Nr. 287 Zweites Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 6. Dezember 1906 ®r1d>tt*d Dzllltz mit Ausnahme deS Sonntag-. Die ^Gletzener gamUlenbiatter* werden dem ,ÄnAciqeT viermal ivöchenilich betq-leqt. Der ^eiklch« Car.bmtrr erscheinl monaUtch ctnmaL ■ I Rotationsdruck artb versag bet BtO ftf*1d>e» UntDerftlätflbrudereL 9L Lang», G»etz«, Redaktion. Exvebition n. Tnitferd i 64>ufM Tel. 91t. 6L Le1egr.-Adr. r Anzeige, Stefca. Eeneral-Anzeiger, Amts- Md Rnzeigedlatt für den Kreis Sietzen. BckannlmachMg. Betr.: Jeldbereinigung in der Gemarkung Inheiden. In der Zeit vom 5. bis einschließlich 18. Dezember 1906 liegt auf dem Amtszimmer der Gr. Bürgermeisterei Inheiden das Projekt über Be- und Entwässerung der Wiesen am ftöü- graben nebst Abschrift des Beschlusses der Vollzugskommission vom 1. Oktober 1906 zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendlmgen hiergegen sind bei Mcidung des AuS- schlusses innerhalb der oben angegebenen Offenlcgungssrisl bei Gr. Bürgcrinelsterei Inheiden schriftlich einzureichen. Friedberg, den 28. November 1906. Ter Q)iL-bi,..„dj . ' - . . iui.1 r.tl.iguiigskommissärk Schnittspahn, KreiSamtmann. Köyer guigs nicht. Von einem Parlamentarier wird uns aus Berlin geschrieben: Als im Frühjahr dieses Jahres der Abg. Erzberger sein „j'accuse" gegen die Kolonialverwaltung von Der Tribüne des Reichstages herab schleuderte, da war draußen im Restaurant der geräumige Zentrumstisch bis aus den letzten Platz besetzt und das Gerücht ging um, daß man damit eine Demonstration beabsichtige gegen den allzu eifrigen Draufgänger im Saale. War es noch ein offenes Geheimnis, daß das jüngste Mitglied des Zentrums den älteren Herren ansing fürchterlich zu wierden, denn diese liebten ein zwar zähes, aber doch geruhiges Leben und Erzberger war zugestandenermaßen nur gewählt worden, um den greisen und erkrankten Prälaten Litze zu ersetzen und besten sozialpolitische Stellung im Zentrum auozusüllen. Und nun kam dieser Ritt Erzbergers ins Kolonialland und die scharfe Opposition gegen die Regierung, Die das Zentrum wohl oder übel mitmachcu mußte, wollte sie ihren »Benjamin nicht verleugnen. Las verdachte man dem jungen Mann; das sah man bisher als eine Domäne der Alten an und die Stimmen mehrten sich im Zentrum, den so gestalteten Unmut offen aus- spoachen. In erster Reihe ftaaD damals Herr 9t o e r e n . . . und heute? Heute hat Erzüerger vor der Bereitwilligkeit des neuen Kolonialdirektors Dernburg, Ordnung in unsere kolonialen Verhältnisse zu bringen, die Waffen gesenkt, heute aber hat Roeren sie wieder erhoben l Und tvar Erzberger scharf, so war Reoren jetzt ausfallend; wußte Erzberger aus allen Angriffen als Sieger hervorzugchen, erscheint heute Roeren kompromittiert. Roeren unterlag und Erzberger triumphiert. Und um Erzberger hat sich mittlerweile der größte Teil des Zentrums geschart, der nicht nur kritisieren, sondern auch redlich Mitarbeiten will, und den wenigen um Roeren wird bald nichts anderes übrig bleiben, als in Erzbergers Lager überzugehen. . . Erzberger triumphans! Wer schimpft, hat Unrecht, sagt man im Volke und Roeren schimpfte, als ihn der Kolonialdirektor anpackte und nachwies, daß jener angebliche Unschuldsengel Wistuba, für den sich Roeren so ins Zeug gelegt hatte, solcher Huld durchaus nicht würdig sei; Herr Roeren schimpfte, als der Koloicialdirektor enthüllte, daß der Zentrumsredner in seiner Eigenschaft als Abgeordneter und unter Hinweis aus die Macht des Zentrums, das Recht zu beugen, den Reichskanzler durch Drohungen zu bewegen suchte, ihm in allen Dingen zu Willen zu sein. Wenn zwei solche Gegner aufeinanderplatzen, dann kommt der Reichstag aus seine Kosten und das Publikum auch. Allein Graf Ballestrem schien diese Szenen als etwas ganz Unerhörtes zu empfinden, denn seine gewohnte Sicherheit ließ chn völlig im Stiche. So sah er es ruhig an, daß Roeren den Kolonialdirektor mit Ausdrücken wie Börsenjobber, und brutal, geradezu überschüttete, und ihm ferne Vergangenheit vorwarf. Er schritt auch nicht ein, als Dernburg weitere Pfeile auf Rotten abschoß, von denen keiner fein Ziel verfehlte und unter dem dröhnenden Beifallklatschen des Hauses und der Tribünen mit den Morten endete: „Ich habe diese Eiterbeule ausgestochen und bin bereit, die Konsequenzen daraus zu ziehen!" Der Reichskanzler habe offenbar diesen Fall vorausgefehen und gutgeheißen, indem er seine rechte Hand, den gewandten Herrn o. Loebell, als Helfer Ternvurgs in den Kamps schickte. Man flüstert davon, daß selbst Roerens beste Freunde unzufrieden mit seinem Auftreten sind. Aller- dings wird man einen so namhüsien Füyrer des Zentrums nicht fallen lassen, und der Riß zwischen der Regierung wird auch wieder überkleistert, aber vor der Welt steht wahrscheinlich diesmal das Zentrum nicht als Sieger da. Was Erzbergers Draufgängertum nicht vermochte, das hat Roeren fertig gebracht: der Regierung in der Kolonial- politik em Plus zu verschaffen. poletifcbc Lagesscharr. Nach der Kolomaldebatte im Reichstag wird von bei" Berliner Presse allgemein der Sieg Dern- burgs über das Zentrum anerkannt. So schreibt die ,Nat.-Ztg.": Sieben dem rücksichtslosen Hineinleuchten in die Dunkelkammer- politif der regierenden Partei ift das erfreuliche Ereignis dieser sechs Tage, da» der Kanzler am letzten Tage genau so fest und energijch für b e n Kolonialdirektor emtrat, iuic am ersten. Tie Schwarzseher, die Dernburg schon als toten Mann behandelten, weil er das Zentrum fo unsanst angesaßt habe, haben rasch Unrecht erhalten. Die ,sJlQt.