8b. n »Ml tisie. >Mk. •Mk. 'Mk. ■Mk. •Mk. 9 auf ister n ren . d. AMgel- . ©tmibuiig alofl poftri.-i, chheff. |hv* t sflbroncr . .[DV- chd flieluut leputtc- reweg 91. apanntsind. perlide An- sich keine schaffen, als Mi welches eine razay in gegossen erfrischende al/ kiaßicb. Apotheke, /eis, arl Seibel. 511 [in Preislagen. v.5vMan .0 M - Mk. Mk. flogen U. hen e Ihrem en uni* j alten J rlich'W >at» B *B it B ike == l ;arre»kp'^" fehlen B tzü detail .ffeg & ■i Zweites Blatt 9ir. 106 156. Jahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen % Aff tr 4 p 1,: I 1 Erscheint «glich mit Ausnahme befi Sonntags. Tie ^Slehener Zamlllrnblätler" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Ter »Hessisch« Landwirt" erscheint monatlich einmal. Montag 7. Mai 1906 Rotationsdruck und Verlag bet »rühlfch« UniverfitätSdruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition u.Druckeret: Echulstr.L. Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen. M' Die Weiäistagsstichwagl in Darmstadt. Der für das Bürgertum ungünstige Ausfall der Darmstädter Reichstagssttchwahl wird in einem großen Teil der deutschen Presse als außerordentlich nachteilig für die liberalenEinigungsbestrebungen bezeichnet und das wäre, wenn es zutreffend sein würde, das bedauerlichste an dem ganzen Vorgang. Man zieht dabei aber die Verstimmungen, die die ungewöhnliche Schärfe deS Wahlkampfes in die Reihen der Anhänger der Vereinigten liberalen getragen hat, nicht genügend in Betracht und sieht aus diesem Grunde die Stichwählparole für die Anhänger Korells als eine prinzipielle Stellungnahme zu gunsten des sozialdenrokratischen Kandidaten an, während sie unseres Erachtens nach mehr eine lokale Erscheinung ist. Von diesen! Gesichtspunkt aus braucht für Hessen deshalb in den Darmstädter Vorgängen feilt Hindernis für die liberalen Einigungsbestrebungen erblickt zu werden. Eins hat der Ausfall der Wahl mit Sicherheit erwiesen: daß in Darmstadt ein linksliberaler Kandidat mehr Aussicht auf Erfolg hat, als eine mehr rechtsstehende LLompromißkandi- datur. Damit dürfte auch ein Fingerzeig gegeben sein, auf welcher Grundlage eine liberal Einigung für Hessen (mit Ausnahme von Worms, das wegen der Eigenart seiner Verhältnisse w-ohl von vornherein auszuschalten ist) erzielt werden könnte!In Darmstad t-Groß^G er au und Bing em Alzey freisinnige und in den übrigen 6 Wahlkreisen natio-- nalliberale Kandidaturen. Damit würde dem gegenwärtigen Besitzstand der letzteren Partei Rechnung getragen und es wäre nur zu erlvägen, ob nicht bei einem eventuellen Personenwechsel bei der nächsten allgemeinen Wahl in dem einen oder anderen Wahlkreis auch ein Wechsel in der Parteistellung eintreten könnte, um die freisinnigen Parteien etwas mehr zu berücksichtigen. Auf dieser Grundlage dürfte es möglich sein, im Jahre 1908 nicht allein den jetzigen Besitzstand der liberalen Parteien zu behaupten, sondern ihn auch noch mit dem Darmstadter Mandat zu vermehren. Wenn also unsere Stammesgenossen ihre Muttersprache, ihre kulturelle und ideelle Zugehörigkeit zum deutschen Volke behalten wollen, so ist ihr Platz einzig an der Seite der anderen Nationalitäten im Kampfe gegen den gcmcinsameu Femd, daS Magyarcntum. Und wenn sie sich noch so sehr mit den Ungarn zu verbrüdern suchen, so wird sie doch keine ungarische Regierung in Ruhe auf der von ihren Vätern ererbten deutschen Scholle sitzen lassen, das lehrt die Erfahrung! Der Anschluß der siebenbürgisch-sächsischcn Abgeordneten an das Magyarentum ist also entweder ein Volksocrrat oder eine entsetzliche Dummbeit! Hlf rats, die Tnma-Abgeordneten, die Minister uno hohen Würdenträger, die Hofchargen und die (Generalität besohlen. Außerdem sind die Chefs der ausländischen diplomatischen