Nr, 235 Erscheint «glich mit Ausnahme deS Sonntags. Gemral-Anzeiger, AmSr- und MzeigeNatt für den Kreis Gießen 5 tieren. tarnt die Hatisfrau — ohne erst lange Fletsch kochen zu müssen — mit 4 Jffl .... - - - - 2 y ■ Redaktion. Expedition n.Truckeret: Schukstr.T. Tel. Nr. 61. Lelegr^Aür.: Anzeiger Gießen. der die ö>* Winter iswahl 159 doch wohlschmeckende, nahrhafte Suppen auf den Tisch bringen. Gin Würfel zu 10 Ps. gibt in kürzester Zeit — nur mit Wasser — 2 gute Teller. 400,000 Ocsen im Gebrauch in der vehältnismäßig kurzen Zeit von zehn Jahren tst ent tatsächlicher Beweis für die außer- ordentlichen Vorzüge eines Osensystems, mehr wie irgendwelche Anpreisungen und Worte. Wie uns mitgetcilt wird, ist dieser in der deutschen Osen- industrie einzig dastehende Erfolg erreicht mit den bekannten Dauerbrandöfen „Patent-Germanen" der Firnta Oscar Winter, Hannover. Es empfiehlt sich daher, bei Bezug eines Oietts über das bewährte System burd) Bezug Der Original-Vcrkaussliste von einer besseren Ofenhaitdlnng oder direkt vom Fabrikanten sich eingehend zu orien-- es Cheviot arben 3.75 14.- Zur Reform des deutschen Personen- und Kepacklanss, In Eisenach sind vor einigen Tagen die Vertreter deutschen Btmdcsregicrnngen zusainniengetceten, um über sog. Reform dec deutschen Personen- und Gepäcktarife Saugtingssürsorge. Von geschätzter Seite wird uns geschrieben: Immer größer wird die Zahl derjenigen Städte, welche sich zu praktischen Maßnahmen gegen die Säuglingssterblichkeit entschließen, denn diese ist gerade in Deutschland — wie ja schon in diesein Blatte des öfteren dargelegt wurde — eine erschreckend hohe und fordert das Nachsinnen und tatkräftige Eintreten aller derer, welchen die Volksgesundheit am Herzen liegt, heraus. Wie auch in unserer Stadt der Todesengel unter der Kinderwelt wütet, zeigt dem Besucher des neuen Friedhofes ein Blick auf die überraschend große Zahl von Kindergräbern, unter denen sich viele solcher Kinder befinden, die ihren Eltern in den ersten Lebensmonaten entrissen wurden. Es ist daher nur allzu begreiflich, daß auch hier Mittel und Wege erwogen werden, dem stets drohenden liebet zu begegnen. Daß solches zum guten Teil möglich ist, lehrt die Erfahrung aller derjenigen Gemeinwesen, welche die Ernährung der Säuglinge zum Gegenstand^ihrer Fürsorge machten, demt die meisten (bis zu 3/J der Todesfälle in dem Säuglingsalter werden durch Erkrankungen der Ver- dauungsorggne hervorgerufen, und diese sind wieder meist die Folge unzweckmäßiger und falscher Ernährung. Deshalb will der hiesige „Allgemeine Verein für Armen- und Krankenpflege" m seiner besonders gegründeten „Abteilung für Säugli ngsfü rsorg e*, nachdem bereits im vorigen Jahre die einleitenden Schritte unternommen worden sind, zur Tat schreiten und durch Gründung einer Milchküche für Beschaffung zweckentsprechender Säuglingsnahrung Sorge tragen. In dieser Milchküche soll die trinkfertige Kinderntilch in ihren verschiedenen Mischungen für die verschiedenen Altersstufen bereitet und zu einem ntöglichst billigen Preise abgegeben werden, sodaß diejenigen Kinder, welche von ihren Müttern nicht gestillt werden, tagtäglich eine einwandsfceie Milch in Eingesandt. (Für den Inhalt ber unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber. keinerlei! Verantwortung.) Abschied vom Bahuhof. Nun leb wohl, „belegtes" Tischchen! Nun ade, Herr Hostraiteur! Morgen fommt die Sälesperre, Und dann kommen w i r nicht mehr. Lebt auch wohl, ihr Sonntagsgäste, Und ihr, die in schnellem Trab Nur am Neujahrstage kamen, Wenn es Gratis-Frühstück gab. Freund von auswärts! Uns zuliebe Nähmest stets du mit nach Haus Einen noch vom Union-Biere; — Alles, alles ist jetzt aus. Hat die Bahn denn kein Erbarinen? Gerne kehr'n wir wieder um, Doch zum Bier eine Bahnsteigkarten- Ausschlag? Die Geschicht ist dumm. Die Stammgäste. beraten. Diese Beratungen haben ein Einverständuis ergeben, sodaß man nun mit Sicherheit auf das Inkrafttreten des Neformtarifs am 1. Mai kommenden Jahres wird rechnen können. Mehrmals war eine Reform des deutschen Personen- tarifs nach drei Richttmgen hin gefordert ivorden, nämlich nach Vereinfachung, Vereinheitlichung tmb nach Verbilligung. Auch im preußischen Eisenbahnministerium überzeugte man sich von der Berechtigung dieser Forderungen, aber mau wollte ihre Durchführung mit einer großzügigen Verkehrsreform verbinden, welche von einer Betriebsmittel-Gemeinschaft der einzelnen deutschen Staaten ihren Ausgang nehmen mußte. Schließlich gipfelte die Reform nach den Beschlüssen der Eisenbahn-Konferenz vom 2. und 3. April d. I. in folgenden Hauptpunkten: Die Fahrpreise für Personenzüge werden einheitlich geordnet, und zwar so, daß sie auf die Hälfte der jetzigen R ü ck f a h r karte n reduziert werden, für den Kilometer also in der ersten Klasse 7 Pfg., in der zweiten 4.5, in der dritten 3 Pfg. und in der niedrigsten Klasse (in Bayern und Württemberg 3 b) 2 Pfg. betragen. Hierzu treten für die Schnellzüge Zuschläge, welche sich mit der Entfernung staffelförmig erhöhen. Rückfahrkarten gelangen nicht mehr zur Ausgabe, doch bleiben die zusammenstellbaren Fahrscheinhefte und die ermäßigen Preise für Kinder-, Schüler- und Arbeiterfahrkarten, sowie für Sonntags- und Monatsfahrkarten bestehen. Hinsichtlich der Gepäckbeförderung ist zu bemerken, daß das bisher auf den preuß.-hess. Bahnen gewährte Freigepäck fortfällt und ein einheitlicher Gepäcktarif Platz greift, der sich nach vierzehn Zonen gliedert und gegenüber den bisher auf den selbständigen süddeutschen Bahnen erhobenen Gebühren für Gepäckbeförderung eine Ermäßigung bedeutet. Wie man sieht, läßt diese Reform, wie sie vor einigen Tagen in Eisenach angenommen ist, immerhin einige Fortschritte gegen früher erkennen. Namentlich sind durch sie die bisherigen sehr buntscheckigen Tarife endgiltig beseitigt. Aber diesem Vorteil stehen auch namhafte Nachteile für das reisende Publikum gegenüber, die vor allem in 6er Verteuerung des Gepäcks für Preußen-Hessen und in den ominösen Schnellzugs-Zuschlägen gipfeln. Hier wird es darauf an» kommen, welche Züge die Eisenbahnverwalttmgen als Schnellzüge erklären. Wir fürchten, die Eisenbahndirektionen werden hier stets sehr weitherzig sein und alle Züge in die Kategorie dec Schnellzüge werfen, die nicht ausgesprochene Bummelzüge sind. Ferner bleibt ztt berücksichtigen, daß bei dieser Reform noch auf die von dec Steuerkommission des Reichstages beschlossenen „Kilometerzuschläge" keine