-5ig.ti benutzt im übrigen bas Verhalten bes Grafen Bal le ft re in wegen der scharfen Redewendungen Roerens gegenüber Dernburg zu einem äußerst heftigen Artikel gegen das „perfönli che Regiment" im Reichstag. Das Blatt hält es für angezeigt, daß diesem gegenüber der Reichstag seinen Wülen gellend machte, (rs fei eine freundlich geduldete Fiktion, daß der Präsident selbstherrlich bestimmte, wie die Geschäfte zu führen seien und was beredet werden dürfe und was nicht. Tas bestimmt die Mehrheit des Hauses und die habe die schwarze Leibgarde deö Präsidenten einstweilen noch nicht. Tie „Tägl. Rundschau" führt aus: Dernburg und mit ihm die koloniale Sachs haben einen erfreulichen Sieg erfochten, als dessen befielt Gewinn wie das iviedcr erwachte B e r l r a u e n anjcl)en, dcm an der Spitze des Kolonialamtes ein Mann steht, der weiß, was er will. Ganz richtig. Ob ober der Regierungserfolg von Taner, ist, steht auf einem anderen Blatt. Darüber komnit man nicht hinweg, aiich nicht durch die geschicktesten 9icbciucnbungen, daß in den deutschen Schutzgebieten der Tropenkoller m schreckenerregender Weise grassiert. Etliches mag übertrieben sein an den Erzählungen und Berichten, aber wenn selbst die Hälfte in Abzug gebracht wird, so bleibt eine Anzahl von scheußlichen Roheiten, wie sie von der Phantasie nicht schlimmer erdacht werben können. Dabei hat man die Empfindling, daß von manchem Volkommnis, bas hierziilaiide Entrüstiing Hervorrufen würde, als der „Eigenart" der Schwarzen entiprechend, fein Aufhebens gemacht wird. Uns schemt, daß die reichlich an gewendete Prügelstrafe in den Schutzgebieten einen verrohenden Einfluß auf die Europäer aus- übt. Es müßte von der Regierung sorgfältig untersiichl werden, ob nicht zu viel und zu hart gestraft wird in den Kolonien. Zentrum und Regierung haben rasch wieder Frieden geschloßen, und daraus folgt, daß bas Zentrum, trotz Tern- burg'S Verwabrimg, ziemlich bald lüieöer Einfluß aus die Kolonialverivattung erhält. Tie Parteien der Linken werben um so wachsamer sein müssen, namentlich im Kampf gegen Kolonialgreueln, bte wirklich die Freude am Kolonialbesitz gründlich vergällen können. Zwei Kundgebungen. Am gleichen Ta^e sind in zwe^ Weltteilen zwei wichtige polit. Kundgebungen erfolgt, einmal in Budapest, wo der neue Leiter der Auswärtigen Politik der Donaumonarchie sein erstes Expose gehalten hat, dann in Washington, wo die Botschaft oes Präsidenten Roose- vclt, welche die bei uns Übliche Thronrede vertritt, zur Verlesung gelangte. Die '21115(01)1 ungen des Herrn von Aehrenthal boten nichts sonderlich Aufregendes, indem, wie Üblich, die Freundschaft mit Deutschland in Leu Vordergrund gerückt wird. Indessen ist es bemerkenswert, daß Herr van Aehrenthal, dem man vielfach Abneigung gegen Deutschland nachgesagt hat, überaus herzliche Worte wählte, wie sie nicht immer in den an dieser Stelle gegebenen Exposes sch fanden. Von Wichtigkeit ist noch der Passus über das Verhältnis zu Italien, welches ja jetzt wieder besser ist. Den breitesten Raum nahm, auge.chls der großen Interessen, welche Oesterreich dort zu vertreten har, Die Erörterung der Verhältnisse auf dem Balkan ein, aber auch hier wurde kaum etwas neues gesagt, man wird nach wie vor in Gemeinschaft mit Rußland auf Grund der bestehenden Verträge und Abmachungen Vorgehen, sodaß aires in allem, wie nicht anders erwartet, die Politik Goluchowslys durch Baron Aehrenthal fortgesetzt werden wird. In mehrfacher Hinficht inre^essanter ist die bereits gestern von uns ziemlich ausführlich wiedergegebene Bot- ichaft des Präsidenten Roosevelt an den Kongreß. Von allgemeiner Bedeutung ift die vom Präsidenten bei Erwähnung der neuen Haager Friedenskonferenz ausgesprochene Ansicht, daß zuweilen ein gerechter Krieg auf die Dauer für die Seele einer Nation weit besser sei als ein Frieden, der durch das Dulden von Unbilden aufrecht erhalten werde. Eine Tendenz, welche bekanntlich auch Wilhelm LL vertritt. Diese Bemerkung des Präsidenten ist im Hinblick auf die geplante Flottenvermehrung gemacht, welche außerdem Vermehrung der KüstenvertetdigungS- Mannschaften und reichliche Abhaltung von Manövern fordert. Im Interesse der Wehrkraft wirb auch der Vorschlag der Einführung von Schützenvereinen nach schweizerischem Muster gemacht, kurz es wird der bekannte Grundsatz auch in der nordamerikanischen Republik proklamiert, daß, wer den Frieden will, sich vor dem Krieg rüsten muß. Der Imperialismus hat eben in Washington noch immer eine Stätte. Deutsches Resch. Breslau, 5. Dez. Der Kaiser ist gestern nachmittag in Klitschenborf eingetroffen und vorn Fürsten Solms-Baruth empfangen worben. Berlin, 5. Dez. Assessor Brückner, ber von der Aeußerung Knnbe gegeben Hot, bie ber Abg. Roeren (Dieser Raine ist übrigens „Rohren" zu sprechen, bas erste e ist ein niederländisches Tchuungs-e wie in Soest, Itzehoe, Maestrich, Ruisbaei, .Bloemfontein rc. D. Red.) gelegentlich einer zcugen- eiblichen Vernehmung getan, gebeult dem Vernehmen noch bas Beiwort „der grüne Assessor", mit dem ihn ber Abg. Roeren in ber Reichstagssitzung vom Montag gesagt hat, nicht gelassen hiuzunehmen. Eine Beschwerde an bas Justizministerium, von anderen Schritten abgesehen, bürste unterwegs sein. — Wie bie „Post* hört, bestätigt es sich, baß baS preuß. Sta atsmin isterium sich in seinen letzten S.tzungen mit ber Frage beschäftigt Hot, welche Maßregeln gegen die Fleischteuerung zu ergreifen sein werden. Tie bcab- sichtigten Maßregeln sollen sich auf das preußische Staatsgebiet befehräulen. An eine Oeffnung der Grenze oder die Errichtung von G r en zf ch l a eh lh ä u fern sei nicht zu denken. Für den Versand frischen Fleisches auf den preuß. -hessischen Eisenbahnen sollen durch den Elsenbahuminister Erleichterungen getroffen werden. Tarüber, welche Maßregeln gegen die Fleischteuerung für dos ganze Reich 311 treffen sind, wird der Bundesrat noch in dieser Woche beraten. Auch die Ministerien der einzelnen Staaten werben in der nächsten Zeil sich eingehend mit der Frage beschästigen. Vosen, ö. Dez. Wiederum ift eine große Anzahl von Schulvorstehern und Gemeind eben inten wegen des polnischen Schulstreiks ihres Amtes entsetzt worben. Für zahlreiehe Ortschaften, in denen die Schulvorstände den Gehorsam verweigern, wurde die Polizeistunde für Gastwirtschaften aus 8 Uhr festgesetzt. In der Volksschule zu Sanier wurden auf behördliche Anordnung drei neue Lehrer angestellt. Tie Schulsteuern müssen bedeutend erhöht werben. Gegen ben Redakteur des Gnesener „Lech", Stanislaus Szymanski, schweben über zwanzig Strafverfahren, die mit dem Schulstrcik zusammenhängcn. Szymansli wurde wegen Fuchlverbochts in Untersuchungshaft genommen. Auch der Redattenr des „Poztemp" in Posen, R0 ca, gegen den mehrere Anklagen wegen Artikeln zum Schiilstreik auf Aufreizung zu Gewalttätigkeiten ufw. schweben, ist verhaftet worden. 