Nr. 286 Viertes Blatt. 156. Jahrgang Mittwoch 5. Dezember 1906 Erscheint tigllch mti Ausnahme befl SonMagS. Die „(Bleßencr $aml!tenb!3tterw werden dem .Anzeiger viermal wöchentlich detgelegt. Der -hessische Landwirt" erscheuu monaUrch einmal. Giehener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sehen UnlversilätSdruckerei. ÖL Lange, Gießen. Redaktton, Expedition u. Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. bl. Lelegr.-Adr.: A,Zeiger Gießen. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen. 3>ic Faufe des Hessischen Krögrotzherzogs. R.B. Darmstadt, 4. Dez. Kurz vor Ankunft des Prinzen Eitel Friedrich als Vertreter des Kaisers bei der Tauffestlichkeit am hiesigen Hofe trat heute vormittag nach den letzten schweren Regentagen ein freundlicheres Wetter ein, zeitweiliger leichter Sonnenschein beleuchtete um die Stunde der Taufe die Straßen und die lustig im Winde flatternden Fahnen der Häuser. Im Neuen Palais war der mit alten Ahnen- bildern geschmückte Festsaal zu einer Taufkapelle umgewandelt worden, ein Altar mit silbernen Kandelabern und brennenden Kerzen, mit Palmen, Blattpflanzen, weißen Lilien und feurigroten Blüten des „Sterns von Bethlehem" im Hintergrund, davor der Taufstein mit goldenem Tauf- decken und ebensolcher Taufkanne, in welcher sich aus dem heiligen Land bezogenes Jordanwasser befand. Unter Vorantritt des Oberhofmarschalls, Exzellenz von Mesterweller betrat dar Zug der Fürstlichkeiten den Saal. II. KK'. HH. der Gr o ß h e r z o g und Prinz E i t el-Fr i e d- rich geleiteten Prinzessin Heinrich von Preußen und Prinzessin Ludwig von Battenberg. Der Großherzog und Prinz Ettel-Friedrich nahmen links vom Altar, die Prinzessin Heinrich, die Prinzessinnen Ludwig und Luise von Battenberg, Fürst und Fürstin, sowie Prinzessin Marie und Dorothea zu Solms-Hohen- solms-Li ch, Prin^ und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen und die übrigen Festgäste nahmen im .Halbkreis um Altar usnd Taufstein Aufstellung. Vor demselben hielt die Oberhosmeisterin, Freifrau von Grancy, den Täufling, toelchen die Vertreter der auswärtigen Monarchen, Herzog v. Teck für den König von England, Ministerresident v. Dubenski für den Kaiser von Rußland und Fürst Karl zu Solms-Hohensolms-Lich, ein Bruder der Großherzogin, umstanden. Weiter bemerkten wir den engl. Geschäftsträger, Mr. Harsord, die obersten Hofchargen, Staatsminister Ewald, FinanMinister Dr. Gnauth, Minislerialpräsident Braun, die Präsidenten der ersten und zweiten Kammer, Graf Erbach-Fürstenau und Geh. Rat Haas, Geh. Kabinettsrat Röm Held, Geh. Rat Kammerherr Frhr. v. Biegeleben, Kammerherr Frhr. v. Leonhardt, Oberbürgermeister Morneweg u. a. Nach erfolgter Aufstellung erschien durch das Mittelportal die Frau Großherzogin und nahm auf einem Sessel neben dem Prinzen Eitel-Friedrich Platz, thr zur Seite ihr kleiner Neffe. Die hohe Frau trug eine Robe aus Hellem lila Chiffon mit prächtigen Silberspitzen besetzt. Nachdem Oberhofprediger Ehrhardt vor dem Altäre erschienen, herrschte noch mehrere Minuten eine andachtsvolle Stille und die hohe Kerzenbeleuchtung vom Altäre verbreitete einen magischen Zauber über den Festraum. Da erklang au- einem Nebensaal von dem Kinderchor der Hofkirche der Choral: ,91un danket All' und bringet Ehr* und dann hielt der Geistliche etwa folgende Taufansprache: Das war eine freudenreiche Stunde, als in der Frühe des 8. Nov. der Donner der Geschähe verkündete, daß imserm Großherzoglichen Hause ein Sohn geboren und dem Lande ein Thronfolger gegeben worden sei. Die Freude des Hessenvolkes, das in guten und schweren Tagen stets treu zu seinem Fürstenhause stand, auch alS sich schwer und tief der Schatten über daS vereinsamte Haus gesenkt hatte, war groß: eS ging wie ein Sonnenstrahl die Kunde von der Geburt des Erbgroßherzogs durch das Land, und alles nahm teil an der Freude und dem Glück der hohen Eltern. Heute soll sich die Freude in einem tiefen Dank gegen Gott' verwandln, der in seiner großen Güte die Mutter wieder glücklich