Nr. L5S Erstes Blatt ISS. Jahrgang Montag 3. Juli 1906 Erscheint tägttch außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Gießener Samtlien« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u. Stein- druckerei. 9t Lange. Redaktton, Expedition und Druckerei: Eichener Anzeiger w General-Anzeiger v MM Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Anzeiger Gießen. VezugSpretsr monatlich 7bVi., vierteljährlich Mk. 2.20; durch rlbhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pj.; durch die Post Alk. 2.— viertel- jährl. ausjchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnuinwer bis vormittags 10 Uhr, Zeilenpreis: lokal 12 auswärts 20 Pig. Verantwortlich iür den oolit. und allgem« Teil: P. Witt ko- füt w‘Stabt und Land* und „Gerichts! aal"-. Ernst Heß; für den Anzeigenteil: HanSBeck. Lehrerstellet dem dem durchaus gut und bei den <5o (baten beliebt ge» ivesen. Die letzten Bestellungen seien vor Bekanntwerben der Schulamts- Lehrer stelle; Schulamts- Leh rerstelle Schulamts- Miß trauen im gesamten Volk — stände — gegen alle höheren stände". Er mag damit leider nicht ganz unrecht haben. Wird aber dieses Mißtraueil gerade in unserem staatstreuen Bauernstände gegen die „höheren" Stände nicht noch sehr wesentlich vertieft, wenn berufene Diener der Staatskirche Hinneigung von Lmtsbrudern zu der privatbesitzseindlichen Sozialdemokratie für gut uno recht erklären? Mutz der Bauer dann nicht Von. .u-J altes Vertrauen zu den „höheren" einmal die Sozialdemokratie Hessens ztt behaupten sich getraut. Der Wunsch des Herrn Pfarrer Fuchs, „wir hätten ein paar enthusiastische Pfarrer, die die Gefahr der Sozialdemokratie weniger sähen, ivirklich hinüber gehen könnten, und so ein Bindeglied würben zwischen ihr und uns*, ist so „fromm* nicht. Zu berSozialbeinokratie ist ja schon mancher,,enthusiastische* erstattet. Wegen der angeblichen Unterschleife von Bekleidungsstücken :e. hätten die Ermittelungen ergeben, baß verschiedentlich abgetragene Uniformen an eingeborene "Arbeiter zum Schutze gegen die Witterung ausgegeben wurden. Auch hätten vereinzelt Soldaten alte Uniformen verschenkt oder veräußert, worüber keine so strenge Kontrolle wie in der Heimat möglich gewesen sei. Indessen seien neue lieber- wachungsbestimmungen getroffen worden. Was die Ver- wenbimg von amerikanischem Corned-Beef anlange, so habe man bewährte Marken benutzt, die bedeutend billiger seien als die deutschen. Das amerikamscheBüffel-Fleisch sei bisher offentlichter 'Aufsatz betitelt konsistorium und die Darmstädter Stichwahl" fand viel Beachtung, besonders bei uns in Hessen. Unserer Redaktion z. B. ist er in mehreren Exemplaren zugesandt worden, zumeist ivohl von Freunden und Gesinnungsgenossen Korells und Gegnern des oberkonsistoriellen Verweises. So sehr wir Herrn Sic. Fuchs, den Nachbarpfarrer KorellS, schätzen als einen der vorzüglichsten Vertreter der modernen Theologie dem Herrn Pfarrer di- Wissenschaft, daß sich das Großh. die betreffenden Punkte bereits in der Budgetkommission Oberkonsistorium in Dienste des industriellen Unternehmertums gründlich aufgeklärt worben seien, wirb nochmals feftgestellt, daß mehrere Beamte wegen dauernder Ueberstunden Re- stellt ober vor ihm liebedienert? Wir meinen, das Oberkonsistorium hat einfach gehandelt, wie unter der bestehenden niuncrationcn aus einem Fonds erhalten hätten. Die Zu- staatlichen Ordnung jede Behörde zur Aufrechterhaltung der wendung von Liebesgaben an Offiziere zur Teilnahme staatskirchlichen Autorität zu handeln die Pflicht hat. Daß an einer Wohltätigkeitsvorstellung wurde zugegeben, nach den durch „den Kampf der Arbeiterschaft sinanziell Ge- um den Offizieren, die zur Repräsentation entsandt werden schädigten" eine Großh. Behörde schiele, hat bisher noch nicht mußten, die hohen Ausgaben zu ersparen; indessen hätten die Offiziere, als der Vorfall erörtert wurde, den Betrag zurück- geeignet, Vertrauen zu. gewinnen ,ils zu verlieren", sagt Fuchs. Mit viel größerem Rechte läßt sich dieser Satz u. E. in fein genaues Gegenteil umkehren. Tie Gesinnungstüchtigkeit Korells ist jedenfalls aller Ehren wert, aber ebensowenig darf ein Pfarrer der^vorgesetzten Behörde das Recht absprechen, ihn in die von Staats wegen gezogenen Grenzen zurückv erweisen, wenn sie diese Schranken aus tiefster ll/berzeugung für überschritten erachtet. Die Behörde, die ihrer Ucberzeugung zuwider dem ihr Unlerstellten keinen Verweis erteilte, verdiente u. E. keine Achtung; sie gäbe sich selber auf, machte sie in so folgenschwere.! Fällen von den ihr von Rechts wegen zusteyenden Disziplinarmitteln keinen Gebrauch. Herr Pfarrer Fuchs aber scheint das Recht zu disziplinieren seiner vorgesetzten Behörde überhaupt streitig machen zu wollen. Dem Oberkonsistorium ift die u. E. sehr woljl berechtigte sozialliberale Richtung Korells nicht sympathisch. Tas hat es in seinem Schreiben unzweideutig zum Ausdruck gebracht. Trotzdem hat es die Kandidatur K'orells gestattet. lind doch behauptet Herr Fuchs, es könne nach dem Ko re lisch en Verweise von dem Yess .Pfarrer hinfort „jeder sagen: du reoeft ja nur so, — weil deine Behörde es so will". Ist eine Behauptung je ungerechtfertigter gewesen? Wir lesen heute in der „Darmst. Ztg.": Tas Ober-Kons i stör cnn, wirb