Nr. Ä34 Zweites Matt L LG. Jahrgang Freitag 5. Oktober 1906 Trscheinl mit Ausnahme oeS Sonntags. Lte «Stetztner LanMenblätter- werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der WHefßsch« LcmdVirN' erscheint monatlich einmal. Gießener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der vrühl'scha, UniversttätSdruckeret. R. Lang«, Web«. Redaktion, Expedition ».Druckerei: GchuIftr.A» Tel. Nr. 5L Lelegr.-Adr.: Anzeiger Vieh«. General-Anzeiger, Amts- Md Anzeigeblatt fflr den Kreis Sichen. Wege» Beleidigung des preuß. rlbgeordueteuhauscs trurde am Dienstag dorr der Strafkammer des Landgerichts Erfurt gegen die Redakteure Louis Stange und R. Dorn- heinr von der sozialdemokratischen Erfurter „Tribüne" verhandelt. Unter Anklage gestellt sind vier Artikel „Ohne Scham", „Dre Pfasfeninsel", „Die „Tribüne" im preußischen Abgcordnetenhause" und „Hilf Staatsanwalt!", die verlesen werden. Die beiden ersten beschäftigen sich int wesentlichen mit den „Judenausweisungcn durch den Judcnstämmlmg von Vethmann" und dem preuß. Volksschütgesetz. Die beiden letzten Artikel befassen sich mit dem Anträge des kons. Abg. Fchrn. v. Erffa, die Genehmigung zur Strafverfolgung der „Tribüne" zu geben und seiner Annahme durch das Abgeordnetenhaus ausschließlich gegen die Stimmen der Freisinnigen und Polen. Als zu Beginn der Verhandlungen der Verteidiger ankündigt, daß er einen umfangreichen Bcweisantrag stellen werde, erwidert der Staatsanwalt, nran könne alles, was die Verteidigung behaupte, als wahr unterstellen, die Anklage aus § 186 (Behauptung nicht cnveislich wahrer Tatsachen) lasse er ganz fallen, cs bleibe die formelle Beleidigung, auf die allein er Wert lege. Der Vorsitzende erklärt aber, er müsse den Angeklagten Gelegenheit.geben, Beweisanträge zu stellen. Im Anschluß an die Ausführungen in den inkrimi- nkerten Artikeln stellt der Verteidiger sodann folgende Anträge: den Pros. Natorp in Marburg als Zeugen und Sachverständigen darüber zu vernehmen, daß das Voltsschulgesetz und die Art seiner Behandlung im preußischen Abgeordnetenhause in weiten Kreisen des preußischen Volkes, namentlich auch in wissenschaftlich gebildeten Kreisen und bei Schulmännern Aufregung und Entrüstung hervorgerufen habe. Den Bürgermeister Reicke in Berlin, Paul Singer und den Landtagsabg. und Stadtv. Justizrat Cassel darüber zu vernehmen, daß dieselbe Aufregung und Empörung sich namentlich auch in den Kreisen der Kommunalverwaltungen und auf dem Städtetage gezeigt hat, und daß in diesen Kreisen auch eine Schwächung der kommunalen Selbstverwaltung und der Initiative der Gemeinde auf dem Schulgebiete befürchtet wurde. Cassel werde noch bekunden, daß in der Tat das Voltsschulgesetz durch Abntachungen zwischen dem Minister und einzelnen Parteien außerhalb der Verhandlungen des Abgeordnetenhauses zustande gebracht worden ist. Dadurch werde erwiesen werden, daß der Angeklagte in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt hat. Ferner beantragt er, über die „schlechten Sitten des preußischen Abgeordnetenhauses" als Zeugen zu hören wiederum den Justizrat Cassel, ferner Dr. Barth und den Bergrat a. D. Neichstagsabg. Goth ein. Sie sollen aussagen, daß es in dem preußischen Abgeordnetcnhause ein regel- tnäßiger Vorgang ist, daß die Parteien der Rechten des Hauses die Redner der Opposition durch ostentative Unaufmerksamkeit, lautes Sprechen, Lachen u n d L ä r m e n in ihrer Rede stören und sie beleidigen, ohne daß sie dabei vom Präsidenten rekti- siziert werden. Dieselben Zeugen würden weiter bekunden, daß die Manieren des preußischen Abgeordnetenhauses besonders schlecht seien, wenn es sich um Erörterungen über die Sozialdemokratie handle. Insbesondere werde Abg. Cassel über die Sitten des Frhrn. v. Erffa bekunden, daß er in der Sitzung vom 13. Januar d. I. sich in Schimpf- Worten wie „nichtswürdige, schamlose Agitation", „Vergiftung", „Frechheit", „Schande" über die Sozialdemokratie ergangen hat, als es sich dann aber um die Stellung dieses Strafantrages wegen schwächerer Worte handelt, die Forderung ausgestellt hat — am 6. Juni d. I. — „jede Kritik müsse sich in anständigen Grenzen bewegen". In der gleichen Sitzung habe der Abg. Brütt (ff.) versucht, die Erfurter Richter zur Verhängung einer möglichst hohen Strafe über die Erfurter sozialdemokratischen Redakteure zu beeinflussen. In allen diesen Fällen habe der Präsident die Beleidigung nie, gerügt, dagegen habe er sich zu dem Ordnungsruf entschlossen in einem Fall, den Dr. Barth bekunden werde. Der Vorsitzende fragt nun den Staatsanwalt, ob er dem gegenüber den Beweis antreten wolle, daß der Landtag sich korrekt benommen hat, worauf der Staatsanwalt unter Bewegüng mitteilt: Ich habe nicht die gering st eBeraulassung dazu. Schließlich beantragt der Verteidiger, auch noch Dr. Bartl) als Sachverständigen darüber zu hören, daß weder der deutsche Reichstag noch die deutschen Einzellandtage — Sachsen und Preußen ausgenommen — noch die Volksvertretungen anderer Kulturstaaten die Ermächtigung zur Strafverfolgung zu geben pflegen, weil es in den parlamentarischen Kreisen für unanständig gelte, wenn die Zlbgcordneten selbst die Jm- inuniiüt für sich in Anspruch nehmen, aber aus Angriffe, die gegen sie in bezug auf ihre parlamentarische Tätigkeit gerichtet sind, mit Strafanträgen antworten. Zugleich würden die genannten Zeugen bestätigen, daß nur die konservative Partei das bestehende Landtagswaistrecht verteidigt, daß dagegen alle anderen Parteien es bedingt oder größrenteils sogar unbedingt als unhaltbar bezeichnen. Staatsanwalt: Eine Anzahl der Beweisanträge halte ich für überflüssig, weil man die darirr behaupteten Tatsachen, als notorisch zugeben rann. Um andere Beweisanträge freilich werden wir nicht herumkommen. Wenn es z. B. wahr ist, daß beim Schulgesetz außerhalb des Plenums und der Kommission unter der Hand zwischen dem Minister und der Mehrheit abgeredet worden ist, wofür sie stimmen wollen, ist ja der Vor Wurf, den der Angeklagte gegen das Abgeordnetenhaus erhoben hat, an sich rn dieser Richtung nicht unzutreffend. Vorsitzender (ärgerlich): Herr Staatsanwalt, wollen Sie denn gar keine Beweisanträge stellen, damit Wir ermitteln können, wie die Vorgänge sich wirklich abgespielt habend Staatsanwalt: Nein, ich habe keinerler Be- weisanträge. (Bewegung.) Der Gerichtshof oc,ch ließt dann nach beinahe anderthalbstündiger Beratung: Ueber die Behauptung der Artikel betreffend die Beratung der Schulvorlage (Srtzung vom 12. Mai 1906) sollen zu deut später anzubccarunenden Termin geladen werden: der Landtagsabg. Cassel (nach dem Anträge der Verteidigung), ferner aber der (national- liberale) Landtagsabg. Professor Dr. Friedberg, oder falls dieser nicht anwesend war, der Abg. Dr. Po r sch (Führer des Zentrums und 1. Vizepräsident des Landtags). Ueber den Verlauf der Sitzung vom 22. Mai d. I. (Stellung des Strafantrags) außer den Genannten auch der Berichterstatter