Dienstag 6. November 1906 Nr. 861 Zweites Blatt Giehener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags, Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitätsdruckeret. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen. Tie „Siebener Zamilienblätie^ werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der „hessische Landwirt"' erscheint monatlich einmal 156. Jahrgang General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bekanntmachung. Betr.: Schweinerotlauf zu Oppenrod; hier: unter dem Schioeinebestand de§ Ludwig Weis zu Oppenrod. Unter dem Schweinebestand des Ludwig Weis zu. Oppenrod ist ein Fall von Rotlaufseuche festgestellt worden. Gehöftsperre ist verhängt. Die unter dem Schioeinebestand des Heinrich Pauli VII. zu Langsdorf ausgebrochene Notlaufseuche ist erloschen. Die angeoxdneten Sperrmaßregeln sind aufgehoben worden. Die unter dem Schweinebestand des Wilhelm Leun zu Lang-Göns ausgebrochene Rotlaufseuche ist erloschen. Die angeordneten Sperrmaßregeln find aufgehoben worden. Die unter dem Schweinebestand des Heinrich Wilhelni Dern zu Lang-Göns ausgebrochene Notlaufseuche ist erloschen. Die angeordneten Spcrrmaßrcgeln sind aufgehoben worden. Betr.: Schweinerotlauf zu Hungen; hier: unter bem Schweinebestand des Heinrich Seibert VII. zu Hungen. Die über das Gehöft des Heinrich Seibert VII. zu Hungen verhängte Sperre ist aufgehoben worden. Die unter dem Schweinebestand des Christoph Koch zu Birklar auSgebrochene Rotlaufseuche ist erloschen Die angeordneten Sperrmaßregeln find aufgehoben worden. Die unter dem Schweinebestand des Christian L e i d i ch IV. zu Grüningen auSgebrochene Rotlaufseuche ist erloschen. Die angeord. eten Sperrmaßregeln find aufgehoben worden. Die unter dem Schweinebestand des Konrad Mom- berger II. zu Münster auSgebrochene Rotlaufseuche ist erloschen. Die angeordneten Sperrmaßregeln sind aufgehoben worden. Der in dem Gehöft deS Konrad Wagner zu Muschen- heim ausgebrochene Nau sch brand ist erloschen. Die angeordncten Sperrmaßregeln find aufgehoben worden. Der unter dem Rindviehbestand zu Lich auSgebrochene Schcidenkatarrh ist erloschen. Gießen, den 5. November 1906. Großh. Kreisamt Gießen. I. 23.: Herberg. Gießen, den 5. November 1906. Betr.: Das Schulinoentar und die Lehrinittel. Die Großh. Kreisschulkommisswu Gieren au die Schulvorstände des Kreises. Wir erinnern Sie an Erledigung unserer Verfügung vom 30. September 1906. I. 23.: Herberg. Aus Anlaß der AleischLeuerung fand an: Montag in Berlin eine sehr zahlreich besuchte außerordentliche Vorstandssitzung des deutschen Städte- tags unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Kirchner statt. Nach sehr langen Erörterungen wurde beschlossen, von der Einberufung des deutschen Städtetages Abstand zu nehmen, dagegen an den Reichskanzler und den Reichstag eine Petition zu richten, in der gesagt werden soll: Tie Versicherung, daß die Fleischnot beziehungsweise Fleisch- Verteuerung nur vorübergehend sein werde, habe sich leider nicht eriüllt. Dagegen sei die schon vor zwei Jahren vom Deutschen Städtetag ausgesprochene Vesürchtung, daß die Fleischprcise sich nicht vermindern, sondern noch mehr steigen werden, in Ersüllung gegangen. Angesichts dieser Tatsache sollen der Reichskanzler und der Reichstag unter Einbringung geeigneten Materials ersucht werden, schleunigü unter Beobachtung der sanitären Maßnahmen die Grenzen für d i e V i e h e i n s u h r zu offnen und die F l e r s ch z ö l l e vorläufig a u f z u h e b e n. Die Stadt Charlotten bürg läßt in Seegefeld eine Schweinemästerei von riesiger Ausdehnung errichten. Es sollen darin Tausende von Schweinen gehalten werden. Durch Einrichtung des getrennten Abfuhrsystems sollen die Küchenabfälle der Haushaltungen ausgeschieden und zur Schweinemast verwendet werden. Die städtischen Kollegien Hannovers richteten in Sachen der Fleischnot eine gemeinsame Protestkundgebung an die Staats-Regierung. Die Vertreter dec in der badischen Städteordnung vereinigten Städte des benachbarten Großherzogtruns beschlossen, an die Landes- und Neuhsregierung eine gemeinschaftliche Fleisch-. teucrungs-Petition zu richten, in welcher auf den Ernst der Lage aufmerksam gemacht und die Wünsche zu ihrer Aenderung niedergelegt werden sollen. Derartige Nachrichten gehen uns täglich in stattlicher Anzahl zu. Man sieht, die deutschen Städte sind wieder un- Nlhig geworden. Ein freikonservatives Agrarierblatt spricht angesichts dessen von demagogischen Umtrieben und sieht in nicht allzuweiter Ferne die Flammenzeichen der Revolution leuchten. Wir erinnern uns aus den Jahren 1901 und 1902, daß - gerade die Freunde dieses kons.-agrar. Blattes in noch viel lebhafteren Ausdrücken sich gegen die Regierung wandten. »cra—■um ii 11 ........... Es hat da im Zirkus Busch in Berlin Vorstellungen gegeben, an denen man, wie auch am Sonntag in der Nationalliberalen Landesversammlung zu Darmstadt, in der Tonart deS alten Herrn v. Ticst-Daber epigrannnatische Acußerungcn zum Besten gab von solcher Prägnanz wie „Tie Minister können uns sonst was!" Und, gleichfalls L la Darm- stadt, kündigte man damals nicht nur der Regierung, sondern auch dem Monarchen die Treue für den Fall, daß nicht die hohen Getreidczölle kämen, für den Fall, daß nian nicht der unbeschränkten Vieheinfuhr mit einem scharfen Verbot für immer Schranken setzte. Die konserv.- agr. Revolution von damals ist in dem Augenblick verstummt, da im Reichstag die hohen Zollsätze und die Beschränkungen dec Vieheinfuhr beschlossen wurden. Wie nun damals nicht ländliche Reisige mit Dreschflegeln und Sensen gen Berlin vor die Ministerpalais gezogen sind, so werden auch die Städter sich mit scharfen "Reden und papicrnen Protesten begnügen — das 9Resultat dieses Kampfes wird von dem der Agrarier freilich bedeutend abweichen. Denn während der Bund der Land- wirte erzielte, was er wollte, werden die Stadter vermutlich noch lange um die Aufhebung der Grenzsperre ersuchen müssen, wenn fie ihnen überhaupt je gcwährt wird, obwohl heute gar Vieler Gehälter und Löhne nicht mehr hinreichen, die nötigsten Levensbedürfnisse zu bestreiten. Wenn die Reichsregierung es darauf angelegt hätte, der Sozialdemokratie im nächsten Reichstag die absolute Majorität zu verschaffen, sie könnte dieses Ziel nicht besser und erfolgreicher propagieren, als sie cs jcfct tut. Die preu^. Rc^ceru.lg meint wunder was sie tut, wenn sie eine Viehzählung veranstaltet. Du lieber Himmel! Von der Konpatierung, daß es in Preußen wie im Reich zu wenig schlachtreifes Vieh gibt, wird man nicht satt, und außerdem weiß man das schon lange. Freilich gewinnt man Zeit, und das ist der Zweck der Uebung. Uns dünkt, man rechnet in maßgebenden Kreisen damit, daß sich in kurzer Frist die Preife wieder etwas herabmindern, aber dieser Glaube wird wohl kaum allaemein geteilt werden können. Aber die Loyalität des Bürgertums ist auch in schwierigen Ze.iten fest uild unerschütterlich. Und wenn man jetzt auch von Verdrossenheit sprechen muß, von revolutionärer Gesinnung ist natürlich keine Spur wahrnehmbar. Trotzdem sollte man sich hüten, den Bogen allzustrasf zu spannen. Glicht Revolution, wohl aber eine erhebliche ^tärcung der Opposition steht bevor, die der Reichsregierung höchst unbequem werden dürste. politische Tagesscharr. —tt.