Nr. 211 Erscheint «zNch mit Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehe» «** ilt am^o. gefugt* Rußland. Petersburg, 7. Sept. Die Gesundheit der Kinder Stolypins ist so ivcit hcrgestcllt, daß ihre Ueberführung in das Winterpalais möglich i|t. — Nach Meldungen aus Warschau ist unter den Festungstruppen der Festungen Modl in, Dumblin und Zegrze Meuterei ausgebrochen. In den letzten Lagen haben zlvischeu meuternden Artilleristen und treu gebliebenen Infanteristen blutige Zusammenstöße stattgefunden. Es besteht der Verdacht, daß em Leit der 450 TonS hat, lief heute mittag um 12 Uhr auf der Germaniawerft vom Stapel. Es erhält ein bedeutend größeres Deplazement und wird mit Turbinen ausgerüstet werden. Kronberg i. T., 7. Sept. Die Kronprinzessin von Griechenland ist heute abend um 6 Uhr aus Potsdam wieder hier eingetroffen. Konstanz, 7. Sept. Der Großherzog und die Großherzogin, umgeben von der Prinzessin Wilhelm und den Hofstaaten, empfingen heute nachmittag die amerikanische Jubiläums -Deputation in Schloß Mainau. Der erste Präsident, Hönninger, hielt eine Ansprache, in der er sagte, er sei beauftragt, die Huldigung und die Glückwünsche sämtlicher landsmännischer Vereine zum Jubiläum darzubringen. Sodann wurde eine kostbare Kassette mit dec Adresse überreicht. Der Groß Herzog dankte tief gerührt für die liebevolle Aufmerksamkeit und die zmn Ausdruck gebrachte Vaterlandsliebe. Eine Dame aus der Deputation überreichte der Großherzogin ein Nosenbukett. Das Großherzogspaar drückte jedem der Teilnehmer die Hand und verweilte längere Zeit tn regster Unterhaltung mit denselben. München, 7. Sept. Die Kronprinzessin traf heute Nachmittag von Tegernsee hier ein und ivucde am Bahnhof von dem preußischen Geschäftsträger, Frhrn. v. Werthern, empfangen. Die Kronprinzessin wohnt der „Tannhäuser"- Aufführung im Prinzregersten-Theater bei und wird heute abend nach Tegernsee ziirückkehren. Deutsches Reich. Berlin, 8. Sept. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die „Freisinnige Zeitung" teilt in einem auch von dem „Berliner Tageblatt" übernommenen Artikel mit, daß ein Beamter des Auswärtigen Amtes, der sich der Urkundenfälschung schuldig gemacht hatte und verhaftet worden sei, jetzt auf Veranlassung feiner vorgesetzten Behörde auf seinen Geisteszustand untersucht werde, obwohl an einen JrrsinnSfall gar nicht 311 denken sei. Wir stellen fest, daß beide Angaben falfch sind. Von dem Augenblicke an,' wo sich die Staatsamvaltschaft mit der Angelegenheit befaßt, hat sich das Auswärtige Amt jeder Einmischung in das bei den zuständigen Gerichtsbehörden schwebende Verfahren enthalten. Tatsächlich ist der Beamte niemals verhaftet gewesen, und er befindet sich jetzt auf freiem Fuße. Was die Beobachtung des Geisteszustandes betrifft, so hat auf einen Antrag, den der Untersuchungsrichter, durch ärztliche Mitteilungen veranlaßt, gestellt hat, die zuständige Strafkammer einen Beschluß gefaßt, nach welchem der Beamte sechs Wochen in einer geschlossenen Anstalt auf seinen Geisteszustand beobachtet werden soll. Hiermit entfallen alle Unterstellungen, die von der „Freisinnigen Zeitung" bei der Mitteilung der falschen Angaben versucht worden sind. Schwerin, 8. Sept. Die Großh. Staatsregierung verbot die Abhaltung des sozialistischen Parteitages für beide Mecklenburg im großherzöglichen Staatsgebiet. Kiel, 7. Sept. Das Torpedoboot „G 136', das letzte Torpedoboot der Serie 132—137, das eine Größe von JAwaren- und yqL gejucht. Gefl,selbsiL, —ten ii. o383 an Miefe, ll*e mehrere tüchtige Mädchm hier und außerhalb. (06$ dtou Herr, Sonnenslrafee L « MWch Äp stunden vormuiags gesch Lndwigstra^. Offiziere die revolutionäre Bewegung unterstützt. Die Soldateska wird durch das revolutionäre Blatt „Soldatkraja Dolja aufgehetzt. Die Lage ist bedrohlich. Viele Offiziersfamilien verlassen bereits ihre bisherigen Wohnungen in den Festungs-RayonS. Warschau, 7. Sept. Der militärische Generalgouoer- neur von Warschau v. Becker tritt vom Amte zurück; an seiner Stelle wurde zum Generalgouverneur General Olchowsky ernannt. — In dem^Jnv al i den stift Kalwarya bei Warschau wurden sieben Insassen des Stifts von einem tobsüchtigen Mann namens Tabaezyk mit einer Axt getötet. Sewastopol, 7. Sept. In der letzten Nacht wurde ein Gendarmerie Offizier in einem Wagen der Straßenbahn ermordet; zwei wie Arbeiter gekleideten Männern, die der Tat verdächtig sind, gelang es zu entfliehen. Astrachan, 7. Sept. In der Ortschaft Nikolskaja im Kreise Garew versuchte ein Volkshaufe den verhafteten Gemeindcältesten zu befreien, nahm den Landeshauptmann fest und demolierte die Wohnung des Landkommissars, der sich versteckte. Außerdem plünderte die Menge einen Waffenladen. Die Ortschaft ist vorläufig ganz schutzlos, da die aus Astrachan entsandten Kosaken erst am Sonntag eintreffen fönncii. Kostroma, 7. Sept. Im hiesigen Gouvernement macht sich eine starke Agitation der linken Parteien bemerkbar. Es finden zahlreiche Meetings statt. $6tS »ei* WM» 0 ^en Lohn per101 Larchmdche»« fu4] 9* !iolon'^.^ilial>^ jfeh« ‘^hierin gesucht. 969en mona». SBe^ütuna Wt. 9 ^9 Golöschiaidt Men. । ‘ggBBSnTTiL Mtinedj, -Ms ingeresÄM » [leinen bürgerlichen / nieten tzesnchi. Drnchslr.8,1. । Msärbeüerinüen^ owie Lehrmädche« r foiort gesucht. I06577 amentonsetlion Lma Bmnger, VahnhM.66 (Cck Ammdj. von klein, ffomiile MDllößll gesucht, __Sicbiflllw*’1 ■>gyj Jemand Mi ' w. Staat und Kirche in Frankreich. Paris, 7. Sept. Der „Temps" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Unterrichts Minister Briand über die Bischofsversammlung und die Frage der K u l t u s v e r e i n i g u n g e n. Briand erklärte, er wäre sehr erftaunt, wenn die Bischöfe irreparable Lösungen angenommen haben sollten. Wie mit dem Himmel sei auch mit dem Papst ein Ausgleich möglich. Kein Gesetzestext verpflichte die Priester, den Kullusvereinigungen als Mitglieder anzugehören. Falls die Bischöfe und die Priester ein Mittel suchen sollten, sich dem Gesetz anzupassen, ohne persönlich und direkt in Widersprua) zu i>en päpstlichen Weisungen zu geraten, könnte der Ausweg gefunden werden, daß die Mitglieder enter Kirchenfabrik untereinander und mit einigen Gläubigen, aber ohne Pfarrer, eine Bereinigung bilden zum Zwecke der Ausübung des römisch^katho- lischeit Gottesdienstes. Diese .Vereinigung wäre gesetzlich. Sie würde sich an einen Pfarrer wenden und ihm erklären, daß sie ihm alle materiellen Mittel zur Ausübung des Gottesdienstes biete. Könnte der Bischof den Pfarrer tadeln, wenn er dieses