Erstes Blatt 156. Jahrgang Montag 11. Juni 1906 I omer-Rennen, die große automobil?- Tas Der >10 Ile, edHV |er zu höchsten Preisen. Q ^eur®üov, Saal » Nm den Sann ' Diner von 12 Uhr ab ürinusbräu'Buhbach as Oeste. IMMIM »cherstklassige £ und bewährte, S seine Kräfte erlaubten und seine Wähler ihm ihr Vertrauen bewahrten, bcm Wohle deS Landes dienen zu wollen. Die erste Zeit der Reichstagsferien ist zugleich die Zeit der Abhaltung zahlreicher Kongreße und Versammlungen. AuS deren schier unübersehbaren Fülle können mir hier nur hervorheben, daß der ungemein stürmisch verlaufene Allg. deutsche Lehrertag in München ein Protestmeeting des Deutschen Lehrerinnenvereins zeitigte, in welchem bie Wünsche und Forderungen der weiblichen Lehrkräfte nachdrücklich zur Geltung gebracht wurden. Die Resolution des Lehrertages zur preußischen Simultanschulfrage wird vorläufig für die praktische Politik leider keine Bedeutiing mehr haben. Der Verband deutscher Verkehrsvereine in Harzburg nahm heftige Protesterklärungen gegen die Fahrkarten st euer an. In der Versammlung des Vereins für Schulhygiene in Dresden beschäftigte man sich im Anschluß an ein Referat des Nervenarztes Dr. Wichmann au§ Bad Harzburg (dessen verständige Lebensregeln für Neurastheniker, Verlag von Otto Salle in Berlin W 30, wir allen Nervösen empfehlen können) mit der Forderung besonderer Lehrstühle für Schulhygiene an den Universitäten. Der Darmstädter Oberlehrer Roller stellte dort recht befolgenswerte Thesen über Hausaufgaben auf. Die in Weimar abgehaltene Generalversaammlung der Gocthegesellschaft wählte zum Präsidenten anstelle deS atlsscheidenden Geheunrats Dr. Ruland Prof. Erich Schmidt aus Berlin. turt a. 1 Italiens mit den beiden anderen Mächten sei im Gegensatz zu dem deutsch-österreichischen durchaus geheim, und streng werde es geheim gehalten. Die letzte Erneuerung erfolgte 1903 in Berlin durch Bülow, Szögyeny und Lanza. Der Inhalt des erneuerten Vertrages und der Verfall-Termin sind aber Geheimnis. In den süddeutschen Bundesstaaten haben die Parlamente ihre Tagungen wieder begonnen. Die Zweite hessische Kammer ist am 7. ds. MtS. zusammengetreten. Es sollte zunächst die Vereidigung des neugewählten Abg. Finger stattfinden. Da dieser erklärte, daß er als Mennonit keinen Eid leiste, trat cm Stelle deS EideS der Handschlag. Ulrich gab hierauf die Erklärung ab, daß er in Zukunft auch für seine Partei diese neue Form der Vereidigung in Anspruch nehmen werde. Der Präsident versprach zu prüfen, ob es sich hier um ein Novum handle. Das Ergebnis dieser Prüfung war, daß, wie Präs. HaaS später mitteilte, schon bei früheren Gelegenheiten, wie bei der Vereidigung deS Abg Möllinger und des späteren Staatsministers Finger, die beide der Mennonitengesellschaft angehört hätten, bei der Vereidigung auf die Verfassung an Stelle deS Schwures die Gelobimg durch Handschlag getreten sei. Eine längere Debatte entspann sich um den Antrag Ulrich und Genossen, betr. die Schaffung berufsständischer Vertretungen derLohnarbeiter in Arbeitskammern. Der PelitionSausschuß stand in seiner Mehrheit der Anregung freundlich gegenüber, wollte aber die Initiative der Reichsgesetzgebung überlassen. Diesen Standpunkt vertraten Ministerialpräsident Braun, derZentrumSabg. Dr. Frenay und Abg. Reinhart (natl.), während Abg. Ulrich die Landesgesetzgebung in Tätigkeit setzen will. Das Haus schloß sich dem Anträge der Ausschußmehrheit an. Für die Vorstellung der seminaristisch gebildeten Lehrer an den höheren Lehranstalten um Gleichstellung ihrer Gehälter mit denen der städtischen Volksschullehrer und der mittleren Beamten tratAbg. Molthan mit Nachdruck em. Dr. David sprach sich in gleichem Sinne aus; man solle die Volksschullehrer aus ihrer bisherigen Zwitterstellung heraus in die Kategorie der Staatsbeamten aufnehmen. Die Bauernbündler verlangten, daß auch die Lehrer an den höheren Bürgerschulen aufgebessert würden. Der Finanzausschuß stimmte diesem Verlangen zu und beide Petitionen wurden der Regierung zur Berücksichtigung empfohlen. Die Wahlen der Abgg. Ull- mann und Finger wurden für giltig erkläit. Sodann folgte eine längere Debatte über den Gesetzentwurf betreffend daS Feldbereinigungsgesetz. Zu einem Beschluß ist es noch nicht gekommen. Zu Ehren des 25jährigen Abgeordnetenjubiläums des Präsidenten HaaS war am Freitag deffen Platz mit Blumenspenden reich geschmückt. Vizepräsident Köhler beglückwünschte ihn im Namen des Hauses, Staatsminister Ewald schloß sich namens der Negierung der Kundgebung an und gab dem Wunsche Ausdruck, daß der Präsident auch bei den folgenden Wahlen unter den indirekten — oder, wie er, der Minister hoffe, — unter dem direkten Wahlrecht (was sagt Herr Baron v. Heyl dazu?) wieder seinen Platz auf dem Präsidentensessel emnehinen werde. Präs. Haas versprach, so lange es ..... * 3insand Beseh hn 1302« UrH VezugSpretS: monatlich 7b Pt., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pi.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ansschl. Besrellg. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenvrciS: lokal 12Pf* auswüttS 20 Big. Verantwortlich Khr den volit. und allgem. Teil: P. Witt ko: (üt .Stadt und Land* und ttoenrf)tSjaaI*: Ernst peß; für den Anzeigenteil: HanSBeck. sportliche Veranstaltung, sand unter Teilnahme des Prinzen Heinrich statt, der von Kaiser Franz Joses in längerer Audienz empfangen und zur Tafel nach Schloß Schönbrunn gezogen wurde. Leider ging die Fahrt nicht ohne Unfälle mit tödlichem Aus gang vor sich. Das Befinden des am ersten Tage verunglückten Kontrolleurs Schlör hat sich glücklicherweise wesentlich gebessert. Die französische Kammer bestätigte mit 380 von 428 Stimmen Brisson als Lbammerpräsidenten. Ter monarchistische „Soleil" behauptet, daß bei den radikal ausgefallenen Kammerivahlen nicht weniger als vier Milliarden Francs Eisenbahnwerte in ausländischen Banken untergebracht worden seien. Es handle sich dabei nur zum geringen Teile um monarchistisches und nationalistisches Kapital. Mit derartigen Aeußerungen beabsichtigen die Monarchisten der Regierung finanzielle Schwierigkeiten zu bereiten. Erklärungen des österreichischen Ministerpräsidenten Baron Beck haben dargetan, daß der Konflikt zwischen den Regierungen diesseits und jenseits der Leitha mit der Entscheidung der Krone für den autonomen ungar. Zolltarif noch keineswegs beendet ist. Die österreichische Regierung faßt das Vorgehen der ungarischen als Bruch der bis 1907 beschlossenen Reziprozität aus und droht mit der gesonderten Verrechnung der Zolleinnahmcn, die