— Berlin, 5. Nov. Ueber die Krisengerüchte spricht sich die „Nordd. Allg. Ztg." nicht mit einem Wort aus. Das Drgaii der Regierung dementiert nicht einmal die von allen Seiten heranschwirrenden Meldungen, die mit Herrn v. P o d b i e l s k i auch den Fürsten Bülow von Herrn v. Lucanus erfaßt sehen. Gestern hielt das „Bert. Tagebl." den Zeitpunkt für den Rücktritt des Kanzlers gekommen; heute abend nimmt es an, daß die Möglichkeit einer Kanzlerkrisis in den Hintergrund getreten sei. Die Möglichkeit hat überhaupt noch nicht im Vordergrund gestanden, sie braucht also nicht erst in den Hintergrund zu treten. Herr v. Lucanus hat heute dem Kaiser Vortrag gehalten, jedenfalls über seinen gestrigen Besuch bei Herrn v. Podbielski. Ob diese „Konferenz", wie die dem preußischen Landwirtschaftsminister gewogenen Zeitungen das Erscheinen des Chefs des geheimen Zivilkabinetts benamsen, „nur einer in das Ressort des Land- wirtschaftsministers fallenden Personeufrage" gegolten hat oder ob Herr v. Lucanus dem Kaiser Bericht erstatten sollte, wie Herr v. Podbielski über Gehen oder Bleiben denkt, muß sich ja bald Herausstellen. Das „Berl. Tagebl." schreibt, Herr v. Podbielski sei in der Tat ernstlich trank. Dagegen kann die „Tagesztg." feststellen, daß der Gesundheitszustand des Ministers zwar manches zu wünschen übrig lasse, aber zu schweren Besorgnissen keinen Anlaß gebe. Selbstverständlich wünschen die Agrarier Herrn v. Pod- bielski so lange wie irgend möglich dem Amt zu erhalten, und darum wird von dieser Seite das Befinden des Ministers günstig geschildert, während aus der oppositionellen Seite das Bestreben waltet, Herrn v. Podbielski als einen Mann hinzuftellen, für jetzt und künftig körperlich unfähig, die Geschäfte fernes Ressorts zu führen. Dre Wahrheit ist, daß Herr v. Podbielski schon mit schlimmeren Anfällen seines Leidens zu tun gehabt und dank seiner erstaunlichen Elastizität sich rasch wieder erholt hat. In diesem Falle kommt es daraus an, ob Herr v. Podbrelski den Rücktritt vorzieht einer zweifellos sehr lebhaften Auseinandersetzung mit seinen Gegnern im Parlament. Wenn die „Tagesztg." Recht hat mit ihrer Behauptung, daß gegen die Fleisch t euerung vor dem Ergebnis der außer- ordentlichen Viehzählung in Preußen — d. h. also nach Monaten! — keine besonderen Maßregeln getroffen werden sollen, dann wird Fürst Bülow als leitender Staatsmann auf einen ebenso scharfen Angriff sich einrichten können. Der französische Ministerpräsident Clemencean gab am Montag in der Kammer eine große ministerielle Erklärung ab, in der es u. a. folgendermaßen heißt: Die Regierung sei ein Spiegel der nationalen Vertretung. Dem entsprechend ist Ihnen liniere auswärtige Politik bereits befannt, denn bet den Wahlen hat das Volk feine Wünsche, den F c i e d e n a u f r e ch t zu erhalten, und auch die Fortsetzung des republikanischen Regimes zu sehen, ausgesprochen. Man könne swlz darauf Hinweisen, bar seit dem 3ö jährigen Beftehen der Republik kein Augenblick Grund vorhanden gewesen ist, Frankreich ernstlich zu beschuldigen, den europäischen Frieden bedroht zu Hadem Diese Politik wollen wir auch jetzt befolgen. (Dreier Teil der ministeriellen Erklärung wird mit lebhaftem Beifall und Begrünung des Kabinettschefs ausgenommen.- Clemenceau erklärt dann weiter angesichts der Tatsache, daß der Weltfriede auf Wajfeugehalt beruhe, wäre es unklug, die S t r e r t - kräfte zu verringern, andererseits beabsichtigedas Kabinett das gute Einvernehmen mit den anderen Mächten und die bestehenden Allian- Verträge aufrecht zu erhalten, die im Interesse des Friedens getroffen seien. In Bezug auf die innere Politik befürwortete der Kabinettchef das Programm der demokratischen Regierung. Das Programm umfaßt weiter einen Gesetzentwurf betreffend die Abschaffung der Kriegsgerichte. In Bezug auf die Wahl will die neue Regierung die Erweiterung des Wahlsystems einsühcen. Die Verweltlichung der Schulen ist demnächst fast überall beendigt. WaS die religiöse Politik betrifft, so soll das Trennungsgesetz ohne Schwäche durchgesührt iverden und wenn nötig, neue diesbezügl. Gesetze cingcbracht werden. Durch die Gründung eines Arbeitsministeriums wird beabsichtigt, eine größere Gerechtigkeit betreffs des allg. ©timinrcdjlcd eintreten zu lassen. Die Regierung ist entschlossen, das Arbeiterpensionsgesetz zu verwirklichen. Die Gesetze Über Ärbeitersyndikate sollen Derbenert werden und die Regierung wird die Versammlungsfreiheit beantragen, aber die Arbeiter zu der Ausübung ihrer Pflichten anhalten. Weiter soll ein neues Gesetz angekündigt werden, das die Regierung ermächtigt, schlecht verwaltete Gruben zu übernehmen, und Maßnahmen zum ausgedehnten Schutz der ^Arbeiter zu treffen. Ferner kündigt das Programm verschiedene Reformen an, die der L a n d w i r t f ck a s t zugute kommen sollen. ^.Lebhafter Beifall.) Hierauf findet die Abstimmung zur Tagesordnung statt. Die Erklärung der Regierung wird mit 895 gegen 96 Stimmen angenommen. Im Senat wurden dieselben Erklärungen verlesen und gleich- älls mit großem Beifall angenommen. Die Telefunkcnkonferenz. Nach mehrwöchentlicher Tauer ist in Berlin, wie wir meldeten, die internationale Konferenz betreffend die drahtlose Telegraphie geschlossen worden. Es ist auch gelungen, eine Konvention abzuschließen, welche von sämtlichen beteiligten Mächten unterzeichnet worden ist, während nur England und Italien ihre Zustimmung unter Vorbehalt und unter Wahrung der mit der Marconigesellfchaft geschlossenen Verträge unterzeichnet haben. Obwohl es sich bei dec Regelung der Materie um eine in der Hauptsache wirtschaftliche Frage handelt, so hat doch die Angelegenheit auch ihre politische Seite. Die Anregung zu der Konferenz ist von Deutschland auögegangen und obwohl sonst eine von Deutschland ausgehende Aufforderung zu internationalen Konferenzen nicht mehr sehr bereitwillig ausgenommen worden ist, so kam man diesmal der Einladung gern entgegen, weil man allgemein em Bedürfnis nach einheitlicher Regelung der Frage empfand. Nur in England und Italien war man nicht besonders erbaut, aber hier waren es weniger die Regierungen als die den Marconigescllschaften nahestehenden Kreise, welche eine Schädigung der eigenen Interessen befürchteten; von dieser Seite gmg auch eine deutschfeindliche Agitation aus, welche die Frage auf das politische Gebiet hinüberspielte, eine Hetze, die in gewissen Blättern einen stacken Rückhalt fand. Allerdings fehlte es an der Themse nicht an einsichtigen Stimmen, welche das deutsche Vorgehen als berechtigt anerkannten und der englischen Marineoerwaltung den Vorwurf machten, daß sie sich durch allzu übereilten Abschluß mit der Marconigesellfchaft die Hände gebunden habe. Nun lag es aber nicht in der Absicht Deutschlands, durch die Konferenz die Bevorzugung irgend eines Systems, speziell des deutschen Systems Slaby, durchzusetzen, vielmehr sollte auf dem Konferenzwege ein Modus gefunden werden, damit die verschiedenen Systeme sich gegenseitig bei der Nachrichtenübermittlung unterstützen und so einen Ausgleich herbeiführen, um einen internationalen drahtlosen Verkehr zu ermöglichen. Es verdient heroorgehoben zu werden, daß man von einer Seite, wo uns sonst die größten Schwierigkeiten gemacht werden, sich rückhaltlos auf den deutschen Standpunkt stellte, nämlich außer der Unionregierung auch seitens Frankreichs. Aber selbst Großbritannien lenkte schließlich ein, indem es den Telegtammaustaufch von Schiff zu Land gestattete, allerdings mit der Beschränkung, daß in dem Lande, wo die einer Privatgesellschaft gehörenden Küstenstationen die Telegrammbeförderung ablehnen, die Negierung berechtigt ist, in dem betreffenden Gebiete Stationen zur Telegrammbeföcderung entweder selbst zu errichten oder errichten lassen. England ivill sogar auch anderen Gesellschaften als den Marconischen gestatten, Küstenstationen zu errichten. Dagegen hat Italien die Unterzeichnung der Konvention vollständig verweigert. Mag auch für diese Negierung infolge der vorliegenden Verträge eine gewisse Behinderung Vorgelegen haben, so muß man doch sagen, daß gerade Italien trotzdem Ursache gehabt hätte, eine etwas entgegenkommendere Haltung einzunehmen, um nicht erneut den Anschein zu erwecken, als ob es mit seiner Bündnisgeneigtheit nicht weit her sei. Wäre man aufrichtigen Herzens dabei gewesen, so hätte die italienische Regierung versuchen müssen, eine Abänderung ihres Vertrages herbeizuführen und bei etwas Energie wäre ihr das gelungen. Andernfalls hätte die ital. Negierung eine Beteiligung überhaupt ablehnen sollen, mit der Erklärung, daß es ihr unter zwingenden Verhältnissen unmöglich sei, sich an der Konferenz zu beteiligen. Wenn trotz der Haltung Italiens die Konferenz ein befriedigendes Ergebnis gezeitigt hat, so ist das, wie mit Recht offiziös heroorgehoben wurde, der loyalen und werktätigen Mithilfe der Delegierten zu verdanken, ivelche damit anerkannten, daß dem Vorgehen Deutschlands feine selbstsüchtigen Interessen zu Grunde liegen. Wir können uns dieses Erfolges, angesichts des sonst allenthalben gegen deutsche Maßnahmen herrschenden Mißtrauens, doppelt freuen. Aus