Nr. 233 Zweites Blatt 156. Jahrgang Donnerstag 4. Oktober 1906 Erscheint tSglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Giehener gamtlienblatfcr* werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beig-legt. Ter hessisch« Landwirt- erscheint monaUich einmal. Giehener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der 8rü bl'schon UniversitStSdruckeret. ÖL Lange, Gtetz«. Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.^ Tel. Nr. 61. TUegr.-Adr.: Anzeiger Gieß«. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen. politische Lagesschatt. Zentrumshülfe für das Kolonialamt. Dister hatte man von den Zentrumsmännern wahrend der parlamentslosen Zeit nur die weithin schallende Stimme des Kolonialanklägers Erzberger vernommen. Dieser ergriff so ausschließlich das Wort, daß man beinahe annehmen mußte, er trete im Namen der gesamten Fraktion auf mit seinen kolonialen Enthüllungen. Bon Leuten, die in Zentrumstreisen verkehren, lvurde freilich gesagt, bas sei durchaus nicht der Fall; die ganze Sache sei mehreren Führern „sehr peinlich". Doch mußten die Unterrichteten auf den Einwand,, ob denn diese Führer nicht Mittel und Wege hätten, der nach ihrer Meinung mißlichen Geschäftigkeit des Abg. Erzberger Grenzen zu setzen, nichts Rechtes zu erwidern. Es ginge wohl, aber es geht nicht. Entweder wollten die nicht mit dieser wuchtigen Angriffsmethode Einverstandenen .Herrn Erzberger nicht „reizen" durch den Versuch einer Inschutznahme des Kolonialamts — oder, und das ist auch nicht ganz unwahrscheinlich- das Zentrum ließ den streitbaren Fraktionsgenossen gewähren, weil ein wenig Opposition sich nicht übel ausnimmt bei einer sonst der Regierung freundlich gesinnten und ihr unentbehrlichen Partei, und weil die Hülfeleistung umso kostbarer ist, je größer die Not ist. Genug, jetzt hält man im Zentrum den Augenblick für gekommen, den Schild über die Negierung zu halten. Kein Geringerer als Freiherr von Herling, im Reichstag »der Zentrumsdiplomat" genannt, hat in einer Versammlung zu Münster in Westfalen die Kolonialverioaltung in eine ganz erheblich bessere Beleuchtung gerückt, als dies durch die grellen Scheinwerfer des Abg. Erzberger geschehen ist. Zwar machte Freiherr, von Hertling der Kolonialverwaltung den Vorwurf, daß sie allzu selbstherrlich gewesen und zu bureaukratisch verfahren sei. Freiherr von Hertling gebrauchte auch die Bezeichnung ^bureaukratischer Schlendrian". Aber er betonte ausdrücklich, daß er eine unehrenhafte Handlung für ausgeschlosien halte, und er bemerkte, im Grunde ziemlich spöttisch gegenüber der sensationellen Wirkung Erzbergerscher Enthüllungen: Eigentlich sei nichts neues bekannt geworden! Mit der Firma Tippelskirch hätte die Kolonialverwaltung vorsichtiger sein müßen, sie hätte nicht den Vertrag mit Tippelskirch ohne weiteres erneuern dürfen, wodurch die Ausgaben des deutschen Reiches wesentlich geschont worden wären. Alles das klingt ganz anders, als die Trompete Erzbergers. Ueber die Verhaftung des Majors Fischer unter dem Verdacht der Bestechlichkeit ging Frhr. v. Hertling mit der Bemerkung hinweg, er wolle loyaler Weise das Ergebnis der Untersuchung abwarten. Das ist allerdings abzuwarten, aber wenn an den Beschuldigungen nichts oder nur wenig wäre, dann würde der Major Fischer längst auf freien Fuß gesetzt sein. Die Hauptfrage, ob denn nun das Zentrum geschlossen für ein selbständiges Kolonialamt stimmen wird, behandelte Frhr. v. Hertling mit diplomatischer Behutsamkeit. Nicht bejahend, nicht verneinend. Er meinte: Diejenigen, die gegen die Selbständigkeit des Kolonialamts gestimmt hätten, konnten heute schwerlich dafür stimmen, um den Anschein einer persönlichen Voreingenommenheit gegen den Erbprinzen von Hohenlohe, den früheren stellvertretenden Kolonialdirektor, zu vermeiden. So besonders willkommen scheint der neue Herr im Kolonialamt, Exzellenz Dernburg, den Zentrumsaristokraten — ebenso wie den Aristokraten der Nechten — nicht zu sein. Der ehemalige Bankdirektor bürgerlichen Geblüts gefällt den Blaublütigen nichL Frhr. v. Hertling meinte, es sei doch etwas verschiedenes, verkrachte Banken zu sanieren, oder an der Spitze der Kolonialverwaltung zu stehen. Ja, aber ist dort die Arbeit rücksichtslosen Sanierens nicht die allerdringlichste und einen Mann vollauf beschäftigende? Neue uud alte Wett. In einem Newyorker Briefe der „KreMztg." wird die Auffassung vertreten, daß in der Frage der Einverleibung Kubas in die Union die Washingtoner Negierung wohl auf das Urteil der südamerikanischen Staaten, nicht aber auf das Europas Rücksicht nehmen werde. Letzteres habe man sich drüben längst abgewöhnt, woran die europäischen Großmächte selbst schuld seien. „Europens übertünchte Höflichkeit", die seit Seume berühmte, sei zu weit getrieben und hätte die Yankees in ihrem Größenwahn bestärkt und gradezu verwöhnt. Es istaller- dings richtig, daß man in der alten Welt den Bürgern der neuen ein Uebecmaß an respektvoller Beachtung zuteil werden läßt, aber entsprechende Uebertreibungen sinden sich auch bei den Südamerikanern; glich doch erst unlängst die Rundreise des Staatssekretärs Root aus Washington in den Freistaaten des Südens aus Anlaß des panamerikanischen Kongreßes einem Triumphzuge. Die Rücksichtnahme der Unionregierung auf die Stimmung im Süden wäre also wohl kaum mehr als leere Formsache, denn tatsächlich sind die Südstaaten gar