Missionen geladen. Der Kongreß der konstitutionell-demokratischen Partei nahm einstimmig nachfolgenden Beschluß an betreffend die Tätigkeit der Partei in der Reichsduma: „Die Tätigkeit der Partei zielt darauf hin, die Lösung der folgenden grundlegenden Ausgaben, die zu dem Programm der Partei gehören, auf gesetzlichem Wege herbeizuführen, nämlich die individuelle Unverletzlichkeit und Gleich- heit Tüt alle Bürger ohne Unterschied der Nationalität, der Religion, deS Geschlechts und des Standes, die bürgerlichen Freiheiten, die Einführung des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts in gclximcr Abstimmung ohne Unterschied des Geschlechts, ebenso für die nationale Vertretung wie für die lokale Selbstverwaltung, die gesetzgeberische Regelung der Agrarfrage, die unverzügliche Inangriffnahme von Maßnahmen betreffend die Arbeiterfrage, die Befriedigung der rechtmäßigen nationalen Forderungen. Die Partei will sich bemühen, diese Ziele zu errciclum, ohne in ihrem Bestreben vor der Möglichkeit eines offenen Brucks mit der Regierung innezuhalten; aber sie will derart handeln, daß im Falle eines Konflikts jeder Fehler und jede Verantwortlichkeit auf die Negierung zurückfällt." Wie die Petersburger Tclegraphenagentur meldet, wird gegen Maxim Gorki ein neuer Prozeß eingeleitet werden, unter der Beschuldigung, daß er im Auslande die revolutionäre Bewegung gegen 3Rußland geschürt habe. Die russische Staatsbank setzte ihren Diskont von ?l/z Prozent auf 7 Prozent herab. Moskau, 6. Mai. Gegen den Generalgouverneur Dubassow wurde, als er gestern nachmittag um 1 Uhr aus der Uspenlykothkdrale zurückkchrte, ein Dombcnattcntat verübt. DaS Attentat wurde vor der Anfahrt an seinem Palais aus- geführt. Dubassow wurde am Fuße verwundet, sein Adjutant und eine Schildwacl>e wurden getötet. Einige Personen aus dem Publikum wurden verwundet. Der Attentäter, der ebenfalls um gekommen sein soll, trug Offiziersuniform. Charkow, 6. Mai. Die Juden des hiesigen Bezirks wandern massenhaft nach Amerika und Palästina aus. Warschau, 5. Mai. In einer nahe gelegenen Ortschaft wurde in einer Fabrik eine Bombe gesunden, die von einem Arbeiter gelegt war. Unter dem Verdacht, die Bvmbe gelegt AI! hoben, wurden 13 Vr Hai: u n a c n Vürncnommrn r > Deutsches Reich. Berlin, 5. Mai. Zwischen den Mehrh eitSparteien ist anscheinend im Einverständnis mit der Regierung/ oeben eine anderweitige Gesta llung der Besteller- ung der Eisenbahnfahrkarten verabredet worden. Der Stempel soll wieder Fix-Stempel werden, aber mit dem Preise der Billetts staffclförmig ansteigen. Billetts bis zu 60 Pfennigen sotten überhaupt unbelästigt bleiben. Dann beginnen die Fix-Stempel im Preise von 60 Pfg. bis 2 Mk. mit 20 Pfg. bezw. 10 und 5 Pfg. und steigen bis zu 7 Ml., 5 Mk. und 2 Mk. für Billets im Werte von mehr als 50 Mk. Der finanzielle Effekt sott derselbe sein wie der des prozentualen Stempels, den die Kommission vorge» chlagen hat. Norderney, 6. Mai. Reichskanzler Fürst von Bülow wird auch in diesem Jahre zu längerem Aufenthalt auf der Insel Norderney erwartet. Man nimmt hier an, daß die Ankunft des Kanzlers bereits im Frühsommer erfolgen werde. Donaueschingen, 5. Mai. Der Kaiser schoß gestern abend einen Auerhahn. Heute nachmittag fand im engsten Kreise Familientafel statt. Der Kaiser trifft am Mittwoch den 9. Mai, mittags 12 Uhr 50 Min. in Karlsruhe zum Besuche deS Großherzoglichen Paares ein und reist um 4 Uhr 45 Minuten wieder ab. Breslau, 5. Mai. Der verhaftete Redakteur deS Volksmacht Albert wurde heute auf Beschwerde beim Ober- landesgericht aus der Haft entlassen. NoLonialpoft. Berlin, 6. Mai. lieber die im März und April vorgefallenen Gefechte in Deutsch-Ostafrika sind noch folgende weitere Meldungen