aus die öffentlichen Aeußernnqen unb Angriffe, welche der Falt Korell veranlaßt hat, nicht antworte n. Dagegen behält es sich vor, der voranS- sichttich in diesem Jahr znsammentretenden L. a n d e s s y n o b e die erforderliche Aufklärung zu geben. Die Landessynode erscheint als die berufene und am besten bazu geeignete Stelle, um das nur von der Erwägung der kirchlichen Interessen ausgehende Ber- sahren der Kirchenbehörde zu beurteilen. Redner, auch politische Gegner, bas Verfahren bes Oder- Konsistoriums. Vertreter des Stanbpunktes des Ober- konfistoriumS waren zu dieser Versammlung, deren Verlauf abzusehen war, vernünftigertveise nicht erschienen zur Vermeidung unnützer Streitereien. Ein von Lic. Emil Fuchs, dem Verfasser eines von tiefer, freier, echter Religiosität und starker Humanität im Sinne Herders zeugenden ethischen Schift über „Gut und Bose", in der „Christ!. Welt" ver- Das Darmstädter Ober- Ständen verlieren? „Die Haltung Korells ist also eher TColonialpofte Die „Deutsche Kolonialz." veröffentlicht ein Schreiben des Reichskanzlers, datiert an den Präsidenten der deutschen Kolonialgesellschaft Herzog Johann "Albrecht von Mecklenburg, worin der Reichskanzler mitteilt, daß die Fertigstellung der Bahn Lüderitzbucht-Kubub noch im Laufe dieses' Jahres zu erwarten ist, daß Oberbaudirektor Kummer zu Aufstellung eines Planes für die Verbesserung der Landmlgsverhältnisse sich in Swakopmund befindet, und die Entsendung einer neuen Kommission zu Untersuchungen wegen der Wetterführung der Usambarabahn vorbereitet wird. Das Schreiben schließt: Die Bildung eines selbständigen Reichskolonialamtes wird auch nach der, durch den Reichstag erfolgten Ablehnung eine der wesentlichsten Bestrebungen der Kolonialver- innerhalb der hessischen Pfarrerschaft, so sehr wir den ehrlichen Eifer seiner Ueberzeugung auch in diesem Aufsatz anerkennen, so wenig können wir uns doch mit diesen seinen Ausführungen einverstanden erklären. Es ist zunächst dem Großh. Oberkonsistorium nicht im mindesten eingefallen, von Korell zu verlangen, daß er, wie Fuchs sagt, „seiner Partei in den Rücken falle." Seine Partei ift mit der Parteileitung durchaus nicht zu identifizieren. Dem Rufe der Parteileitung ist bei der Darmstädter Stichwahl die Partei längst nicht einmal zur Hälfte gefolgt, der bet weitem größere Teil hat also klipp und klar bei Parteileitung seine Mißbilligung gezeigt. Also ist eigentlich die Parteileitung der Partei „in den Rücken gefallen". Dieses Mißtraucnsvotuin gegen die Parteileitung hätte diese demnach längst zu der Einsicht bringen können, daß, da ihr Vorgehen den Intentionen der Partei angehörigen nur z u m kleinen Teil entsprach, weise und taktvolle Mäßigung und intensivere Fühlung mit ihren Wählermassen ihre oberste Pflicht für die Zukunft ist. Fuchs vertritt auf der einen Seite mit aller Entschiedenheit die rücksichtslose selbständige Betätigung des Einzelnen, auf der anderen beutet er an, daß dem Parteileitungsrufe alle blind gehorsam zu folgen hätten, wenn er von „in den Rücken fallen" spricht. Welch ein Widerspruch! Sehr richtig sagt er, „daß die berechtigten Forderungen der Arbeiterschaft innerhalb der beste h e n d e n Ges e lisch a f t s ord nu n g z u e r re i ch e n sind" und fügt nicht ohne Sophislik hinzu: „Für die, die so denken, ist der wirkliche Beförderer der Sozialdemokratie Jeder, der Den berechtigten Forderungen der Arbeiter- fchasl auf Organisationsrecht usw. Widerstand leistet ober sie nicht unterstützt." , Demnach aber schnitten boch die bürgerlichen Parteien wahrlich sich am allertiefsten ins eigene Fleisch, wenn sie vereint mit der Sozialdemokratie marschieren, mährend sie zu beweisen haben unb u. E. sehr wohl beweisen formten, daß unter striktesterBekämpfung berSozialbeinokratie alle vernünftigen Begehren ber beutschen Arbeiterschaft sich erfüllen lasten. Daß „ber Pfarrer bie Autorität feines Amtes mißbrauchen soll ziir tatsächlichen Bekämpfiing einer Partei", ist in bein zwar sehr gewunbenen Dokument bes Oberkonsistoriums auch mit feiner Silbe angebeutet worben, im Gegenteil ihm volle Freiheit ber politischen Betätigung ausbrücklich 511- gestanben, wenn auch nicht als besonbers sich vereinbarenb mit ber Würbe eines Amtes hingestellt worben. Fuchs zieht bann eine Parallele zwischen Revolutionären links unb rechts, bie um so weniger zur Sache gehört, als bekanntlich in Hessen niemanb bie Abschaffung bes nllgem. Reichstagswahlrechts sich erträumt, unb spricht es unum* wunben aus, baß es feinem Pfarrer verwehrt werben bürfe, vor beni Rationalliberalismus ber Sozialbeinokratle ben Vorzug zu geben, bereu revolutionäre Tcnbenzen er gar nicht leugnet unb nur wohlwollenb bedauert! Das i|t freilich eine Ansicht, bie uns für einen Diener ber Staatskirche vollkommen unverstänblich ilt unb bleiben wirb. Fuchs imputiert bann dem Oberkonsistorium ohne jeden Grund, daß es .