2)lüßbebttrg, 5. Tez. Gegen ben Rebakteur Witt- mark von ber sozialdemokr. „Votksstimme" würbe wegen Beleidigung des preußischen Abgeordnetenhauses in einem im Juli erschienenen Artikel „Triumph der Wahlrechts- seuide" ein Strafverfahren eingeleitet. Stuttgart, 5. Tez. Die heute abgeholtenen Landtags wählen hatten folgendes Ergebnis: Es wurden gewählt 17 Kandidaten des Zentrunis, 7 Kandidaten dec Vollsparte i, 7 Kandidaten ber deutschen Partei und 7 Kanbldaten bes Bundes der Landwirte, sowie zwei Sozialdemokraten. Es haben 27 Nachwahlen slatt- zusinbtn. Der Bauernbund hat zwei Sitze, bas Zentrum einen Sitz gewonnen, die Vollspartei drei Sitze verloren; die deutsche Partei hat einen Sitz von den Sozialdemokraten gewonnen. Die Porlelsührer wurden durchweg wiedergewahlk. München, 5. Tez. Am 14. Dezember wird hier Dr. Karl Peters einen öffentlichen Vortrag halten. Es ist die- das elfte mal feit langen Jahren, daß Dr. Peters wieder öffentlich in Deutschland auflntt, da er bekanntlich feit seinem Abschied ans dem Reichüdicnst sich in London aushalt. Heer rind Flotte. — Im Ulanen-Regiuient 91c. 16 zu Salzweb e l sind feit Jahren betriebene große Unterschlagungen von Uniform stücken und Proviant amtlich aus ged eckt worden. Eine Anzahl Verhaftungen sind erfolgt. Auch erfolgten mehrfache Beurlaubungen von Offizieren. Ein Kriegsgenchlsrat ist zur Untersuchung .in Salzwebel. '21 ud) gegen bie in Garbclegen liegende 2. und 5. Schwadron des Regiments ist die gleiche Untersuchung eingeleitet. Die Unterschlagungen würben durch anonyme Briefe an bas General-Koniniando äufnedeckt. Neues aus Rußland. Die Terroristen begannen in Petersburg ihre Tätigkeit n\it einem Attentat auf Scheremft 1 ew, den früheren Gehilfen des ermordeten Polizeiinspektors in Ljeloftok, ber nach dem dortigen Pogrom von B. nach der Hauptstadt versetzt worden war. Der Anschlag sand in einer belebten Straße statt. Die ersten beiden Schüsse fehlten, trafen aber eine Dame aus dem Publikum tödlich. Erst dtt dritte Schuß traf Scheremestjew. Der? Attentäter, der Christ ist, trat zurück uuo beging Selbstmord. Kurz nach bem Attentat wurde der Frau des Sch. ein Paket zugestellt, das einen Dolch enthielt mit der Aufschrift: „Dem Organisator des Bjelostoker Pogroms zur Erinnerung" unb den-Namenszug des im Mai ermordeten Admirals Kusmitsch. Aus S.aot uuo Luno. Sprechstunden ber Redalckv-.i 1.-1 llyc uonn., > j7—1/28 Uhr ahd-. Gießen, ben 6. Dezember 1906. M Folgender: Allerhöchster Erlaß wird vom Präsidenten des 9)linifteriumS des Innern zur öffentlichen Kenntnis gebracht: Die heule votlzoqene Taicke des ErbnroßherzoqS, Unseres geliebten Kindes, veianlassen Aiich und die Großherzogin, 'Meine Gemcihlin, dein Gedanken des Ausbaues der Fürsorge für Säuglinge und Wöchnerinnen, sowie für Schwangere aus den mmdör- bemilielten Ständen durch Schaffung einer unier Unseren besonderen Schutz zu stellenden Zentrale fürSäugtrngSpstege und '2)1 u 11 e r f cb u tz naberzulrelen. Es ist 'JJiir bekannt, daß über den Rahmen der gesetzlichen Verpflichliingen binaus vom Staat, von Gemeinden und von Vereinen auf verschiedenen Teilen diefer Gebiete in dankenswertester Wehe bereits eingegrifsen worden ist. Ich bin aber der Meinung, daß hier ein wichligsler Zweig der Volkswohllahrt eine die noch vorhandenen Lücken ergänzende und unter einheitlichen Gesichtspunkten sich vollziehende Tätigten erfordert. Eine solche wird namentlich bei geeigneter Zujammenarbeit mit den in gleichen oder verwandten Richtungen dermalen schon wirkenden Organen und Krä'ten segensreiche Erlolge zeitigen können und überdies vielleicht berufen fern, zur Lösung weiterer Fragen der Volksgesundheit bei- zutragen. Ich sehe daher Ihren demnächstigen Vorschlägen darüber entgegen, wie bie hiermit gegebene Anregung auszugeslallen wäre, ioivie welche QJlittel und Wege sich dielen, sie im einzelnen zu verwirklichen. Indem Ich Sie zugleich beauftrage, gegenwärtigen Erlaß zur öffcnilichen Keunlnis zu bringen, hege Ich gerne die Hoffnung, daß Die Tragweite der Angelegenheit in ethischer, sozialer und volkS- ivirtfchaitlicher Hinsicht ihr allseitige, tatkrä'tige Uilterstütziing bei benjemgcii gewährlelllen wird, denen das Voltswohl am Herzen liegt. Alle Hel'er aiii Werke tönneit sich Aleines Tankes im Voraus versichert hallen. Tarmsladt, 4. Dezember 1906. Ernst Ludwig» An den Präsidenten des Ministeriums des Iunern, ” Hoftrauer. Wegen des Ablebens de§ Prinzen Karl von Baben ist auf Befehl S. K. H. bes Großherzogs eine Hoftrauer vom 3. bis zum 10. Dezember einschließlich angeordnet worden. " Verhaftet. Der Täter, ber am 25. v. Mts. morgens früh tu der Liebigstvaße einem Arbeiter ohne allen Grund im Vorbeilansen einen Messerstich ins Gesicht ver- setzte, ist in der Person eines italienischen Arbeiters ermittelt und zur Haft gebracht worden. Geisteskrank scheint er nicht zu sein, jedoch befand er sich zur Zeit der Tat in großer Erregung. Er hatte sich die ganze Nacht am Bahnhofe herumgetrieben und ist der deutschen Sprache nicht mächtig. - Vorsicht. In letzter Zeit sind wieder häufig Wäschestücke, die in Gärten oder Hofraithen zum Trocknen aufgehängt waren und die Nacht über hängen blieben, g e st o h l e n morden. ** Besitzwechsel. Verkauft wurde das Frau Otto Balzer Wtw. gehörige, 2962 Quadratmeter große An- wesen, Südanlage 7, für die Summe von 105 000 Mk. an Kaufmann Peter Kronenberg. Herr Kronenberg beabsichtigt, das Anwesen zu einem großen modernen Geschäftshaus umzubauen.— Kommerzienrat Schaffstädt verkaufte sein Haus, Bahnhofstr. 24, an Buchbindermeister und Papierwarenhändler Max Müller für 67 000 Mk. ** Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindcschule zu Meiches Mit der Stelle ist Organistcndienst verbunden. Ihrem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden. ** Ueber die Wahrnehmung der Annencr Explosionen in Oberhesien gehen uns täglich neue Zu- schriften zu, so neuerdings aus VermutShain, wo beide Detonationen gehört wurden, Köddingen, Rupperten-. rod 2C. 2C. Aus dem letzteren Orte wird uns gemeldet, daß ein Knall in zwei Häusern bemerkt wurde, d'ie in dem hochgelegenen Teile deS OrteS, am Haimberg, sich befinden. In dem einen Hause war die Erschütterung so heftig, daß die Fensterscheiben, ähnlich wie bei heftigem Gewitterdonner, klirrten. Noch erinnert man sich dort eines ähnlichen Vorkommnisses. Als im Jahre 1866 das Gefecht bei Lau fach stattfand, hörte man dort sehr vernehmlich den weit entfernten Kanonendonner. :/: Steinbach (Kr. Gießen), 5. Dez. Der hiesigen Vereinigung für Volksbildung, über deren erste Winterveranstaltunq wir kürzlich berichteten, gehören auch die beiden Gesangvereine und der Kriegerverein an. X Orten berg, 5. Dez. Im neuen Sltzungssaale des Sparkassengebäudes fand heute die Mitglieder-Versammlung des Sparkassebezirks Ortenberg statt. Eine stattliche Anzahl von Mitgliedern war erschienen. Als Vertreter der Regierung war Kreisrat Boeckmaun-Büdingcn anwesend. Der Präsident, Landtagsabgeordneter