Abg. Kreth (kons.). Die weiteren Beweisanträge der Verteidigung, die die Entrüstung über die Schulvorlage und die schlechten Manieren des Abgeordnetenhauses betreffen, werden als unerheblich abgclehnt. Schließlich sollen noch die stenograpAschen Berichte über die Verhandlungen des Abgeordnetenhauses int Jahre 1906 herangezogen werden. Die Sache wird demnach vertagt. — Wie es beißt, wird die Verteidigung von sich aus die durch Den Gerichtshof abgelehnten Zeugen laden. Dieser Gerichtsbeschluß erregt den Verdruß der „Kreuzzeitung" und der „Deutschen Tagesztg.". Vertrauliche Be- sprechnngen zwischen der Regierung und den Fraktionen seien die selbstverständlichste Sache von der Welt; wohin aber solle es führen, wenn im Wege des gerichtlichen Wahrheitsbeweises Dinac an die Oefsentlichkeit gebracht würden, deren Geheimhaltung das Staatsinteresse, event. auch dem Auslände gegenüber, erfordern? Hier liegt unseres Erachtens ein innerer Widerspruch vor. Stimmt eine parlamentarische Gepflogenheit in Frage, dann braucht diese sicherlich nicht das Licht der Öffentlichkeit zu scheuen. Es wäre eine Beleidigung des preußischen Abgeordnetenhauses, ihm zu unterstellen, daß es genötigt sei, einen auf Tradition sich stützenden Vorgang innerhalb seiner „vier Pfähle" geheim zu halten. An sich läßt sich also kaum etwas gegen den Erfurter Gerichtsbeschluß einwenden. Festzu- stetlen ist durch diesen Wahrheitsbeweis lediglich, ob die vertraulichen Verabredungen über das Schulgesetz den von der „Tribüne" erhobenen Vorwurf einer „abgekarteten Ko- mödie" rechtfertigen. Deutsches Welch. Berlin, 4. Okt. Dec Landlvirrichaftsminister von Podbielski, der als Jagdgast des Kaisers in Rominten weilte, ist heute wieder von dort ab gereist. — Nach aus Homburg v. d. H. hierher gelangten Nachrichten wird Reichskanzler Fürst Bülow noch vor Ablauf des Oktober nach Berlin kommen und die Geschäfte der Reichsverwaltung wieder involleutUmfangeüber- nehmen. — In der heutigen Sitzung des Bundesrates teilte der Vorsitzende, Staatssekretär Graf Posadowsky, die Schriftstücke mit, die sich auf das mit dem Ableben des Prinzen Albrecht von Preußen ein getretene Erlöschen der Regentschaft in dem Herzogtum Braunschweig beziehen. Aus Vorschlag des Vorsitzenden nahm die Versammlung hiervon Kenntnis und sieht der Ernennung eines Bundes- ratsbevollmächtigten für Braunschweig durch den Regentschaftsrat entgegen. — Laut einer Atterhöchsten Kabinettsordre vom 3. Okt. wurde Generalleutnant v. Plo tz, Kommcurdeur der 15. Division, mit der Führung des 8. Armeekorps beauftragt. Generalmajor Gallwitz, Direktor des Armee- verwaltungsdepartements int Kriegsministerium, wurde mit der Führung der 15. Division beauftragt. Generalmajor v. Lochow, Kommandeur der 19. Jnfanteriebrigade, wurde kommandiert zur Dienstleistung im Kriegsministerium und zum Direktor des Armeeverwaltungsdepartements ernannt. Oberst Deiningen, Kommandeur des Füsilier-Regiments Nr. 37, kommandiert zur Vertretung des Kommandeurs der 19. Jnfanteriebrigade unb mit der Führung der Brigade betraut. — Die „Deutsche Tagesztg." schreibt: „Die Fleischerztg. will wissen, daß der Bund der Landwirte beziehungsweise die Zentrale jür Viehverwcrtung darauf ausgehe, die Fleisch Versorgung Deutschlands zu _ monopolisieren. Dieses Gerede ist unglaubli ch töricht, so sehr, daß es sich nicht verlohnt, naher darauf einzugehen, sondern daß es genügt, es kurzerhand abzutun."' — Die Inter nationalLaw Association nahm eine Resolution an, nach der sie zurzeit feinen genügenden Grund für eine Einschränkung der Vertragsfreiheit auf dem Gebiete des Konossements einsieht, aber es als wünschenswert erachtet, daß die Frage im Auge behalten wird und daß das kaufmännische Publikum der Assoziation die Tatsachen bekannt gibt, welche die Notwendigkeit einer Gesetzesänderung ergeben. Die Diskussion über die Schiedsgerichte endete mit dem Beschluß, Barclays Vorschläge über die Zusammensetzung der Schiedsgerichte einem Komitee zur Prüfung zu überweisen. Den Schluß der Sitzung bildete die Verlesung eines Vortrages des am Erscheinen verhinderten Phillimore über Jurisdiktion in Ehescheidungssachen. Durch den Antrag von Bigham-London wurde beschlossen, an Phillimore ein Dankschreiben für seine treffliche Arbeit zu richten. — Die Stadtverordneten lehnten fast einstimmig die Magistratsvorlage betr. die Einführung einer Billet- und Lustbarkeitssteuer ab. — Bei der in Weimar geplanten Konferenz von Vertretern der deutschen Städte von mehr als 25OOO Einwohnern handelt es sich, wie von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, namentlich darum, beim Reichstag um Aufschub des Inkrafttretens des Gesetzes betreffend Aufhebung der indirekten st ä d t i s ch e n Steuern vorstellig zu werden. Karlsruhes Okt. Heute fand hier die 23. Jahresversammlung des deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistigerGetränke statt. Der Vorsitzende Dr. v. Strauß bat, bent Großherzog die Glückwünsche des Vereins zum Jubelfest zu übermitteln. An den Kaiser, den Großherzog und den Staatsminister Graf Posadowsky wurden Telegramme gerichtet. Dr. Stehr-Wiesbaden sprach über Alkohol und Volksernährung. Der Alkohol sei vom prakt. Standpunkte aus als Nahrungsmittel keinesfalls zu empfehlen. Er sei, auch in mäßigen Grenzen genossen, ein physiologisch und wirtschaftlich unrationelles Nahrungsmittel und in dieser Eigenschaft zu bekämpfen durch Aufklärung und Belehrung der weiten Voltsschichten und der Schuljugend uno durch Anreguilg zur Erhöhung der Steuern auf alkoholische Getränke unter gleichzeitiger Herabsetzung i>erJ Steuern und Zölle auf rationelle Volks- nahrungsmittel. In der Diskussion erklärte man sich mit diesen Grundsätzen einverstanden. Großkausmann Victor-Bremen hielt einen Vortrag über Alkohol und Kolonien. Er wies auf die großen Schäden hin, welche der Schnaps in unseren Kolonien anacrichtct habe. Eine Resolution, welche Maßnahmen zur Bekämpfung des Uebels fordert, wurde angenommen. Aus Württemberg, 4. Oft. Das Organ des Bundes der Landwirte wendet sich in einem Artikel über; die Landtagswahlen gegen parteilose Landtags- kanditaturen, indem cs bemerkt, der Bund der Landwirte sei kein Freund von färb- und parteilosen Kandi- taturen, mit welchen man in erster Linie die Stimmen der Bauern gewinnen möchte. Das Programm des Bundes sei hinsichtlich der reinpolitischen Fragen sehr weitherzig, in wirtschaftlichen Fragen verlange der Bund ein entschiedenes Eintreten für alle Zweige der Landwirtschaft und für den gesamten Mittelstand. Die Vertrauensmänner des Bundes werden daher in keiner Weise für parteilose Kandidaturen eintreten. München, 4. Okt. Der bayer. Landwirtschaft^ rat beschloß, bei seiner Sch'lachtvieheinkaufssiclle im Münchener Schlacht- und Vie'hhof so rasch als möglich eine Transport- und Schlachtviehversicherung zu errichten." — Gestern abend hielten die Sozialdemokraten eine stark besuchte