C5ä' •W-JUnte mit *8eb=i nnu Änlraaen unter 04029 _G>ebenerÄnze.ger erbeten |lcinJ21 im Haus- it erfahren, wunjcht Ach. la,ruj‘^)auiefQ,n liebst, lud, . RL -arjchengeld em., doch beding. Schnftl. Angebote Ean d. Gieß. Anz, erbet, laud. Wasch- u. Bleich, lt sucht noch Kmden va,chen iu bügeln. [04093 irres Neustadt 12, II. isenn werten Mitarbeitern, Herren :to Rühl, Gießen lilipp Feuser, Krofdorf ilhelm Mandler, Wiefeck Btt» MWihlit glich ihres Löjähr. Jubiläums r Lampenlabrikvon Eugen 7 mann. 1^072 gijre Mitarbeiter. leiht einem anst.sg.Rachm. H aus zrveimonatl. Frist und jutnicninq in Raten m-H chriitl. Angebote unter 04086 )en Gießener Anzeiger erbeten. l u. hohe Zinsen 300 * SA' mweiie Rückzahlung. r^cnbÄT?bi^eM- Angebote unter 04W2 SÄ®* it Jtito nge Sorhundm j ^^erre^ch 96 (teilt der Gelchastssteue ^03 'g'bei^teyvl«» 4eut 'u^(^£nir tiitiräldi ^'?"gebolk unter funw !S<-s ion V‘ hiueu iuren und naos: 1 ?otWe ituj'e3' "L9or4«tbt DKsi Donnerstag 7. Juni 1906 Nr. 131 Zweites Blatt 156. Jahrgang Eichener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'lcd« UnwersttätSdruckerei. 5L Lang«. Otefwn. Redaktion. Expedition u. Druckerei: Schulstr.A. Tel. Nr. 61. Telegr.'Adr.: Anzeiger Greß«. Erscheint «gNch mit Ausnahme deS Sonntags. Die „Girtzener §amUin,blätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Ter «heffifchr candwltt" erscheint monatlich einmal. General-Anzeiger, Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. tzvaugelisch-jozlaler Kongreß. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) H. F. Jena, 5. Juni. Etwa 200 Mitglieder aus allen Teilen Deutschlands ftnb zu dem Evangelisch-sozialen Kongreß eingetroffen. Von bekannten Persönlichkeiten bemerkte man Geh. Regierungsrat Professor Dr. Adolf Wagner, Professor Dr. Harnack, Pfarrer a. D. D. Friedrich Naumann- Berlin, Professor Dr. Baumgarten und Profesior Dr. TitiuS-Kiel, Prof. Dr. Bernhard-Posen und mehrere Professoren der hiesigen Universität. Dem Kongreß ging eine Volksversammlung voran, die heute abend im großen Saale des VolkshauscS stattfand. Lange vor Beginn der Versammlung war der Saal und die sehr, geräumigen Galerien Kopf an Kopf gefüllt. Sehr viele Damen waren anwesend. Professor Dr. Rein-Jena eröffnete sie mit einer Ansprache: In diesem Saale haben schon viele Versammlungen getagt. Im Herbst o. I. tagte hier der Parteitag einer großen politischen Partei. Diese führt auch in ihrem Namen das Wort Jojial*. Wir unterscheiden uns aber ganz wesentlich von dieser Partei. Diese will einen Neubau aufführen, nachdem alles Bestehende niedergelassen ist. Wir wollen auf den alten Fundamenten das bestehende HauS wohnlich einrichten, vielleicht hie und da einen Anbau machen. Die Sozialdemokraten verfechten die Interessen einer Klasse, wir wollen für die Interessen aller Volksschichten ohne Unterschied eintreten. Die Sozialdemokraten erstreben nur die wirtschaftliche Besserstellung, wir erstreben nach dem Sprichwort: »Der Mensch lebt nicht von Brot allein", neben der wirtschaftlichen gleichzeitig die geistige und sittliche Hebung des Menschen. Der evangelisch-soziale Kongreß will den Beweis führen, daß der christliche Geist dem deutschen Volke noch eine Stätte habe. Unter dem Zeichen des Christentums will der evangelisch-soziale Kongreß die soziale Frage lösen. Daß der evangelisch-soziale Geist noch im deutschen Volke lebt, beweist die heutige überfüllte Volksversammlung. Pastor Profesior D. v. Soden - Berlin führte des Längeren aus, daß zwischen Individualismus und Sozialismus eine Versöhnung angebahnt werden könne. In diesem versöhnenden Sinne, im Sinne des evangelischen Christentums wolle der Kongreß sich in sozialem Sinne betätigen. Profesior Dr. Baumgarten-Kiel erinnerte an den bekannten Landwirtschaftler Freiherrn Theodor v. d. Goltz, der hier in Jena gelebt und durch und durch evangelisch- sozial war. Seine Haupttätigkeit war die Agrarfrage in evangelisch-sozialem Sinne zu lösen. Der Bund der Landivirte vermochte Theodor v.d. Goltz nicht zu faszinieren. Er machte dem Bunde den Vorwurf, daß er einseitig vorgehe, daß er sich nicht als Glied des ganzen wirtschaft- lichen Organismus betätige, v. d. Goltz sagte: der Staat sei kein bloßer Agrarstaat, cs müssen gleichzeitig die Interessen der Industrie, des Handwerks und der Arbeit gewahrt werden. Freiherr v. d. Goltz wollte mit der Agrarfrage in der Hauptsache die Landarbeiterfrage gelöst wisien. Er verlangte, daß durch Wohlfahrtseinrichtungen, FortbildungS- schulen usw. auf dem Lande die Landarbeiter sittlich gehoben, daß ihnen eine Sicherheit ihrer Existenz gewährt, mit einem Worte, daß die Landarbeiter seßhaft gemacht werden, damit die Abwanderung aufhöre und nicht fremde Arbeiter herangezogen zu werden brauchen. Dieser Mann war ein überzeugungstreuer Christ. Er sah aber in der Betätigung StöckerS m der Verquickung zwischen christlich und sozial eine Herabsetzung deS Evangeliums. In diesen stillen Mauern waltet ein hohes, geistiges, eoangelisch-sozialeS Leben. Möge eS dem Aufstreben des Ganzen zugute kommen. ^Lebhafter Beifall.) Nach einigen Gesangsvorträgen deS Bürgerlichen Gesang- Vereins nahm — mit stürmischem Beifall empfangen — D. Friedrich Naumann das Wort. Aus den Mitteilungen des Vorredners über Theodor v. d. Goltz geht hervor, daß in jedem Menschen etwas Gutes steckt, es muß nur heraus- gcholt werden. Bismarck war nicht immer Pessimist. Als er das Reich gründete, war er Optimist. Nach einiger Zeit glaubte er, die Arbeiterbewegung wachse dem von ihm geschaffenen Reiche über den Kopf. Da kam das Sozialistengesetz. Als Bismarck sich in den Sachsenwald zurückzog und Wilhelm II. die Zügel der Regierung ergriff, da trat der evangelisch-soziale Kongreß ins Leben. Ein Verdienst des Kongresses ist es, daß er trotz veränderten sozialen Kurses fest und sich treu geblieben ist. Der Protestantismus habe den evangelisch-sozialen Kongreß zusammengehalten, weil seine Mitglieder den Protestantismus nicht als Pietismus ober Dogmenglaube, sondern als eine Kulturmacht ansehen, die die Menschheit auf den Höhepunkt des Lebens bringen werde. Ob man in Dresden oder Jena mit noch so großer Mehrheit ein Bekenntnis beschließe, so bleibe es aüebcm nur eine Liturgie, die nur deshalb allsonntäglich in der Kirche gesungen werde, weil sie eben da sei. (Heiterkeit.) Trotz aller Bekcnntnisbeschlüsie schreite die Reform mit aller Macht vorwärts. Die Heimarbeiterausstellung in Berlin und die schlechten Wohnungsverhältmsse in den Großstädten haben das Wort »unerhört* geprägt Man müsse aber nach den Worten Carlyle's handeln: „Arbeiten und nicht verzweifeln.