Forstmeister Dr. Weber-KonradSdorf, sowie der Direktor, Kaufmann Lentz sen., konnten der Versammlung von dem ungemein günstigen Resultat deS Rechnungsjahres Kenntms geben, das einen Reingewinn von 12 665 Mk. bei einem Reservefond von 138 336 Mk. zu verzeichnen hat. Namhaite Unterstützungen für Landwirtschaft, Krankenvflege, Schulen, Kurse für Obstbaumwärter sind, wie im Vorjahre, auch für die Zukunft vorgesehen. Der Zinsfuß für Einlagen ist für 1907 von 31/2 auf 32/^ Prozent erhöht. Im Gasthaus „zur Post" fand ein gemeinsames Mittagessen statt. Kreisrat Bocckmann brachte einen sehr beifällig aufgenommenen Toast auf das Großherzogliche Haus auS. -m Friedberg, 5. Dez. Als heute vormittag zwischen 10 und 11 Uhr die Frau eines in Frankfurt a. M. stationierten Bahnbeamten, von hier nach ihrem Heunatsort Ober-Wöllstadt ging, wurde sie in der Nähe der Galgenbrücke von einem, ihr begegnenden Stromer überfallen, gewürgt und vergewaltigt. Auf die Hilferufe der Frau, eilten zwei Knechte der Brauerei Steinhäußer von hier, die etwa 800 Meter von der Stelle entfernt beschäftigt waren, herbei. Der Verbrecher wäre jedoch im letzten Augenblick noch entwischt, wenn er nicht dem hinznkommenden Metzgermeister Reichenberg von hier, der die Stelle mit seinem Wagen pasiierte, hätte ausweichen wollen, und so den beiden handfesten Knechten Peter Haas und Franz Mörler in die Arme gelaufen wäre. Als man den Attentäter zu der Frau zurückführte, leugnete er standhaft. Nachdem er durch seine beiden Transporteure dem hiesigen Amtsgericht vorgeführt worden war, verweigerte er jede Auskunft, sowohl bezüglich der Tat, als auch seiner Personalien. Man hofft aber bald zu wissen, mit wem man es zu tun hat. Auf dem Weg nach Friedberg ging es nicht ohne Prügel ab. Die Frau, die erst vor vier Wochen geboren hat, ist schwer verletzt, und infolge der Aufregung ernstlich erkrankt. Sie mußte mittelst Wagen nach Hause gebracht werden. -I- Assen heim, 5. Dez. Zwei Stromer, die in Berstadt, in dem Hause wo sie logierten, einen Einbruch verübt hatten, versuchten hier, die bei dem Einbruch gestohlenen Maaren, u. a. Zigarren, an den Mann zu bringen. Hierbei wurden sie abgefaßt, und dem Amtsgericht zu Friedberg eingeliefert. Ld. Darmstadt, 5. Dez. Ein frecher Raub wurde am Sonntag abend auf einen hier zugereisten Handwerksburschen verübt, der auf der Herberge zur Heimat einen Gesellen nach einem Geschäft fragte, wo er "eine billige Hose kaufen könne. Alsbald bot sich ihm ein Bursche zur Begleitung an, da er sehr gut Bescheid wisse. Man begab sich in ein benachbartes Geschäft, wurde aber dort nicht handelseinig, denn in dem Begleiter muß in der Zwischen- jeit ein anderer Gedanke aufgetaucht fein. Er teilte seinem neuen Freund mit, daß er einen Trödler wisse, wo man derartige Sachen gut und billig kaufen könne. Er führte den Fremdling durch die Altstadt durch, an dem abseits gelegenen Ostbahnhof vorbei, wo noch einige Häuser, auch die kürzlich abgebrannte Meierei, stehen. Auf eines der Hauser, wo noch Licht brannte (es war abends zwischen ?- Utc> 0. fu^rte der Freund den Fremden zu, ehe sie aber das Haus erreichten, packte der Freund den Fremden an Hals und Kehlkopf und würgte ihn derart, daß dieser ohnmächtig zusammensank und liegen blieb. Als er nach einiger Zeit wieder zu sich kam, spürte er heftige Halsschmerzen und merkte dann, daß seine Barschaft in Hohe von zirka 10 Mk. und das, was er sonst in der Tasche hatte verschwunden war. Er schlich sich dann mühsam nach der Stadt und machte Anzeige. Den Bemühungen des Kriminalschutzmanns Schilling ist es gelungen, festzustellen, daß der Begleiter des Ueberfaltenen von der Herberge aus der von hier stammende Friedrich Wilhelm Ewald, ein arbeitsscheu sich hier herumtreibender Bursche war, den Sch. denn auch bald festnehmen konnte. Ter Täter ist geständig. Wetzlar, 5. Dez. Bei den gestrigen Handels- kamm erwählen wurden Generaldirektor Kaiser, Fabrikant Ernst Leitz jr., Fabrikant A. Neumann, Kaufmann August Waldschmidt und Kaufmann August Löhr gewählt. — Sein 9 0. Lebensjahr vollendet am Samstag der Senior der hiesigen israelitischen Gemeinde, Salomon Stern. Der alte Herr ist n. d. »Wetzl. Anz." körperlich wie geistig noch erstaunlich rüstig.__________ _______________________ Die Weiche im Koffer. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) S. u. H. Kassel, 5. Dezember. Unter gewaltigem Andrange des Publikums begann heute früh vcr dnn Schwurgericht die Verhandlung gegen den Möbelhändler Wilh. Mever, der beschuldigt ist, im Juli 1905 die Farmerswitwe Marie Vogel, geb. Lang, aus New Orleans in Nordamerika in Bad Wildungen ermordet und beraubt zu haben. Die Leiche der Ermordeten wurde dreiviertel Jahre später in einem Koffer auf dem Hauptbahnhof in Frankfurt am Main aufgefunden. Es gelang, den Angeklagten, der sich damals gerade mit seiner Geliebten nach Newyork eingeschifst hatte,, im Moment seiner Landung festzunehmen, worauf er an d-e zuständige Staatsanwaltschaft in Kassel ausgeliefert wurde. Da der Angeklagte Meyer behauptet, amerikanischer Bürger zu sein, so ist zu der Verhandlung der hiesige amerikanische Kvnsul erschienen. Nach Verlesung W Eröfsit'mo^bescbs'.isscs beginnt die Vernehmung des Angeklagten. Meyer ist am 16. Ottooer 1875 als >sohn eines Lokomotivführers zu Bestwig geboren. Der Angeklagte erzählt, wie er im deutschen Seemanns- Heim in Antwerpen eine Stellung als Kohlenzieher ans dem Dampfer „Finnland" der „Argo"-Linie angenommen habe und nach Amerika gefahren sei. Spüler sei er baint bei einem Möbelfabrikanten in New Orleans untcrgekommen, und hier sei öfter eine Dame erschienen, die den rheinischen Dialekt gesprochen und sich anscheinend sehr für ihn interessiert habe. Die Dame hätte iljnt öfter Theatcrbillefts, Wäsche usw. geschenkt und ihn schließlich eingcladen, zu ihr zu ziehen. Troy, des fteundschaft- lichen Verkehrs sei das.Verhältnis nur nletonisch gewesen. Wiederholt sei er in sie gedrungen, wie sie heiße und weshalb sie ihm so viel Intercsie entgegenbringe, aber erst nach.Monaten habe sie ihm erzählt, sie sei ja seine Tante, sie habe ihn aber erst prüfen wollen, weß Geistes Kind er sek. Sie h'.