Rücksicht genommen werden konnte. Erlangen diese im Plenum des Reichstages ihre Bestätigung, so würde sich die Tarifresorm noch weiter verschlechtern und trotz aller kleinen Vorzüge Heu Verkehr auf deutschen Bahnen noch mehr erschweren, als es schon jetzt der Fixstempel auf Fahrkarten und die Besteuerung der Frachtbriefe für Wagenladungen tun. abgeinessenen Partionen erhalten können. Mit der Milchküche ist zugleich an die Einrichtung einer ärztlichen Vera tun gs stelle gedacht, durch welche neben dec ^Beratung den Müttern eine ständige Kontrolle des Ernährtlngszustandes der Kinder erntöglicht wird. Hat sich die Milchküche eingeführt und bewährt, so wird ein weiterer Schritt zur Gründ- ung eines Säuglingsheiüis führen, in welchem Säuglinge Aufnahme und Pflege finden. Es liegt wohl auf der Hand, daß diese Veranstaltungen, sofern die Stadtverwaltung an ihrer Ecrichtuilg ein unmittelbares Interesse hat, atißec der von dieser mit Sicherheit erwarteten Unterstützung auf die private Wohltätigkeit angewiesen bleiben. Was aber in anderen Städten möglich war, das kann gewiß auch von dem oft bewährten Wohltätigkeitssinn derGießenerBevölkerung erivartet werden, und es dürfte keinem Zweifel unterliegen, daß die Gaben, welche den Kleinsten und Schwächsten dienen sollen, gern gegeben werden und reichlich fließen. Wer das Ringen so manchen Kindes, das infolge schlechter Ernährung einem frühen Tod entgegenging, mit angesehen, wer sich einmal darüber Gedanken gemacht, wie viele unserer Mitmenschen zeitlebens Schwächlinge bleiben und zu allen möglichen Krankheiten, besonders Tuberkulose disponiert sind, weil ihnen in frühester Jugend die zweckentsprechende Nahrung fehlte, wer die auf allen Gebieten immer größere Llnforde- rungcn stellende Zeit bedenkt, wie sie allenthalben ein starkes Geschlecht von Menschen erheischt, der wird im Bewußtsein seiner sozialen Pflicht gern an einem ebenso notwendigen wie segensvollen Werke mithelfen. mGGf Suppen Kreuzstern * 'it-i<='>£* Mschteuermig Mau verlange ausdrücklich Suppen mit dem „Kreuzsteru". Kirche uub Schule. AufdemTage sürdeutscheErziehung zu Weimar hielt Dr. med. Liebe Waldhof Elgershausen einen sehr, temperamentvollen Vortrag über den Unterricht im Freien, dessen Vorteile ec hoch pries. Er ging von folgenden Leitsätzen aus: 1. Die meisten Nachteile unseres jetzigen Schulsystems werden beseitigt durch Verlegung des Unterrichts ins Freie. 2. Tie Konzentrationsfähigkeit ist nach einiger Gewöhnung im Freien nicht geringer als im Zimmer. 3. Die Disziplin ist nicht schwerer, sondern eher leichter aufrecht zu erhalten. 4. Die Gesundheit wird merklich gefördert. 5. Für ungeeignetes Wetter sind offene Hallen zu empfehlen. An manchen "Tagen und für manche Gegenstände wird natürlich auch das Schulzimmer benutzt. Dies wird sich bei höheren Klassen und besonders in höheretr Schulew mehr und öfter nötig machen, als bei jüngeren Kindern. 6. Tie- Lehrer müssen auf diesen Unterricht schon in den Seminaren borbereitet werden. 7. Durch den Unterricht im Freien wird die Frage des Kindes wieder in ilyr Recht eingesetzt. Der Lehrer braucht sich nicht zu schämen, wenn er eine solche nicht beantworten kann. Er wird gemeinsam mit den Kindern die Antwort suchen. 