* Jeder Mensch habe die Möglichkeit, nicht nur Almosen zu geben, sondern sich sozial zu betätigen und die Menschen selbständig zu machen. Wir gehören zusanimen in der Gemeinschaft, die wir der Zukunft entgegenbringen. (Lebhafter Beifall.) n. H. F. Jena, 6. Juni. Der große Saal des Vollshauses war auch heute von Damen und Herren dicht gefüllt. Die Versammlung begann mit einem von Prof. D. Rade-Marburg gesprochenen Gebet. Es nahm alsdann das Wort Pros. Dr. Harnack- Berlin: Ich fühle mich in erster Reche genötigt, an dieser Stelle meinen Dank und Freude auszusprechen, daß an derSpitzedesReichsamtsdesJnnern ein Mann steht, der die Bedeutung der sozialen Frage erkannt und trotz aller Widersacher die sozialen Aufgaben des Reiches zu fördern sucht. Es erfüllt uns mit Freude, daß an der Spitze des Reichsamts des Innern ein Mann steht, der, gleich seinen Räten, die kaiserliche Botschaft von 1890 nicht vergessen hat. (Bravo.) Wir halten unerschütterlich daran fest, daß soziale Fragen und soziale Dinge nicht bloß Frageii der Futtermenge und des Futterplatzes, wie man gesagt hat, sind, sondern im höchsten Sinne sittliche und humane Fragen, die überall bis in die Tiefen der religiösen Weltanschauung reichen und ohne sie nicht gefördert werden können. (Rufe: Sehr wahr!) Wenn wir uns evangelisch-sozial nennen, so denken wir dabei nicht an irgend welchen Konfessionalismus, sondern an jenen protestantischen Konfessionalismus, der eine unerschütterliche Weitherzigkeit bedeutet und ein Zeichen von Kraft ist. Gern reichen wir auch unjeien tu.holstcyen Brüdern in der sozialen Arbeit die Hand und blicken mit Sympathie auf die christlichen Gewerkschaften und ihre Entwicklung. Wir weisen ben Borwurf zurück, als sei der Kongreß einseitig nur für Arbeiterfrage besorgt, als gäbe es kein anderes soziales Problem. Gewiß, es gibt ein Dutzend und mehr andere Probleme. Aber wir haben gelernt, daß alle diese Probleme sckstießlich, in ihre Tiefe verfolgt, auf die Arbeiter und Arbeiterfrage zurückgehen. Verfolgt man sie nicht bis dahin, so droht ihre Behandlung zu einer bloßen Causerie zu werden. Die Verbesserungen, die man vorschlägt, werden bloße Beschwichtigungen. Darum kehren wir immer wieder zu der Arbeiterfrage als der Hauptfrage zurück und werden es auch ferner so hallen. (Beifall.) Uilfruchtbar sind wir nicht gewesen, das beweist der Antell, den dieser Kongreß direkt und indirekt an zahlreichen Schöpfungen gewonnen hat. Wie sah es vor 17 Jahren aus und wie sieht es heute aus in der Sozialpolitik? Denken Sie an all die Unternehmungen und Vereine inbezng auf Bodenreform, Bekämpfung des Al ko Holismus, der U n s i 11 l i ch ke i t, der schlechten Literatur, der Eihaltung und Bewahrung. Prof. Harnack schloß mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog. Prorektor Geh Regierungsrat Prof. Dr. Linck begrüßte danach den Kongreß im Namen der hiesigen Universität, Geh. Kirchenrat Prof. v. S p i n n e r im Namen der Weima- rischen Kirchenregierung, Prof. D. Thümmel im Auftrage der theologischen Fakultät der Universität. Der Redner bemerkte: Er werde es sich angelegen sein lassen, Geistliche auszubilden, die nicht bloß fest aus dem Boden des Evangeliums, sondern ebenso Zest auf dem Boden sozialer Reform stehen. (Lebhafter Beifall.) Der Jenjeilsglaube und die soziale Arbeit. Pfarrer Dr. R i t t e l m e y e r - Nürnberg sprach über „Der Jenseitsglaube und die soziale Mr6eit". Ter Redner legte seinen Ausführungen folgende Leitsätze zugrunde: „1. Eine entschlossene soziale Tätigkeit ist nicht nur ohne Jenseitsgtauben möglich, sondern der große Aufschwung der sozialen Arbeit fallt zeitlich und ursächlich mit dem Zurücktreten des Jenseitsglaubens zusammen. Der Jenseitsglaube enthält in seiner vulgären Form starke tnltur- heinmende Elemente. 2. Die theoretisch ablehnende Stellung der Sozialdemokratie zum Jenseitsglauben ist mit praktischen Zugeständnissen an denselben verbunden und trägt die Keime weiterer Auslösung in sich. 3. Vis jetzt ist es noch keiner Ethik gelungen, ein wirklich befriedigendes inner- weltliches Kulturideal aufzurichten. Es gibt teilte Kulturarbeit ohne Transzendenz, d. h. ohne versteckte Jensells- gebauten. 4. Ter christliche Jenseits glaube geht nicht aus solchen Erwägungen hervor, auch nicht aus dem egoistischen Wunsche nach Erhaltung der eigenen Persönlichkeit, sondern aus einem religiösen Erleben der höchsten Werte und Ziele,das im engsten Zusammenhang mit dem Gottesglauben steht. 5. Durch die gegenwärtige Krisis, in die er eingetreten ist, wird der Jenseitsglaube allerlei Umbildungen erfahren, unter denen die Einsicht von einem irgendwie bestehenden organischen Zusammenhang zwischen Diesseits und Jenseits die wichtigste ift 6. Erst bann wird ber Jenseitsglaube die in ihm vorhandenen sozialen Kräfte ungehemmt entfalten, besonders indem er die sittliche Kraft des Einzelnen stärkt und seine Achtung vor den anderen aufrecht hält und hebt, während die soziale Gesinnung ohne Jenseitsglauben starken Erschütterungen entgegengeht." Der Redner schließt mit den Worten Lorenzos von Medici: „Wer nicht an Gott und an ein jenseitiges Leben glaubt, der ist auch im diesseitigen Leben tot." Von einer Abstimmung über die Leitsätze nmrde nach längerer Debatte Abstand genommen. (Schluß folgt.) Eduard v. Hartmann f» Berlin, 6. Juni. Der Philosoph Karl Robert Eduard v. .Hartmann ist gestern abend in seiner Billa in Groß-Lichterfelde im Alter von 64 Jahren gestorben. Eduard v. Hartmann wurde am 23. Febr. 1842 in Berlin als Sohn des Generals globert v. H. geboren. Er wurde 1860 Pionieroffizier, schied aber infolge eines Leidens, das allmählich seine Gehfähigkeit völlig