Versammlung ab, in der eine Resolution gefaßt wurde, die Oessnung der Grenzen und völlige Beseitigung der Einfuhrzölle auf Schlacht- Vieh verlangt. Die Staatsregierung solle im Bundesrat entschieden hierfür eintreten. Russisches. Das Zarenpaar ist mit feinen Kindern in Peter Hof wieder eingetroffen. Der Ministerpräsident Stolypin bereitet, wie es heißt, aufs eifrigste die Gesetzentwürfe vor, die der neuen Duma im Februar n. I. zugewiesen werden sollen. Danach müßten also die Wahlen um die Jahreswende herum erfolgen, und die aktuellste Frage ist die nach der Beschaffenheit des Wahl- gesetzeS, das diesen Wahlen zugrunde liegen wird. Vernünftige russische Politiker behaupten, nur eine Beschränk, ang des Wahlrechts könne dem Lande eine arbeitsfähige Volksvertretung geben. Die Parteien der Linken, besonders auch die Führer der konstitutionellen Demokraten, fordern Erweiterung des Wahlrechts, worauf die Regierung 'keinesfalls eingehen wird, da bereits die erste Duma auf Grund deS vom Grafen Witte ausgearbeiteten Wahlgesetzes in einem Maße Anteil an der Regierung beanspruchte, der über die Grenzen der konstitutionellen Teilung der Gewalten hinaus- rcicht. Fraglich kann also nur sein, ob Stolypin das Wittcsche Wahlgesetz für die neue Duma beibchält oder ob er es in „rechts-konstitutionellem* Sinne ändert. Darüber muß die nächste Zeit Aufschluß bringen, sofern die Neuwahlen noch in diesem Jahre stattfinden. Tie allgemeine Unsicherheit wächst inzwischen unter dem Einfluß der revolutionären Bewegung und der Arbeitslosigkeit in erschreckender Weise. Jeder Tag bringt eine ganze Reihe von Naubüberfällen auf Läden, Privatwohnungen und Personen auf der Straße, weil dieses Raub- wesen sich als ein einträgliches Geschäft erweist. Nebenbei treibt die Erpressung auf brieflichem Wege üppige Blüten. Sie wird von ganzen Gruppen, die nichts mit der Revolution zu tun haben, rein geschäftsmäßig betrieben. In der Petersburger Hochschule für Wegebauterv wurde eine Untersuchung vorgenommen, wobei in der Stu- denten-Bibliothek 16 Bomben von Schweizer Typ in einem Bücherschrank versteckt aufgefunden wurden, sowie- 40 Ko. Dynamit, ferner eine Kiste mit B lausäure unb- Cyankali. Die Untersuchung der Wohnung de§ Studenten Fink, des Verwalters der Bibliothek, ergab einen Fund von weiteren 30 Bomben. Fink wurde sofort verhaftet, ebenso der Portiersohn Bogdanow. Unter den Studenten herrscht große Aufregung wegen der furchtbaren Konsequenzen, die eine Explosion der Bomben hätte haben können. Von Petersburg sind nach Sibirien 12 Wagen mit 650 politischen Gefangenen abgegangen, darunter 41 Frauen, 31 Juden sowie Soldaten verschiedener Regimenter. In Lodz wurde ein Revieraufseher von einem Unbekannten durch einen Revolverschuß getötet. In Bialost ok drangen zwei Unbekannte in die Wohnung eines Arbeiters ein und verwundeten durch mehrere Nevolverschüsse zwei Personen tätlich aus Rache für die Angabe der Organisatoren eines Fabrikstreiks. Infolge großer Nachfrage aus den Zentralgouvernements sind die Bialostoker Fabriken in vollem Gange. Die feindlichen Beziehungen zwischen den Unternehmern und den Arbeitern sind beseitigt. Die Arbeiter stellen keine neuen Forderungen auf. Die Todesurteile des Niacine - Kriegsgerichts in Kronstadt gegen 19 meuternde Matrosen wurden in Fort Konstantin durch Erschießen vollstreckt. Die Delinquenten wurden an Pfähle gebunden. Sie sangen die Marseillaise, bis drei Salven ihrem Leben ein Ende machten. Die Leichname wurden ins Meer versenkt. Gegen den Gouverneur von Simbirsk, General Starynkewitsch, ist von einem unbekannten Manne eine Bombe geworfen worden, wodurch der Gouverneur an den Händen und Beinen verwundet wurde. Sein Leben befindet sich außer Gefahr. Bei der Explosion einer Bombe in Tiflis wurden ein Offizier getötet, ein anderer Offizier und einige Privatpersonen verletzt. Graf Woronzow Daschkow bestimmte fein 32 000 Deß- jatinen großes Gut im Gouvernement Jekatecinoslaw zum Verkauf an die Bauern, mit der Maßgabe, daß auf jeden 4 Deßiatinen entfallen sollen. Der Minister interessiere sich zwar für die Bahn und habe auch seine Ansicht über die beabsichtigte Linienführung ge> äußert; doch solle die G emeinden gebaut aus Kreismitteln gedacht. findet, sodann nach manische Haus und mit Automobil nach Wiesbad en, Bahn von den interessierten werden. Eventuell sei an Zuschüsse (Frkf. Ztg.) freundliche Speisesaal und ein Damenzimmer. Die Gepäckabfertigung und Fahrkartenausgabe werden in den nächsten Tagen eröffnet. Der neue Wartesaal dritter und vierter Klasse an der oberhessischen Seite, der seither provisorisch für die erste und zweite Klasse diente, ist von heute ab geschlossen; er wird renoviert, mit Vild- hauerarbeiten versehen und btfnn in zwei bis drei Wochen dem Verkehr übergeben. Bis dahin werden weiter eröffnet werden können das Sperrhaus an der oberhessischen Seite mit dem Polizciwachraum, die Verbindungshalle nach der Haupthalle und der Turm. Das Sperrhaus ist jetzt im Rohbau fertig. Der Raum zwischen Sperrharis, Verbindungshalle, Wartesaal dritter und vierter Klaffe und dem oberhessischen Bahnsteig wird überdacht werden. Die Küchen- und Restaurationsräume des Bahnhofs befinden sich in einem Mittelbau zwischen den beiden Wartesälen und zwei Lichthöfen. Von der im Kellergeschoß untergebrachten Küche führen Aufzüge nach den oberen Anrichteräumen. An diese schließen sich die Buffeträume nach beiden Wartesälen. Für den Restaurateur und deffen Wohnung ist, wie früher, ein Privateingang geschaffen. Die Kellerwirtschaft ist ebenfalls von außen zugänglich, der Eingang befindet sich rechts vom Haupteingang. Die Eröffnung findet in den nächsten Tagen siatt. In etwa drei Wochen wird mit dem Abbruch des jetzigen Wartesaals III. und IV. Klasse begonnen, der Raum wird um geb aut, in seinem Stil dem neuen Teil angepaßt und für die Stationskasse, Prüflings- und andere Räume eingerichtet. Bis Weihnachten soll schon der Rohbau vollendet sein Zwischen der Empfangshalle und diesem Teil wird ein kleiner Uebergangsturm errichtet. Alrch der nordöstliche Flügel des alten Bahnhofs bleibt, wie wir vernehmen, nicht in seiner jetzigen äußeren Form bestehen, vielmehr soll seine Fassade abgebrochen und dem neuen Stil entsprechend um gestaltet werden. Die Pläne hierzu wird der Erbauer des Neubaues, Architekt Hosniann-Herborn, Herstellen. Dieser Flügel wird im unteren Teil zu Fürsten-Empfangsräumen eingerichtet, während dea obere Stock die Wohnung des Vorstehers enthält. Für die Post, die ursprünglich im alten Mittelbau untergebracht werden sollte, ist nun die Errichtung eines eigenen Gebäudes projektiert, östlich vom Bahnhof in dem Vorgarten nach der Stadt zu. Es wird jedenfalls erst im nächsten Jahre erbaut werden. So ist denn jetzt der Hauptteil unseres Bahnhofsgebäudes vollendet, und das reisende Publikum wird die lang entbehrte Eröffnung als eine endlich erfüllte Erlösung empfinden. Bis zur