Anerbieten annähme, tmd welchen Einwand könnte der Papst erheben. Ter Minister schloß mit der Erklärung, daß er die Bischöfe, die mit ihm eine Unterredung wünschen sollten, gewiß empfangen werde. — Der „Temps" bemerkt hierzu: Minister Briand will den öffentlichen Frieden und die Gewissensfreiheit wahren. Er ist für eine Verständigung unö er treibt den Wunsch nach Verständigung soweit, daß er der Geistlichkeit die Mittel nahe legt, den Geist der Enzyklika und die Forderungen des Gesetzes miteinander zu versöhnen, aber er erinnert gleichzeitig mit Entschiedenheit daran, daß er seiner Aufgabe, die Durchführung des Gesetzes zu sichern, nachkommen werde. Ueber die gestrigen Verhandlungen der Versammlung der Bischöfe verlautet, daß dieselbe sich auch mit der Frage der Kirchen gebäude beschäftigte. Der Versammlung wurde das Gutachten eines katholischen Juristen vorgelegt, nach welchem alle Kirchen Frankreichs Eigentum der Gemeinden sind. Es sei zu hoffen, daß die meisten Gemeindevertretungen und zwar selbst die republikanischen und die radikalen, um jeden Konflikt mit der katholischen Bevölkerung zu vermeiden, an dem gegenwärtigen Stande nichts ändern und auch nach dem 12. Dezember die Kirchen den Katholiken zur Verfügung stellen werden. Aus die Bischöfe habe dieses Gutachten einen großen Eindruck gemacht. Es heißt, daß die Idee, die weitere Gestaltung der Sjinge ruhig abzuwarten, infolge dieses Gutachtens zahlreiche Anhänger gesunden habe, doch neigt die Mehrheit noch immer dem Vorschläge zu, einen modus vivendi zu finden und Verhandlungen mit_ber Regierung anzu- knüpsen, um eine Vermehrurrg und Stärkung der im Gesetz enthaltenen Bürgschaften zu erlangen. — Tie letzte Sitzung der Bischöfe fand heute vormittag statt. Es wird bestätigt, daß die Bischöfe ke i u e b ü n d i g e n B e s ch lü s se gefaßt haben und sich darauf beschränkten, mit Beziehung auf das Inkrafttreten des Trennungsgesetzes mehrere eine Rechtsverwahrung enthaltende Maßregeln zu ergreifen. In Bestätigung früherer Meldungen wird mehrfach übereinstimmend gemeldet, die Bischossversammlung habe bechslossen, daß die Kirche Frankreichs nichts anderes zu tun habe, als in ihren Stellungen zu verbleiben, und daß demzufolge auch nach dem 11. Dez. der Gottesdienst in dem gegenwärtig dem Klerus zur Ver- ügung stehenden Gebäuden ausgeübt werden solle. Jeder Bischof werde diesen Wider st and gegen das Gesetz in der ihm gut scheinenden Weise organisieren, insbesondere werde dafür Sorge getragen werden, daß in den Kassen der Kirchenfabriken sich am 11. Dezember nur ganz minimale Beträge befinden. Die Bischöfe haben auch Die Frage geprüft, in welcher Weise die Mittel zum Ankauf der Kirchen beschafft werden könnten, sobald der Staat sie den Gemeinden überlassen hätte. lucht Frau E.Groh, Kir^sr, 13, LchriiUchaü r Weißwaren-, Mich» und chattuiigsgeschäst Euch«. 5c!b[lgejd)riebcne Werten u. K bei, tue Expedition öS. Bl. Tüd)tige Sertäufcrin lux iiiiatlur- unb Weißwaren« iaft für bald gefugt, friftL Reibung, unt 06576 Gießener Anzeiger erbeten. Aer Kaiser in Areslau. Breslau, 7. Sept. Ter Kaiser nahm gestern abend die Meldung des Gesandten Frhm. v. Jenisch als Vertreter des Auswärtigen Amtes für die Manövertage entgegen. Auf dem Gandauer Exerzierplätze sand heute vormittag von 8V2 Uhr ab die große Parade des manövermäßig verstärkten 6. Armeekorps unter dem kommandierenden General, General der Infanterie v. Woyrsch statt. Ter Kaiser, dem die neuen Feldzeichen folgten, ritt zunächst mit den anwesenden Prinzen--2ohueii vor die Mitte der Front des Korps und übergab die Feldzeichen mit Ansprachen an die entsprechenden Regimentskommandeure. Sodann ritt der Kaiser die Fronten der Abordnungen der Kriegervereine, darauf die Front der Truppen ab, gefolgt von der Kaiserin, die in der Uniform ihres Kürassier- regiments zu Pferde saß, und von sämtlichen hier weilenden deutschen und fremden Fürstlichkeiten und den fremden Offizieren. Nach den Vorbeimärschen der Truppen und der Kritik erfolgte um 11% Uhr die blückkehr in die Stadt. Die Kaiserin kehrte unt 11 Uhr 45 Min. nach dem kgl. Schlosse zurück, der Kaiser an der Spitze der Standarten- schwadron unb der Fahnenkompagnie des Füsilierregimentes Generalfeldmarschall Graf v. Moltke (Schles. Nr. 38). Auf dem Rückwege von der Parade hatten die Hhulen, die Kriegervereine, die Innungen und andere Vereine Spalier gebildet. Vor dem Kaiser ritten der Kronprinz, sowie die Prinzen Eitel Friedrich, August Wilhelm und Oskar. Heute abend fand in den Räumen des Zwinger beim Kaiserpaar Paradetafel statt, an der u. a. teilnahmen der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, die Erbprin- zessin von Sachsen-Meiningen, Erzherzog Friedrich von Oesterreich, Earl of Lonsdale, der König von Sachsen, der Herzog von Connaught, der Kronprinz, Prinz Eitel Friedrich, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, Erbprinz von Sachsen-Meiningen, der kommandierende General von Woyrsch, Generalfeldmarschall v. Hahnke, Kriegsminister v. Einem, Generalleutttant v. Goßler, Generalfeldmarschall Graf v. Höseler, Generalleutnant v. Moltke und Generalleutnant v. Treskow. Der Kaiser brachte .im Verlaus der Tafel folgenden Trinkspruch aus: »Ich kann meiner Zufriedenheit, der ich heute schon nach der Parade Ausdruck verliehen habe, nichts Neues hinzusügcn und kann nur nochmals meine Freude aussprechen, daß das 6. Korps unter Ihnen, mein lieber Woyrsch, am heutigen Tage sich glänzend vor mir bewährt Hot. Wer heute die seit 36 Jahren zum erstenmal auf Kriegszustand gebrachten Bataillone im ehernen Tritt ihren sturmgepeitschten neuen Fahnen folgen sah, der konnte ermessen, daß jedenfalls die letzten zehn Jahre Friedensarbeit nicht umsonst gearbeitet worden ist, und daß, soweit aus der Parade auf Ausbildung und Haltung der Regimenter zu schließen ist, das Korps in vorzüglicher Verfassung sich befindet. In ihm stehen Regimenter mit hohen und herrlichen Namen, Chiffren ihres Königs tragend, vor allem das älteste Qiegiment der Armee, mein Leib-Kürassier-Regiment. Sie dienen in Garnisonen auf historisch geweihtem Boden! So mögen denn die Regimenter des Korps im Manöver zeigen, was sie auf der Parade versprochen haben. Mir aber ist cs eine besondere Freude, gerade in diesem Jahre einen Beweis dafür zu besitzen, daß in meiner Armee frisch und flott gearbeitet wird. Hundert Jahre sind es her, seit unter den furchtbaren Prüfungen, die der Himmel un§ auferlcgte, das Vaterland zusammenbrach, und die alte fridericianifche Armee zn