üe ihm dann auch allerlei Einzelheiten aus der Heimat erzählt, aus denen er entnommen habe, baß sie tatsächlich die Gattin eines nach Amerika gegangenen. Onkels gewesen war. Der Onkel war ursprünglich in den Sodstagten Farmer und dann als woht- hadender Mann nach New Orleans gegangen, wo er kurz vor Meyers Ankunft verstorben sein soll. Auf weiteres Besregen cr-ählte der Angeklagte, wie Fran Vogel ihn gedrängt habe, mit ihr nach Deutschland zu gehen, da sie dort ihren Lebensabend beschließen wollte. Anfang 1995 seien sie , dann über Newyork N"ch Hamburg und von hier nach Berlin gereist. In Newnork h'be seine Tante ihr ganzes Vermögen auf die Dresdener Bank cingczahlt und cs in Berlin in der Filiale Unter den Linden abgehoben. Dabei habe sie ihm gesagt, weil er so gut zu ihr gewesen sei, solle er ihr Alleinerbe werden. Darauf habe er ihr den Plan entwickelt, in Deutschland ein Tapeziergcschäst aufzumachcn, zu dem sie ihm daS erforderliche Geld verschaffen sollte. Sic habe sich dazu auch bereit erklärt und schließlich sei die definitive Ueoersiedehung nach Bad Wildungen erfolgt. Nach einiger Zeit habe er Fräulein Sophie Christiani, die Tochter eines Tischlern.ieisters und einer Hebamme in Wildungen kennen und lieben gelernt. Frau Vogel widersetzte sich unserer Verbindung, sie sagte, eine Hebamme sei auch immer eine Wahrsagerin und würde meine Ehre vcrhcren. Auch sei die Christiani eine Heuchlerin, die nur mein Geschäft reize. In Wirklichkeit war die alte Frau eifersüchtig auf das Mädchen und sie stellte alles Mögliche an, um mich an sich zu fesseln. Ihr Verhalten wurde schließlich ganz unerträglich, sodaß ich die Abende im Wirtshaus verbrachte und mich betrank. Später sei sie aber plötzlich mit einem regelrechten Heiratsantrag her- vorgetrcten unb habe gesagt, in diesem Falle sei sie zu einem Testament bereit, laut welchem er 60 000 Dollars haben sollte. Er habe lange hin- und hcrgeschwankt, dann aber Ende Juni 1905 erklärt, daß er an Fräulein Christiani festhalten und diese heiraten werde. Darüber sei Frau Vogel ganz außer sich gewesen, habe geheult und getobt, sodaß er kurz entschlossen sich auf die Bahn gesetzt und 31t seinem Vater gefahren sei. Als er wicdergekonlmen sei, habe er Frau Vogel erhängt in ihrem Schlafzimmer aufgefunden. Bei seiner Rückkehr sei ihm nicht geöffnet worden, die Hausbewohner hätten ihm erzählt, die alte Frau sei schon seit einigen Tagen nicht mehr gesehen worden. Nachdem er die Tür erbrochen hatte, habe er zunächst Abendbrot gegessen, weil er nicht Lust gehabt habe, mit der Frau ein Gespräch anzuknüpfen. Als er dann ins Schlafzimmer gekommen sei, habe er gefragt: Schläfst Du noch? die anscheinend im Bett liegende Bogel habe ihm aber keine Antwort gegeben und nun habe er bei näherem Zusehen zu seinem Schrecken bemerkt, daß sie vor dem Bett lag und der .Kopf in einer am Bettpfosten befestigten Schlinge hing. Er habe sofort Wiederbelebungsversuche gemacht, sie sei aber ganz kalt und starr gewesen. Mit . dem niederdrückenden Gedanken, daß die alte Frau um seiner Liebe zu der Christiani willen in den Tod gegangen sei, habe er d^s Zimmer verlassen, weil ihm der Anblick der Toten zu gräßlich gewesen sei. Die Leiche sei inzwischen allmählichem Verwesung übergegangen, und nun habe er sie in den Koffer hineingezwängt und diesen verschlossen. Bis Februar 1906 behielt er sie in der Wohnung, dann schaffte er sie in sein Geschästslokal, von wo aus er sie am 25. April d. I. nach Frankfurt a. M. aufgab. Wie er angibt, sei sein Geschäft immer mehr zurückgegangen, weil der Stadtklatsch ihn nicht habe aufkommen lassen. Er Hube dicht vor dem Konkurs gestanden, als er Ende April den Entschluß gefaßt habe, mit der Christiani nach Amerika zurückzügehen, um dort ein neues Geschäft aufzumachen. Das Mädchen sei auch damit einverstanden gewesen und nun sei er über Frankfurt 0. M. und Hamburg auf dem Dampfer „Blücher" nach Newyork abgereist, wo man ihn sofort verhaftet habe. Ter Vorsitzende hielt dem Angeklagten vor, daß er bei Auffindung der Leiche, als er einen Selbstmord vernmtete, Polizei hätte herbeiholen müssen. Ferner sei es auffällig, daß er über die Lage der Seiche vor dem Bundesmarschall in Newyork und vor der Kriminalpolizei in Hamburg Angaben gemacht habe, die von seinen heutigen ganz erheblich abwichen. Der Angeklagte erzählt, als Arttwort darauf eine lange Geschichte von feilten Erlebnissen in Hoboken. Bors.: Was glauben Sie nun, wo das Geld und die Papiere der Frau geblieben sind? Angell.: Sie hat im Ofen ein Feuer gemacht und alles verbrannt, damit ich nichts davon haben sollte. Bors.: Sie meinen also, daß sich die Frau aus Rache umgebracht habe? Angckl.: Ja. Bors.: Weshalb haben Sie den Koffer nach Frankfurt, geschickt? Angell.: Weil.. ich fürchtete, daß bei der Konkurseröffnung über mein Geschäft der Koffer geöffnet werden könnte, also ehe ich in Amerika war. Bors.: Nehmen Sie an, daß Frau Vogel zur Zeit ihres Todes Geld bei sich hatte? Angekl.: Gewiß, denn kurz vorher batte sie mir noch gesagt: Ich verzinse jetzt 60 000 Doll. (240 000 Mk) Vors.: Sie wollen aber nichts gefunden haben? Angekl.: Nein, ich habe alles durchsucht. Bors.: Sie haben sogar den Fußboden aufgerissen. Angell.: Ja. Vors.: Hat Frau Vogel nicht auch Schmuckfachen gehabt? Angell.: Ja. Auch die waren verschwunden. Ich nehme an, daß sie diese ms Klosett geworfen hat. Vors.: Haben Sie lange gesucht? Angerb,: 2 -vage und 2 Nächte lang. Der Angellagte muß dann den K'ofser ö'iinen, wobei diesem ein peuetrmtter Geruch entströmt. Man erblickt emen großen Haufen altmodischer Kleider, Wäsche- stucke und sonstige Frauensachen, mit denen der Koffer bis an den 9^111) gefüllt ist. Meyer bleibt, während den Geschworenen der Kofi er gezeigt wird, äußerlich vollkommen ruhig. R.-A. Ho hui beantragte die Verlesung des Ausliefcrungs- bcicknusws, um icstzustellen, wegen welcher Reate die Auslieferung bewilligt worden sei. Der Vorsitzende teilt mit, daß der Antrag der Kasseler Staatsanwaltschaft auf Raubmord gestellt war und daß die Auslieferung demgemäß vom Bundesgericht bewilligt wurde. Es begann dann die Zeugenvernehmung. Spediteur Mensinger-Frantfurt a. M. schildert, wie Meyer am 2p. April d. I. zu ihm gekommen sei und ihm gesagt habe, es lagere für ihn ein Koffer auf dem Hauptbahnhof, deck Zeuge solle ihn abholen und aufbewahren, bis er von einer Jtalienreise zurückkomme. Meyer habe seinen Namen nicht genannt. Als nach 14 Tagen dem Koffer ein ekelhafter Geruch entströmte, erfolgte die Ocffnung. Kriminalkommissar Bußjäger- Frankfnrt am Main wohnte dieser bei. Gerichtsärzt Dr. Po pv-Frankfurt n. M. hat die Leiche seziert. Irgendwelche Anhaltspunkte für eine Vergiftung der Frau ergaben sich nicht. Nach weiterer Zengenvernehmuug, die sich hauptsächlich um daS Vorleben der Vogel drehte, wird nach 8 Uhr abends die Verhandlung auf Donnerstag vertagt. Wegen Totschlags deS eigenen Vaters frcigesprochen. Limburg, 5. Dez. Am Montag verhandelte das Schwurgericht gegen den Maurer Friedr. Mamvoteng aus Münchholzhausen und dessen Vetler, den Ackerer Ludw. Weller ans Münchholzhausen wegen Körperverletzung mit t ö 1 l i ch e m E r i 0 l g. Friedr. 