nicht legitimiert, über das Schicksal Kubas entscheidend mitzusprechen, auf das sich die Union durch ihren siegreichen Krieg mit Spanien ein Vorrecht sicherte. Auch Europa wäre nicht in der Lage, mit Aussicht auf Erfolg gegen die offiz. Amerikanisierung Kubas Widerspruch zu erheben. Es kann nur verlangen, daß seinen Bürgern für den durch die Revo- lution auf dieser Insel verursachten Schaden Ersatz geleistet, und daß in Zukunft den europäischen Interessen loyale Behandlung zuteil wird, mag nun die kubanische Flagge oder das Sternenbanner über der Perle der Antillen wehen. Jin übrigen würde es den europäischen Gesamtinteressen wohl nicht abträglich sein, wenn, bei den demnächstigen Kongreß- vahlen in dec Union einmal die Demokraten in Vorteil käme». Durch die lange Regierung der Republikaner ist deren Selbstgefühl bis nahe an die Grenze des Erträglichen gesteigert. Auch in England hat es sich als für die internet. Beziehungen günstig erwiesen, daß die Parlamentswahlen zu einem Regierungswechsel führten. Kirche und Schule. X. Kirchberg, bei Lollar, 2. Okt. Ein herrlicher Herbsttag wars, der am Sonntag nachmittag gegen 600—700 Zuhörer aus dem Kirchspiel Kirchberg und Umgebung um unsere uralte Kirche versammelt sah, um ein von unserem Pfarrer Guß mann vorbereitetes Missionsfest zu feiern. Eingeleitet wurde die Freier durch einen unter Begleitung des Posaunenchors von Klein-Linden von der Versammlung gesungenen Choral und einen Chorgesang der LoUarer Schule unter Leitung des Lehrers Daab. Als Festprediger war Pfarrer Gomhel-Reiskirchen gewonnen worden, der in fein durchdachter Predigt im Anschluß an die Bibelstelle: 1. Kor. 13, Vers 13: Nun aber bleibet Glaube, Liebe, Hoffnung, diese drei, der Versammlung die Pflicht, an der Mission mitzuwirken, ans Herz legte. Darauf gab Missionar Groh von der Goldküste, ein geborener Oberhesse, in s/zstündiger anziehender Rede selbstevlebte, ergreifende Bilder von dem in religiö-fer, sittlicher und sozialer Beziehung traurigen Zustand der Heiden weit, besonders auch unserer schwarzen deuffchen Brüder in Togo und Kamerun und forderte die Anwesenden auf, ihrer in tätiger Liebe zu gedenken. Nach einem kurzen Wort des Dankes an die Mitwirkenden, besonders an den Posaunenchor und den Schülerchor für ihre mehrfachen, trefflichen Vorführungen schloß Pfarrer Gußmann gegen 4 Uhr das schon verlaufene Fest, das hoffentlich die Liebe zur Mission bei vielen, wenn nicht allen Zuhörern aufs neue belebt hat. Die beim Ausgang erhobene Kollekte betrug 122 Mk.; auch wurden noch für gegen 25 Mk. MissioUmschriften verkauft. Funkentelegraphie. Berlin, 3. Okt. In französischer Sprache hielt hier der Staatssekretär Krätke bei der heutigen Eröffnung der Konferenz für Funkentelegraphie eine Rede. Wir geben das Wesentliche daraus hier wieder: Ich schätze mich glücklich, eine so auserwählte Versammlung von Vertretern der Regierungen aus fast alten Teilen der Welt begrüßen zu können, die unserem Aufrufe zur Mitarbeit an einem äußerst wichtigen internationalen Werke der Zivilisation enffprachen. Gelehrte und Techniker aller Länder haben dazu beigetragen, die Funkentetegraphie zu vervollkommnen. Ihre Versuche bezwecken hauptsächlich, den Wirkungsbereich der elektrischen Wellen zu vergrößern durch die Aussendung von genügend großen Mengen von Energie. Durch die Vergrößerung des Dispositivs sowie der Apparate, eine eingehendere Untersuchung und den passenden Gebrauch des Prinzips der Resonanz ist es gelungen, den Schiffen auf See Nachrichten auf einige tausend Kilo- meter Entfernung zu übermitteln. Ein nicht weniger wichtiges Problem, nämlich die Beseitigung der gegenseitigen Störungen, ist gleichfalls in gewissem Sinne gelöst worden. Eine große Anzahl von Systemen ist durch die Anwendung verschiedener Methoden der Abstimmung in der Weise vervollkommnet worden, daß ein gleichzeitiger und nicht durch andere Stationen gestörter Verkehr ermöglicht ist bei genügender Verschiedenheit der Wellenlängen. Mit besonderem Interesse darf man auf die Ergebnisse der Versuche Hinblicken, die den Zweck verfolgen, mit Hilfe des elektrischen Lichtbogens wirksam bleibende Wellen zu erzeugen. Falls die auf diese Erfindung gesetzten Hoffnungen sich verwirklichen sollten, so würde vermutlich nur ein Unterschied von einigen Prozent in den Wellenlängen genügen, um zu verhindern, daßdie Apparate durch Wellen, welche nicht für sie bestimmt sind, beeinflußt werden. Das Hauptgebiet für die Anwendung der Funkentelegraphie ist ohne Frage das Meer, wo die Versuche der letzten Jahre dar getan haben, daß die Funkentelegraphie ein unentbehrliches Verkehrsmittel int Menste der Kriegs- und Handelsmarine ist. Soweit man bisher hat seststellen können, Beläuft sich die Zahl der bestehenden oder im Bau «befindlichen Stationen an der Küste, die größtenteils dem allgemeinen Verkehr bienen, auf 400, während die Zahl der mit radio-telegraphischen Apparaten ausgerüsteten Kauffahrteischiffe etwa 250 beträgt. Die Zahl der mit derartigen Apparaten versehenen Kriegsschiffe ist zweifellos bedeutend hoher als die der Kauffahrteischiffe und Küstenstationen zusammen. Ueberall, wo die Nachrichtenübermittelung auf Entfernungen vermittelst metallischer Leitungen auf Schwierigkeiten wirtschaftlicher oder technischer Natur stößt, irrerben Versuche gemacht, die Fortpflanzung ber Wellenbewegung in der Luft zurGedankenübermittelungzu