Nr. 32 Orlftetnt tLaltch aiiBft Sonn lag». Dem Gießener Anzeiger werden im Wecble! mit dem Kesflschen Landwirt die Siebener Familien, blätter viermal tn der Woche beiqcleflL Rotanonsdruck u. Verlag der B r ü d l'fchen Un iveri.'Buch-u. Stern- bruckeret. R. Longe. Redaktion, Ervedilion und Trurferet: Schulstrabe 7. Redaktion 113 Verlag u.Exped.e^öl Adresse für Deoeschen: «uzeiger Gießen. Erstes Blatt 156. Jahrgang Mittwoch 7. Februar 1906 GMEMM Mittel IW Wlvilvllvl 44 General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen vezugspretSr monatlich75P'., viertel- jährlich Dik. 2.20; durch Abbolc- il. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Alk. 2.— otertel« jährl. ausschl. Bestellst. Annahme von Anzeige» für die Tageslimimier bis vormittags 10 Uhr. Zeilenvrels: lokal 12Pf^ ailStvärts 20 Plst. Verantwortlich für den volit. und allstem, Teil: P. Wittko: für .Stadt und Land^ und .Gertchtssaaf: Ernst Heß; für den Anzeigenteil: HanS Deck. Pie Üeutiqe Nummer umfaßt 10 Seiten. Marokko. Die offiziöse Pariser Aaence Havas schreibt heute ein längeres Communiqus über oie Konferenz in Algeciras, dem wir folgendes entnehmen: Die M a ro kka ner zeigen sich entschieden un zu fri e d en. Die Konferenz hat ifrre Vorschläge zumeist abgelehnt, namentlich tveigert sie sich, die Eingänge ans den vvracshlagenen Zuschlngs- bnndcrtsteln der Zölle in die sckzerifische Kasse fließen zu lassen. Als die Marokkaner sich auf Anstiften Deutschlands zur Einberufung der Konferenz bereit erklärten, waren sie überzeugt, die Konferenz werde sofort den scherifischen Staatsschatz füllen. Die Mächte »vollen allerdings Reformen bezüglich des Schatzes vorbereiten, indem sse dessen Einnahmen vermehren, aber sie wollen hinsichtlich aller Punkte, daß diese Zunahme nützlich und zweckmäßig verwendet werbe, und sind überzeugt, daß daS nach Fez geschickte Geld ohne Nutzen für die Marokkaner hrie für die Europäer verloren wäre. Diese Sorge der Delegierten, nicht allein Geldquellen aussindig zu machen, sondern auch eine nutzbringende Verwendung für alle zu sichern, scheint die Ma- rollaner tief zu verletzen, die nicht aufhören zu versichern, der Sultan wolle ebenso wie die Europäer die Reformen ins Werk setzen und beabsichtige aufrichtig, sie durck;zuführen. Die Kvn- fcrem schafft gegenwärtig in einem Stück eine Art marokkanisches Grundgesetz, das ein vollständiges T-enkmal der Reformen sein und für jetzt und namentlich für die Zukunst die Grundlage aller Verbesserungen bilden nnrd, die die Umstände fortschreitend in Marokko einzuführen gestatten werden. Inzwischen fährt ein Teil der italienischenPresse in den Hetzereien gegen Deutschland fort. So behauptet die römische „Tribuna", zu ihrem Korrespondenten habe sich ein französischer Delegierter geäußert, Frankreich sei das Spiel müde und beginne sich mit dem Gedanken eines Bruches vertraut zu machen________________________ Arcußisches Abgeordnetenhaus. Berlin, 6. Februar. Abg. Goldschmidt (fr. Vp.) polemisiert gegen das preußische .Wahlrecht, das unser Vaterland vor der ganzen Welt lächerlich mache. Sogar Rußland sei uns darin voraus. Redner bittet den Minister, einmal bei dieser Frage den Liberalismus zu zeigen, und kritisiert dann noch daS Verhalten des Ministers zur Berliner Eingemeindungssrage. Präsident v. Kröcher ruft den 9lbg. Goldschmidt, der gesagt habe, unser Vaterland mache sich mit dem preußischen Wahlrecht vor der ganzen Welt lächerlich, zur Ordnung. Abg. d e W i t t (Ztr.) frngt, vb eine Teilung derRhein- Provinz beabsichtigt sei und bittet um Gleichstellung der Polizeikommissare in der Provinz mit den Berliner Kommissaren. Minister v. Bethmann-Hollweg bemerkt, daß weder ihm noch dem Staatsrninisterium von einer Teilung- der Regierung in der Provinz etwas bekannt sei. Abg. Werner (Antss.) tritt für die Besserstellung der Standesbeamten ein. Beim Käpi'.el , Polizeiverwaltung in Berlin mtb Umgegend" führt Abg. Münstetberglsr. Bp.) aus, daß die Prostü- tution noch immer große Mißstände zeitige. Dos jetzige System müsse beseitigt werden. Für ihn käme es nur auf soziale und Hygiene weiten an und er bedauere, daß religiöse Männer gewisse Literaturerstbeinungen wie z. B. die „Münchn. Jugend" bekämpfen., Stöcker habe in Leipzig erklärt, die behördliche Kontrolle sei zu verwerfen. So dächten auch viele Aerzte, andere toaeder verlangen gleiche Bestrasting für Männer und Frauen, wenn sie, wissentlich andere anstecken. Endlich werde scharfe Reglementierung verlangt. In England und Frankreich sei man längst davon abgekommen. Auch an eine Kvsenierung sei nicht zu denken. Fürsorgeerziehung Erlaß eines guten Wohnungsgesetzes, Anstellung von Schulärzten müßten hier helfen. Mit Schlaairvrten lasse sich diese soziale Arbeit nicht lösen. Minister v. Bethmann-tzollweg dankt dem Vorredner für seine Worte und will ihnen Folge geben, Nutzland. Tie „Frkf. Ztg." meldet aus Gotenburg (Schweden): Der Masseur Axel Roman, der seit Jahren den cu s s i s ch e n K a i s e r b e h a n d e l t, ist aus Zarskoje Selo hier eingetrosfen, um für die Unterbringung seiner Familie hier Vorkehrungen zu treffen, da er für Rußland schlimme Zeiten, insbesondere Hungersnotrevolten erwartet. Er deutet an, die Regierung werde vvr allem die Reichsduma ersuchen, ihr bei der Ausnahme einer Zwangsanleche bei den russischen Klöstern behilflich zu sein. Er erzählt, der