„jede oppositionelle Haltung ber Regierung als eine Sünde" hingestellt Habel Welche Regierung? Dic hessische Regierung steht bekanntlich der politischen Richtung Korells keikieSwegs antipathisch gegenüber. Ueberdies hat das Oberkonsistorium bie Reichstagskandibatur Korells bekanntlich ohne weiteres zugelaffen. Die Bemerkungen von beni „nicht ganz guten Gewissen" ber Sozialbemokratie werben auf bereu Seile bem entschiebensten Widerspruch begegnen. Daß aber das Großh. Oberkonsistorium zur Bernhigimg der Arbeitgeber Korell ben Verweis erteilt habe, weil „ber Kampf ber Arbeiterschaft für Verbesserung ihrer Lage so viele finanziell schäbigt", diese ziemlich unverblümte Behauptung des Pfarrers Fuchs ist denn doch vollends unbegreiflich. Von wannen kommt wAtung bleiben. . Hierzu bemerkt die kath. „Germania : Die fortzesetzteu, immer peinlicher wirtenden Enthüllungen über wenig erbauliche Vorgänge int Kolomalamt dürfen wenig geeignet fein, der vom Reichskanzler kundge- gebenen Absicht Vorschub zu leisten. — In einem öffentlichen (Sonummiquc tritt Die „Nordd. Allg. Ztz." den erneuten Vorwürfen über die Verhältnisse bei der Schuftruppe für Deutsch-Südwestasril'a entgegen. Theologe, wie Gohre, PeuS, v. Wächter, „übergegangen." Was dabei herausgekommen ist, weiß auch $xrr Pfarrer Fuchs. Daß es fein Bindeglied zwischen hüben und drüben gibt, daß es ein solches unmöglich geben kann, das zeigen die zur Sozialdemokratie abgeschwenkten Theologen zur Evidenz, und kann jeder sozialdcmokrat. Arbeiter Herrn Pfarrer Fuchs hohnlächelnd klar machen. Denn die So- zialdeniokratie wirt) sich nun und nimnrermehr von revolutionären Tendenzen loslösen, auf Vernichtung aller ver- -• - uünftigen Staatsordnung abzuzielen, wahrend die vermeint- Lkandale gemacht worden. -~cgen vom „Anzeiger vom Oberlichen revolutionären Tendenzen der Rechten auf bie Mumi- lanb" gegebener Darstellungen sei Strafantrag gesiellt. . fizierung des Bestehenden ausgehen und darum auch von — Zu den Gerüchten von dem Verschwutden jeder weitblickenden Regierung mit Recht nicht minder be- von Ausrüstungsgeaenstanden für Südwestafrika, kämpft werden wie die der Linken, obschon cs nur allzu ^ic bann in Argentinien verkauft würben, berichtet begreiflich ist, wenn einzelne Regierungen sich , auf die , bte ftrQnff Zta., baß auf Anordnung des Reichs- stützen, die alles Beitehenoe mc>g.ichft zu ervreren diese Angelegenheit noch znm Gegenstand einer A-nd-rPfa^besonderen Untersuchung g°m°cht Mrden sei. Aür das tirchenglieder zu sein, als ein mehr der Sozialdemokratie in siegen den Gouverneur von Puttkamer cingeleitete Wort und Schrift sich zuneigender. Drsziplinarversahren worde aufWunich dss Kowmak- Herr Pfarrer Fuchs spricht auch von dem „tiefen amts vom Justizminister ein Kammergerichtsrat al^ auch im Bauern- Untersuchungsrichter bestellt. — Die „Münch. Reuest. Rachr." hören, daß ein Vortragender Rat aus der Kolonialabteilung bereits ausgeschieden unb in ein anderes Amt versetzt sei, zwei weitere derartige Ataßnahmen seien in Vorbereitung. Dasselbe Blatt nennt als Gewährsmann des Abg. E^- bepger jcn.11 früheren Beamten Pöplau, über den im Reichstage in den Sitzungen vom 14. und 15. Dezember 1905 ausführlich verhandelt worden ist. Gießen, den 2. Juli. ** Lehrerperson allen. Uebertragen wurde denk Lehrer Paul Rochelmeyer zu Muldszen lOstpreußen) die Lehrerstelle au der Gemcinbeschule zu Vadenrod/ denk Lehrer Peter Kröcker zu Wallerstädten eine an der Eemeindeschule zu Groß-Gerau, dem aspiranten Gg. Müller aus Zotzenbach eine au der Gemeindeschule zu Zellhausen, dem aspiranten Joh. Weber aus Storndorf eine an der evaug. Schule zu. Wald-Michelbach, dem aspiranten Theod. Ieitler aus Germersimm (Pfalz) eine Lehrerstelle an der Gemeiudeschule zu Unter-Flockenbach, dem Schulamtsaspiranten Ludw. Petri autz Meder-Bessin- gen die zweite Lehrerstelle an der G.'meindeschule 511 Birklar, den Sckmlamtsaspiranteu Ag. Angermayer aus Bürstadt, Job. Groben aus Gau-Bickelheim und Jos. Schmitt aus Ober-Lilbersheim Lehrerstellen an der Volksschule zu Mainz. Entlassen wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Ober-Seemen, Phil. Sittel, auf sein Nachsuchen. ** Ministerialprasideut Braun hat am Freitag einen mehrwöchigen II r 1 a u b angclreten. *♦ I n der Lesehall e hat wieder ein Bilder- wechsel stattgesunden. Von den laut Katalog neu ausgestellten, durchweg gmen Bildern seien nur die folgenden genannt: Rembranoi, „Jaiobs Segen" und „Ter barmherzige Samariter", Berghcm, „Der Sackpseifer", P. de Hoocki, „Hof eines holländischen Bürgerhauses", Mriaeir v. d. Velde, „Holländische Farm", Willem v. d. Velde, „Ter Kanonenschuß", ,Jau Hackaert „Allee am Kanal", ferner: Ludwig Ricluer, „Zum Empfang", sodann Hans 0. Bartels, „Kap Landsend in Cornwallis", Dalbemo, „In Arkadien", Gruppe, „Am Strand", Liebermann „Teufiches "and", Kullmorgen, „Im eigenen Nest". — Von den ^teinzeich* mm gen feien bervorgrnrob^u: Al ClücF, ,/)Aölltal niiiS^eiligcn- blut und Großglockner, sowie A.m int Hochgebirge, Rieper, „An der Quelle", Fischer, „Tie Altstadt in Dresden". Ter Stereostopapparak zeigt 50 Ansichten aus dem Zftesen- gebirgc. ! ** Das 25jährige T ie n stjub iläum feierte gestern der Magazinier der Firma H. S M a f f st a c d t, Herr Jul. Dickorö. Von dem Prinzipale wurde er mit einem: größeren Geldbeträge bcdachl, während iyui von den Be- Obwohl f aniieu uno Arbeitern wertvolle G ichenle überreicht wurden. Pre heutige Mmmer umfaßt 10 Seiten, Zum „Jass Soress". Gießen, ben 2. Juli 1906, Eine in Darmstabt in ber vorigen Woche von ber freisinnigen Partei einberufene öffentliche Versammlung gefaltete sich zu einer Protestkunbgebimg gegen bie Maßregelung bes Pfarrers Korell. Friebrich Naumann sprach in ber Turnhalle. In ber Diskussion mißbilligten sämtliche Kirche «nd Schule. -m- Da rmstabt, 30. Juni. Den am päd. Kursus hier teilnehmenben Abiturienten von Oberrealfchulen unb Realgymnasien, bereu Zahl sich aus 21 beläuft, wurde auf ihre Gesuche hin vom Staate eine Unterstützung von je 100 Mk. zuteil. 