verwenben. Gleichwohl bleibt, trotz aller erreichten Verbesserungen, noch viel zu wünschen. Der ungestörte Verkehr zweier Stationen hängt von bem guten Willen der benachbarten Stationen ab. Die Geheimhaltung ber Nachrichten und die Ausschaltung atmosphärischer Störungen finb noch ungelöste Probleme, aber biefe sind nicht die einzigen. Bezüglich ber Sicherheit ber Uebermittelung wirb vor allem die Wissenschaft und die Technik noch viel zu arbeiten haben, bevor die drahtlose Telegraphie allen Anforderungen genügen kann. Wenn wir uns also jetzt an die Arbeit machen, durch internationale Abmachungen Bestimmungen aufzustellen siir das neue Verkehrsmittel, so muß vor allem darauf geachtet werden, daß diese nicht dessen künftige Entwicklung behindern, sondern daß den Bemühungen aller Länder auf dem Gebiete der technischen Versuche und Ersiubungen freier Spielraum gelassen werde. In einer großen Zahl von Staaten hat die Gesetzgebung sich bereits dieses Gegenstandes bemächtigt. Fast überall hat man die Ueberzeugung, daß ein .Verstän- Ägungsmittel von solcher Bedeutung für die nationale Verteidigung, für die Schiffahrt, für den Handel und für die Industrie ber Aufsicht bes Staates unterworfen werben soll, unb in einer stattlichen Anzahl von Ländern, deren Gesetzgebung bis jetzt sich hinreichend Gewähr gegeben hat, hat man sich beeilt, staatliche Genehmigung für die Errichtung unb den Betpied radio-telegraphischer Stationen erforberlich zu machen. Aber die Fortpflanzung der elektrischen Wellen für die Beförderung rabio-telegraphsicher Mitteilungen wirb nicht beschränkt burch bic staatlichen Grenzen. Jede mit ber notwendigen Energie ausgesanbte elektrische Welle geht über die Grenzen hinweg, ob ber Bestimmungsort diesseits ober jenseits liegt. Aus diesem Grunbe trägt bie Funkentelegraphie mehr als alle an* bereu VerstänbigungSmittet einen internationalen Charakter, ber ohne Zweifel eine internationale Regelung erforbert. Die Grundlage für eine solche Regelung zu finden, ist unsere Aufgabe. Der belgische erste Delegierte Generalbirektor ber Telegraphen, M. Delarge, brachte als Doyen ber Konferenz bereu Huldigung für ben Kaiser zum Ausbruck, bie in ein Hoch ausklang. Darauf übernahm Unterstaatssekretär im Reichspostamt, Exzellenz Sybow, ben Vorsitz. Zu Vize- prüsibenten ber Generalversammlung würben bie delegierten ber Vereinigten Staaten von Amerika, Vizeadmiral z. D. Henry M o n n e y, von Großbritannien der Seeretary of the Postossice Smith, unb von Ungarn Staatssekretär von Sza lay berufen. Für bie Beratung des Reglement be Service sowie für bie Rebaktion ber Beschlüsse würbe eine besondere Kommission eingesetzt. Die erstere wurde unter bem Vorsitz des ersten französischen Delegierten und DepartementschesS im Ministerium her öffentlichen Arbeiten Bordelougue unb unter ber Vizepräsibentschaft ber Delegierten von Italien, Senators Colombo, von Rußlanb Wirkt. Staatsrat Ossatchy, unb von Spanien Fregattenkapitäns Ramon Estraba gestellt. Zum Berichterstatter biefer Kommission würbe ber nieberlänvische Delegierte, ber Generaltelegrapheninspekteur Kruyt ernannt. Tie Konferenz wirb zunächst bas Projekt eines internationalen .Vertrages beraten. Die Beratungen finb nicht öffentlich. Beim Staatssekretär Krätke fand heute abend ein Diner statt. Der amerikanische Botschafter Charlemagne Tower brachte ein Hoch auf ben Kaiser aus. Aus S*aot Mito LUN0. Sprechstunden der Redaktion 11—1 Uhr vorm., y$7—i/28 Uhr abbs. Gießen, den 4. Oktober 1906. Se. Kgl. Hoh. ber Großherzog ist heute früh, wie uns von Darmstadt drahtlich gemeldet wird, mit dem Schnellzug von München in Frankfurt angekommen und von da mit Automobil nach Jagdschloß Wolfsgarten gefahren, wo er um 7 Uhr ankam. * * Oeffenlliche Lesehalle. Jin September wurden 1899 Bände cmsgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Litle- raiur 1009, Zeitschriften 337, Jugendschriflen 195, Versdichtungen 42, Litteraturgeschichle 10, Länder- und Völkerkunde 47, Kulturgeschichte 18, Geschichte und Biographien 97, Kunstgeschichte 12, Naturwissenschaft und Technologie 74, Heer- und Seewesen 7, HauS- und Landwirtschaft 7, Gesundheitslehre 7, Religion und Philosophie 19, Staatswissenschafl 5, Sprachwissenschaft 5, Fremdsprachliches 8 Bande. Nach auswärts kamen 69 Bände. • * Gießener Volksbad. Im September wurden 8802 Bäder verabreicht gegen 9520 im August 1906 und 9371 im September 1905 oder im Durchschnitt den Tag 293 Bäder gegen 307 im August 1906 und 312 im September 1905. Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad: 3814 Männer, darunter 1000 zu 10 Pfg., , 1111 Frauen, „ 286 , 10 , Wannenbäder 1. Klasse 267 Männer, 109 Frauen, m 2. „ 640 , 466 Brausebäder 1. Klasse 655 Männer, 129 Frauen, , 2. „ 1274 r 226 , Dampf- u. Heißluftbäder, sowie Massage zus. 108 Männer, 23 Frauen. Die Personenwage wurde von 220 Personen benutzt und das Bad von 6 Personen besichtigt. • * Zum Fall Korell. Das Großh. Oberkonsistorium hat, wie die .Darmst. Ztg." hört, unterm 24. v. Mts. an die evangelische Landessynode folgende 2)Uttei[ung gelangen laßen: „Wir teilen ergebenst mit, daß wir der Hohen Synode bei ihrer nächsten Tagung über obige Angelegenheit eingehende Erklärung abgeben werden. Hierbei wird auch die Interpellation der Herren Synodalen Kohler und Schaub über Verletzung des Erlasses vom 4. Dezember 1849, betreffend Bewahrung des