Zweites Blatt 156« Jahrgang Nr. 107 Gießener Anzeiger General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen an eine Kommission. Morgen freisinnige Interpellation, be Donnerstag über* gemacht zu hüben. Die Pforte scheint Erscheint tL-Nch mit Ausnahme des Sonntags. Die „Slehener Zamlllrnblätter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Ter ^hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Dienstag 8. Mai 1906 Rotationsdruck und Verlag der Brüh liehe» Univerfitätsdruckerei. R. Lange, Liehe». Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. 6L Telegc.-Adr.r Anzeiger Liehe». richtig bezeichnet. — Das.A bgeordur-tenhaus beendete heute die erste. Rußland. Petersburg, 7. Mai. Lin heute erschienener Erlaß des Kaisers verfügt hie Aufhebung des Mini sier- treffend Ueberschreitung der Bausumme beim königl. Schauspielhaus. Donaueschingen, 7. Mai. Die auswärts verbreitete Nachricht ist vollkommen erfunden, nach der am Freitag abend der Kaiser und der Fürst Fürst en berg m großer Lebensgefahr geschwebt hätte, weil ein Bahnwärter eine geschlossene Schranke hochgezogcn hätte, um das kaiserl.. Automobil durchzulassen, als gerade ein Zug heranbrauste,- und wonach nur durch die Geistesgegenwart des Chauffeurs ein Unglück verhütet worden sei. _ düngen vor: Konstantinopel, .7. Mai. Die am Untersuchung zu veranstalten. Der Sultan ermächtigte dann den Oberk>mmissar Mukhdar-Pascha mit der egyptiscken Negierung zu unterhandeln, und aus sein Ersuchen imirben die Unterhandlungen nach Kairo verlegt. MuklHar Pascka forderte in einer Unterredung mit dem Khediven, daß die Sinai-Grenzc von El Rafeh nach Suez und von Suez nach Akabah gehen solle. Der Ähedive regte an, daß die Linie von El Rafeh nach Akabah gehen und dabei die Küste drei Meiler: westlich von Fort Akabah erreichen solle, und daß der noch übrige Teil der Grenzlinie durch sachverständige Landmesser abgesteckt werden solle. Die Antwort des Großwesirs an den Kl>ediven ging dahin, daß der Golf von Akabah und die Halbinsel Sinai außerhalb des in dem kaiserlichen Firma:: bezeichneten Gebietes Lägen, daß^ sich das Telegramm vom 8. April 1892 nur aus die westliche Seite von Sinai beziehe und daß die Auslegung des Telegramms eine Angelegenheit sei, welche nur die vttomanffcke Regierung angehe. Gleichzeitig wurde die Hoffnung ausgesprochen, daß leine Gelegenheit z:w Einmischung werde geboten werden. Daraufhin erging unser Ersuchen an die Pforte um eine zustimmende Anttvott innerhalb zehn Tagen. Weiter liegen zu der Angelegenheit noch folgende Mel- Deutsches Reich. Berlin, 7. Mai. lieber die nächsten Reise» dispositionen des Kaisers ist das folgende Programm aufgestellt: Der Kaiser wird am Mittwoch vormütag Donaueschingen verlaffcn und sich mittelst Sonderzuges zunächst nach Karlsruhe begeben zu einem Besuche de§ Großherzogspaares von Baden. Die Ankunft erfolgt um 1 Uhr mittags und gegen Abend die Weiterreise nach Straßburg. Die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise werden den Kaiser nicht nach Straßburg begleiten. Die Abreise des Kaisers von Straßburg erfolgt am 15. ds. Von hier begiebt sich der Kaiser nach Mainz zur Teilnahme an den Händel-Aufführungen der dortigen Liedertafel. Am 18. fährt der Kaiser nach Homburg v. d. H. und am selben Tage in Begleitung der Kaiserin und der Prinzessin anch Wrlhelmshöhe. — Die Meldung, daß die Ernennung des Präsidenten der Eisenbahndirektion Köln, Breit en b ach, zum Minister der öffentlichen Arbeiten bereits vollzogen sei, wird als un» nicht aufgehoben." So ist es. Aber die Verstärkung des bureaukratischen Einfluffes auf die Volksschule ist keineswegs der einzige Fehler des Schulunterhaltungsgesetzes. Käme es zur Beseitigung dieser Bestimmungen, so ist auch dann noch daS Gesetz weit entfernt davon, liberalen Ansprüchen zu genügen. Stoch einiges zur Darmstädter Wahl. Der Zentralvor st and der national li beraten Partei, nahm :n seiner am Sonntag in Berlin abgehaltenen Sitzung folgende Resolution an: Der Zenttal-Vorftanb fordert die Parteifreunde im Lande auf, jehern Kandidaten her freisinnigen Vereinigung solange ihre Stimme zu versagen, bis bufc Parte: genügende Sicherheiten dafür bietet, daß sich die Llnhanger einen Verrat an her liberalen Sache nicht wieder zu schulden kommen lassen mCrb€$ßenn diese im begreiflichem Aerger über den Ausfall her Darmstädter Wahl beschlossene Resolution bei den allgemeinen Wahlen in 2 Jahren