genesen ließ und dem Kinde den Odem gegeben haü ES wird alles geschehen, was Menschenverstand und Menschenwille vermag, um von dem jungen Erdensohn jedes Mißgeschick fernzuhalten und gute Wünsche und frohe Hoffnungen begleiten diesen Tag vor dem Tausaltar. Und doch, wie oft miis'en wir erfahren: Mit unserer Macht ist nichts getan! Deshalb stellen wir unsere Kinder unter den Schutz, und die Obhut Gottes, denn nur Er weiß, was not tut. Auch über diesem Kinderhaupt schwebt heute unsichtbar der Geist deS großen Kin- berfreundeS, unseres Heilandes, der aus den himmlischen Höhen zu uns herniederschat. Eine große Gabe Gottes sind die Kinder, aber sie bringen auch eine große, ernste Aufgabe mit sich, und besonders dieses Kind, das dereinst zur Lenkung der Geschicke dieses Landes berufen sein wird. Es muß mit Weisheit und Gerechtigkeit erzogen werden. Damit es zu seinem Beruf heranreife und seinen großen Ahnen gleich werde. Der Fürst ist der erste Diener seines Staates, und da muß er auch dazu dienen lernen, da gibt cs keine bessere Schule, als das Vorbild und die Nachfolge dessen, der sein Leben freudig für uns am ftreui dahingegeben hat. Was dem Kinde dereinst an äußeren Erfolgen beschicden sein wird, steht in GotteS Hand. Wir aber flehen hier bei der Taufe für das innere Seelenleben des Knaben Gottes Segen herab im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Alle unsere Hoffnungen an diesem Tage fassen wir zusammen in dem Wort: Gott schirme und schütze unser Großherzogliches Haus, er walte mit seinem Segen über den jihen Eltern und erhalte sie uns noch lange, lange Jahre, aber er gebe auch seine Gnade und mache das Bibelwort zur Wahrheit: Ich will Dich segnen und Du sollst dem Lande ein Segen werden! Möge der junge Prinz unter dem Schutz des Friedens, für den unser Kaiser mit starker Hand wacht, zum Manne heranwachsen, möge er ein Vorbild guter deutscher Art werden, wie es seine Vorfahren waren und seinem Volke dereinst voranziehen als der Herzog auf den Bahnen christlicher Gesittung und sozialer Wohlfahrt. ~ . Nach dieser Ansprache nahm Prinz Eitel Friedrich den Täufling auf die Arme, worauf die eigentliche Taufzeremonie vollzogen wurde. Der Geistliche taufte den Prinzen auf die Namen: Georg (als Rufname), Donatus, Wilhelm, Nikolaus, Eduard, Heinrich, Karl. Der Geistliche sprach dann Gebet und Segen, worauf die Feier mit einem Cboraloers des Kindersangcrchors ihr Ende erreichte. AlsTaufpaten wurden verkündet: Kaiser Wilhelm, Zar Nikolaus, König Eduard, Prinz Heinrich und Fürst Karl zu Solm S-Ho h ens olms- 2ich. Während des eigentlichen Taufaktes stand der Großherzog dicht an der Seite seiner Gemahlin, welche dec heiligen Handlung mit größter Aufmerksamkeit und freudestrahlenden GestchtSziigen folgte und nach dem Segen des Geilllichen das Kindchen glückselig in ihre Arme nahm. Der kleine Prinz verhielt sich während der ganzen Zeremonie sehr brav. Er trug ein weißseidenes Taufkleidchen, das mit kostbaren alten Spitzen aus dem Großherzoglichen Hausschatz reich be» setzt war. Nach der Tausfeier fand im Neuen Palais §of* täfel im engeren Familienkreise statt.___________________________ Die Kolouialdcbatte im Reichstag. * " V. E. Berlin, 4. Dezember. Das Reichsparlament steht andauernd im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Dem Kolonialsturm entspricht der Ansturm auf die Tribünen. Man hält den Höhepunkt der dramatischen Szenen noch nicht für erreicht und bietet sogar ansehnliche Preise für Tribüncnkarten im Privathandel. In den letzten zwölf Stunden hat sich mancherlei hinter den Kulissen abgespielt. Dernburg ist heute nicht mehr allein auf der Bundesratsestrade: Fürst Bülow hat sich eingefunden — „endlich", meinte in der Debatte Abg. Dr. Müller-Meiningen (fr. Vlksp.), „fast eine Woche haben wir nach ihm geseufzt!" Und der Reichskanzler ließ sich angelegen sein, die gestrigen energischen Ausführungen des Kolonialdirektors in Bausch und Bogen zu decken. Er tat es kurz. Man solle doch nicht die koloniale