bisher nach dem Verhältnis der Quote auf geteilt wurden, wobei Oesterreich jährlich um viele Millionen verkürzt wird. Die ungarische Regierung aber will allen Verhandlungen über den gesamten Ausgleich ausweichen. Es ist auch nicht zu vergessen, daß der ungarische Reichstag die Rekruten noch immer nicht bewilligt hat. Die nächsten Wochen können also leicht wieder kritisch werden. Die österreichische Re- übtapete W: KeiMtUspflige- und KoUisttachtensest zu Kühbach. E. H. Butzbach, 10. Juni. Wehende Fahnen verkündeten heute dem Besucher der alten Stadt Butzbach den Beginn des 1. hessischen Heimat- Pflege- und Volkstrachtenfestes, zu dem schon seit Wochen viele fleißige Hände eifrig rüsteten, und es darf gesagt werden, daß dieser erste Festtag einen schönen und einen für den Hauptfesttag vielversprechenden Verlauf nahm. Ueber den mit dem Fest erstrebten Zweck ist im Gießener Anzeiger verschiedentlich ausführlich berichtet worden, weshalb ich mir ein näheres Eingehen hierauf für heute versagen und sofort mit den Veranstaltungen des heutigen Tages beginnen kann. Die Begründung eines Vereins für ländliche Heimat-, Wohlfahrt- und Kunstpflege in Heffen. Kurz nach Mittag versammelten sich im Saale des altehrwürdigen Rathauses, das mit den übrigen am Marktplatz liegenden altertümlichen Häusern dem Butzbacher Marktplatz ein so anheimelndes und echt deutsches Gepräge gibt, eine stattliche Anzahl von Herren, die teilweise aus recht weiter Ferne gekommen waren. Herr Fey, der Kreisrat des Kreises Friedberg, hatte sie eingeladen, um mit ihnen einen Verein ins Leben zu rufen zur Förderung ländlicher Heimat-, Wohlfahrt- und Kunst- Pflege. Ter Vorsitzende, der auch den Anstoß zu dem Butzbacher Heimatspflege- und Volkstrachtenfest gegeben hat und dessen eifrigster Förderer ist, legte dar, daß mit der Vereinsgründung der Zweck verfolgt werde, das mit dem Trachtenfest erstrebte Ziel weiterhin zu fördern und allen auf Hebung der ländlichen Wohlfahrt, der Heimatliebe und der ländlichen Kunstpflege gewidmeten Bestrebungen eine gemeinschaftliche Basis zu geben und weitere Kreise zur Mitarbeit an diesen wahrhaft vaterländischen Bestrebungen heranzuziehen. Dies solle geschehen im engen Anschluß an den bereits bestehenden, gleiche Ziele verfolgenden deutschen Verein, dessen Geschäftsführer, Schriftsteller S o h n r e y, sich freudig zur Förderung des hessischen Landesvereins bereit erHürt habe. Die Versammlung stimmte dem Vorschlag einmütig zu, und der Vorsitzende konnte noch mitteilen, daß die meisten der am Erscheinen verhinderten eingeladenen Herren iHoe Zustimmung zu der Gründung erklärt Hütten. Nr. 134 •rffletnt täglich außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Eanbrolrt die Siebener Kamillen« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck il Verlag der Brüh 1 'scheu Unwers.-Buch-u. Stein- druckeret. 9L Lange. Redaktion, Exveditioa und Druckerei: ««Hut st raße 7. Redaktion fcsa» 112 Verlag u.Exped.^-^bl Adresse für Deoeschen: Anzeiger «testen. HÄM Zubehöre? rA.luren. 'er beste e° Zn? ”nd ofen a,»D den R€lcaS verVechMhi «n’^DTdderavollkoni,nenSU r:ti9en; A. L. % Mler, , i,e- Grünbergs ^]endorf| chT Gr.-EicbWL Steinbach, SSLLS lel”1 Bauernvereins; Pfarrer Dörr-Osseuheim; Dekan Strack-Leih- gestem; Krcisrat Schliephake-Erbach; Professor Wämser- Butzbach; Oekonomierat Lichtenstem-Winohäuser Hof, Präsident des landw. Provinzialwereins für Rheinhessen; Ähr er Will-Rendel; Professor Walbe-Tarmstadt; Geh. Käbinetts- rot Römheld-Darmstadt; Medizinalrat Dr. Vogt-Butzbach und Bürgernreister Küchels-Butzbach. Nachdem Reichstagsabg. Gras Or iola dem Vorsitzenden noch den Dank der Versammlung für die Anregung zu der Gründung und die Vorarbeiten dazu ausgesprochen batte, schloß dieser die Sitzung mit dem Wunsche, daß die Vereinsgründung unserer ^ssischen Heimat und dem ganzen deutschen Vaterland zum Segen gereichen möge. Die Eröffnung der Ausstellung für ländliche Kunstbeftrebungeu. Um 3 Uhr versammelte sich in der geräumigen städt. Turnhalle eine größere Anzahl geladener Gäste, um den Ehrenvorsitzenden des Festes, S. D. den Fürsten Karl zu Solms-Hohensolms-Lich,zu erwarten. U. a. waren erschienen Geheimerat Dr. Breidert, der Landrat des Kreises Ufingen, Geh. Reg.-Rat Beckmann, Kreisrat Schliephake-Er- bach,Graf Oriola, Schriftsteller Alfr. Bock, Landt.agsabg.Leun, das Offizierkorps der Butzbacher Garnison mit Major Buchholz an der Spitze, zahlreiche Bürgermeister des Kreises Friedberg usw. Butzbacher Damen in der malerischen Hüttenberger Tracht, sowie echte Trachtenttägerinnen aus Pohlgöns, Kirchgöns und anderen Orten des Hüttenberges bildeten eine farbenprächtige Staffage am und vor dem Saaleingang. Gegen Vs4 Uhr erschien der Fürst mit seiner Gemahlin sowie dem Grafen zu Solms-Laubach. Die Herrschaften wurden von Kreisrat Fey empfangen, und dessen Tochter, die ebenfalls Hüttenberger Tracht trug, überreichte I. D. der Fürstin ein prachtvolles Bukett. Bürgermeister Küchel hieß die hohen Gäste im Namen der Stadt willkommen und brachte ein Hoch auf das Fürsten paar aus, in das die Fest Versammlung lebhaft einstimmte. Hieraus begrüßte der Vorsitzende des Ausstellungs-Ausschusses, Medizinalrat Dr. Vogt, bie Anwesenden, dankte dem verdienstvollen Festvorsitz en den und allen, die durch Ueberlassung von Gegenständen das Zustandekommen der Ausstellung ermöglicht hatten, insbesondere auch den Alter- tumsvere'inen zu Alsfeld, Marburg und Gießen. Er verbreitete sich sodann in längeren, warmherzigen Ausführungen über den Zweck des Festes und der Ausstellung, die dienen solle, den nivellierenden und zersetzenden Eichener Anzeiger General-Anzeiger Amlr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Die oorgeschlageue Vereins! atzung fand mit geringen Aenderungen ebenfalls einstimmige Annahme. Sie besagt in der Hauptsache: In der Ueberzeuguug von der höhen Bedeutung einer geistig und wirtschaftlich tüchtigen Landbevölkerung für das Staats- und Volksleben und in Erkenntnis der großen Wichtigkeit einer Erhaltung und Förderung gesunder und kräftiger Eigenart der Landbevölkerung, sowie der Nützlichkeit einer zweckmäßigen Gestaltung des ländlichen Wohu- und Feldgebiets tritt im Großherzogtum Hessen ein Verein mit nachstehender Satzung ins Leben: Der Verein fuhrt den Namen „Verein für ländliche Heimat-, Wohlfahrt- und Kunstpflege in Hessen". Er hat den Zweck, die aus materielle und geistige Förderung der ländlichen Bevölkerung gerichteten Bestrebungen in Hessen zu unterstützen und zü pflegen und für sie einen gemeinsamen Mittelpunkt zu