8. Auch systematischer Unterricht ist im Freien möglich. 9. Die Waldschule ist das Ideal auch für gesunde Kinder. 10. Alle Fächer können im Freien gegeben werden. Nämlich Gruppe I: Naturkunde, Religion bezw. Ethik,. Charakterbildung, Charaktererkennung. II: Geographie, Geologie, Heimatkunde, Geschichte. III: Zeichnen, Malen, Kunstbetrachtung. IV: Sprache und deutsches Denken, Mathematik. V: Turnen (Reckturnen), Wandern, Gesang; anstatt des Acktus Festfeier im Freien, körperliche Arbeit. 11. Dadurch wird zum praktischen Leben übergeführt; die jetzige Schule hat zu wenig Verbindung mit diesem. 12. In der Freiluftschule erzogene Kinder werden auch als Erwachsene das Freiluftleben mehr lieben als es die jetzigen Stuben- und Kneipensitzer tun (Naturtheater, F-reilustmuseen, Tanz, Gottesdienst im Freien usw.). (Stürmischer Beifall.) — Ein Seminaristenstreik ist im Seminar in Dramburg (Hinterpommern) .ausgebrochen; wie von dort gemeldet wird, halten sich die Seminaristen des Tags über in ihren Zimmern auf und erscheinen nicht zum Unterricht, nachts aber sind sämtliche Klaviere in Tätigkeit, und zu ihren Melodien erschallen lustige Gesänge. Die streikenden Seminaristen verlangen bessere Behandlung, bessere Kost und 'die Erlaubnis zum Besuche einer Wirtschaft. Kennern pommerscher Seminare wird solch ein Streik kaum sonderbar erscheinen. wahre Hetzjagd gegen das Mädel los. Ter Papa trug Sorge um das leibliche Wohl seines Sohnes und veranlaßte ihn, den ehelichen Wohnsitz in Oberursel i. T. zu verlassen, und sorgte für seine Unterbringung in einer Nervenheilanstalt auf den hohen Warte. Tie Verwandten sind entsetzt über die unebenbürtige Ehe und setzen alles daran, daß die Ehre des Hauses wieder gesetzlich wird und dazu gehörte ihrer Ansicht nach vor allem die Trennung des Paares. Keine Scheidungsklage wurde ins Werk gesetzt, bewahre, dadurch hätte man ja zugegeben, daß einmal ein Ehebündnis bestand, ergo wurde auf Nichtigkeitserklärung der Ehe gedrungen. Außer dieser Klage, die seststellen soll, ob die Ehe zu Recht bestehe oder nicht, schwebte ein Prozeß, den die von ihrem Gatten getrennte lebende junge Gräfin gegen, ihren Mann führte. Die ehemalige Wäscherin forderte zur Bestreitung ihres Unterhaltes für die Dauer bis zur Entscheidung des Eheprozesfes monatlich 500 Mark^ Land- und Oberlandesgericht entschieden anfangs Juli, daß 200 Mark genug seien.' Beim Landgericht in Darmstadt klagten die beiden Brüder Grasens Artur und Konrad zu Erbach-Erbach gegen den Grafen Georg Albrecht auf Bestellung eines Standesschiedsgerichts zur Regelung der Sukzessionsfolge. Was aus dieser Silage wurde, ift: nicht bekannt. Schließlich spielt in das „Ehedrama" noch ein1 Entmündigungsprozeß hinein, den der Vater des Grasen Eras-, mus in die Wege leitete. Ec focht die Ehe als nichtig, mit der Behauptung an, sein Sohn sei zur Zeit der Eheschließung gt>' schästsunfähig gewesen. Das .Homburger Amtsgericht habe ben, jungen Grafen denn auch wegen Geisteskrankheit entmündigt. Dieser Entmündigungsbeschluß wurde von dem Rechtsanwalt Dr. Wnrzmann, dem Vertreter der jungen Gräfin, angefochten. Tie Anfechtung eines Entmündigungsbeschlusses ist keine so einfache Sache, denn die Klage