dem Lager der hessischen Jnngliberaleu. in Darmstadt erhielten wir l/uiite den Wortlaut der klärung des Finanzamtmanns Bangel, Vorsitzenden deS Zunglib. Vereins in 2 rrmstadt, die dieser auf der Protestversammlung der nationallweralen Landespartei zu Darmstadt gegeben hat. Wir haben gestern schon in unserem aus- führlichen Bericht ermähnt, daß Vtzrtvnnderlicherlpcise auch der Jungliberalp Verein zu Darmstadt die Bestätigung Eißnerts „für eine bedenkliche Erscheinung" hält. Bemerkenswert aber sind folgende Schlußsätze der Bangelscheu Rede: In den letzten Tagen sind in der Presse (gemeint ist der „Gieß. Anz.") Artikel erschienen, denen zufolge man darauf ausgehen WM, unser h e s s i s ch e s l i b e r a l c s M i n i st e r i u m z u st ü r - zen. Ich bin ermächtigt zu erklären, daß wir dies nie und nimmer mitmach en werden und zwar nicht etwa nur um der Person der Minister, als' um der Sache willen, die sie vertreten. Wir bedürfen eines liberalen Ministeriums in Hessen dringend im Hinblick auf grundlegende zeitgemäße Reformen, wie die direkten Wahlen zum Landtag und die Gemeindesteuerreform. Ich bin des weiteren ermächtigt, der Hoffnung und Erwartung Ausdruck zu geben, daß man in Zukunft auch dann, wenn sich rückschrittliche Tendenzen bei uns geltend machen bezw. überhand zu nehmen drohen, eim Landesproteftversammlmrg ciuberufe, damit wir auch nach rechts die Grenzen ab st ecken, wie wir dies heute nach links tun. Wir sind hierzu unseres Erachtens verpflichtet auf Grund des Programmes der nationallibcralen Partei", ferner auf Grund der Resolutionen, die auf den nationalliberalen Parteitagen in Goslar und Eisenach beschlossen wurden, und schließlich weil wir nationalgesinnte Männer mit liberaler Weltanschauung sind und bleiben wollen." Das Programm der nationalliberalen Parte: fordert bekanntlich von den Angehörigen der Partei: „Entschlossene Abwehr aller reaktionären und aller radikalen Tendenzen" und eine Resolution vom Goslarer Parteitag lautet: „Der Vertretertag fordert die nationalliberale. Wählerschaft auf, in Uebercinstimmung mit den Eisenacher Resolutionen unter vollster Wahrung des nationalen Standpunktes die liberalen Forderungen der Partei mit Entschiedenheit zu vertreten und ihnen zum Siege zu verhelfen." Der Jungltberale Verein zu Darmstadt hat also die liberalen Forderungen leider nur halb erfaßt und halb vertreten. Während die Darmstädter Blätter (Darmft. Tägl. Anz., Neue Hess. Volksbl. und Dannst. Tgbl.) der nationalliüeralen Protestversammlung Berichte , von 2—5 Spalten widmen, die fr: ' Versammlung dagegen mit durchschnittlich knapp einer Spalte abtun, erledigt die Darmst. Ztg. die An- gelegenheit in ganzen 28 Zeilen. Dcrgegen widmet sie der freis. Landesversammlung etwa eine Spalte. Das ist auch ein charakteristisches Zeichen der gegenwärtigen politischen Lage und der Darmstädter Preßverhältnisse. Deutscher Reich. Potsdam, 5. Nov. Heute abend sand bei den Majestäten Tafel statt, an der unter anderen teilnahmen der Herzog und die Herzogin von Sachsen-Koburg, Prinz und Prinzessin Karl von Hohenzollcrn, Prinz Ernst zu Sachsen- Altenburg, Prinz Hermann von Sachsen-Weimar, der Kronprinz und die Kronprinzessin, Prinzessin Eitel Friedrich, die Minister Graf Posadowskh und v. Einem und die Staatssekretäre v. Tirpitz und v. Tschirschkp. — Zu einem Artikel der „Tägl. Rundsch.", welcher berichtet, daß mit der Firma v. Tippelskirch u. Co. fortgesetzt Verhandlungen geführt werden, die dahin gehen, die genannte Firma zu verstaatlichen, erfahren wir von zuverlässiger Seite, daß die im Mai begonnenen Verhandlungen mit vcr Firma fortgesetzt werden im Sinne der Reichstagsresolution, welche darauf abzielt, sämtliche über ein Etatsjahr sich erstreckenden Lieferungsverträge aufzulösen. — Eine Anzahl von Beamten der Militärverwaltung erhält infolge einer Kabinettsordre neue Ab- zeichen für Epauletten und Achsel st ücke. Vom polnischen Schulstreik. Am 4. d. M. sollte in dem posenschen Städtchen Mosch in eine von polnischer Seife einberufene politische Versammlung stattfinden, die jedoch polizeilich verboten wurde. Reichstagsabg. Chlapowski versuchte nunmehr im Freien die Menge anzureden, was ebenfalls nicht gestaltet wurde. Trotzdem kehrte Chlapowski gleich darauf in einem Wagen zurück und versuchte nochmals, eine Ansprache an die Menge zu halten. Die Polizei inhibierte auch dieses, woraus die Menge die Polizei tätlich angriff, sodaß diese sich gezwungen sah, von der blanken Waffe Gebrauch zu machen. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Kardinal-Fürstbischof Popp in Breslau hat in der Angelegenheit von zehn Geistlichen in Schlesien einzuberufenden Volksversammlungen, die, sich mit dem Schulstreik befassen sollten, dem Hauptbeteiligten Skowronski es zur Pflickch gemacht, das Komitee aufzulöscn und den Wunsch ausgesprochen, daß die Versammlungen unterbleiben. Darauf gab die Geistlichkeit bekannt, daß das Komitee aufgelöst sei und die Versammlungen nicht statt fänden. In oberschlesifchen Polcnkrcisen herrscht deshalb große Erregung. FiusKschcs. Wie Petersburger Blätter melden, wurde der Kommandeur des 35. Infanterieregiments in Nowgorod, Oberst Boscheranow, bei einer Felddienstübung durch einen Scharfschuß verwundet. Dem General Stössel, der ohne Pension verabschiedet worden ist, wurde im Gnadenwege ein monatliches Rn he- gehalt von 125 Rubel bewilligt. Der Petersburger Stadthauptmann gibt bekannt, daß den jüdischen außerordentlichen Herren der Universität keine Aufenthaltsscheine mehr verabfolgt werden. Deren Ausweisung stehe bevor, die Kollegiengelder würden ihnen zurückgezahlt. In Helsingfors wurden aus dem Eisenbahn-Kassenzimmer 7 4 000 fi nische Mark geraubt. Man verfolgte die Räuber und nahm zwei von ihnen fest. Das gestohlene Geld wurde bei ihnen aufaefunden. Ausland. London, 5. Nov. Die Hafenbehörde in Cowes ist angewiesen worden, eine Boje für die Jacht „Hohenzvllern" neben der Boje für die königliche Jacht zu reservieren, da der Besuch Kaiser Wilhelms zu der im nächsten Jahr stattfindenden Regatta zu erwarten sei. Rom, 5. Nov. Ter „Popolo Romano" sieht in Tschirschkys Unterredung mit dem König und dem Minister des Aeußern und in dem überaus herzlich gehaltenen Notenaustausch zwischen diesem und Goluchowskys Nachfolger ein beredtes Zeichen dafür, daß die Richtung der italienischen Politik die alte bleiben, der Dreibund sich aber nach der ö st e r r e i ch i s ch e n Seite hin i n n i g e r und kräftiger ausgestalten wird. Dessen freue sich das italienische Volk herzlich und darum hoffe es auch, die guten Vorsätze des Freiherrn von Aehrenthal und Tittonis bald zur Tat werden zu sehen. W i e n > 5. Nov'. Das A b'g e o r d n e t e n h a u s begann mit der Beratung des Dringlichkeitsantrages auf sofortige Vornahme der zweiten Lesung der Wahlreform. Schönerer wirft den Deutschen in den heftigsten Ausdrücken schamlosen Volksverrat vor, weil sie für eine Vorlage einträten, welche das Deutschtum schädige, den Slaven Vorteile zuwende und ihren Ursprung der „Koalition des Judentums mit dem Pfaffentum" verdanke. Budapest, 5. Nov. Der Jmmunitätsausschuß des Abgeordnetenhauses beschloß, den früheren Justiz- Minister Ploß in den Anklage zu st and zu versetzen, weil er die Einleitung eines strafrechtlichen Verfahrens gegen jene Abgeordneten angeordnet hatte, die an der Zerstörung von Einrichtungsgegenständen im Abgeordnetenhause teilnahMen, wodurch er die Immunität dieser Abgeordneten vorletzte. Der Schuster-Hauptmann von Köpenick. Dee Köpenickcr Hauptmann macht übrigens auch anderwärts Schule. So kam in Hanau ein Taglöhner auf den eigenartigen Gedanken, die Rolle des „Hauptmann? von Köpenick" zu spielen. Am Samstag abend warf er sich in Offiziersuniform und suchte mehrere Wirtschaften auf, wurde aber, da er sich über den Erwerb der Uniformstücke nicht auszuweisen vermochte, eingesteckt. Ec trug einen Jnfantcrie- helm, einen noch sehr gut erhaltenen, mit der Regiments- nummer 166 versehenen Infanterie-Ofsiziersüberrock, der innen die Firma Ed. Kühne, Erfurt, enthielt, sowie einen Kavallerie- Offizierssäbel mit etwas abgetragener, silberbesetzter Koppel. Ein Anonymus machte sich heute den kindischen Scherz, ein dummerweise an uns gerichtetes Tclcgrannnformular zu der schlecht erfundenen Nachricht zu mißbrauchen, daß der Schuster Voigt soeben gestorben sei. Ein witzigerer anonymer Spaßvogel sandte uns folgendes nicht üble Tischlied: Der Hauptmann von Köpenick. Melodie: Ich bin der Doktor Eisenbart. Herr Hauptmann A la Eisenbart, Valleralleri juchhei! Nach Köpenick tritt an die Fahrt, Valleralleri juchhei! Ging dort zum Rathaus, hört, o Graus, Valleralleri juchheirassa! Schmeißt flugs den Bürgermeister 'raus. Valleralleri juchhei! Als Zweiter folgt der Herr Rendant, Valleralleri juchhei! 