schaffen. Diesen Zweck sucht der Verein zu erreichen: 1. durch Förderung der, von den verschiedenen Körperschaften und Vereinen bereits ins Leben gerufenen Wohlfahrtseinrichtungen und Verbreitung ihrer Kenntnis; 2. durch Sammlung und Verwertung der auf diesen Gebieten gemachten Erfahrungen; 3. durch Anregung neuer Wohlfahrts- unternehmungen; 4. durch Gründung einer Auskunftsstelle und Fach b ib lio the k; 5. durch Veröffentlichungen und Verbreitung von Druckschriften; 6. durch Veranstaltung von Vorträgen und durch Abhaltung von Versammlungen. Der Verein ist ein Landesverein. Sein Sitz wird von der ersten Mitgliederversammlung bestimmt. Es ist dem Vorstände anheimgestellt, nach Bedarf besondere Ortsgruppen in den verschiedenen Landestcilen zu gründen. Der Verein wird seine Ausgaben im Anschluß an den „Deutschen Verein für ländliche Heimat- und Wohlfahrtspflege" zu erfüllen ftreben. Ter jährliche Beitrag der Vereinsmitglieder beträgt 50 Pfennig, für Körperschaften und Vereine mindestens 3Mk. In den Vorstand wurden mit der Maßgabe, daß die Zahl in der 1. Mitgliederversammlung erhöh: werden soll, folgende Herren gewühlt: Kreisrat Fey-Friedberg (Vorsitzender); Reichstagsabg. Graf Oriola-Düdesheim (1. stellvertretender Vorsitzender); Landtagsabg. Bürgermeister Leun-Großen-Linden (2. stellvertr. Vorsitzender); Hauptlehrer Storch-Butzbach > Schriftführer); Pfarrer Hunzinger- Schaafheim; Pfarrer Mauer-Fehlheini, Vorsitzender des Hess. Die üeutige Kummer irrnsaßt 10 Seiten. politische Wochenschau. Eine ereignisreiche Woche liegt hinter uns. Im Mittelpunkt stand der Wi ener Besuch des deutschen Kaisers, deffen günstiger Verlauf, wie offiziös erklärt wird, außerordentlich befriedigt hat. Der Dreibund ist —so wenigstens drückt sich der Wiener Korrespondent der ,Frkf. Ztg.* aus — wie ein verunglückter Zylinderhut neuerdings auf Glanz gebügelt worden, die Beulen bleiben aber doch. An den nicht eben erfreulichen internationalen Verhältniffen hat der Kaiserbesuch wenig geändert. Wenn man von einem Ergebnis dennoch sprechen will, so dürfte vielleicht die milit. Bereinbarung erwähnt werden, die für den Fall unvorhergesehener Ereignifle in Rußland getroffen worden sein soll. Es kann sich dabei aber doch nur um Grenzschutz gehandelt haben. In Ungarn ist die Feindseligkeit gegen das Deutsche Reich einer plötzlichen Begeisterung gewichen, die auf die von Kaiser Wilhelm bei Wekerle abgegebene Karte zurückgeführt wird. In Wirklichkeit aber ist der Umstimmung, deren Echtheit nicht untersucht werden soll, sehr energisch vorgearbeitet worden. Mit zarter Rücksicht wurde der Besuch, den der deutsche Botschafter Graf Wedel dem ungarischen Ministerpräsidenten abstattete, von deutscher Seite als reiner Höflichkeitsakt bezeichnet. Gleichwohl datiert von diesem Tage der Umschwung in der Haltung der ungarischen Presse. Die Kartenabgabe deS deutschen Kaisers wurde nun sehr geschickt von der Budapester Preßleitung zum ungewöhnlichen Ereignis gestempelt und in hohen Tönen gefeiert. Man wird Stimmungen von solcher Veränderlichkeit nicht überschätzen und die Zusammensetzung des neuen ungarischen Reichstages nie außer Acht lassen dürfen. Dennoch ist damit zu rechnen, daß die offizielle deutsche Reichspolitik sich zu dem neuen System in Ungarn keineswegs feindlich zu stellen gedenkt, was Kaiser Wilhelm durch seine Kartenabgabe doku- mentieren wollte. Italiens Staatsmänner und Presse nahmen den bekannten Ansichtspostkarten-, pardon, Telegrammwechsel der drei Monarchen ,mit größter Genugtuung* auf und der Bemerkung, daß damit ^verläßliche Bürgschaften für eine lange FriedenSära* gegeben seien. Die beschlagnahmte ^Rhein.-Westf.-Ztg.* vertrat die Ansicht, der höfliche Enkel deS Re galantuomo, habe dem Veranstalter der Dreibunds- Demonstration die Gefälligkeit erwiesen, frei nach Schiller- Dionys zu erwidern: »Ich bleib', auf ausdrückliche Bitte, in Eurem Bunde der Dritte*. Und die englische Presse behauptete, es könne wenig Zweifel obwalten, daß des Königs von Italien Antwort auf daS Telegramm der beiden Kaiser mehr oder weniger in bewußter Weise ausdrücke, daß die Stellung Italiens 5um Dreibunde nicht mehr sei, wa8 sie war. Nichts könne bezeichnender sein als die Absichtlichkeit, mit der Victor Emanuel sich in eine Kategorie stelle, die ganz verschieden von der der beiden Verbündeten ist. Und aus Nom wurde der Wiener »N. Fr. Pr.* bestätigt, daß jetzt in Wien keine neuen Bestimmungen für den Dreibund-Vertrag vereinbart wurden. Der Allianzvertrag L für Kinder, Kranke,Genesende. Verhütet u.beseitigtDiarrhoe, BrechdurcliFaH, Darmkatarrh. | Königliche Hoheit die Großherzogin leben hoch! Begeistert wurde in oas Hoch eingestimmt. Kreisrat Fey bat sodann den Fürsten, die Ausstellung zu eröffnen, und dieser entsprach der Bitte mit Worten des Dankes für die Uebertragnng des Ehrenvorsitzes an ihn luib für die Mitarbeiter an dem Fest, sowie mit dem Wunsche, daß der Erfolg des Festes der aufaewendeten Arbeit entsprechen Möge. Nachdem noch Hauptt-chrer Storch dem Fürst---:- Vermischtes. ' Kiel, 9. Juni. Bei einer Säbelmensnr ohne Binden und Bandagen zwischen zwei Studierenden der hiesigen Universität wurde der eine Gegner so schwer verletzt, daß er hoffnungslos in den akademischen Heil- anstalten darniederliegt. Der Hieb ging zwischen den Nippen hindurch in die Lunge. Apolitische Lagesscharr. Der „handwerksmäßige Redakteur". Jüngst tagte in Braunschweig der fünfte Deutsche Redakteurtag. Die Versammlung, auf der etwa 1400 Stimmen vertreten waren, nahm unter anderem auch folgende Resolution an: Der fünfte Deutsche Redakteurtag bedauert, daß der Oberstaatsanwalt Tr. Böhme in Leipzig (in dem bekannten Prozeß gegen den Redakteur Kressin von der „Leipz. Volkszig.") sem Plaidoycr dazu benutzt hat, das verantwortungsreiche Amt eines Redakteurs herabzusetzen, indem er von einer bloß handwerksmäßigen Tätigkeit des Angeklagten gesprochen hat. Dagegen halt der Redakteurtag die Abwehr des Redakteurs Kressm, daß er seine angebliche handwerksmäßige Tätigkeit zum mindesten so hoch em» schätze wie die handwerksmäßige Tätigkeit des Herrn Oberstaatsanwalts, für durchaus angebracht und spricht ihn: für die im Jnteresie der StandeSehre gebotene Erwiderung seine Anerkennung aus. Wir mästen hierzu bemerken, daß diese 1400 Redakteur- Stimmen auch „handwerksgemäß" verfahren haben. Denn dem Ober-Staatsanwalt Böhme ist es ganz gewiß nicht eingefallen, dem Redakteurstand an sich handwerksmäßige Tätigkeit vorzuwerfen. Sondern er hat nur gesagt, er fasse die Tätigkeit des Redakteurs Kressin an der „Leipz. Volksztg." als handwerksmäßig auf, weil Kressin nicht das Blatt leitet oder selber Artikel verfaßt, sondern nur als Verantwortlicher zeichnet und sonst handwerksmäßig ein wenig redaktionell arbeitet. Die Staatsanwaltschaft wußte, daß Kressin nur preß- gesetzlich der Sündenbock ist, daß der wirklich Schuldige ein anderer ist. In der Animosität darüber, daß der Schuldige unerreichbar ist, drückte der öffentliche Ankläger das Wesen des Sitzredakteurs durch den Vergleich mit dem Handwerk aus. Den ganzen Redakteurberuf hat er zweifellos nicht damit treffen wollen. Der Redakteurlag hat also einen Kampf gegen Windmühl enstügel geführt. Die wirklich Beleidigten sind in diesem Falle die Handwerker. Der Oberstaatsanwalt hat zwischen Betätigung einer gewissen Intelligenz und handwerksmäßiger Tätigkeit einen Gegensatz konstruiert; er hat sich beleidigt und schwer gekränkt gefühlt, als auch seine Tätigkeit als handwerksmäßig eingeschätzt wurde; er hat ferner den Handwerksberuf völlig verkannt und trägt durch eine solche Aeußerung zu der „Handwerksflucht" bei, die eine sehr bedauerliche Erscheinung ist. Wer es weiß, welcher Grad von Intelligenz dazu gehört, heutzutage selbständiger Handwerksmeister sein und bleiben zu wollen, der wird die handwerksmäßige Tätigkeit auch gebührend einzuschätzen wissen. Je schwieriger die Lage ist, um so großer muß der Eifer, um so höher muß die Intelligenz sein, ihrer Herr zu werden. Daran scheint der Oberstaatsanwalt nicht gedacht zu haben; er hat nicht daran gedacht, daß das Handwerk sich mehr und mehr zum Unternehmertum entwickelt; daß der heutige wahre Handwerksmeister nicht mechanisch arbeitet, sondern selbständiger Schöpfer und Hervorbringer neuer Werte ist und sein muß. Universitäts-Nachrichten. — Der ordentliche Professor an der Universität zu Bern, Dr. Arthur He ff ter, ist zum ordentlichen Prosesior in der mebt-i zwischen Fakultät der Universität zu M a r b u r g, der Ingenieur! Paul Langer, in Milwaukee, und der Abteilungsoorsteher am Chemischen Institut der Universität in Marburg, Privardozent^ Dr. Rudolf Schenk zu etatmäßigen Profefforen an der Technischen Hochschule zu Aachen, der Sekundärarzt der chirrrgischen Klinik und Poliklinik Privatdozent Dr. Rudolf Klapp zu Bonn ist zum außerordentlichen Honorarprofessor in der medizinischen Fakultät daselbst, ernannt worden. 1 • 90 000 Mark Honorar. Professor von Bergmann, der, wie bekannt, zur Behandlung der Prinzessin Nesieh Sultana, der dritten Tochter des Sultans Abdul Hamid, nach Konstantinopel berufen worden war, ist, wie von dort berichtet wird, vom Sultan mit Zeichen seiner An- erkennnng und Dankbarkeit förmlich überhäuft worden. Profestor von Bergmann erhielt das Großkrcuz des Osmanieh- Ordens mit dem Stern in Brillanten, ein Honorar von runb, 90 000 Mark und wurde außerdem zum ersten Honorarprofessor der kaiserlichen ärztlichen Akademie und des Hamidieh- Krankenhauses in Konstantinopel ernannt. * ©in empören des Bild oberschlesischer Kindererziehung bot sich den Fahrgästen, die unlängst an der Haltestelle Maly in Schwientochlowitz den nächsten Straßenbahnzug erwarteten. Ein etwa Zjähriger Knabe hielt eine Zigarre im Munde und qualmte stark drauf los. Spucken tat er dabei wie ein großer. Die Mutter stand dabei und lächelte glücklich über ihr „talentvolles" Kind. Der Onkel, dem die Zigarre gehörte, freute sich auch sehr und als er die entrüsteten Mienen der Zuschauer bemerkte, reichte er, um noch extra etwas zu tun, dem Kleinen die Schn apsf las che, der denn auch einen recht kräftigen § Schluck daraus nahm. "Erdbeben. In Süditalien wurden am 10. Juni vornehmlich in Pizzo, Tropea, Messina und Reggio (Calabria) Erdstöße wahrgenommen. Am 8. Juni wurden in Bellemonte (Frankreich) mehrere heftige Erdstöße verspürte Auch aus Andalusien kommen Meldungen über Erdstöße, die in mehreren Ortschaften wahrgenommen wurden. In Manila auf den Philippinen hat ein starkes Erdbeben stattgefunden. * Kleine Tageschronik. AusVerseh en ermordet, wurde ein Knecht, der zum Besuch in Gatersleben (Prov. Sachsen) weilte, und sich auf dem Heimweg von einem Konzerte befand. Dep Ueberfall galt einem Begleiter, der aber unterwegs in feiner Trunken-i beit liegen geblieben mar. — In den Niederen Tauern in der Nahe von Gastein sind vier T o u r i st e n verunglückt, vom denen einer tot und die drei andern noch nicht aufqefunden sind. — Auf den AugsburgerNachtzug wurde ans dem von München cntgegeufommenbeii Zuge geschossen. Oberlehrer Schubert du§; Augsburg entging mit knapper Not der dicht neben ihm einschlagenden, Kugel. Eine Untersuchung ist eingeleitet. — In Lünebach in der Eifel wurde ein Invalide auf offener Straße ermordet und seiner eben erhobenen 11 Mark betragenden Pension beraubt. Der Haupttäter ist verhaftet. — In Cherbourg (Frankreich) wurde, bei Artillerie-Schießversuchen ein Leutnant tätlich verletzt. — Aus Detroit (Michigan) wird gemeldet, daß die Städte Martin und Mon t a it h durch einen Cy klon zerstört wurden. — Beim Einsturz eines Hauses in Pittsburg wurden 15 Mädchen und 1 Mann verschüttet. Ein gleichzeitig ausgebrochenes Eener machte jede Rettung der Verunglückten unmöglich. — Die r t s ch a f t D e ck i l l in Alabama (Nordamerika), welche über tausend Einwohner zählt, ist durch Feuer beinahe v o l l st ä n d i g zerstört worden. 800 Personen sind obdachlos. — Ein gewisser Ilmuki, der vor zwei Jahren in B e r n einen Revolverschuß auf den russischen Gesandten Jadomsky abfeuerte, ist aus der Irrenanstalt Mmsingen bei Bern entwichen. — Am 9. Juni ereignete sich in der Dynamitfabrik Pequee (Pennsylvanien) eine Expl o s i o n, durch welche die Fabrik zerstört wurde. Elf Personen wurden getötet und fünf schwer verwundet. N tsncjfefcr Kleidung zu modern und künsllerhäft, und der Wirtiw von Pohlgöns sieht man ber Mer jugendlichen Erschein^ ung nicht an, daß sie mit Mem Eheherrn bereits 30 Jahrs im Kriegszustand lebt. Den Höhepunkt des Stückes bildete unstreitig der Monolog Dortchens im letzten Teil, irrie sie« vor der Kirche, in der ihre glücklichere Freundin deNI Bund fürs Leben schließt, ihrem Schmerz um den ver^ lorenen Geliebten Ausdruck gibt. Die verständnisvoll ge=* sprochenen Verse im Verein mit den Klängen der Kirchen-- orgel rissen viele der Hörerinnen buchstäblich zu Dränens hin, und der bunte Glanz des sich anschließenden Hochzeits-i zuges verlor dadurch etwas an seiner Wirkung. Der bestei patriotische Gefühle auslösende Schluß des Stückes ent-* fesselte einen nicht endenwollenden Beifallssturm, der sich, erst legte, als