muß sich nach den Bestimmungen der Zwil- prozeßordnung gegen den Staatsanwalt richten. Das Land" geeicht erließ einen umfangreichen Beweisbeschluß. Es sollen über den Geisteszustand des Grafen Erasmus noch eine Anzahl Sachverständger vernommen werden. o ■* Gießener Strafkammer. )( Gießen, 5. Oktober. Folgen einer Bierreise. Ein hiesiger Wirt hatte eine sogenannte Bierreise unternommen, deren Folgen sich beim Verlassen der zuletzt besuchten Wirtschaft, die der feinigen schräg gegenüberliegt, derart bemerkbar machten, daß er aus der Treppe vor der Tür nicht mehr weiter tonnte und einschlief. Eine Anzahl Kellner, die an der Stelle vorbei kamen, trieben allerlei Unfug mit ihm. Als ihm einer die Nase zuhielt, schlug er um sich, worauf mehrere unbarmherzig mit ihren Stöcken auf ihn einhieben. Nachdem er sich als Wirt zu erkennen gegeben hatte, versuchten sie ihn nach seiner Wohnung zu bringen, wobei ihm noch einer mit seinem Spazierstock eine Tracht Prügel verabfolgte, sodaß er ärztliche Hülfe in Anspruch nehmen mußte und acht Tage mit den Verletzungen zu tun hatte. Als Haupttäter kam Ph. L. in Betracht, der den Vorfall provoziert hatte und dem nachgewiesen loerbeit konnte, daß er verschiedene Mate geschlagen hat. K. B. und H. L. gaben zu, je einen Schlag mit ihren Stöcken ausgeführt zu haben. L. will über den Wirt gestolpert sein und ihn, als er um sich schlug, in Notwehr handelnd, mit dem Stock von sich gewehrt haben, während B. angab, ec habe, die Gefährlichkeit der Situation erkennend, aus purer Menschlichkeit, feinen Stock auf dem Wirt in Stücke geschlagen. Zwei weiter unter Anklage Gestellte wurden mangels Beweises freigesprochen. Ph. L. wurde zu 70 Mark, K. B. und H. L. zu je 50 Mark Geldstrafe verurteilt. Das von H. L. angefochtene Urteil wurde von der Strafkammer bestätigt. Landstrcicherstreiche. Zwei Handwerksburschen, der Zimmermann H. Sch. aus Erfurt und der Töpfer W. Z. aus Dyhernsurth kamen im August dieses Jahres auf ihrer Wanderschaft nach N i e de r - M ö r l e n. Sch. kehrte in einer Wirtschaft ein, während Z. sich bettelnd oder arbeitsuchend im Orte Herumtrieb. Am Ausgang des Dorfes trafen sie sich wieder; Sch. hatte in einem unbewachten Augenblick ein Kistchen Zigarren an sich genommen, das sie gemeinschaftlich zu verkaufen suchten. Es gelang ihnen unterwegs die Zigarren an einen Steinbrucharbeiter für 2 Mark zu verkaufen, nadjbem sie sich vorher. vergeblich bemüht hatten, dieselben an einen Bähnbeamten abzusetzen. Sch. war geständig, den Diebstahl ausgeführt zu haben, Z. dagegen bestritt, sich der Hehlerei schuldig gemacht zu haben. Er behauptete, sein Geiwsse habe ihm mitgeteilt, das Zigarrenkistchen sei ihm von einem Automobil aus zugeworfen iuotben. Er habe daran nicht gezweifelt, denn die Zigarren seien doch nichts nutz gewesen. Diese Angaben waren so unglaubwürdig, daß sie völlig außer Betracht bleiben mußten, zumal er selbst zugeben mußte, daß er beim Verkauf unwahre Angaben gemacht hat. Sch., der rückfällig, erhielt 10 Monate Gefängnis, während sein noch unbestrafter Genosse in eine durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt zu erachtende Gefängnisstrafe von einer Woche verurteilt wurde. Ein Knecht als Dieb. Der 