13 Gesuchstellern wurde diese Beihilfe gewährt. Im Herbste müssen sich bie Teilnehmer bes Kurses einer päd. Prüfung unterziehen, nach beren Ablegung sie im hessischen Volksschuldiensie Verwenbung sinben können. Diese Einrichtung ist ganz neu unb hofft man bucch weitere Abhaltung solcher Kurse bem eben herrschenden Lehrermangel zum Teile zu steuern. Aus Srasr uno staito. Nroge c5 dein Jubkl/rre vevgüunt fein, noch iociterc 25 Jahre bem Geschäfte seine Dienste in der bisherigen Rüstigkeit widmen zu können. ** Zum Universitätsjubiläum. Die Stadtverordneten der Stadt Worms beschlossen, der Universität Gießen anläßlich des Jubiläums ihres 300 jährigen Bestehens jäbrlich 200 Mark lals Zinsen von 5000Mk. Kapitals als Zuwendung zum Stipendienfonds zu genehmigen. Diese generöse Gabe wird jedenfalls dankbare Empfänger finden. ” Zugfü brerexamcn. Bei dem Samstag in Frankfurt er M. abgehaltenen Zugführerexamen bestanden die meisten Prüflinge. — Der Packmeister Heinrich Schneider aus Klein-Linden hat die Prüfung ebenfalls abgelegt und ist gleich in seinen Dienü eingewiesen worden. (Xi Großen- Li n den, 1. Juli. Laudtagsabg. Bürgermeister Leun und Tt. Platz weilten dieser Tage in Berlin, um bei dem E i se u b a h n m i n i st e r bezüglich der hiesigen Bahnhofs verhält nisse vorstellig zu werden. Tie Bahnbehörde Hal nämlich die 'Absicht, für den starken Personenverkehr eine Ueberführung von einem zum anderen Bahnsteig lwrzuftellen. Die beiden Gemeinden Großen-Linden und Leihgestern sind mit Rücksicht auf die Sicherheit und Bequemlichkeit des Verkehrs gegen die lieber» führung und nninschen eine Unterführung für den Personenverkehr. — Die Arbeiten an der Wiederherstellung unserer 1000jährigen Kirche stehen zurzeit still, da sich bei den ersten Arbeiten gezeigt hat, daß eine der Umfassungsmauern so schadhaft ist, daß sie herausgenommen werden muß Auch ist es dringendes Bedürfnis, die Kirche etwas zu vergrößern, da die 'Gemeinde ständig zunimmt. Die Wiederhcrstellungspläne werden deshalb jetzt einer Revision unterzogen. Bei den kürzlich begonnenen Arbeiten fand man unter beirt Mar eine Gruft, die ein Skelett enthielt: es handelt sich um einen Pfarrer Nebel, der 1709 beigesetzt wurde. Außer der Grabschrift fand man auch eine humoristische Inschrift, die lautet: „Wie ein Nebel steigt und fällt, so ist das Leben in der Welt". Man hat ferner an den Schranktüren des Petri-Hochaltars wertvolle alte Gemälde entdeckt, die nach der Renovierung in der Kirche wieder aufgehängt werden sollen. Prof. v. Rittchen schätzt den Wert der Bilder auf 20—25 000 Mk. Sie befinden sich gegenwärtig im Museum zu Gießen. k— Butzbach, l. Juli. Der Hessische Fechtvcrein „Waisenschutz" hielt heute hier im Hessischen Hof seine 14. Landes Versammlung unter dem Vorsitze des ersten Präsidenten Sckrapcnborg-Mainz ab. Ter Vorsitzende des Zweigvereins Butzbach, Franke, begrüßte die zahlreich erschienenen Delegierten des Lairdesvereins. Fräulein Bernthauser-Butzbach sprach einen Prolog, der auf die hohe Bedeutung des Waisenschutzes himvies. Bei der Wahl des Vorsitzenden der Landes - Versanrmlung iinirbc Burggraf-DarUrstadt, zu Stellvertretern "Franke-Butzbach und Horn gewählt. Burggraf widmete dem verstorbenen Oberbürgermeister von Mainz, der Mitglied war, einen warmen Nachruf. Schravenborg verlas den Jahresbericht für 1905, der ein erfreuliches Resultat bietet. An 15 Pfleglinge wurden 1376,54 Mk. bezahlt, 6903 Mk. wurden dem Kapital zugelegt, sodaß das Vermögen auf 76,760 Mk. stieg. Tie Tätigkeit der Vereine Darmstadt, Mainz und Gießen wird besonders rühmend l>cr vor gehoben. Von den Zweigvereinen wurde eine rege Weihnachtstätigkeit entfaltet und im ganzen 4692 Mk. für Verleidung von 600 Waisenkindern aufgebracht, zu diesem Zwecke blieb noch ein Fonds von 3760 Mk. Der Verband umsaßt 21 Zweigvereine und 12 Fechtwartstellen mit 5000 Mitgliedern. An dem 25 jährigen Jubiläum der Reichsfechtschule in Kohr nahm Schrapenborg als Vertreter Hessens teil. Zwecks Abhaltung einer Lotterie für den Waisen schütz soll bei der Regierung Genehmigung nachgesucht werden. Der Redner gedachte zum Schlüsse des Großherzogs, der den Verein stets unterstütze, und brachte ein .Hoch auf ihn aus, in das die Versammlung begeistert einstimmtc. Verbandsrechner Degenhardt verlas die Jahresrechnung. Darnach betragen die Einnahmen 11919 Mark, davon Darmstadt 2701 Mark, Mainz 1907 Mark, Gießen 335 Mark, Arbeflgen 536 Mark. Der Voranschlag für 1906'07 wurde mit 11 720 Mark festgesetzt, darunter für Pflege- und Erziehungsgelder für 1907 2500 Mark.