der Autor auf der Bühne erschien und aus der Hand des Festvorsitzenden einen schönes Lorbeerkranz empfing. Auch Direktor Steingötter tiont; Gießener Stadttheater wurde stürmisch verlangt und erhielt! mit Recht eine Blumenspende, denn ihm allein ist die wirk-' ungvolle Gestaltung des Schauspiels, insbesondere, der packend-realistischen Volksszenen zu verdanken. Den stimmungsvollen Prolog sprach der in hessische Heroldskleidungj geneidete Herr Loos, im Stücke selbst wirkten als Träger der Hauptrollen mit die Damen Schuld (latente), Maris Vogt (Dortchen), Schweitzer (Lieschen), Weber (Trinchen)/ Leyerzapf (Marie), Küchel (Frl. Wießler), sowie die Herren: Koobs (Weidig), Weigel (Wirt Andreas), Kett (Polizeidiener), Stern (Kunz), L. Heydt (Müller), Krämer (Lips), Pfaff (Hinrich), Reinig (Klaus), Wendel (Rumpf), Marguth-Bad-i Nauheitn (Freund Rumpfs), Weber (Unteroffizier Frey)> Hennig (Husar Friß), Schneider (Fürst Blücher), See (Rotin- ger), Schmidt (Süßwein), Matern (Leber), Hasselbach (Sommer), Heil (Kantor Hardeck), und Wernigk (Schützenmeister Graf). Allgemeine Freude und Bewunderung erregten die sehr ähnlichen und sauber gemalten Dekorationen, die deut Atelier des Dekorationsmalers Hasselbach entstammen/ ♦ So hat denn der erste Tag des Wetterauer Hcimat- pftege- und Volkstrachtenfestes einen schönen und für den weiteren Verlauf "des Festes vielversprechenden Verlauf genommen. Dem ganzen Fest aber möge ein gleicher guter Verlauf beschieden fein, damit es dazu beitrage, den Sinn! für heimische Art und Sitte in aller Herzen aufzufrischen und jeder Besucher der Butzbacher Festtage möge heimkehren mit dem Vorsatz, für seinen Teil zur Erfüllung! des Dichterwortes beiträgen zu wollen: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!"^ geschmackvoll gebundenes Exemplar des Festspiels überreicht hatte, begann ein Rundgang durch die Ausstellung, die ein reiches Bild ländlicher Kunstpflege usw. bietet. Durch ein echtes Hüttenberger Hoftor, das von Freunden des hessischen Volkslebens für die Veranstaltung erworben wurde, betritt man den Weiten Turnhallesaal, an dessen Längsseiten Zimmer eingebaut sind, die mit altem Hausrat, Trachtengruppen, alten Leinenmustern usw. eingerichtet sind. Küchen und Bauernstuben, SchlaMmmer, Webftube usw. wechseln in bunter Reihe ab, auch die Möbel, des Zimmers, in dem Fürst Blücher 1813 zu Butzbach wohüte, sind ausgestellt. In den Nebenräumen befindet sich eine reiche Sammlung von Plänen und Photographien hessischer ländlicher Baukunst, zu der namentlich Professor Walde seine zahlreichen Aufnahmen zur Verfügung gestellt hat, Literatur, Bilder usw. Wir werden die Ausstemmg, die von Medizinalrat Dr. Vogt, Lehrer Weide, Kreisbauinspektor Gombel-Friedberg u. a. eingerichtet wurde, später in einem besonderen Artikel würdigen. Sie war den ganzen Nachmittag gut besucht und fand allseitige freuoige Bewunderung. Einflüssen der Zeit entgegenzuwirken und unseren Bauernstand, mit dem die Stadt Butzbach von altersher aufs innigste verbunden gewesen sei, eine Stütze zu sein in seinem Bestreben, nach der Vater Art und Sitte weiter zu leben. Mit der Erhaltung des Bauernsinnes, mit der Unterstützung der ländlichen Heimat- und Kunstpflege dem deutschen Vaterlande zu dienen, sei der innige Wunsch alter, die zum Gelingen des Festes beigetüagen hätten, und es sei zu hoffen, daß das Fest zu seinem Teil hierzu beitragen werde. Kreisrat Fey hielt sodann folgende Ansprache: Gestatten Sie mir, daß ich als Vorsitzender des Komitees für das Heimatpflege- und Volktstrachtenfest zunächst einer Pflicht genüge, der angenehmsten Pflicht des Dankes. Tank S. D. dem Fürsten Solms-Hohenjolms-Lich für Uebemahme des Ehrenvorsitzes in unserem Unternehmen und für die treue und ersprießliche Förderung desselben. Tank allen denen, die bis jetzt zum Gelingen mitgeholfen f)aben : Ter Stadt Butzbach, den Ausstellern, barunter den historischen Vereinen zu Alsfeld, Gießen und Marburg, sowie der Presse. Dank dem Ausstellungsausschusse unb besonders auch den Butzbacher Damen, bic mit großem Verstänbnis unb Geschmack bei Einrichtung ber Ausstellung mitgeholfen haben. Die Eröffnung ber Ausstellung für ländliche Kunstbestrebungen bilbet ben Beginn einer Reihe von Veranstaltungen, ihr wird sich heute noch die erstmalige Aufführung des Festspiels anschließen, das am 13. l. Mts. wiederholt wird. Nicht vergessen darf ich daher Worte des Dankes für den Herrn Verfasser, dem ich zu seinem wohlgelungenen Werke herzlich Glück wünsche. Möge er sein schönes Talent auch weiter m ben Dienst unserer Sache stellen. Im Laufe ber Woche werben bie Vorbereitungen für bie Festtage am 17. unb 18. Juni getroffen werben. Alle btefe Veranstaltungen sollen einer ibealen Bestrebung bienen: ber Heimat- unb Kunstpflege auf bem Lande. Sie sollen aber nur ber Anfang, nickt bas Enbe biefer Bestrebung sein unb sie werben es, was an uns liegt, nicht sein. Wir können heute mitfeiern ben Geburtstag bes Vereins für länbliche Heimat-, Wohlfahrt- unb Kunstpflege, ber im Anschluß an ben beutschen Verein im Großherzogtum Hessen tätig sein. Möge bie heute hier entsprungene Quelle ein starker Strom werben. Dazu bebürfen wir ber Unterstützung einsichtiger Beoölkerungskreise in Stabt unb Lanb. Wir aber finb alle erfüllt von bem Gebauten, baß wir baburrf) unserem engeren unb weiteren Vaterlanbe nützen, wir finb erfüllt von bem Gebauten, baß wir bamit bie Bestrebungen unseres feinsinnigen Großherzogspaares an unserem Teile förbern helfen. Unter ber Parole: Heimat unb Vaterlaub übergeben wir unsere Bestrebungen bem Schutze unseres Herrscherpaares, inbem wir rufen: Seine Königliche Hoheit ber Großherzog Ernst Lubwig unb Ihre gtenmg aber ist trotz ber scheinbaren Einigkeit gegen Ungarn keinesfalls so stark wie die ungarische. Das englische Parlament begann gleichfalls ferne Beratungen wieder. Auch die Aufsehen erregenden Zustände bei der Zubereitung des a m e r i k a n i s ch e n K o n s e r v e n- sleisch es wurden zur Sprache gebracht. Die Verpflegung der englischen Truppen mit amerikanischem Büchsenflersch ist vollständig eingestellt worden. Auch die englischen Lieferanten wurden itntei schärfste Kontrolle gestellt, da auch ihre Methode nicht einwandfrei sein soll. (Der amerikanische Verlust während der letzten 10 -Tage wird auf 80 Millionen geschätzt.) Am 9. Juni begannen die großen englischen Flotten man übe r. Es beteiligen sich daran nicht weniger als 325 Kriegsschiffe aller Gattungen, also fast die ganze englische Kriegsmarine. Die Mannschaft der Kriegsschiffe zählt insgesamt