9)L, Vater des ersten Angeklagten, lebte mit seiner Familie seit Jahren in Zank und Streit; er arbeitete wenig und verwandle das verdiente (9elb nicht für seine Fanniie, sondern setzte es in den Wirtschaft eil ftir sich um. Aus diesen kam er oft abends betmnfen nach Hanse und bescbiinpfte und mißhandelte dann seine Frau. Als am 8 Oktober die Frau Mamvoteng von der Arbeit nach Hause kam, schimv'te ihr Ehemann, wari sie zur Türe hinaus und schlug auf dem Hole mit einer Dunggabel und einem Hackenftiel aui sie los. Tie Frau flüchtete daraus vom Hoß wobei ihr Alaun ihr noch Holzstücke nachwarf, in die Wirtschast der Witwe Welker. 2luf dem Ho'e der Wirtschaft kam Mainpoleng seiner Fran nach mit einem Beile in der Hand, und drohte seine Frau totzuschlagen, ruenn sie nicht nach Hause komme. Frau 9)L verließ die Wirtschaft jedoch nicht. Gegen 7 Uhr abends kam die Tochter Maria M. nach Hause. Diese wurde auch von ihrem Vater beschimpft und zuur Hause lniiausgewiesen, worauf sie sich zu ihrer Alutter in das Wellerscbe Ha>is begab. Ter mitileriveile nach Hanse gekomnrene Sohn, der ^lngeschiildigte Jr. M., traf seinen Vater int Wohnzimmer sitzend an. 9htf seine Frage, wo die, Mutter sei, erhielt er ferne Aul wort. Nichts gutes abnend, ging der Sohn zu Wellers, luo er seine Mutter und die ältere Schwester traf. Um zu Abeud zu eßen und die jüngere Schwester Louise M. zu holen, begaben sich alle drei in die elterliche Wohnuiig. Nach uuliebsainen Aus- eiliaiidersetztmgeit ging der Sohn aus dein Wohiizinnner hinatis noch dem Ho'e. Mit einem Kartoffelslamvier und einem Bell bc- wasfner, eilte der Bgter hinter dem Sohne her. Maria 9)1. war vor dem Vater gefluchter und wieder in das Wellersche Haus gelaufen. Atainpoieng Vater nnd Sohn befanden sich nun allem auf bent Ho?e. Mamvoteng Sohn behatiptet, daß er, als er ans der Flucht vor dem Vater in der Aiitte des Hofes angekommen sei, sei der Vater plötzlich gegen ihn herangesprnngen und habe ihn zuerst mit dein Beil und daun mit dem Kartofielsrampser zu erschlagen gedroht; mit dem Kartoffelsiößer habe ihn der Vater auf den Arm geschlagen. Daraili sei er beiseite gespningen, habe ein Scheck Holz ergriffen nnd damit aus seinen Vater losgeschlagen, um sich vor weiteren Angriffen zu schützen. Aiiktleriveile sei sein Vetter Weller ihm, mit einem Scheit Holz bewaffnet, zu Hilfe gekommen. W. habe anch ans den Vater losgeschlageii. Der 93euer habe sich mit dem Beil und der Kenle geivehrt. Die Schlägerei habe sich bis nach der Brücke hingezogen. Hier sei Weller sort- gelausen. Als ani^der Brücke der Vater nochmals mit dem Kar- roffelstampfer zmn Schlage gegen seinen Sohn ansgeholt, habe dieser dem Vater einen Stoß gegeben, sodaß der Vater von der Brücke herab in den Bach gefallen sei. Hier ließ ihn der Sohn liegen. Weller behauptet, er sei, als er die Schlägerei zwischen Mampoteng Vater und Sohn gehört habe, hinzugelaufen, um den Sohn zu schützen. Er habe von M. Vater einen Schlag über den linken Arm erhalten. Darauf habe er ein Scheitholz ergriffen und damit M. einen Schlag verseh Alsdann habe er daS Holz M. gegen die Brust gehalten, damit dieser nicht mehr nach feinem Sohne schlagen konnte; auf der Drücke habe bann der Sohn seinen Vater in den Bach gestoßen. AlSbald nach dem Vorfall wurde der Vater tot im Bache siegend aufgefunden. Nach dem ärztlichen Gutachten ist der Tod deZ M. nicht durch Erstickung, sondern durch einen Bruch des Schädels heröei- geführt worden. Dieser Bimch sei durch einen Schlag mit einem nicht spitzen, sondern stumpfen Werkzeug verursacht. Der Erschlagene wird als ein gefürchteter, roher, zu jeder Tat fähiger Mensch geschildert. Die Angellagten stellen heute den Sachverhalt wesentlich anders dar, als sie in der Voruntersuchung angilben. Sie hatten sich nur in Notwehr befunden und als Waffe nur dünne Stöcke gebraucht. Die Geschworenen verneinten nach dem Wetzl. Lütz, alle Schuldfragen und es erfolgte demgemäß die Freisprechung der Angellagten unb deren Haftentlassung. lümft unö Wissenschaft. Berlin, 5. Dez. Heute Abend hielt die Salome auch in unserem königl. Opern hause ihreu Einzug, geführt von Nich. Strauß, ihrem Schöpfer, der mit den Darstellern und Darstellerinnen am Schluß wiederholt stürmisch hervovgerufen wurde. Staunt man zuerst über die technische Meisterschaft, mit der Strauß die Motive verknüpft, so stannt matt später, wie sie immer an richtiger Stelle wiederkehren. Strauß glänzt als unvergleichlicher T 0 n - C 0 l 0 r i st. Cs wäre grundfalsch, in dem Schöpfer der Salome nur den Meister der Farbenmischung zu sehen, nein, er ist auch ein an Erfindungen reicher Geist. Die Aufführung war glänzend. Die szenische Leitung ging mit der musikalischen in mustergiltiger Weise zusammen. München, 5. Dez. Falsche Lenbach-Dilder, fowohl Zeichnungen als Gemälde in Oel und Pastell, sind mit dem gefälschten Signum „fr. Lenbach" von München aus in den Handel gekommen. Die Staatsanwaltfchaft hat sich dieser Sache angenommen. Pa r t§ 5. De). Emil Zolas Witwe, die großherzig die unehelichen Kinder ihres Gatten nach seinem Tode an Kinde st alt zu si ch genommen und zu ihren Erben gemacht hat, setzte ihrem Liebeswerk die Krone auf, indem sie als ihre Vormünderin um die Erlaubnis eingekommen ist. ihren Mutttev- namen Rozerot, der bis jetzt der einzig gesetzliche Namen der Kinder war, in den Namen Zola umzuändern. Tas 17jährige Mädchen nnd der 15jährige Knabe roerben künftighin Denise ^cn- riette Jemine Emilie Zola unb Jaccines Emile Zola heißen. 2ttrd)lid)e Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag, ben 6. Dezember, abenbs 8 Uhr, im Matthans- saal, Kirchstr. 9: Bibelstunde. (Offenb. Joh. Kap. 8 nnd 9.) Pfarrer D. Sch losser. Israelitische Religionsgemeinde. Hottesdien'» in der 2v"agege (^ükwicknge). Samstag, den 8. Dezember 190 6. Vorabend 4.30 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbatansgang 5.15 Uhr. Israelitische Religionen z ; (tottc.