^ Bei der Vorstandswahl wurden gewählt: zum 1. Vorsitzenden Schrapen- bora-Main;, als Beiräte Burggraf-Darmsladt, Dressel-Mainz, Brrkenstock-Arhcilgen, Pfeffer-Gustavsbuvg, Stöver-Gießen, Franke- Butzbach, Daub-Eberstadt, Llvvel-Bischossheim und Jakobi-Trebur. Oberbürgermeister Mecum-Gießen, Oberbürgermeister Morneweg- Darmstadt und Oberbürgermeister Dr. Göttelmann-Mainz gehören zum Ehrenrat. - 0 Bad-Nauheim, 1. Juli. Tie Ausführung der „Hüttcnberger" im hiesigen Kurtheater brachte dem Direktor Steingoetter ein vollbesetztes Haus. Die Bichbacher Darsteller wurden nach Beendigung des Theaters von Dir. Steingoetter zu einem solennen Souper im Restaurant Burk einge'laden. Am Abend nitternahmen die Hüttenberger noch einen Spaziergang nad) dem nahen Johannisberg, wo man sich bis in die späte Nacht hinein bei einer Bowle vergnügte. - Weitere Aufführungen des Volksschauspiels finden voraussichtlich nicht statt h. Franks irrt a. M., 30. Juni. Ein 35 Jahre alter Auslauf er des Grand Bazar fiel gestern abend nach Geschäftsschluß infolge eines Fehltritts vom Fährstuhl aus dem Parterrestock in den zweiten Unter feiler. Er erlitt einen Genickbruch und war auf der Stelle tot. — Gestern tionuiticg wurde aus dem Main ein unbekanntes, etwa 16 Jahre altes Mädchen als Leiche gelandet. Die Tote dürfte etwa 14 Tage im Wasser gelegen haben. Ferner wurden heute morgen die Leichen einer Frau und eines Mannes im Alter von etwa 40 Jahren gelandet, die mit Stricken mehrfach zusammengebunden waren. Die beiden Leichen wurden als die eines Ehepaares Müller hier agnosziert. X Wiesbaden, 29. Juni. Der Verbandstag des hessisch nass. (Main-Rheingau) Verbandes Gabelsberger Stenographen findet hier vorn 7.—9. Juli statt. Am ersten Tage wird eine Vertreterversammlung abgehalten, der zweite Tag ist für das Wettschreiben unb die Verbandsversammlung vorgesehen, während der dritte der Geselligkeit geweiht werden soll. Für die Verbands- versammlung hat Kammerstenograph S chaible-Stuttgart den Festvortrag über das Thema: „Gedanken über die deutsche Einheitsstenographie" zugesagt. Die Leitung sämtlicher Versammlungen liegt in den Händen des Verbandsvorsitzenden, Realschuldirektor Dr. Pitz-Alsfeld. Der Wiesbadener Stenographenverein Gabelsberger hat die Vorbereitungen für beit Verbandstag begonnen unb rechnet mit einem starken Besuch. — Dorlar, 29. Juni. Die zum Neubau unseres Schul Hauses erforberlichen Bauarbeiteu unb Lieferungen sollen demnächst vergeben werben. Schon vor Jahren, als wir noch einen Lehrer hatten, trug man sich mit bem Gebauten, bie alte Schule burch einen zeitgemäßen Neubau zu ersetzen. Jeboch war die Gemeinde nicht in der Lage allein diesen Plan zur Aus- sührung zu bringen, man war vielmehr auf einen Regierungszuschuß angewiesen. Auf dem an der Straße nach Atzbach angcfiiufteu Gelände wird die neue Schule für zwei Schulklassett unb zwei Lehrerwohnungen erbaut. fc. Kassel, 1. Juli. Der wegen Lustmords an der 12jährigen Ebenau festgenommene Arbeiter Angust May, gilt bereits als überführt. Sein Alibibeweis ist gänzlich mißlungen. In den verschiedenen Verhören hat er sich in die auffallendsten Widersprüche verwickelt. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen unb den Nachbarstaaten. Nicht 250, sondern 547 Pcrsonenzügc verkehren täglich in Frankfurt a. 9)L In dem LecSckcu Aussatze in den „Fam.-Bl." vom Samstag war die Zahl 250 angegeben worden. schwer verletzt. — In K u h l e n b c r § c r s ch l n g e n drei Polen einen Arbeiter im Streite mit einer Schaufel. — InRovereto (Südtirol) ermordete der Hausbesitzer Georg Rizzi seine Fran und brci Kinder mit dem Rasiermesser, indem er ihnen im Schlaie den Hals durckschnllt. Rizzi ist 32 Jahre alt, seine Frau 29 Jahre, die Kinder 8 Monate, 5 und acht Jahre. Rizzi trank viel: er stellte sich nach der Tat der Behörde. — In V a r a g n a t (Frankreich) wurde der Bauer Qucitresons verhallet unter dem Verdachte, seine Schwiegereltern Chelle? und deren Tochter e r m o r b c t zu haben. — In der Nähe von Rheims verunglückte das Automobil des amerikanischen Ehepaars Leishinan, das mit zwei Fremden eine Fahrt von Paris nach Frankllirt unternahm. Frau Leishmau erlitt schwere Verletzungen am Unterleib und wurde in eine Klinik gebracht. Die übrigen sind leicht verwundet. Das 17. Buttdcsfest des Maintalfättgerbundes in Friedberg. (Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) K. Friedberg, 1. Juli. Gestern begann das B u n d e s f e st d e s M a i n t a t s ä n ge r- b und cs auf Einladung des hiesigen Bundesvercius „Lieder- kranz". Friedberg hatte sein schönstes Festkleid angelegt. Vor dem Bahnhöfe und am Eingang zum Fcstplatz waren mächtige Ehrenpforten errichtet, und in den Hauptstraßen war fast kein Haus ungesckmückt. — Eine Delegiertcn-Versanimlung in der „Reichskrone" leitete gestern nachmittag 3 Uhr das Fest ein. Der Bunbesvorsitzcndc A n d r e - Offenbach widmete dann dem gestorbenen Ehrenmitglied Taubstummenlchrer Schneider- Friedberg einen warmen Nachruf. Namens des „Lietarkrauz"-- Friedberg begrüßte Präsident Schmidtberger die Vertreter und besonders Herrn Kampsrath, den Vertreter der Frankfurter vereinigten Sänger. Nach dem Rechnung^- und Jahresabschluß zählt der Bund 29 Vereine mit ca. 1100 aktiven Sängern, vier Vereine sind im letzten Jahre beigetreten, 5 Beitritte stellen noch in Aussicht. Die Einnahmen betrugen 650,07 Mk, die Ausgaben 313,18 Mk., mithin der Ueberschuß 316,89 Mark. Die Bundestagung 1907 erhält Miltenberg, das 18. Main- talbundesfest Offenbach für 1908. Damit soll die Feier