Reform- arbeit der Regierung durch fortgesetzte neue Vorwürfe erschweren. Dernburg sei gereizt worden, Abg. Roeren hätte sich das maßvolle Verhalten seines Fraktionsrollegen Erzberger zum Muster nehmen sollen. Diese Belehrung erregte nicht geringe Heiterkeit. Abg. Roeren mußte zudem heute wahrscheinlich unter dem Einfluß gewisser Widerstände im Zentrum, eine Art „E an o s s a g an g" antreten. Fürs erste hatte er einen nachträglichen Ordnungsruf seitens des Präsidenten Grasen Ballestrem einzustacken wegen der übertrieben scharfen Ausdrücke, die er gestern Dernburg entgegengeschleudert hatte. Tann war er genötigt, zu erklären, daß er seine Ausführungen über den Fall W i st u b a, den Kern seines Bcschwerdcmaterials, nur fürseinePerson, nicht imNamen derFraktion gemacht habe. Damit ist die Drohung, das Zentrum werde keinen Pfennig mehr für dia Kolonien bewilligen, der Boden entzogen, und Dr. Müller- Meiningen bemerkte mit Recht, von politischen Konsequenz en des Konflikts Roeren-Dernburg dürfe jetzt wohl nicht mehr die Rede sein. Die Kolonialaffären sind dem Zentrum nicht soviel wert, daß es deswegen seine Stellung als Regierungspartei aufs Spiel setzte. Es will in diesem Sinne keine inneren Krisen, und auch Fürst Bülow will sie nicht, denn, soweit er auch Umschau hält — er sieht keinen Mann, der Lust hätte, an Dernburgs Stelle zu treten. Umsomehr wohl, als heute von volksparteilicher Seite „noch tollere Enthüllungen" über die Zustände in den Schutzgebieten für die Beratung des Kolonialetats anlzekündigt wurden. Fürst Bülow kommt am Ende doch, noch! tni fyie Lage, ein koloniales „Schwarzbuch" anzulegen. Der reinigungsbedürftigen „weißen Westen" werden immer mehr. Das resolute Vorgehen Dernburgs gegen seinen Zentrumsgegner hat auf der Linken erklärlicherweise gefallen. Ein Mann, oer so wenig mit seiner Meinung hinter dem Berge hält, ist leider eine seltene Erscheinung in allen deutschen Regierungslagern. Dr. Müller-Meiningen widerstand der Versuchung nicht, den Vorgänger Dernburgs zu charakterisieren, und Dr. Stübel stand da „als eine der bedauernswertesten Erscheinungen der kolonialen Beamtenschaft". Die Schuld daran, daß er es geworden ist, liegt wohl zum geringeren Teile an Stübel selbst. Bebel machte den Reichskanzler für das verfehlte koloniale System verantwortlich, aber auch diesem können mildernde Umstände kaum vorenthalten werden, denn er ist wohl selbst durch die beschönigenden Berichte aus den Kolonien irregeführt worden. Bebel behauptete freilich auch heute wieder, in der Kolonialverwaltung sei das Vertuschungssystem im Schwange gewesen; so habe man dort beispielsweise um Missetaten des Oberleutnants Dominik seit vier Jahren gewußt. Wie überhaupt bei uns regiert werde, dafür lieferten die Hohenloh eschen Memoiren reichhaltigen Stoff. Dem Versuch Bebels, Vorlesungen aus dem Werk zu halten, widersetzte sich der Präsident. „Wenn Sie an eine Hölle glauben, dann gehören Sie auf mindestens zehntausend Jahre dorthin!" — mit diesen von tosendem Lärm gefolgten Worten apostrophierte Bebel den Abg. Dr. Arendt, weil dieser an der Rechtfertigung des 'Dr. Peters unentwegt festhält. Den Vorwurf Bebels, in der Angelegenheit Dominik sei amtlicherseits nichts geschehen, entkräftete der Leiter des Oberkommandos der Schutztruppen, Oberstleutnant Quade, ein Hüne an Gestalt. Tann bezog wieder einmal Abg. Erzberger den Platz an der Rednerbühne, und man merkte bald, daß er die Absicht hatte, einerseits den Kritiker herauszukehren, um das ihm vom Fürsten Bülow gespendete Lob aüzuschwächen, andererseits den Rückzug seines getadelten Parteifreundes Roeren zu decken, damit nach außen hin die Einmütigkeit des Zentrums dokumentiert werde. Wie die „Sirenengesänge be§. Reichskanzlers, so lehnte Erzberger auch die „Schalmeientöne" Bebels ab, dagegen erklärte er die Bereitwilligkeit zwar nicht zu einem Friedensschluß, wohl aber zu einem Waffenstillstand mit der Kolonialverwaltung. Er, der Satyriker, fand sogar einen begütigenden Humor gegenüber der „Empfindlichkeit Dernburgs wegen der Roerenschen Anspielung auf seine „Vergangenheit". Der Kolonialdirektor sah sich in schmeichelhafte Parallele gestellt mit dem Gralsritter Lohengrin. Ja, noch mehr. Er sollte sogar glauben, Roeren habe ihm keineswegs sein Mißtrauen bekunden wollen. Bei diesem Ansinnen brach denn doch ungestüme Heiterkeit aus. Dernburg schlug nun auch seinerseits einen versöhnlichen Ton an. Er „enthüllte", nie geglaubt zu haben, daß das Zentrum keinen Groschen mehr für die Kolonien bewilligen werde. „Wir auch nicht!" schallte es von links. Der .Kolonialdirektor sicherte sich heute im übrigen einen guten Ad gang durch, seine Erklärung, er habe die Politik aus der Kolonialverwaltung h i n a u 2 g e w o r f e n und werde dafür sorgen, daß sie dort nW wiader EinAang finde. Wenn. es. ichm nur glückt! Am Reichstag hat er zweifellos 'J tu al) au, Denn dieser ist von der Befähigung und dem ehrlichen Willen des neuen Kolonialdirektors überzeugt. Ein Schlußantrag brachte die gründlichste und denkwürdigste der Kolonialdebatten in später Stunde zum Ende. Die Einzelberatung des Nachtragsetats für Südwestafrika, von dem nur vorübergehend die Rede war, erfolgt nun in der Kommission unter Beteiligung des Gouverneurs v. Lindequist. politische Lagesbchau. Tie spanische Krifis. »Kaum gedacht, ward der Sach' ein End' gemacht.* Ein so kurzlebiges Kabinett, wie das letzte Ministerium fDloret, hat es kaum jemals gegeben, kaum vier Tage ist es im Amte geblieben. Was eigentlich die Ursache dieses jähen Wechsels ist, liegt auqenblicflid) noch in tiefes Dunkel gehüllt; im Senate gab der Präsident Montero Rios seine Demission, worauf Morel erklärte, daß auch er sein Amt niederlegen wolle. Wahrscheinlich Hatte er sehr schnell ein Haar in der Führung der Geschäfte gefunden und schleunigst die Last wieder von sich abgeschüttelt. Er hatte bei der Neubildung des Kabinetts wohl sei • Kräfte allzu hoch eingeschätzt. Korrupte Parteiherrschast ist e§, welche Spanien von seiner Höhe heradgestoßen hat und die Bevölkerung als Ausnutzungsobjekt nach allen möglichen Richtungen hin betrachtet. Zwei Fragen sind es augenblicklich, welche Spanien auf daS lebhafteste beschäftigen, und welche die Negierung zwingen, Farbe zu bekennen. Es hatte den Anschein, als wenn sich ein Kulturkampf wie in Frankreich entfpinnen sollte, mit dem Vatikan war es wegen deS sog. DereinSgesetzeS zu einem scharfen Konflikt gekommen, der zeitweise den Anschein erwecken konnte, als ob es ebenso wie zwischen Paris und Rom auch zwischen Rom und Madrid zu einem Bruche kommen sollte, ein Eelat, der um so größer erschienen wäre, alS Spanien bisher als dasjenige Land galt, welches unverbrüchlich treu zur Kurie hält. Die Regierung scheint auch entschlossen zu sein, den Kampf durchzuführen, indessen müssen gewichtige Einflüsse hinter den Kulisien sich geltend gemacht haben, welche zu einem Einschwenken führten und dadurch eine kritische Situation herausbeschworen haben. Jedenfalls ist nach dem mehrfachen Kabinettswechsel nicht an eine weitere Zuspitzung dieses Konfliktes zu denken. Die andere Sorge ist Marokko, und es wird behauptet, daß das vorige Kabinett hauptsächlich hierüber gestürzt sei. ES steht außer Zweifel, daß die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung nichts von Marokko wißen will, well man, nicht mit Unrecht, der Ansicht ist, daß die Kosten kaum im Einklang mit dem Resultat einer umfaßenden Aktion stehen würden. Man hat genug von dem furchtbaren Sturze Spaniens von seiner Höhe, der durch seine Kolonien herbeigcführt worden ist; der Gebrannte scheut das Feuer. Der jüngste Ministerwechsel dürste voraussichtlich nicht nur eine Verzögerung in die geplante Aktion bringen, sondern er dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach auch auf den Umfang derselben nicht ohne Einfluß bleiben. Vega de Armijo unterbreitete dem König die Liste deS neuen Kabinetts, die von diesem genehmigt wurde. Zur Flerschteuerung. Ein agrarisches Blatt, die .Rheinische Volksstimme*, wendet