in der Praxis wirklich befolgt wurde, wären die äußersten Extreme links und rechts die lachenden Dritten, die an diesem in Permanenz erklärten liberalen Bruderkrieg ihre auftichtige Freude haben könnten. Denn folgerichtig müßte der Beschluß auch auf die freisinnige Volkspariei Anwendung sinden, da der die Stichwahlparole für den Sozialdemokraten ausgebende Wahlausschuß der vereinigten Liberalen zu etwa zwei Dritteln aus Anhängern dieser Partei bestand. Außerdem erscheint es uns sehr fraglich, ob nicht, gerade wie m Darmstadt, auch in anderen Wahlkreisen durch* unliebsame Vorfälle in der Wahlagitation Verstimmungen entstehen, die einen örtlichen Wahlausschuß veranlaffen, trotz der von der Hauptpartei- leitung gegebenen Wahlparole seine eigenen Wege zu gehen. Wie diese Resolution zum großen" Teil nur aus der Unkenntnis der Darmstädter Verhältniffe heraus zu erklären ist, so ist dies in erhöhtem Maße von den meisten der Preß- stimmen zu sagen. So findet man z. B. in den „Leipziger Neueste Nachr." folgende Auslastungen: Ter Pfarrer Kvrell und seine Getreuen ans Königsstätten, Darmstadt und Groß-Gerau mögen in zartem Einklang mit den Genosse:: jefct Jubellieder fingen und frohe Freudenseile feiern. Was der Zorn, der in ihren Herzen fraß seit vielen Tagen, sie wünschen und hoffen ließ, cs ist geschehe::: s:e haben cs erreicht, daß die Wähler von Darmuadl und Groß-Gcrau der Unentwegtesten einen, Herrn Berthold, der, wenn man dem Ruf trauen fall', der ihm vorausgeyt, Stadthagen an ^Gichg- feir Zubeil an Geschwätzigkeit und Bebet an Fanatismus übertrifft, als Acann ihres Vertrauens m den Reichstag entlaubten. Ausland. Dover, 7. Mai. Der König ist heute nachmittags von Paris hier eingetroffen und nach London weitergefahren. Barcelona, 7. Mai. Hier ist eine Anarchisten - verschwörung entdeckt worden. 16 Anarchisten wurden festgenommen, acht Bomben wurden gefunden. Budapest, 7. Mai. Nach den nunmehr vorliegenden- sämtlichen 413 Wahlergebnissen entfallen auf die Kossuthparte: 240, Verfassungspartei 74, die Klerikalen 30, Nationalitäten, einschließlich 12 Sachsen, 38 Sitze. Stichwahlen find in 13 Bezirken erforderlich. Der Nest der Neugewählten entfällt auf verschiedene Fraktionen. In fünf Bezirken wurden die Wahlen für ungültig erklärt und Neuwahlen angeordnet. Zungeru (Nord Nigeria), 7. Mai. (Reuter.) In Hadeisia, 6 Meilen von Kano, fand am 3. Mai ein fünfstündiger Straßentampf zwischen britischen Truppen unter dem Befehle des Obersten Lowry Cole und der Bevölkerung von Hadcijia statt. Die Europäer erlitten hierbei keine Verluste; sonstige Verluste sind noch unbekannt. Der Feind wurde geschlagen und der König gefangen genommen. Der König von Hadeisia ist der mächtigste Herrscher dieses Teiles von Zentral-Sudan. Washington, 7. Mai. (Reuter.) Das Staatsdepartement erhielt von dem amerikanischen Konsul auf Guadeloupe die telegraphische Meldung, daß schon seit Wochen wegen der französischen Parlamentswahlen dort Aufruhr herrsche und die Stadt sich in den Händen des Mob befände. Von Sanio Domingo ist ein ameri- kanisches Kriegsschiff nach Guadeloupe beordert. Angesichts her Tatsache, daß mindestens -/s der Korett- schrn Wähler (insbesondere auch in den drei genannten Orten) der von ihrem Wahlausschuß gegebenen Stichwahl- purole hie GefolgsckMt versagt haben, ist es schlechterdings unerfindlich, wie von Freudenfesten dieses Wahlausschusses die Rede sein kann, 21uch verdient die Tatsache Erwäl-uung, daß Pfarrer Ävrell selbst eine Wahlparole für Berthold nicht ausgegeben hat (allerdings nicht auch das Gegenteil). Geradezu köstlich ist aber die Charakteristik des Herrn Bcrtholi., der im Lichte des wildesten Revolutionärs dar- gestellt wird, während er in Wirklichkeit eine politisch unbedeutende Persönlichkeit ist. Seine 'JLufftcIIung als Reichs- tagskaudidat verdankt er wohl lediglich dem Umstand, daß man nach den schlechten Erfahrungen, die man mit dem wohlhabenden Bauunternehmer und Rentner Cramer gemacht hat, eilten „Genossen" haben wollte, dem man bei ähnlichen rollenwidrigen Seitensprüngen von Parteiwegen den Brotkorb höher hängen kann. Wer Berthold kennt, weiß, daß er ein ruhiger Mann ist, dessen rednerische Betätigung im hessischen Landtag sich auf die Vertretung lokaler Wahlkreisschmerzen beschränlt Dabei berücksichtigt er lolälagrarische Wünsche mit demselben liebevollen Eifiw, wie Arbeiterinteresseit. Sein nad) dem Leipziger Blatt BebeL