-ibietin. SabbatfeIer am 8. Dezember 1 906: tftcitag abend 4.00 Uhr. Samstag vorinickaa 8.30 Uhr. Nachmittag 3.30 Uhr. SabbaüAnsgcmg 5.15 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 7.00 Uhr, abends 8.00 Uhr. Handel und Verkehr, Volkswirtschaft. Vom internationalen Geldmarkt. In län- Seren Auseinandersetzungen über die internationale Geld- lge meint das B. T-, datz die Bant von Frankreich so bereitwillig dem englischen und französischen Geldmarkt mit größeren Summen beispringt, sei einfach darauf zu- rückzusühren, daß die Marge zwischen der 3 Prozentigen Rate der Bank von Frankreich und den 3 prozentigen Raten in London und Berlin einen sehr starken Anreiz bietet. Wenn auch die Situation am internationalen Geldmarkt im Augenblick wieder weniger bedrohlich ist, als vor einigen Wochen, so ist nach den neuesten Meldungen aus Newyork doch dort schon wieder ein starkes Anziehen zu beobachten und speziell bei uns ist die Geldfrage in den letzten Tagen wieder eine mehr kritische geworden. Tas ergibt sich auch schon daraus, daß man in maßgebenden Kreisen den Geldverh^ltnissen noch nicht recht traut, daß der Präsident der Deutschen Reichsbank in der letzten Sitzung des Zentralausschusses sich sorgsam gehütet hat, irgend eine Prognose über die Entwicklung der Gelbverhältrustc gegen die Jahreswende hin zu stellen. Von der Berliner Börse. Die Gesamttendenz war nicht unwesentlich abgeschwächt, weil die Geldverhältnisse neuerdings auf die Tagesordnung gesetzt sind. Die Abschwächung erstreckt sich so ziemlich gleichmäßig auf alle Börsengebiete. Abgesehen von der lokalen Versteifung des Geldmarktes stört auch oer neue egyptische Geldbedarf, sowie die Besorgnis vor neuen Abflüssen nach Brasilien. Vorzugsweise wurden Banken- und Montanwerte realisiert. Auch das Publikum verlauste, und da die Aufnahmelust der Börse recht gering ist, so wären die Kursembußen teilweise empfindlich. Von Fonds waren Russen 3ö Psg. niedriger. Amerikaner ohne Leven. Canada schwach trotz Londoner Käufe. An der Botschaft Roosevelts hat die ostentative Ankündigung der Starrerhaltung der Flotte mißfallen. Einzig Lombarden waren behauptet. Privaldiskonl ds/8 Prozent. Märkte. Limburg a. d. £., 5. Dez. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pro Malter. Roter Weizen (Nassauischer) 15.00 Alk., weißer Weizen 00.00 Alk., Korn Oü.OO All., Gerste 00.00 Alk., Haier 0.00 Mk. Erbsen 0.00 Alk., Kariosjeln 0.00 Alk. LingejanSt. (Für Form und Inhalt a.^_ . ..... Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem .Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Anfrage. Ließe es sich seitens der Leitung des hiesigen „Sänger- kranzeS" nicht ermöglichen, die von ihm am vorigen Sonntag zil Gel)ör gebrachte und mit so großenr Beifall aufgenotiiinene Bruchjche Komposition „Das Lied von der Glocke" nochinals, mohl nt Form eines Volks- oder Wohltätigkeit s - Konzertes zu wiederholen?. Ein volles Haits ivare sicher. E l n Al u s i k s r e u n d. (Auch voit anderer, grundlos anoiiyin gebliebener Seite trat der gleiche Wunsch an uiis gyon. Red.) Uttiverntats-riachrichten. München, 5. Dez. Dr. Äorl £tto Harz, o. Professor für Botanik und Pharmawgiwsie an der hiesigen tierärztlichen Hochschule, ist, 65 Jahre alt, gestorben. .. — Auf eine 25 jährige Gütigkeit als Universitatsprofefsor kann biejer Tage der Geh. Ktrcyenrat Prosefsor Dr. Ludwig Lemme, Vertreter der Togmengeschtchtö an der Unioeriität Heidelberg, zurückblicken. Prof. Lemme steht im 60. Lebensjahre. Er stammt aus Salzwedel in der Altmark. Orlgnral-Drahtinel-ungen. Berlin, 6. Dez. lieber die Verhandlungen der preußischen Regierung mit dem Vatikan in Sachen des polnischen Schul st re iks erfährt das „93. T." von zuständiger Seile: Dem Vatikan war von polnischer Seite Material zugegangen, das die Angelegenheit, wie erklärlich, von sehr einseitigem Standpunkte aus behandelt. Um den Vatikan in die Lage zii versetzen, auch den anderen Teil zu hören und sich ein zutreffendes Urteil über den Schulslreik zu bilden, hat die preußische Regierung ihm darauf auch ihr Material zugehen lassen. Mehr aber hat die Regierung m dieser Sache bisher nicht getan. Sie hat den Vatikan bisher auch nicht ersucht, ihr sein Urteil über die Angelegenheit tund zu tun. Berlin, 6. Dez. Tas Unglück bei Annen wurde von der fozialdem okratlschen Fraktion eingehend besprochen. In der Fraktion herrscht darüber Ucbcccin- slimmung, dag so schnell wie möglich, spätestens bei der zweiten Lesung des Etats Anträge nach der Richtung hin zu stellen seien, daß erstens Vorkehrungen getroffen werden, durch ivelche vorgebeugt wird, daß explosionsgefährliche Stoffe in der Nähe bewohnter Ortschaften lagern und daß ferner Mittel zur Linderung des großen durch den furchtbaren Unglückssall herbeigejührten Elends vom Reiche zur Verfügung gestellt werden. Von einer Interpellation wurde mit Rücksicht darauf Abstand genommen, daß nach glaubhaften Nachrichten die Regierung sich mit der Unter- fuchung der Ursachen der Explosion noch befaßt. Berlin, 6. Dez. Wie verlautet, hat sich der Bundesrat über den Termin der Beantwortung der Fleischnot- Jnterpellationen im Reichstage schlüssig gemacht. Die Interpellationen werden zu Beginn der nächsten Woche be- anttvortet werden. Hamburg, 6. Dez. Die Bürgerschaft nahnr einen Dringlichkeitsantrag an, wodurch sie den Senat um Auskunft darüber ersucht, ob und in welcher Weise der Senat dem Ersuchen entsprochen habe, Schritte zu tun, um die durch zu geringes Angebot bewirkte Fl e lsch t eue run g zu heben. Danzig, 6. Dez. Die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer nahm zur Frage des drückenden Landarbeitermangels eine Resolution an, worin es u. a. heißt, daß aus nationalen Gründen die Anwendung von Eh in es en als Landarbeiter als bedauerlich erachtet wird, doch scheine dies unverineidlich und der Vorstand werde beauftragt, Vorbereitungen dazu zu treffen. London, 6. Dez. Die Auslieferung deS Rechtsanwalts Karl Hau, der bekanntlich unter beni Verdacht, seine Schwiegermutter in Baden-Baden ermordet zu haben, in London verhaftet wurde, konnte bisher nicht slatt- sinden, denn das jetzt aus Deutschland eingetroffene Material gegen Hau ist noch unzureichend für eine Auslieferung. Hau wurde wieder vernommen. Sein krankhaftes Verhalten macht eine strenge Ueberwachung nötig. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hesse» am Freitag, den 7. Tezember: Abnehmende Bewölkung. Keine erheblichen Niederschläge. Etwa? kälter. Mäßige nördliche Winde. Telefonische des Giessener Anzeigers, mitge und Industr Frankfurter JKör*< 3^®/o Beichsnnleihe . . 