's ist kaum zu glauben, diese Schänd', Valleralleri juchhei 1 Ganz stillvergnügt schreibt hinterdrein Valleralleri juchheirassa! Der Hauptmann, denn der Sieg ist sein. Valleralleri juchhei 1 Er kommandieret nach der Tat Valleralleri juchhei! Die Grenadier' nach seiner Art, Valleralleri juchhei! Gehorchend seinen: Heldenblick Valleralleri juchheirassa! Marschier'n sie nach Berlin zurück — Valleralleri juchhei! Doch schnell die Polizei fing ein Valleralleri juchhei! Den edlen Feldherrn Knickebein, Valleralleri juchhei! Sehr stolz er war aus seine Mütz', Valleralleri juchheirassa ! Ob die Kokarde auch nichts nütz'. Valleralleri juchhei! Just eine weise Lehre wir Valleralleri juchhei! Aus dieser Sache ziehen hier, Valleralleri juchhei! Denn die Moral von der Beschicht: Valleralleri juchheirassa! Trau einem Schuster-Hauptmann nicht! Valleralleri juchhei l Gießen. A. W. 15 0 000 Mark für den „Hauptmann von Köpenick" sind von einem Manager der Berliner Polizei geboten worden. Der Unternehmer wollte sich verpflichten, den „Hauptmann" nach drei Monaten wieder zurückzubringen, außerdem die Kosten für die dauernde Ueberwachung durch Kriminalbeamte zu tragen, sowie den Gauner zu allen Terminen rechtzeitig vorzuführen. Auch dem „Helden" selbst hat der Unternehmet' eine ansehnliche Summe zugcsichert. Selbstverständlich hat die Polizei das Anerbieten abgelehnt. — Die Untersuchung gegen Voigt führt der Untersuchungsrichter Dr. Nothardt vom Landgericht II in Berlin. In dessen Gegenwart hielten die Rechtsanwälte Dr. Schwindt und Bahn mit dem Angeklagten die erste einstündige Konferenz ab, nachdem die Direktion des Untersuchungsgefängnisses erklärt hatte, daß der gegenwärtige Gesundheitszustand des Voigt dies zu- lasse. Voigt ist, wie verlautet, geistig recht rege und drückt sich gewandt aus. Allerdings hat er die Schule in Tilsit bis zur Tertia besucht. Körperlich macht er den Eindruck eines stark mitgenommenen Mannes, dessen eingefallene Wangen und gelbliche Gesichtsfarbe auf das Vorhandensein eines Leidens schließen lassen. Als Kuriosum und zum Be-- iveise, welches Interesse alle Schichten der Bevölkerung dem „Hauptmann" entgegenbringen, sei registriert, daß den Verteidigern von verschiedenen Stellen kleine Geldbeträge, von mehreren Damen bei einer Sammlung aber sogar 47 Mk. zur besseren Verpflegung zugewendet worden sind. Die Voruntersuchung dürfte voraussichilich längere Zeit nicht in Anspruch nehmen. Hauptsächlich wird es sich um die Prüfung der Frage handeln, ob Voigts Aburteilung vor der Strafkammer oder vor dem im Dezember zusammentretenden Schwur- gericht stattfinden soll. Aus Stadt und Land. Gießen, 6. Nov. 1906. * * Personalien. Durch Beschluß des Großh. Ministeriums des Innern wurde der Großh. Negierungsassessor Dr. Ernst Goertz in Friedberg mit Wahrnehmung der Geschäfte eines Feldbereinigungskommisiärs für den Kreis Büdingen beauftragt. • • Die Rettungsmedaille wurde von Sr. Kgl. H. dem Groß Herzog dem Schiffer Nikolaus Adler V. in Gernsheim verliehen, der am 14. Juli d. Js. einen Knaben vom Tode des Ertrinkens rettete. • • Die Rembrandt-Aus st ellung des evangel. Arbeitervereins im Konfirmandensaal, Liebigstraye, war gut besucht. Den Mittelpunkt bildete die schöne Rembrandt- feier am Nachmittag. Eine weihevolle Stimmung brachte das Zusammenspiel auf Klavier und Harmonium der Herren Reutamtmanu Schäfer und Mnsiklehrer Gernhardt. Sie boten als Einleitung Beethovens Adagio aus dem G-dur-Trio und schlossen die Feier wirkungsvoll ab mit einem Andante von Mendelssohn. Dazwischen hielt Professor Dr. Sauer einen gehaltvollen Vortrag, der leicht verständlich für alle Zuhörer war. Der Redner beantwortete zunächst die Fragen Was sind für uns Nichtkunstler die Künstler; was sind uns die Künstler der Gegenwart und was die früherer Jahr- lunderte. Auf Rembrandt übergehend beleuchtete der Vortragende in kurzen Zügen die Lage in Deutschland und Holland zu Lebzeiten Rembrandts, die Verhältnisse, aus denen dieser hervorgiug und sein tragisches Lebensschicksal. Sodann zeigte | er an Hand dec ausgestellten Bilder die Entwickelung Nein- brandts als Künstler von seiner Jugendzeit an. Die Anwesenden erfuhren, aus welcher Veranlassung die einzelnen Bilder entstanden sind, was sie besagen wollen, worin die Eigenart dec Gemälde, Zeichnungen und Radierungen Rembrandts besteht, und in welcher Hinsicht der genannte Künstler unerreicht geblieben ist. Mit Beantwortung der Frage: Was ist uns Rembrandt, was ist er für die Gegenwart? schloß der Redner seinen klar gezeichneten, vorzüglich ausgeführten Vortrag. Die Ausführungen des Redners hatten bewirkt, daß Rembrandt und seine Hauptwerke auch den, einfachsten Zuhörer innerlich nahe gebracht waren. Manchen der Anwesenden erschienen jetzt die Bilder als neue Bekannte, sie nahmen päter Gelegenheit, die Ausstellung nochmals zu besuchen, die Darstellungen eingehend zu betrachten und sich in die Einzelheiten zu versenken. Freude an den Schönheiten der Natur ist Jedermann zugänglich, der Sinn dafür besitzt. Nicht so^ war es bisher mit den Darbietungen der Kunst. Speziell im Bilderbetrachten fehlt zumeist noch die Uebung, bis vor kurzem auch die Gelegenheit. Erst die neuere Technik bringt uns gute Reproduktionen von Kunstwerken zu billigen Preisen. Sachkundige Anleitungen wie z. B. der Vortrag von Prof. Dr. Salier soffen Freude an der Kunst Jedermann finden, bei dem natürliches Gefühl dafür vorhanden ist. • * Die Landwirtschaftskammer wird, wie uns alls Darmstadt drahtlich gemeldet wird, am nächsten Freitag, den 9. d. M., 311 einer kurzen Taglmg zusammentreten. * * G est 0 h l e n. Gestern abend wurde in der Bahnhof- 'traße hier ein Fahrrad gestohlen. Der Täter, ein junger Bursche Namens Theis, wurde in Butzbach vom Gendarmerie-Wachtmeister angehalten und heute morgen mit dem Rad beim Großh. Polizeiamt hier abgeliefert. * * Im Adamsk0stüm. Am Samstag brachte nach de»u „Franks. Gen.-Anz." ein hessischer Gendarm einen zu önf Jahren Zuchthaus verurteilten Mann nach Frankfurt, um mit dem ersten Zuge nach Butzbach weitcrznfahren. Dort öllte der Verurteilte die fünf Jahre „abmachen". Während des Aufenthalts wurde der Sträfling in die Arrestzelle des Hauptbahnhofs gesteckt, um ein Entweichen zu verhindern.^ Als nach etwa einer Stlmde der Gendarm den Mann abholen wollte, präsentierte sich dieser seinem Begleiter int schönsten Adamskostüm. Seinen Anzug hatte er in lauter kleine Stücke zerrissen. Dem Gendarnt blieb nur übrig, für den Sträfling einen alten Anzug bei einem Trödler zu kaufen. Mit diesem angetan, die Hände geschlossen, ging die Fahrt nach Butzbach weiter. t Steinberg, 6. Nod. Am vergangenen Sonntag hielt der Turnverein Steinberg „Gut Heil" sein erstes Ab turn en ab. Nach der ersten Uebung verlas der Vorsitzende die Satzungen und hielt eine Ansprache, die mit dem Gelöbnis der Pflege vaterländischer Gesinnung und mit einem Gut Heil auf die Deutsche Turnerschaft endete. Die turtterisch.en Leistungen des Vereins, der ersts im August d. I. gegründet wurde, waren befriedigend. Sehr lobenswert waren die Pyramiden, die abends am! Lukherberg unter bengalischer Beleuchtung gestellt wurden. Möge der Verein, der jetzt 85 Mitglieder zählt, weiter blühen und gedeihen. Der zweite Teil des Programms wurde durch eine gut besetzte Tanzmusik in dem Saal zunt grünen Baum ausgefüllt, die die hiesigen sowie die auswärtigen Turner bis zur frühen Morgenstunde zusammenhielt und, bestens verlief. k- Aus der Wetterau, 4. Nov. Goldene Hochzeit feierten heute Landwirt M. Jung und seine Ehesratt geb. Schepper in Hochweisel; gleichzeitig feierte ein Enkel des Paares sein Hochzeitsfest. DaS