noch übertreffenber Fanatismus dokumentiert sich u. a. dadurch, daß er z. B. Postkarten mit dynastischen und patriotischen Ansichten gerade so gern verkauft wie Bebels „Fran" und sozialistische^Parteitagsprotokolle. Auch die Tatsache, daß er vor etwa zwei Fahren im Hess. Landtag mit Cramer für den Umbau des Darmstädter Hoftheaters sttmmte, der von Ulrich „vom sozialdemokratischen Standpunkt" aus entschieden bekämpft wurde, läßt chn viel eher als Revisionist und Opportunist erkennen, wie als Anhänger der revolutionären Ittchtung. Im übrigen wäre es im Interesse her liberalen Sache und auch aus patriotischen Gründen besser, meint die leidenschaftlichen Erörterungen über die Darmstädter Wahl der ernsten Erwägung Platz machen würden, wie derarttge Unstimmigkeiten im liberalen Lager für die in zwei Jahren stattfindende allgemeine Reichstagswahl vermieden werden können. Die srauzösrscheu Kammcrwahlen. P a r i s', 7. Mai. Bis jetzt sind von den gestern ftattge()abten 589 Wahlen 583 Ergebnisse bekannt. Davon sind 428 befinitiüe Wahlen und 155 solche, bei denen Stichwahlen erforderlich sind. Von den Gewühlten entfallen 262 auf den radikalen Block und zwar 165 Radikale und Sozialistisch>- Radikale, 56 Republikaner der Linken, 32 geeinigte und 10 unabhängige Sozialisten. Dem Anti-Block gehören an: 55 gemäßigte Republikaner (sogenannte Progressisten) und 110 Nationalisten und Konservative. Betteffs der 155 Stichwahlen wird in Regierungskreisen angenommen, daß mindestens 100 für den Block gefiebert find. Die WaUen auf der Insel Reunion finden erst am 28. Mai statt. Die frühere Kammer bestand aus 228 Radikalen und Radikal-Sozialiste::, 78 ministeriellen Republikanern, 45 Sozialisten, 140 progressistischen ^Republikanern, 50 Ralliierten, 45 Nationalisten und 35 Konservativen. Der „Temps", der den radikalen Block während der Wahlen bekämpft f)at, sagt, die Wahlen haben glänzender benn je den Beweis geliefert, daß das republikanische Regime in Frankreich die allgemeine Zustimmung hat. Nicht ein einziger ernsthafter Kandidat ist diesmal für eine andere Regierungsform eingetreten. Die Opposttion lMte Unrecht, den Wahlkampf unter dem Schlagwort der „Kirchenfrage" zu führen. Frankreich will vom Klerikalismus nichts wissen, ebensowenig wie vom Kollektivismus. Denn ttotz einzelner Erfolge der geeinigten Sozialisten kann man annehmen, daß diese Partei der Kammer nicht gefährlich fein wird. Die Radikalen, welche zahlreicher denn früher in die Kammer zurückkehren, sind endlich von der sozialistischen Diktattir befreit. — In Carmaux (Dep. Tarne) kam es während der letzten Nacht zu einem blutigen Zusammen st oß zwischen der Gendarmerie und etwa 50 Burschen, wobei ein c^endarm tödlich und ein anderer weniger schwer verletzt wurde. Die Fenster eines Cafes wurden zertrümmert. Auch gerieten gestern abend in dem Orte Elvon eine Anzahl junger Leute, die das Ergebnis der Wahl feierten, mit der Gendarmerie :n Konflikt. Bier Personen wurden lxwhaftet, doch bald darauf von ihren Kameraden befreit, die die Türen des Polizeigebäudes einschlugen und das ganze Innere des Hauses zerstörten. Gelegentlich der Wahlhandlung in Cvutiches kam es nad). der Verkündigung des Wahlergebnisses zu einem 'Streit, wobei ein Wähler durch einen Messerstich ms Herz getötet wurde. Entgegen der gestern verbreiteten Meldung- daß alle unter der Anschuldigung der Teilnahme an der Ausstands- vewegung im Norden festgenommenen Personen in Frecheit gefetzt worden seien, wird feftgefteftt, daß, Graf Beaure-^ gard und Bressoles sich noch immer in Haft be- Tinhen. Der türkisch-englische Konflikt, kam am gestrigen Montag im englischen Unterhaus zur Erörterung. Lonsdale (Eonf.) fragt, ob die deutsche Regierung die Versicherung abgegeben habe, daß sie nicht in der Lage sei, die Pforte bei der Austragung her Frage hinsichtlich her Sinai-Halbinsel zu unterstützen. Unterstaatssekretär R u n- cimann er nüber t in: Namen Greys: Wir wurden von der deutschen Regierung benachrichtigt, daß kein Grund für die Zeitungsmeldung vorliegt, daß das Vorgehen her Pforte bezüglich her ägyptischen Grenze irgend eine Ermutigung erhalten hat! i Beifall. > . Balsour wünscht Aufklärung über den Stre:tfall mit her Türkei und sagt, die Opposition lasse es1 sich angelegen sein, die Regierung durch Stellung von Fragen über diesen Gegenstand nickst in Verlegenheit zu bringen, sie ist aber der Meinung, daß es allgemein mit Genugtuung