endgiltigen Vollendung des Bahnhofs * Kleine Tc aeschronil Tas Schicksal des Massenmörders T i t t r : b ist nunmehr endgültig entschieden ; er ist nach erfolgtem Eck oechsel mit der Berliner Staatsanwaltschaft am Landgericht ]l ns Grund des ärztlichen Gutachtens de§ Waldheiiner Zuchun-ges, das ihn für geisteskrank erklärt nunmeh» auch von dieser wegen der beiden Frauenmorde bei Berlin auße» Die Diebstähle im Grosth. Residenzschloß zu Weimar vor Gericht. Ende vorigen Jahres wurden dem Buchhändler Harrwitz in Berlin von dem Antiquar Wolfgang Bach in Weimar sechs Goethe-Handschriften zum Kauf angeboten. Harrwitz wandte sich an das Großh. Staatsministerium und erfuhr, daß die Handschriften aus den Akten des Großh. Staatsministeriums gestohlen waren. Bach erklärte, er habe die Handschriften von dem im August 1905 verstorbenen Hofküchenmeister König erworben; weitere Nachforschungen ergaben, daß Bach zahlreiche Goethehandschriften zu hohen Preisen nach Wiesbaden, Leipzig, Halle und verschiedenen anderen Orten verkauft hatte. Auch ein Chodow iecki- Album stammte aus den Kunstschätzen deS Großh. Schlosses. Vom Großh. Hofmarschallamt wurde festgestellt, daß ein umfassender Diebstahl begangen war. Den Sohn des Geh. Hofrats Professor Dr. Suphan, Schüler des Gymnasiums, soll Bach veranlaßt haben, ihm sehr wertvolle Bücher aus der Bibliothek seines Vaters zu verkaufen. Bach, der sich seit dem 14. Dezember 1905 in Untersuchungshaft befindet, hatte sich vor der Strafkammer zu Weimar wegen gewerbS- und gewohnheitsmäßiger Hehlerei zu verantworten. Er wurde zu zwei Jahren Zuchthaus .rurteilt. Sechs Monate wurden auf die Untersuchungshaf! angerechnet. wird allerdings noch nahezu ein Jahr verstreichen. Die Hessische Landes - Hypothekenbank in Darmstadt, hat auf Grund der Ausgabe von 4Proz. Obligationen die Beding u n g c n für T a r l e h e n s z u s a a e n bis auf weiteres wie folgt festgesetzt 7 , , „ DerZinsfuß betragt für die Hypothekendarlehen 4-/i Proz., für Kommunaldarlehen 4,20 Proz. Ä)bald die Bank den Zinsfuß ihrer Obligationen allgemein auf 3Vs Wv-. herabsetzt und Geschieden sein. -Von der Schule. In unserem Großherzogtum herrscht zurzeit ein solcher Lehrermangel, daß, wie die ,Frkf. ßig? erfährt, nach einer Verfügung der zuständigen Schulbehörde die Abiturienten der Lehrerseminare zu Friedberg, Bensheim und Alzey schon zu Ende Januar 1907, statt zu Ostern, entlassen werden, damit sie sofort als Lehrer verwendet werden können. — Im abgelaufenen Schuljahre wurden an Volksschüler im ganzen 79 068 Schulbäder verabfolgt, ausschließlich in den betreffenden Schulgebäuden selbst. O Leihgestern, 5. Okt. Heute nacht brach in der Hofreite des Landwirts Heinrich Wagner Feuer aus, das in kurzer Zeit die Scheuer und angrenzende Stallung vernichtete. Man vermutet Brandstiftung. )( Friedberg, 4. Okt. Im Alter von 85 Jähren starb hier der Lehrer i. P. Wilhelm Loos. Mit ihm ist der Lehrer. Hessens mit der ältesten Dienstzeit aus dem Leben geschieden. Loos war über 60 Iahre als Lehrer tätig und zwar verbrachte er seine ganze Dienstzeit in Södel i. d. W., wo er seit 1841 wirkte. 1891 konnte er sein 50 jähriges, 1901 sein 60 jähriges Dienstjubiläum begehen. Nach seiner Pensionierung zog er hierher. Seine Verdienste wurden von S. K. H. Großherzog. und den Schulbehörden wiederholt anerkannt. „Vater Loos" war in Lehrerkreisen allgemein geehrt und geachtet, und nahm an beit' Bestrebungen des Lehrerstandes regen Anteil. Er wird nächsten Samstag in Södel, dem Ort seiner Wirksamkeit, beerdigt. In Södel hat saft die gesamte Bevölkerung den Unterricht bei Herrn Loos genossen. Er war 1822 geboren und batte von 1839—41 das hiesige Lehrerseminar besucht. d. Gelnhausen, 4. Okt. Der Kaiser kommt am 14. Oktober, morgens 9.15 Uhr von Berlin hier an, fährt durch die Stadt bis zum Ziegeltor, wo der Empfang statt- der Kirche, besichtigt hierauf das ro- die Burg. Mittags fährt der Kaiser Meerholz zur Hochzeit. 3. Okt. Zur Errichtung eines neuen Kinderheims schenkte der Kaiser der hiesigen Paulinen- stiftung 3 0000 Mk.; durch freiwillige Beiträge wurden zu gleichem Zweck bereits 36 317 Mk. aufgebracht. — Die kürzliche Anwesenheit des Ministers Breitenbach in Homburg mnd Wiesbaden ist mit dem Bau der elektrischen Taunusbahn Wiesbaden-Epp st ein-Homburg in Zusammenhang gebracht worden. Dabei war gemutmaßt worden, daß die preußische Eisenbahnverwaltung die Absicht habe, die elektrische Taunusbahn selbst zu bauen. Das ist, wie dem ,Wiesb. Gen.-Anz." mitgeteilt wird, keineswegs der Fall. anzuziehen. „ v Die Darlehen find seitens der Bank nach ihren Bestimmungen für die ganze Darlehensbauer, seitens der Anleiher jedoch nur für die ersten 10 Jahre, unkündbar. Es bleibt aber den Schuldnern, die eine vorzeitige Rückzahlung wünschen, jederzeit unbenommen, mit der Bank dieserhalb ins Benehmen zu treten. Weitere Aufschlüsse werden jederzeit kostenlos von der Ban! ebenso wie von dev Großh. Bürgermeistereien und Ortsgerichten erteilt. . . Der Deutsche Wund für Keimatschuh hielt in diesen Tagen in München seine Hauptversammlung ab. lieber Heimatschutz in der Kleinstadt sprach Landesbaurat und Provinzialkonservator Rehorst-Merseburg. Wirtschaftliche und Verkehrsetwägungen zerstörten in erster Linie die Poesie der Kleinstadt. Wieder und immer wieder begegne man den gleichen prosa ischenBahnhöfen, denselben kahlen Hotels, gußeisernen Bänken, die wie aus eichenen Knüppeln gefertigt aussehen und die poetische Aufschrift tragen „Nur für Erwachsene". Der Stadtgärtner verschönt die alte Stadtmauer mit „modernen" Anpflanzungen und junge Architekten stellen, da sie „Selbstschaffende" sind, neben streng gothische BautenHäuser imJugendti l. An der Hand von Lichtbildern legte der Vortragende dann im Gegensatz hierzu die reizvolle Wirkung von der Kultur unberührtes Städte dar, wie Rothenburg o. d. Tauber, oder pietätvoll erhaltener Einzel-Denkmäler vergangener Zeiten, wie de§ alten Stadttors in Mülhausen i. Els., alter Häuser in WormS, Weißenfels i. Sachsen re. Bedeutend je- doch überwogen die durch moderne Kultur verunstalteten Bilder kleiner Städte und Ortschaften. Die Ausführungen des Referenten schloffen mit Konstatierung der Tatsache, dag die Anforderungen modernen Verkehr? und moderner Entwickelung zu plötzlich an die Kleinstädte herangetreten seien. Doch diesen Anforderungen der Jetztzeit könne man sehr oft gerecht werden, ohne ästhetische Werte zu verletzen. Allerdings müßte man dann hierzu auf die entsprechende tatkräftige Mitwirkung der Kommunalbehörden rechnen können. Das nächste Referat über die Erhaltung des Dorfes erstattete Schriftsteller Robert Mielke. Wie der Vortragende ausführte, waren ursprünglich für die Bauweise der Dörfer die in nächster Nähe befindlichen Materialien und die besondere handwerkliche Fertigkeit seiner Bewohner bestimmend. All diese Einflüsse fielen fort mit der wachsenden modernen kulturellen und wirtschaftlichen Entwickelung. 