Kaiser sei über die Ereignisse tie f b etrü b t. Aber trotzdem lasse seine Gesundheit bisher nichts zu wünschen übrig. Nur klagt er öfters über Kopfweh, wahrscheinlich infolge eines Schlages, den er im Jahre 1891 während seiner Orientreise in Kobe (Japan) erhielt. Tie Stadt Riga ist von Militär zerniert, die Bahnhöfe werden scharf bewacht, da politisch Kompromittierte zu fliehen suchen. Ter Arbeiterschaft und besonders der Delegierten hat sich eine ungeheure Erregung und Angst bemächtigt. Allgemeine Haussuchungen haben begonnen. Seit Samstag sind drei lettische Vereinshäuser nieder geb rannt. Zahlreiche Verhaftungen auch reicher und angesehener Bürger wurden vorgenommen, mehrere kriegsgerichtliche Todesurteile ausgesprochen. Räuberische Uebersälle, Mordtaten aus Rache, nächtliche Versuche, Gefangene zu befreien, dauern an. Trotzdem nimmt das Ge- schästslcben seinen regulären Fortgang. Ms am Abend des 5. Militär das Gebäude des lettischen Vereins Auseknis besetzte, um die Vereinsmitglieder nach Waffen zu durchsuchen, wurde das Licht zum Verlöschen gebracht. Es kam darauf zu unbeschreiblichen Szenen. Mehrere Letten wurden von Soldaten erstochen. In Kiew verurteilte das Schwurgericht den 18jährigen Saslowsky, welcher einen Polizisten bedroht hatte, zum Tode durch den Strang. In einem in einer Vorstadt von Odessa gelegenen Hause erfolgte die Explosion mehrerer Bomben, wodurch ein Stockwerk des Hauses zerstört und zwei Kinder getötet sowie acht Personen schwe,r verl- letzt wurden. Ter Besitzer der Bomben, der gleichfalls! schwer verletzt wurde, erklärte, et habe die Bomben bereit gehalten, um ein Attentat auf die Polizei zu verüben. Tie Ersetzung des Generals Line witsch durch Grodekow soll wegen Differenzen des ersteren mit leitenden Petersburger Kreisen veranlaßt worden sein. Linewitsch, welcher anfangs März in Petersburg eintreffen dürfte, wird zum Kommandierenden des Kaukasus ernannt werden. Deutsches Reich. Berlin, 6. Februar. Zu den Nachrichten über die Mittelmeerreise deS Kaisers erfährt die ,Tägl. Rund- schau^, daß der Kaiser lediglich die Absicht hat, im April nach Spanien zu gehen, und dabei einen spanischen Mittelmeerhafen anzulaufen. Dieser Besuch gilt als die Erwiderung des letzten Besuches des Königs Alfons und war bei dieser Gelegenheit bereits für den Monat April zttgesagt. Er steht mit den Hochzeitsfeierlichseiten in keinem Zusammenhang, da diese frühestens im Jltni stattfinden werden. — Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Dem Vernehmen nach erhalt den Posten des Gesandten in Hamburg Freiherr von Heyking, fern Nachfolger in Belgrad wird der derzeitige Gesandte in Athen, Prinz Max von Ratibor, der seinerseits durch den bisherigen Gesandten in Tokio, Graf Arco ersetzt wird, der den Noten^Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub und der königlichen Krone erhielt. Für den neu zu errichtenden Poften deS Botschafters in Tokio ist der Gesandte in Peking, Freiherr Mumm o. Schwarzenstein in Aussicht genommen, als dessen Nachfolger in Peking ist der Gesandte in Teheran, Graf Nex, bestimmt, den Gesandtenposten in Teheran wird der derzeitige Generalkonsul in Konstantinopel, Stemrich, erhalten. — Die Plenarversammlung des deutschen Landwirisch a ft SratS beschäftigte sich hettte mit der Frage der Erbschaftssteuer. Die meisten Redner bekämpften den Enlwttrs mit scharfen Worten. Mit allen gegen 8 süddeutsche Stimmen wurde ein Beschluß gefaßt, welcher die Ablehnttng dieser Steuer-Vorlagen verlangt. Eoentualtvünsche für den Fall ihrer Annahme wurden verworfen. Karlsrtthe, 6. Februar. Anläßlich der Finanzdebatte in der Zweiten badischen Kammer führte der sozial- demokr. Abgeordnete und zweite Vizepräsident Geck bezüglich der Prä sidentscha st § frage aus, die Sozialdemokratie werde sich in taktvoller Weise mit den Bestimmungen der Geschäftsordnung abzufinden wissen, und auch er würde garnichtS besonderes darin finden, wenn in Baden einmal der Großherzog sich mit einem Sozialdemokraten unterhalten würde. Er werde im Präsidium seine Pflicht erfüllen und seine Ar- beit tun.____________________ Deutschsüdwcftasrika. Im GesechtbciDochasaml9. Januar gefallen: Unteroffizier Karl Birsner, Reiter Wilhelm Heynen, von einem Kameraden, der ihn für einen Koffern hielt, erschossen. Reiter Franz Darmstadt, auf Krankensammel- stelle Romansdrift an Lungenschwindsucht gestorben. Für Deutschsüdwestafrika werden der „Königsb. Allg. Ztg." zufolge in nächster Zeit noch ein oder mehrere Nachtrags-Etats dem Reichstag vvrgelegt werden, da die zuletzt bewilligten Mittel bereits er- schöpft seien. _________ Ausland. Kopenhagen, 6. Febr. In der heutigen Sitzung des Folkething brachte Ministerpräsident Christensen einen Gcsetz- enhvnrf ein betreffend die Zivilliste König Fre- deriks VIII., die Apanage für den Kronprinzen Christian und das Nadelgeld und die Witwenrente für dieKronprinzessin Alexandrine. Es wird vorgeschlagen, die Apanage für den Kronpriuzen auf 120 000 Kronen jährlich und das Nadelgeld für die Kronprinzessin auf 11 200 Kronen jährlich festzusetzen. Im Falle des Todes deS Kronprinzen erhält die Witwe außer einer standesgemäßen Wohnung eine jährliche Witwenrente von 60 000 Kronen. Die Zivilliste des Königs soll unverändert auf eine Million Kronen festgesetzt bleiben. Auf die Zivilliste soll das Schloß Christians des IX. übertragen werden, sowie das Schloß Charlottenlund. Btt dapest, 6. Febr. Das Geschworenengericht sprach den Journalisten FenyeS freu Er war der Majestäts-Beleidigung angeklagt, da er den König deS Eidbruches beschuldigt hatte, weil am 4. Januar 1905 der Reichstag im Ex lex-Zustande aufgelöst wurde. Die Geschworenen nahmen den Eidbruch als Tat- sache an!