verhinderte, 1865 ans der Offizierslaufbahn aus und wandte sich dem schon früher von ihm betriebenen Studium der Philosophie zu. Er promovierte 1867 in Rostock und lebte seit der Zell als Privatmann in Groß-Lichterfelde. Nachdem H. mit 22 Satiren den „Gedanken" als seinen Beruf erkannte, begann er 1864 sein philosophisches Hauptwerk „ohne Plan" niederzuschreiben, das unter dem Titel „Philosophre des Unbewußten" erschien und rasch Aufsehen erregte. ®em nächstes Hauptwerk ist die „Phänomenologie des sittlichen Bewußtseins" (1879), sein drittes: „Rellgronsphrlosophw § Bände), das nächste „Aesthetik" (2 Winde). Dann folgt eine Reibe weiterer Schriften, von denen dre wlchllgpen die ,,Äe'Geschichte der Metaphysik" und ^Die moderne Psychologie" )tni>. Unter dem Pseudonym Karl Robert schrieb H. bramall,che Dichtungen, Trrstan und Isolde und David und Bathseba. , Man kann die üartmannsche Philosophie als Synche,e von SchvMchaucr und Hegcl b^eichnen dvr W-ltgrnnd Hrutmunnr, das Unbetonte, ahiE dem WsolrÜM Schellings. Mehr tote Schopenhauer betont bte MIosoph-.e müsse von Tatsachen der Erfahrung -msgehm sein Welt- gründ ist die Eiicheit von Wille und Vorstellung. Das Nichtsein der Welt ist ihrem SAN vorKuztchen. Neben seinen systematischen, historilch-iritr,chen arbeiten wandte sich tz. auch den Tagessragen yi tmb »a]a&te reiche WHandlungen und Artikel über politische, religiöse undsozialc Fragen. Hartmanns Schristen sanden viel Anerkennung, aber auch viel Widerspruch. — Ein neu aufgesundener lleberrest des Ur m e n s ch c n. Der ans prähistorischem Gebiete vielver- diente Prosessor Rzehak sand ein m >eder Beziehung interessantes Stuck, den zum Urmenschen gehörigen Unter- kiejer in der Gegend von Brünn, too er am ,og. Schweden- tisch bei dem Dorfe Ochos in einer Lehmschicht steckte, die durch ihre ungeheure Menge diluvialer Tierknochen ausgezeichnet ist. Man sand in dieser Schicht allein 1000 Höhlenbären, 350 Nashörner, 200 Renntiere und eine große Anzahl anderer dlluvialer Tiere. Daß die Ueberreste des Urmenschen so selten sind, erllärt Professor Rzehak damit, daß ber altdiluviale Urmensch, der aus der tiefsten Stufe staub, seine Toten wohl nicht begrub, sondern im Freien liegend verwesen ließ, wodurch seine Reste, wenn sie nicht zufällig eingebettet wurden, bald ganz zugrunde gingen. Ter Unterkiefer von Ochos ist leider nicht vollständig, sein Körper fehlt, aber die Zähne sind, mit Ausnahme eines, alle erhalten. Und was für ein gewaltiges Gebiß besaß dieser Urmensch Merkwürdiger noch aber als das starke Gebiß erscheint die starke Entwicklung ber inneren Kieferplatte, bte anders als bei dem heutigen Menschen gestaltet ist. Sie springt mächtig nach innen zu vor, ähnlich wie bet den Afsett, ohne daß damit ein genetischer Zusammenhang zwischen dem Assen und dem Menschen von Ochos sich ergibt. Sehr wahrscheinlich halte auch der Urmensch von Ochos gar fein Kinn, was Rzehak nach dem Befunde des Kieferrestes zu beweisen versucht. Vor einiger Zeit wurde bei der Ortschaft Spy ebenfalls ber Kiefer eines Urmenschen gefttnben. Rtzehak hat nun beide Kiefer mit einander verglichen und eine schlagende Aehnlichteit wahrgettommen, doch übertrifft der neu aufgejunbene Unterkiefer von Ochos inbezug aus Größe alle bisher bekannten diluvialen Unterkiefer. Bisher sind als sicher bekannte Ueberreste des altdiluvialen Urmenschen außer bei ber schon erwähnten Ortschaft Spy auch noch bei La Roulette, im Neandertal, Schipka unb Krupina ausgesunden worden, denen sich jetzt ber Unterkiefer von Ochos als neues Beweisglied auschließt^ — Das Schicksal eines deutschen Schrist- stelllers. Unter dieser Ueberschrift erlaßt Hauptmann a. D. Schrader in Wiesbaden, Adolssallee, im „Jcheiu. Kur." einen ^lufruf zugunsten der Witwe Fedor v. Köppens, des bekannten vaterländischen Schriftstellers, der am 2. Jult 1904 im Alter von 74 Jahren starb. In einer der letzten Nummern deS „Daheim" war folgende Anzeige zu lesen: „Die Unter^idinete bittet edeldenkende Menschen um ein Darlehen zu ihrer Existenz, da ihr Gatte, ber vaterländische Schriftsteller, kein Vermögen hmterlassen konnte, und ihr Berus sie pro Tag nur eine Mark berbienen läßt. Frau Fedor v. Köppeu, Berlin, Potsdamerstr. 106, Hof, 4 Treppen." So also ließ Fedor v. Koppen seine Frau zurück! Die Erkundigungen, die Hauptmann Schrader über Frau von Köppeu in Berlin einzog, lauteten auf das günstigste. Es möge hier ein eine solche Auskunft vermittelnder Brief zitiert werben: „Diese Frau v. Köppeu ist eine herrliche, in ihr Schicksal ergebene, tief bcbaucm§mertc Frau. Sie ist etwa 50 Jahre alt, arbeitet für eine Blusensabrik und bekommt dafür pro Tag eine Mark. Sie sieht total verhungert aus, die Aermste. Sie hat mir ihr ganzes Leib geklagt. Ihr Mann war, als sie sich verheirateten, bereits außer Dienst. (Köppeu war zuletzt Major ä la suite des 4. Gardegrenadierregiments Königin unb erster Militärlehrer am Kadettenhaus zu Berlin.) Frau v. Köppeu bekommt daher teiue Wilweupension. Die totale Verarmung ist ber Gutmütigkeit ihres Mannes zuzuschreiben, der für einen Bekannten sür 70 000 Mark gut gesagt hatte. Spater stellte sich biese ganze Sache als großartiger Schwindel heraus." Erschütternd ist das Schreiben, bas Köppeu wenige Stunden vor seinem Tode au den Kaiser richtete, und iu dem er feine Frau, „das Liebste, was ich auf ber Welt hatte", ber Girabe des Monarchen empfahl. Tiefer Appell an den Kaiser hatte auch den Erfolg, baß bas Kaiserpaar ber Witwe Zuwendungen von 300 Mark und 140 Mark machten. — Der Aufruf schließt: Helft — helft! Macht dem Entschlafenen die Erbe leicht! Denkt baran, baß feine letzte Bitte feiner Lebensgenossm galt — helft, sie ihm zu erfüllen! Stuttgart, 6. Juni. Der Telegiertentag ber deutschen Goethebüride hat heute natt)mittag nach einem Vortrage von Dr. Pauli-Bremen über die Kunst pflege in ben beutschen Großstädten einstimmig folgende Resolution angenommen: Der Telegiertentag hält es für angemessen, sich in akuten Fragen ber Kunstpflege unb ber Volksbildung mit dem größeren, ähnliche Bestrebungen verfolgenden Vereinigmrgen von Fall zu Fall in Verbindung zu setzen. LolMsche