14jährige W. G. von Heegheim war bei einem dortigen Landwirt äte Knecht in Diensten. Er wurde bei einem Gelddiebstahl abgefaßt, worauf er auf Vorhalt versprach, in Zukunft ehrlich zu sein. Es hielt aber nicht lange stand; denn bald darauf fand man in dem Zimmer, in welchem das Geld verwahrt ist, einen Fünfzigmartichein, den er anscheinend bei dem Geldentwenden versehentlich hatte liegen lassen. Auf Vorhalt gab er zu, das Geld gestohlen zu haben. Er hatte sich bereits eine Uhr angeschafft; auch fiel es auf, daß er Kameraden frei hielt und feinen Familienangehörigen, insbesondere seinem Vater Geschenke machte. Bei seiner gerichtlichen Vernehmung gab er glaubhaft an, daß er seinem Vater auch von dein gestohlenen Geld gegeben hat, weshalb dieser auch wegen Hehlewi angeklagt wurde. Der Vater bestritt, je einmal Geld von seinem Sohn erhalten zu haben und der Junge erllärte seine früheren Angaben als unwahr. Trotz des hohen Verdachts, hielt das Gericht die Beweise zur Verurteilung des Vaters wegen Hehlerei nicht für ausreichend, dagegen erhielt der Junge wegen Diebstahls eine Gefängnisstrafe von 3 W Graf und Wäscherin. Z. F r a n t f u r t a. M., 5. Okt. Einen Rattenschwanz von Prozessen hat die Ehe des Grafen Erasmus zu Erbach-Erbach zur Folge gehabt. Bekanntlich heiratete der noch junge Erbgraf die bildhuchche Tochter einer Wäscherin, die im Hause des Grafen Georg Albrecht zu Erbach-Erbach tätig war. Die Ehe wurde in London geMosten. Nun ging von den Verwandten des glücklich Verheirateten eine Viertes Blatt. 156. Jahrgang Samstag 6. Oktober 1806 a y* aa aa a a 5 aa Rotationsdruck und Verlag der Brühl*sch« .•<.»«« z-N-M.Ett.r- „erOen dem AMMBOffMV j| UL MKON Unw.rstt-Udru^ «. »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der B 'EL, H M B fL h ® M UM »Hessisch« Landwirt" erscheint monallich einmal. v wra ” * ▼ " ” ** Ul VF '•v Auskunft ertheilerr wäescht M DeKamttmachmlg. Die unterm 12. September 1906 ungeordnete Sperre Lc§ Riegelpfads zwischen Ebel- und Querstraße wird hiermit aufgehoben. Die unterm 7. September 1906 angeordnete Sperre Bergstraße wird hiermit aufgehoben. Die unterm 8. September 1906 ungeordnete Sperre der !Plockst^rße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 4. Oktober 1906. Großh. PoUzeiumt Gießen. _______________Herberg.__ Bekanntmachung. Vom 9. l. Mts. ab bis auf weiteres beginnt der Auftrieb von Vieh auf den Viehmarktplatz um 8 Uhr vormittags. Der Schluß deS Auftriebs von Großvieh ist auf 10 Uhr, von Schweinen auf 11 Uhr festgesetzt. Ende des Marktes ist am ersten Tage um 12 Uhr, am zweiten Tage um 1 Uhr mittags. Gießen, den 3. Oktober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. _____.Herberg. _______________ BekmMtmachrmA. Der Spengler und Installateur Wilhelm Stork, dahier, ist Aur Ausführung von Anlagen im Anschluß an das Gas- und Wasserwerk' auf Grund der Bestimmungen vom 29. Dezember 1902 zngclaffcu wordcu. ‘--v Gießen, den 4. Oktober 1906. " /io GroßherzogliHe Bürgermeisterei Gießen. _________Mecum.________ ArbeitsveWehmrH. X Nachstehende Arbeiten zum Neubau des StadttheaterS in Gießen lallen im Wege des öffentlichen Angebotes vergeben werden. L Steinbildhauerarbeitcu. 