______ ____________________ Ans Siadt nud Land. Gießen, 7. Februar 1906. — Ordens Verleihung. S. K. H. der Groß Herzog haben dem Ortsgerichtsvorsteher uno Standesbeamten David Repp JI. in Betzenrod das Silberne Kreuz des Verdienst- ordeus Philipps des Großmütigen verliehen. **Jn den Ruhestand versetzt wurde der Großh. Bahnmeister Gotthold Sommer zu Dieburg. •* Im Ortsgewerbeoer ein fand gestern abend eine Besprechung über die eventuelle Beteiligung der Gießener bezw. oberhessischen Gewerbetreibenden an der im Jahre 1907 unter dem Protektorat des Grobherzogs in Darmstadt geplanten .hessischen Landesausstellung für freie und angewandte Kunst statt. Es wurde mitgeteilt, daß eine Anzahl hiesiger Gewerbetreibender bereits die Absicht ouS* gesprochen hätten, die Ausstellung ztt beschicken, und es wird beabsichtigt, die Beteiligung weiterer Firmen anzuregen, damit das heimische Handwerk und Kunstgewerbe auf der Landes ausstellunq möalichst umfassend vertreten werden wird. *♦ Zum Ministerwechsel in Hessen. Wie uns! ein alter hier wohnender Herr aus Großen-Busecy mitteilt, war der Großvater des ncucmanntcit Präsidenten! Br au» dort Pfarrer. Tie Angabe der „Worms. Ztg.", daß Braun in Gießen Rechtsanwalt gewesen sei, ist nicht richtig, er war vielmehr als Assessor auf dem Bureau des jetzigen Justizrates Tr. Entfleisch tätig. Sowohl der neue Staatsminister, wie Präsident Braun siiid verheiratet, ersterer mit einer Tochter des verstorbenen Geh. Korn.-Rats Fritz Valckenberg in Worms. Einer seiner Vorfahren, Stadtpfarrer Joh. Ludwig Ewald in Offenbach, war ein Jugendfreund Goethes. Ministerialpräsidcnt Braun ist mit einer Tochter des schlesischen Gutsbesitzers Menk verheiratet uni> besitzt 4 Kinder, 3 Töchter imd einen Sohn. — Ms Kuriosum sei noch mitgeteilt, daß das Depeschenbureau Herold gestern aus Darmstadt mitteilte, die Großherzogin von Hessen habe den Justizminister Ewa.d unter Belassung in seiner Stelle zum Staatsministcr und den Ministerialrat Ernst Braun zum Präsidenten des Ministeriums des Innern ernannt. ** Die Generalversammlung der Allgemeinen Sterbekasse zu Gießen am Montag abend war zahlreich besucht. Der Mitrag des Vorstandes: Auflösung der Kasse, durch den Vorsitzenden eingehend begründet, fand c i n st i m m i g e A n n a h m e. In der nun, folgenden außerordentlichen Generalversammlung wurdq dieser Beschluß mit derselben Mehrheit bestätigt, und alS Termin der Auslösung der 1. März d. I. bestimmt. Dem „Verein für Sterbeunterstütznng zu Gie ßen, gegr. 19 06" wird das Vermögen des Vereins überwiesen und der Beitritt zu diesem Verein für alle Mitglieder 6e*t schloffen, sodaß nach dem 1. März 1906 cintretende Sterbe/ fälle nach den Satzungen diests Vereins erledigt werden. — Verhaftet. Der von der Kgl. Staatsanwaltschaft Frankfurt a. M. wegcu Einbruchs dicb sta hls steckbrieflich verfolgte Hausbursche Robert Liller aus Homburg v. d. H^ wurde heute morgen hier verhaftet. — Betrug. Im Januar l. I?. werden in einem hie-^ ssgen Geschäft eine Partie Weißwaren im Werte von 31 Mk. ausgeschwindelt. Gestern wurde die Betrügerin in der Person des Dienstmädchens Luise Vogel aus Volkardinghausen fest- gestellt. Die erschwindelten Waren fanden sich noch in ihrenj Besitz vor und wurden beschlagnahmt. — Wegen Trunkenheit und Ruhestörung mußte gestern mittag ein Arbeiter von hier festgenommen werden, ebenso eine fremde Frauensperson. - Hessisch-Thüringische StaaiSlotterie. Am, heutigen zweiten Ziebungstage der 3. Klasse der 7. Lotteris fiel die Prämie von 75 000 Mk. auf Nr. 80276 (nach Eisenachs ein Gewinn von 1000 Mk. auf Nr. 28358, ein Gewinn von 400 Mk. auf Nr. 18912, Gewinne von je 200 Mk. auf Nr. 817 34575 64452 76001 81051 86870, ein Gewinn von 150 Mk. auf Nr. 8820. (Ohne Gewähr.) — Zur Hebung der Pferdezucht in Oberhessen hat sich bekanntlich in Alsfeld eine Hengst-t Haltungs-Genossenschaft gegründet. Dieser Tage fant> in Alsfeld eine Versammlung statt, in der Kreistierarzt $)tj Hofmann .Winke für den Pferdezüchter^ gab. Tann wurde die Errichtung einer Fohlenweide im Kreise AlLfeld in Aussicht genommen. Grünberg, 6. Febr. Heute feierte unser ältester Mit-, bürget Rentner Gil ler feinen 9 0. Ge burtstag. Ter Hochbetagte erfreut sich einer staunenswerten körperlichen, und geistigen Frische, die ihn bcfäh-igt, dem Amt einest Vorsihendcn des Aussichtsrates des Vorschußvereins, baS er feit einer langen Reihe von Jabren versieht, bis zum heutigen Tage vvrzustehen. Vorstand und Aufsichtsrat des Vorschußvereins überbrachten ihm heute morgen die Glückwünsche des Vereins und ehrten ihn durch Ueberreichung eines Geschenkes. Ebenso war glückwünsck-end erschienen der Kirchenvorstand, dem er seit langen Jahren als Mitglied angehört. R. B. Darrnsta dt, 6. Febr. Die Konflikts- bewegung zwischen Rektorat und Studentenschaft an der hiesigen Technischen Hochschule nimmt immer größeren Umfang an. Für hettte Nachmittag war im Orpheum eine von ca. 700 Studenten bestichte allgerueine Versanttulung einberufen, die attsschließlich den Zweck verfolgte, zu den Aeuße- rungen des Rektors Geh. Baurat Prof. Gutermuth, bezüglich der katholischen Verbindungen Stellung zu nehmen. Der Rektor hatte schon am Vormittag einige AuSschuß- mitglieder empfangen und ihnen eine schriftliche Erklärung übergeben, die ähnlich der auf dem 8.