Jubelpaar erfreut sich noch bester Gesundheit. Die ganze Gemeinde nahm Anteil an der kirchlichen Feier. — In Nieder-Weisel starb die älteste Einwohnerin, Witwe Häuser, 85 Jahre alt. Daselbst verschied auf dem Felde infolge Herzschlags der junge Landwirt Bill. — In Holzheim brannte die Hofraite des Landwirts Zeiß nieder. h. Frankfurt a. M., 5. Nov. Der Schutzmann Bischoff vom Polizeirevier am Geistpförtchen wurde infolge einer Verwechselung in der letzten Nacht von Zuhältern überfallen und mit einem Schlagring, sowie durch einen Messerstich in den Kopf schwer verletzt. Der Schutzmann hatte Zivilkleider an und war außer Dienst. Der Uebersall galt den, Schutzmann Velletat. Der Haupttäter ist der Tagelöhner Julius Benkner, der verhaftet wurde. Bingen, 5. Nov. Eine greuliche Totschlagsaffäre ist heute nacht gegen 12 Uhr im Gasthaus „Zur Stadt Mainz" vorgckommen. Ein auf dem Dampfer „Stadt Straßburg" und ein auf dem Schiff „Cokonia VII" beschäftigter Matrose trafen zusammen. Der erstere schien dem anderen, einem Schweizer, etwas nachzutragen. Es entstand ein Streit, wobei der erstere dem anderen ein Messer in den Unterleib stieß. Der Gestochene, ein Mann im Alter von 26 bis 28 Jahren, blieb sofort tot. Der Täter hat die Tat bereits eingestanden und wurde verhaftet. Das Meffer, mit dem er die Tat verübte, ist ein gewöhnliches Taschenmesser. (Frkf. Gen.-Anz.) ♦* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. Ein Artillerie-Offizier aus Mainz wollte mit einem Fuhrwerk von Budenheim nach Gonsenheim fahren. Die Pferde gingen durch und der Wagen zerschellte an einer Straßenkreuzung. Ter Offizier und der Kutscher wurden aus das Straßenpflaster geschleudert. Ersterer wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. — Georg Greb III. zu Eichen- r 0 d wurde als Bürgerineister wiedergewählt und bestätigt. — Wilhelm Löffler von E i ch e l s d 0 r f ist als Beigeordneter gewählt und bestätigt worden. — JnDorn-Asscnheim hat sich ein Turnverein gebildet, der unter der Leitung des Lehrers Roth steht. Ter Verein will sich dem Turngau Hetzen anschließen. — Durch den niedrigen Wasserstand wurde bei Kostheim der Rest einer Pfahl brücke bloßgelegt. Der klerne Wasscr- stand erlaubt es, die nötigen Feststellungen zu machen.. d-r h, Äb Miet; ' b,t 8t6gt: *4B*& S^-^L WM. g0?en Nt ■bit Mii,iu"l,j,t'9ki lugtnbieit J £ **ng bit®“9,n- ‘Äräft ä'£“Ä> V"" «»Mita 3„, *"Isr i“ itachn bit bii 6i* in to-0"^-n b" 3l6lllt * bqthb MP 1,; ?bt‘M. 6WitIini 'eUe6unj,bl51)otf cutrc ^chnik bringt im§ !t‘e.n billigen Preisen. - der Vortrag von Pros. Klinst Jederinann sin-en, vorhanden ist. ^mmer wirb, wie uns vird, am nächsten Freitag,. !«ng zusammentreten. d wurde in der Bchchch n. Der Täter, ein junger in Butzbach vom Gen- unb heute rnorgen mit it hier abgeliefert. i Samstag brachte nach ischer Gendarm einen zu Mann nach Frankfurt, dach weitcrzufahren. Dort ce.abmachen'. Während ing in die Arrestzelle deS Entweichen zu verhindern., endarm den Mann abholen rein Begleiter im schönsten te er in fauler Heine Stüde r übrig, für ben Sträfling •r zu taufen, WH diesem , die Fahrt nach Butzbach t vergangenen Sonntag o„g „tznt heil"sem tt echen Hebung verlas > hielt eine Ansprache, mc vaterländischer ©efinming die Deutsche Tmerichaf men des Vereins,,der er^ urde, waren nramiden, die abends m! Zeleuchtung MlüMr^ alieder zählt, weiter büchen Programms wurde durch dem 9^en icn sowie bit Unde zusamwenhrelt und i M Goldene hoch- SDZ Sstäfts ■ Md- ”* -tz>-n .rtL,e durch *n . qreul'ch ^iS > ' sz Uhr «» L Stadt ? auf de'u D°'< . bc, "A■*> b"i ®« «|tgj enlM S ” b“ ? töt , Neffen „ o u 5 $ ? a l,n 1 ft e i o1 WKtz 'OM 80. Neuenweg 81. Neustadt 82. Nord»Anlage 83. Ost-9lnlage 84. Plockstraße 85. Querstraße 86. Rittergafse 87. NodHeimer Straße 88. Roonstraße 89. Sandgasse 90. Schanzenstraße 91. Schiffenberger Weg 92. Schillerstraße 93. Schloßqasse 94. Schottstraße 95. Schützenstraße 96. Schulstraße 97. Seltersweg 98. Senckenbergstraße 99. Sonnenstraße Jntereffenten sind Einträge zu überzeugen ungen vorznnehmen. 100. Steinstraße 101. Stephanstraße 102. Süd-Anlage 103. Teulelslustgärtchen 104. Tiefenweg 105. Wagengasse 106. Walltorstraße 107. Weidengasse 108. Wescrslraße 109. West-Anlage 110. Wettergasse 111. Wetzlarer Weg 112. Wetzsteingasse rsp. Straße 113. Wiesecker Weg 114. Wieseustraße 115. Wilhelmstraße 116. Wolfstraße 117. Wolkenqasse 118. Zozelsgasse Gemarkung Schiffenberg sich von der Richtigkeit der inzwischen eingetretene Acnder- Adrctzbnch 1907. Von heute bis einschließlich Mittwoch, den 7. November liegt in unserer Geschäftsstelle das nach den Hanslisten abgeänderte Verzeichnis der Bewohner nachstehender Straßen auf: I gebeten, oder etwa Brühl sche Druckerei. Adreßbnch-Berlag. Die Geheimnisse eines Modesalons. Aus Wien, 5. Nov., wird uns geschrieben: , Vor den Gerichten spielt sich hier gegenwärtig ein Prozeß ab, so tzlelhaft und schaudererregend, daß itd) vielleicht sogar die Feder eines französ. Porrwgraphen, etwa Paul de Kocks, dagegen gesträubt haben würde, das Milieu des „Salons Riehl" zu Papier zu bringen. lÄn wahres Pandämonium menschlicher Verworzen- heit, niedrigster "Leidenschaften und unsagbaren Elendes entrollt sich da vor unseren Blicken, und die Prostitution, diese Geißel des Menschengeschlechtes, zeigt sich in ihrer scheußlichsten Gepalt. Eine gewisse Regina Riehl hatte im neunten Bezirke, in einer schwach belebten Seitenstraße, ein dreistöckiges Haus gemietet, das sie in eine Lasterhöhle umwandelte. Außer ihr, ihrem Manne und dem Portier, wurde das Haus schließlich von Dirnen bewohnt, die dort das Leben von Sklavinnen führten. Gleich beim Eintritte in das Haus nahm die Inhaberin den Mädchen die Kleider und ihre sonstige Habe weg, steckte sie in ein leichtfertiges Bebekoftüm und nur in der rauhen Jahreszeit erhielten die bedauernswerten Geschöpfe noch einen Schlafrock. Hinter ihnen hatte sich aber das Tor so fest geschlossen, wie hinter dem Gefangenen, wenn er das Gefängnis betritt. Ausgang gab es für sie keinen, nur an schönen Tagen durften sie sich unter Der Führung und Aufsicht einer weiblichen Vertrauensperson der Riehl im Hausgarten ergehen. Ihre Schlafräume hatten sie im obersten Stockwerke, wo sie zusammengepfercht in eleiiden Löcherir schliefen, oft drei Mädchen in einem Bett zusammen! Sobald sich um fünf Uhr morgens das Haus für die Besucher geschlossen hatte, wurden die Mädchen von der Riehl, ihrem Manne und dem Vortier in ihre Schlafstuben gebracht^ Dann verschloß man hinter ihnen die Tür sogar mit eisernen Stangen, um jede Flucht unmöglich zu machen. Aber nicht genug an dieser schändlichen Freiheitsberaubung, die Riehl schlug und mißhandelte ihre Opfer in brutalster Weise, wenn diese den Versuch machten, zu fliehen oder sich von ihrem Sündenlohn etwas heimlich zur Seite bringen wollten. Oft hörten die Bewohner in den anstoßenden Häusern, wie aus der Lasterhöhle Wimmern, Schreien und Wehklagen durch die Nacht zu ihnen hinüber drang. Dann wurde ein Mädchen von der Niehl in der barbarischsten Weise gezüchtigt. Einmal sah man sogar, wie dieses weibliche Scheusal ein Mäd chen an den Haaren durch den Garten schleifte. Die Folterkammern der Inquisition, der spanische Stiefel und das Rad mit all den Schrecken des einstigen Gefängniswesens tauchen vor einem auf, wenn man die Zeugenaussagen liest. Und das Merkwürdigste dabei bleibt, daß die Polizei, obwohl fast täglich Denunziationen und Beschwerden über dieses Schandhaus bei ihr einliefen, lange Jahre keinen Finger rührte, sondern sich erst dann zur Aufhebung dieser Lasterhöhle entschloß, nachdem die Enthüllungen eines Blattes über dm „Salon Riehl" ganz Wim in Aufregung verseht hatten! Dieser Skandalprozeß bedeutet eine neue eindringliche Mahnung an die zivilisierten Staaten, der Prostitution und ihrm traurigen Begleiterscheinungen wenn möglich durch interna- tionaleMaßnahmen entgegen zu wirken. Dmn der „Salon Riehl" ist keine Wiener Spezialität. Sie sind ein eiterndes Geschwür der mobemen Kultur, auf die wir so stolz sind! Gänzlich aus der Welt schassen wird man sie leider nie können, ebenso wenig wie die anderen mmschlichm Laster und Verbrechen, wohl aber ist es, nachdem der Handel mit schwarzem Menschenfleisch: unterdrückt ist, unwürdig, zu dulden, daß weiße Frauen und Mädchen gleich Sklavinnen gehalten werden. Die moderne Bordell- wirtschaft ist für und Europäer noch viel schändlicher und voller, als es der Sklavenhandel war! Vermischtes« 'Der „neue Pfälzer" hat ein Opfer gefordert. Der Taglöhner Hammelmann, welcher in einer Wein-Großhandlung zu Landau beschäftigt war, starb durch Einatmung von Weingasen. • Diebstahl eines heiligen Fingergliedes. Diebe entwendeten in der verfloßenen Nacht aus der tontacifflslall Edelweiss G°gr. «Os Friedrich Wörter *•&”" Krofdorfer Straße 12 WniWg m Hllus- Wh HcklMe jeder 7lrt unter Garantie absoluter Schonung. 