Dienstgeheimniffes, mündlich beantwortet werden." ” Sie Schwalben, die in diesem Herbste so lange bei uns geweilt, haben uns mit Beginn des Oktobers verlassen. Rur noch vereinzelte Nachzügler konnte man gestern sehen. In diesem Herbste' war aber nicht eine verspätete Brut die Ursache des langen Verweilens der Schwalben bei uns, sondern es ist vielmehr anzunehmen, daß die Schwalben an dem vorhandenen Ungeziefer noch ausreichende Nahrung fanden. Hoffentlich ist ihr verspäteter Ruckstrich ein gutes Zeichen, daß der Winter noch recht ferne ist. X Annerod, 3. Okt. Das am Montag abend ge* stöhle ne Rad mit Nummerplatte 1306 wurde am gleichen Abend gegen 9 Uhr in Annerod von einem jungen Mann, der angab, Kellner zu sein, in der Wirtschaft zur Krone an einen Gast für 30 Mk. verkauft. Der Dieb hatte Radfahrer-Anzug und -Schuhe an; nachdem er noch den anwesenden Gästen einen „Winkoff" gegeben hatte, verschwand er schleunigst aus der Wirtschaft. △ Nieder-Weise l, 3. Okt. Ein in Niedererlen- bach gestohlenes Pferd im Wert von 1500 Mk. wurde gestern dem hiesigen Pferdehändler Ed. Staufmann zum Kauf an geboten. Die beiden Parteien wurden zum Preise von 350 Mk. handelseinig. Staufmann, dem das Benehmen des Verkäufers verdächtig vorkam, ging mit dem Verkäufer zum Bürgermeister, um den Kauf in der Weise perfekt zu machen, daß zunächst der Verläufer 25 Mk. Anzahlung bekommen solle, bis sich der Verkäufer genügend legitimiert hätte. Inzwischen konnte dann festgestellt werden, daß das Pferd mit dem gestohlenen Tier in Niedererlenbach identisch war. Dem Dieb ist man auf der Spur. X Bad-Nauheim, 3. Okt. Ueber das Vermögen des Hotelbesitzers Heinrich Richard Langsdorf, des Inhabers des bekannten Sprudelhotels, wurde gestern nachmsttag das Konkursverfahren eröffnet. Der Wagen war heit immer danach richten nnd die Person ihrer Gäste prüfen, um nicht Gerichtssaal. Offenbacher Wald eine Fabrikarbeiterin überfallen und dieselbe in brutalster Weise vergewaltigt. Der Vorschlag zu der Schandtat ging von dem B r ä u t i g a m des Mädchens selber aus, der sich auch in hervorragendster Weise daran beteiligte. Die Verhandlung, die sich bis zum Nachmittag ausdehnte, fand unter Ausschluß der Oeffcntlichkeit statt und endete damit, daß der Haupträdelsführer Schmidt zu 4 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, Dönges zu 2 Jahren Gefängnis und Kümmel zu 1 Jahr Gefängnis verurteil: wurde. Allen drei Verurteilten wurde ein Monat für die Untersuchungshaft abgerechnet. — Der vor acht Tagen vom Schwurgericht wegen Verbrechens im Amte zu 2 Jahren Gefängnis verurteilte frühere Gemeinderechner A. A. aus 4. Laubach, 3. Oft Wie üblich fand am 1. d. M. die Generalversammlung der Bezirk Ssparkassc im Hotel Solmser Hof statt; zu ihr war Großh. Regierungsrat Schönfeld aus Schotten sowie 54 Vertreter der 12 beteiligten, zum Teil in der Wetterau gelegenen Gemeinden erschienen. Der Rechenschaftsbericht weist auf, daß 85 506 Mk. mehr eingelegt als ausbezahlt wurden, das Vermögen der Kaffe beträgt 111673 Mk. Von dem Ueberschuffe wurde eine Summe von 3730 Mk. für öffentliche wohltätige Zwecke verwendet, wovon 2840 Mk. den Gemeinden des Sparkaffen- bezirks zukommen, während der Rest mit 890 Mk. milden Stiftungen zufließt. Der Gehalt des Rechners wurde für das Jahr 1906/07 um 200 Mk. erhöht. Rach der Beratung fand ein gemeinschaftliches Mittageffen im Solmser empfindlichen Strafen anheimzufallen. , . , Rechtsanwalt Zabel, Leipzig. gleich, ich werde daher Ihr Bioson allen Leidenden sehr empfehlen, damit eS bei der leidenden Mensch- Dann faffen chn die Räder, und mit elastischem Ruck gehen re über seine Brust und den einen Fuß. Ein Seufzer der Erleichterung läuft durch die Arena, jeder ist froh, daß das chaurige Schauspiel endlich vorüber ist. "Eine Schwebebahn zum Mont Blanc? Ein ernsthaftes Projekt, eine Schwebebahn fast bis zum Gipfel der Mont Blanc-Kette zu bauen, ist, wie ein englischer Korre- vernrrschte». • Gewalttätig e Stadtverordnete. Eine recht böse Szene spielte sich kürzlich im Prager Rathause ab. Dort beriet die städtische Kommission über den Kauf eines Grundstücks, das dem ehemaligen Bürgermeister-Stellvertreter Seifert gehört. Das Grundstück ist für den Bau einer Kaserne bestimmt. Seifert forderte für den Quadratklaftcr 65 Kronen. Der jungtschechische Stadtverordnete Profeffor Nowotny beschuldigte nun Seifert, er wolle sich auf Kosten der Stadt bereichern, da er das Grundstück für nur 2 Kronen 40 Heller gekauft habe. Hierüber entstand erst ein Streit, dann eine Prügelei zwischen den beiden Stadtverordneten, wobei Seifert den Nowotny beschimpfte, ihn am Halse würgte und ihn mit dem Kopf gegen die Wand schlug. Professor Nowotny wird vom Stadtverordneten- Kollegium Genugtuung verlangen. * Die Kunst, überfahren zu werden. Eine zeitgemäße Tugend besitzt Monsieur C. Romeo aus Paris. Er ist imstande, sich von einem 70 ?8-Automobil, das 1004 Kilogramm wiegt und außerdem noch vier Insassen trägt, überfahren zu lassen, ohne seinen Geist aufzugcben oder mit zerbrochenen Knochen und zerquetschtem Fleisch auf der Strecke .liegen zu bleiben. Er zeigt seine rare Kunst im Zirkus Busch zu Berlin. Eine atemlose Spannung lag über allen, als der Wagen sich dem furchtlosen Franzosen näherte, der es sich am Erdboden bequem gemacht hatte, d. h. seinen Körper genau in die Lage gebracht hatte, die es ihm ermöglichte, die furchtbare