2. Lieferung vou Grauitstcincu ca. 15 cbm. Zeichnungen, ArbcitSbcjchrcibungen, Bedingungen und Angcbots- formulare liegen im Bureau deS Architekten Hans Mcycr, Wcstanlagc 6, dahier, zur Einsicht offen und können daselbst zum Selbstkostenpreis erhoben werden. Die Angebote sind bis zum Eröffnungsteruiin am Donnerstag, den 18. ds., vorm. 11 Uhr, mit entsprechender Aufschrift versehen, portofrei an uns einzureichen. Gießen, den 3. Oktober 1906. B ho Großherzoglichc Bürgermeisterei Gießen. Mecum.___________ Bekanntmachung. Aus der Friedrich Bücking-Stiftung sind um Weihnachten d. Js. 10 Gaben von 150 Alk. oder 100 Mk. an bedürftige und würdige Bewohner Gießens, Familieuhäuptcr oder einzel- stehende Personen, zu vergeben. Anmeldungen sind bis spätestens 30. November 1906 beim städtischen Armeuamt, Neuen-Bäue 25, Zimmer Nr. 2 cinzu- reichen. Gießen, am 4. Oktober 1906. Großherzoglime Bürgermeisterei Gießen. I. B.: Cursckmann.________________Bs/10 Bergebuug von Bauarvetten. Die für die Errichtung der Einfriedigung, Entwässerung, Hof- und GarLenanLage zum Psarrhaus- neubau Reiskirchen, erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden. Die Angebotsunterlagen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten, Zimmer Nr. 18 während den Dicnststundcn zur Einsicht der Interessenten offen. Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen sind verschlossen und portofrei bis spätestens Montag, den 15. Oktober rfd. IS., nachmittags 5 Uhr nui Großh. Bürgermeisterei „Reiskirchen" einzureichen, wo- felbst die Eröffnung erfolgt. Die Arbeiten und Lieferungen sind wie folgt veranschlagt: Erd- und Maurerarbeiten . 1917,26 Mk. Zimmerarbeiten .... 233,60 „ Schlofferarbeiten .... 126,40 „ Weißbinderarbeüen. . . . 52,70 „ Planierarbeiten..... 240,60 „ Pflaster- u. Chaussierarbciten 945,20 „ Etsenlieferung ..... 60,00 „ Basaltgruslieferung . . . 77,00 „ Gießen, den 6. Oktober 1906. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen D«/ Die hm, Großh. Baurat. - MMlMg öon Wllsserieityll^ill'heltkN. Tie bei der Herstellung der Wafferverforgungsanlage für die Gemeinde Steinberg bei Gedern,Kreis Schotten, vorkommeuden Arbeiten und Lieferungen und zwar rs- , j Quellsassungsarbeiten, ( Hochbehälter (70 cbm Nutzinhalt', a a 9 I Röhrengräben ca. 8000 cbm Aushub), ~-05 Nohrlieferungen und Verleguugsarbeiten, sollen durch schrisll. Angebot vergeben werden. Pläne und Bedingungen sind bet der unterzeichneten Behörde, letztere auch bei der Großh. Bürgermeisterei Steinberg einzusehen; Bedingungen und Angebotsvordrucke gegen ganz freie Einsendung voll 1,50 Mk. (nicht m Briefmarken) für jedes Los nur von uns beziehbar. Angebote sind verschloßen und mit entsprechender Aufschrift versehen, aus der Los Nr. und Unternehmer zu ersehen ist, bis ifpäiestens Donnerstag, den 11. Oktober 1906 vorm. 12 Uhr auf unserem Bureau: Frankfurter Straße 29 einzureichen. Gs können nur Angebote auf Bordrucken ohne Textänderungen und Zusätze Berücksichtigung finden. Eröffnung in Gegenwart der Bieler Freie Auswahl bleibt ausdrücklich vorbehalten. — Zuschlagssri't 3 Wochen. Gießen, den 21. September 1906. Großh. Kultnrinspektion Gießer». -___________’____________Wißmann.