des 50 jährigen Bestehens des Bundes und des 100 jälyr. Jubiläums des dcutsckum Männerctars verbunden werden. Um das deutsche Bundcssangersest 1909 nach Frankfurt zu bekommen, wird beschlossen, zum nächstjährigen deutschen Dundes- fest nach Breslau Delegierte zu senden, die den Antrag Frankfurts unterstützen. — Gestern abend wurde auf dem Festplatz auf der städtischen Seewiese ein F e st k o m m e r s abgehalten, der schön verlies: besonderen Beifall ernteten die Gefangvorträgc des festgebcndcn Vereins unter der bewährten Leitung des Musikdirektors Kern. — Heute vormittag trafen von 9 Uhr ab die Dundesvcrcine aus Darmstadt, Os'enbach, Miltenberg, Aschaff.'n- burg, Klingenberg und die Frankfurter Vereine mittels Extrazügen ein. Um 11 Uhr wurde in dem ca. 300 Quadratmeter fassenden mächtigen Sängerpavillon die Hauvtprobe zu den Massenchören abgehalten. Unterdessen trafen über mittag fortgesetzt noch Vereine aus nah und fern ein. Um 2 Uhr wurde am Mainzertor der stattliche Festzug unter Leitung dcH Festpräsidenten Schmicdbergcr aufgestellt. Um 212 Uhr bewegte sich der Festzug durch die sck>ön geschmückte Kaiserstraße. Es nahmen daran die Spitzen der Behörden, der Stadtvorstand und 67 Vereine, davon ca. 23 aus Frankfurt, 10 aus Offenbach, 8 aus Darmstadt, ferner aus Fecl)enl)cim, Aschaffenburg, Miltenberg, Klingenberg, Bürgel, Klein-Heubach, Hanau, die hiesigen Vereine und mehrere Gesangvereine aus der Wetterau, teil. In dem Zug spielten 4 Kapellen. Auf der städtisck>cn Seewiesc angekommen, betrat Pfarrer Kleeberger die Tribüne. Er hieß den Bund willkommen, feierte das deutsche Lied und brachte ein begeistert aufgenommenes Hoch auf Kaiser unb Großherzog aus. Für bie Vorträge von Massen- unb Einzelchören hatte der Gefangs- ausschuß eine vortreffliche Wahl getroffen und sämtliche Chöre ernteten lebhaften Beifall. Die Darmstädter vereinigten Vereine fangen „Rach dem Süden" und „Kehre wieher", die Frankfurter „Das stille Tal" und „Das ist der Tag des Herrn", die Dundcsvereine unter Leitung des altbewährten Bundes-Chor- meisters Musikdirektor Schmidt „Friedrich Rotbart", „Mttaut- sckes Minnelied" und „Dem Kaiser uub Reich", Bundesverein unb Frankfurter gemeinsam „Weihe des Gesangs" und „Wie könnt ick' dein vergessen". Die Lieber wurden zum Teil mit Begleitung der Kapelle des Jnf.-Rcgts. Nr. 168 begleitet. Die vorzüglichen gesanglickjen Leistungen der Vereine und Massenchöre würben allgemein anerkannt Ein lebhaftes, buntbewegtes Treiben herrschte auf Fest- uub Juxplatz, beide wimmelten von Menschenrnassen, man schätzt bi? Zahl der Besucher auf ca. 15 000 Personen. Die Wirtschastshallen, die Platz für circa 7000 Personen boten, waren überfüllt unb auch in ber Stadt alle Wirtschaften stark besetzt. Abends wurde auf dem Festplatz ein großes Feuerwerk abgebrannt Mlmählich verließen die auswärtigen Vereine wieder die Feststabt, doch blieben noch viele Sänger zunick, um morgen am Volksfest teilzuuehmeu und einen Mstccher nach Bad-Nauheim zu unternehmen. Mit Befriedigung und Stolz können die Friedbergei' und besonders der „Liederkranz" auf das herrlich Derlaufene 17. Maintalbundcs- fest zurückblicken. Vermischte». • Ein Dampferunglück. Am gestrigen Sonntag stieß der Dampfer „Heringsdorf* mit dein Dampfer „Ober- bürgermeister Haawe* bei den Oderwerken unweit Stettin zusammen. Ter erstere erhielt ein Leck unb sank sofort. Von den Passagieren ertrank ein 14jähriger Knabe, die übrigen konnten sämtlich durch einen Flußdampfer gerettet werden, der sie nach Stettin zurückbrachte. Der Unfall ist dadurch heroorqerufen worden, daß der ,Oberbürgermeister Haawc" das Signal gab, daß er links fahren wolle, was vom „Heringsdorf" falsch verstanden wurde. * Unwetter und Hitze in Amerika. Während eines heftigen Gewitters wurde in Aurora (Illinois) das riesige Zelt des Ringlin Brothers-ZirkuS um geweht. Unter den 5000 Schauern, die der Vorstellung beiwohnten, entstand eine schreckliche Panik. Zwei Personen wurden auf der Stelle getötet und viele wurden von der fliehenden Menschenmenge unter die Fuße getrampelt. Nur mühsam konnte sich die Menge unter der schweren Last der Zeltstucke hervororbeiten. Der Sturm, der die Gewalt eine? Tornados hatte, hat in Aurora und Umgebung viele Häriser beschädigt. — Tie in ganz Nordamerika herrschende Hitze fordert viele Opfer, besonders in den ärmeren Distrikten. Am Samstag stürmte in Netoyork eine zur Verzweiflung getriebene Menschenmenge zwei öffentliche Badeanstalten, tveil ihr das Warten zir lange dauerte. Tausende von Menschen wollten in die Bäder zugleich dringen; die Polizeireserven unterdrückten die Krawalle mit Mühe. Ferner wurden in Neivyork mehrere Personen auf der Straße von Wahnsinn befallen, in Chicago wurden fünf Personen durch Hitzschlag getötet, während über 20 am Sonnenstich erkrankt sind und ins Spital gebracht rvurden. Llehnliche stiachrichten sind au? LouiSville und anderen Städten eingetroffen. • Ur-Urgroßmutter, U r groß ni utter unb G v ofa' mutter waren Taufpaten bei der Taufe eines Kindes in Stolpe. Tie Ur-Urgroßmutter, die bas Kind noch über bic Taufe hatten konnte, in ber ganzen Gegend als „Mutter Harm* bekannt, /uiib im September 103 Jahre alt. * Kleine Tages cl'rnuik Auf ben Hochöfen der Gesellschaft für Hüttenbetriebe