Last zu ertragen. Gingen die Räder nur um Zentimeter falsch, so mußte es unweigerlich eine Katastrophe geben. Der Mann am Boden füllt seine Brust mit Luft, soviel sie zu fassen vermag. Eine Sekunde noch. Von deinem umgeschlagen. Q Bad-Salzhausen, 3. Okt. Die neue Sprud el- quelle hat eine Ergiebigkeit von 86 400 Liter den Tag. Man ist gespannt auf die Bekanntgabe der Analyse. — Der Verkehrsverein beschloß in seiner letzten Sitzung einstimmig, keine Petition an Ministerium und Landstände gegen den Bauplatz des neuen Badehauses mehr einzureichen, weil die Arbeiten schon zu weit vorgeschritten sind, sodaß die durch das neue Badehaus entstehende Schädigung der Privatapotheke :c. sich nicht mehr abwenden läßt. Es wurde konstatiert, daß das staatliche Kurhaus — begünstigt 1. durch den Zugang vom Bahnhof, 2. durch seine zwei Bierwirtschaften, 3. durch die Postagentur, Telephon und Telegraph im Hause, 4. durch den angeschloffenen Zugang zum Badehaus (Hausbäder), 5. durch Zeitungsreklame auf Staatskosten, 6. durch sehr niedere Preise mit seinen 76 Zimmern und Dependancen — als ein erdrückender Konkurrent den privaten Hotels gegenüber anzusehen ist. Dadurch werde das Privatunternehmertum abgeschreckt und die freie Entwickelung des Badeorts gehemmt. Auf Antrag des Mitgliedes F. von K. wurde einstimmig beschloffen, die neue Quelle der Großh. Regierung zur gütigen weiteren Er» forschung und zum Schutze zu empfehlen, mit der besonderen Bitte, der neuen Quelle gelegentlich einen patriotischen Namen beizulegen. = Groß»Altenstädten (Kr. Wetzlar), 2. Okt. Eine Feier, wie sie unsere Gemeinde noch nie begangen, war die festliche Veranstaltung zur Ehrung unseres gestern in den Ruhestand gesetzten Lehrers Christoph Schneider. Die ganze Gemeinde hatte die werktätige Arbeit niedergelegt und feierte in dem schön geschmückten Schulhause. Von den vielen Gästen seien besonders genannt Erbprinz Philipp und Prinzessin Dorothea zu SolmS-Hohensolms-Lich, sowie Landrat Dr. SartoriuS-Wetzlar. Im Namen der Kirchen- und Zivilgemeinde überreichte mit ehrenden Worten Pfarrer S chr o e d er-Hohensolms eine mit Sockel ca. 2 Meter hohe Christusstatue vön Thorwaldsen. Lehrer H e d r i ch - LcllerS- dorf übergab im Auftrage der Kollegen der Inspektion Greifenstein ein prächtiges Bild: Christi Predigt am See. Erbprinz Philipp überbrachte Grüße und Glückwünsche des Fürstenhauses Solms-Hohensolms-Lich und einen schönen silbernen Pokal. Die ältesten Schüler des Gefeierten (54jährige Leute) hatten als Angebinde eine kostbare Bilderbibel gewählt. Von den zahlreichen Toasten sei nur das Kaiserhoch erwähnt, ausgebracht von Landrat Dr. Sartorius. — Außerdem fand die Einführung des neuen Lehres, der zweitjüngste Sohn des scheidenden Schulmannes, statt. Noch bemerkt sei, daß sämtliche Kinder des verdienstvollen Emeritus — fünf Söhne —- sich dem Lehrerberufe gewidmet haben und bereits in Elberfeld, Ehringshausen, RonSdorf, Groß-Altenstädten und Kirn ihr Amt versehen. Hof statt. O Mücke, 3. Okt. Nachdem das neuerbaute Hotel seiner Bestimmung übergeben worden ist, erhebt sich jetzt schon wieder ein Neubau, der die Verbindung zwischen Flensungen und Mücke enger schließt. Das neue Gebäude läßt der Bieragent Biedenkapp vom Flensunger Hof aufführen. In absehbarer Zeit bilden Merlau, Mücke und Flensungen ein Ganzes. — Die von hier aus über Ruppertenrod gehende Personenpost nach Ulrichstein erleidet diesmal mit dem Winterfahrplan nicht die sonst eintretende Veränderung. Sie schließt, wie im Sommer, auch während des Winterhalbjahres an den um 6.45 Uhr hier von Gießen kommenden Zug an. p. Vollnkirchen, 3. Okt. Durch das Scheuen des Pferdes verunglückte gestern eine Frau von hier, die mit ihrem kranken Kinde von Wetzlar auS auf einem Wagen Die Verletzungen der beiden und des nach Hause fuhr. Fuhrmanns sind nicht lebensgefährlich. Nur^soweit das reisende Publikum in Frage stelle, so meint Marxloh, 26. Juni 06. .Bioson*, welches ich bei das Reichsgericht, braucht sich der Vallnhosswirt oder .Pächter meinem Kmde angewandt habe bat geradezu Wunder gewlrkt. nicht an eine etwa gebotene Polizeistunde zu halten. Den Reise- Dasselbe war lungenleidend und sehr schwächlich; es ist ,etzt voll- verkehr und die Bedürfniffe der Reisenden darf die Polizei nicht! ständig gesund nick nimmt jeden Tag mehr zu an ^wicht. Ich dadurch einschränken, daß sie verbietet, auch diese nur bis zu der hatte schon viele Mittel versucht, aber alle vergebens, bis ich zu sonst üblichen Polizeistunde zu bewirten. Das sonstige Publikum Ihrem Dioson memk-Zufluchgenommen, welches> nur von.meinem aber, das nicht zum reisenden gehöi-t, darf auf dem Ballnllof nicht Hausarzt, den ich darüber befragte, sehr empfohlen wurde. Alle beliebig zechen. Insoweit steht der Babnhofswirt hinsichtlich .der | anderen Präparate kommen dem Ihrigen in^kemer Weise Polizeistunde dem gewöhnlichen Schankwirt gleich. Selbstverständlich muß im einzelnen Falle der Wirt, wenn er zur Verantwortung gezogen werden soll, Kenntnis vom Sachverhalt gehabt haben. Das wird in kleinen Städten, wo die Bürger mit Vorliebe ihren Stammtisch im Bahnhofsrcstaurant aufschlagen, meistens der Fall sein. Hat aber, namentlich bei einem größeren Bahnhofsreftau- rationsbetriebe, der Wirt keine Kenntnis davon, daß seine Gäste nicht zi,m reisenden Publikum gehören und beruht diese Unkenntnis auch nicht auf Fahrlässigkeit, so kann er riicht bestraft werden. Ob diese Entscheidung das Richtige trifft, läßt sich recht be- mehr bezweifeln. Es scheint doch angebrachter, der Verkehrsauffassung zu kannt werde. . folgen und die Bahnhofswirtschaft als einen Teil des Bahnbetriebs meinen besten Dank für anzusehen, der irgend welchen Polizeivorschristen nicht untvliegt. die Hilie, die mir durch Ihr Mittel zuteil Auch ist die Unterscheidung zwischen Reisenden und sonstigen Gästen geworden, verbleibe ich mit Hochachtung Ludwig Carls, in rechtlicher Hinsicht nicht recht einleuchtend. Immerhin ist es Marxloh b. Ruhrort, Kaiserstr. 