Grunde ging. Der heutige Tag hat gezeigt, daß wir nicht vergessen haben, daß wir arbeiten müssen, und daß wir, wenn wir Gelegenheit haben, das halten werden, was lvir in drei Feldzügen versprochen haben. So erhebe ich mein Glas auf das Wohl dieses Armeekorps, auf das Wohl seiner Regimenter und begreife in diese ein, die königlich sächsischen Regimenter, die Seine Majestät der König die Gnade gehabt hat, zum Korps zu kommandieren, vor allem mein neues Manen-Regiment. Die Regimenter fofien leben! Hurra! Hurra! Hurra 1" Ter kommandierende General v. Woyrsch dankte dem Kaiser für die anerkennenden Worte und schloß mit der Versicherung, daß das 6. Armeekorps jederzeit und allerorts bereit sei, zu sterben mit dem Rufe: Seine Majestät der Kaiser und König, unser aklergnädigster Kriegsherr, Hurra! Hurra! Hurra! Nach dem Tiner hielt das Kaiserpaar Cercle ab und begab sich dann nach dem Schloß, wo es mit den fürstlichen Gästen von der Rampe des Schlosses aus dem großen Zapfenstreich sämtlicher Musikkapellen des 6. Korps unter Leitung des Prof. Roßberg beiwohnte. Die Stadt war glänzend illuminiert.' Zweites Blatt 156. Jahrgang Samstag 8. September 1866 /fTT A A A A/K A M AA A A A Ak. A AA Rotationsdruck und Verlag der vrühl'sch« Die „•leftener ZamlUenblStter- werben dem OO G?Eg | S !T UnlDcrr,t5t5brude^_^8ott«e' .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der MFJ H | K OsOLmLl Redaktion. Expedition «.Druckerei: SchMr^ ^esstschß Landwirt" erfcheint monatlich einmal. 0 Tel. Nr. 6L Zelegtv-ttbt.: Die Eruteausfichten in Rußland sind vielfach ungünstig, ein Umstand, der sich bei ben ständigen Unruhen vielfach unangenehm bemerkbar machen wird, denn hungrige Menschen neigen im allgemeinen leichter zu Krawallen als satte. Die .Handels- und Industrie-Zeitungs bringt folgende Erntefchätzung: Winterweizen allgemein gutmittel; gut in den Ostseeprovinzen, in Polen und im südöstlichen Gebiet; schlecht bezw. unbefriedigend im Wolgagebiet, im Osten und Zentrum des Ackerbaugebiets. Winterroggen allgemein unbefriedigend; schlecht in Ssamara, Saratow, Simbirsk, Pensa, Kasan, Jaroslaw und Kostroma; unbefriedigend in Orenburg, Ufa, Wjarka, Wologda, Twer, Pskow, Moskau, SmolenSk, Kaluga, Rjasan, Tula, Tscherni- gow, im Dongebiet, Astrachan, Krim und im NordkaukasuS; gut in den drei südöstlichen und zehn polnischen Gouvernements, in Poltawa, Cherson und Kursk. Sommerweizen allgemein unbefriedigend; schlecht in Ssamara, Saratow, Simbirsk, Pensa, Kasan, Ufa, Tambow, Rjasan und Poltawa; unbefriedigend in Orenburg, Wjatka, Nishnij-Now- gorod, Wladimir, Moskau, Orel, Tula, Kaluga, Woronesch, Cherson, Saurien, im Dongebiet und im Nordkaukasus. Gute» Stand wurde nicht angetroffen. Hafer allgemein unbefriedigend; schlecht in Ssamara, Saratow, Simbirsk, Pensa, Kasan und Nishnij-Nowgorod; unbefriedigend in Orenburg, Wjatka, Kostroma, Wladimir, Tambow, Tula, Kaluga, Poltawa, Woronesch und im Dongebiet; gut in neun polnischen Gouvernements. Gerste allgemein kaum befriedigend; schlecht bezw. unbefriedigend in den Gebieten, worin Hafer solchen Stand aufweist, und außerdem schlecht in Poltawa, gut in drei südöstlichen und zehn poln. Gouvernements, sowie in den Ostseeprooinzen, ferner in Kowno, Witebsk und Twer. In den nicht aufgeführten Bezirken stand die Ernte befriedigend. AusLand. Paris, 6. Sept. Der „Petit Marseillais" hatte gemeldet, der Minister des Innern hätte in Berlin Schritte getan ober tun lassen, um gelegentlich seiner Reise in Deutschland mit offiziellen Persönlichkeiten ziisammcn- zutrcffen. In einem Telegramm an den „Petit Marseillais" erklärt der Minister des Innern, er sei als einfacher Privat- inann gereift und habe derartige Schritte weder unternommen, noch unternehmen lassen. Er habe sich gegenüber den französischen und ausländischen Journalisten jeder Aeußerung über die französische oder die deutsche Politik enthalten. — Nach einer Meldung eines englischen Blattes sollte der Minister Clemencean an Campbell-Bannerman zu dessen 70. Geburtstage ein Glückwunsch-Telegramm gerichtet haben, in dem er u. a. auch die AbrüstungSfrage berührt hätte. Demgegenüber erklärt die „Agence Havas", daß Minister Clemenceali an den englischen Premierminister kein Telegramm gesandt habe. — Vor den Fenstern der Villa des Großfürsten Paul von Rußland in St. Cloud wurde gestern eine Bombe gefunden. Diese wurde unter den üblichen Sicher- heltsmaßregeln ins Laboratorium gebracht, woselbst sich herausstellte, daß die Bombe ungefährlich iuar, da sie keinerlei Explosivstoffe enthielt. Es liegt jedenfalls ein Racheakt der Diener vor, die vom Großfürsten gemaßregelt worden waren. Rom, 7. Sept. Wie der „Tribima" aus Forli gemeldet wird, ist die Prinzessin Friederike Wilhelmine von Hohenzollern, die Witwe des Marchese Popoli, geworben. Gradisca, 7. Sept. Der ehemalige Landeschef von Bosnien und Herzegowina, General der Kavallerie Baron Appel, ist heute früh gestorben. Marienbad, 7. Sept. Der König von England ist nach beendeter Kur über Eger und Vlissingen nach England abgereift. Konstantinopel, 6. Sept. Es wird geplant, daß Frankreich vor der Hand zu Einübungszwecken Maschinengewehre für Lebelpatronen, und zwar 35 für den drittes Korpsbereich (Saloniki) und 35 für den zweiten Korpsbereick (Adrlanopet) samt der Exerziermunition der Pforte liefert für den etwas sauren reichlich entschädigt, so um so lohnender sein, zum fröhlichen Wctt- urdentsches, echt turne» Gipfel deS Bergriesen an der MagenS sorgt in der altgemütliche DünSbergmirt auS risches Treiben geben auf dem Lahn! Für Kräftigung deS bewährten Weise der bekannte dem »Biebertal". -r- Duten Hofen, 8. hat nur gesprächsweise die Aufmerksamkeit der Pforte sowie der Botschafter auf die Ereignisse gelenkt und für deren Jn- tervenüon gewirkt. Havanna, 7. Sept. Pino Guerra hat die Regierung wissen lassen, daß er keinen Waffenstillstand annehme und die Feindseligkeiten nicht eher einstellen werde, als bis die Regierung daS Versprechen gegeben hätte, daß die Wahlen jedes Jahr, und zwar im Dezember, stattfinden werden. Tanger, 7. Sept. Die Anhänger des Prätendenten erlitten durch die Truppen deS ScherifS eine ernste Niederlage. Bu Hamara soll sich in Selman befinden. — DaS Reuter-Bureau meldet, in Mogador sei eine Revolution ausgebrochen und feindliche Stämme hätten die Stadt angegriffen. Der französische Gesandte Regnault beorderte den Kreuzer „GalilLe" nach Mogador, und die Vertreter der übrigen Mächte hätten telegraphisch die Entsendung von Kriegsschiffen dorthin beantragt. Mohammed