des Gouvernements auf telegraphischem Wege eingcgangen: Dre vereinigten Detachements v. Wangenheim und v. Hassel durchstreiften in der zweiten Hälfte des März den südlichen Tert des Ma - hen.gebezirsts. Die Gegner hatten in mehreren Gefechten einen Verlust von etwa 200 Toten. Hassel wurde nm 21. Marz von zahlreichen Wagin dos am Lukuba ax>e. Doiksverrat und Dummheit? Eine für das nationale Empfinden deS deutschen Volkes recht schmerzliche Kunde kommt aus Ungarn: Die von den (Siebenbürger Sachsen in den Budapester Reichstag entsandten fünf Abgeordneten gedenken sich an die magya- cische Verfassungspartei, die Reste der einstigen liberalen Mehrheit anzuschließen. Der sächsische Abgeordnete Karl Schmidt erklärte nämlich in Vioombak, als er das Mandat aus den Händen seiner Wähler entgegennahm, daß sich die Sachsen den Nationalitäten nicht anschließen können, und infolge kultureller wie auch ethnographischer Verhältnisse den Anschluß an das Magyarentum suchen müssen. DieSma qeltc dieser Anschluß nicht einer Partei, sondern dem Magyaren- tum überhaupt. — Unerhört! Seit dem Bestehen des Dualismus, also seit vier Jahrzehnten können unsere deutschen Stammesgenossen in Ungarn, denen das Reich der Stefans- krone in erster Linie seine kulturelle Entwickelung verdankt, nur im ruhelosen Ringen ihr Volkstum bewahren. In unerhörter Weise drangsaliert man alle in Siebenbürgen und im Banat erscheinenden deutschen Blätter, belegt bie Herausgeber mit hohen Geldstrafen und sperrt die Redakteure em, roenn sie nur einigermaßen kräftigere nationale Töne an» schlagen. Ten urdeutschen Städten Herrmannstadt, Kronstadt, Klausenburg, Schäßlmrg 2C. hat man magyarische Namen verliehen und das neue magyarische Volksschulgesetz ist eigens auf die Magyarisicrung der Deutsch-Ungarn zugeschmtten. Rußland. Petersburg, 5. Mai. Wie Die „Nowoje Wremja" meldet, verbrachte Ministerpräsident Gor em Y kin fast den ganzen gestrigen Tag in Zarskoje Sselo und legte dort die Mi Nister liste und sein Programm vor. Goremykm wll stch volle Aktiv nsfreil) eit ausbedungen haben. xcS neue mrbinett soll noch vor per Eröffnung der Duma in volle Tätigkeit treten. Seine ersten Ausgaben würden die Durchsicht des Entwuns der Grundgesetze und die Agrarreform sein. Der türkisch-englische Konflikt. London, 5. Mai. Die Blätter aller Parteien . unterstützen die Regierung warm in ihrem scharfen Vorgehen gegen die Türkei. Deutschlands korrekte Haltung wird dabei allgemein anerkannt und die voll- tändige Isolierung der Pforte im Falle eines Konfliktes mit England herrwraehoben. Paris, 5. Mai. Dem „Temps"- wird aus Konstantinopel inbetreff der Haltung Frankreichs und Rußlands in dem englisch-türkischen Konflikt gemeldet. Es er- olgte feine kombinierte Attro n im diplomatischen Sinne dieses Wortes. Doch erklärte der französische Bot- chafter Constans dem Großvezir, daß Frankreich der Pforte )cit Rat erteile, die englischen Forderungen anzunehmen. Constans wird dasselbe dem Sultan bei seiner nächsten Audienz wiederholen. Der russische Botschafter Sinowjew erhielt den Auftrag, einen gleichen Schrill zu unternehmen. Doch wird derselbe vielleicht infolge der Ministerkrisis in Petersburg ein wenig verzögert werden. In einem Leitartikel über den englisch-türkischen Zwist sagt der „Temps", anknüpsend an die vorstehende Depesche: Ohne in die unliebsamen Uebcrtreibungen gewisser Blätter zu verfallen, welche schon von einem neuen Dreibund sprechen, darf man immerhin hervorheben, daß dieses Einvernehmen für die weitere Folge der türkischen Angelegenheiten ein interessanter Fingerzeig ist. Welche Zukunst immer dieser Kombination auch beschützen sein mag, man muß sich zu diesem ersten Versuch, sowie auch zu der ruhigen und höflichen