6571 Spezialität: Feine Damen- nnd Herrenwäsche. Reuplätterei. Abholen und Rücklieferung durch eigenes Fuhrwerk. Danksagung Heinrich Emrich 6690 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit und bei der Beerdigung meiner lieben Frau sage ich hiermit innigsten Dank. Gießen, den 6. November 1906. Im Namen der Hinterbliebenen: Kirche zu Pessy (Frankreich) einen Neliquienbehaller, welcher ein Fingerglied de§ heiligen Ludwig, Königs von Frankreich, enthalten haben soll. Auffallend ist, daß die Diebe keinen der Gegenstände von reellem Wert, die sich in der Kirche befanden, mitnahmen. Sic scheinen nur die Ratschlage eines kürzlich erschienenen Hirtenbriefes deS Bischofs von Angers über die „Jnsicherheitbringung von Kultus-Gegenständen" befolgt zu haben. • DaS neue ft e Eisenbahnunglück. Zwischen den Stationen Braila und Buczin in Rumänien stießen in der letzten Nacht zwei Güterzüge zusammen. Beide Lokomotiven wurden zertrümmert, ebenso fünfzehn Wagen. Drei Beamte wurden getötet, sechs schwer verletzt. * Kleine Tages chronik. Bei Hainersdorf (Reuß jüngere Linie) wurde ein Arbeiter mit durchschnittener Kehle tot aufgefunden. Seine Barschast von 50 Mark wurde geraubt. — In Braunschweig stürzte Ludwig Wedler, der Mitinhaber eines SchornsteinbaugesMstes, 30 Meter hoch von einem Schornsteine ab und war sosort tot. — In Wien erfolgte ein Zusammenstoß zweier Wagen der elektrischen Straßenbahn, wobei sechs Personen erhebliche Verletzungen erlitten. — In Amsterdam wurde bei dem Zusammenstöße zweier Wagen der elektrischen Straßenbahn eine Dame getötet, viele Fahrgäste verwundet. — In der New - Porker Vorstadt Wiliamsburg versuchten Verbrecher mittels einer riesigen Dhnamitladung ein von sechs Familien bewohntes Zinshaus nachts in die Luft zu sprengen. Die ganze Hausfassade wurde zerstört.. Hunderte von Fensterscheiben in der Nachbarschaft wurden zersplittert, und ein Schaden von etwa 15 000 Mark wurde angerichtet. Glücklicherweise büßte niemand das Leben ein. Die Veranlassung zu diesem Attentat: war die Weigerung eines im Ipause wohnenden italienischm Schneiders, den Erpressern eine gewisse Summe auszuzahlen. Drei verdächtige Neger wurden verhaftet. — Aus Rache, weil ihm gekündigt worden war, tötete der Gemeindeschäfer in Solsdorf bei Erfurt die ihm anticrttiauten 150 Schafe. Hierauf beging er Selbstmord durch Erhängen. — Der Vortragende gab der Hoffnung Ausdruck, daß die VcrbMguntz der elektrischen Straft die Einführung dieses aus der Luft gewonnenen Stickstoffdüngers begünstigen möge, damit Deutschland auch in dieser Beziehung vom AuÄande unabhängig würde. Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 5. November 1906. Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k l u r t a. M. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 87—89 Mk. V, Kg.Schlachtgew.l00-106Pk. 7, , 75-00 „ V. Kg- 62-88 Psg. 7, , 84-90 , 7, „ 90-100 „ Getreidepreise in Mannheim Brotpreise in Gieße n Weizen 100 Kg. 19.00-00.00 Mk. Roggen 100 Kg. 17.00-17.25 Mk. Weißbrot 2 Kg. 54 Psg. Schivarzbrot 2 Kg. 50 Psg. Märkte. Gießen, 6. Nov. Marktbericht. Ans heutigem Wochenmarkte kosteten: Butter pr. Pld. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 8—10 Psg., 2 Stck. 00—00 Psg., Gänfeeier 00—00 Psg., Enteneier 0 Psg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Käfematte 2 Stck. 5-6 Psg., Erbten v.Pid. 18-24Psg., Linsenv.Psd.25-40Psg., Tauben vr.Pr.0,80—l,00Mk., Hühnerpr.Dt. 1,00—1,60 Mk., Halme pr. Stück 0,80—1,80 Mk., (Sitten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse pr. Pkd. 70—75 Psg., Ochsenfleisch pr. Pfd. 82—88 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 80—82 Psg., Schweinefleisch pr. Pfund 90—100 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 104 Pfg-, Kalbfleisch pr. Pfd. 84—90 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Psg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—7,00 Ptk., Zwiebeln pr. Ztr. 4,00—5,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepsel per Zentner 15 bis 24 Mk., in Körben 00 Pld., Nüsse 100 Stück 30-40 Psg., Birnen per Md. Mk. 0.10 —0.15, per Ztr. 9—15 Mk., Weißkraut per Stück 8—12 Psg., per Zentner Mk. 2.20-2.50. — Marktzeit 8-2 Uhr. Arbeiterbewegung. H a l l e a. S, 5. Nov. Eine Konferenz der Bergarbeiter des Reviers Halle verwarf den Gedanken an einen Streik als für absehbare Zeit verfehlt. Die Kommission der einzelnen Gruben sollen mit ihren Verwaltungen über eine Ver- besserung der Lage der Arbeiter verhandeln. Gerichtssnal. () M a r b u r g , 5. Nov. Tlas Martyrium eines kleinen Kindes beschäftigte heute das Schwurgericht und zeigte wieder einmal, wie der übermäßige Schnapsgenuß unter Umständen einen Menschen zum wilden Tiere machen kann. Unter der Anklage, fein Stiefkind, den 1 Jahr alten Georg Wiegand so mißhandelt zu haben, daß der Tod eintrat, stand der 36 Jahre alte Tagelöhner Kvnrad Wagner aus Homberg. Seine zweite Frau brachte ihm den Kleinen mit in die Ehe und schon von vornherein hatte Wagner eine Abneigung gegen das Kind. Als er am Montag, den 18. Juni, schnapstrunken nicht zur Arbeit gehen konnte, beschäftigte er sich nachmittags in Abwesenheit seiner Frau damit, „das Kind zu erziehen", indem er allerlei von diesem verlangte, was ein Kind in diesem Alter gar nicht erfüllen imstande ist. Wagner mißhandelte es. Dann unter allerhand Drohungen, z. B. wünschte er, daß es. „verrecken" möge, setzte es in den Waschnapf und warf es schließlich vor die Stubentüre unter der Bodentreppe, wo es mit dem Kopfe auf eine scharfe Kante aufschlug. Als die Mutter und andere Leute kamen, schwang Wagner drohend die SchnalGflasche und legte sich dann quer über Bett und Tisch. Das arme Kind fand man in Krämpfen, noch leise zuckend, in der Köhlenöcke. Am dritten Tage gab es, ohne wieder zum Bewußtsein gekommen zu sein, den Geist auf. Ihm war wohl. Als To d e s u r s a ch e kam, wie der Kreisarzt aus Fritzlar anführte, langsame Gehirnblutung infolge äußerer Gewalteinwirkung in Betracht. Der Angeklagte wußte weiter nichts zu feiner Entschuldigung zu sagen, als daß der Tod des Kindes auf einen Sturz aus dem Vettchen zurück- ziiführen fei; zudem sei es sehr ungehorsam gewesen. Die Geschworenen bejahten sämtliche Schuldfragen ohne Zubilligung mildernder Umstände. Das Urteil, welches' Wagner gleichmütig anhörte, lautete auf fünf Jahre Zuchthaus. Breslau, 5. Nov. Die Stadtgemeinde legte beim Oberlandesgericht Berufung gegen das Erkenntnis des Landgerichts ein, welches dem Arbeiter Biewald wegen seiner abgehauenen Hand eine Entschädigung zuspricht. Chemnitz, 6. Nov. Wegen einer Schlägerme^rsur, hie sie Ende August ausgefochten, hatten sich gestern zwei Schüler des Technikums Mittweida vor dem hiesigen Landgericht zu verantworten. Das Urteil lautete auf je drei Monate Festungshaft. Ein Streit bei einem Kommers war die Ursache zum Zweikampf. (sc.) Frankfurt a. M., 5. Nov. Die hiesige Strafkammer verurteilte heute den Arbeiter Pötzel wegen Gotteslästerung zu 6 Monaten Gefängnis. Dazu kam noch ein Monat wegen Hausfriedensbruch, weil Pötzel der Aufforderung des Wirtes, in dessen Wirtschaft er auf Gott und die Heiligen geschimpft hatte, sich zu entfernen, nicht nachgekommen war. Landwirtschaft. 