el TorreS sei bemüht, Fahrzeuge zum Transport von Truppen zu chartern. Kalkutta, 7. Sept. Ein Pamphlet aufrührerischen und aufreizenden Inhalts wurde von der Geheimen Gesell- Allfstieg durch eine herrliche Aussicht dürfte eine Besteigung am Sonntag Mehr Turner als jemals haben sich kampf angemeldet, und es wird ein Handel nnd Verkehr, Volkswirtschaft. Köln, 6. Sevt. Die .Kölnische Volksztg." schreibt: Nach den Ergebnissen der bisherigen Verhandlungen zu schließen, werden sich der Erneuern ngdesStahlwerk-Verbandes besondere Schwierigkeiten kann: in den Weg stellen. Auch nimmt man an. eventuell fpfittr gegen 70 neue Maschinengewehre für Tonstufe ift F) werden von einer Kommission gesichtet, alpha- Mauserpatronen eingetauscht werden sollen. — Die Nach- betisch geordnet und dann zur einheitlichen Ueberarbeitung richt, daß der griechische Gesandte Gryparis bei der des Ganzen einer maßgebenden Persönlichkeit in der Musik- Pforte wegen der antigriechischen Bewegung in Bulgarien welt zugestellt. Das in Aussicht befindliche volkstümliche offiziell protestiert habe, ist unbegründet. Gryparis Werk könnte dann als Ergänzung des bekannten „Rheinischen " ...... ' VolksliederbornS" von Musikdirektor Becker zu Neuwied, das Ans Stadt und Land. Gießen, 8. Sept. 1906. - Feuerwehr. Gestern abend schon fand die für kommende Woche angesagte Alarmierung der beiden hiesigen Feuerwehren statt. Um 81/» Uhr begann im Innern der Stadt die Alarmierung. Es wurde Großfeuer auf der früheren Aktienbrauerei gemeldet. Die Mannschaften der beiden Wehren, sowie die kurz vorher im Falle einer Alarmierung bestellten Gespanne waren rasch zur Stelle, so daß die Ankunft auf der markierten Brandstelle 16 bis 20 Minuten von der Alarmierung aus dauerte. Diese Zeit war sehr kurz, wenn man in Betracht zieht, daß durch die Sperrung mancher ,Straßen auf Umwegen gefahren werden mußte. Wegen deS weiten Weges kamen die Mannschaften etwas erschöpft an, eS wurde aber trotzdem tapfer gearbeitet, so daß im Ernstfälle das Feuer bald überwältigt worden wäre. Nach der Hebung rückten die beiden Wehren gemeinschaftlich ab und versammelten sich im Saale des Hotel Einhorn, wo die Feuerwehrkapelle durch ihre Musik die Kameraden noch lange zusammen» hielt. Die beiden Kommandanten der Wehren, Brandinspektor Wigandt und Hauptmann Lindenstruth, sprachen den Mannschaften für ihr rasche Bereitschaft ihren Dank aus. ** Blinder Feuerlärm. ES war Kerbemontag in einem Dorfe bei Mainz, die Wirtschaften waren alle gut besetzt, während die Jungen sich beim Klang der Fiedel lustig im Kreise drehten. Plötzlich erklang Sturmleuten vom Turm! Feuer! Da tönten auch schon die Fenersignale der Feuerwehr durch die Straßen. Die Musik auf den Tanzböden auch viele in hiesiger Gegend gesungene Lieder enthält, gelten. Nach unserer Auffassung bildet die Verbreitung solcher schöner Lieder den besten Damm und Dämpfer gegen die süßen, seichten Tingeltangellieder und Gassenhauer, die wahrlich nich unser Volk veredeln. ** Kleine Mitteilungen au Hessen und den Nachbarstaaten. Der Manu, der sich in einem Strohhaufen bei .Hattersheim erschossen hat, ist als der 40 jährige Ortsarme Schreiber von dort erkannt worden. — Bei einer Hebung der freiwilligen Feuerwehr in Dietzenbach stürzte ein Mann und erlitt einen schweren Beinbruch. — In Mannheim starb eine 26jährige Ehefrau an Vergiftungs-Erscheinungen. Sie hatte auf dem Wochenmarkt Pilze gekauft, unter denen sich wahrscheinlich giftige befanden. — In Deterskirchen erdrosselte die Frau des Schreinermeisters Schmidt ihren Stiefsohn mit einer Schnur. Die Mörderin wurde verhaftet. Ob ein Verbrechen oder die Tat einer Wahnsinnigen vorliegt, muß die Untersuchung feststellen. * Geographische Merkwürdigkeiten. An der Straße von Winkel nach dem romantisch gelegewen südlichsten Orte des Reichslandes, Lützel, liegt das Gehöft Glashütte, das auS vier Wohnhäusern besteht, von denen drei bewohnt sind. Diese drei bewohnten Wohnhäuser gehören zu drei verschiedenen Gemeinden, zu Winkel, Oberlarg und Lützel. Bei der Weiterwanderung kommt man kurz vor Lützel zum Gehöft ScholiS. Hier ist der Kulminationspunkt der großen Wasserscheide. Das Wasser, welches von der uns zugekehrten Dachseite der Scheune abläuft, gelangt in das Becken de§ Mittelländischen Meeres und daS, was von der anderen Dachseite herunterrinnt, in die Nordsee. Die schwäbische Weltsprache. Herr M. aus Schwaben machte mit seiner Gattin jüngst eine kleine Reise nnb dachte an nichts BöseS, als urplötzlich ein baumlanger Engländer in den Eisenbahnwagen stieg und e§ sich in seiner Art bequem machte, d. h. seine langen Spazierhölzer über die gegenüberliegenden Sitze und der Dame beinahe unter die Nase schob. Höflich, wie der Schwabe nun einmal ist, versuchte er es nut Englisch — allein der Fremde tat, als ginge ihn die ganze Sache nichts an. Darauf Französisch — dann Italienisch: derselbe Erfolg. Nun aber ging e§ dem Schwaben wie dein Ritter im Uhlandschen Lied: „Da wallt dem Schwaben auch fein Blut", und er stülpte sich ohne weiteres Rock- und schäft, genannt „DaS goldene Bengalen" über ganz Bengalen unter den Hindus und Mohammedanern verbreitet. Die Schrift fordert alle zur Erhebung und zur Vertreibung der Engländer aus dem Lande aus. Der Sitz der Gesellschaft wird in Kalkutta vermutet. Seit der Krönung BanerjeeS haben diesen bereits zahlreiche Anhänger verlassen. Es herrscht Uneinigkeit selbst unter den Führern der Bewegung. Gleichwohl^ ist es wahrscheinlich, daß, wenn der Ausiuhr nicht energisch unterdrückt wird, noch große Schwierigkeiten bevorstehen. Melbourne, 7. Sept. DaS australische Parlament hat einen Gesetzentwurf angenommen, welcher die Bildung von Trusts untersagt. Vermischtes. * Ser Tin, 7. Sept. Heute früh ist int Gr u n ewalb in der Nähe von Zehlendorf ein Pistolenduell ausgefochten worden. Als Duellanten standen sich ein 45 Jahre alter Gutsbesitzer aus der nächsten Nähe von Berlin und ein Berliner Arzt im1 Alter von 40 Jahren gegenüber. In dem Streit der beiden Freunde, die beide unverheiratet waren, spielte eine Frau eine Rolle. Der Gutsbesitzer er» titelt schon beim ersten Kugelwechsel vom Gegner einen Schuft in die Lunge. In bedenklichem Zustande wurde er in die Klinik geschafft, wo er hoffnungslos darniederliegt. * Rummelsburg, 7. Sept. Heute nachmittag gegen 3 Uhr brach in der hiesigen Fabrikanlage der Aktiengesellschaft für Anilin fabrika tion in Treptow, wie vermutet wird, durch Selbstentzündung, Feuer aus, das eines der Gebäude zerstörte, aber nach mehrstündigen Bemühungen der Feuerwehren der umliegenden Vororte und der zu Hilfe geeilten Berliner Feuerwehr auf seinen Herd beschränkt werden konnte. Man befürchtet, daß der Schlosser W. Bethke aus Berlin, Weidenweg Nr. 87 wohnhaft, der vermißt wird, in den Flammen umgekommen ist. * Opfer der Berge. In der Krachenfluh am Stanser- horn ist der Techniker Julius Haase aus Dresden tödlich verunglückt. Er stürzte ab, als er eben an einem an sich ungefährlichen Wege den Abstieg versuchte. — Vom Brenta- Gletscher ist ein Regensburger Herr abestürzt und schwer verletzt morden. * Ein neuer EisenbahnUnfall. In Dieppe fuhr gestern ein Personcnzug infolge falscher Weichen- stellung auf einen Prellbock. 