Tagesschau. Die neue Tabaksteuer wird allem Anschein nach eine Krisis in der deutschen Zigarettenindustrie, speziell für die in dieser Industrie beschäftigte Arbeiterschaft herbeiführen. Zurzeit wird in allen deutschen Zigarettenfabriken mit Hochdruck gearbeitet. Die Händler können die Vorräte, die sie am 1. Juli d. Js. beim Inkrafttreten des neuen Gesetzes anmelden, noch bis zum 1. September ohne die Last der neuen Steuer verkaufen, hie Fabrikanten ihre Erzeugnisse bis zum 1. August. Daher bemühen sich die Händler, ihre Vorräte jetzt an den Mann zu bringen und neue bi? zum 1. Juli in möglichst großen Mengen aufzustapeln. Und die Fabrikanten strengen sich dementsprechend an, bis zum Ablauf der Frist möglichst viel Ware fertigzustellen. Die Folge wird sein, daß nach dieser Ueberproduktion zeitweilig eine Stockung eintritt, und viele Arbeiter und Arbeiterinnen werden wahrscheinlich auf längere oder kürzere Zeit beschäftigungslos werden. Da die Ausländer unter den Zigarettenarbeitern dann leicht den deutschen Gemeinden zur Last fallen könnten, sucht man, wie das Berl. Tagebl. hört, dadurch vorzubeugen, schon jetzt viele ausländische, namentlich russische Arbeiter und Arbeiterinnen der Zigarettenbranche auszuweisen. In einer großen Fabrik im Norden Berlins haben 100, in anderen 50 und so weiter drn Ausweisungsbefehl erhalten. — Was wird man mit den heimischen, um Lohn und Brot gekommenen Arbeitern anfangen ? * Bei den Vorbereitungen für die Neuwahlen zum Reichstag macht sich jetzt schon ein gewisser Wetteifer der Parteien bemerkbar. Ec gilt der Füllung der „Wahlkriegskasse". Als erster war der Bund der Landwirte auf Werbung gegangen, dessen Mitglieder eine beachtenswerte Opferwilligkeit zeigen, sodaß die Bundesleitung reichliche Mittel für den Wahlkampf zur Verfügung haben wird. Die Parteikaffe der Sozialdemokratie ist jederzeit für den „Kriegsfall" ausgestattet; da aber nunmehr die Diätenzahlung von Partei wegen an die Abgeordneten in Wegfall kommt, steht die Sozialdemokratie finanziell noch besser da, als vordem. Die anderen Parteien gehen an diesen Erscheinungen nicht achtlos vorüber, auch das Zentrum nicht, das dank seiner eigenartigen Organisation den Mandatssorgen in geringerem Maße ausgesetzt ist. Die National- li beraten wollen, wie es heißt, eine volle ReichStagswahl- kaffe schaffen durch Kleinarbeit, durch Aufforderung an die GesinnungSgenoffen, bei Versammlungen, Festen, Ausflügen usiv. ein Scherstein zu dem Parteifonds bei- zulteuern und in Freundeskreisen hierfür Stimmung zu machen. Dieses System, mit Energie in Anwendung gebracht, kann beträchtliche Erfolge zeitigen. Ain weitesten zurück in der Wahlfürsorge sind die Konservativen, deren ganze Organisation etwas Preußisch-Steifes, Schwerfällige? an sich trägt. Sie wollen erst auf dem Delegiertentag im November der Wahlfrage nähertreten. Bis dahin haben die anderen Parteien einen Vorsprung, der gerade hinsichtlich der finanziellen Wahlvorbereitung von Belang ist, denn die Opferwilligkeit für politische Zwecke läßt im Lager der Konservativen ohnehin zu wünschen, was deren offizielles Parteiorgan wiederholt und mit begreiflichem Bedauern andeutete. * Ein Heiratsplan? Es geht das Gerücht, daß zwischen dem Großherzog von Sachsen-Weimar und der Prinzessin Beatrice von Sachsen-Koburg-Gotha eine Heirat geplant sei. Beide sind Nachkommen des Kaisers Paul von Rußland, der 1801 angeblich mit seiner eigenen Schärpe erdrosselt wurde. Der Großherzog ist noch nicht 30 Jahre alt, aber bereits Witwer, und ist der nächste Anwärter auf den holländischen Thron. Er erbte außerordentlich große Besitztümer von seinem Großvater, dem letzten Großherzog von Sachsen-Weimar, und ist nach dem Tode eines jüngeren Bruders auch im Besitz eines ungeheuren Vermögens von seiner Großmutter, der Großherzogin Sophie, die eine der größten Erbinnen deS Hauses Oranien war. Sein Gesamtvermögen wird ungefähr auf 100 Millionen geschätzt. Ein neues Wahlverfahren. So nennt sich eine Schrift von Gustav v. Hartmann. Der Verfaffer, kaiserl. Generalkonsul in Neapel, will unser Reichstagswahlrecht verbessern, sodaß es seinen Namen eines gleichen Wahlrechts auch wirklich verdient. Das ist bisher nicht der Fall, hauptsächlich wegen der verschiedenen Größe der Wahlkreise und weil die Minderheiten — infolge der absoluten Mehrheitsentscheidung — nicht zur Geltung kommen. In der Verfassung ist eine neue Abzweigung der Wahlkreise i"Aussicht genommen; aber sie ist nicht durchgeführt und würde auch als einmalige Maßnahme nicht genügen, sagt der Verfasser, darum verlangt er, daß von fünf zu fünf Jahren, jedesmal nach der Volkszählung, die Wahlkreise neu mit gleich großer Einwohnerzahl eingcteilt werden unter Beibehaltung von 397 Abgeordneten. Natürlich müßte dann auch die Bestimmung fallen, daß jeder Bundesstaat, so klein er auch sei, mindestens einen Abgeordneten entsendet, und den größeren Bundesstaaten dürfte nicht mehr eine feste Zahl von Vertretern zugeteilt werden. Um die Minderheit der Wahlstimmen nicht mehr, wie es jetzt geschieht, unter den Tisch fallen zu lassen, soll ein Verhältniswahloerfahren eingeführt werden, und zwar nicht mit Listenwahl, sondern mit Einzelwahl der Abgeordneten wie bisher. Es sollen nämlich die Stimmen, die in einem Wahlkreis in der Minderheit geblieben sind, auf einen anderen Wahlkreis übertragen werden und zwar auf Bewerbergruppen, unter denen die von den Einzelnen erhaltenen Stimmen nach gewissen Grundsätzen verteilt werden. In der Weise, wie das geschehen soll, liegt das besondere Neue, worauf wir aber, da es etwas umständ- lich auseinanderzusetzen, an dieser Stelle nicht eingehen können. Originell ist ferner, wie der Verfasser die Wahlfaulen nutzbar machen will, ohne einen Wahlzwang auszuüben. Er verlangt eine gesetzliche Meinungsunterschiebung in dem Sinne, daß, wer nicht wählt, als mit dem Bestehenden zufrieden betrachtet wird. Das Bestehende ist die Regierung, sie soll „Ersatzbewerber" bezeichnen, auf deren Gruppe die nicht abgegeben en Wahlsti mm en vereinigt werden! Abgesehen von diesem letzteren Vorschlag ist der ganze Reform-- versuch gänzlich