-6.-KommerS von ihm abgegebenen lautete. In der vom Vorsitzenden in der Versammlung zur Verlesung gebrachten Erklärung versichert der Rektor, er habe nur beruhigend und vermittelnd auf die Studentenschaft einwirken wollen, jeder Eingriff in die Rechte der Studentenschaft habe ihm vollständig fern gelegen. Er bestreitet, in der Frage der konfessionellen Verbindungen eine Kampscsstellung zu Gunsten der letzteren eingcnonnnen zu haben. Seine Ausführungen seien von der Presse entstellt wiedergegeben worden. Ta er auch weitere Verunglimpfungen in der Presse befürchten müsse (!!!) begnüge er sich mit dieser Erklärung und bleibe der Versammlung fern. Die Erklärung schließt mit dem Wunsche, daß mit dieser Aussprache dev V yt-M im t * Handel Frankfurter FTörsc. 7. Februar, 1.15 L'br. Reichsnnleihe . 101.40 Elektriz. Lahmeyer . . 4 9X Öcsterr. Goldrente. . <>bcrschlc<. Eisen-Industrie 132 80 !> Gießener Strafkammer. Quaker Oats Hamburg, 7. Februar. Die von ihrem Manne gc* in entschuldbarer Weise geschehen. Elektiiz. Schlickert . Eschwciler Bergwerk 251.00 155.10 Gclsenkirc’en Bergwerk . 231.30 Hamburg-Amerik. Paketf. 165 20 . 115.20 . 193.40 . 25 70 . 143.20 . 134.50 4*,Ä 4% 4% 145.00 133.40 264.50 Berliner Handel,s^es. . Darmstadter Bank . . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . . Kreäitaktien . . . - Ba’t0 . . 150.90 . . 2*3.40 . . 92.8) Dresdner Bank . . . .167.30 Tendenz: ruhig;. 10,5 1,3 123,7 ' V ' 2 ' 100.50 101.50 97.00 166 40 68.30 68.75 92 20 95.15 92.70 148.20 53.70 92.30 67.60 98.70 Harpener Bergwerk. Lanrahiltte . . . . Xordd. lAoyd . . . Aktien Bochum Guss . . . Buderus E. W. . . Tendenz: sti’1. Berliner Caw&da E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bark . . Dortmunder Union C. • Die twgang. Eie nmgen in den höheren hessischen Verwaltungsstellen bevor. U. a. wird der Rücktritt des hessischen Gesandten in Berlin Dr. v. Reid Hardt in Aussicht gestellt. Berlin, 7. Febr Der frühere Professor der Geburtshilfe und der Frauenheilkunde an der Berliner Universität Adolf Gusserow ist gestorben. Berlin, 7. Febr. 25 von der Sozialdemokratie einberufene Versammlungen nahmen zu den neuen Steuer» , . Dio d'Pnnkud, Hut nud , ^Nrchleche NachrLchten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag, den 8. Februar, abends 8 Uhr, int Markus- saal, Kirchstraße 9: Bibelstunde. 2. Korinther Kav. 5. _________ Pfarrer S eh w a b e. . . 217 70 . . 250.80 . . 128.70 217.60 27,0.20 00 -Schafe und sammel, 997 Schweine: 1. Qual. 79—80 Psg. Lebendgewicht 61.50—62.50 Psg, 2. Qual. 78 P?a., Lebendgewicht 61.00-00 Psg., 3. Qual. 71—73 Psg. Kälber 1. Qual. 00-00 Pf., Lebendgewicht 00—00 P'g., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht Schlachtgewicht 00—00 Psg., 2. Qualität 00—00 Pfg. Geschäft: gut, kein Ueberstand. fc. Frankfurt a. M., 6. Febr. ü e u- tt n b Stroh- morfl. Mau notierte: Oen Mk. 3.50 bis Mk. 3.90, Stroh Mk. 2,70—2.80. Alles per 50 Kilo. Tendenz fest. Februar. Anfangskurse. Harpener Bergwerk . . Laurahüttc . . . , i.om'-arden E. B. . . Nordd. Lloyd .... Tdrkenlose ..... SdflRt: fammer Haiidwei ung dec einigung des lüe Benutzui trbältlitf mittels ( des SBttj Laiidlve Lestimii! einer an cm- 2 Mittwoc Bürgern die vorj gchende T woch, de Ketchäsh Amtsräu sprachen G B7. des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. i ■ -i,,y Märkte. ke. Frankfurt a. M., 7. Febr. Orig.-Tekegr. deS „6steß. Ant-") V i e h m a r k t. .Rinn Verkaufe standen 00 Kälber ME .. ®‘sterr.) wurde von einem Tischlermeister, der in dem Bürger- Meister seinen Feind wähnte, ein Mordversuch verübt, «w^ner wurde verwundet: der Angreifer entleibte sich. — Bei F k n e rsbrunst im Greisen heim tu Rennes lFrankr.) iiud 16 V ersonen umgekommen. Bei den Rcttungs'rbeiten bat sich besonders ein Schreiner hervorgetan, der aus dem brennenden Gebäude 28 Greise rettete. — Dem „Seesener Beob." zufolge hat ein Rostarzt des Dragvnerregiments in Gumbinnen auf dem Sterbebette gestanden, er h^be semerreit den Rittmeister v. Krosigk erschossen. Die Nachricht sei an eine im »an wohnende Schwester Krosigks gelangt. r< c ^Kleine Mitteilungen ans esse n und den Nachbarstaaten. In ^angensch Walbach fr.t ans Un- r-orsichtigkeit beim Svielen mit einem Jagdgewehr ein 20 jähriger IulL9e£n$^ann ^ne iährige Schwester erschossen. — ^N'Michelstadt wurde ein von der Frankentalcr Staats- mtwaltschaft steckbrieflich Versalater Einbrecher verhaftet. C5r Ttaimtc siai abwechselnd Klein, Schmidt und Schneider und i:cueiiugeivia)i w—uu vg., z. «uitai. vu—uu ipig., ^.'evenogewicht Sn -c Ttt und Fvanfentol grost-we Einbn"'che. — In 00-00 Pfg., Schlachtgewicht 00-00 Pfg. Schafe 1. Qualität Matnz^nahm wegen eines F"mi^ienstreites eine Wirtsfrau Gift. Sie starb im Rockushospital. geftTtodicn. — >zm verflogenen Monat befand >rch oer Arbeiter München, 7. Febr. Bei den Wahlen der Kirckien- I. B. M. aus Mainz in einer Wirtschaft zu Büstfeld. Er n er m a H imi n i tnl ,7h ,VLr,,r'r schimpfte über einen Bürgermeister, der ihm für eine amtliche " gsmitgliedcr der katholnchen Pfarreien Lchwa- Tätigkeit eine Gebühr