25 Personen, die den Zug im selben Moment verlassen wollten, wurden schwer verletzt. * Erdbebennachrichten. In Valparaiso wurden zwei neue Erdstöße verspürt. Unter den Trümmern der eingestürztcn Gebäude brennt es noch immer fort. Die Behörden haben Schuppen errichten lassen, in denen die Gerichtsbehörden ihres Amtes walten werden. * Ein Drama zur See. Wiedas „Mcmcler Dampfboot" meldet, ist die am 27. August mit einer Holzladung von Memel abgegangene Galliot „Anna Rebekkaaus Brei- hvlz bei Rendsburg am 28. August im Nordweststurm, etwa 40 Seemeilen von Memel, gekentert. Die aus hetn Kapitän, einem Matrosen und einem Schiffsjungen bestehende Besatzung rettete sich auf den Kiel der Galliot, wo sie acht Tage lang ohne Essen und Trinken umhertrieb. Eine See spülte den Matrosen über Bord, doch gelang es dem Kapitän ihn zu retten. Am Sonntag verfiel der Schiffsjunge in Raserei und starb am anderen Morgen. Inzwischen war das Wrack in die Gegend von Schwarzort getrieben worden, wo ein Rettungsboot die Ueberlebenden und die Leiche an Bord nahm. war verstummt und alles stürmte hinaus, dem Herd des Feuers zu. „Wo brennt's?" „Am Bahnhof!" Die Feuerwehr, samt der Menschenmenge, stürmten dorthin und von weitem schon sah man dichte Rauchwolken gen Himmel steigen. 2lber lachend kamen schon einzelne Neugierige dem VolkS- hänfen entgegen. „Geht haam", riefen sie, „m'r sein ge—uzt, ei's brennt jo gar nit, 's tut nor 'e Lokom otiv raache!" So war eS auch; am Bahnhof stand eine angeheizte Lokomotive, deren Schlot eine mächtige schwarze Rauchwolke entquoll. Ein Uebereifriger hatte „Großfeuer" gemeldet und das ganze Dorf auf die Beine gebracht. ES dauerte nicht lange und die Kirchweihfreuden waren wieder in vollem Gange. •• Warnung für Italien-Reisende. Die „Nordd. Allg. Ztg." warnt besonders die des Italienischen unkundigen jungen Deutschen, bei der Ankunft in Mailand unbekannten Ratgebern, die sich als Landsleute einführen, zu folgen, da es sich dabei jedesmal um Betrügereien handelt. Die Opfer werden in zweifelhafte Wirtschaften verschleppt, dort betrunken gemacht und beraubt. n. Vom DünSberg, 8. Sept. Morgen, Sonntag, findet, wie schon mitgeteilt, das DünSbergturnen statt. Wird der Besucher auch sonst schon Hemdärmel auf, unter denen ein paar eiserne Arme sichtbar wurden, und fragt den Engländer in echt schwäbischer Mundart, aber diesmal nicht verbindlich flötend: „Ob Se Ihre Füße wegdeant?" Der Engländer gehorchte jetzt der Aufforderung, denn die schwäbische Weltsprache verstand er. „ * . Kleine Tages chronik. In Berlin wurde der fünfjährige Sohn des Schlossers Nitschke von einem Straßenbahnwagen überfahren und schwer verletzt. Beim Anblick des unter den Wagen geklemmten Kindes sank der ganz un- betelllgte Putzer Kröbel, von einem Herz schlage getroffen, tot in bic Arme seines Begleiters. — Auf der Zeche Oster- e l d in Stimm erstickte ein Bergmann an einem mit giftigen Ga- cn gefüllten Ort. Ein anderer, der nach seinem Verbleib forschte, and ebenfalls den Tod. — Durch abstürzende Sandmassen wurden '.'^d/ibbemow in Pommern zwei Kinder von 3J/2 und 4 Jahren verschüttet und als Leichen hervorgezogen. — Frau Blö- mert, die Frau des Hingerichteten Adolf Blömert, wurde mit ihrem Kinde aus Düsseldorf in das Zuchthaus Siegburg verbracht, wo sie lebenslänglich verbleibt. — Aus dem Altonaer Museum wurde ein Altenländer Handtuch mit einer Jahrhunderte alten Stickerei von hohem kulturhistorischem Werte gestohlen. Zwischen Snrburg und Walburg stürzte die Gattin des Spezereihändlers Reukert aus Sulz mit ihrem zweijährigen Töchterchen aus dem Laut er bürg er Zug Man fand, das Kind ngcksts unverletzt auf bejn Felde bei, seiner toten i Sept. Nach einer vorauS- gegangenen Abschiedsfeier zwischen Lehrer und Schüler scheiden mit dem heutigen Tage die Lehrer AlthanS-Münchholz- Hausen, Müller - Großrechtenbach und Schief erste in- Dutenhofen au§ dem Schuldienst. Die drei Herren haben mit großer Treue und Aufopferung ihre gesamte Dienstzeit m ihren Gemeinden verbracht. Ebenso haben sie auch als Kantor und Organist ausS beste gedient und dies auch in Zellen, wo diese Aemter meist noch sehr kärglich bezahlt wurden. Während die Lehrer der Inspektion bereits am 3. August m Münchholzhausen zum frohen Jubelfeste um ihren Senior versammelt waren, bleibt der Abschied von den beiden anderen Kollegen der Oktoberkonferenz vorbehalten. ?. Biedenkopf (Lahn), 8. Sept. Auf Anregung unseres Landrats, v. Heimburg, ist eine große Anzahl von wirklich echten, guten Volksliedern gesammelt worden. Die gesammelten, in V** und Vs-Takt notierten Lieder (höchste Mutter spielen, die das Genick gebrochen hatte. — In DresbU erschoß sich während der Aufführung von „Carmen" in der Hofoper ein junger Ausländer. — In einer Sandgrube bei Heidelsheim (Baden) wurden drei Personen von abstürzenden Erdmassen verschüttet. Zwei sind tot, der dritte wurde schwer verletzt. — Nach einer aus' Triest zugegangenen Meldung hat sich der Wiener Universitäts-Professor Geheimrat Dr. Ludwig Boltzmann in Dhino durch Erhängen entleibt. Geheimrat Boltzmann soll nervenleidend gewesen sein. — Im Forsten ried er Park bei München fuhr ein Automobil mit einem Rudel Hirsche zusammen. Der Zusammenstoß war so stark, daß die vier Insassen des Automobils herausgeschleudert und sämtlich verletzt wurden, darunter eine Dame schwer. — Der Brand in den beiden Ortschaften Aschach und Land- s ch a g (Bayern) ist nunmehr gelöscht. Im Ganzen sind 46 Häuser und eine große Waldfläche niedergebrannt. — In Grenoble dauern die Waldbrände fort. In der Nähe der Stadt steht ein Waldbestand in der Ausdehnung von mehreren Kilometern in Flammen. Mehrere Truppen-Abteilungen sind zur Löschung deS Feuers abkommandiert worden. — Die Arbeiterfamilie Meinert in Ober-Str ad am bei Kempen (Posen) ist nach Genuß von Pilzen lebensgefährlich erkrankt. Die Ehefrau und deren fcetyrv* lährige Tochter sind der Pilzvergiftung bereits erlegen. Giseiibahn-Zeitring. Berlin, 4. Sept. Die „Nordd. A. Ztg." schreibt über den kommenden Herb st verkehr und die preuß-hess. St a atsb ahn en: Es wird voraussichtlich mit einer außerordentlichen Zunahme des Eisenbahnverkehrs im Herbst zu rechnen sein, bedingt durch die günstige Lage der Industrie und gute Ernteaussichten. Die Bewältigung des auijergewöhnnchen Verkehrs wird die höchste Anspannung alter Kräfte erfordern. Wie wir hören, sind von der preußischen Staatseisenbahnverwaltung die Zurüstungen hierauf schon von langer Hand betrieben worden. Zu Beginn des Sommers hatte die Zentralstelle die Parole ausgegeben, ohne Rücksicht auf die Kosten alle Mäßnahnren zu treffen, die eine vollzählige Wagengestellung sicher- stellen. 