9(n Stelle des romantischen Alten trat da? praktischere prosaische Neue, aus Holzbauten wurden Steinbauten, und leider des Oefteren auS Gründen der Billigkeit Bauten, die nicht einmal mit heimischem Steinmaterial hergestellt wurden. Dem habe bereits die württembergische und die sächsische Regierung in einzelnen Fällen entgegenzuwirken versucht. Die Behörden müßten auch durch entsprechende Bauverordnungen dem Verlegen von Flüssen, Urbarmachen von Seen, Rasieren von Gartenanlagen entgegenroirfen, wenn solche Maßnahmen den Gesamteindruck des Dorfes schädigen. Das alte Straßensystem wäre nach Möglichkeit beizubehalten, auffallende Bau- Materialien müßten vermieden, Reklametafeln verboten sein, Zäune dürften nur aus Holz hergestellt, neue Gebäude nur im Stile des Dorfes gehalten fein. Das feien einige der Punkte, die zu Verordnungen verdichtet, eine Erhaltung des Dorfes ermöglichen werden. Ier neue Kaynvos. Gießen, 5. Oktober. Heute vormittag wurde der Hauptteil des neuen Bahnhofsgebäudes dem Verkehr übergeben und zwar die große Empfanghalle, der Haupteingang, der Wartesaal erster und zweiter Klasse und der an diesen anstoßende Speis esa al. Ter Haupteingang an sich präsentiert sich mit seinem kuppelförmigen Dach, den schönen Bildhauerarbeiten, die namentlich in feinen Blätterkapitälen bestehen, und den als Wasserspeier dienenden Tierfiguren ganz vorteilhaft. Die Bildhauerarbeiten sind von der Firma Gievers- Darmstadt, die Malereien von einer Kölner Firma ausgeführt. Bildhauer- und Malerarbeiten sind in romanischem Stil gehalten. Die Einfaffungsornamente der Sandstembogen und Sockel sind in geschmackvollen bunten Farben auSgeführt. Gleich rechts nach der Halle zu befinden sich die Fahrkartenausgabe mit acht Schaltern und ein Zimmer für die Bahnsteigschaffner, links das Portier-Zimmer und der Raum für Han d g ep äck. Die große Empfangshalle ist, ebenso wie der Haupt- emgang, in romanischem Stil erbaut und mit hübschen Malereien und Bildhauereien versehen. Die Halle ist 36 Meter lang und 17 Meter breit Sie enthält die Bahnsteigsperre und auf der Main-Weser-Seite die Gepäckabfertigung. Nach der oberhessischen Bahn zu schließt die Halle mit einem etwas plumpen Turm ob, der ea. 30 Meter hoch ist und als Uhr- turm dient. Auch ist darin ein Wasserreservoir untergebracht, das bei etwaiger Feuersgefahr in Tätigkeit tritt. Ein be- türmtes Bahnhofsgebäude ist jedenfalls etwas Eigenartiges; ästhetisch schön aber kann man diesen Turm, der für seine Dicke gar niedrig ist, nicht nennen. Besonders schön ist der Wartesaal erster und zweiter Klasse eingerichtet, der nach der Main-Weser-Seite zu liegt. Er ist mit altdeutschen Möbeln ausgestattet. Anschließend daran befinden sich der anderthalb Millionen Mark. Da nach den Bestimm- ungen des Testators die Zinsen fünf Jahre,lang zum Kapital geschlagen werden müssen, so wird svch da§ Kapital bis zu dem Tag, an dem die Stiftung m Kraft tritt, auf 1800000 Mark erhöben. Es können also etwa neunzig Stellen zu 800 Mart errichtet werden. .. , . ** Kleine Mitteilungen aus Heisern und den Nachbarstaaten. Dem Poli'eidiener Karl Schmidt ut Lollar, dcm Vater des dortigen Bürgermeisters, wurde durch Reqierungsrat Dr. Wagner aus Gießen osts allg. Ehrenzeiaien mit der Inschrift „für längs übrige treue Dienste überreicht, das ihm von S. K. Ä- dem Großherzog anläßlich ferner Verlegung in den Ruhestand verliehen worden war. ^»n B c n s h e rm a. V. ist der Zögling des Lehrerseminars Wilhelm Angelberber, der vor vier Wochen beim Turnen am Reck stürzte, gelt o r b e n. Er hatte sich beim Fallen eine Knickung des Rückenmarks zugezogen und war seitdem am ganzen Körper gelahmt. In Stockhausen wurde der seitherige Beigeordnete ^ohs. Döll 3. einstimmig wiedergewählt. — Bei Soden stieß man beim Bohren nach Braunrotsten an zwei Stellen auf Sprudel, die mehrere Meter hoch sprangen. — Die Eröffnung des neuen Homburger Bahnhofes soll wenn irgend möglich am 19 September 1907 erfolgen. — Der in Fraufturt arbeitende Stukkateur Franz Schmidt von Vilbel geriet h-ute vormittag vermutlich 'durch zu frühes Mspringen unter die Rader em es Zuges, die ihm den Kopf a b iu hr en. — Bei S chw anh e im wurde aus dem Main die Leiche der seit dem 6. September vermißten Frau Berz Witwe gelandet.— Im Bahnhos Hoch st am Main karambolierte auf dem Sodener Gleise eine Maschine mit einem Gas wagen, wobei der Wagen entgleiste und das Hauvtgleis sperrte. Von dem Personal kam niemand - >i Schaden. poUttsche Cagesscharr. °in der Strafsache gegen den Kolouialbeamten Götz Und Genossen soll der Abg. Erzberger über den Untersuchungsrichter, LandgerichtSrat Scynndt, B ei erd e geführt haben, weil dieser entgegen wiederholt geg.oenen Versprechen die Erzberg erseh en Aufzeichnungen den Beamten der Kolonialabteilung zugänglich gemacht habe^ Die angeklagten Kolonialbeumten sollen sich dieser ^chchw.rde des Abg. Erzberger angeschlossen und den Untersuchungsrichter als befangen ab gelehnt haben. Vor -läufig erscheint der „Freis. Ztg." diese Nachricht, obwohl sie ihr aus guter Quelle zugeht, als unglaublich. ~,eiu.i erhält die „Freis. Ztg." die Nachricht, daß einer der an» geklagten Kolonialbeamten eine Bei chwer d e über ine angebliche Kundgabe von noch anderen perlen der Unter- suchungsakten an die Kolonialabteilung em gereicht habe. Die Bekanntgabe des betr. Materials soll u. r. Kersting, enthalten. Dr. Kersting soll hiervon Kenntnis bekommen, trotzdem aber fernen Heimatsurlaub in Deutschland vorzeitig abgebrochen haben, um nach ^ogo zrrrückzukechren. . Aus Stabt und Land. Gieß en, 5. Okt. 1906. •• Die Taschenfahrpläne für den Winter 1906/07 werden heute unseren Lesern in der Stadt Gießen ausgehändigt. Unseren Zweigstellen auf dem Lande und den Postabonnenten werden die Fahrpläne anfangs nächster Woche zugestellt werden. . - Die Einstellung Einjährig-Freiwilliger am 1. April 1907 findet in Gießen beim Jnsantene- Regiment Nr. 116, in Darmstadt beim Jnsanterie-Negiment Nr. 115 und Frankfurt a. M. beim Infanterie-Regiment Nr. 81 statt. ** Die hessischen Landwirt schaftskamm'er- wahlen bedeuten, wie man uns schreibt, einen großen Erfolg des früheren hessischen Bauernbundes, der fast sämtliche oberhessischen Mandate gewinnen wird. Dabei ist es nicht von Belang, ob ine Abgeordneten sich dem „Bund der Landwirte", den „Bauern- bündlern", den „Vereinigten Landwirten von Frankfurt und Umgebung" oder, wie Kalbhenn von Vilbel, dem „Freisinn" zuzählen: es kann ausdrücklich festgestellt werden, daß sämtliche ob er hessische Mandate der Schattierung Bär-Hirsch el-Köhler angehören und ihre Wahl als eine Reaktion gegen das selbständige Vor- 'gehen des „Preußisch-Hessischen Bundes der Landwirte" (Führer Lucke und Graf Oriola) zu betrachten ist. Dem Bauernbund wird auch der Ge- heimerat Haas wahrscheinlich seine demnächstige Präsentation zum Präsidium der Landwirtschaftskammer verdanken können. Ob