unpolitisch, d. h. er stellt sich' lediglich eine rechnerische Aufgabe, die er befriedigend lösen will. Aber selbst mit dieser Beschränkung zeigt sich auch hier, bei dieser gutdurchdachten Arbeit, daß es ein vollkommenes Wahlverfahren nicht geben kann. Angenommen, die Rechnung, ginge ohne Rest auf und es würde jede wahlberechtigte Stimme zum Ausdruck gebracht; wenn aber von den 397 gewählten Abgeordneten, die ganz genau die Volksmeiniing vertreten, nur ein Bruchteil im Reichstag anwesend ist — und daran wird das Wahloerfahren doch nichts ändern —, dann sind ihre Beschlüffe wiederum nicht Beschlüsse des ganzen Volkes, häufig nicht einmal seiner Mehrheit. Der Vorteil ferner, daß alles nach rechnerischer Gerechtigkeit zugeht, würde die kleinen Einzelstaaten, die dann keinen eigenen Abgeordneten mehr zu wählen hätten, ein Nachteil dünken; und wir sind eben ein» mal kein Einheits-, sondern ein Bundesstaat. Uebrigens ist auch die Rechnung als solche nicht glatt; wenn die Wahlkreise nach der Einwohnerzahl abgeteilt werden, so sind sie für den Wahlzweck doch nicht gleich, da ja die Zahl der Wahlberechtigten nicht durchwegs im gleichen Verhältnis zur Bevölkerung steht. Deutsch-Südwestafrika. Berlin, 6. Juni. Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Am 24. Mai bei Tsamab gefallen: Leutnant Karl Für- bringer, geboren zu Jena, früher Husaren-Regt. 5, Unteroffizier Wilhelm Schwarz, Wilhelm Thelen, Gefreiter Ernst Schnalle, Reiter Julius Heder, Reiter Oskar Krause, Reiter Fritz Prochnow. Im Mai int Gefecht westlich Springpütz gefallen: Reiter Clemens Seufert. Verwundet: Gefreiter Wilhelm Jaase. — N i ch t weniger als sieben Kandidaten werden in Nintelen-Hofgeismar um das Erbe des Grafen Neventlow kämpfen. Antisemiten und Freisinnige erscheinen mit zwei Kandidaten auf dem Kampfplatze. Als Kandidat der Freisinnigen Volkspartei, die 1903 748 Stimmen erhielt, ist von den Vertrauensmännern deS Wahlkreises Rechtsanwalt Röhrig in Berlin, Vorsitzender des Fortschrittlichen Vereins Waldeck, in Aussicht genommen worden. Die Liberalen der Darmstädter Fayon wollen den Lehrer Rimpel aus Kaffel aufstellem National- liberaler Kandidat ist Dr. Nocke. Der siebente Kandidat ist ein ZentrumSman n. Der Vorstand des kon- eroatioen Verein? für die Provinz Hessen hat sich ent» 'chlossen, seinen Delegierten und Mitgliedern im Wahlkreise zu empfehlen, einen eigenen Kandidaten nicht auf- zustellen und die Wahl de? deutsch-sozialen Bewerbers, Bürgermeisters Herzog-Obernkirchen, 311 unterstützen. Als Termin fit die Wahl ist der 20. Juli festgesetzt. Kircfye rind Schule. Bonn, 6. Juni. In der heute hier abgehaltenen BischofSwahlsynode wurde Pfarrer Demmel in Bonn mit 108 von 118 Stimmen zum Bisch of der Altkatholiken des Deutschen Reiches gewählt. München, 6. Juni. In dem ersten Referat des deutschen Lehrertages wurde eine vom Oberlehrer Gärtner aus München vorgeschlagene Resolution angenommen, die sich zu Gunsten der konfessionslosen Simullan- chule ausspricht und verlangt, daß auch die Lehrer-Bildungs- anstalten dementsprechend eingerichtet werden möchten. — Von verschiedenen Seiten, unter anderem in einem Artikel des Generalmajor? z. D. v. Gers dorff in den „Hamb. Nachr." und in einem Schreiben eine? Herrn L. Saune an die Deutsche Kolonialgesellschaft, ist angeregt worden, die von der Mehrheit de? Reichstages abgelehnten ünf Millionen für den Bahnbau von Kubub nach Keetmanshoop durch öffentliche Sammlungen zu beschaffen. Es steht jedoch 11. a. außer Zweifel, daß der Ertrag einer derartigen Sammlung nicht entfernt für den erstrebten Zweck ausreichen würde, wenn es nicht gelingen ollte, die Kreise heranzuziehen, die den bekannten Zehn- Millionen-Fonds aufzubringen bereit waren, oder, wie vermutet wird, atifgebracht haben. Aus Stadt und Land. Gießen, den 7. Juni 1906. * * Personalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Hch. Kreutzer aus Gensingen eine Lehrertelle an der Gemeindeschule zu Stammheim. Die Lokomotiv- ührer Phil. Karl Gebauer zu Friedberg und Otto Jacobi zu Darmstadt wurden auf ihr Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit in den Ruhestand versetzt. "Erledigt ist die nut einem evang. Lehrer zu be- etzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Pfirschbach. Dem Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und dem Fürsten und Grafen zu Erbach-Schönberg steht das Präsentationsrecht zu. * * Zu dem Volkstrachten- und Heimatpflege- est in Butzbach, das am 17. und 18? Juni stattfindet, ist, wie man uns mitteilt, eine Festschrift erschienen mit 90 Abbildungen (Autotypien). Der textliche Teil enthält neben einer geschichtlichen Abhandlung eine Beschreibung der Sitten und Gebräuche, die teilweise noch in der Wetterau, dem Hüttenberg, Taunus 2c. bestehen oder bis in letzter Zeit bestanden haben. * * Rache ist süß! Am 2. Pfingstfeiertag legte ein Mitglied einer feucht-fröhlichen Runde für sein eben erhaltenes Glas Bier ein Zehnpfennigstück an den Rand des Tisches und erhitzte es, indem er mehrere brennende Streichhölzchen daran hielt. Der vom anderen Tisch zurückkommende Kellner nahm ahnungslos das Geldstück und ließ es, schmerzhaft aufschreiend, fallen, was bei allen Anwesenden lautes Gelächter hervorrief. Schweigend entfernte sich der Kellner. Nach einiger Zeit, nachdem der Schwarzbefrackte mehrmals an dem Tische der durstigen Zecher aufgewartet hatte, erhebt ich der, welcher den Kellner so schnöde angeführt, greift in eine Hosentasche und zieht zum Erstaunen seiner Kneipgenossen ein Stück Eis hervor. Da? Gelächter steigert sich als die durchfeuchteten Hosen sichtbar werden. .Was ist das!" schreit der Gewässerte, „wer hat denn da? angestellt?" — „Ich/ entgegnete ruhig der Kellner, „ichhabemirerlaubtJhren Geldbeutel zu kühlen, damit ich mir nicht wieder an Ihrem Gelde meine Finger verbrenne!" -j- Rödgen, 6. Juni. Der Bau unserer Kleinkinderschule erfordert einen Kostenaufwand von 10 000 Mark. An Spenden hat die Gemeinde bereits 6000 Mark erhalten, ca. 7—800 Mark hiervon sind für den Bauplatz bestimmt. W. Bad-Nauheim, 7. Juni. Am zweiten Feiertag, morgen? gegen i/36 Uhr, entstand, wie schon