abverlangt hatte und erging sich in Be- ,9 l,nö ^euolmg wurden zum erstenmal mehrere So - Uibigungen gegen ihn. Ein hinzukommmdcr Gendarm ermahnte z i a l de m okra ten gewählt. i ihn, dieses zu unterlassen, da er sich strafbar mache. M. schimpfte nun über alle Beamten und äußerte sich in verächtlicher Weise . vom Großherzog bis zum kleinsten Beamten. Als der Gendarm ihm dies verwies, wiederholte er die Aenßerung auch in Bezug auf den deutschen Kaiser. DaS Gericht erkmcnte wegen Maje- statsbeleidigung auf eine Gefängnisstrafe von 8 Monaten, indem es straferhöhend berücksichtigte, daß der Angeklagte trotz Verwarnung die Beeidigung wiederholte. — Sechs Waldarbeiter von Elpenrod tranken kurz vor Feierabend noch drei Liter Fruchtbranntwein. Auf dem Heimweg kelirten sie in einer Wir!schäft ein und tranken noch einige GlaS B'er. Als der Wirt sah. w-e es mit ihnen stand, verweigerte er ihnen Weitere Getränke. G. F. und G. D. begehen sich zu einem Flaschen- bierb"nd"er und verlangten Bi"r, das ibnm cbenfalls verweigert iinttbe. Man versuchte sie mit gütlichen Worten nach Hause zu bringen, aber alles half nichts. Sie schlugen gemeinschaftlich auf den Vwrl'ändler und dessen Sohn ein, wobei der erste auch einen Messerstich von F. in die Schläfe erhielt. Ein Junge, der zur Al wehr herbeigeeilt war, erhielt mehr"re Stockschläge. 0''richt hielt be'de der gemeinschaftlichen Körververl"tzm'"' für überführt und verurteilte F. zu 10 Monate und 2 Wochen Gefängnis, während es D. mit einer Gelder'fe von 50 Mar? durchkommen ließ. — In der N'chmittagssibnng wurde über die Berufung des ^>chrcincrmeisters ?l R. von Nieder-Wöll- stadt verhandelt. Er it»n- auf Priugtklag^ des Kaufmanns I. K. dorten, durch des Schöffengericht Friedberg wegen' ver- teumdeischer Bel'''dig''ng zn 3 Mou-t" Gesc'inan's veri'rteilt »Garden. In einer Eingabe cn_ d"s Kpeismnt, hat er dem Kläger den Vorwurf der llrk'indenfälschung gemack't ''nd harnm n^ch- gesiuht., i"n ri“ tiir Beendiguna ein--s bei dw Sfats^nw^tschaft anhängigen Verfahrens wegen Meineid und Meineidsv'rleiO'na. t^*n d^m Amte a^s Gemeind-rat zu entheben. Trotzdem durch rin-n Sachvhändigen nachgewiesm w"r. daß die fragliche Urkunde unverfälscht sw. bl'-h er bet dem S^'äffengericht sowohl, als "uch in der Ber-'fu!tgs"nstan^ bei seiner Bchguutnng. Die Strof- I'mmer war mit dem Schöffengericht einig, daß nur eine erheb- sithe Freiheit strafe die Tat sühnen kann und wies die Beruf- una zurück. 2ttrche und Schule. ** Tie Gleichstellung der höheren Schulen in Hessen. In Mainz fand am Montag im „Ratskeller" eine allgemeine Versammlung statt, in der Oberlehrer Dr. Kalbfleisch- Darmstadt einen eingehenden Bericht über den gegenwärtigen Stand der Frage erstattete. Rach einem geschichtlichen Neberblick über den Entwicklungsgang der Gymnasien, der Realgymnasien und Oberrealschulen im 19. Jahrhundert und einer Würdigung der Rcformversuche, die die Tczembcrkonferenz des Jahres 1890 veranlaßten, wies der Redner nach, wie sich allmählich nach dem Vorbildc Preußens in den meisten Bundesstaaten die Ueberz-eugung Bahn gebrochen habe, daß es im eigensten Interesse der einzelnen Schulgattung'en gelegen sei, mit dem G 'mna sialm on op ol zu brech eit und in der Berechtigungsfrage davon auszngeh.'n, daß das Gymnasium, das Realgymnasium und die Oberrealschule gleichwertig anzusehen seien. Der Vortragende beklagte, daß Hessen neben Bayern allein auf dem Standpunkt der Vevorrechtung des Gymnasiums verharre, und legte dar, wie die Verweigerung der Gleichstellung zu einer schweren Schädigung hessischer Untertanen Preußen gegenüber führen müsse. Ter Redner begrüßte den Antrag oes Abg. Noack an die zweite Kummer der Stände und schloß seine Ausführungen mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß auch Hessen einen dem preußischen Berechtigungswescn entsprechenden Zustand herbeiführen werde. Dem Vortrag folgte eine lebhafte Diskussion, in der im einzelnen die Nachteile beleuchtet wurden, unter denen die Abiturienten hessischer Realgymnasien und Oberrealschulen ihren preußischen Kameraden gegenüber zu leiden haben. Die Versammlung war sich einig in dem Gedanken, daß die Stadtverordnetenversammlungen der größeren hessischen Städte, die blühende Realgymnasien und Oberrealschulen in ihren Mauern bergen, die be- ' rufensten Organe seien, an der Erreichung des Zieles einer Gleichberechtigung der drei Arten von Vollanstalten mitzu- , wirken. Zum Schlüsse faßte die Versammlung folgende Resolution: „Die heutige Vcrs"imnluitg erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten Dr. Kalbsi-'isch einverstanden und spricht hie । Erwartung aus, daß auch in Hessen die Gleichstellung d"r höheren Schulen baldigst erfolgt und dadurch die große Benachteiligung der hessischen Staatsmgehorigen anderen Reichs-Ange- : häriaen gegen über besisiiat wirb '• ; Illi Winfnr ?ci ^onhein Weiler hat sich für cmpfinblicbe vvi Haut der Franei» und Kinder am beftev sich empfohlene Myrrholinseife. bl|i fetzige Konflikt aus der Welt geschafft sein und nun zwischen Lehrern und Studierenden das frühere freundschaftliche Verhältnis wieder einkehren möge. In Verbindung mit dieser Erklärung wurde auch der beigefügte Wortlaut der Rede des Rektors beim Kommers der konfessionellen Verbindungen verlesen. Während sieh einige Redner durch diese Vorlesungen als befriedigt erklärten, traten