'Außerdem hat die Eisenbahnverwaltung während des ganzen Sommers ihre Kohlenvorräte um ein Erkleckliches verstärkt, sowie die Beschleunigung aller Bauausführungen angeordnet, die für die Bewältigung des Herbst- verkehrs von Nutzen sind. Auch hinsichtlich des Personals und der Bildung eines Rcservepersonals ist alles Erforderliche geschehen. Soll der Zweck, die Verkehrshoch flut zu bewältigen, voll erreicht werden, so wird auf die verständnisvolle Mitwirkung der Verkehrs in teressenten gerechnet werden müssen. Ruhiges, besonnenes, rechtzeitiges Disponieren seitens der Interessenten, sowie die Beachtung aller Verwaltungsanordnungen wird wesentlich zur Behebung der etwa eintretenden Schwierigkeiten beitragen. Wien, 4. Sept. Die Generalversammlung des Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen begann heute ihre Verhandlungen. Als Ehrengäste sind unter anderen der Eisenbahnminister und der Minister des Innern anwesend. Den Vorsitz führte Eisenbahndirektionspräsident Behrendt-Berlin. Der Eisenbahnminister richtete eine längere Ansprache an die Versammlung, der er namens der Regierung und des Eisenbahnministeriums Grüße übermittelte. ICuiift und Wissenschaft. — Das Liederbuch des Kaisers. Wir lesen int „ö. : Wie wir erfahren, sind die Arbeiten der vor drei Jahren vom Kaiser eingesetzten, unter dem Vorsitz des Freiherrn R. v»n Lilieneron stehenden Kommission zur Herausgabe eines Volkslieder- buches für Männerchor so weit gefördert, daß das über 600 Volkslieder umfassende Manuskript, an dem die ersten deutschen Autoritäten auf musikalischem Gebiete mitgearbeitet haben, vor einigen Wochen zum Druck gegeben werden konnte. Die ehrenamtliche Mitwirkung hervorragender Bearbeiter bei Herstellung des Manu- «, das Entgegenkommen von Verlegern und Komponisten bei berlassung bereits anderweit veröffentlichter Chöre und nicht zuletzt die überaus günstigen Bedingungen der Firma C. F. Peters in Leipzig (Inhaber Henri Hinrichsen), welche in entgegenkommendster und völlig uneigennütziger Weisenden Verlag übernommen hat, werden es möglich 'machen, die Lvusgabe des Volksliederbuches bei würdiger Ausstattung besonders wohlfeil herzustellen. Von den 610 Chören der neueren Sammlung erscheinen über 430 in der hier gebotenen Form zum ersten Male gedruckt. Es ist zu hoffen, daß das Liederbuch Ende dieses ober Anfang des folgenden Jahres im Buchhandel erscheint. Hamburg, 7. Sept. Wilhelm Raabe wurde anläßlich seines 75. Geburtstages von der Hamburger Kunstgesellschaft zum, Ehrenmitglied ernannt. K a rlsruhe, 5. Sept. Das letzte Mitglied des alten um Gmll R'ttershaus gescharten rheinischen Dichterkreises, Geheimrat Albert R o s f h a ck ist gestern auf seiner Villa in Oberkirch (Baden) tm Alter von 69 Jahren gestorben. Roffhack gehörte seiner Zeit der Regierung des neu okkupierten Elsaß-Lothringen an. Brüssel, 7. Sept. Heute vormittag wurde unter dem Vorsitz des Staatsministers Beernaert und in Anwesenheit zahlreicher ausländischer Delegierter der Kongreß der internationalen Vereinigung für die Erforschung der Pole eröffnet. Nachdem das provisorisch gewählte Bureau als offizielles Bureau bestätigt worden, begrüßte der Minister des Aeiißeren die Gäste. Staatsminister Beernaert hielt die Eröffnungsansprache, worin er auf die Bedeutung des Kongresses hinwies und dessen Ziele darlegte. Zum Schluß drückte er die Hoffnung aus, der gegenwärtige Kongreß möge den AusgangspuiE bilden für die Organisation der internationalen Expedition, der es gelingen würde, beide Pole endgültig zu erforschen. Die ausländischen Delegierten sprachen ihren Dank für den Empfang aus. H a a g, 7. Sept. In Gegenwart des Prinzen Heinrich der Niederlande wurde gestern unter dem Vorsitz von Professor Dk. Fränkel-Berlin int Parlamentsgebäude die 5. internationale Tuberkulose-Konferenz feierlich eröffnet. Nach einer Gedächtnisfeier für den verstorbenen Präsidenten Brouardel wurde. der französische Minister Bourgeois zum Präsidenten der Vereinigung gewählt. — Im weiteren Verlaufe der Konferenz wurde auf Antrag des Vizepräsidenten Fränkel-Berlin beschlossen, dem zum Präsidenten ernannten Minister Bourgeois ein Glückwunschtelegramm zu übersenden. Sodann sprachen Professor Cal» mette-Lille und Professor Flügge-Breslau über Schutz des Körpers gegen Tuberkuloseninfektion. Paris, 7. Sept. Dem französischen Ingenieur Matche gelang es, seine unter den Auspizien des Fürsten von Monaco begonnenen Versuche mit drahtloser Telephonie so weit zu vervollkommnen, daß der Apparat in Gegenwart von Pressevertretern in, Saint Germain vorgesührt werden konnte. Auf 30 Meter Entfernung wurden in den Geber gesprochene Worte zwar chwach, aber deutlich genug vernommen. — EinK rippenspiel. In gemeinsamer Arbeit "haben ür das diesjährige Weihnachtsfest der Hamburger Lyriker Ghiflati Falke und der „Hänsel und Gretel"-Komvonist Professor Engelbert Humperdinck ein melodramatisches Krippen spiel geschaffen, das den Titel „Büb chen s W e i hn a chts tr au m" tragt. Die Kronprinzessin, in ihrer Eigenschaft als Mutter des jüngsten Hohenzollernsprossen, hat die Widmung dieses gemeinsamen Merkchens, das besonders zur Wifführung in Schule und Haus geeignet ist und demnächst im Verlag der Musikwelt, (Vroß-Lichter- elde-West erscheinen wird, angenommen. die Mehrzahl der Werke einer Verlängerung des Verbandes nti weitere zehn Jahre zustimmen werde. Arbeiterbewegung. London, 7. Sept. Der 91" v 5 ft a n b der Arbeiter in den Kohlenbergwerken von Wales wird bald beendigt fein. Der größte Teil der nicht organisierten Arbetter hat sich dem Bergärbeiterverbande angeschloffen. — Die „Tribüne" meldet ans Kalkutta unterm 6. Sept.: Die Unruhen in den