98.25 3% do. . . 87.05 3^7o Konsols .... 98.20 3% do. .... 87 05 3^°/0 Hessen 97.40 • >yiu/0 Oberbessen . . . —•— 4 96 Gesten. Goldrente. . 100.00 4'/zOesterr. bilberrentq 100.30 4% Ungar. Goldrente . . 96.30 4?6 Italien. Reute . . . 102.80 3 96 Portugiesen Serie I . 69.80 396 Portugiesen „ III 69.60 4yi°l0 russ.Staatsaul. 1905 90.45 4/4° o Japan. Staatsanleihe 94.40 4 90 Couv. Türken von 19uo 94.10 Türkenlose ... . . 145.40 4% Grieeb. Ilonopol-Anl. 52.30 4?6 äussere Argentinier . 89.25 3°/e Mexikaner . . 67.20 4>i°/0 Chinesen .... 96.75 Aktien: Bochum Guss 241.70 Buderus E. W .... 129.00 Tendenz: fest. Berliner Siörse, 6. Canada E. B 188.00 Darmstadter Bank . . . 140.10 Deutsche Bank .... 240.70 Dortmunder-Union C. . . 14130 Dresdner Bank .... 158.00 Tendenz: fest. Kursberichte teilt von» der Bank für Handel ie, Giessen. i. 6. Dezember, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahineyer . . ■ 142.00 Elektriz. Schlickert . . . 121.30 Esch weil er Bergwerk . 250 50 Gelsenkirchen Bergwerk . 228.00 Hamburg- Ainerik. Paketf. 159.50 Harpener Bergwerk. . . 213.00 Laurahtttte —. — Nordd. Lloyd 130.70 Obei scliles. Eisen-Industrie 126.75 Berliner Haudelsges . . 173.50 Darmstädter Bank . . . 140 40 Deutsche Bank . . . 241.20 Deutsch-Asiat. Bank . . 171.40 Diskonto-Kommandit. . . 185.40 Dresdner Bank . . . 158.30 Kreditaktien 217.00 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . 121.00 Gotthard bahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 35 80 Uesterr. Staatsmtim . . . 145.30 l'nnce-Henn-Eiseubahu . 150.00 •ezember. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 213.70 Laurauütte —v— i.uinbardeu E. B. ... —.— 5ordd. Lloyd 130.40 Tiirkenlose . .... — Bergesfeu Sie nicht, daß Weihnachlen devorsleht und daß als bestes Weihnachtsgeschenk sich eine Caw-QüUieber erweisl, welche von Mk. 12.50 auswärts, der Große der violdfeder ennprechend, länflich i|L Es gibt mchlS Brauchbareres, weil jedermann täglich sich einer Feder bedienen muß. Es gibt auch nichts Tauerhaiteres, weil sie lebenslänglich vorhätt. Es gibt überhaupt nichts, dessen sich der Beschenkte angenehmer erinnert, als der Gabe einer Caw’s- Füllseder. Rachahmun gen sind zahlreich, aber jeder Händler von gutem Ruie wird Ihnen eine Caw verleimen, wenn Sie Caw verlangen. Alan beachte beim Kaufen, daß der Halter den Namen Caw trägt. Bezug durch Papiergefchäue. Fllustr. Katalog gratis. Schwau-Vleistift-Fabril, Nürnberg. [b8m/u fite wlrD 0 W WnÄer- Kasseler TrWiicK Hafer-Kakao L.„ ...... —d tausendfach ärztlich empfohlen. Er kräftigt, wirkt nachhaltig sättigend und lässt während des Unterrichts kein nervöses Hungergefühl aufkommen. — Nur echt in blauen Kartons ä 1 Mk., niemals lose. o Ö eiuiugcu der Eltern D*: S <5- = - 7? 10110= geboren £-0 wann? ' 1: D eranlaslmil !V Taubhe ivodurch? C O stocktaub Um der Tc OS @ z - er D iang mbheit Andere Gebrechen V Kann sprechen von wem? wird es inrt ? Uniert 1 5»*" ' von wem t wurde es mn ? ichtet beschäftigt? •sr Mit was • L fü 5 k-* 00 5 D 9 >-* Ord.Nr. N amen der Taubstu m m c n 2. .w Geburtstag. Religion — ehelich ? außerehelich ® □j Tas wievielte Kmd? Namen der Eltern und ihre Beschäftigung 7. — Bei der Geburt war alt der die Vater Mutter 8. Brüder § ----------- to 5" Schwe- Z- 8 le — • | — Brüder 1^ ______o 2 Schwe- „ r! stern |= - c o CD O CI SS tsa cz o O0 g=~ Cf er 06 R> <5 o 2. P2 CD /2P D 5 C CD S CD Cf 5 c CT M'J? & Z S 3 <§ s* o = e d o - r-, - mit Durchbruch. Handtücher, Wischtücher, Tischtücher und Servietten. WllDÄerr-Stehhdetkrrr in nikn Sarin, mm nun nn sm» NN 7192 Bahnhofstr. 30 Fr. Krogmann Bahnhofstr. 30 geeignet empfehle: Kasotten, Nähmaschinen, Geldkorbe, Wasch- und Wringmaschinen Zn Qilanaclits-^^esc-Iiieiiksii empfiehlt die V2 Liter-Flasche 21 Pfg., V, Liter-Flasche 14 Pfg. Gotthilf Röhrle, Viergioshirn-lWz Marburger Straße 7 701T Telephon Nr. 344 g g Echt 1 Kulmbacher Exportbier 3 Schwächlichen, Blutarmen u. Rekonvaleszenten sehr zuträglich Normal-Hemden Hosen- Jacken Hosenträger Strümpfe -A-. "Waag Seltersweg 60. = Tuclistoffe = für Herren- und Damen-Kleider la. deutsche und englische Waren in aLen Preislagen. Neuheiten in farbigen und weissen Westenstoffen Eine grosse Partie bester* passend zu Herren-u. Knaben-Anzügen, Preislage: 3, 4, 5, «, 7, 8, Mk. ===== zu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen. ====== Loasis Treff & Co. Tucbhandlung gegr. 1827 WaUtorstrasse Nr. 17 Hmchketteü! Elegante 9leul)eüeu zuWeihnachlsgeschenken geeignet, sowie alle |on- stigen Haararbeit, werden gut und billig angefertigt. Spezialität 16897 in grauen u. weihen Haaren. Heinrich Tichy Seltersweg 48, Ecke (Äoetheslratze. 10 Hräitlgnngsnnttel wie Ferroulangauin, Ferrocarniu, Hae- matogeu, SeottS Emulsion, Soma- tose, Sauatogeu usw. kauien Sie stets irisch in der 16029 Germania-Drogerie Carl Seibel, Frankiurler Str.39 Telephon 593 Prompt. Versandt nach auswärts. FABRIKEN VEREINIGTE MOSER feinste Ess-Chocolade Die Tafel 20. 30.40 u. 60 Pfg. ROTH KGL.HOFL'^y STUTTGART Emil fischbach Selto^swe^ GjßS^gQ Telephon 7088 Drojuen, Konserven aller Art, Material- und Farbwaren, Kolonialwaren, Delikatessen, Chokolade, Thee, Vanille, Liqueure, Spirituosen, Punschessenzen, Mineralwasser, Südweine, Dörrobst. Schirm-fabrik Ge.gr.1883 M. LEV I Tel. 536 Seltersweg 35. 1 Extra Anfertigung ■ •■= nach Wahl des Stoffes, Stocks usw., Lenau nach Angabe, ohne höhere Berechnung. 7234 Reparaturen und Ueberziehen sofort. Aufruf. Der Kriegerverein Lich veranstaltet am 8. Dezember, abends yo8 Uhr, am 9. Dezember, nachmittags 4 Uhr und abends 1/2S Uhr und am 10. Dezernber, abends x/a8 Uhr die Aufführung der Kriegsfestspiele von 1870/71 in der Turnhalle zu Lich. Preise der Plätze: Im Vorverkauf 1. Platz (nummeriert) 1 Mk., 2. Platz 50 Pfg. An der Kasse: 1. Platz 1,20 Mk., 2. Platz 60 Pfg. Kinder zahlen auf jedem Platz die Hälfte. Vorverkaufsstellen befinden sich bei den Herren: Ferd. Zimmer, Wilh. KrauS, Wilh. Dietz, Kaufm. Carl Heller. Zu recht zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein Der Vöchüd dc§ togtmrtinS Lich. 6868 Probieren Sie bitte k i in Würfeln zu 10 Pig. für 2 Teller ausgezeichneter Suppe. Viele Sorten tvie Reis-, Erbs-, Gemüse-, Tapiokaslippe u. s. ro, bieten reiche Abwechslung. Nur mit Wasser u. in wenigen Minuten zuzuvereiten. Stets zu haben bei CZevrg Wallenfels, Marktplatz 21, Telefon 46. M / , Beniners 91r. ®rl4< fliiiit' fern®" w-S demy die S'tl blälin Moiai'o lad UlllDfl dniden -üdol" um C