begrüßt werden würde, wenn der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Auskunft darüber gehen wollte. Edward Grey bestätigt in längerer Rede die Meldung bett, die britische 9£otc an die Türkei und schließt, nachdem er eine Schilderung von dem Verlaufe der Angelegenheit gegeben hatte, mir den Motten: Wir haben um eine zu- stimmende Antwort innerhalb zehn Tagen ersucht. Der Umfang bei- Forderungen der Pforte, sowie her Ton und Charakter her türkischen Mitteilungen an den Khediven hat es unmöglich gemacht, die Regelung auf unbestimmte Zett zu verschieden. Das ist auch der Grund, warum wir jetzt auf Erfüllung unserer ursprünglichen Forderung auf gemeinsame Feststellung her Grenze bringe::. Ich denke, ick darf für hie Regierung :n Anspruch nehme::, daß sie große Geduld und Mäßigung an den Tag gelegt hat. Die letzte der türkischen Forberungen würde aber, wenn sie' zugelassen würde, die Türkei in eine Stellung bringen, welche eine wirkliche Gefahr nicht allem für hie Freihett des Suez-Kanals, fonhern auch für die Freihett Egyptens und d:e Sicherheit der Dynastte des Khediven sein. D:e Regierung konnte gegenüber diesen Fragen nicht gleickgcktrg sein, und :hre Wtchttgkett macht es nötig, baß sie jetzt auf eine Beilegung auf Grundlage her Grenzen Egyptens dringt, wie sie unbeittttten und ungestört leit vielen Zähren bestanden haben. (Beifall., Die 4Lote verlangt von der Pforte die Zustimmung zur F e ft 1 e tz u n g d e r G r e n z - linie zwischen El Rafeh und dem oberen Ende des Golfe« von Akabah durch Grotzbrttannren und bte Turke: auf der Basis der Depesche des Großvesrers an den Khediven vom 8. April 1892 und Zurückziehung der Truppen von Ta bah wahretck der Feststellung.. Der Sjergang brs zum jetzigen Stande der Angelegenheit ist folgender: Zu Beginn des Zahres wurden türkische Trrttwen entlaubt, um gewrffe Punkte auf her Halbinsel Sinai einschließlich -tabafy ju besetzen. '2hcfe fanden aber Tabah bereits von türkischen gruppen besetzt. a:c englische Regierung protestierte hierauf gegen b:c]e turkpche Besetzung von Tabah, einem Platze, der :m Westen au, der etnau Halbinsel gelegen ist, und wies daraus hin, datz, ivem: e:n Zweifel über die Grenzlinie bestände, d:e gemewsame Feststellung durch eine Kommission die beste Lösung der Frage sen: irmrbc. Lord Cramer hat unter dem 10. Februar beriditct, datz der turfiiaic Kommandant van Akabah die Zurückziehung _bcr egypißchen Truppe::' von her Insel Sinai im nördlichen ^erlc des Golfes von Akabah verlangt habe. Daraus erhielt e:u englisches Kriegsschiff Befehl, nach Faruh zu gehen, um den borttgen egyptffwen Posten zu schütze::. Nach verschiedenen Vorstellungen wurden zwe: Offiziere von Konstantinopel nach Egypten gescheckt, um die Sache zu untersuchen. Man hoffte, daß sie d:e Angelegenhett befbredjen oder bei einer gerne infamen Grenztommrsswn mit- Mitten sollten, aber sie verließen Kairo lv:cher, ohne mtt dem Khediven ober Lorb Cramer :n Verbindung getreten »u |c:n. Am 21. März machte der türkische Botschaster eme Mitteilung des Znhalts, daß, da Tabah zu Akabah gehöre, gegen btt Anwesenheit türkischer Truppen dort fein Widerspruch erhooen wcr- hen könne, .und es' deshalb für unnötig erachtet würde, eine reichte englische Note scheint Eindruck Es fanden wittrerholte Beratungen statt. geneigt zu sein, die englischen Forderungen zu erfüllen. Ter Widerstand liegt beim Sultan, jedoch ist ein friedliches Nachgeben zu ermatten, wenn auch vorher von türkischer Sette vettckiedene Vorbehalte und Ausflüchte versucht werden dürften. Gibraltar, 7. Mai. Die Kreuzer „Arrogant" und Regierung bringen. Die freie Meinungsäußerung der Vereine-'Lesung der Sekundärbahn-Vorlage und verwies diese und Versammlungen der Lehrer würde eingeschränkt, wenn art eine Kommission. Morgen freisinnige Interpellation, be- „Am et Hy st" erhielten heute plötzlich Befehl, auSzu- l auf en. Ihre Bestimmung ist unbekannt, wahrscheinlich die Levante. Die Schisse verlassen jetzt den Hasen. Sagesschau. Eine ualionaüiberale Erklärung. Der Zentral vor st and der nationalliberalen Partei hat soeben die zuversichtliche Ettlärung ausgesprochen, daß die nationalliberale Fraktion des preußischen Landtags beim Schulunterhaltungsgesetz ihre Haltung auch weiterhin bewahren werde. Das heißt mit anderen Worten, die Landtagsftaktion solle das ganze Gesetz ablehnen, falls die Bestimmungen, die da? Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden bedrohen, nicht entfernt werden. Seitens der Konservativen ist die Erwartung geäußert worden, daß die Regierung fest bleibe. Es mag vielleicht auffallen, baß der Zentralvorstand der nationalliberalen Partei ausdrücklich die Fraktion zur Behauptung des eingenommenen Standpunktes auffordert. Aber wenn man bedenkt, wie seinerzeit das unglückliche Schulkompromiß mit der Rechten zustande gekommen ist und welche peinliche Ueberraschung diese Vereinbarung vielen Parteiangehörigen bereitete, so laßt sich die Aufforderung zur Standhaftigkett und, was zwar nicht besonders gesagt ist, aber zwischen den Zeilen liegt, zur Einigkeit der Fraktion wohl verstehen. Be: der ersten Beratilng des Schulunterhaltungsgesetzes gab selbst cm konservativer Führer zu, daß das Selbstoerwaltungsrecht der Gemeinden stark eingeschränkt werde; sie alle würden nicht mehr viel zu sagen haben. Es ist ein empfindlicher Schlag gegen die Selbstverwaltung, den Gemeinden die Ernennung der Schulrektoren zu entziehen und dem Staat zu übertragen. Die „Voss. Ztgtt bemerkt mit Recht: „Die Ernennung der Rektoren würde die Lehrer unter die alleinige Botmäßigkeit der Briefkasten der Redaktion. (9(itonbiuc Anfragen bleiben unberücksichttgt). F. (£. Gleiberg ist Torf und gehört zur Bürgermeisterei Atzbach-LaunSbach (Sih in Krofdorfs io mite es, dessen Befugnisse teils nuf den Ministerrat, teils Grundlage für die Verteilung der Jahresprepc gemacht. Um ouf den Ncichsrat übergehen. Ein zweiter Erlas; des Kaisers auch den ungeübten Schützen Rechnung zu tragen, werden beauftragt den Staatssekretär Frisch mit der Eröffnung auch Preise auf die bestgeschosicnen Blättchen verteilt und der der ersten Sitzung der NcichSduma gemäß den Bestim- Uebcrschus; der Tageskasse auf die geschossenen Ringe ver- mungen des Wahlgesetzes. hältnismäßig zurückvergütet. Es soll eine sogenannte KönigZ- Moskau, 7. Mai. Die Person des Attentäters leite angeschafft und mit dieser der beste Jahresschütze als auf den Gcncralgouvcrneur Dubassow ist noch nicht fest- Schützenkönig derart ausgezeichnet werden, daß er liege stellt, da sein Schädel zertrümmert ist. Zwei falsche rcchligt ist, sie ein Jahr lang zu tragen. Hoffentlich gehen Pässe und 200 Rubel wurden bei der Leiche gefunden. Du- die auf diese Neuerung gesetzten Erwartungen in Erfüllung bassow wurde aus dem Wagen geschleudert, konnte sich aber und der Besuch der Schießständc mehrt sich. Für den erheben und zu Fuß bis zum Eingang des Palais gehen, 19. und 2 0. August ds. Js. ist ein großes Preis- wo er zusannnenbrach. Der Arzt konstatierte leichte Ver- schießen vorgesehen. letzungen an Händen und Beinen. Einige Sehnen waren x Wieseck, 8. Mai. Gestern feierte der Steindruckcr durch Splitter der Bombe zerrissen. Adolf Rau in der Firma Bramm u. Harries hier sein Riga, 7. Mai. Revolutionäre ermordeten mit 2 5jähriges Arbeitsjubiläum. Um 9 Uhr wurde er Dolchen und Beilen im Distrikt von Wenden einen Grund- im Beisein des gesamten Geschäftspersonals von seinen Prin- besiizer, sowie dessen Frau und Sohn und verletzten dessen zipalen Bramm u. Harries in dem festlich geschmückten Tochter schwer. Da die Plünderungen und Mordtaten der Maschinensaal beglückwünscht und mit namhaften Gesch cnk en Terroristen immer noch andauern, ist in den Rigaer Kreis bedacht. Ebenso überbrachten seine Mitarbeiter ihm einen wieder eine Straferpcdition entsandt worden, um weitere prachtvollen Regulator. Ausschreitungen zu verhindern. I c kat erin o s l a iv, 7. Mai. Der Gouverneur Jeoltanowskp wurde gestern abend von sechs Unbekannten, die zu gleicher Zeit ihre Revolver auf ihn ab- ichoffen, getötet. Tie Mörder und entkommen. Aus Stadt uud Land. Gießen, den 8. Mai 1906. ** Hessisch - Thüringische Staats! olterie. In der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse fielen Gewinne von je 10 000 Mk. auf Nr. 36489 (nach Mainz), und auf Nr. 56141, Gewinne von je 5000 Mk. auf Nr. 65999 92815, Gewinn von je 2000 Mk. auf Nr. 1552 1879 3780 4520 5892 9428 10699 14461 18106 22472 25601 26939 29289 30348 31523 40649 41964 45659 45726 56258 64815 65491 71562 78622 82218 83054 84319 86070 96057 96442 96676 97411 99471. (Ohne Gewähr.) ** Eine Sitzung der St adtvcrordncten-Ver- sammlung findet am Donnerstag, 10. Mai, nachm. 4 Ulyi", mit folgender Tage S o rdnnng statt: 1. Mitteilungen. 2. Baugesuch des Jobs. Leichtweis für die Sonnenslraßc. 3. Desgl. .des G. Trinkaus für den SelterSweg: hier: Befreiung. 