0 Marburg, 3. Nov. Im landwirtschaftlichen Kreisverein hielt heute Dr. Mach von der agrikultuv- chemischen Versuchshalle einen interessanten Vortrag über die Gewinnung des Stickstoffdüngers aus der Luft und zwar mittels der Elektrizität. Die Produkte, welche den Chilisalpeter aus dem landwirtschaftlichen Betriebe aus- schalten sollen, heißen Kalkstickstoft, Stickstoffkalk und Kalksalpeter. Gießener Wetterdienst. Bo'nnHstchtliche Witterung für Hessen nm Mittwoch, den 7. November: Veränderliche Bewölkung. Leichte Regenfälle. Temperatur nicht verändert. Mäßige südliche Winde. Lttrchliche Nachrichte«. Evangelische Gemeinde. Mittwoch, den 7. November, nachmittags 6 Uhr, im Markus- sank, Kirchstraße 9: Vereinignng der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde. Grsginai-Drahtmeldungen. Berlin, 6. Nov. Der Gesetzentwurf zum Schutze b et' Heimarbeit der Tabak-Gewerbe ist im Neichsamt des Innern fertiggestellt nnd wird demnächst dem Bundesrat zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Der Entwurf bezweckt, die für Fabriken geltenden Schutzbestimmungen auch für die Heim« arbeitet obligatorisch zu machen, um die in diesem Fabrikzweig bestehenden Berufskrankheiten, zn denen auch die Lungenschwind- sucht zu rechnen ist, nach Möglichkeit zu beschränken. Berlin, 6. Nov. An zuständiger Stelle ist man der Meinung, daß Herr v. Jacobs bei der Vergebung der Lieferungen für die Truppen in Südwestafrika nicht immer die Deutschen in erster Linie habe berücksichtigen können, weil sich sehr oft die Engländer als die leistungsfähigeren Lieferanten zeigten und es in erster Linie darauf ankarn, den Proviant möglichst schnell an die Truppen heran^wi bringen, selbst wenn der Preis dafür sich höher ftettte.. Ein Disziplinarverfahren gegen Herrn v. Jacobs ist jedenfalls noch nicht eingeleitet worden. Ob es zu. einem solchen Verfahren überhaupt kommen wird, hängt von bem Ergebnis der angestellten Ermittlungen ab. Hannover, 6. Nov. Der Zuhälter GorSki, welcher in der Nacht vom 7. zum 8. September auf der Straße nach Zell einen Reisenden ermordete und beraubte, wurde in Oppenheim bei Meiningen verhaftet. Der Verhaftete ist geständig. Arolsen, 6. Nov. Ter Landtag des Fürstentums hat gegen den freisinnigen Reichstagsabg. Dr. Bott hoff Beleidigungsklage erhoben. London, 6. Nov. „Evening Standard" meldet, daß die Anarchisten aller Länder einen großen internatioi nalen Verband gegründet haben, der unter der Leitung eines Zentralkomitees steht. Seit einiger Zeit sind die Anarchisten-, führer in Frankreich, Spanien, Belgien, Holland, England und Deutschland eifrig bemüht, um dresen Verband zustande zu bringen. Er trägt den Namen: „Rote Internatio^ n a l e". Anarchisten aller Länder können als Mitglieder ausgenommen werden. Paris, 6. Nov. Im Kolonialamt will ntan wissen, daß die Mauritaner, welche den wichtigen französt Grenzposten Tidjikaja überwältigten, mit Schnellfeuer-, geschützen deutscher Herkunft bewaffnet waren. Madrid, 6. Nov. Dem „Jmparcial" zufolge verlieh der König dem Prinzen von Battenberg das Großkreuz des Ordens Karl V. Bekanntmachung. Ter Voranschlag der Gemeinde Alten-Buseck liegt acht Tage lang, nämlich vom 8. November bis einschließlich 15. Noyember 1906 zur Einsicht der Interessenten, auf dem Bureau Großh. Bürgermeisterei, offen. Alten-Buseck, den 5. November 1906. Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. Körber. 6685 Statt besonderer Anzeige, .Anna, Hell Georg- "Wissig Verlobte Giessen Hotel Grossherzog von Hessen Hausen-Arnsbach November 1906 6684 Bringe hiermit meine Verleih-Anstalt von Frack- u. Gesellschafts-Anzügen in empfehlende Erinnerung Weidengasse 1 ßfiasiti Weidengasse 1 (Caf6 Krämer) Anfertigung nach Maassc 650? GchUM für to uni» Mecknde Zweiter Dienstag, den 13. November, S1/» Nhr, in der großen Aula der Universität: Herr Bezirksgeologe Dr. Lotz (Wetzlar) „lieber seine Reisen in IenW-Zn-lveslasrika" (Mit Lichtbildern) Jahresbeitrag für Mitglieder u. deren Angehörige Mk. 4.—. Eintrittspreis für Nichtmitglieder Mk. 1.—, für Studierende Mk. 0.50. Karten sind in der Rickerschen Univ.- Buchhandlung und bei Herrn A. Frees, Hofbuchhandlung zu haben. Jahreskarten für Studierende auf sämtliche Vortrage Mk. 1.50 sind bei dem Hausverwalter des Kollegienge- bäudes zu haben. Mitglieds- und Eintrittskarten sind am Eingang zur Aula vorzuieigen.v®/^ Diners Soupers • sowie reichhaltige Abend-Karte (empfiehlt Metsger’s Weinstube | Inhaber C. Köhler 6642 | West heute Dienstag Afoemd im Saale des Wetei Einhorn 8t Waldfct in Tircl Konzert, Volksgesänge von Tiroler Dirndl in Nationaltracht Gr»ossasetä^0 emzig eSastelfoeBiide »sau SJeGweaSion mit IbenegaL BsQ-aMoMyistg. AeMHIea-Bezugs-keseWsst kichklt. chrdenttichs Kauplversammtung Donnerstag, den 22. November 1906, abends 8T/2 Uhr bei Wirt Arnold „Zum Schipkapaß" TageS-Ordnung: 1. Berichterstattung. 2. Rechnungsablage. 3. Ersatzwahl deS Vorstandes. 4. Wahl der Rechnungsprüfungskommission. 5. Verschiedenes. Gießen« den 6. November 1906. Der Vorstand. Die Rechnung liegt bei dem Vorsitzenden, Herrn A. Dickorö, Schanzenstratze 8, vom 14. bis 21. November zur gefl. Einsicht der Mitglieder offen. 6683 Windliof 6888 Morgen, Mittwoch, htn t November Metzelsuppe er ■ Neu aufgenommen: H M-Iite Modernste Formen, hervorragend gute Qualitäten, billigste Preise. Seltersweg Hi. Wirsj eltersweg | Bombzasius! Verlangen Sie BombastuS-Präparate in Apotheken, Drogerien und bei besseren Friseuren. b. a. in der Löwen-Drogerie, W. Kilbinger, SelterSweg 52. ßs0/8 Sofatische Ausziehtische Lakierte Tische Kindertische Blumentische Bauerntische Triumphklappsessel Plüsch- und Rohrsessel Schreibsessel Spiegel Kinderstühle Paneele, Biagöres Stühle von geringster bis zu feinster Ausführung. Bohrstühle x/a Dutzend von 20 Mr. an. (Eigenes Fabrikat.) Jahrelange Garanüe. Ausnahmsweise sehr billige Preise. Sämtliche Reparaturen an Stühlen gut und billig. Bei Bedarf bitte mein reichhaltiges Lager zu besichtigen. 6629 F. Senkel, Auhlschrmem 14 Sonnen straf;e 14 Selbst Kinder wissen heute dass echte QuakerOats Packete die Quaker Schutzmarke tragen müssen. Sie wissen, dass Quaker Oats schmackhafter als die vielen minderwertigen Nachahmungen ist, und auch keine unverdaulichen Hülsenteile enthält QuakerQats Neuer Saalbau Mittwoch, den 7. November, abends 7 Uhr (6693 Das im Tsps tOOG fach bewährt hat sich Fenchelhonig bei Husten u. Heiserkeit der Kinder. Ein Ver- hicl) mit einer Probeflasche von 50 Pig. aus der Germania- Drogerie, Carl Seibel, Frankfurterstrave 39, Telephon 593, wird Sie in der Tat überraschen. ___________6681_____________ ECBavser* gebraucht, sehr billig abzugeben. Zu erfragen bei Schlosser Otein- hardt, Allendori a. d. Lda. (08140 6632] Genntzmittel: Echt chinesische Thee’s lose und ui Originalpackungen. Deutschen u. holländ. Cacao. Fleischextrakt. Hafermehl, Maismehl. Kondensierte Milch. Gewürze, ganz und zerstoßen. Feinstes Oltven-Sa atöl. Essig und Essigessenz. ff. Rum, Arrac, Cognac, Fruchtsäfte, Wein u. s. w. Adler-Drogerie Selters- weg 39. Otto Schaaf. Ia Speisekartoffeln (Magiiuni bonnni) empfiehlt zu billigen Preisen °""[ Karl Sier, Dammstr. 46 WWWWW ®ut erhaltener Schreibtisch (antik) zu verkaufen. 08156]_______Weserstraße 12, p, Mähmaschine billig zu verkaufen Jl 081721 Neustadt 15 II. /Line gebrauchte Nähmaschine äußerst billig zu verkaufen. 08312] Bahnhofstr. 88, p. ^msches* ein Jahr alt, schönes Tier, nach auswärts zu verkaufen. ]6689 L. Steinhäuser, Gießen. Zentner Wallnüsse zu verkaufen. Anfragen v. Reflektanten u.6687 an d. Gießener Anzeiger erbeten. ?>n nenntet en | 6 Zimmer | Ludwtgstratze 46 schöne 6-Zlmmerwohng. m.Zubeh. zu vermieten. |5449 | 5 Zimmer \ 5 schöne Zimm, mit all. Zubeh., Garten, 5ianalanjchl. rc. zu verm. 4590]_______Bahnhofstraße 41. | 4 Zimmer j Grabenstr. 4, nahe der Bahn, schöne 4-Zunmerw. in. a.Zub. z. v. ^°^[ Näh. Hinterd. Westanlage 15. Schöne 4-Ziinmerwohnung mit all. Zub., Veranda, Badezimmer, neuzeitl. eingerichtet, in ruhiger, freier Lage, zu vermieten. 6198)___________Henselslraße 2. Liebigstratze 64 II. [6082 4-Zimmerivohnung in. Balkon und Gartenauleil per sofort oder später zu vermieten. Fr. Krüger. Äiebtgftraße 64 1. 16080 4-Zimmerwohnung m. Balkon und Gartenanleil per sofort oder später zu vermieten. Fr. Krüger. 4-Znnmerwohnung mit Küche und allem Zubehör sofort zu ver° mieten. Aliceftraße 20. s08105 I 3 Zimmer | u>n dem städtischen Hanse Aster- weg ist eine Wohnung un Erdgeschoß, bestehend aus drei Zmimer, zwei Kabinetts, Küche nebst Zubehör, alsbald zu ver- miele». 9!