Form beglückwünschen, in welcher ein Zwischenfall geregelt wird, der sonst zu ernsten Verwicklungen hätte Anlaß geben tonnen. . , ... y Malta, 5. Mai. Das Transportschiff „Hilmar a", dessen Eintreffen stündlich erwartet wird, wird zurückgehalten werden, um ein Bataillon des Morre st er Regiments nach Alexandrien zu bringen. Port Said, 5. Mai. iReuter.) Der Kreuzer „Minerva", welcl-er nach El Arisch gegangen war, um Untersuchungen über die Wegnahme von Grenzzeichen und Telegraphenstangen an der egyptischen Grenze anzustellen, ist nach dem Piräus weitergegangen. Ausland. Amsterdam, 5. Mai. Wie verlautet, soll die Königin einem fronen Ereignisse entgegen sehen. Prag, 5. Mai. Tas Exekutivkomitee der Iungtl checken beschloß in seiner heutigen Sitzung eine Resolution, in welcher erklärt wird, für die gegenwärtige Regierung könne ,o- lange kein Vertrauen vorhanden sein, als die Regierung den Tsclst-cken gegenüber nicht durch Taten absolute Gerechtigkeit: beweisen werde. x . Tanger, 5. Mai. TorreS el Mokrr de,uchte heute den italienischen Gesandten Malmuer und teilte ihm mit, daß der Sultan von der Absicht Malmusis, seine Residenz zu besuchen, Kenntnis genommen habe. In kurzem würde eine große Eskorte Fe; verlassen, nm ibn zu begleiten. Torres el Mokri reift am ^Rontag nach Fez. Ter Stadtausrufer gab der Bevölkerung bekannt, daß während der bevorstehenden freier* tage Waffen in der Stadt nickt getragen werden dürfen. Unter den Mohamüxmern herrscht einige Erregung. Washington, 5. Mai. Tie chinesische Regierung^ gab bekannt, daß sie die v ä se n der M an ds ch ur e i und die stabte im Innern erst öffnen werde, nachdem die Bestimmungen für die Verwaltung der fremdländischen .Kolonien, die dort gc^ gründet rverden iollim. getrosten icin würden. AuL Darmstadt erh-ülten wir noch folgende ergänzende , Mitteilungen über die Stichwahl: R. B. Darmstadt, 5. Mast Das gestrige Ergebnis der Reichstagssti chwahl im Wahlkreis Darmstadst-Eroß-öie rau hat, obgleich ja in den nüchtern denkenden Kreisen nacO der Wahlparole der sog. Vereinigten Liberalen das Ende vorausgesthen . werden bannte, doch eine allgemeine Erregung in der Stadt hervvrgerufen. Schon in den Vormittagsstunden durchzogen zahl-1 reiche Flugblattverteiler die Stadt nach allen Richtungen und verteilten Flugblätter der „Vereinigten Liberalen" mit bereit Unterschrift, worin der Kandidat Dr. Stein als der „schleppen- rräger der Reaktion" bezeichnet wurde. Zum Schluß werden atte „entschieden liberalen Wähler zum Kampfe gegen die Reaktion" aufgefordert.. Diese Flugblätter wurden vielfach auch mit Stimmzetteln für den sozialdemokratischen Kandidaten Berthold verteilt. Wie schon früher, wurde auch diesmal wieder viel sozialdemokratischer Wahlunfug getrieben und u. a. ein angeblicher nationalliberaler Stimmzettelverteiler als verkappter Sozialdemokrat entlarvt. Zur Entgegennahme des.Wahlreiultats batten sich die bürgerlichen Parteien in der großen Turnhalle bce Turngemeinde am Woogsplatz versammelt, die oölltg überfüllt war, und die Versammlung folgte mit größter Lpannung der Verkündung der einzelnen Wahlergebnisse. Tie großen Stimmvermehruiigen für Dr. Stein, so in Groß-Gerau von -07 auf 418, in Eberstadt von 240 auf 439, m Bischofsheim von 123 auf 289, in Rüsselsheim von 114 auf 275, in Königstadten von 32 auf 112 uslo. wurden mit stürmischem Applaus begrüßt, frn Darmstadt wurde der sozialdemokratische Kandidat von Dr. Stein um ca. 1550 Stimmen überholt (7702:6159) während die Differenz bei der Hauptwahl nur 230 Stimmen betrug. Tr..totem blieb bis fast zum Schluß relativ in der Mehrheit, die sich allerdings allmählich mehr und mehr verminderte Gegen ' ,10 Ufa, als das Gesamtergebnis bis auf wenig Orttchaften vor lag, stellte Rechtsanwalt Tr. Osann II. fest, daß für Tr. etem 15 139 und für Berthold 14 990 Stimmen gezählt seien. Ta aber noch überwiegend sozialdemokratische Orte, wü Griesheim und Kelsterbach aiisständen, sei die Wahl des Sozialdemokraten Ucker. (In Griesheim erhöhte sich die Zahl der Stimmen für Tr. vstem von 120 auf 279, die für Berthold von >19 auf 8,0.