aber der Bauernbund auch Dank von Haas zu erwarten haben wird, das bleibt abzuwarten. — In Starkenburg siegte in der Hauptsache die Liste des Landwirtschaftlichen Vereins, Hand in Hand mit dem Hessischen Bauernbund, der allerdings auch zirka 5 selbständige Mandate haben wird, und in Rheinhessen faird kaum eine Wahltätigkeit statt, ganz im Gegensatz zu Oberhessen, wo in manchen Orten über 90 Proz. der Wählerschaft zur Wahlurne eilte. So wird denn wahrscheinlich den O b e r h e s s e n das P r ä v e n i r e zu spielen diese Heräbsetzüng für die Jabresrechnung bet Bank voll wrn- sam wird, ermäßigt sich der Zinsfuß der Hypotb-rdarlehm auf 38/4 Mroz, der für Kommmialdorlehrn auf 3,70 Proz. Für ute Dauer von 8 Jabren ist iedoch eine solche Ermäßigung ausgeschlossen Bei Kvmmunaldarlehcn ftelft cs der Anleihcrin frei, sich für einen Zinsfuß von 4,25 Proz. für die ersten zehn Jahre und von IVs Proz. vom 11. Jahre ab zu entscheiden. Selbft- verständfich 'erstreckt sich die Vergünstigung einer Vs Proz. Zins- sustheral'sevung int Falle einer Konversion der Obligationen,auch auf diejenigen Kommunen, welche diese Regelung des Zinsfußes gewählt haben. ,, . . Die vorerwähnte Ermäßigung des DarlchenszinsfußeZ um 1/2 Prozent verringert sich 'entsprechend, wenn die Bank den Zinsfuß ihrer Obligationen, durch welche sie sich das Darlchenskapital beschafft hat, um weniger als 1/2 Prozent herabsetzr. 'Ist eine Ermäßigung des Darlehenszinsfußes einmal b c r b c i g c f ü b r t, so bleibt sie für die ganzeDar- lehensd'auer unveränderlich in Kraft. Die Bank kann also den ermäßigten Zinsfuß niemals wieder in die Höhe setzen. Es werden n u r T i l g u n g S d a r l e h e n gewährt. Der Tilgungsbeitrag, welcher der Regel nach Vs Prozent zu betragen hat, kann für die Dauer des 4Vs Proz. Zinsfußes bis auf V» Prozent ermäßigt werden. .. . Geldbeschaffungskosten werden auf Auszahlungen, die in Gemäßheit dieser Bekanntmachung zugesagt sind, nicht berechnet. Für den Fall jedoch, daß der Bank bei späteren Auszahlungen infolge der Kapitalbeschaffung ein chöherer Aufwand, als er bei der gegenwärtigen Lage des Geldmarktes beträgt, erwachsen wllte, behält sie sich 'das Recht vor, einen entsprechenden Betrag der Tilgungsarten zu deren Deckung als einmaligen Kostenbeitrag Her- Fr ankfurt a. M., 4. Okt. Der „Frkf. Ztg." wird mitgeteilt, daß Fürst Bülow gestern abend die Vorstellung im -Albert Schumann-Theater besuchte und dann in Begleitung des japanischen Botschafters in Berlin, Grafen I n 0 n y e, der seit einigen Tagen hier weilt, dem Konzert italienischer Musiker im Cafe Ruhland auf der Kaiserstraße beiwohnte. Der Reichskanzler fuhr mit dem letzten Zug nach Homburg zurück. — Der Vermögensbeftand dcs verstorbenen Privatiers I. E. A. Cordier ist nunmehr gerichtlich fcstgeftellt worden. Darnach beträgt das dem evang.-luth. Almosenkasten zugefallene Vermächtnis Mch Wzug der Legate im Betrag von 130 000 Mark rund Verfolgung gesetzt worden. — In Mailand wurde eine Bonde von Juwelendieben und Hehlern entdeckt. In einem geheimen Mauerfach fand die Polizei eine Menge aus Schmuckstücken gebrochene Juwelen im Werte von 250 000 Lire. Tie Juwelen rühren wahrscheinlich von Diebstählen her, die auch im Ausland begangen wurden. — Zwei Deutsche, welche eine Tour ins Jungfrau gebiet unternommen batten, werden vermißt. Höchstwahrscheinlich sind sie v e r u n g l ü cf f. Der Rheinisch-Westfälische Effektenmarkt. Tagesbericht der Firma Walter Hammer st ein. Mülheim er. d. Ruhr, 4. Oft 1906. Der Koblenkuxenmarkt lag heute bei wenigen Nm- fnten fast unverändl''-t. Zn gestrigen Kursen blieben gefragt 9llt»n- b^rf, Hermann T—in, Iob'nn ^eimel^berg. Tremoriia und Trier. Kür Earol"s wurden höhere Geldkurse genannt. Schwere Werte gut behauptet. Auf dem Kalikurenmar-f^e Lunten sieb die Kurse für scbwe -c Werte gut bebauvten. Sckwchtbgue'-de W«rte nicht aan^ eiiilvitlim. W^l^rend ^''n^'-tzball und ^eutsch^^nd etwas im kreise ngchaeben. ne»-febirten Heldwingen häbxr. Van leichten Werten Nm-d-ihgis höher: Ravensberg und Warmeloch zu letzten Kursen begekwt. Bon Er- f n r e rt fand"n Eancordia. Honiasmnnd'Hgmbera, F-ernie und LnHe 93r(tu-i':feitflein weiter gute Beachtung, die übri-n Werte ohne Interesse. Der Brann ko bl en luxe n markt liegt weiter fest, iedoch "b'clten sieb die Umsätze in engen Grenzen bei unbedeutenden Kursverändernnaen. Arbeiterbewegung. Der Streik in der Metall- und Schiffsbau - Industrie in Glasgow nimmt größere Ausdehnung an. Der bevorstehende Streik der Grubenarbeiter in Süd- Wales dürste der größte wirtschaftliche Kampf werden feit dem großen Ausstand der Hafenarbeiter in London im Jahre 1889. Verviers, 3. Oft. Die Beschlüsse der am Montag abge- bastenen Versammlung des Nationalfomitees des belgischen G r u b e ir g r b e i t e r v e r b a n d e s, an welcher Vertreter der vier .Rohleiuechen teilgenommen haben, sind beute bekannt geworden. Die Beschlüsse haben für Deutschland insofern Interesse, als darin mitgeteilt wird, daß die deutschen Grubenarbeiter angekündiat haben, daß ein Konflikt mit den deutschen Grubenbesitzern bevorstebe wegen der unzureichenden Löhne. Die Arbeiter würden zur Erreichung besserer Löhne wahrscheinlich gezwungen sein, in den A u s st a n d zu treten. Sie richten inro(qe= beben an die belgischen Beragrbeiter dgs Erluchen, in einer event. Streikbewegung sie nach Kräften zu unterstützen. — Seit Beginn d e r ?l u s s v e r r u n g im Weberei- betriebe v o n V e r v i e r s sind über eine halbe Million Franks an Löhnen verloren gegangen. Die Arbeiter Habel, zusammen etwa eine Million Ersvarnisle bei der Svarbauk, die i-ßt abgehoben werden. Der Generalrat der belgischen Arbeiter- vartei fordert alle Beraarbeitervereiniaungen Belgiens ans, die ?lu?gesverrten zn unterstützen, namentlich die Aufnahme von Kindern in großem Stile durchzuführen. Eine Anzahl Webereiarbeiter ist nacb Aachen ansgewandert. Die Industriellen sehen den Folgen die'er Krills, ans der vor allem die englischen Webereien Nutzen ziehen, mit Besorgnis entgegen. Die Arbeitgeber arbeiten gegen- w ' ug rine neue ^^beit^ordnnng in vw'ölmlichem Sinne aus. Landwirtschaft. — D.i e letzten indischen Ernteberichte lassen eine we'entliche Besserung der Lage erkennen. Die Zahl der bei Not- stgndsarbeiten Beschäftigten nimmt ab und ist auf insgesamt 150000 gesunken. Die Preise fallen, ausgenommen in Oslbengalen, wo die Notlage in fünf Distrikten anbält. Gerichtssaal. — Ein langer Prozeß, in Meriko gegen eine große Zahl solcher Leute, die das Verücherungswesen durch schwere Verbrechen mißbrauchten, ist nun zn Ende geführt worden. Drei Versicherungsschwindler, die versicherte Personen ermordeten, um. sich in den Besitz der Dersichernngssumme zu setzen, wurden znm Tode verurteilt. Gießener Wetterdienst. ?'a-auSfichtliche Witterung für Hessen am Samstag, den 6. Oktober: Weift trüb, geringer Regen. Temperatur nicht verändert. Mäßige südliche