4. Desgl. des 91. Helfenbcin für den Wicseckerweg; hier: Befreiung. 5. Desgleichen des L. Zutt für die Ludwigstraße: hier: Befreiung. (>. Desgl. des Karl 3chh.mii II. für die Mäusbnrg: hier: Befreiung. 7. Desgl. des Joh. eog. Pfaff für die Liebigstraße hier: Befreiung. 8. Desgl. des Karl Stückrath für die Stcinstraße; ■ hier: Befreiung. 9. Desgl. des T. Schuckhardt für die Diez- straße. 10. Desgl. des Karl Aowack für den Seltersweg. 10 a. Wie- .Herstellung der. tzolzsassabe am Hause des I. Weisel, Sonnenstr. 6. 11. Gesuch des I. Ittmann dahier um Erlaubnis zur Anbringung eines F-irtnenschildes am Hause Ploclstraße 14. 12. Ausbau der Goethestraße zwischen der Stephan und Henselslraß?: hier: Vcr- gebnng von Arbeiten. 13. Verbreiterung der Kreisstraße nach Heuchelheim: hier: Küsten an teil der ^otadt. 14. Verlegung der .Kreisstr. von Gießen nach Krofdorf: hier: >roftcnanteil der Stadt. 15. Erwerb von (Kelande zum Ausbau der Kreisstr. Gießrn-Wismar. 16. Geländeerwerb für die Nebenbahn Lollar-Londorf. 17. Entwässerung der Viehlvagenreinignngsstanstalt: hier: Benutzung städt. Geländes. 18. Verpachtung von Gelände beim Philosophenwald. 19. Vergrößerung der MaschinistenWohnung bei der Kläranlage. 20. Beschaffung eines Sprengwagens und dreier Ketzrielstwagen. 21. Vorlage der Rechnung des Gas- und Wasserwerks für 1904. 22. Desgl. des Elektrizitätswerks. 23. Anlage e in er Straßen b a h n. 24. Gesuch um Genehmigung zum Wirtschastsbetricbe von Heinrich Böcher für Landgraf Philipp-Platz 10. *' Die Fleischpreise. Einen weiteren Preissturz erlitten am gestrigen Frankfurter Hauptmarktc die Schweine. -1. und 2. Qualität gingen gegen den vorwöchigen Marktpreis um 2 Pfg. das Pfund Schlachtgewicht, die gering ent- ,wickelten Schweine sowie Sauen und Eber sogar je 4 Pfg. da? Pfund herab. Gezahlt wurden 1. Qualität 70—71 Pfg. Klebend 55—55 Vg Pfg.), 2. Qualität 68—69 Pfg. (lebend 54 Pfg.), 3. Qualität 58—59 Pfg. pro Pfund. AmHempt- - markt am 8. Mai 1905 notierte man Schweige 1. Qualität 69 Pfg. (lebend 54 Pfg.), 2. Qualität 68 Pfg. (lebend 53 Pfg.), 3. Qualität 62—64 Pfg.). Demnach sind die .diesjährigen Preise den vorjährigen beinahe gleich; eS i>t also wieder das Niveau erreicht, das die Schweinepreise hatten, bevor die Fleischteuerung cinsetzte. Ochsen, Kälber unb Schafe hielten die Höhe wie vor acht Tagen, Bullen und Kühe gingen um 2 Mk. für den Zentner herab. ” Sch ü tz en v e r e i n. Am Montag hielt der hiesige .Schützenverein seine ordentliche Frü h j a h rsrn i tg l i e d e r- .Versammlung aus deut Schützenhaus ab. Aus dem Bericht .des Ober-Schützenmeisters ist zu entnehmen, daß der Schützenverein in dem letzten Halbjahr an Mitgliedern zugenommen hat. Sein Winterfest war sehr gut besucht und nahm einen glänzenden Verlauf. Das Schießen auf den Ständen hat ; seinen Anfang genommen, und die Mitgliederversammlung hat zur Hebung des Sonntags- und Montagsschießens einen einschneidenden Beschluß gefaßt. Es werden in Zukunft an jedem Sonntag undMontag kleine Preisschießen veranstaltet und die Ergebnisse dieser Tagesschießen zur X Grün berg, 7. Mai. Das im Entstehen begriffene staatliche Gruppenwasserwerk im Tälchen oberhalb des Dorfes Lauter wurde gestern von Finanzminister Gnauth, Geheimerat Wilbrandt und Baurat Schmick besichtigt. Die Fassung der Quellen an der Bingmühle und der erste Brunnenschacht sind nahezu vollendet und in Kürze wird mit den Arbeiten zur Fassung der an der Trollesmühle gelegenen Quellen begonnen, die der Staat für ca. 16 000 Mk. kürzlich erworben hat. Das Wasserwerk soll bis Herbst teilweise fertiggestellt sein und das Wasser nach Bad-Nauheim, Friedberg und mehreren Orten der Wetterau liefern. R. B. Darmstadt, 8. Mai. (Eig. Drahtbericht.) Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern abend gegen 6 Uhr. Ein vollgefüllter städtischer Wasser wagen fuhr dürch die Taunusstraße und geriet, da die Bremse versagte, in eine solche Fahrgeschwindigkeit, daß der Kutscher die Leitung verlor und Wagen mit voller Kraft in einen Laden fuhr. Der Kutscher wurde schwer verletzt rind mußte sofort inS städtische Krankenhaus gebracht werden. Eins der beiden Pferde würde, tätlich verletzt. — Der Trompeter Unteroffizier Hett vom hiesigen Leibgarde-Regiment Nr. 115 verübte gestern mittag Selbstmord, indem er sich mit einem Revolver in den Mund schoß und eine tätliche Verletzung davontrug. Mannheim, 8. Mai. Auf