktober. 1.15 Ohr. 3%6/0 Reichsanlcihe . . 98.45 3% do. . . 86.55 3j£°/o Konsols .... 98.70 3% do. .... 8655 3^°/o Hessen 97.60 3%6/n Oberhessen . . . —.— 4 So Oesterr. Goldrente. . 99.20 4‘/6?o Oesterr. Silberrente 100.00 4% Unirar. Goldrente . . 95.15 4% Italien. Rente . . . —.— 3% Portugiesen Serie I . 69.30 3% Portugiesen „ III 70.50 rnss.Staatsanl. 1905 86.70 4J^°/n japan. Staatsanleihe 93.30 4 % Conv. Türken von 1903 93.20 Türkenlose 146.00 4% Griech. Monopol-Anl. 53 60 4% äussere Argentinier . 88.40 3°/0 Mexikaner «... 68.00 4%% Chinesen .... 97.00 Aktien: Bochum Guss 241.90 Buderus E. W . . . . 128.50 Tendenz: ziemlich fest. Elektriz. Lahmeyer . . . 143.50 Elektriz. Sclmckert . . . 128.10 Eschweiler Bergwerk . . 245.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 222.90 Hamburg - Amerik. Paketf. 158.75 Harpener Bergwerk. . . 212.25 Lanrabntte 248.00 Nordd. Lloyd 126.00 Oberschles. Eisen-Industrie 130.75 Berliner Handelsges . . 172.50 Darmstädter Bank . . . 139.00 Deutsche Bank . . . 239.70 Deutsch-Asiat. Bank . . 173.00 Diskonto-Kommandit. . , 183.10 Dresdner Bank . . . 158.10 Kreditaktien 211.90 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . 124.80 Gotthard bahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 34.30 Oesterr. Staatsbahn . . . 146.90 Prince-Henri-Eisenbahn . 145.00 Berliner Börse, 8. Oktober. Anfangskurse. Can ada E. B 181.90 Darmstädter Bank . . . 139.00 Deutsche Bank .... 239.40 Dortmunder-Union C. . . 83.00 Dresdner Bank .... 158.20 Tendenz: schwächer. Harpener Bergwerk. . . 212.20 Laurahütte 248.30 Lombarden E. B. ... 37.30 Nordd. Lloyd .... 126.20 Türkenlose . .... — Quaker Oats K5 Der Konsum von Quaker Oats nimmt beständig zu, — der beste Beweis von der Vorzüglichkeit dieser idealen Nahrung. Delikat im Geschmack, schnell zubereitet und leicht verdaulich. Die echten Quaker Oats werden nur in geschlossenen, mit der Quaker Schutzmarke versehenen Paketen verkauft. Todes-Anzeige. Hierdurch die traurige Mitteilung, daß heute nachmittag 41/, Uhr meine innigstgeliebte Gattin, unsere treu- sorgendc Mutter, Tochter und Schwester Frlii) Pauline Schraner geb. -Zink nach kurzer Kraickheit im Alter von 23 Jahren sanft entschlafen ist. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Heinrich Schraner und Kinder WandSbeck b. Hamburg, den 4. Oktober 1908. (Bramfeldorstraße 35) 07440 Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalstationsarbeiten wird der Riegelpfad und Aulweg von der Querstraße bis verlängerte Wilhelmstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Sud an läge zwischen Bismarck- und Bleichstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkchr gesperrt. Die unterm 6. September 1906 angeordnete Sperre Dammstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 8. Oktober 1906. y Großh. Polizeiamt Gießen.J Herberg. enthaltend die Fahrzeiten der K Sg auf den Stationen ja W Siehe«, Frankfurt a.M. \ "(Zafld, Marburg, Friedberg Lollar, Londorf, Zronhausen Bg ® Xwefclar, Loblenz, Köln, Fulda, KlsfclbX t® H ^Srünberg, Gelnhausen, Nidda, Schotten |g. Hungen, Laubach, Lich, Stockheim u. Sedern ankommenden und abgehenden lkisenbahnzüge, V (owie die Fahrzeiten der vieberihalbahn zum preise > von 20 psg. in der Geschäftsstelle der Sieh. Anz. vorrätig, kann auch durch die Austräger bezogen werden. Neuester vervollständigter Versteigerung. Dienstag, den 9. Oktober nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung a) 1 Kontorpult, 2 Stühle, 2 große Hängelampen mit Zngen,2Handwaschbchälter und eine Partie Goldleisten b) 1 Bohrmaschine, buchene und eichene Bohlen, 4 Gas- lüstcr, 1 Dampfmaschine, 1 vollständiges Bett, verschiedenes Weiß- n. Bettzeug und Möbel aller Art. Die Versteigerung zu a) findet bc- stimmt statt. 6107 Born, Gcricütsvollzicber. Versteigerung. 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