- -^r. Osann II. gab seinem aufrichtigen Bedauern für das Wahlergebnis Ausdruck, das der von den Vereinigten Liberalen herbeigesührten Uneinigkeit in der bürgerlichen Wählerschaft zudanken sei. Andernfalls wäre diesmal mit mehreren Tausend stimmen £>er Sieg über die Sozialdemokratie erreicht worden. Die Schuld trage nicht die nationallib. Partei, sondern die des- Pfrs. Korett (Pfuirufe der auch der unerhörten Parole an feine Wähler „§ur die Sozialdemokratie" mit keinem Worte widersprochen habe toeme Ausgabe als evangelischer Geistlicher wäre es gewesen, den frieden in den bürgerlichen Parteien herbeizufuhren und als vuler für Tlnon und Altar einzutreten, anstatt, wie gefchehen, vatz und Zwietracht zu verbreiten. (Lebh. Beifall.) Tie Handlungsweise ber Partei, die es verstand, m wenig Tagen fo il-re Gc-' finnung zu wechseln, werde in der Bevölkerung nie 0eigenen werden. Erfreulich sei dagegen. Daß der weitaus grüßte 4,ed ber Üorell Wähler der Wahlparole kerne Folge leistete. Rach herzlichem Dank an alle Mithelfer im Wahlkampf schloß die Ver- sanimliing mit einem dreifachen, »och am Kay er, Großherzog und Vaterland: auch Herrn Tr. Stein wurde für ferne Tatrgkert im Dienste der vaterländischen Sache herzlicher Dank dargebracht. Weiter wird uns heute aus Darmstadt telegraphisch gemeldet. Bei der Reichstags-Stickwahl im Meye Darmstadt-Groß- gerav. sind, wie sich immer mehr herausstellt, zahlreiche Unregelmäßigkeiten vorgekommeu, und nicht mvcxn der Stadt, sondern auch aus dein Land, ^-o wurden von den toozral- demotraten, sowohl in Darmstadt wie m Groß-Gerau und anderen Orten, falsche Stimmzettel mit dem Namen -r. h e o bald steril (anstatt Theodor ausgegeben, die natürlich ungrlttg waren. Auch sind verschiedene Fälle bekannt geworden, nt denen sur bereits Verstorbene Wahlzettel abgegeben wurden. Dter wurde also direkter Betrug vvrliegen. Ferner nnd die Wahllisten sehr ungenau ausgestellt gewesen, fodaß eine Anzahl Wahlberechtigter nicht mit ausgenommen war, wahrend andererseits auch Ausländer darin enthalten waren. Unter diesen Umstanden bürfic eine Anfechtung der Stickvvahl wohl nicht ohne Erfolg bleiben können. __- Tic Arbeitcrausständc und Unruhen in Frankreich. Paris, 6. Mai. Ter Leiter des hiesigen Politischen Bureaus des Herzogs von Orleans, Bcziue, erllärte, die Behauptung der regierungsftcundlichen Blätter, nach der die Vertreter des Herzogs von Orleans den Auftrag bekommen hätten, in die Str e ikbemegung ein zugreifen, sei unrichtig und ein verleumderisches Wühl-- manöver. — Die gestern oorgenommenen Ha ns durch- su chungen betrafen die Royalisten Baron Lagrange und de Lorrn ais. Die Durchsuchungen hatten teiner-* lLe i Ergebnisse. Der General de Taradel, bei welchem wegen Komplottverdachtcö eine Hausdurchsuchung vorgenommen worden war, teilte dem Staatsanwalt von Dra» guinnan mit, er werbe wegen der Beschlagnahme von Schrift, stücken, die in keiner Weise die Sicherheit des Staates üiteressieren konnten, dagegen einen großen persönlichen Wert hotteen, einen Sckfadenersatzanspruch gegen ihn an» strengen. Paris, 6. Mai. Die vor einigen Tagen verhafteten Sekretäre der „Confedöration Generale du Travail", Gris« fu lhues und Levy, wurden heute nachmittag einsd* weilen aus der Haft entlassen, ebenso der in die sogenannte Komplottangelegenyett verwickelte Anarchist Lavier freuib- laut. In Montpelier tarn es gestern