sich gegen die rheinischenMetzger-Innungen, die trotz des Sinkens der Preise für Schweine an den hohen Fl e i f ch p r e isen fest halten. Das Blatt rechnet dabei heraus, daß gegenwärtig bei Kälbern und Schweinen zwischen dem Viehpreis und dem Fleischpreis ein Unterschied von 25 Pfg. bestehe, was einem durchsckmittlichen Reingewinn von 25 Mk. bei Kälbern und 40 Mk. bei Schweinen gleichkomme. Die Viehhändler, die bisher vielfach auch von der Reichsregierung selbst, als die wahren Urheber der Fleischteuerung bezeichnet roorb.cn roaren, drehen den Spieß um. Die Jahresversammlung des Deutschen Viehhändlerbundes zu Berlin hat tu einer Resolution erklärt, daß eine roesentliche Herabsetzung der Fleischpreise auch ohne die Oeffnung der Grenze durch den Fortfall der enormen Spesen, roomit die Regierung den Viehhanbel unnötig belaste, unb eine Ermäßigung ber Bahnfrachten möglich fei. Schwurgericht. Vorsätzliche Brandstiftung. -th. Gießen, 5. Dezembsr. Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen den am 20. August 1864 in Blnmenau, Westvreußen, geborenen Tagelöhner Franz Jakob Spezodrowsku, zuletzt ohne testen Wohnsitz, wegen Brandstiftung. Tie Anklage vertritt Staatsanwalt Reuß, ruäbrcnb die Verteidigung in den Händen des Jnstizrats W e i d i g ruht. Es sind sieben Zeugen und als Sachverständiger Medizinalrat Dr. Haber körn au hören. — Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, daß er am 14. November ds. Js. am Spätnachmittag in der Gemarkung Nieder-Wöllstadt einen etwa 300—400 Dieter vom Torfe entfernten Stroh Haufen im Werte von zirka 480 Mk., ber dein Bäcker und Landwirt Rupv gehörte, vorsätzlich in Brand gesetzt hat. Ter Angeklagt erzählt, daß er als 17jähriger Mensch au§ seiner Heimat weggegangen und nicht wieder zurück- gekehrt sei, er könne nicht sagen, ob sein Vater oder seine Mutter noch am Leben seien, da er seit 7 Jahren von zu Hause nichts mehr gehört hat. Auf Antrag des Staatsanwalts konstatiert der Vorsitzende ans den Akten, daß nach amtlicher Auskunft die Behörde in Blnmenslein weder von der Existenz des Angeklagten etwas wisse, noch Angehörige desselben am Platze ermitteln könne, der Name Cvezodrowsky sei ganz unbekannt. Ter Angeklagte erklärt sieh schuldig, er will aber über die Tat selbst nichts mehr wissen. Er sei so betrunken gewesen, daß er gar nichts mehr über seine Erlebnisse sagen könne. Auf Vorhalt des Vorsitzenden, doö er doch sehr viel Schnaps vertragen könne unb öic Zeugen bekunden würden, daß er zwar angetrunken, aber kemesfatles sinnlos bennnten gewesen, bleibt Spezodowsky habet, er wisse nichts und fügt hinzu, er sei an dem Tage wie viehisch berauscht gewesen. Zu seiner Persönlichkeit übergehend, giebt der Angeklagte an, daß ,Sf üin^ethiTet'TtT, Dte m ■^YänrrmrTODT)nenrre TVrou WE (roer tttchRi rrrrnnrnrr 'tiuröiBrnni prm?,; war trtrrr 7SlMM7EiE sskiTwrvcTr-, TN vmnnn-n «^n.ne^n und'Fäbrlkraumen der frischen Lust ent« und dafür zu 7 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Nachdem Emmericher Kaffee. Unerreicht, per Pfd. 1,30 1,40 1,60 1,80 Ntk.' Marktstraße 4. Grosse Preisermässigung Um unser grosses La^er in Damen- und Kinder-Mäntel • • s» Jacken-Kleider * G G Vdd ßlusen-’Röcke « « V Zweigniederlaqe Danzig, Reitbahn 4. ßSI/U jetzt zu von Gebrüder Imheuser 11 Marktplatz S—10 Marktplatz 9—10 Colonial waren Delikatessen 7,9* a 8,8* C. aus von 4. 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Es werden vielmehr immer wieder neue — d. h. ihrem früheren Zweck soeben entrissene und deshalb mit ver- Sämtliche Backzutaten. Prima Land- und Süssrahmbutter in nur frischer und bester Qualität. 