________________ KkMchgrKch Gießen. Wir bringen hierdurch zur Kenntnis der Bezirksangc- hörigen, daß vom 1. Oktober l. I. ab bei unserer Kasse die tägliche Verzinsung der Einlagen zur Einführung gelangt und daß jeden Werktag von vormittags 8—1 Uhr und nachmittags von 3—4y2 Uhr die Kaffe geöffnet ist. Gießen, am 22. September 1906. c.. Direktion der Bezirkssparkasse Gießen. Doering. bm/9 '-■« y Mruten Tit. kath. Kirchenvorstand Neu! i. ii. in. IV. V. Erdarbeiten. Maurerarbeiten. Steinhauerarbeiten. Zementarbeiten. Zimmerarbeiten. empfehle vorschriftsmässige 4 Wochen aus. Darmstadt, 5. Oktober 1906. Kaiserliche Ober-Postdirektion. I. B.: Dingeldey. Frankfurter Schuhlager Wtz Giessen Ä in besser Aus Ehrung zu -i.»lösten Preisen, VI. Dachdeckerarbeiten. VII. Spenglerarbeiten. VIII. Schreinerarbeiten. • IX. Glaserarbeiten. X. Weißbinderarbeiten. XI. Tapeziererarbeiten. XII. Schmiede- und Schlofferarbeiten. XIII. Kanalisationsarbeiten. XIV. WasserleitungSarbeiten. XV. Zentralheizung. XVI. Insgemein: Rolläden-, Träger-, Licht- und Klingelanlage, Heizgas-, Aufzug- und Ventilationsanlage. Arheitsvergehnug. Zum Neubau eines Hauses m der Liebigstraße sollen vergeben werden: Zeichnungen, Slrbeitsbeschreibungen und Lieferungsbedingungen liegen in dem Bttreau des Architekten H. Kockerbeck, Wilhelmstraße 3, auf, und können die Angebotsformulare von dort bezogen werden. Die Angebote sind für Tit. I, II, III, IV und V bis Mittwoch, den 10. Oktober 1906, abends 8 Uhr, und diejenigen für Tit. VI bis XVI bis Donnerstag, den 15. November 1906 einzureichcn bei dein GnülberZer Uel'hkVttUel'MßEtteiü. Die noch rückständigen Beiträge vom II. Halbjahr d. I. können noch ohne Kosten bis den 20. d. Mts. an den unterzeichneten Rechner bezahlt tverden. Grünberg, arn 4. Oktober 1906. 6077 v Hch. Zimmer II» M Neu? Bekusrutmachung. Ter Plan über die Errichtung einer oberirdischen^Tele- graphenlinie an der Landstraße von km 24,62 der Straße Gießen-Alsfeld nach Atzenhain (über Lehnheim) liegt bei dem Kaiserlichen Postamt in Grünbcrg (Hessen) von heute ab Sonntags- Stiefel Bienst- - DSMMSZS Hervorragendstes, appetitanregendes, nervenstärkendes Kräftigungsmittel. Erhältlich in Apotheken und Drozuerien. Firmen und Mitesser. | Anerkannt vortrefflicher Mittel „ , R von hervorragender Wirkung A _(Qy. “ Zu haben in allen Apoth., Drog. U. Pars. p. £t. 50 Pf. u. 1 Mk. k) Sonntag, de» 7. Oktober findet im Saale des Gasthauses zur „Stadt Marburg" statt. Nachmittags u. Abends: Preisfchießcn. Lon 5 Uhr ab: Tanz- vergnügen. Eintritt für NichtiNitglicder frei. 07328 ES ladet crgebciijt cm___________________Der Vorstand. HLmsbhiittesrfssi’Ball - ■■ Zu dem am 11. Oktober d. I. stattfindenden FestbaBie in dem neuemgerichteten und vergrößerten Saal deS Herrn Wilh. Borger „Gasthaus zur Stadt Gießen" ladet freundl. em 5516 Anfang Nachmittag 4 Uhr.___________Das Komitee. Der Synagogen-Chor zu Hungen hält am Donnerstag, den 11. Oktober in den Räumen des Hotel „Zur Traube" seinen Simotetlm-Ball ab, wozu ergebens"! einladet 5602 Das Komitee. HMmkNs in LllnbH (^hrjejfen). Am 10. Oktober, 4 Uhr, wird öffentlich versteigert ein zu einer Rachlaßmaffe gehöriges Haus mit 9 Zimmern, Küche und allem Zubehör, nebst Gärtchen. Freie, schöne Lage. 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