mehr als 25 000. Die Kosten der Manöver werden auf 26 MiH. Mk. veranschlagt. Der Besuch eines englischen Geschwaders in Kronstadt wird wahrscheinlich sofort nach Beendigung der Flottenmanöver stattfinden. Franzos. Schiffe werden an dieser Flottenzusammenkunft nicht teilnehmen. Heer rind Flotte. Wien, 9. Juni. Der den Delegationen unterbreitete gemeinsame Voranschlag weist ein gesamtes Neto- erfordernis von 346 720 362 Kronen auf, das ist plus 4651471 Kronen gegenüber der Bewilligung von 1905. Hiervon entfallen auf das Heer 299 049261 Kronen (4- 2149 866 Kr.), wovon für außerordentliches Erfordernis 13 265 261 Kr. (— 1374 991 Kr.) entfallen; auf die Kriegsmarine 30897 410 Kr. (— 1950000 Kr.), wovon für außerordentliches Erfordernis 1 298 790 Kr. entfallen. Für das Heer beansprucht das Kriegsministerium einen Teilbetrag von 49 Millionen Kronen als außerordentliches Erfordernis zur Beschaffung neuen Feldartilleriematerials, sowie zu der Beschaffung neuer Ausrüstungsaegenstände. Für die Marine beansprucht das Kriegsministerium einen Teilbetrag von 26 300 000 Kronen als außerordentliches Erfordernis zu der von Manineersordernissen. Hiervon entfallen im ordentlchen Erfordernis für bewilligte Schiffsbauten 6970000 Kr., für die Erneuerung der Tor- pedoflotille 8820000 K., für Unterseeboote samt Stationen 1 Million Kronen; im außerordentlichen Erfordernis für Geschütze und Munition 7 510000 Kr., für Hafenbauten in Pola 2 Millionen Kronen. 4- Die offiziöse „Berl. Korresp." bemerkt zu dem im neuesten Reichsanz. veröffentlichten Offizierspen- sionsgesetze, daß mit der Umrechnung der Pension der von dem Gesetze betroffenen, vor dem Inkrafttreten desselben ausgeschiedenen Offiziere in der Pensionsabteilung des Kriegsmmisteriums bereits begonnen worden ist und daß es eines Antrages der betreffenden Offiziere nicht bedarf. Die „Berl. 5korresp/ veröffentlicht ferner die vom Kriegsministerium für die Durchführung des neuen Mannschaftsversorgungsgesetzes erlassenen vorläufigen Bestimmungen, sowie eine Bekanntmachung über die Versorgung von Personen der Unterklassen des Reichsheeres, der Marine und der Schutztruppen nach dem Gesetz vom 31. Mai 1906. „Die Hiitienberger." Die Erstaufführung des Volksschauspiels „Der Hütteu- berger" von August Storch im -großen Saal des hessischen Hofes lockte am Llbend ein sehr zahlreiches Publikum dahin, das dem Stück mit jubelnder Bege!isterrrng lauschte. Und es war nicht nur Butzbacher Lokalpatriotismus, das diesen Beifall hervorries, sondern ehrlich verdiente Anerkennung, in die sich Verfasser und Mitwirkende teilen können. Von dem Stück selbst ist im Gieß. Anz. bereits ausführlich die Rede gewesen, sodaß wir uns mit der Besprechung der Aufführung genügen lassen können. Man soll im allgemeinen an derartige Vorstellungen keinen kritischen Maßstab legen, und wenn es im nachstehenden dennoch teilweise geschieht, so soll damit der Erfolg der Spieler nicht herabgesetzt werden, sondern es mögen kleine Fingerzeige für die späteren Aufführungen sein, Wo etwa noch gebessert werden könnte. Die Redeweise sämtlicher Darsteller ließ im allgemeinen wenig zu ivünschen übrig, nur sollten namentlich die Landleule darstellenden Mitwirkenden den ständigen Wechsel zwischen Hochdeutsch und Dialekt vermeiden, entweder ganz Dialekt, was das natürliche wäre, oder ganz hochdeutsch. Die Zahlreichen Volksszenen waren dank der geschickten Regie int allgemeinen gut gelungen und bildeten wohl die wirkungsvollsten Teile der Aufführung, doch dürsten für die Spinnstubenszene die jungen Damen bei einem alten Mütterchen in die Lehre gehen und bei ihr lernen, wie man so ein Spinnrad eigentlich hand- habt. Weidig, dessen Erscheinen auf der Bühne mehrmals iten ein leinen spontanen Beifallssturm, hervorrief, gibt sich in dev In einem Aufruf der „Dtsch. TageSztg.^ wird übrigens die Ansicht vertreten, daß bie von Oberstaatsanwalt Böhme ausgesprochene Zubilligmig mildernber Umstänbe, der bas Gericht innerlich beigepflichtet zu haben scheint, ber geradezu frivolen Verhöhnung bes Rechtscmpfinbens wiberspreche, die in ber Einrichtung bes „Sitzreb akteurs" liegt; vom Standpunkte der auf Ehre und Verantwortlichkeit haltenden Presse aus müsse ihr widersprochen werden. Ein Mann, der mit voller Erkenntnis der Tragweite der von ihm leichtfertigerweise „verantworteten" Handlungen eine, milde gesprochen, wenig gewissenhafte Tätigkeit ausübt, verdiene keine mildere Beurteilung als der wirkliche Urheber einer Beleidigung. Im Gegenteil: ihm sei gerade aus diesem Grunde die volle Strenge des Gesetzes recht und billig. Deutsch-Afrikanisches. Daressalam, 9. Juni. Rach Meldung der Militärstation Mahenge haben sich der Sultan Kingame aus Kiberge und der Iumbe Schindano von Ruipa, beides Rebellcnführer, ber Station freiwillig gefteUt. Die noch fehlenden Jumben aus der Ulangaebene sollen sich gleichfalls auf dem Wege nach Mahenge befinden, um ihre Unterwerfung anzuzeigen. Das Bezirksamt Lindi meldet, daß Wangoni- Rebellen unter Masese in der Nähe von Nudjenda im por- tugiesischen Gebiet sitzen sollen. Prose^ h Ä«. bc§ Sulf ^°rden wo .^bdul 5 Muf "nn k ‘°Bf"lli b(S £)s*°S "" 7""h- i n« etftt» 1° 8a|fc "1,,e«"b ä^0"otat- int. 5 Hüniidieh, 'chlesischexy. < \b,c "nlängst Qnhe.te 'rbcn nächste» L? -bkr -hriger »7 "'m. ft ”beb ,W«. ®, J'u“' ' teilte fiA . ,“ln^ e,n,n "** lräftigb“ ““"W Sb-iAd M, “ ei" H«rte 6,bb,bro N'ederen Tonern iL ^'-?"anglückt' non ") nicht oufgeiunben sind. - ■ tbertetirevtidjiibert ans "^en ihm einschlagenden' el-- In Lünebach in rvlwßeermordetnnd idenPenlion berankt. Der l0Ur9 (iyrantreicf)) rourbt "(int totlidi verletzt, emclbet, da» die Städte men EyNon zerstört s m P i 11 s b u r g mürben n gleichzeitig ausgebrachenes iglüdten umnögiich. - Tie Nordamerika), welche über er beinahe vollstänbig obdachlos. — Ein gewisser r n einen Revolverschuß aus dienerte, ist aus der Irren- i. - Am 9. Juni ereignete : (Pennsylvanicn) eine Ex- irstört wurde. Els Personen nbet. chrichten. bet Unicerfität zu Bern, idien Brotessor in btt mebi- ’atbittg, bet Ingenieur »er Abteilungsvorsteber am Marburg, PrivatdoM. oieszoren an der Technischen Lxar^t der chiruMrn RVwl U RUDD zu Bonn ist M t der medmnWn ^ahiltat JE e Nahrung . l gnesende. Verhütet rchfall, Darmkatarrh^ Ä-*S Ä« be» *• d« fein® a,W «*;. - Schluß des ia M den «Äi f x ML #’^ein95tter»’« jrnnicks üeT7'„ ist die wirk icitn ihm ^-bcl'0nbere dec Wels, ftünm* u »«L zkrMkleidun? **>%* di° Wt Si-ßÄjPlireid'L' Wß SK ;&ä>’ Z Hasses , flt, ‘h&Ä- i Borkaam SYLT genannt „Die crtlne 1905: 20 439 die Königin der Nordsee BadedLrektion. gratis. durch die Badeverwaltung. im Buchhandel und bei der Verbandsleitung in Wyk a. Föhr. 1 Kaufmann. immern, ds. Js. angeordnete Sperre der 42 Wohnungen von 1—7 Zimmern. lichen Wettbewerb ausgeschrieben: B”/e Saison vom 1. Juni bis 1. Oktober. Getrennte Bader und Familienbad. 