in At e i d e r i ch würben durch auSfhVincnbe Gase 3 Arbeiter sofort getötet, mehrere anbcie schwer verletzt. In der Fabrik der Gesellschaft für Theerverwerturrg in Reiberich explodierte ein Kessel. Ein Arbeiter wurde getötet, zwei Rrrnst und Wissenschaft. — Dr. jur. Ernst Kuuwald, ber gegenwärtig Leiter ber Krollsckcu Sommcropcr in Berlin ist, und der vom dortigen Philharmon. Orchester zum Dirigenten gewählt wurde, tritt diesen Posten am 1. Juni 1907 an. Dr. Kunwalb ist ein Kapellmcister von großer Intelligenz unb bcbcutenben künstlerischen Fähig feiten. Er hat im Winter 1900/1901 in Madrid beit Nibelungen ring birigiert. Dann ging er an die Frankfurter Oper, bie er nach dreijähriger Wirksamkeit verließ, weil ihm bic bortig.cn Verhältnisse nicht zufagten. Das Engagement bes Cellisten Prof. Julius Klengel- Leipzig für bas Hochschc Konservatorium in Frankfurt a. M. ist an den Bedingungen des Künstlers gescheitert. Auch Bemülnmgcu, Hugo B c cker für Frauksiirt wieberzugewiunen, sind resultatlos geblieben. — Gustav Frenssen beabsichtigt, wie aus einer Anzeige zu ersehen ist, seine vor drei Jahren in Meldorf neu erbaute schöne Villa mit großem Garten und Ackerland verkaufen zu lassen. Die Villa liegt, wie die Anzeige besagt, 5 Minuten vom Bahnhof, hat elektrische Beleuchtung, Zentralheizung unb Badeeinrichtung: die Nordsee ist eine halbe Stunde entfernt. — Aus 2lulaß ber großen Berliner Kunst-Ausstellung verlieh der Kaiser folgenden Künstlern die große g o l d e n e M e d a i l l e für Kunst dem Architekten Geh. Baurat Franz Schmechten unb dem Bildhauer Louis Tuaillon-Berlin, bic goldene Medaille dem Bildhauer Paul Oesten, dem Bildhauer Wilhelm Wundschneider unb bem Maler Franz Hoffmann- Fallersleben, alle drei in Berlin, dem Maler Paul Joanowits^- Wicn und dem Bildhauer Josef Hinterschcn-Paris. i, — Der „N. Hamb. Ztg." wird aus Karlsruhe gemeldet, daß das Großh. Staatsministerium trotz aller Proteste den Wiederaufbau des Heidelberger Otto Heinrich s b a u s beschlossen habe. Mit dem Dau Werbe im Frühjahr 1907 begonnen werden. München-Gladbach, 30. Juni. Von heute bis Montag findet hier der Kongreß deutscher Rosenfreunde, der unter dem Protektorate der Kaiserin steht, statt. Heute mittag wurde in ber Kaiser Friedrich-Halle die große Schnittrosen- Ausstellnng eröffnet, bie 5000 verschiebene Rosen arten von Rosen- züchtern ganz Deutschlands umfaßt. Für die beste Neuheit, die den Namen „Otto von Bismarck" erhalten soll, ist ein Preis von 3000 Mark ausgesetzt. Die Kaiserin stiftete einen Ehrenpreis. der Landwirtschastsministcr eine silberne und eine bronzene Medaille. München, 30. Juni. Karl Laute nschläger, der Gr» sinder der Drehbühne, ist 63 Jahre alt hier gestorben. Der Dreyfus-Prozetz. Varis, 30. Juni. GeneralstacttsanWalt Baudouin ist der Ansicht, daß Esterhazb zweifellos der Urheber des Bordereaus ist. Er gibt eine Schilderung des Chcrrakters Esterhazys, ”rliniert an dessen Wut, weil er nicht aufgerückt War, seinen Haß gegen Fran kreich und sagt, dieses Bild in Verbindung mit der Affäre des „Petit bleu" ermächtige zu dem schlinrmstcn Verdachte. Der Beschluß des G e n e r a l st a b s , die Angelegenheit zu unterdrücken und lieber einen Unschuldigen verurteilen zu lassen, als den Irrtum des Kriegsgerichts an z u er len neu , sei burch verbrecherische Vorgänge veranlaßt. - Wahrend der Sitzung halte der Ehren- piäsideitt Löw einen Ohnmachtsans all, der durch die große Hitze des Saales hervorgerufen wurde. Löw fiel zu Boden und verletzte sich am Kopf. Im Fortgänge der Sitzung weist ber Generalstaatsanwall nach, wie durch das Anstoß erregende Dazwischentreten des Generalstabes Esterhazy srcigcsprochen wurde intb Oberst Picquart als ber allein Schuldige galt. Der Generalstaatsanwalt geht dann auf die von der Anklagebehörde in RenneS begangenen Ungesetzlichkeiten ein und crflärt, der Kassa - tionshof vtüffc erwägen, ob die Ge nerale nicht für die Machenschaften ihrer Untergebenen zur Rechenschaft gezogen werben müßten unb ob das Verhalten der letzteren nicht durch die Zu- ftinrmimg ihrer Vorgesetzten, mit tauen sie auf vertrantem Fuße standen, gedeckt Wurde. * Ein Korrespondent hat in einem Vorort von London ben Major Esterhazy cntbccft unb über die Revision beS Drey- sns-Prozestes befragt. Esterhazy betätigte bie Theke deS Generalprokurators, wonach er als 6) e g e n k p i o n im Dienste bes französischen Gcneralstabes gestanden habe. Er habe das Vor ber an aukBesehl bes bamaligen Chefs bes S p i o n a g e b u r e a u s g e s ch r i e b e n unb nachher selbst z u m beulkch cn M i l i t är a tt a ch c e g e b r a ch t. A l le Generalstäbler hätten bics wohl gewußt. Seine Aussagen währenb deS Dreyfus-Hanbels seien ihm vom Generalstabc vorgeschrieben worden. Die Generäle hätten in ständiger Beziehung init ihm gestanden. Gerrchtssaal. — Wegen Herausforderung zu cinemPiftolen- d ne ll wurde nach der „Köln. Volksztg." von der Strafkammer m München-Gladbach der Arzt Dr. R i ck zu einer Woche und Dr. Kaiser als Kartellträger ?u einem Tag Festungshaft verurteilt. Dr. Rick war in Rheydt im Acrzteverein von einem anderen Arzt beleidigt worben, worauf Dr. Rick ben Arzt auf Pistolen fortarte. Tie Forbernng wurde aber nicht angenommen. Der Fall Bachstein