abend nach einer Volksversammlung zwchscher zog und die G roß Herzogin von Hessen auf dem Rheindampfer „Kaiserin Friedrich" zur Eröffnung der unter seinem Protektorat stehenden, dem Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein im Garten- etablissement der Flora veranstalteten deutschen Kunstaubst e Nun g an der Landungsstelle bei der Trankgasse ein, wo zur Begrüßung der Oberbürgermeister von Köln, Dr. Becker, der Regierungspräsident Dr. Steinmeister, Polizeipräsident Weegmann und andere Amtspersonen erschienen waren. Nach kurzer Begrüßung fuhr das Großherzogspaar durch die flaggengeschmückte Uferstraße zur Flora. Hier wurde eS von deut Vorstand der Kunstfreunde und dem Direktorium der Ausstellung empfangen. Der Präsident des Komitees der Kunstfreunde, Regiertt'ngsrat a. D. zur Nedder, begrüßte dasGroßherzogspaar,das dann iit dasAusstellungs- gebäude geleitet wurde. Dort leitete das durch das gesamte städtische. Orchester vorgetragene Vorspiel auS den „Meistersingern" die Feier ein. Hierauf richtete der Vorsitzende des Vereins der Kunstfreunde eine Begrüßungsansprache an den Großherzog und die Erschienenen, in welcher er dem Großherzog seinen Dank für die Annahme des Protektorats über die Ausstellung aussprach. Sodann hielt 'Professor Hans Thoma. aus Karlsruhe die Festrede. Der Beigeordnete Laue, der zugleich Vorsitzender des Direktoriums der Ausstellung ist, begrüßte den Großherzog namens der Stadt Köln und bat ihn, die Ausstellung für eröffnet zu erklären. Der Großherzog erklärte die Ausstellung für eröffnet. Die Ausstellung, die in drei Abteilungen errichtet ist, enthält bedeutende Schöpfungen deutschier Mater und Bildhauer. Bei dem Festmahl, das im Anschluß an die Eröffnung der Kunstausstellung in dem herrlich^ geschmückten Festsaal der Flora stattfand, brachte der Groß Herzog ton Hessen das Hoch auf den Kaiser aus. Regierungspräsident a. D. zur Nedden toastete darauf auf den Groß Herzog. Der Grotzherzog und die Großherzogin kehrten abends 7 Uhr 20 Min. vom Westbahnhof nach Mehlem zurück. heiratete Lehrer Becker in Crumstadt wurde wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen an Schulmädchen, verhaftet und in das hiesige Haftlokal eingeliefert. Hier machte Becker feinem Leben durch Erhängen ein Ende. * Kleine Mitteilungen ans Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. In Frankfurt a. M. wurde der 48jähr. Hausierer Wilhelm Schäfer von einem Motorrad überfahren und cfjroer verletzt. — Der 18jährige Arbeiter Paul Müller in Haßloch wurde beim Auflegen eines Transmissionsriemens von diesem er- saßt und getötet. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 5. Mai. Im verflossenen Monat wurde der Zigarrenmacher H. R. aus Naugard bettelnd hier betroffen. Die Nachforschungen ergaben, daß - er bereits 27 Bettelstrasen hat und schon eine Reihe ton Jahren in Arbeitshäusern interniert war. Das Schöffengericht verurteilte ihn wegen Landstreicherei zu 4 Wochen Haft, nach deren Verbüßung er abermals in das Arbeitshaus sollte. Wie fast alle Landstreicher, so wollte auch er die Haftstrase gerne auf sich nehmen, doch die Ueberweisung in das Arbeitshaus bc- hagte ihm nicht, weshalb er Berufung erhob. Da alle Voraussetzungen zur Ueberweisung Vorlagen, wurde seine Berufung verworfen, die Haftstrafc für verbüßt erklärt und der Angellagte der VerwaltungÄehörde übergeben. Weiter wurde gegen den Schreiner K. F. ton Nidda, unter Aufbietung einer großen Anzahl Zeugen und eines Sachver laubigen verhandelt. Tie Anklage legte ihm neun Sittlich- kc i t§ve r d re ch e n, die er im Laufe der letzten sechs Jahre an schulpflichtigen Mädchen verübt haben soll, zur Last. Während der Zeugenvernehmung wurde die Oeffentlichkeit bis zur Urteilsverkündung