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Allen hygienischen Anforderungen ist genügt (Kanalisation, Wasserleitung). Damen-, Herren- u. Familienbadestrand. Licht- u- Luftbad. Grossartige WarmbadeanetalL — Prospekte u. Fahrplane Sommer- und Winter kur ort. Frequenz 1906 : 86707 Personen. — Neben den herrlichen Seebädern grossartige Badeanstalt mit RiesenschwimmhaUa Segelsport,Theater, Kurkapelle. Häufige Anwesenheit der Flotte.' Telegraphische u. telephonische Verbindung mit dem Festlande. Nähere Auskunft durch die Badeverwaltung und durch Depescbensaal AÜGÜST SCHERL. G. m. b. H. und alle Aus- knnftsstelien. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, am 8. Juni 1906. Großherzogliches Hochbauamt Gießen Becker. Neubau der Jrreuaußalt zu Cießeu. Auf Grund des Mmisterialerlafies vom 16. Juni 1893 werden die nachstehenden Steiuhauerarbeiten zum öffent- Illustrierte Verbandsführer mit Kursbuch „Sylter Dampfspurbahn“ Muukmarsch—Westerland—Kämpen. Regelm Verbindung zum Anschluss au die Dampfscbiffabrt von u nach Hoyerschleuse und der Kleinbahn von und nach Hörnum. Helgoland die Perle der Nordsee 1 Wohnung von 7 Zimmern, 1 Wohnung von 6 Zimmern, Wohnungen von 5 Zimmern, 3 Wohnungen von 4 * Wohnungen von 3 Zimmern, 2 Wohnungen von 2 Zimmern, Wohnung von 1 Zimmer mit Kabinett und Küche, 1 möbliertes Zimmer, 2 Läden mit Wohnungen, 1 Werkstatt. Zu miete» gesucht: Nordseebäder Westerland u. Wenningstedt Frequenz 1905: 22152 Personen. Das Material soll aus möglichst hellfarbigem, grauem oder weißem Stein bestehen. Es kann auf ein oder mehrere Lose angeboten werden. Verdingungsunterlagen können auf unseremAmte (Stephan- straße 18) eingesehen, bezw. gegen Erstattung der Selbstkosten— soweit der Vorrat reicht — von dort bezogen werden. Die Angebote müßen, nach Losen getrennt, mit entsprechender Aufschrift versehen, porto- und bestellgeldfrei bis zum Eröffnungstermin am 25. Juni 1906, vormittags 11 Uhr an uns gelangen. Wtischer Arbeitsuachmis Gieße«. Gartenstraße Nr. 2, Zimmer Nr. 2. Es können eingestellt werden: 1 landwirtschaftlicher Knecht, 1 landwirtschaftlicher Arbeiter, lOZiegeleiarbeiter, 6—8 Steinbrucharbeiter, 10 Bauschlosser, Former, Eisendreher und Maschinenschlosser, 5 Bauschreiner, 1 Schreiner mit Werkzeug, 2 Drechsler, 2 Schuhmacher, 1 Flickfrau, 3 Installateure, 3 Arbeiter, 1 Kutscher, 1 Stallbursche, 4 Lauffrauen, 2 Laufmädchen, 6 Dienstmädchen, 1 Arbeiter zur Bedienung einer Waschmaschine (Montags). Lehrlinge: 3 Schmiede, 2 Spengler, 1 Schlaffer, 1 Mechaniker, 1 Wagner, 2 Buchbinder, 1 Schreiner, 1 Schneider, 1 Glaser, 1 Kaufmann. Es suchen Arbeit: b9/6 1 Maschinenschlosser, 1 Heizer, 1 Schreiner, 3 Wasch- und Putzfrauen, 1 Verkäuferin, 2 Hausburschen, 1 Lauffrau, 1 Lauf- mädchen, 1 Reisebegleiterin oder Stütze der Hausfrau, 1 Haus- und 1 Bureaudiener. Lehrlinge: Heuaras -Versteigerungen der Fürstlich Solmfifchen Rentei Llch. Das Heugras von den fürstlichen Wiesen rc. wird versteigert: Donnerstag, den 14. Juni vormittags präcis 8 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Llch oberhalb der Stadt zusammen 100 Morgen. Zusammenkunft an der -L-aubrucke. An demselben Tage nachmittags präcis 1 Uhr von den Wiesen unterhalb der Stadt Llch zusammen 10 Morgen. Zusammenkunft im Schloßgarten an der Eisenbahnbrücke. Freitag, ven 15. Juni vormittags präcis 9 Uhr von den fürstlichen Wiesen IN den Gemarkungen Mühlsachsen, Ober, und Rieder-Bessingen im Ganzen 125 Morgen. Zusammenkunft in Mühlsachsen. . " Montag, den 18. Juni vornnttags präcis 8 Uhr non der fürstlichen Mönch- und Strauchwaldwiese, Gemarkung Burkhardsfelden, zusammen 70 Morgen. Zusammenkunft in der Wyk auf Föhr Durch Klima das mildeste, durch Lage und reiche Vegetation das freundlichste der Nordseebäder. — Prospekte, Reiserouten n. Auskunft kostenfrei durch G. C. Weigel t u.die Badeverwaltung inWyk Bekanntmachung. In der Zeit vom 2. bis 9. Ium 1906 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Rosenkranz, 1 Vorstecknadel, 1 Lederlasche, 1 Spazierstock, 1 Zigarren-Etui und 1 Portemonnaie mit Inhalt, verloren: 1 grünes Portemonnaie mit ungefähr 13 Mk. Inhalt und 1 Photographie und 1 goldene Brosche mit Granatstein, ein goldener Zwicker in Futteral, zugelaufen ist eine anscheinend wertvolle schottische Schäferhündin. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bet uns geltend zu machen. Gießen, den 9. Juni 1906. Großh. Polizetamt Gießen. Herberg.__________________ Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird dpr Große Steinweg zwischen Moltkestraße und Eichweg von heute an bis auf weiteres für den Fährverkehr gesperrt. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeitcn wird der Seltersweg zwischen Wolkengaffe und Frankfurter Straße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr Wyker Dampfsch.-Rhederei G. m. b. H. WYK auf Föhr. Schnellste, 2—3mal tägliche Verbindung im Anschluss an die Bäderzüge zwischen Dagebüll u. den Bädern Wyk u. Amrum. Mtischer Wchluugsuachiveis Gietzeu Garteustraße 2, Zimmer Nr. 2. (Geschästsstunden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) ES sind -« vermieten: Wetzsteingasse zwischen Lindenplatz und Wetzsteinstraße wird hiermit aufgehoben. Die unterm 25. Mai ds. IS. angeordnete Sperre der Wcttergasse wird hiermit aufgehoben. Die unterm 28. Mai ds. Js. angeordnete Sperre deS Seltersweg zwischen Kreuzplatz und Plockstraße wird hiermit aufgehoben. Die unterm 15. Mai ds. Js. angeordnete Sperre der Westanlage zwischen Bahnhofstraße bis Unterführung bei Gailfuß wird hiermit aufgehoben. Die unterm 15. Mai ds. Js. angeordnete Sperre der Kaplansgasse zwischen Kreuzplatz und Katharinengaffe wird hiermit aufgehoben. Die unterm 17. Mai ds. Js. angeordnete Sperre der Steinstraße zwischen Nordanlage und Dammstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 8. Juni 1906. Groß!). Polizeiamt Gießen. Herberg. Mönchwiesc. . £icb, den 5. Juni 1906. Fürstlich Solmsische Rentei Kreiling. Kolonie SQdstrand-Föhr, Post Wyk, Dr. Gmelins Nordsee-Sanatorium Rationelle Dlfit-Luftbad, Lichtbäder, Massage, Gymnastik, Elektrizität (und auch Wechselstrom b.) Das ganze Jahr geöffnet. Für Winterkuren Zentralheizung, Wandelbahn. Zweiganstalt: Jugendpensionat, Ferienheim und