kurz berichtet, in der hiesigen neuerbauten katholischen Kirche ein Brand, über dessen Entstehungsursache man noch bis jetzt im Unklaren ist. Herr Erker aus Darmstadt, ein Bruder des katholischen Pfarrers, bemerkte zuerst, daß aus der Sakristei dicke Nauchmassen aufstiegen. Nachdem Herr Pfarrer Erker von der Sache Kenntnis erhalten hatte, suchte er durch Telephon auf der nahe dabei liegenden Post die Polizeiwache zu benachrichtigen, die durch die neuerdings von der Stadt eingerichtete Klingelleitung die Feuerwehr alarmieren sollte. Jedoch kam keine Antwort, da, wie man später erfuhr, der Wecker auf der Wache nicht eingestellt war. So mußten die beiden Herren Erker mit den um diese Zeit schon verfügbaren Postbeamten und einigen Salinenarbeitern allein die Löscharbeiten übernehmen und es gelang dem fleißigen Eingreifen dieser kleinen Rettungsmannschaft, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Der entstandene Schaden belauft sich auf ungefähr 1200 Mk. Das Innere der Sakristei ist vollständig vernichtet. Außer Fahnen, Leuchter und sonstigem Kirchengerät waren zwei massive Türen soweit durchgebrannt und das Feuer wäre, wenn nicht rechtzeitig Hilfe erschienen wäre, auf da? Schiff übergesprungen und hätte das stattliche Gotteshaus in einen Trümmerhaufen verwandelt. (4~) Schotten, 6. Juni. Der Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs zu Herchenhain beabsichtigt, auf der Herchcnhainer Höhe einen Aussichtsturm nebst Speisehalle zu errichten. Als Material sollen die dort vor- kommenden Basaltsteine verwendet werden. Darmstadt, 6. Juni. Der Bismarckausschuß der Darmstädter Studentenschaft veranstaltet am Donnerstag, 21. Juni und Freitag, 22. Juni, am Oberwaldhaus bei Darmstadt ein großes Waldfest in Gestalt eines Jahrmarktes, dessen Reinertrag für die Errichtung der Darmstädter Bismarcksäule auf dem Donner berg bestimmt ist. Worms, 6. Juni. Um die bei dem SubmissionS- mefen häufig hervortretende Preisdrückerei zu vermeiden, sind die hiesigen Sch re in er m erster jetzt zum erstemnale korporativ aufgetreten, um für städtische Arbeiten gemeinsam Lieferungsbedingungen abzugeben und gemeinsam die Auftrage auszuführen. — Limburg, 7. Juni. Der Westerwald-Klub wird seine Jahresversammlung am 11. und 12. August m Dillenburg abhalten. Name und Lage der Stadt bürgen dafür, daß die hoffentlich zahlreichen Besucher in jeder Beziehung befriedigt werden. In der letzten Zeit hat sich der Wirkungskreis des Westerwald-Klubs wieder weiter ausgedehnt. Außerhalb des Klub-GebieteS hat sich außer der Sektion in Duisburg -nunmehr auch eine solche in Wiesbaden gebildet. Die Stadt Wiesbaden ist mit einem Jahresbeitrag üon 100 Mk., ebenso die Stadt Köln Mitglied geworden. Da auch die Stadt Königswinter beigetreten ist, sind nunmehr sämtliche Städte zwischen Rhein, Sieg, Heller, Dill und Lahn Mitglied des Westerwald-Klubs mit Ausnahme von Nassau. Vermischtes. Der polizeilichen Auslösung verfiel in Berlin die pfingstliche Pücklerversammlung. Der Dreschgraf sprach über das Thema „Pfaffen und Höflinge", wobei er sich folgende Ausfälle leistete: „Die ganze Ovfgesellschaft ist vollkommen verlumpt und verkommen; die Höfe wimmeln von Schmarotzern und Speichelleckern, die nur nach Orden und Ehrenzeichen trachten." „Die Pastoren in Deuffchland sind langsam eingeduselt, sonst würden sie sich der Juden erwehrt haben. Sie führen ein faules Leben, denn in der Woche arbeiten sie überhaupt nicht. Hunderttausende von Juden müßte man hinrichten, damit die ganze Sippe erst wieder zahm würde und aus der Hand fressen ernte." — Die Debatte gestaltete sich sehr stürmisch. Verschiedene Redner geißelten das Auftreten Pücklers in chärffter Weise und enffesselten dadurch Beifallsstürme bet den Gegnern und tumultuarische Zwischenfälle bei den Freunden des Grafen. Ein halbes Dutzend Personen wurden bei dieser Gelegenheit von dem Vorsitzenden und einen Helfern aus dem Saale entfernt. Als ein Redner erklärte, daß die angedeuteten Hinrichtungen ja auf dem Tempelhofer Felde stattfinden könnten, daß aber der Graf unter allen Umständen den ersten Galgen zieren müsse, erreichte die Erregung ihren Höhepunkt. Von mehreren Seiten drang man auf den Vorsitzenden, der sich besonders als Rausschmeißer hervorgetan hatte, ein, um ihrt regelrecht zu verprügeln. In diesem Augenblick löste der überwachende Beamte die Versamm* ung auf. * Die Toiletten bei der spanischen Königs- hochzeit sind in mancher Hinsicht von an europäischen Höfen üblicken Kostümen verschieden und verraten noch etwas von oer Strenge des einstigen spanischen Kostüms und den ihm eigenen charakteristischen Reizen. So ist kein Decoletöe gestattet, und ebenso dürfen keine kurzen Aermel getragen werden. Für die Länge der Schleppen sind genaue Regeln angegeben und keine Schleppe darf weniger als zehn Zoll von den Schultern entfernt anfangen. Die Braut und die Königin-Mutter allein machen darin eine Ausnahme, indem ihre Schleppen direkt von der Schulter herabwallen. Die Köpfe sind ebenso durchgehends mit Mantissen geschmückt. Die englischen Damen haben dazu ihre Brautschleier oder alte Spitzenshawls verwandt, die mit den kostbaren Tiaren und Kronen zu schönen Arrangements vereinigt werden. Die spanischen Damen ragen alle ihre weißen Spitzenmantillen, wie sie in Spanien bei festlichen Gelegenheiten üblich sind. Im übrigen waren die kostbarsten Toiletten, die man sich nur vorstellen kann, vereinigt, denn die goldprunkenden Ge- °w« '"«ufeol”" 8lein. * M/’1' 10000 r,nb fc Ä ®« >ie 3n)e'ten st;.ri ..schon fUr. Jt,etiag °'^en Ml«, 'nQn ein M o„S Äb« ,In Herr $ 6nl*i '■ Hie „T" ®t!tt n’ä «.nCTM- i« vehr Q[Qrn.ifl fo^ ein. man ipät rc.n sollte, st war i. E^hr, bet '3«itifon ertern aUejn vll90bQrcn dem fteiS, r'e L-.M UÄii^ebi8 i;-ä*s HL-rr 8ium nein erden. »!ffmc":ciQuS^u6 Wi oeranftaltet am ,/3um, amOberwald. ll5 in Gestalt eines enrichtung der Darm- :in Donnerberg be. i dem Submission?, -drückerei zu vermeiden, r seht zum erstenmale ädtische Arbeiten gemein» en und gemeinsam die 'x Westerwald-Klub J am 11. und 12. August ae und Lage der Stadt flreichen Besucher in jeder er letzten Zeit hat sich der ')§ wicber weiter au§« e§ hat [id) naher btt ine solche in Wiesbaden Ä einem ^ahreSbeikacz .Ojliei: yvootben. Da auch st, sind nunmehr samt» Heller, Dill und Lahn i Ausnahme von Nassau. es. Auslösung verfiel in l'ammlung. DerDresch- flfaffen und Höflinge, leistete: „Die ganze verlumpt und verton Schmarotzern und eben und Ehrenzeichen cutschland find langsam ermüden erwehrt haben, denn in der Woche ar- nderttausende von ten, damit die ganze rd aus der Hand fre ien ete sich sehr turnnsch. *31 trete« Nl® “ babur* M** ft-SSä 'tfernl. 