äheres Bürgermeisterei, Zimmer 15. __________B °/u Landgraf Phrlipp.Platz 10 tm oberen Geschoß eine schöne Dreizimmerwohnung sofort zu verm. dw8 Nah. Frankfurter Str. 29. ffMeestratz- n m. [w 8 Zimmer, 8 Kammern u. Küche pr. L November zu vermieten. Näheres daselbst 2 Trepp, hoch. Schöne Ntansardenwohnung (8 Zimmer u. Küche) per 1. November zu vermieten. 6475 Frankfurterstratze 86. 3-Ztmmerwohnung zu vermiet. 08158]_______Kirchenplatz 3, II. Mansardenwohnung (3 Zimmer mit Zubehör) per 1. Dezember zu vermieten. Wolsstraße 17. (6628 | 2 zimmer | 2-Zlmmerwohnung (monatlich 15 Wik.) an ruhige Leute zu ver- mieten. Walllhorstr. 32. (08112 2-Zimmerw. t. Nebenh. z. verm. Näh. Hinter der West-Anlage 15. 08281 | Verschiedene | 8-Zimmerwohnung, neu her- gerichtet; Laden mit oder ohne Wohnung zu vermieten. [6641 Näheres Bahnhofstraße 54. Eme kleine Wohnung zu vermieten. Näh.Carle, Frankfurter Hoi. [6243 Hammslr. 27 Schöne Wohnung in freier Lage, 8—4 Zimmer mit all. Zub. p. 1. Oft, jujjerm. [5557 Schöne 3—4-Zimmcrwohng. tut 1. St. sof. oder später zu vermieten. Neustadt 41. 5992 ÄchmL iltäheres bei Carl Slüctrath, 5080]__________Seltersweg 38. Kleines Logis zu vermieten. 08088 Löwengasse 30. Neustadt 77. [6081 Schöne Mansardenwohnung p. 1. November zu vermieten. __________________Fr. Krüger. Eine kleinere u. größere Man- sarden-Wohnung zu vermieten. 6374______Rodheimer Str. 38. Kleme Wohnung an ruhige Leute zu verm. Hammslr. 13. [08168 Kleine Wohnung zu vermiet. 08309 Große Mühlgasse 10. Eine kleine und eme gr. Wohn. zu verm. Löivengasse 11. [08305 ÄL Wohnung zu verm.[08291 Slemstr. 59. H. Gröninger Ww. Stube nut Vorplatz im Hintergebäude zu vermieten. 08296 Grober Steinweg 5. 1 unmöbl. Zimmer nut separ. Eingang sofort zu vermieten. 6474_________Friedrichstraße 2. | Mö bl~ Zimm er | Zwei gut mövl. Zimmer zu verm. Ludwigsplatz 4 III. [08292 Möbl. Zimmer zu vermieten. 08299_________Ederstraße 4 II. Schön möbl. Zimmer zu verm. Kornblumengasse 6 (Neustadt). ____________08300_____________ Arbeiter kann Schlafstelle er- halten. Mäusburg 7 II. [08303 Schön möbl. Zimmer zu ver- miet. Wetzsteinstr. 40 pt. [08226 Ein groß, schön möbl. Zimm. z. verm. Ludwigstr. 44 pt. [08147 2-Zimmer 3-Zimmer 4-Z immer Zwei schön möbl. Zimmer (Wohn- u. Schlafzimmer) preisw. zu vernriet. Ecke Landgrafenslr.» Braugasse 11, 1 Treppe. [6579 ^chön möbl. Zimmer zu verni. 08265] Steinstr. 10, III. Möbl. Zimmer vor dem Korr. zu verm. Grabenstraße 3, II. _____________08272____________ Zimmer mit Belt zu Vermietern 08284________Kirchenplatz 21 I. Schlafstelle a.ruh.,solid.Arbetter zu vermiet. Mittelweg 22 [08270 MÜbl. rÜZohn- u. Schlafzimmer (evtl, mit Burschengelaß), elektr. Licht zu v. Frankfurter Str. 31,1. __6491_____________ Gut möbl. Zimmer zu verm. 6479_______Neuenweg V II. Möbliertes Zimmer zu ver- mieten. Bahnhofstr. 59 I. [6575 | Lüden etc. | In meinem Neubau moderner Eckladen mit 2 Schaufenstern, Warmwasserheizung, Gas- u. cleftv Lichtanlage, per 1. November ober später zu vermieten. W. Kilbinger, Löwendrogeric.[6265 Großer Keller zu vermieten. 08173]__Neustadt 15. Großer Stall welcher auch als Lager zu gebrauchen ist, per 1. Dezember zu vermieten. Neustadt 45. [6682 Tüchtige Bankschreiner mtd Mühlenbaucr finden lohnende und dauernde Beschäftigung. Mainzer Landstraße 331. 6636______Frankiurl a. Äst______ ^iiiiO.Bäckergehülfe dem Gelegenheit geboten ist, die Konditorei zu erlernen, kann sofort eintreten bei Joh. Cd. Duchardt 08225 Lauterbach (Hessen). Frachtbriefe mit Firmeneindruck ♦ Sehr billig ©p Brnhl'sche Univers.-Drnckerei ■■ Blech-, Maschineu- n. Montage-Schlüsser finden sofort dauernde Beschäftigung bei hohem Lohn. [6686 Simon, Buhler & Baumann Franks. a.M., NtainzerLandstr.331. Tüchtiger Arbeiter gesucht. 08286 Emil Lotz, Kohlenhandlung. Hausbursche Ebelstr^. 2. SHDtrLga^uildje^Ä I. K. Spies, Mitteliveg 7. [08298 Kausöursche sofort gesucht. L. Rosenbaum & Jacob Netlstadt 79. 08306 Kräftiger Bursche welcher mit Pferd umgehen kann, sofort gesucht. LicbigShöhc. [M™ Ä Pferdeknechte gesucht. Höchster Lohn. C. Rübfamen. Zur Beaufsichtigung und Pflege eines sechsjährigen Knaben wird für sogleich ein gesucht. Schrijtl. Wield. unt. 6E94 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Eme zuverlässige 08310 Frau zum Austragen von Prospekten gejucht. Sonuenstratze 25 I. tüchtiges Dienstmädchcn ges. Schwan, Mäilsburg 16. (6691 KinlW Mädchen tagsüber ges. Schotlslr. 21. [08302 Lii-Ht. Wem Heimarbeit gesucht. L. Rosenbaum & Jacob _________Neustadt 79, 08307 Lansmädchen I oder Frau zu. eitizelner Dame gesucht. Schiffenbergerweg 10 pt. (Siuffidjel Fiäillm oder besseres Mädchen zur Hilfe im Haushalt und Aeaussichtigiing eines 4 jährigen Kiitdes zum sofortigen Eintritt gesucht. Schriftliche Meldungen mit Photographie unter 6673 an den Gießener Anzeiger erbeten. Herrschaft sucht jung. Mädchen, das im Kochen, Nähen und Haus- L°°n als Stütze, Dienstmädchen wird noch gehalteii. Näheres in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. [6645 LLiu jüngeres, braves Mädchen von morgens bis nachmittags oder tagsüber für sofort gejucht. 08210] Bahnhofstraße 60, II. Platzreisender. Stiche für Stadt u. Umgegend Neijeposten in gangbar. Artikel. Schriftl. Angebote unter 08293 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Ern jelbstältdiger, mit htejigen Verhältnissen vertrauter juttger Bantechniker sucht daueriide Stellung. Schriftl. Angebote unter 08313 an b. Gießener Anzeiger erbeten. 25 Jahre alt, sucht gestützt aus la.Zeug- tttsse per 1. Januar 1907 anderweitig dauernde Stellung. Schriftl. Angebote unter 08287 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Tüchtige Stickerin sucht Beschäftigung in und außer dem Hause für feinere Arbeiten. 08290 Eichweg 4, Pt. S’T'QM ^cht Lanfstelle. [08304 i 1 «LL Katharinengalle 12. Jg. Mädchen sucht sof. Stell, in klein. Haushalt, bei guter Behandlung. Liebigstraße 35 III., Psasf. Alt. Schivesteriihs. [08273 Zur Anölrmftsertcilring in biechts-, Steuer- u. UiifaUsache>t, Einziehtmg von Attssländen, Fer- ttgilug von Emgabeit aller Art, Testamenten, Vermögensverzcich- nissen re. empfiehlt sich Ed. Rottö, 9techtskonsulent 6589] Sonnenstr. 12, part. sind. phii. sucht guten Privat ° MittagSttsch, Nähe der Universität. Schriftl. Angebote unter 08297 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Junger Kaufmann sucht = Englisch ° Unterricht. ===== . Schriftl. Angebote unter 08289 an d. Gießener Anzeiger erbeten. 10-15000 tak auf 1. Hypothek sofort gesucht. Schriftl. Angebote von Selbst- verleihern unter 08146 an den Gießener Anzeiger erbeten. E.n«tud.phiL PrivchunScn. Schriftl. Anfragen unter 6672 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Violin-Üntemcht (Aiethode Sevöik) erteilt Wilhelm Schüttler, Piolin-Btrtuose, Schuler von Professor Hugo Heermann. Zu ertragen Sonnenstr. 12, II. von 4—6 Uhr. [08260 Verzeihen Sie, meine Damen! Herculesa- Baleine-Corsets, die elegantesten, schmiegsamsten u. dauerhaftesten der Welt, sind alle mit diesem Namen gestempelt. Wenn Ihnen Ihre Gesundheit lieb ist, achten Sie unbedingt hieraufl _______________________BS'/io ißnrfpn *a- b- Hamm" sofort zu V/UllUl pachten gesucht. Näheres in der Geschäftsstelle hes Gießener Anzeigers. [08308 ^-»gelaufen em Hund (Dober- O mann). Abzuholen gegen Vergütung des Inserats u. entsprechend. Futtergeld in [08314 Garbeuleich, Gießener Str. 46. Perrine - G. R. V. 1885 Am Douncrötag, 8. Novbr., soll imVereinlokale die diesjährige Ordentliche ßditml^trfomniliüig stattfinden, und werden die verehrt. Diitglieder dazu ergebenst eingeladen. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht über das verflossene Vereinsjahr. 2. Rechnungsablage u. Entlastung des Kassierers. 3. Vorstandswahl. 4. Verschiedenes. v5/11] Der Vorstand. Verein eheinaiizcr Pinniere zu Gießen. Umts-MchiMlilW Mittwoch, 7. November 190«, abends 9 Uhr im Vereinslokal Restaur. Herbert, Mäusburg 1. Tie zur Beratung stehende Tagesordnung ist besonders wichtig und laden wir zum zahlreichen Besuch ein. 6695]Der Vorstand. XWI-Ttafer Gib« Direktion Hermann Steingoetter Dienstag, den 6. November 5. Dienstag-Abonn.-Vorstellang Wklin 8nßg Lebensbild in 5 Akten nach Fritz Reuters Roman von Th. Gaßmamm u. I. Krüger.