Winde. Griginal-Deahtmeldungen. Berlin, 5. Okt. Zu den bevorstehenden neuen Forderungen für Armeematerial, an denen die Verkehrstruppen nicht unerheblich beteiligt sind, erfährt die „Tagt. Rundschau", daß die Reubeschaffun g an Kraft-Fahr- zeugen lediglich zur Fortsetzung der Versuche in größerem Umfange beabsichtigt find, für welche bereits im letzten Etat Mittel zur Verfügung gestellt wurden. Berlin, 5. Okt. Die 21 jährige Sängerin Rita Walter, Mitglied der Komischen Over, wurde von ihrem Verlobten, dem 30jährigen Privatier Karl August bosse, in ihrer Wohnung erschossen, weil er bemerkte, daß seine Braut ihre Beziehungen zu ihm lösen wollte, um später eine Verlobung mit dem Sänger Raventes einzngehen. Hesse tötete sich unmittelbar nach dem Mord durch einen Schuß ins Herz. Berlin, 5. Okt. Wie wir Horen, ist es der Kolonialverwaltung gelungen, durch zweckmäßige Abfertigung der Transporte in Hamburg die Liegegebühren in Swa- kopmund, die der Gegenstand vieler Beschwerden waren, zu beseitigen. Es treten jetzt keine Anstauungen und Stockungen des Verkehrs mehr ein, sodaß die von den Liegegebühren freie Zeit zur Löschung der Ladung ausreicht. Berlin, 5. Okt. In einem Bericht, den der Gouverneur v. Lindequist über eine nach dem Norden des Schutzgebietes unternommene Dienstreise erstattet hat, werden die wirtschaftlichen Ausfichten dieser Gegend in sehr hoffnungsvollen Farben geschildert. Der Gouverneur stellt zunächst der Wünschelrute des Landrates v. Uslar ein glänzendes Zeugnis aus, berichtet dann über den günstigen Erfolg der Versuche, die in Omaruru mit dem Anbau von Gemüse, Kartoffeln und Tabak angestellt worden sind und sagt dann zum Schluß seines Berichtes: «Wenn ich nun das von mir durchreiste Gebiet mit den Landstrichen des mir fast in seinem ganzen Umfange bekannten Vritisch-Südafrika vergleiche, so komme ich zu dem Endergebnis, daß sich bessere Weidegebiete von annähernd dem gleichen Flächeninhat in Südafrika nicht befinden, ja es darf behauptet werden, daß das beschriebene Gelände den weitaus größten Teil von Südafrika als Weideland übertrifft, wenn dieses Gebiet im großen und ganzen auch nnr für große Farmen in Frage kommt, mithin eine Lage für Viehzucht ist. Auch ist eine ganze Anzahl von Plätzen vorhanden, wo Gartenbau und Ackerwirtschaft betrieben werden kann und somit die Möglichkeit für eine dichtere Besiedelung gegeben ist." — Eine neue Geschäftsanweisung für die Gerichte wird dem Vernehmen nach auf Veranlaffung des Justizministers Dr. Beseler bearbeitet. Die neuen Vorschriften sollen wesentliche materielle Erleichterungen bringen. Die Arbeiten sind soweit gediehen, daß die Geschäftsanweisung für die Amtsgerichte demnächst erscheinen wird. Die Geschäftsanweisung für die Landgerichte dürfte später erfolgen. Homburg, 5. Okt. Ministerialdirektor Dr. Altstoff besichtigte heute mit den Geheimräten Eilsberger und Ehrlich vom Kultusministerium und dem Geh. Kommerzienrat Koppel die Saalburg und hielt dann beim Reichskanzler Vortrag. Trier, 5. Okt. In dem französischen Grenzort Ville- rupt sand auf einem Tanzboden eine Schlägerei statt, wobei zwei Italiener erstochen und ein Franzose erschossen wurde. Mehrere Personen wurden lebensgefährlich verletzt. Posen, 5. Okt. Der Leutnant v. Kahlden vom Grenadier-Regiment Nr. 6 wurde wegen fahrlässiger Tötung seines B urschen zu zwei Monaten Festung verurteilt, v. Kahlden batte dem Burschen den Mechanismus seines Dienstrevolvers zeigen wollen, wobei sich ein Schuß entlud und den Btrrschen tötete. Weimar, 5. Okt. Der Antiquar Bach hat gegen seine Verurteilung Revision eingelegt. Ludwigshafen, 5. Okt. Nach einer Meldung der „Vfälz. Pr." wurde der an der Pfalzbahn angestellte Rangierer Eichmann wegen umfangreicher Eisenbahn-Dieb- stähle verhaftet. In seiner Wohnung fand man ein ganzes Warenlager gestohlener Gegenstände. Renbach (Lothr.), 5.' Okt. Ein Arbeiter stürzte auf unaufgeklärte Weise in einen glühenden Hochofen und verbrannte sofort zu Asche. Zwei Mitarbeiter, die mit dem Verbrannten zusammen den Ofen bedienten, wurden verhaftet. Paris, 5. Oft. Wiederholt verlautet, der Gouverneur! von Jndochina Beau werde demnächst einen Botschas- terposten erhalten. Zu seinem Nachfolger sei der ehemalige Finanz-minister E a i l l a u r bestimmt. Paris, 5. Okt. Das Echo de Paris veröffentlicht folgende unglaubwürdige sensationelle Meldung ans Mailand: In politischen Kreisen verlautet, daß die Kabinette von Nom und Wien ein Abkommen unterzeichnet hätten oder der unmittelbare Abschluß bevorstehe. durch welches Oesterreich beauftragt werden soll, in Makedonien die Ruhe wieder herzustellen, ohne befürchten zu müssen, dan der europäische Friede gestört werde. Italien würde als Kompetenz eine Gebietsstrecke bei Trient erhalten, Oesterreich würde seinerffeits die Wilajete Salonickii und Skutari besetzen. Im Zusammenhang damit erkläre sich auch die Einstellung des Bahnbaues oberhalb Skutari, der mit italienischem Gelde begonnen worden ist. Paris, 5. Okt. Der Sozialistenführer Iaurös kündigt in einem Artikel das Aufhören seines Blattes „Huma n i t e" aus finanziellen Gründen an. Wien, 4. Okt. Der zur Prüfung des 9lnttages Schlegel (Z.) auf Einführrmg ber Wahlpflicht eingesetzte Unterausschuß des Wahlreformausschnsses notzm den Antrag Hruby an, nach welchem die Einführung der Wahlpflicht sowie der Erlaß der Ausführungsbestimmungen der Landesgesetzgebung überlassen wird. Salzburg, 5. -Okt. Der Bergknappe Stöckbuchner ist an einer vereisten Stelle von Gamseck in den Hohen Tauern abgestürzt. Die Leiche wurde geborgen. Telefomsclhe ECw’r'sbeincM© des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 5. Oktober. 1.15 Uhr. 3)^e/o Peichsanleihe . . 98.70 3% do. . . 86.55 ■Wo Konsols .... 98.75 3% do. .... 86 70 3K7O Hessen .... 98.00 3J4°/n Oberhessen • ■ . —•— 4?ö Oesterr. Goldrente. . 99.35 4*/6 % Oesterr. Silberrente 100.00 4% Unsrar. Goldrente - • 95.10 4% Italien. Bente . . . 102.70 3% Portng-iesen Serie I . 69.4o 3% Portugiesen „ HI 70.5ß 4%% russ.Staatsanl. 1905 84.5y 4’%°'n japan. Staatsanleihe 93.35 4 % Conv. Türken von 1903 94.0<) Türkenlose 146.30 4% Griech. Monopol-Aul. 53 90 4% äussere Argentinier . 89.20 3°/0 Mexikaner .... 68.40 4%°/o Chinesen .... 97.00 Aktien: Bochum Guss 244.80 Buderus E. W .... 129.00 Tendenz i schwach. Berliner Börse, f Canada E. B 181.30 Darmstädter Bank . . . 139.40 Deutsche Bank .... 240.00 Dortmunder-Union C. . . 84.10 Dresdner Bank .... —.— Tendenz: ruhig'. Elektriz. Lahmeyer . . . 144.50 Elektriz. Schnckert . . . 128.50 Eschweiler Benrwerk . . 247.10 Gelsenkirchen Bergwerk . 226.80 Hamburg - Amcrik. Paketf. 159.90 Harpener Bergwerk. . . 215.10 Lanrahütte 248.00 Nordd. Lloyd 127.00 Oberschles. Eisen-Industrie 131.50 Berliner Handelsges . . 173.30 Darmstädter Bank . . . 139.60 Deutsche Bank . . . 240.CO Deutsch-Asiat. Bank . . 173.00 Di skonto-Kommandit. . . 183.90 Dresdner Bank . . . 