der Station Fricdrichs- fcld wurde gestern der Streckenarbeiter Josef Bechtold überfahren und tätlich verletzt. Aus der Rhön, 8. Mai. Ter Stationsbeamte M i hm wurde am Bahnhof Zella beim Ankuppeln eines Wagens zwischen die Kuppeln gedrückt und war sofort tot. * Kleine T ei g e s chr » n i k. In Berl i n wurde der Wiener Glase, ans dessen Anzeige im Fürstlich'Wredescken Schlösse' in Basedorf ans Hotels entwendete Silbersachen gefunden wurden, unter der Beschuldigung der v er sn cht en Er pr e ssun g verhaftet. — Bei Kiel ist es wiederum gelungen, vier ^Leichen ans dem im Dezember 1905 gesunkenen Torpedoboot „S. 126" zu. bergeu. — In Chicago erbrachen Einbrecher in dem Bureau von Joseph Leiter einen feuerfesten Schrank mit Hilfe von Svrengmitheln und raubten daraus Papiere tut Werte von 100 000 Doll. Arbeiterbewegung. Paris, 7. Mai. Aus Brest nrirb gemeldet, daß der dortige Ausstand beendet ist. Sarajewo, 6. Mai. Das General st reikkomitee gibt in einein Ansrufe bekannt, daß morgen allgemein die Arbeit wieder ausgenommen werden soll, da^die Regierung die Bedingungen der Arbeiter zum größten Teile bewilligte. Tic Ausstäuoigen begingen während der Tauer des Ausstandes keinerlei Ausschreitungen. Rewnvrk, 7. Mai. Heute bat hier eine Versammlung von Ausschüssen der Vertreter der A n t h r u z i t b e r g l e n t e und A n t h r a z i t g r u b e n b e s i tz c r stattgesunden. Nach der Versammlung verlautete, daß eine V e r st ä n d i g u n g erzielt worden sei, nach der die Entscheidung der StreikkomMission vom Jahre 1903 noch drei Fahre in Kraft bleibt. Die Gesellschaften erklären sieb bereit, die Arbeiter mit Ausnahme herjenigen, welche gewalt- tätige Handlungen begangen haben, wieder einzustellen. Gerichtssaal. Berlin, 7. Mai. Wegen Betruges ist der „Bankier" Steinbach, der erst kürzst^' ivegen eines anderen Falles zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, verhaftet worden. Ein Regierungsbeamter suchte 1500 Mark, nwzu Steinbaeb seine Vermittelung anbot. Der Beamte gab zwei Wechsel und erhielt rumänische Petroleum Aktien, die weder hier noch sonst irgendwo au der Börse gehandelt werden. Ans seine Reklamation erhielt der Beamte keine Antwort. Auf die erstattete Anzeige wurde bei Steinbach Haussuchung gehalten, iwbci außer weiteren Petroleumaktien noch für 40 000 Mark Wechsel zutage gesördert wurden. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 9. Mai 1906: Am Tag warm und heiter, nachmittags wolkig, abends' und nachts stellenweise Gewitter. Lindauer der bestehenden Witterung. Nähere? durch die Gießener Wetterkate. Griginal-DrahtmelHungen. sd. Dar in stadt, 8. Mai. Tas soeben veröffentlichte amtliche Ergebnis der Reichstags-Stichwahl ergab, daß von 37 860 Wahlberechtigten 32 642 abgestimmt haben. U n - giftig sind 205. Berthold erhielt 16632 Stimmen, Stein 15805. Franks n r t a. M., 8. Mai. Gestern abend gegen 9 Uhr sprang unterhalb der alten Brücke ein etwa 45' Jahre alter Mann in den M a i n und ertrank. Die Personalien konnten noch nicht sestgestellt werden. — Eine 23jährige Köchin in einem Hause in der Bornheimer Landstraße, die Spiritus in einen brennenden Spiritusapparat goß, wurde durch die herausschlagenden Flammen schwer verletzt. Ludwigshafen, 7. Mai. Der 60 Jahre alte Gastwirt Georg Berg in Rheingönnheim, Vater von sechs Kindern, warf sich heute vormittag unter einen Schnellzug und wurde zermalmt. Offenburg, 7. Mai. In Oberharmersbach wurde der hochbetagte Küfer Andreas Schneider heute bei einem Gewitter vom Blitz erschlagen. Todtnau, 7. Mai. In Brandenberg wurden das Gasthaus z u m Hirsch, und fünf weitere Doppelhäuser in der vergangenen Nacht ein Raub der Flammen. Zehn Familien find obdachlos. Man vermutet Brandstiftung. Paris, 7. Mai. Im ersten WahNezirk von Guadeloupe wurde der Sozialist Geräult Richard gegen Ger-- Ville Reache (rad. Rep.) "gewählt. Im zweiten Bezirk wurde der Sozialist Lege tim er gewählt. Turin, 8. Mai. Hier demonstrierten gestern 15 0 0 0 streikende Textilarb eiter. Kavallerie zerstreute die Menge. Ein Soldat wurde dabei durch einen Steinwurf verletzt. Viele Schaufenster wurden zertrümmert. Die Behörden treffen umfassende Vorsichtsmaßregeln. Von Bereelli ist ein Kavallerieregiment nach Turin ahgegangen. Wien, 8. Mai. In Hofkreiseu wurde gestern bekannt, daß Kaiser Wilhelm dem Kaiser Franz Josef am 6. Juni in Wien einen Besuch abstatten wird. Es handelt sich um einen offiziösen