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Zu Gunsten der Frau traten zwei Zeuginnen aut, die mehrfach gesehen haben, daß sie mit Faustschlägen und Ohrfeigen von dem Angeklagten traktiert worden ist. Ter Gerichtshof hielt 60 Mark Geldstrafe coent. 12 Sage Gefängnis für eine ausreichende Sühne. _____ 06 Cö Ö Meteorologische Beobachtungen der Station tzZicsicu. 5.-6. 5.-6. Sport O Fußball. Trotz bei, nicht gerade besonderen Wetters hatten sämtliche hiesige Vereine für einen regen Betrieb zu Pfingsten gesorgt. — Am 1. Feiertag hatte die G i e ß e u e r Viktoria den Marburger Fußballklub zu Gast und Viktoria mußte sich nach wenig niteressanlem Spiel die hohe Niederlage von 8 : 0 Goals getaHen lassen. Marburg war namentlich körperlich stark überlegen und nutzte dies auch ziemlich gewisieuhafl aus. (Halbzeit 2:0). — Die 1. Mannschast des G i e ß c n e r B a l l s p i e l k 1 u b s war nach Gelnhausen gefahren, um gegen den dortigen Fußballklub an- zurreten. Mit 4:3 Goals geschlagen mußte Gießen den Heunweg antreten. — Am 2. Feiertag locht die 1. Mannschaft deSGießener Fußballklubs von 1900 anläßlich des Stiftungsfestes der Offenbacher Kickers daS Retourfpiel gegen diesen Verein in Offenbach aus. Konnte Gießen nn 1. Spiel das Feld mit 6:1 behaupten, so war diesmal das Gegenteil der Fall. Gießen erlitt eine Niederlage von 5 : 2 Goals. Tie Mannfchalt, namentlich die Verteidigung war durch das Fehlen der Akademiker sehr geschwächt und die dalür eingefteüten Ersatzleute versagten vollständig, auch soll Gießen stark mit dem Winde zu kämpfen gehabt haben, desgl. war die Mannschait dem oft mehr rote scharten Spiel bet Offenbacher nicht gewachsen. (Halbzeit 1:5 Goals). — Die 3. Maiinschalt des Gießener F. C. v. 1900 konnte, obgleich mit nur 8 Mann spielend, gegen die 1. Mannschaft des Gießener F. C. 1905 ein unentschiedenes Resultat mit 2:2 Goals erzwingen. — Am 3. Feiertag weilte der Friedberger Fußballklub in Gießen um das fällige Retourfpiel gegen den Gießener F. (L v. 1900 zu erledigen. Friedberg, war dem Anstiirm Gießens nicht gewachsen; vor der Pause 2 Goals und nach der Pause nochmaw 6 Goals war das Endresultat des Kampfes, mit dem sich Friedberg geschlagen bekennen mußte. Gießen zeigte deS oftern ein ziemlich gutes Zusammenspiel, doch war das Tempo infolge der vorangegangenen Strapazen langfam. 2 S u»Co der schöne Teint? Durch den MvrrlinlinQPifVi Gebrauch der unvergleichlichen iUJIlDVllUSvllü» be/i sich größere Tarlehensschulden. — In L i e g n i tz verübte eine hysterisch veranlagte Restaurateurswitwe auf den Musikdirektor Mehring vom Grenadierregiment Nr. 7 aus verschmähter Liebe ein Revolver alten tat. Mehring, der von mehreren Kugeln getroffen wurde, mußte in die Augenklinik gebracht werden, da man von einer noch im Kopf steckenden Kugel eine Schädigung des Augenlichtes befürchtet. — In Göttingen zeigte das Thermometer am 6. d. 9)1. früh 1 Grad Kälte. Der durch den starken Frost an den Kulturen bisher angerichtete Schaden in der Provinz Hannover geht bereits m die Hunderttausende. — Zn B o r n ft e ö t bei Potsdam wurde in der vergangenen Nacht der Zigarrenhändler Vierkant aus Potsdam vom Tischler Hetsch auf offener Straße ermordet. Ter Mörder ist ein vielfach vorbestrafter Mensch. — In Gent erregt der plötzliche Tod eines Priesters, der seit mehreren Zähren eine eigene Villa bewohnte, großes Aufsehen. Er wurde im Park seiner Villa als Leiche ausgefunden. Der Leichnam wies verschiedene Wunden aus. Es steht noch nicht fest, ob Selbstmord oder Raubmord vorliegt. Ter Tote war in verschiedenen Lebensversicherungs-Gesellschasten in Höhe von 1200000 Franks versichert. — Ter (jedem Helgoland» und Syltfabrer bekannte) Salonbampfer „Sobra“ der Hamburg-Amerika-Linie stieß auf der Rückfahrt von Helgoland bei Neumühlen mit einem Boot zusammen. Zwei Personen sind hierbei ertrunten. Gerichtssaal. — 911 s ideale Ehefrau schilderte der Zahntechniker Ruthensteiner, der sich wegen Mißhandlung seiner Ehefrau vor Gericht in Berlin zu verantworten hatte, die letztere wirklich nicht. Er hat seine Frau 1890 geheiratet, aber bald eingesehen, daß sie nicht nur höchst anspruchsvoll, sondern auch sehr zänkisch und rechthaberisch war. Nachdem er das Ehejoch einige Jahre unter Seufzen getragen habe, sei er im Einverständnis mit seiner Ehefrau auf einige Zeit nach Amerika gegangen. Die Frau zog zunächst zu deil Eltern des Angeklagten, dann aber zu einer Freundin, mit der sie, wie R. behauptet, vielfach Ball-Lokale besucht haben sott. Als er aus Amerika zurückkehrte habe er die Frau erst durch gerichtlichen Rückkehrbefehl zur Wiederherstellung der Ehegemein- schaft zwingen müffen. Von da an habe er schlimme Zeiten durchleben müffen. Er habe eine Stellung bet einem Zahnarzt angenommen gehabt und sei erst immer abends gegen 8 Uhr heim- gekchrt. Fast täglich sei er dann von seiner Frau mit Vorwürfen ‘ und den gemeinsten Schimpf- redeii empfangen worden und diese habe sich ost in solche Wut hineingeredet, daß sie mit allen möglichen Gegenständen, Töpfen, Messern und waS sie gerade taffen konnte, nach i h m geworfen habe Durch gegenseitiges Ueberemfommen wurde die Ehegemeinschast dann wieder gelöst und Frau R. zog von dem Angeklagten wieder fort. Auf ihr Ersuchen habe er sie dann nach längerer Zeit wieder ausgenommen, aber unter ihrem zank- und streitsüchtigen Wesen noch mehr zii leiden gehabt, als früher. Sie sei oft wie eine Furie auf ihn lo: gefahren und beider Llbwehr habe er sie vielleicht unwillkürlich berühren müffen, was ihm jetzt als Mißhandlung aufgelegt werden solle. Am 8. April 1905 