7065 doppelter Krast duftende — Röhren gelagert. Selbst eine Be- svrechung der Angelegenheit in der letzten Sitzung der Stadtverordneten hat keinerlei Erfolg gezeitigt. Vielleicht verhallt dieser Notschrei nicht ungehört! Einer, der die Nase voll hat. Eduard BCettsier, fl. Rh. Gewehrfabriken in Portz-Urbach b. Köln und Suhl i. Thür. Meteorologisdie Beobachtungen der Station Gießen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter öieier Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Anwohner der Wetzsterngasse sind schon seit längerer Zeit den üblen Gerüchen ausgesetzt, die von den dort lagernden, im Gebrauch gewesenen Kanal- uud Klose ttr öhren ausströmen. Ist es denn unbedingt notwendig, daß diese Röhren, an denen keinerlei Reinigung wahrzunehmen ist, stets tagelang inmitten der Stadt gelagert werden müssen, ehe sie zur Abfuhr kommen? Hat man dafür nicht v o r der Stadt ein Plätzchen, wo sie niemandes Nase beleidigen können? Wie kann man so an maßgebender Stelle verantworten, daß man gerade den Wetzsteiu- gässern — vornehmlich dem Arbeiterstande angehöreude, ärmere Leute — so etwas zumutet? Müssen sie nicht schon bei ihrer Arbeit Postpakel-Adrefftn m# Krina ite*‘ biUtflfl vrühl'sche Universitäts-Druckerei. Stehen. laut Katalog Nr .1 V N M la* . , ' 2 - . , 3 . . , 4 V r ,5 . . , 7 M » V 8 m r , 10 „ „ .12 * K l ein e Tages chronik In Düsseldorf wurden dem historischeit Museum Gold- und Sil der münzen im Werte 3500 Mark gestohlen. Von den Tätern fehlt jede Spur. — In Düsseldorf wurde auf dem Eisenbahndamm die Lei ch e einer weiblichen, bisher unbefannten, anscheinend dem Arbeiterstande angehörenden Person aufgesunden, die eigenartige Verletzungen an der rechten Halsseite und über dem rechten Auge zeigte. Die Leiche lag aus einem stark mit Blut getränkten Handtuch etwa 6 Zentimeter vom Schieuenstranqe entfernt. Im Umkreise der Leiche befanden sich Blutspuren auf der Böschung, welche andeuten, daß die Leiche dort hingeschleppt wurde. — In Hof (Bayern) ertränkte s i ch die 24jährige in Obertotzau wohnende Schwester des DoppelmörderS Lehrer M ü Iler ans Scham über die ESeSctr. LiehfheiSansiali Elektr. Vierzellenbad, Vibrationsmassage re. Heilanzeigen: Hautkrankheiten, spez. Lupus, Hautkrebs, Psoriasis (akut u. chron.), Flechten, Haarkrankheiten, Haarausfall, Herz-, Nerven-, Nieren-, krankheiten (Zuckerkrankheit). Alle rheum. Erkrankungen. Separat:! 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' Nach der Gerichtsverhandlung gegen den „Hauptmann* von Köpenick hat sich ein interessantes Buch eingestellt, das unter dem Titel „Denkwürdigkeiten des Hauptmanns vonKöpenick" viel von dem, was die ausländische und inländische Presse Witziges und Bissiges in Bild und Wort über die Affäre gebracht hat, in amüsanter Form zusammenstellt. Wir sehen Karikaturen englischer, dänischer, holländischer, Pariser, Newyorker, polnischer rc. Blätter, und mehr als 200 Bilder zieren das Buch, das 1 Mk. kostet. Direkter Versand meinet weltberühmte« Lindener Sammete. Hochelegante Q -jh-r-Fiammpf- glatt, getipvt, gestreift. Unzer- haltbare reitzb. <ür Knaben und Mädchen. EntzückendeBlusen Sammete. Eisbär».Seideu-Jackett-Plüsche. Muster ir. hin u. her. Sammethans Louis Schm.dL K. K. 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Um die Spuren seines militärischen Daseins so schnell wie möglich zu beseitigen, brach er in eine Bauhütte hinter einem Neubau in Butzbach ein und eignete sich dort die ihm am passendsten erscheinenden Kleidungsstücke der Maurer an, während er nicht weit davon entfernt seine Uniformstücke ins Gras legte. Weiter stattete er noch einer Werkstätte einen Besuch ab und entnahm, was ihm gerade paßte. Nun verlegte er das Feld seiner Tätigkeit nach Frankfurt und hier verübte er eine Reihe von Einbrüchen: als er auch bei einem Kaufmann Jäckel einen Diebstahlsversuch unternahm, wurde, er ertappt; anstatt die Flucht zu ergreifen, überfiel er den Genannten und brachte ihm schwere Verletzungen bei. Als der Verbrecher dann gefaßt und der Militärbehörde ausgeliefert worden war, fing er an, den „wilden Mann" zu spielen. Er wurde im hiesigen Militärlazarett zur Beobachtung seines Geisteszustandes untcrgebracht, aber nach längerer Beobachtung für geistig normal erklärt. Schon im Lazarett hatte er sich widerspenstig gezeigt. Das wiederholte sich in verstärktem Maß im Ärresthaus, wo er am 20. Oktober seine