E i s e n b a h n w e r k lt ä t t e n der ottindi- schen Dabn in Ja mal pur find beendet. Die Arbeiter kehrten an ibre Arbeit zurück. Prag, 7. Sept. In dem K o b l e n b c ck e n v o n B r ü x und Dux ift die Lage ziemlich ne klärt, doch scheint der Aus- stand sich weiter auszubreiten. der Ausstand ein allgemeiner wird, dürste sich nach der am 9. ds. stattfindenden sozialdemokratischen Delegiertenkonferenz entscheiden. In den beiden Bezirken sind .3.9 Personen wegen Angriffes auf Arbeitswillige und wegen Ruhestörungen verhaftet worden. Gerrebtssaal. Koblenz, 7. Setzt. Das b-iesiae T b e r kr i e g s a er i cht verurteilte den Vizeseldwebel Schirmer vom Pionierbataillon, der Soldatenbriefe, in denen er G"ldbeträge vermutete, sowie Postvakcte stahl, zu drei Monaten Gefängnis, Degradation und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes. 6', log au, 7. Sept. Die h esiqe Siroskammer verurteilte den Apotheker Jäckel aus Steinau an der Oder wegen Beihilfe bei Verbrechen gegen das keimende Leben zu Wa Jahren Zuchthaus und fünfiöhrigem Eb'-verlust; ferner wegen des gleichen Vergehens den Däckernlkister Sckolz zu einem Jahre, den 9lrbeiter Ramsch zu neun Monaten und die 9lrbeiterin Großmann zu vier Monaten Gefängnis. Kpiefplan des Großherzoglichen KurtheoterS Bad-Nauheim. Direktion Hermann Steingoetter. Montag den 10. September: „Die Neuvermählten." Lustspiel in zwei Auszügen von B. Bforusou. Hieraus: „Tas Schwert de? Damokles." Schwank in einem Akt von Gustav zu Putlitz. Im Zwischenakt Ballet-Einlage. Mittwoch den 12. September: „Komtesse Guckerl." Lustspiel in drei Aktcu von I. v. Schönthan und Fr. Kopoel-EMeld. Freitag den 14. «September: Gastspiel von Frl. Poldi Canqora vom Schauspielhause Frankfurt a. M.: „Der Weg zur Hölle." Schwank in drei 9lkten von Gustav Kadelburg. Sainstag den 15. September: „Doktor Klaus.- Lustspiel in fünf Akten von A. L'Arronge. Farnttien-Nac^vrchten. Gestorbene. Herr Heinrich Möller, Bad Salzschlirf. — ,Frau Christine Kuhlmann, geb. Desch, Wetzlar. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag den 9. September: Schwache südliche Winde, nebelig; nm Mittag hester. Trocken, etwas wärmer. Eingesandt. sFür den Inhalt der unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Der müde Alte erlaubt sich, noch einmal seinen alten, aber doch nicht unbescheidenen Mund aufzutun. Die Bänke in der breiten Allee des botanischen Gartens zwischen dem Denkmal und bent Tor nach der Sonnenstraste sind entfernt worden, vielleicht aus Mangel an Raum, vielleicht auch, weil über die Benutzung derselben auch Klage zu führen war. Der botanische Garten ist mtcb kein Versammlungsort für alte Leute, und dazu wird er auch noch sehr friih am Tage geschlossen. Tatsächlich hat der Stadtrgt die neuen Bänke in der Absicht aussteNen lasten, dast erwachsene Leute dort ausruhen können, ohne von Kindern gestört zu roerben. Ich habe gesehen, wie eine fein gekleidete Dame ihren Liebling aus dem Kinderwagen hob und ihn hinter einer der neuen Bänke „abhielt"; was eine Mutter tut, tut eine andere auch und, wie sie selbst denkt, unbemerkt: gibt das vielleicht eine Lust, in der ein abgearbeiteter, alter Mann sich erholen kann? Der betreffende Einsender scheint keine älteren Leute zu haben, die ihm nahe stehen, sonst würde er nickt so wenig respektvoll (ich könnte noch mehr sagen) verlangen, dast daS Alter der Jugend weiche. Ick hoffe immer noch, dast diese Sache im Stadtrat zur Sprocke kommt, dast hier Wandel geschaffen und ein Zustand wie in anderen grasten Städten herbeigeführt werden wird. Gießen, 8. Sept. 1906. Der müde Alte. ♦ Hiermit schließen wir die Diskussion über diesen Gegenstand. Red. Original-Drahtmel-ungen. Frankfurt a. M., 8. Sept. Tie fozialdemo- kratrsche Partei beruft aus Montag abend 6 öffentliche Frauenversammlungen ein mit der Tagesordnung: Bierverteuerung, Milcbpreiserhohung und die Stellung der Frau zu den gegenwärtigen Kämpfen. — Aus der Altstadt wird berichtet, daß der gestrige Abend friedlich verlaufen ist, zu Ruhestörungen ist es nicht gekommen. Es gab keine Verletzungen und keine Verhaftungen. Die Polizei fand keinen Anlaß zum Einschreiten. — Gestern nachmittag geriet an der Straßenbahn-Endstation am Günthersburg-Park der Schaffner Heil beim Rangieren zwischen zwei Wagen und erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und innere Verletzungen. London, 7. Sept. Aus Tanger wird weiter gemeldet, daß die Unruhen in M o g a d o r auf das eigenmächtige Vorgehen des Kaids eines anderen Stammes, Namens Anffoos, zurückzusühren seien, der verlangte, daß die in Mvgador lebenden Juden sich aus dem Judenviertel zurückziehen sollten, andernfalls er ihre Häuser plündern lassen würde. Tie Jwden haben in der Stadt viele Jahre gelebt; wenn auch das maurische Gesetz das Wohnen im Judenviertel verlangt, so hatte Anffoos doch keine Berechtigung zu einem Vorgehen auf eigene Faust. Mohamed el "Torres sende 300 Soldaten von Tanger nach Mogador. Paris, 7. Sept. Am Dienstag wird ein Ministerra 1 abgehalten werden, der darüber beraten wird, wie das Trenn- uugsgesetz für den Fall, dast die Kirche sich enbgiltig weigert, Kultusgemeinschaften zu bilden oder solcke anzuerkennen, ausgeführt werden soll. Der Beschluß der Bischöfe, passiven Widerstand zu leisten, läßt Komplikationen voraussehen, mit denen die Regierung sich schon jetzt befassen muß, andererseits muß die Regierung Vorbereitungen treffen, um dem Parlament sofort bei seinem Wiederzusammentritt vollständige und kategorische 9lufklärungen geben zu können. — Anläßlich der Schließung der B i s ch o f s k o n f e r e n z fand heute nachmittag in der Nolre Dame-Kirche ein feierlicher Gottesdienst statt, an welchem eine große Menschenmenge teilnahm. Der Bischof von Montpellier hielt eine Ansprache , in der er betonte, die Bischöfe feien Männer ihrer Zeit aber ebenso auch Männer des überlieferten Glaubens. Ein neuer Vertrag, ähnlich dem Konkordate, sei heute beschlossen worden, der das französische Volk mit feinen Bischöfen bereinigen und neue Zeiten bringen werde. Petersburg, 7. Sept. Der Ministerrat arbeitete in seiner heutigen Sitzung enbgiltig die Bestimmungen aus, die für die Verkäufe von der Regierung gehörigen Ländereien an Bauern zur Anwendung gelangen sollen. Havanna, 7. Sept Zwei Eisenbahnbrücken der West-Eisenbahn zwischen Pinar del Rio und San Louis wurden von den Ausftändischen mit Ddnamit in die' Drfk" Die Truppen, die zur Reparatur derselben abgefandt maren, mürben von den Aufständischen angehalten