habe sie ihm wieder eine furchtbare Szene gemacht. Er habe sie Universitäts-Nachrichten. Eisenach, 6. Juni. Zur 2. ordemlicheii Tagung der deutschen Burschenschaften sind 200 Studenten anwesend, die 60 Verbindungen angehören. In den Beratungen wurde beschloffen, unterhalb des Burschenschaflsdenkmals ndch dem Beschluß des Denk- malsauSschufses ein Bursche nschastshaus zu erbauen. Gestern nachmittag zogen die Burschenschafter mit ihren Damen und den alten Herren zum Denkmal, wo Gymnasialdirektor Winkler- Ersurt eine Ansprache hielt. Am abend fand unter dem Präsidium der Burschenschaft Germania (Tübingen) ein Festkommers statt. Aus der Festrede aus die Burschenschast die der Gymnasialdirettor Winkler, ehemal. Mitglied der Burschenschaft ©ermania, übernommen hatte, ist bemerkenswert, daß er die deutschen Burschen eindringlich warnte, die Politik in die Burschenschaft hineinzutragcn und es der akademischen Jugend aus Herz legte, alle religiösen Zwistigkeiten aus der Burschenschaft a u s z u s ch a 11 e n. 22, sr f § *$ N) ander mit den reichen maurischen Stickereien, die prächtigen orientalischen Brokate sind noch nicht aus Spanien verschwunden. * Ein dreistöckiges Wohnhaus ohne Treppen steht zu Kotterheidberg, Nachbargemeinde Hüh- scheid. Es ist so an einen Berg gebaut, daß der Eingang des Erdgeschosses sich im Tale, der des ersten Stockwerkes an der Böschung und ^der des zweiten Stockes sich an der vorbeisührenden Chaussee befindet. Das Haus hat also abgeschlossene Etagen im wahren Sinne des Wortes. Ein ähnliches zweistöckiges Haus ohne Treppen befindet sich an dem Heidberger Bach, nahe bei Solingen. * Ein Seelenarzt der Frauen. Daß einer mit „Frauenkennertum" sein Brotoerdienen ivill, ist nicht neu, aber bisweilen gefährlich. Jetzt interessiert sich die Wiener Staatsanwaltschaft für solch einen Fall. Die Untersuchung geht unter der Marke „Erpressung". Frau P., die Gattin eines hohen Staatsbeamten, verließ nach einem heftigen häuslichen Streit ihre Wohnung und setzte sich, um die erregten Nerven zu beruhigen, auf eine Bank im Prater. Ein eleganter Herr bat in achtungsvoller Weise um die Erlaubnis, sich der Einsamen nähern zu dürfen. Auf gebildete und wohlerzogene Art fesselte er das Interesse der Dame, die es schließlich auch nicht, ab- lehnte mit dem Fremden im Vergnügungsetablissement „Venedig" ein Abendbrot einzunchmen. Der Mann war „Frauenkenner". Er wußte auch, daß Frau P. einen schweren Kummer habe. Er bat sie, chm volles Vertrauen zu schenken, denn seine Kenntnis der Frauenseele habe ihn zum wahrhaften Seelenarzt der Frauen gemacht. Der Frauen, die in trüben Stunden seinen Trost in Anspruch nähmen, seien Legion. Herr K. erklärte sich bereit, der Dame unzählige Briefe zu zeigen, die seine Glaubwürdigkeit bekräftigen sollten. §rau P. wurde neugierig — im Kummer eine verzeihliche Regung — und tarn am anderen Tage in die Wohnung des neuen Bekannten. Sie brachte auch ihre zehnjährige Nichte mit, um das Rendezvous allen Verdachtes ru entkleiden. Herr K. war lieb, zeigte deni Gast eine Menge Briefe, darunter viele mit aristokratischen Wappen, in denen sich unglückliche Frauen den Kummer von der Seele schrieben. Nach einer freundlichen Plauderstunde ging Frau P. heim. Am anderen Tage erhielt sie aber zu ihrer Bestürzung von Herrn K. einen Brief, in dem stand, daß ihm in „Venedig" beim Souper ein größerer Geldbetrag abhanden gekommen sei. Die Dame möge das Geld zurückerstatten, da sonst der Gatte die unerlaubte Intimität mit Herrn K. erfahren müszte. Frau P. war über die Zumutung entrüstet und zeigte den Fall der Staatsanwaltschaft an. Diese meint nun, einem höchst originellen Erpresser auf die Spur ge- konimen zu sein, und hat eine energische Untersuchung eingeleitet. Achtung vor „Frauenkennern"! * Kleine Tageschrvnik. In dem Konkurse des Leutnants von T e m p s k y beim Husarenregiment Nr. 17 in Braunschweig wurden in der ersten Gläubigerversammlung 80 U00 Mark Passiven bei 3400 Mark Aktiven fest- gestellt. Leutnant von TempSky hatte für Verbindlichkeiten Zeines vor kurzem verschwundenen Kameraden, Oberstleutuauts von Kayser bis zu dieser Höhe Bürgschaft geleistet. Unter den Passiven befinden ° .*-n ; - 2 ® o « co "<3 A ö-a 3 (S) G) Juni 1906 Barometer auf 0° reduziert c CJ a c dey Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 6. 2» 754,4 18,6 8,0 51 NE 2 Sonnenschein 6. 9” 754,1 13,0 8,6 77 ENE 2 Klarer Himmel 7. 7” 753,9 12,2 8,0 75 N 2 Sonnenschein Danksagung Auf Kredit 3525 erhalten Sis bei Ai- Unentgeltlicher LZ < ss 17271 Gewinns mit zus. Mk. UeoptcewiDDe bnr Geld Mk. E -> Lose in allen Orten zu haben. (ivcutiiaiagentnv: Miejtv u; eb., ty. m. v. tp., Mann. 83 , Motel Viktoria hv14/, B7« o7< Die Direktion: Gg. Klamm. 3513 K 28/06. IB7/, Omnibus Altenbuseck—Giessen Vom 11. Juni ab 3517 Wasche mtr Zu haben bei: |hv% MW 350000 Beniners von Kohlen. Frankfurt a. JMEain Ctr. Nußkohlen I, 70 Ctr. Nuß-1 ™- . e -—y. . von 220 5 Z -a « E = Abfahrt Altenbuseck morgens 6 Uhr, Ankunst Gießen 6,50 Uhr. Abiahrt Gießen mittags 12,10 Uhr, Ankunft Altenbufeck 1,15 Uhr. 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Braun allerseits entgegengebrachte, liebevolle Anteilnahme, sowie für die reichen Blumenspenden sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer König für seine so schönen, trostreichen Worte am Grabe, sowie Herrn Lehrer Deiß nebst Schülern. Die trauernden Hinterbliebenen. Garantiert bestimmt vom 16. bis 18. Juni Ziehung der GräBeii »MM Lotterie II und 10 Ctr. Braunkohlcnpceßsteine für das Großh. Amtsgericht und Haftlokal soll im Submissionswege vergeben werden. Angebote sind bis zum Eröffnungstermin Donnerstag, den 21. Juni d. I., nachmittags 3 Uhr verschloffen und mit entsprechender Aufschrift bei uns cinzureichen. Zuschlagsfrist 1 Woche. Der Vergebung liegen die Bedingungen des Ministerialerlaffes vom 16. VI. 1893, die hier eingesehen Pressest zur Wein- u. Obstweinbereitung. Mit Herkules-Druckwerk. Holz- od. Eisenbieten Hydraulische Kelten für Grossbetrieb mit 1 oder 2 ausfahrbaren Bieten. Unerreicht in Leistung nnd Güte. Ph. 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