120. Unterschrift beglaubigt. Marxgut, wenn sich die Bahnhofswirte, nachdem einmal der höchste loh, den 26. Juni 1906. Polizei-Verwaltung Hamborn. I. A. Gerichtshof in der geschilderten Weise Stellung genommen hat, Vollmann, Polizei-Kommissar. " " """" "e'~ ......■ Bioson wird von berufenen ärztl. Autoritäten und in Kliniken, Krankenhäusern usw. nach umsaffenden Versuchen fortgesetzt als bestes,. stärkstes, billigstes, zuträglichstes, bluterzeugendes Mittel angewandt und ist in Apotheken, Drogerien usw. das halbe Kilopaket zu drei Mark erhältlich. Jeder Arzt kann auf Wunsch über die Vorzüglichkeit des Dioson Auskunft erteilen. Bahnhofswirtschaft ttnb Polizeistunde. Fanittien-Nacy richten. Urteil des Reichsgerichts vom 22. September 1905. I Verlobte Fräulein Marie Engersch, Hanau, mit Herrn Nachdruck verboten. Jacob Heilbronner, Gießen. — Fräulein Berta Peter, Butzbach, Bekanntlich gib: es in der Mehrzahl der Städte für Schank- mit Herrn Jacob Gaßmann, Franflu^ a. , Marie wirtschaften Polizeistunde. Der Wirt darf nur bis zu einer be- Weber, mit Herrn Emil Wagner, Schlitz. Fräulein Elise Wehner, stimmten, von der Polizei sestgelegteu Stunde dulden, daß Gäste mit Herrn Balthaser Buckmg, Alsfeld. in seiner Schankwirtschast bleiben. Handelt er dem zuwider und ®eb°re)ie. Herrn-^'dwig^Heller und Frau Betst,Ä' überschreitet er die Polizeistunde, so wird er bestraft, ihm event. meier, Offenbach Eine ^.achter. Herrn Leo Strauß und Frau, die Konzession entwaen Johanna, geb. Goldschmidt, Worms, ein Sohn. — Herrn Forst- Dem Reichsgericht' lag nun die Frage zur Entscheidung vor, asseffor Kutsch u. Frau ob das oben Gesagte auch für Bahnhofswirte zutreffe. Das Reichs- Gestorbene. Aau Katharina Branibach Wwe., geb. Wrffen gericht hat dies bejaht. Es ist damit der im Publikum weit ver- bach, Dillenburg. — J$rau Katharina Hetterich, geb. ©unberman,. breiteten Meinung entgegengetreten, daß man in Bahnhossrestau- Rodenbach. — Frau Katharine Kreuzer Wwe., Hartershausen, rationen auch nachts zu jeder Zeit verkehren und Bedienung I Frau Katharine Wagner, geb. Gewel, Bonstadt. pondent auS Genf berichtet, von einer Schweizer Gesellschaft ausqcarbeitet worden und hat die Zustimmung der französ. w »j mtü „ . , n- _ ■ ri . • , s.; a aaaaw I Gefängnis verurteilte frühere GemeiNoerecyner .1. «4. aus Regierung gesunden. ES ist dieselbe Gesellschaft, die gegen- ner zu verantworten. Wie sich in der Gerichts- Gipfel der Aiquille du Midi, einer fast 12 000 Fuß hohen Verhandlung ergab, hat der Angeklagte schon bald nach seiner un Spitze im Mittelpunkt des Mont Blanc, führen. Nach dem ^^ diese stirchesetzt,^ bis^sie^ sich 1901 msi 6?000 Mk. bc- Kontrakt wird eine gewöhnliche Seilbahn die bestehende Bahn I [jcfen> Ex verdeckte diese Unterschlagungen bekanntlich, indem er von Chamounix weiterführen; das System mit doppelten diesen Betrag der Stadtkasse entnahm und falsche Buchungen ßufttabcln wird bei der ersten Station nahe dem Gletscher machte. Bis znm Herbst vorigen Jahres unlernnhm er dann neue _ . ■ c -. ■( „ qaaa cy.,c, i. ■ I betrügerische Manipulationen in Höhe von 19500 Mk. Während des BeffonS m einer Hohe von über 800 Huß beginnen. Angeklagte durch Hergabe seines ganzen Privatvermögens das Die Kosten werden auf 3 200000 Mk. veranschlagt, und man ^samte Defizit wieder gedeckt glaubt,' beziffert sowohl der Verein nimmt an, daß der Bau in vier Jahren vollendet sein wird, wie die Stadtverwaltung ihren Schaden auf je 13-14 000 Mark. Die erste am leichtesten auszuführende Hälfte soll nur ein Das Gericht verurteilte ben Angeklagten unter Einrechnung der Jah-Irsorde-N. SVßinie wU in ,^5 Reihe °°n Gle, Ia hr-a b Mo a t ° , an an.e schern und an jähen Abgründen entlang fuhren und -- ben Besuchern der Alpen, di- keine Klettertouren unternehmen Unkv-rsitätsNachrichten. wollen, eme Vorstellung von den Gesahrer. und den, Ver. , der u n i ° ° r s i. ä t L ° i o, i g ist ein S ° m i n a r gnugen deS Bergsteigens vermitteln. Tie Reisenden werden Zg e fch i ch t e u n d S i ed e lu ng sk u nd e errichtet auf dieser Bahn alle Schrecken der Gebirgswelt kennen lernen, morden. Zum Direktor wurde der a. o. Professor Dr. phil. Kötzschke wie keine andere Linie in der Welt sie zu zeigen verlnag. ernannt. Für die Heimaisgeschichte bedeutet das neue Institut, Die Ingenieur- erkennen an, dast der Bau um so gröbere das auch die sehr 'm Dunkeln liegend-Gern.anisierungSgeschichle ~ r .. ■ . • rci:t.c_r ber Sorbenwenben burchiorschen bürste, sehr viel. L-chwierigkeiten bereiten wird, je weiter man ziim Gipfel —. fortschreitet, da die Hinderniffe, die durch die Gletscher, den g i tiefen Schnee und die Lawinengefahr bereitet werden, ständig s m s (Kfrprfrn nur denen bäufia "awinen V. Alsfeld, 2. Okt. Auf dem Hsrbstbezwkstaqe des Nordwachsen. Auf