Schulsanatorium. entgeltlich._______________________________________________________________ Bekanntmachung. Die Verteilung der Zinsen aus der Wolf von Todteuivart- Stiftung findet ststtungsgemäß Sonntag, den 10. Juni ds. Js. morgens um 5 Uhr, in der Stadtkirche statt. B9/, Gießen, den 6. Juni 1906. Die Arnien-Deputation der Stadt Gießen. Eurschinann. Bekanntmachung, Tie vierjährige öffentliche Impfung in der Siavi Gießen wirb. beqinnenb mit „ _ Mittwoch, den 6. Jun» im Imvflokale - Schulgebäude, Neustadt 61 7" lar ^'c nächste« 5-6 Wochen jeden Mittwoch, nachmittags ''"O Uh», avge- hallen werden. Jmpspstichlig un lausenden ^n?frlaf>r m vorigen Fabre geborenen Kinder, sowie die Rückständigen auS früheren Wir laden die hiesigen Einwohner, welche unpfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung dieser öffcnilichen Termine mit dem ^merken ein, daß alle in denselben vorgenommenen Impfungen uncutgcltltch stno. Wer die Teriniuc nicht benutzen will, muß die Impfung seines pflichtigen Rindes biS zum IadreSfchiuffr auf ferne Kosten bewerkstelligen Ionen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten JahreS eine vierwöchenkiiche Frist zur Nachbolung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt wird. Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche iin laufenden Jahre geboren sind, aus Wunsch ihrer Berlreter geimpft. Alle in einem Termine geimpften Kinder müssen in dem 8 Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals erscheinen Kinder, deren Zurüclstellung von der Jmpsung wegen ytranilidjlcit beansprucht wird, können gleichfalls dem Zmpfarzie in den öffentlichen Terminen vorgestellt werden. Dit Impflinge muffen mit reiner Wäsche und rein gewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur au einem Arme mit l'ymphe aus dem LandeSirnpsinstitut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteclende Krankheiten herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. Gießen, den 31. Mai 1906. B’/s Großb. Bürgermeisterei Gießen. I. L.: Cur schm anu. Die Arbeiten und Lieferungen zum Anbau eines Wartesaales an das EinpianqSgebäude ans Babnbos Großenlüder, sowie zur Erweiterung des Güterschuppens auf Bahnhof Schlitz, sollen getrennt oder zusannnen vergeben werden. Zeichnungen, Bedingungen und Angebotsmusler liegen im Geschästsqebäude der unter- zeichneten Betriebs-Inspektion, Babniueislerei 3 Fulda und Salz- fchlirf zur Einsicht aus; Angebote können offne Zeichnung von der Inspektion für jede Ausführung besonders für 0,60 Mk. (nur Postanweisung, porto- und bestellgeldfrei) bezogen werden. Du/e Eröffnung der mit entsprechender Auffchrist versehenen und vorher einzusendenden verschlossenen ?lngebote erfolgt am 25. Juni, vormittags */,12 Uffr im Geschäftsgebäude der Inspektion. Fulda, Königl. Eiseubaffn-BetriebS-Inspektion 2. Alice-Kochschule. Der Unterricht beginnt Montag, den 18. Juni. 2lnmcldungen werden in der Aliceschule, Kirchstraße 20, engegengenommen.v9/6 Oberurseler SS4/, 7. Es gibt keine billigere Kraft als die bewährten Sauggas-Motore von 4—200 Pferdekräften. Zirka 3/*—V/2 Pfennig pro Stundenpferd. Viel billiger als Dampf. Benzin-, Ergin-, Spiritus- Motore-Locomobilen Locomotiven. Sehr grosse Anzahl im Betriebe mit glänzenden Zeugn. IfloMart Olfflffll Akt.-Ges. Oberursel bei Frankfurt a. M. Pläne und Kostenberechnung kostenlos. Abonnements-Konzerte. Die Kapelle des Infanterie-Regiments „Kaiser-Wilhelm^ (2. Großh. Hess.) Nr. 116 erlaubt sich zu einem CykluS von Abonnements-Konzerten einzuladen. Die Konzerte finden im Neuen Saalbau, vorm. Steins Garten, statt, -r- Dieselben werden mit Diilitär- musik ausgeführt, wozu ein musik- und kunstliebendes Publikum eingeladen wird. Ter Abonnemeuts-Preis für 6 Konzerte beträgt: Familienbillet bis zu 4 Personen ä. Mk. 7.— Familienbillet bis zu 3 Personen A , 6.— Personenbillet......ä , 2.20 Kassenpreis.......ä , 0.50 Die Liste zirkuliert. Der Anfang der Konzerte wird im .Gießener Anzeiger" bekannt gegeben. ol/e C. Strausse, Grossh. Musikdirektor. Karten im Vorverkauf sind bei Herrn Ernst Challier, Neuenweg, zu haben. % | - -U LH Berlin KJ. 57 Deutsches Uerlagsbaus Bong $ 8s s Z 17271 Gewinne mit zus. Mk. Pianohandlg. n. Reparatnr- . n. Reparatur- < Seltcrsweg 91. ft- werkstätte, H die Rück» D8/. ist das Beste. 3594 GiebischönsteWäsche [hv4/, znchtwerke re. Geflügelpark i. Auerbach Hess. fase Luhns an biefe denen zn benutzt i Ne'tznm Mch 5 Das a 25 wir Herrn | = £ Parfüm äln Flacons zu M. 2.50 u. 1.-. XTeberall vorritlg. ParfOmerle Heinrich Mao!«. Ulm a. D. 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Aufklärung warum die Nürnberger Lose allen anderen vorzuziehen! ga&** das Los nur 1 Mark gMF“ jedes Los zu zwei Ziehungen gültig kolossal hohe Haupt- _________gewinne ________ Der kleinste Gewinn 5 mal höher als der Einsatz w* bares Geld wird aus- ___________gespielt Die meisten Gewinne aller 1 M.-Lotterien keine Ziehungsver- legung. neue dies bildet neues populdr-wissentdiafflidies Prachfwerk Der IM und die Erde Die emstebuttg, Gewinnung und Verwertung der Schätze der Erde als Grundlagen der Kultur Herausgegeben von Hans Kvaemev in Verbindung mit mehr als vierzig der bedeutendsten Fachmänner des In- und Auslandes Von dem Bestreben geleitet, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung zum Gemeingute des deutschen Volkes zu machen, führt der Verlag in diesem neuen populär-wissenschaftlichen Werke größten Stils die Erde und ihre Schätze im Dienife der Menschheit den Lesern in fesselnder, reich illustrierter Darstellung vor Augen. 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In seinem Programm umfaßt das Werk demgemäß die gesamten Produkte der Erde: die Lebewelt in Form von Tieren und Pflanzen, die beweglichen Elemente Feuer und Wasser und die starren, im Schoße der Erde gefesselten anorganischen Produkte des Werdeprozesses der Erde, die oer Mensch allmählich gelernt hat mit allen Mitteln der Technik aus den verborgenen ieftn, in denen sie seit Hunderttausenden von Jahren schlummerten, ans Tageslicht zu ziehen, um aus ihnen die stolzesten und wichtigsten Träger der modernen Kultur zu machen. So bietet denn „Der Mensch und die Erde" eine auf der Grundlage der trgebniffe der modernen Raturwiffenldiaften cufgebaute Kulturgefdiidife der Menschheit in Wort und Bild. Diese gewaltige Fülle unentbehrlichen Wissensstoffes, wie sie noch selten geboten wurde, gelangt in musterhaft übersichtlicher Gruppierung und in durchaus gemeinverständlicher Form zur Darstellung. 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