Die Regierung ist ersucht worden, Schnellfeuergeschütze zum Schutze der 9Erbeiter zu senden. Die Streitkräfte Dino Guerras wachsen so schnell an, daß die Einwohner der dortigen Gegend der Meinung sind, die Regierung werde nicht imstande sein, den Ausland zu unterdrücken. Die Führer der Liberalen, die sich zur Zeit in Havanna aufhalten, beschlossen, keine Versammlung zur Beratung des Friedens mehr zu besuchen, da die Regierung mehrere liberale Führer während der Verhandlungen verhaften ließ. Die Haltung der Liberalem stärkt die Kraft ber Anfstävdisck'ti Infolge der unsicheren Haltungvieler neu eingestellten Reaiei-unastruppen teilten die Besitzer mehrerer großer (tteffbäfte ihren Hauptgeschäften im Auslande telegraphisch mit. daß sie glauben, Dalrna werde nicht imstande fein, des Aufstand"^ frevr tu werden Schiffsnachvlchten. Rorddentscher Llovd. In Gießen vertreten durch Carl LooS, Krrchenvkatz. Bremen, 4. Sept. (Der transatlantischen TeleqrrwbJ Der Dovoelschrauben-Dostdampfer „Friedrich der Große", Rapitan H. Bleeker, vom Norddeutschen Llond in Bremen, ist heute 8 Uhr morgens wohlbehalten in New-Bork anaekommen. » Für die acmrnfp R-'daktWn hi’r-mfn-irtTTrft in Vertr fr r n ft Hefl Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers. miteeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Glessen. Frank fnrter Börse, fl. September, 1.15 Uhr. 3U’/. Beichsanleihe . . 98.95 Elektriz. Lahmerer . . . 148.00 3% do. . . 86.70 3K°/o Konsols .... 99.00 3% do 87 10 3 «4% Hessen 97.75 3%°/n Oberhessen . . . — 4 % Oesterr. Goldreute. . 99.70 4*/8 °4°l0 Chinesen . ... 97.85 Aktien: Bochum Guss 244.60 Buderus E. W .... 126.80 Tendenz: ruhig. Elektriz. Sehnckert . . , 120.00 Eschweiler Bergwerk . . 253.60 Gelsenkirchen Bergwerk . 226.40 Hamburg - Amerik. Paketf. 160.26 Harpener Bergwerk. . . 213.40 Lanrahütte 244.50 Nordd. Lloyd 129.00 Obeischles. Eisen-Industrie 131.50 Berliner Handelsges . . I7&80 Darmstädter Bank . . . 141.00 Deutsche Bank . . . 240.30 Deutsch-Asiat. Bank . . 174.30 Diskonto-Kommandit. . . 184.60 Dresdner Bank . . . 159.00 Kreditaktien 210L0 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . 122.70 Gotthard bahn —■ Lombard. Eisenbahn . . 33.80 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.80 Prince-Henri-Eisenbahn . 145L0 Berliner Börse, 8. Canada E. B 179.00 Darmstädter Bank . . . 141.00 Deutsche Bank .... —.— Dortmunder-Union C. . . 84 20 Dresdner Bank .... 158.70 Tendenz: lustlos. September. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 213.10 Laurahütte 274.10 Lombarden E. B. ... —.— Nordd. Lloyd 129.10 Türkenlose . .... 145.60 Die nach- A sind Sonntag, den 9. Sept, von stehenden Uv! £ lu 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts sicher anzutreffen. II* Arndt, Bahnhofstr. 39. — I>r. Kipper, Wilhelmstr. 21 ____________Br Key erhoff. Neuen Baue 27._______D8/a Sonntag 4—9 Uhr 206 Nur En^eB-Apotheke offen. Krotpreise vom 9. bis 23. September 1906. Der hiesige« Bäcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrot — H 2 Kg. (4 Pfb.) Gem. Brot 50 H 1 „ (4 „ ) „ — „ 3 , (6 Psd.) Gem. Brot 75 „ 2 „ (2 „ ) Weißbrot 27 u 1 „ (2 „ ) Kornbrot 23 „ 1 „ (4 Pfb.) Weißbrot 54 „ 2 , (4 Pfb.) Kornbrot 46 „ 2 „ (2 Psb.) Gem. Brot 25 ,, Der auswärtigen Bäcker. 1 Kilogramm (2 Psnnb) Weißbrot bei: Georg Dern II., Gr.-Linben 25 L. Steinmüller, Gr.-Linben 26 Heinr. Weder, Heuchelheim 27 „ W. Lein, Klein-Linben . . 27 W. Weitzel, Lang-Göns . . 26 „ Karl Post, Wieseck ... 27 Heinr. Binz, Allenbors/Lahn 25 „ Jakob Appel, Krosbors . . 27 W. Fadel, Wieseck . . . 26 „ 2 Kilogramm (4 Pfund) Weißbrot bei: Georg Dern IL, Gr.-Linden 50 -3? W. Weitzel, Lang-Göns . . 52 Louis Süßmuth, Steinberg 50 „ Heinr. Weber, Heuchelheim 54 Balth. Opper Allendorf a. L. 50 „ Jakob ?lppel, Krofdorf . . 54 L. Steinmüller, Gr.-Linden 52 „ W. Lein, Klein-Linden . . 54 Heinr. Binz, Allendorf/Lahn 50 „ Karl Post, Wieseck . . W. Fabel, Wieseck . . . 52 „ Karl Trautmann, Wieseck 54 54 1 Kilogramm (2 Psund) Gem. Brot den Georg Dern II., Gr.-Linben 23 L. Steinmüller, Gr.-Linben 23 „ W. Weitzel, Lang-Göns. . 23 „ Karl Zinßer, Allenbors/Lba. 23 „ W.Stemmüller Ww., Lang- Karl Stumpf, Garbenteich 24 „ Göns 24 „ W. Lein, Klein-Linben . . 25 „ Hch. Weber, Heuchelheim 24 „ Heinr. Binz, Allendorf/Lahn 24 „ (4 Pfund) Gem. Brot bei: 46 . . 46 H F. Weiß, Grüningen 44-5, 46 „ 46 „ 46 „ 48 „ 46 „ 46 „ 46 46 „ 44 , 46 „ 46 „ W. Schimmel, Kinzenb. M. Jakob Appel, Krofdorf . . Heinr. Binz, Allendorf/Lahn W. Lein, Klein-Linden . . Heinr. Weber, Heuchelheim Karl Spanier, Reiskirchen 44 Karl Zntßer, Allendorf/Lda. 44 Karl Stumpf, Garbenteich 44 Konr. Hensel, Gr. Rechtenbach44 2 Kilogramm Ernst Christ, Wieseck . . Georg Dern II., Gr.-Linden Lonis Süßmuth, Steinberg W. Weitzel, Lang-Göns. . Heinr. Weber, Heuchelheim Gust. Jacoby, Alten-Buseck Karl Post, Wieseck . . . W. Steinmüüer Ww., Lang- Göns 3 Kilogramm (6 Psund) Gem. Brot bei: Ernst Christ, Wieseck . . 66 H Gust. Jacoby, Alten-Buseck 69 „ W. Fabel, Wieseck . . . 69 „ Louis Süßmuth, Steinberg 69 „ Karl Post, Wieseck . . . 69 „ Karl Trautmann, Wieseck 69 „ 1 Kilogramm (2 Pfund) Kornbrot bei: F. Weiß, Grüningen . . 23 L Jakob Appel, Krofdorf . . 23 Heinr. Binz, Allendorf/Lahn 22 „ Karl Zinßer, Allendotf/Lda. 22 , 2 Kilogramm (4 Pfund) Kornbrot bet: Karl Trautmann, Wieseck 46 L. Steinmüller, Gr.-Linden 46 Karl Spanter, Reiskirchen 46 Karl Zinßer, Allenbori/Lba. 46 Karl Stuntpi, Garbenteich 48 Jakob Apvel, Krosdorf . . 50 W. Lein, Klein-Linden . . 50 Heinr. Binz, Allendorf/Lahn 48 Balth. Spper Allendorfa. L. 48 Der Brotverkänser: Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Gießen, den 8. September 1906. Großherzogliches Polizeiamt Greßen. Herberg. Bahnhofstrasse 44 Bahnhofstrasse 44 empfehlen vollständig fertige Betten in gediegener Attsführung zu folgenden sehr billigen Preiseit: MM Ms.-.08.- bestehend aus: Halbfranz, hölzerner Bettstelle, Patent-Matratze, Schoner, Seegras- Matratze, Keil, Deckbett rind zwei Kissen. Mjtiri. Ms. >»..35.50 bestehend au§: Eiserner Bettstelle mit Spiralboden, Seegras-Atatratze, Deckbett und einem Kisten. MIM. Seit ».».53.75 bestehend ans: Hölzerner Bettstelle. Bretter- boden, Strohmatratze, Seegras-Atatratze, Keil, Deckbett und einem Kisten. MiMM». 115.50 bestehend aus: Hochfeilter, etjeriter Bett- stelle mit Patent-Matratze und Ftißorett, Schotter, Kapok-Matratze, Keil, Deckbett und zwei Kistett. Feinere Betten in grosser Auswahl a . Hotel. Einhorn, Stube 12. 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