Zelle demolierte. Er hat auch dreimal scheinbar den Versuch gemacht, Selbstmord auszuüoen, Bedrohungen ausgesprochen usw. Das ganze Verhalten wurde von den zahlreichen Zeugen und den Sachverständigen als äußerst frech und gemeingefährlich bezeichnet. In der Verhandlung blieb er auf alle Fragen des Verhandlungsleiters stumm und suchte durch Mienen und Gebärden den Wahnsinnigen weiter zu spielen. Das Kriegsgericht hielt durch die Beweisaufnahme alle Punkte der Anklage für erwiesen und verurteilte dem Antrag gemäß den Verbrecher in Rücksicht auf seine große Gemeingefährlichkeit zu 8 Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust, sowie Aus- stoßung aus dem Heere und Stellung unter Polizeiaufsicht. Sandel nnd verkehr, Volkswirtschaft. Neue 4proz. H e s si sch e Staatsanleihe. Die hessische' Regierung beabsichtigt eine Submission in beschränktem Umfange1 für die-Begebung von 20 Mill. Mark 4 proz. Hessische Staats^ anleihe, die bis 1913 unkonvertierbar sein soll. Offerten finbij am 6. und 7. d. M. einzureichen. , -s- Wieseck. Zu der Richtigstellung des Herrn Bürgermeisters in Nr. 280 des Gießener Anzeigers betreffs Bürger- Verein, finde ich mich veranlaßt, zu erwidern: 1. Daß am 20. März d. I. eine Versammlung des Bürgervereins stattfand, und daß an demselben Abend eine Gemeinderatssitzung tagte, in welcher der Beschluß gefaßt wurde, daß ein jeder Neuanschluß an das Rohrnetz mit 10 Mark zu berechnen sei. Da nun von feiten des Herrn Bürgermeisters behauptet wird, daß an fraglichem Tage kein Beschluß gefaßt worden sei, so gebe ich gerne zu, daß entweder von feiten des Schriftführers der Gemeinde, oder dem des Bürgervereins, ein Schreibfehler durch Verwechslung des Datums unterlaufen ist, jedoch sind vom 1. April ab gerechnet bis heute bereits 8 Monate verstrichen und dies erscheint mir, bei rechtzeitiger Einsendung des Beschlusses, doch die Zeit etwas zu lange zur Einholung einer ministeriellen Entscheidung. 2. Daß ich zum Mitglieds der Geländeerwerbskommission ernannt. sei, wurde mir erst vor einigen Wochen durch Kollegen, noch später auch von Herrn Bürgermeister mündlich mitgeteilt, jedoch ist von dieser Zeit ab bis zum 26. Nov. kein Äuftpag zum Ankäufe von Straßengelände an uns ergangen, und den Auftrag vom 26. erledigten wir noch an demselben Abend. ES ist aber Wahrheit, daß ich vor einigen Jahren bei eine Kvm- mission gewählt war, welche einen großen Komplex Baugelände ankaufen sollte. Auch dieser Auftrag wurde von fetten der Kommission erledigt, und zwar pro Quadratmeter für 1.30 Mark. Wer es aber unterließ, Kaufnotul mit den Leuten zu machen, welchen Schaden die Gemeinde trifft, indem wir dasselbe Gelände nun mit 3 Mark pro Quadratmeter bezahlen müssen, wird wohl der Herr Bürgermeister am besten selber wissen. Mit Freuden würden es die Mitglieder des Bürgervereins begrüßen, wenn nebst dem Gemeinderat auch das Oberhaupt des Ortes in seinen Versammlungen zugegen wäre, dann würden wohl solche Aus^ einandersetzungen nicht nötig sein. Diese wahren Tatsachen der ganzen Einwohnerschaft von Wieseck zur Kenntnis. ‘ Der erste Vorsitzeitde des Bürgerverein-. ^Angeklagte nichts mehr wißen, dagegen gestellt er zu, feit 1902 18 mal wegen Diebstahls, zuletzt 1904 mit IV, Jahr Gefängnis bestraft 'worden zu sein. Ans dieser Strafhaft entlassen hat der Angeklagte als landwirtschaftlicher Arbeiter und besonders bei der Dreschmaschine gearbeitet und war so auch bis zum Tage vor dem Brande in Ober-Wollstadt tätig. Auf Befragen erklärt der Mann, diese Tätigkeit an der Maschine bevorzugt zu haben, weil es dabei recht viel SchnapS giebt. In der Beweisaufnahme erklärt Zeuge Rupp, der Eigentümer des durch den Brand zerstörten Strohbaufens, daß dieser nicht versichert war. Am Tage des Brandes hat er ganz in der Nähe des Strohhaufens am Nachmittag mit seinen Kühen geackert, und den Angeklagten sich in seiner Nähe herumtreiben sehen. Gegen 5 Uhr begab sich der Zeuge heimwärts, noch unterwegs sah er, wie die Feuersäule emvorlohte. Der Zeuge Otto