Besuch von politisches Bedeutung. Man geht in der Annahme nicht fehl, daß der Besuch der Initiative des deutschen Kaisers entspringt und daß beide Monarchen den Wunsch hegen, nach den politischen Vorgängen, die sich feit Algeciras abgespielt haben, von neuem die Festigkeit des deutsch-österreichischen Bündnisses zu dokumentieren. Dies wird auch dadurch kund getan, daß der Generalstabschef Graf Moltke einige Tage vorher nach Wien kommen wird, um im Gefolge des^ Kaisers Franz Josef den Manövern in Bruck an der Leitha bei» zuwohnen. Riga, 7. Mai. Eine Bande von 15 Bewaffneten überfiel gestern abend die Station Schlork unweit Tukknm und tötete einen Gendarmen, einen Schutzmann, den Vorsteher des Postbureans, einen Schreiber und einem Artillerieoffizier, der sich zufällig dort befand, und plünderte die Kasse des Bahnhofes und des Postbureaus. Zwei Kompagnien Infanterie sind von Riga zur Verfolgung der Verbrecher entsandt worden. TeJefomsche Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitge nnd Indnsti Frankfurter B 3^% Reichsanlcihe . . 100.25 3% do. . . 88.30 in Konsols .... 100.25 3% do 88 40 3%°/n Hessen 99.00 3Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente. . 100.65 41/5 ?n Oesterr. Silberrente 101.20 4% Hnirar. Goldrente . . 96.65 4?a Italien. Bente . . . —.— 3% Portugiesen Serie I . 68.95 3% Portugiesen III 69.50 rnss. Stn fit sank 1905 91.50 4%°'n japan. Staatsanleihe 94.45 4 % Conv. Türken von 1903 93.50 Türkenlose 146.40 4% Griech. Monopol-Anl. 54.60 4% äussere Argentinier . —.— 3°/0 Mexikaner .... —.— 4ya°!n Chinesen . . . . 97.90 Aktien: Bochum Guss 256.25 Buderus F-. W .... —.— Tendenz: fest. Berliner Borst teilt von der Bank fflr Handel ie. Giessen. i»rse. 7. Mai, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 151.50 Elektriz. Schuckert . . . 133.50 Eschweiler Bere-werk . 272.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 229.80 Hamburg - Amcrik. Paketf. 163 60 Harpener Bergwerk . . . 221.00 Lanrahfitte 252.50 Nordd. Lloyd .... 132.30 Oberschles. Eisen-Industrie 133.20, Berliner Handelsges . . 173.40 Darmstädter Bank . . . 144.00 Deutsche Bank . . . 239.30 Deutsch-Asiat. Bank . . 186.00 Diskonto-Kommandit. . . 187.20 Dresdner Bank . . . 162.40 Kreditaktien 217.00 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . 109.20 Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 23.90 Oesterr. Staatsbahn . . . 146.20 Prince-Henri-Eisenbahn . 148,50 , 7. Mai. Anfangskurse. Canada E. B 172.50 Darmstädter Bank . . . 144.10 Deutsche Bank .... —.— Dortmunder Union C. . . 94.70 Dresdner Bank .... 162.20 Tendenz: ruhig und fest. Harpener Bergwerk . . . 221.20 Lanrahfitte . . . , . 250.70 Lombarden E. B. ... 24.10 Nordd. Lloyd 132.20 Türkenlose . ... 146.40 Für die gesamte Redaktion veraillwortlich in Vertr. Ernst Heß McWrik. Deutschlands. 300 Zirnmereinrichtunqen! stets liescrf. vorrätig. Man verlange Preiskistc und Abbildungen. [bie/t' MiMM von Wchttleitnirgsorbtiien. Die bei Herstcllrmg der WaffcrversorgnngSaulagc für die Gemeinde Burkhards, Kreis Schotten, uorfommenben Arbeiten und Lieferungen und zwar: Los 1. Hochbehälter (100 edm Nutzinhaltl. Q ? 9 sRöhrenqräben (co. 5500 cbm Aushub). -Oj - fRohrlieierungen und Berlegungsarbeiten, sollen durch fchriitl. Angebot vergeben ivcrden. Pläne imb Bedingungen sind bei der »mterzeichneten Behörde, letztere auch bei der Großh. Bürgermeisterei Burkhards einzusehen, Bedingungen und Anqebotsvordrucke gegen ganz freie Einsendung von 1 Mk. in bar für jedes Los. nur von uns beziehbar. Angebote find verfehl, und mit enlfpr. Aufschrift versehen, aus der Geineinde, Los Nr. und Unternehmer zu ersehen ift, bis spätestens: Montag, den 14. Mai 1906, vorm. 11 Uhr auf unserem Bureau: Frankiurler Straße 29 einzureichen. Es können nur Angebote auf Vordrucken ohne Textänderungen und Zusätze Berücksichtigung sinden. Eröffnung in (Gegenwart der Bieter. Freie Auswahl bleibt ausdrücklich Vorbehalten. Zuschlags- srist 3 Wochen. Gießen, ben 24. April 1906. Großh. Kultnrmjpektion Gießen. 8'" , __________ Wißmann. Gaismarkt ■ L°«Bd»rs Montag, den 28. Mai 1906 von morgens 9 llhr an auf dem Neuen Marktplatz (auch Schwcmemarkt). [2867 ■■■■■■■■■■■■■■■■■ Ein Versuch überzeugt, daß sür 2 gute Teller Suppe von unerreichter Güte und Wohl- gcschnrack sind. Bestens empfohlen voll 0% Christoph Bieker, Neustadt 55. Gräserer Verpachtung. 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