ausgeschlossen. Tas Urteil lautete auf schuldig in 5 und nicht schuldig in 4 Fällen. Für den ersten wurden 9 Monate und für die weiteren 4 Fälle je 6 Monate Gefängnis in Ansatz gebracht und die 33 Monate auf eine Gesamtstrafe von 2 Jahren reduziert, worauf l Monat Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht wird. Aus der Urteilsbegründung ging servor, daß der Angellagte auf seinen Geisteszustand unter- ücht wvrdcu ist. Nach dem Gutachten ist er weder jetzt, noch ist er- zur Zeit der Begehung der Taten in einem Zustande gewesen, der seine freie Willensbestimmung ausgeschlossen habe. Er ist zwar ein Hehr erregbarer Mensch, der seinen Neigungen nicht so leicht Widerstand entgegensetzen kann, was das Gericht bei der Aburteilung berücksichtigte, indem es ihm mildernde Umstand«' im weitesten Maße zubilligte. Andererseits mußte doch straferschwerend die Gemeingefährlichkeit seines Treibens und der erhebliche moralische Schaden, der seinen Opfern zugefügt worden ist, berücksichtigt werden. Bezüglich des ersten und schwersten ihm »ur Last gelegten Verbrechens, trat trotz des hohen Verdachts Freisprechung etzi, weil das ihn belastende Kind nicht einwandsfrei erschien, während cs in den drei übrigen Fällen, die sehr weit zurückliegen, zweifelhaft erschien, vH der Tatbestand des angelegenen Paragraphen gegeben ist. Da der Angeklagte in allen Punkten leugnete, und die Beschuldigungen auf Rachsucht zurückzuführen versuchte, sah sich das Gericht zu der Bemerkung veranlaßt, daß gegen die Glaubwürdigkeit der übrigen .Müder nichts einzuwenden sei. Wegen der an den Tag gefegten ehrlosen Gesinnung erfolgte das Msprechen der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre. gprdploK bet «reinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 8. Mai *): „Die Stumme von Portici'" Mittwoch den 9. Mai: „Don Juan." Donnerstag den 10. Mai: „Maurer und Schlosser/ Hierauf: „Tie schöne Gärtnerin." (Ballet- Divertissement.) Freitag ben 11. Mai: „Tristan und Isolde/ Samstag den 12. Mai: „Ter Bettelstudent/ Sonntag den 13. Mai: „Aida." Montag den 14. Mai: „Cosi fan tutte.“ Schauspielhaus. Dienstag den 8. Mai: „Der Schlachtenlenker/ Hierauf: „Liebelei." Mittwoch den 9. Mai: Schiller-Zyklus. 1. Abend. „Ntaria Stuart." Donnerstag den 10. Mai, abends halb 8 Uhr: Schiller-Zyklus. 2. Abend. „Wilhelm Teil." Freitag den 11. Mai: Schiller-Zyklus. 3. Abend. Vortrags-Abend. Gedichte von Friedrich Schüler aus drei Epochen. SamStag den 12. Mai: „Der Verschwender." Sonntag den 13. Mai nachmittags halb 4 'Uhr: „Telephon-Geheimnisse." Abends 7 Uhr: Schiller-Zyklus. 4. Abende „Die Jungfrau von Orleans." Montag den 14. Mai: „Der Verschwender." C B Fnlda ab 3-4 5.03 1-4 9.00 1-4 12.02 2—4 1—s|l—4 1-4 &5B 2.04 2.461 5.27 Obcrbimbach MS 9.11 12.16 2.18 - - 7.09 Grossenlüder 52» 1 9.20 12.23 2.27 3.021 5.44 7.14 Bad Salzschlirf 5J>5 9.30 12.31 2.38 3.10 5.53 7.24 Angersbach d 5.41 9.36 12.37 2 44 — — 7-30 Lauterbach 5.50 9.41 12.44 2.50 3.21 6.03 7.36 Wallenrod 6.01 9.55 12.55 3.30 — 7.46 Renzendorf £ 6.09 10.03 1.03 3.36 6.19 7.55 Alsfeld 6.21 10.18 1.13 3.46 6.29 8.07 Zell-Romrod 6.32 10.29 1.25 3.55 6.40 8.19 Ehringshausen X 6.46 10.43 1.88 4.05 654 8.35 Hure- u. Nd.-Gemd. 6.54 10.51 1.45 4.11 7.03 8.44 Nieder-Ohmen 7.03 11 00 1.53 7.11 8-34 Mücke 3-4* 7.10 11.07 1.59 4 22 7.17 0.0: Grünberg 4-54 6.09 7.20 11.17 2.07 4.30 7 «5 9.11 Saasen -xU-i 6.15 7.28 11.26 2.15 — 7JB 9.20 Reiskirchen 5.1(1 6.26 7.34 11.33 2.21 4.40 7,391 9.27 Grossenbnseck 5.17 6.34 7.40 11.40 2.28 4.46 7.46! 9.35 Rödgen 5.23 6.4C 7.45 11.46 2.32 - 7J>1 9.41 Gleesen an 5L8 fx50 7.54 11.55 2.41 4.57 800! S^Oj Mhrater. fert Hi^ ' Tnde. ,"d de» der Wh, 'ahren und Hasloch diesem er- lortici** Mitt» den 10. Mai: icrin/ tBallei- und Isolde. g den 13. Mai: - I!N! " DU k«/ Hieraus lus. 1. Abend, ds halb» Uhr: ig den 11. M. chte von Fried- fioi: .2er $cr- ! halb 4 'M: $*.