sodann eine Anzahl Studenten auf, die dabei verharrten, daß der Rektor die Studentenschaft durch seine Kommersreden angegriffen und beleidigt habe. Die temperamentvollen Ausführungen dieser Redner wurden von der Versammlung mit stürmischem Beifall ausgenommen und von weiteren Rednern das parteiische, einseitige Verhalten des Rektors scharf getadelt. Tic Versammlung nahm schließlich mit erdrückender Mehrheit (etwa 650 gegen 8 Stimmen) eine Resolution an, in welcher die Versammlung dem Rektor ihre Mißbilligung über sein parteiisches Verhalten bezüglich der konsesionellen Korporationen aus- spricht und erklärt, daß durch sein Verhalten das Vertrauen der Studentenschaft zum Rektorat er» schüttert worden sei. — Wie wir hören, werden die hiesigen Blätter gegen den Vorwurf des Rektors, daß sie seine Rede entstellt wiedergegeben hätten, ebenfalls einen Prote st erlassen. Darmstadt, 6. Febr. In hohem Alter ver sch i ed gestern Oberlandesgerichtsrat i. P. Wilh. Maurer, eine in weiten Kreisen unserer Stadt und unseres Landes wohlbekannte und hochgeachtete Persönlichkeit. Er hat 17 Jahre dem Oberlandesgericht angchört und es war dem allezeit Pflichtgetreuen vergönnt, kurz vor seiner Pensionierung die Feier des 50jZhrigen Dicnstjubiläums begehen zu können. Sein reichgesegnetes Wirken auf religiösem und sozialpolitischem Gebiete ist wohlbekannt; u. a. gehörte er lange Jahre der eoang. Kirchengemeindevertretung an und war Vorsitzender deS Allgem. Vereins gegen Verarmung und Bettelei. Dieie Tätigkeit zum Wohle seiner Mitmenschen in Verbindung mit den trefflichen Charaktereigenschaften, die den Verstorbenen zierten, hat ihm ein ehrendes Andenken in weiten Schichten der Bevölkerung gesichert. (Tarmst. Z.) Offenbach a. M., 6. Febr. Nach den Ergebnissen des Schlachthofbetriebs im Z-abre 1905 hat sich der Fleischverbrauch in unserer Stadt mit seiner zahlreichen Arbeiterbevölkerung ft art vermindert. Am meisten sind die Schlachtungen vvn Schweinen zurückgegangen. Im Jahre 1904 wurden 20 445 Stück, im Jahre 1905 nur 16185 Stück geschlachtet, also ein Rückgang von 4260 Stück, das sind mehr als 20 Proz. weniger. Tie Schlachtungen von Ochsen, Kälbern und Schafen sind n. d. Mtg. Fl.-Z. gleichfalls zurückgegangeu, wenn die Zunahme der Bevölkerung berücksichtigt wird. sd. Auerbach a. d. B., 6. Febr. Große Sch winde leien und Betrügereien hat, wie bereits kurz gemeldet, der seit einigen Tagen flüchtig gewordene Pferdehändler Jonas Bendheim verübt. Er betrieb seit Jahren einen schwungvollen Pferdehandel, Hat eigenen Grundbesitz und galt allenthalben als sehr vermögend. Mit einer Anzahl von Banken machte er umfangreiche Wechselgeschafte, die bisher alle glatt erledigt wurden. Vor einigen Tagen diskontierte er nun bei einem Bensheimer Bankgeschäft einen Wechsel über 100 000 Mk., der anstandslos angenommen wurde. Nach seinem Verschwinden stellte es sich nun heraus, daß dieser Wechsel und eine Anzahl der früher bei der Bank diskontierten gefälscht waren. Das Bankhaus hatte großes , Vertrauen zu Bendheim, da es nach seiner Versicherung das einzige Haus war, mit dem er arbeitete. Bendheim hat aber : auch ein anderes Bensheimer Bankgeschäft und verschiedene 1 Darmstädter Banksirmen mit Wechseln hineingeleqt. Man ’ vermutet, daß auch kleine Leute geschädigt sind. Bendheim ' hat schon erwachsene Söhne, einer davon ist mit ihm ver- . «schwanden. Es ist anzunehmen, daß sie sich nach Spanien i zu Verwandten begeben haben. Vor zwei Jahren ist auch 1 ein Bruder Bendheims plötzlich verschwunden. Man glaubte 1 damals an ein Verbrechen. \ 3% Portugiesen Serie I . 3 % Portugiesen v III <%°!0 rnss.Staatsanl. 190.5 4/S°n japan. Staatsanleihe 1 % Con^. Türken von 1903 Türkcnluse .... . . 4% Griech. Mononol-Anl. . 1% äussere Argentinier . 3°/ö Mexikaner . . . . 4I/.°/0 Chinesen . . . )( Gieyen, 6. Februar. Wegen § einseitiger Körperverletzung H-tte dos Schöffengericht schlitz den 72 jährigen Landwirt S. B. von Willofs zu 10 Tagen und den Straßenwart I. G. dort zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach einem Zechgelage kam eS zwischen ihnen auf dem Heimweg zu einem Wortwechsel, wobei der Greis mit Tätlichkeiten begann, indem er eine Latte von einem Zaun riß und damit auf G. losschlug. Dieser entwandte H -'««'N be- «enienm« Renten rntif« rten G. schlug nun, um den Angreifer von sich abzuhalten. mit überall „hie ms Uferlose führende Welt- und der Latte auf ihn ein, wobei er m Boden siel und einen Bruch K o l o n t a lp o l it i k des Reiches" und bemängelten nament- ^rU?£ra™f. d^outvug Trotzdem das Schöffengericht Not- lich die Stenerprojektr, die nicht nur schwache Schultern schwer -« be'«»-» geemnd feien, ionbem 3nbnftrieen erhob Berufung, deren sich der Mitverurteilte B. als Neben- vernichten und sausende fleißiger 9lrbeitec dem kläger anschloß, seine 10 tägige Strafe aber als rechtskräftig Elend aus liefern müßten. In sämtlichen Versammlungen Auf Grimd wiederholter Veweisuisnahme tant d.e wnrbe eine dahingehende Resolution einstimmig angenommen. Ltr'-skammer zu der Ueberzeuqung, daß la sachlich our f'it’n des Anm Rum 7 'r-c.,. ■< ®. Retwek »orte«: - fei bi’fe überschritt n ronrben, so ist dl«, , Fi ? ”2 ä' 'l m\ $,t u0" ®,n""c flc’ in entschuldbarer Weise gescheh-n. Unter Zurückweisung der Be- trcnnt, lebende Frau des Malers Gewert hat sich und ihren rufung des B. nvurbe der des