158.80 Kreditaktien 212.00 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . 125.10 Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 36 60 Oesterr. Staatsbahn . . . 147.20 Prinee-Henri-Eisenbahn . 146.50 >• Oktober. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 214.70 Lanrahütte 248.00 Lombarden E. B. ... 36.60 Nordd. Lloyd 126.60 Türkenlose 146.90 Oktober 1906 Die tieftrauern de Gattin: Elisabeth Tasche geb- Seyd Für die vielen Beweise aufrichtiger und herzlicher Teilnahme an meinem schweren, unersetzlichen Verluste, spreche ich hiermit meinen innigsten Dank aus. 1 M W ü n Danksagung und die herzliche Teilnahme an meinem Schmerze sagt innigsten Dank 6064 Für die rührenden Beweise der Liebe und Wertschätzung bei dem Hinscheiden meiner lieben, unvergeßlichen Der tieftrauernde Gatte: Theodor Rödel V W Lang-Göns, den 4. Oktober 1906. 6056 pS' r' /1 Die Beerdigung findet Sonntag den 7. d. Mts. nachmittags um 2 Uhr statt. Heute entschlief sanft nach längerem Leiden unser lieber Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Sm ffirts BL ehemaliger Kirchendiener im Alter von 73 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 4. Oktober 1906. Großherzogliche ^ßrgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Der Spengler und Installateur Wilhelm Stork, dahier, ist zur Ausführung von Anlagen tm Anschluß an das Gas- nnd Wasserwerk auf Grund der Bestimmungen vom 29. Dezember 1902 zngelasserr worden. Bekanntmachung. Aus der Friedrich Bückiug-Stiftnna sind um Weihnachten d. Js. 10 Gaben von 150 Mk. oder 100 Mk. an bedürftige und würdige Bewohner Gießens, Familienhäupter oder einzelstehende Personen, zu vergeben. Anmeldungen find bis spätestens 30. November 1906 beim städtischen Armenamt, Neuen-Bäue 25, Zimmer Nr. 2 einzn- reichen. Gießen, am 4. Oktober 1906. Großherza"!'''^. n>!r""'-m?isterei Gießen. _____________ I. V.: Eurschmann._______________B5/10 HAchaMk Gießen. Wir bringen hierdurch zur Kenntnis der Bezirksangehörigey, daß bont 1. Oktober l. I. ab bei unserer Kaffe die tägliche Verzinsung der Einlagen zur Einführung gelangt und daß jeden Werktag von vormittags 8—1 Uhr und nachmittags von 3—41/, Uhr die Kaffe geöffnet ist. Gießen, am 22. September 1906. Direktion der Bezirkssparkasse Gießen. Doering. b21/8i Sodener, Emser und Homburgev Fasfiöen f aus d. Germania-Drogerie von Karl Seibel leisten bei Verschleimung, Hustew u. Heiserkeit unschätzbare Dienstes kann mit Mischbare Bodenwu «ufpdrkett.linoleumu gestrichenen ßödci , nach Gebrauchsanweisung mühelos I Hochglanz ohne GläHeerztelen. ?> Feuchtes Aufwischen möglich ohne , i Flecken zu hinterlassen, geruchlos, k Zu haben in den einschlägigem Geschäften; wo nicht, beliebe', man sich an: J. G. Kipp, Franks. a.M., Am Tiergarten 18. zu wenden.________________[ss18 , Geräucherte >5194. Frankf. Würstchen in bekannter Güte von beute ab stets vorrättg. Friedr. 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Oktober 1906, vormittags »ollen im Bürgermeistereigcbäude die in den Forstwarteien /Brück und Geisel) sowie in der Forstwartei Hangelftein ergebenden Birkeu-BeseNVeiser, geschätzt im ganzen auf Wellen, m verschiedenen Losen meistbietend versteigert werden. Gießen, den 3. Oktober 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen I. B.: Curschmann. L Futterlieferung für die Großherzogliche medizinische Veterinär-Klinik (Klinik für innere Tierkrankheiten). Für die Zeit vom 1. Nov. 1906 bis zum 81. Oktober 1907 soll die Lieferung von Heu, Stroh, Hafer, Futtermehl, Reis und Hundekuchen für die „Innere Klinik" vergeben werden. II. Verkauf von Dünger. Der m der Zeit vom 1. Nov. 1906 bis zum 31. Oktober 1907 gewonnene Dünger soll nach dem Gewicht, so wie er sich in der Grube befindet, an den Meistbietenden verkauft werden. Reflektanten wollen ihre Angebote an die Direktion bis zum 15. Oktober d. I. einreichen. Die Bedingungen sind in dsr Klinik, Frankfurterstraße 85, einzusehen. Gießen, den 1. Oktober 1906. Die Direktion der medizinischen Veterinär-Klinik. W MMtt Breiter Düi) mehrere Schlosser ür dauernde Stellung auf sofort gesucht. Stundenlohn 40 Pfg. Nähere Angaben über Sliter und bisherige Tätigkeit an Straßenbahn Meiderich-DinSlaken in Walsum am Rhein. [6070 AMer Miir-Wlfe 07373] gesucht. Frauz Klenker, Theater-Friseur, Seltersweg 16.______ Wr. Schreibpult resp. -Aufsatz, sowie ein leidet Stotzkarren zu kaufen gesucht. Schristl. Atlgeb. unter 07326 an den Gieß. Anz. Geb. Herr sucht guten MitGtiftz bei dem Gemüsen, Kompots re. ein größerer Raum gewährt wird, als'dies bei der üblichen Wirtshauskost der Fall ist. Preis ea. 80 Pfg.—1 Mk. im Abonnement. Offerten mit gleichzeitigem Abend- esseit sind besonders willkommen. Schristl. Angebote unter 6058 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Möbl. Zimmer zu vermieten. Seltersweg 81, Nebenhs. [07360 FasewLeh-Verkauf. Die Gemeinde Queckborn beabsichtigt zwei zur Abschaffung bestimmte Faselochsen auf dem Submifsionswege zu verkaufen. Diesbezügliche Offerten sind bis Mittwoch, den 10. l. Mts., vormittags 11 Uhr, mit entsprechender Aufschrift versehen, auf pro Zentner Lebendgewicht lautend, bei uns einzureichen. Queckborn, am 4. Oktober 1906. Großh. Bürgermeisterei Queckborn. zu verm.^ Seilers weg 10.^ [07227 zimKlirtchlMtseil scsutzt Möbl. Zunmer zu vermieten. | 07358] C. Rübsamen. 07233]Steinstraße 45. BekamtLmachnng. In das Handelsregister, Abt. A. wurde eingetragen: L 1) die Firma Fritz Egly zn Gießen, Inhaber: Fabrikant Fritz Ealy daselbst; der Ehefrau Emilie geb. Schwager zu Gießen ist Prokura erteilt. 2) Die Firma Adalbert Binde- tvald z« Gießen, Inhaber: Fabrikant Adalbert Bindewald zu Gießen; der Ehefrau Johanna geb. Schwager zu Gießen ist Prokura erteilt. II. 1) bezüglich der Firmen: Egly «nd Bindewald zu Gießen: Die offene Handelsgesellschaft ist am 1. Oktober l. I. aufgelöst und zum Liquidator der Kaufmann Jean Boeck in Gießen bestellt worden. 2) Verlag -er Mitteldeutschen SonntagszeiLung von E. Krumm zu Gießen: Der OrtSkrankenkasien-Kontrolleur Georg Beckmann und der Geschäftsführer Heinrich Fourier, beide zu Gießen, sind in das Geschäft eingctreten und wird dasselbe mit Wirkung vom 27. September 1906 von Letzteren und dem seitherigen Inhaber als offene Handelsgesellschaft unter der Firma Krumm & Cie. wettergeführt. 3) Wilhelm Wirsig in Gießen: Das Geschäft ist mit Aktiva aber ohne Passiva mit Wirkung vom 1. Oktober 1906 auf den Kaufmann Joseph Schmidt zu Gießen übergegangen und wird unter der alten Firma weitergeführt. Der Ehefrau Franziska geb. Wirsig zu Gießen ist Prokura erteilt. Gießen, den 3. Oktober 1906. Großherzogliches Amtsgericht. Strlrttaiii gesicht. Ein altes best renommiertes Bieleielder Wäsche-Geschäft mit teib toiiDttagcii als Spezialität, sucht für Gießen und Umgebung Vertreterin gehen hohe Provision. [6066 Sonntag, den 7. b. MtS., nachmittag? 3 Uhr: Schlutzübung. 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