« :3°<1 und f 50 Ain. hrt. alte vcr- bS wegen ■m de? >n >■ Mai. b- R. au; :n ergaben, Reihe von l0’Kngerid)t vast, nach Nls sollte, ntrafe gerne r'tshous be- ° alle Bor- ae Aeruhuig T Angeklagte ^'dda, unter Taihver- 6ittlich- ^ahr a ift Während ’ zur Urteils« i schuldig in rsten wurden >tc Gefängnis samtsirase rsuchunzshait rünbung ging ßand unter’ jetzt, noch ist rohe gewesen, pbe. Er ist mgen nicht so ericht bei der ibe Umstand' le doch strai- >ens imb der gefügt worden nd schwersten i boten Ler- .M> nitft igen Men. r Tatbestand r Angeklagte ans AaÄncht er Bemerkung 'origen Nnder fegten ehrlosen en Ehrenrechte i, 2 e n k ui a 1 twnrs au?* ,gegen e*11" eN btt®'' WtW & j anbel§- waagen, Material für elektr. 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Andauer der bestehenden Wtttermtg. Näheres durch die Gienener Wetterkate. Grrgrnal-Drahtmeldungett. Die französischen .^ammcrwahlen. Paris, 6. Mai. Um 11 Uhr 30 Min. abends teilte der Minister de? Innern mit, dafi nach den vorliegenden 15 0 Wahlergebnissen hie Radikalen bezw. die sozialistischen Radikalen elf Sitze gewonnen hätten. Paris, 7. Mai. Bis jetzt sind über 3 00 Wahl- resu ltate bekannt mit 75 Stichwahlen. Die Linke gewinnt etwa 20 Sitze. Unter den in Varis Gewählten befinden sich: Admiral Bienaime (lib.), George Berry (lib.), Berger (lib.), Denys Gochin (kons.) Millerand (Soz.), Lokroy (rad.), Ler olle (kons.), Sem bat (Soz.). Der frühere Präsident des Gemeinderats Daussat (Rationalist) ist untcilegen. In Lyon wttrde gewählt Pressanse (Soz.), in Riom der frühere Kolonialminister Tlementel, in Rimes der HandeSminister Doumergue. Der Radikale Lehe risse ist in RenneS unterlegen. In Paris wurden ferner gewählt: BarreS (Nationalist), Mil levo ne (Rat.), Rouanet (Soz.), Brouffe (Soz.), Vaillant (Soz.) und DeSplaS (soz. Rad.). In Scause ist der Rationalist Marcel Hadert unterlegen. In Lyon steht der frühere Marineminister de Lanessan zur Stichwahl. In Saint Etieilne wurde Unterrichtsmininister Briand wiedergewählt. In Bethune wurden die Sozialisten Basly und Lamendin wiedergewählt. In Belfort wurde General Z u r l i n d e n vom Radikalen Schneider geschlagen. Darmstadt, 7. Mai. Die Strafkammer verurteilte heute den Landwirt Peter Seeger in Lämmerspiel, der am 24. Januar d. I. bei der Bürgermeisterwahl seine Stimme dem nationalliberalen Kandidaten gab, dafür nachher von dein Wirt und Sattler Beheim den Betrag von 30 Mk. erhielt, wegen Vergehens gegen das Wahlgesetz zu 3 Monaten Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust. Beheim erhielt 1 Monat Gefängnis. Breslau, 7. Mai. Einer Meldung des General-Anzeigers zufolge fand am Samstag in Wil Helms Hafen bei Breslau ein Pistolenduell statt. Die Duellanten waren ein Kavallerie-Offizier und ein Breslauer Rechtskandidat. Im zweiten Gange mürbe der Leutnant durch einen Schuß in den Unterleib kampfunfähig gemacht. Sein Zustand gilt als hoffnungslos. Veranlasiung zu dem Zweikampf war ein in einem Breslauer Nestau raut entstandener Streit um eine Chansonnette. Durban, 6. Mai. (Reuter.) Oberst Mausel unternahm gestern von Feortyolland in Rkandhla aus eine Rekognoszierung. Hierbei wurde die Truppe von etwa 200 Duallas angegriffen. Der Feind hatte 6 Mann Tote und viele Verwundete. Auf englischer Seite tourben drei Soldaten verwundet. Amorik. Paketf. 163 60 Hamburg - . . 132.30 Ohersrhle< Eisen-Industrie 133.20 109.20 97.90 Prince-Henri-Eieenbahn 256.25 . 172.50 . 144 10 Harpener Bergwerk Laurahtitte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . 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