G. stattgegeben und dieser frei- 8jährigen Sohn ertränkt. ” *™“"'r™'" * ‘-e-k '..... München, 7. Febr. Bei den Wahlen der Kirchen. Paris, 7. Februar. Ein in der Irrenanstalt St. Gemme internierter Zwerg namens Oalet brachte seinem Wärter meuchlings einen töt Hohen Messerstich bei. Das Messer hatte der Zwerg dem Wärter aus der Tasche gezogen. Paris, 7. Febr. Mehrere nationalistische und foufcr* vative Blätter verzeichnen ein Gerücht, Iaures werde naÄ den Wahlen seine polit. Tätigkeit ausgeben und wieder eine Professur annehmen. S tt Claude sDep. Jur^^ 6. Febr. Gegen mittag itntrbeni hier von einer Menge von G^genmanifeffanten, die etwa 2000 Personen zählte, unter dem Gesinge der Earm'-'gnole die Fensterscheiben des Bisck^ofspalais und der Kathedrale eingeworfen. Sodann wurde eine Seiten Pforte der K'a tbedrale erbrochen, dos Kircheninventar auf hie Straße^ geworfen und mit Petroleum 6 e g o ff e n. Als man dasselbe austecken wollte und dies von herbeigeeiltew Gendarmen verhindert iri-rbe, murb-e eine Statue derIung- frau aus dem katholischen Kvsino fortgeschleppt und in den Flu 6 geworfen. Wien, 6. Febr. In der gestrigen R e i ch sr a t s si tz- n u b erging sich Gr a f Sternberg wieder in l'sitrgcu Aussillcu gegen die Dynastie und den Staat. In Österreich sei cs Usus, daß aus den Pen- sions kapitalicn tüchtig gestohlen wird. In einem Lande der bankerotten Kapitalien und der allgemeinen wirtschaftlichen Versumpfung habe eine Pensiousversicherung keinen Wert. Wenn das so weiter gehe, sei cd unmöglich, daß die österr. Rente, diese Aktie des EretinismuS, ncch lange im Kurse bleibe. Oesterreich werde von einem spanischen Syndikat bestohlen, ausgebeutet und ausgehungert. Die Tatsache, daß das Haus Rothschild als Bankhaus des Staates sich zum Prinzip gemacht habe, Geschäfte mit dem Staate patriotisch vorzu- nehmen, mccbte doch auch der Regierung und der Dynastie als Vorbild dienen. Bei diesen letzten Worten entstand ein großer Tumult und dem Redner wurde vom Presidenten das Wort entzogen. Wien, 6. Febr. Wie die „R. Fr. Pr." meldet, haben bie deutsch-böhmischen Abgeordneten mit Ausnahme der Schönerianer heute einen Beschluß gefaßt, der als^ Kernpunkt der Wahlreform die Frage bezeichnet, ob das relative Verh altnis der Deut°l schen zu den slav. Abgeordneten und die Gesamtzahl der Parlamentsmitglieder zu Ung’n ft en der Deutschen verschoben und das Resultat der Wahl- reform eine slavische Majorität sein werde. Eine; derart gestaltete Vorlage müßten die deutschen Reichsratsabgeordneten aus Böhmen als einen geradezu feindseligen Akt der Negierung gegen das Deutschtum erklären, der sie zur entschiedensten Gegenwehr zwingen würde. Dieser Beschluß, zu dem sich die deutsch-böhmischen Abgeordneten solidarisch erklärten, wurde dem Ministerpräsidenten zur Kennte nis gebracht. Petersburg, 7. Febr Die große Besitzung des In sti zm inisters Akimow im Gouvernement Saratow gelegen wurde durch aufrührerische Bauern total zerstört. Sämtliche Wirtschaftsgebäude sind nieberßebrannt. Aus dem. nördl. Kaukasus wird die Fortdauer der agrarischen Unruhen gemeldet, denen gegenüber die Behörden ganz machtlos sind. Die Gefängnisse in Kutais sind überfüllt, sodaß die Arrestanten nach Batum, Kars und Tiflis transportiert werden. Niga, 7. Febr. Der hiesige liberale litterarisch e Zirkel wurde polizeilich geschlossen. In der Anglikanischen Straße überraschte nachts die Polizei eine Versa lung jüdischer Pharmazeuten und verhaftete sämtliche Teilnehmer. fiibau, 6. Febr. In Mainoden wurden zwölf Personen vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde an zehn Verurteilten vollstreckt, den beiden anderen ist es gelungen, zu entkommen. Origrssal-O^ahtmeldungen. R. B. Darmstadt, 7. Februar. Der Großh erzog empfing heute den Staatsminister Ewald und den Präsidenten des Ministeriums des Innern Braun in längerer Audienz. Für die nächste Zeit stehen noch mehrere Aende- Quaker Oats kostet nur den dritten Teil des Preises den man für die gleiche Quantität Fleisch zu zahlen hat und enthält erheblich höheren Nährwert Die echten Quaker Oats werden nur in geschlossenen, mit der Quaker Schutzmarke versehenen Packeten verkauft. ä ®i nai S'i-'-i Gestern vormittag verschied sanft nach längerem Leiden unsere liebe Mutter, Grossmutter, Schwester und Tante Die trauernden Hinterbliebenen. Frau Josephine Schreiber geb. Kicker. Um stille Teilnahme bitten Giessen (Frankfurter Str. 53), den 6. Februar 1906. Die Beerdigung findet Freitag, den 9. d. M., vormittags 11 Uhr von der Kapelle des alten Friedhofs aus statt. »’/. 0834 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. d. Mts., nachin. 21/, Uhr v. der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Dießen, 7. Februar 1906. F-amilie Heinrich Pfaff. geßlicher Baler und Großvater Herr Theodor Junger im Alter von 82 Jahren. Todes-Anzeige. Gestern nachmittag 2*/, Uhr verschied unser unver- Bekanntmachung. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 5. Februar 1906. Großherzoglichc Bürgermeisterei Gießen. C u r s ch m a n u. Bekannrmnchrmg. Betrifft: Die Wahlen zur Handwerkskammer im Jahre 1906. Zwecks demnächstiaer Vornahme der Wahlen zur Handwerkskammer iDciben die Vorstände der im diesseitigen Kreise anjässigeii Handwerkerinnungen, Ortsgewerbevereine und sonstigen, die Förderung der gewerblichen Interessen des Handwerks verfolgenden Vereinigungen hiermit aufgefordcrt, alphabetisch geordnete Verzeichnisse des (Sesauubestandcs ihrer Mitglieder (Bestaudslittcn) unter Benutzung der bei der Kanzlei der unterfertigten Behörde kostenfrei erhältlichen Formnlare aufzustellen und hierbei diejenigen Mitglieder mittels entsprechenden Eintrages tu den hierfür vorgesehenen Spalten des Verzeichnisses kenntlich zu machen, die nicht als wahlberechtigte Handwerker anzusehen oder zwar wahlberechtigt, jedoch nach den Bestimmungen in § 3 der Wahlordnung für die Handwerkskammer einer anderen wahlbercchtigteil Vereinigung zuzuzählen sind. Die dementsprechend ausgestellten Listen sind spätestens bis Mittwoch, den 14. F.bruar 1906 einschließlich der Grobherzoglichen Bürgermeisterei desjenigen Ortes portofrei einzusendcn. an welchem die vorgenannten Vereinigungen ihren Sitz haben. Später eingehende Bestandslisten bleiben unberücksichtigt. Die Listen werden von Mittwoch, bcu 21. Februar bis Mittwoch, den 28. Februar 1906 einschließlich während der üblichen Geschäftsstunden seitens der zuständigen Bürgermeisterei in bereit Amtsräumen zur öffentlichen Einsicht und Entgegennahme von Einsprachen aufgelegt werden. Gießen, den 25. Januar 1906, Großherzogliches Kreisamt Gießen. ZV, ________ Z. V.: gez. Dr. Wagner._______________ Holzversteigermrg im Gießener Stadlwald. Montag, den 12. Februar 1906, vormittags 91/, Uhr beginnend, werden im Gießener Stadtwald in den Distrikten Waldshut und Hecgstrauch versteigert: 4111 Stück Fichtcn-Dcrbflangen mit 138,71 Fm. 808 „ * Reisslängen „ 8,54 „ 10,5 Rm. KiefcrN'Scheitholz, 1370 Wellen Kiefern»Reisig, 1,3 , Jachten- „ 1750 „ Fichten- „ 123,7 , ttiefcrn-Knüppelholz, 50 „ Birken- „ 6,5 „ Fichten „ 38.7 Rm. Kiefcrn-Stockholz, 2 , Birken- w In,5 „ Fichten- „ 6 Rm. Kiefern-Stockholz, zerkleinert. Die Zusammenkunft ist auf dem allen Steinbacher Weg am Wald- eingang. Gießen, den 7. Februar 1906. Großhcrzogltche Bürgermeisterei Gießen. ___________I. V.: Eurschmann._______________BV, Brennholzversteigernng Freitag, den 16. Februar im Försterbezirk Gedern, Distrikt GaulSkopl 7b und 10, Tempclswald 2a und 4 und Wäldchen 2a: Buchen: Scheit 737 Rm. I. K!., 656 Rin. II. Kl., Knüppel 413 Rm., Reiser 1081 Rm ; Elchen, Kirsch da nm :c.: Scheit 1 Rm., Knüppel 14 Rm., Reiser 2 Rm. Auskunft erteilt Forstaufseher Jochem, Gcdcrn. Zusammenkunft 9'/, Uhr vorm. im BcrgwirrshauS in Gedern. Gedern, den 5. Februar 1906. B7/, __Fürstlich Stolberg-WernigrrödischcS Forstrevier Gedern._________ Gutgehende Land-Bäckerei ist wegen größerem Unternehmen preiswert zn verlaufen. Näheres sagt die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. 0819 HoZzsnbmission. Rachverzeichnetcs Holz aus den Waldungen der Gemeinde Großen-Buseck soll auf dem Submissions- wege vergeben werden: 26 Kiefernstämme von 24 bis 35 cm Durchmesser bis 10 m Länge — 11,75 fm, 136 Kiefernstämme von 12 bis 23 cm Durchmesser bis 13 m Länge — 21,45 fm. B. 8 Fichtenstämme von über 30 cm Durchmesser bis 22 in Länge — 7,90 fm, 79 Fichtenstämme von 20 bis 29 cm Durchmesser bis 26 m Länge — 62,35 fm, 335 Fichtenstämme von 11 bis 19 cm Durchmesser bis 22 m Länge — 82,81 fm. Es können Angebote auf jede, einzelne Abteilung sowie jedes Sortiment oder auch auf das gesamte Holz gemacht werden. Das Kiefernholz lagert im Distrikt Altenberg, das Fichtenholz in den Distrikten Entenpfuhl, Tanne, Streitwald, Buchberg, Schmalbenivald und Birkenstrauch. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift bis zum 14. Februar 1906, nachmittags 1 Uhr, aut' hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, wo alsdann die Eröffnung im Beisein der etwa erschienenen Kaufliebhaber stattfindet. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini 1906 gestattet. Sonstige Auskunft erteilt Forstwart Wagner dahier. Großen-Buseck, den 6. Februar 1906. Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Schwalb. 858 Mtischkr Seefisch markt Weil. Freitag, den 9. Februar, vorm. 8 Nhr in den stadt. Marttlaubeu beginnend. Es kommen zum Verkauf: B Feinste Backfische........17Pfg. p.Pfk la. Delikatcß-Nordsce-Schcllfische großnnttel 36 , r , do. kleinmittel . . . 33 , , , Bester, Heller Nordsee-Cabliau, kopflos in ganzen Fischen 18 , r , do. ausgewogen 21 , r , Hochfeine Bratschollen •♦♦♦♦••33,, , ff. grüne Heringe ........ 18 , , , Akademische Vorträge. Letzter: Montag, den 12. Februar, Abends 8 Uhr, in der grossen Aula der Universität Vorführung von Antiker Poesie und Musik durch Studierende der Altertumswissenschaft unter gefälliger Mitwirkung anderer bänger und des Herrn Mr. Leo von Berget aus Prag als Solisten. Musikalische Leitung: Musikdirektor Trautman» I. Teil. Rezitationen: Anakreontikers, Horaz Oden, Tibull. 3 Vokalquariette auf Horazische Oden von Carl Loew® (f 1869;, 1j erdinand Flemming Wallau im 2. Ten 2 bad) ivi'Tbc ausgegeben. der örnfj") die Namen Mrgerme- Ter Mr- weis btmtf germeisl sich denen Uzeilick) insbesonde^ palizeiliche vrdnmgen Punkt KreiSr Dr. Salle Watlau in Ter? „Eine lungen füi alS eine Agitation weil Tr. 5 bei der-n über diese lubstewuer die bedsit nw Sri intb der fit sein. ,. Wgl' befchlossen, UNbeochl 9hm rteuten iw Frühj schlösse im Pl-nu) Kommissii der Prüfr nicht au? Petition m Worten: ir. >»k Parteien br vorbei^idn'i klasse ivifi erf«16*'1 fit > 6m St"«1- >ie pr. 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