den Strecken, auf denen yaupg -aroinen @au IX be§ Deutschen Radfahrer-Bundes in Herborn am niedergehen, sollen Tunnels gebaut werden, um alle Ge- Zy.Sept. l. I. erhielten die Herren Karl Bellinger, Otto Etling, fahren zu vermeiden: aber vier Fünftel der ganzen Linie Richard Geyer, Louis Görnert, Heinrich Herzog, Carl Heyn, Adolf werden unter freiem Himmel liegen. Die Elektrizität zum Rühl und Otto Rudlos vom Alsfelder Radfahrer-Verein 1900 je der Bahn soll von der Arve w^en -men silb-on°n Zunächst soll eine Ruckfahrtkarte bis zum Gipfel 60 Mark gefahrene Dauerfahrt „Rund im Bezirk" 148,1 Kilometer. Er fuhr kosten. I die Strecke trotz wiederholter Raddeiekte in 7 Stunden 431/, Min. • Ein merkwürdiger Wunsch. Die ältere Tochter —-----—---- ' . einer uns befreundeten Familie erhielt — so erzählt ein Leser Utlfc Verkehr, Volk-Wirtschaft. R. 8. Barmftadt, 3. Okt. Das Schwurgericht hatte heute über einen glücklicher Weise sehr seltenen Fall von s cb w e r e r M jeder beliebigen Schriftart and Karton- Notzucht abzuurteilen. Drei rohe, kaum 20 Jahre alte Burschen, forte, sowie mit Zirkeln aller studentischen schon vielfach vorbestraft, der Gürtler Peter Hemrick Schmidt, Vereinigungen, liefert zu mäßigen Preisen KümmÄk'iämN^kÄKLIvrühl'scyeunwerfitäts-vruüerei,Zchulftratzel der „Tgl. R." — zur Konfirmation ein Album, in das Ver- _ Vom Rentenmarkt. DasAnlagebedürsnis m deutschen wandte und Freundinnen nach altem Brauch einen Spruch und preußischen Fonds scheint voll befriedigt zu sein, denn es sll)--,b-n sollten Nachdem Vater und Mutter sich in diesem ÄÄ5W. Buch verewigt hatten, gab sie es ihrer kleineren Schivester, Städteanleihen ziemlich Käufer vorhanden und man konnte die die Worte hineinschrieb: I zum erftemnale seit längerer Zeit ein leichtes Anziehen der Kurse Du sollst nicht ehebrechen! I beobachten. Für die russischen Werte ist die Haltung immer noch Dieses wünscht Dir Deine Dich liebende ziemlich fest, wenn auch nicht mehr so, wie zu Beginn dieser Schwester. , Woche. Japanesen, Portugiesen und Griechen waren auf Anziehen Als die sehr erstaunten Eltern das Kind fragten, wie der Londoner Geldsäye weichend. zu dieser merkwürdigen Idee gekommen sei sagte es: Ich - Ä Ä wußte nicht recht, was ich da hinein schrecken sollte, und ungedeckte Notensteuer um 130 Millionen Mk. zugenommen hat. etwas so Gewöhnliches, wie „Du sollst nicht töten41 oder Jetzt beginnt langsamer Rückfluß, lieber eine Diskonterhöhung i,t Du sollst nicht stehlen" wollte ich doch nicht schreiben, und noch kein Beschluß gefaßt, aber es wird geglaubt, daß eine baldige d° 7-mt- ich, dies wär- das Pasiendste • 'pro. Erdung sehr n, Eis, eben eine . G^Äd Gaab von der Reichsbankstelle m Halle (Saales abhängige 9leid)5banf- an§ Mundenheim r. d. V^lz und bte ^ Jahre alte Nebenstelle nut Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr haben sich m Basel, wohin sie am Samstag von ^udwigshaten h gefahren waren, das Leben genommen. — . In H e u ch e l h e i m ^ogn« werve . gr-leibe der Stabt WormS vom in der Pfalz ist eine Tischlerfamilie nach bem Genuß on e in- L a t c 190 6. Das Bankhaus Mendelssohn & Co. in Berlin gemachten G u r f en le b°"sg^Shr ich erk r n k t. Die ( bie DOn ihm übernommene 4-prozentige Anleihe der Stadt Gurken waren mit Traubenblatteru gedeckt, die noch vom Wein- ^,rmS vom Jahre 1906 im Betrage von 1 700 000 Mk. am 5. d. M. berge aus mit Kupfervitriol besprengt waren. In Ilbesheim! »llrre ioi 50 Prozent zur Subskription auf. Der Erlös (Pfalz) wurden vier Kinder des Landwirts Schmidt in olae-von Sie Rauchvergiftung besinnungslos ausgefunden. Es gelang drei Kinder 1912 unkündbar. Von diesem Tage an steht wieder ms Leben zuruckzurufeiy wayrend em zweyahriger Knabe Stadt das Recht zu, die in Umlauf befindlichen Schuldner- tot blie^ Die Kinder hatten mit Streichhölzern fie pte t - Enn- Übungen ganz oder teilweise mit dreimonatiger Frist zur Rück- große Berlin e r Falschm u n z e r b a n d e , d,e die Reichs- » fünbigert- Tie regelmäßige Tilgung der Anleihe beginnt Hauptstadt und die Vororte mit icilschen Zwelmarkstucken über- L L CfL 1917 unb ^ar nach Wahl der Stadt durch Rückkauf cl'wemmte, ist.verhaftet worden, - etanbalö e © Ä e n e n ober burd) Auslosung mit einer TilgungSquote von 1 Prozent der. Nnd iu -rs°-üng„chen Schuld „.zünlich de- ersnar-en^insen. dieser Angelegenheit mehrere Verhaftungen vorgenommen worden. ea — Am Sonntag bestiegen drei Arbeiter aus Pontresina imI Engadin den Piz Morteratsch. Dabei stürzte einer ab. Als ^ich 3. Okt. Die Kartoffelernte ist hier ht Hille kam, war er tot. Er ist vermutlich erfroren. Der Ver-1 Gange. Jedock ist der Ertrag geringer wie man erwartet unglückte ist em Schremer namens Wilhelm Melcher aus Preußen. Das Malter kostet hier 5 Mk. emP fohlen. Hiermit «N $ cr r-> c* Ä o ** Q 40 W r5 <**• CQ-o >o *5" E O 5 C M V LÄb-i ^*2 -O S Z LO/L ® 2 • o _ «ft ’-* -p o =c E — -V. _: §E CO 3« => er E q r-^ P E S r'nst er ee s or SS SS « CD o E O •-Q ^_» -E o £> = .. Cr? c yo — >o o 2.'s 2 ©o^- 2Z Z "b G W sS- g,^ ox> - S 2 <$ p CD « Q — o N S o 6» E — 00 §‘2 05 ägs c-.r S -O 70 -5* « s s - o >e - :X S Ä,n Q, -L.C2) S CD O .— £ Jo Q CD •_> E «ft .Q G C -O = £ 2 >e = *S?.S «ft *e-'C '2 ‘S C3. 2 o r? ° 21-0 vgi — Q .— EP D c* E «ft «ft «ft '-* c <3) v> O o c 2 2 »b i* s T k , —, O> O . 