Bechstein von Friedberg war von Nieder-Wöllstadt nach Friedberg mit seinem Fuhrwerk unterwegs. Der dlngeklagte kam auf dem Wege zu ihm, den sein Küecht mit Servus begrüßte. Der Zeuge liud den Angeklagten ein, mitzufahren, jener stieg auf das Fuhrwerk und als der Zeuge den Feuerschein gewahrte, äußerte er dem fremden Fahrgast gegenüber, „da hinten ist Feuer", worauf dieser sagte, „das habe ich angesteckt, verratet mich nicht." Kürz vor Friedberg hat der Angeklagte den Wagen verlassen und ist zu Fuß weiter gewandert, er wurde an demselben Abend in Friedberg verhaftet. Gefangenwärter Eglv aus Friedberg bekundet, der Angeklagte wäre bei seiner Einlieferung wohl etwas angetrunken, aber seiner Sinne vollauf mächtig gewesen. Diesem Zeugen gegenüber hat Spezodrowsky glatt zugestanden, daß er einen Strohhaufen an gezündet hat und hinzugefügt, man brauche dem Gendarmen ja nicht alles zu sagen. Die andern Zeugen bekunden ebenfalls, daß der Angeklagte am Tage der Tat nicht sinnlos betrunken war. Er war, ehe er die Tat verübte, in der Veith- schen Wirtschaft, ließ sich 1 Glas Bier geben und wollte es mit nur 8 Pfg. bezahlen. Die Wirtin, eine resolute Frau, erklärte aber, das Bier koste 10 Pfg. und obschon der Mann bereits getrunken hatte, nahm die Frau Veith ihm dasselbe fort und foeSierte den Gast ohne Hausknecht eigenhändig zum Hause hinaus. Medizinalrat Dr. Haberkorn erklärt, der Angeklagte sei körperlich und geistig gesund, er sei an starken Schnapsgenuß gewöhnt und könne sehr viel vertragen. Auch eine Degenerierung durch Alkohol sei bei dem Manne nicht eingetreten, sonst würde er nicht so schwere Arbeiten verrichten können, wie er dies tatsächlich tue. Ter Angeklagte denke auch ganz logisch und drücke sich folgerichtig aus, er hat ihm erzählt, daß er an den StroHahausen her angetreten sei, um dort zu nächtigen, er habe vorher feine Barschaft zählen wollen und hierbei sei ihm von seinem Gelde an den Boden gefallen, es sei schon dunkel gewesen, um zu suchen, will er ein Streichholz angezündet haben und dabei sei der Strohhaufen in Brand geraten. Damit ist die Beweisaufnahme erschöpft. Den Geschworenen werden folgende Fragen vorgelegt: 1. Wegen vorsätzlicher Brandstiftung. 2. Sind mildernde Umstände vorhanden und bei Verneinung der Frage 1 liegt fahrlässige Brandstiftung vor. Staatsanwalt Reuß plädiert für die Bejahung der vorsätzlichen Brandstiftung, denn diese sei erwiesen. Die Frage nach milbemben Umständen bittet er zu verneinen, denn ein Mensch, der so handelt, wie der Angeklagte, verdiene keine Milde. Es sei möglich, daß der Angeklagte das Verbrechen verübt hat, um sich für den Winter ein Obdach zu verschaffen und damit ihm das nicht zu bequem würde, sei es nötig, dem Manne die mildernden Umstande zu versagen. Der Verteidiger Justizrat Weidig ist der Ansicht, das was der Angeklagte dem Medizinalrat Habeickorn erzählt hat, beruhe auf Wahrst und er fei nur der fahrlässigen Brandstiftung schuldig. Würden die Geschworenen aber doch den Vorsatz bejahen, so seien auch die mildernden Umstände dem Angeklagten zuzusprechen. Dessen hochgradige Trunkenheit und der Umstand, daß der Mensch von der Familie losgerissen, jung hat in die Welt gehen müssen, feien Momente, die man berücksichtigen müsse. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage wegen vorsätzlicher Brandstiftung, versagten aber die mildernden ^^Staatsanwalt Reuß beantragte darauf 21/2 Jahre Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht. Das Urteil erging dahin, daß der Angeklagte zu2Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt wurde. Von der Verhängung von Polizeiaufsicht über den,Angeklagten sah der Gerichtshof ab, weil er der Ansicht war, daß die Möglichkeit besteht, der Angeklagte könne sich noch bessern. Spezodrowsky erkannte das Urteil sofort an. Dezember 1906 Barornerer aut 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 4. 9 »6 744,4 7,4 6,4 83 NW 2 Sonnenschein 4. 915 746,6 3,6 5,2 88 NW 2 KlarerHimmel 5. 7" 740,9 3,1 5,4 95 SSW 2 Bed. Himmel