2 — CD «ft E Ä S^2 2 2 - *— G >2 EP 2 «ft CD O er. — «» CD 2 & T3 o vO o >D CD O — o 2 2 2 = c» :<3 .2 = HA E O VD -E £) " — P jO >öS." -E " LKK E -E SS » c - CQ E g Ca Ö s Bed. Hi e n •o 6 8'11 *0 oC'Ol 1 'C SlavffquiW CE W ■»1' 2 19 + 4- II II c Z A Q .2 C, — VumchUqUlD 1 *^-z, I u 5 )iszbpchnsZ aapujaiß -r io O O» Ö Q COCO rolostisclr der Stati jiajöijQonaP ’aPÜojqjg oTr-To" c ffNF asq an;vasarusZ E ■-> o C jO eSS £ cP“ s O o <3> o Kss «ft § C O & s P Q t® ., c4 p p LEI S >b Z c c K*S , vQ E^ -C g ET,— rs o a «9» r*— «-* E 2 4? •n« o » 5 »>b «» « ja -C' »•- p « § gw A *• o -X jjj c ® 2 2; VD 2Z •- E X> Hs « HZ E O §|?s ZZ>§L o Z» II K - p = ä LZZ *tE P E E o» E 2 .2-0 E p o S :c S E § ci‘2 rL> LZ E «ft CD CD 8t 3 C ^ZZ'Z . 5 = E ^7 q CD 2 S — on ä 5 ~ E c, = N €® =2 5 2 o «5 C s §8‘| ^K 3 z> ft «t E O V •- p “ 21 äsiQs p3 N p1 c p C E C’E P «2 P E V E A S «C' E CV ZA AZ N.2 ® . P p o Ä-L § G o >b C s A E L e 3 SS ° A'C ^ Vergebung. Für unsere Kliniken soll die Lieferung von: 20 Ztr. Aepfeln, 450 „ Kartoffeln, 8 „ Zwiebeln, 6 „ roten Rüben, 2 ff weißen Rüben, 4 „ gelben Rüben, 2 „ untererd. Kohlraben, 2 „ Meerrettig, 20 „ Weißkraut, 50 Stck. Rotkraut, 400 „ Sellerie, 100 „ Lauch auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen liegen an Wochentagen von 3 bis 5 Uhr nachmittags aus dem Verwaltungsbureau offen. Angebote versiegelt und mit der Aufschrift: „Angebot auf Gemüselieferung" versehen, sind mit den Mustern bis zum 18. Oktober d. I., vormittags 12 Uhr, zu welchem Zeitpunkt die Eröffnung der Angebote stattsindet, auf dem Verwaltunasbureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis zum 20. Oktober 1906. Gießen, den 30. September 1906. Großh. Verwaltmigsdirektion der chirurgischen und Augenklinik. B*Ao___________ Poppert._________Vossius. Vergebung. Für das Großh. Provinzlal-Arreslhaus dahier soll die Lieferung von ca. 10000 Kilo abgetrockneker, guter SPeisekartoffelu ün Lerdingun^swege vergeben werden. Versiegelte Angebote und Proben sind kostenfrei bis zum Eröffnungstermtn Samstag dem 6. Oktober 1906, vormittags 10 Uhr, auf der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft dahier — Justizgebäude, Zimmer Str. 43 — niederzulegen. Die Vergebung erfolgt unter den in Anlage A zu dem Ministerialerlaß vorn 16. Juni 1893, das Verdingungswesen betr., enthaltenen allgemeinen und von dein Unterzeichiieten ausgestellteti besonderen Bedingungen, ivelche auf der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft einaejehen und gegen Grstattung der Schreibgebühren bezogen werden können. Der Zuschlag bleibt drei Tage Vorbehalten. Gießen, den 20. September 1906. D”/e Der Großherzogliche Oberstaatsanwall. _____________________Theobald.______________________ MaBunterricht. Unterricht in Oel-, Aquarell- und Pastellmalerei wird erteilt. Kinderkursus im Zeichnen, Brennen und Malen kann bei genügender Beteiligung eingerichtet werden. 07163 Marie Felchner. WerWe 13, pari Kchrkchttlrch Gjeßkn. Wir bringen hierdurch zur Kenntnis der Bezirksangehörigen, daß vom 1. Oktober l. I. ab bei unserer Kasse die tägliche Berzinsnng der Einlagen zur Einführung gelangt und daß jeden Werktag von vormittags 8—1 Uhr und nachmittags von 3—4% Uhr die Kaffe geöffnet ist. Gießen, am 22. September 1906. Direktion der Bezirkssparkasse Gießen. Doering. Willig! WW! Von Donnerstag den 4. bis Donnerstag den II. Oktober 1906 verkaufe ich zu Gießen im Saale des Gasthauses zum „Pfau" in der Neustadt einen Waggon guter, im Gebrauch bestens bewährter emaillierter Haus- und Mlheugeraie zu ganz enorm billigen Preisen. Zum Verkaufe kommen: Kochtöpfe, Schmortöpfe, Ringtöpfe, Wafchtöpfc, Milchtöpfe, Kasserollen, Nudelpfannen, Fisch- kocher, Milchkocher, Bratpfannen, Wasserkessel, Serhen, Durchschläge, Kaffeekannen, Teekannen, Rahmgietzer, Präsentierteller, Taffen, Trinkbecher, Teller, Suppenterrinen, Lalz- und Meylbehälter, Effenträger, Gemuseschtiffeln, Waschbecken, Futzwannen, Teigfchügeln, Waschgarnrturen, Toiletteneimer, Rachttöpfe, Waffereimer, Milchkannen, Wafferschöpfcr, Trichter, Schöpf- und Schaumlöffel, Kehrschaufeln, Reibeisen re. re. Der Verkauf dauert nur kurze Zeit und versäume daher niemand diese Gelegenheit. Frau Hermann Butront 6004 aus Wetzlar. ———————— Zu dem am 11. Oktober d. Js. im Fagdfchlößchen zu Dutenhofen stattftndenden Israelitischen F-eftballe ladet ergebenst ein 5668 Tie Musik wird ausgeführt von Das Komitee, der Marburger Jägerkapelle. ————•—— Verlag von Emil Roth in Giessen. 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Sopransolö: a) Volkslied..........Reger b) Petites Roses....... Gesek c) Die Treppe Löwe 11. Pianosolo: Rigoletto-Fantasie Verdi-Liszt 12. Violincellosolo: Ungarische Rhapsodie Klengel 13. The Geisha! Quadrille..........Jones 14. Als ich Abschied nahm! Solo für Piston . . . Rodominskl 15. Aus meinem Album! Potpourri.......Latann Ball ----- unter Leitung des Herrn Tanzlehrers Will, hier. v4/,* Sonntag, den 7. Oktober 1906, nachmittags 4 Uhr: zzzzz Nachfeier auf dem Windhof. n Bodberg-Clnb. Sonntag, den 7. Oktober findet im Saale des Gasthauses zur „Stadt Marburg" FamBEIien-Abend statt. Nachmittag- u. Abends: Preisschießeu. Von 5 Uhr ab: ranz« vergnügen. Eintritt für Nichtmitglieder frei. 07828 Es ladet ergebenst ein Der Vorstand. sowie Lenden im Ausschnitt empfiehlt von jetzt ab täglich Goar. Malkouiesms Telephon 447. Mäusburg 19. Hasten-, Katarrh-, Brust- u. 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