will nicht zu Ende Eontincn. Das Reichsmilitärgericht hob soeben bas Urteil des Otarkrrcgsgerichts Müirster in /Sachen des früher katholischen, jetzt proteltcmttschen DivisiouspsCrrers Bachstein auf unb verwies die Angelegenheit an die V§rinstanz zurück. . Oberst Hüger beauftragte den Rechtsanwalt Nuß feinen Antrag jtuf Revision znrückzn ziehen. Ktt/ekes Kindermchl ohne Zusatz von Milch empfiehlt sich für Säuglinge mit Erkrankungen des Magendarmkanals, mit akuten uub ch/onischen Magen-Darmkatarrhen, Darmentzündungen, Brech- burchHll ?c., wo es bnraiü ankommt, eirr leicht verdauliches und doch kralliges NahrungSinittel zu geben, welches nicht wie die Kiih'Nilch, bie Krankheit noch verschlimmert. Es gibt aber auch qcivnbc Kinber, welche gar keine Kuhmilch, ja ost nickt einmal bic Milch ber eigenen Mutter vertragen, sondern stets erbrechen, unb bet beiten kann man durch Verabreichung von Knkekes Kinbermehl ohne Milch eine rationelle Ernährung erzielen. Da Kufekxs Kindcr- mehl bic in ber Muttermilch vorhanbenen Nährstoffe int richtigen Verhältnisse enthält und durch seine ausreichenden Mengen von Eiweiß- und Mincralstoffen eine kräitige Nahrung^ barstellt, kann eS sehr gut zur ausschließlichen Ernährung der Säuglinge dienen. Gute Kost bei gittein Wetter. Ein Mondamin-Milchflammeri mit gedämpften frischen Früchten ist eines der beliebtesten Sommer-Gerichte. Das Mondamin erhöht den Nährwert solcher Kost. <£> an an O O O ts s «O o d CD :C =C -- 2 C HP C c CO *5 — c 5 <% c c_- «1< ü S L O P X -O v - - G c5 'S C *° S c — o i 2>a o X »’S £ «> = <_;_> Jo § « -ä ■—' 51 x N cqä ey = = c -ZZ X x> C L SMS "X" _•-> •-> ’n -OjO CO« = . ‘J5 ,- jj c o ■qJ C-. jQ Ä Qy X o 2 — x -o X7- O P X -O VD 2 ;C -LZ a £ >p >0“ *6“ -Sn &ä ec >g L B« JD Ä to*5" d «> fS ’S *Q ca C >b X o -> . o H o> e — 7^- C?äz <3 — •«■ x :ö x LL Z c _. — p X O e> O ■n co>-o p O <5 U>b L'x x"«!' 2 <2 x X 'S' ;2 x x ° E -ZN - O «L -2 §.g>2> " Jg-n g = » CO 5* 0 o ?2 CA ZS 1-» Cl O O av x X « o ««2 äSq « 2 <2 P X O <"O CX- CO Ä - J= «ö = tr Ä^Jg O “S c *c ? 2 So »S'iocQ c - '; :ti r- c CX x Z X ix’-1 c c-2^-2 ÖXrl = X - — Z-xK LOS «Q »jo€5 -LZ Q C 5 .= >0 y ü c x »e -SpS- K^x <0 . g &-: S'x = 2 - ts© ns c?» pv ea n, — O cu S eu S' 5 7? c - Infolge Ausscheiden T?’ A. Kröll Söhne erloschen. Das seither unter dieser Firma betriebene seitherigen Mitinhabers Herrn Ludwig Kröll ist die Firma Magazin für Haus- und Küchengeräte ist heute auf mich allein übergegangen. Ich werde das Geschäft unter der Firma Giessen, 1. »Juli 1906. Seltersweg 12 bisheriger Weise weiterführen. Mit der Bitte, das der früheren Firma geschenkte Vertrauen auch auf mich übertragen zu wollen, empfehle ich mein Lnternehmen. Hochachtungsvoll Preuß. Klassm-Loltcric 3594 ist das Beste. 7, d)it. 4.- '. 20.- Mk. 10 2?ik. 40 Der städtische Branddirektor: B53/. Kal. Preußischer Lotterie-LiuneHmcr Inhaber der I. Ricker'fchen Universitäts-Bilchhandlung Fernsprecher 82. Lüd-2lnlage 5. Auf Wunsch kostenlose Probelieferung durch August Mrd»31 Seltersweg 18. Grosses Lager in Gartenmobeln, Eisschränken, Eismaschinen, Fliegenschränken, Wäschemangeln und Wringern, Haushaltungsmaschinen usw. Das neueste Modell John’s Volldampf-Waschmaschine Dienstag, den 3. Juli ds. Js., abends 8 Uhr auf dem Brandplatze am Turmhäuser Antreten aller alten und neuen Mannschaften. Versäumnisse werben gemäß Artikel 13 der ^andeS- seuerlöschordnung und nach § 368 Ziffer 8 des Neichs-Stras- Gesetzbuches geahndet. Die zur Entlassung kommenden Mannschaften haben Binde und OrtSseuerlöschordnung abzuliefern. Ta die Preußische Kla sen-Lotterie nur 5 Klassen hat, erfolgt innerhalb einer Lotterie monatlich nur je eine Zahlung. Lose vorrätig bei ldy/0 Ernst Legier, Giessen Ziehung I. äilasse am «)♦ und 10, Juli Preise der Lose in jeder Klasse: ' V,» vc fit B K. gc bc F di' air gk ’ S fi $ ft 3' e g d z e *2 € d a fl f t 5 s f i 9 { < 1 Alexander Salomon & Cie Während des Neubaues Mäusburg 10 Schluss des Saison-Ausverkaufs mit 15 °|» Rabatt °"'LS"° Mittwoch, den 4. Juli I: Seltene Kaufgelegenhe «Jul. Bach CO hv11/, Meine Wohnung befindet sich von Monta; 40 154 4051 c’/t Ter Direktor: Georg Keil. Inventur-Ausverkauf zu bedeutend ermässigten Preisen. 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JC 4 8,42 41,72 5 396,- 122 276,56 218,63 164,29 den 2. Juli an Goethestrasse (Ecke Ludwigstrasse). L= IRsiss. 8MkrMrPsttdk«ttßcherNB-!8min. Die Besichtigung der versicherten Pferde findet für Grün- berg und Umgegend Samstag den 7. Juli, vormittags 9 Uhr dabier statt. Sammelplatz: Gießener Straße. Die Besichtigung der Pferde von den Orten der Rabenau findet Donnerstag den 12. Juli, vormittags 8’/4 Uhr zu Londorf statt. Auf § 21 des Status wird verwiesen. G r ü n b e r g , 27. Juni 1906. Carl Stückratlig Seltersweg Möbel, Dekorationen, Gardinen, Teppiche, Linoleum Vermögens-Bilanz pro 31. Dezember 1905. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeitcn wird die Braugasse von heute an bis auf Weiteres für den Fuhr- verkehr gesperrt. Gießen, den 30. Juni 1906. Großh. Völizeiamt Gießen, verberg. Cafe Aineml BsaSf Morgen, Dienstag den 3. Juli 1906, abends 8 Uhr: Garten - K®nzeiH auSgesührt von der hiesigen RegimentSmusit. 4071 F. Schott, Weinhandlung West-Anlage 50, parterre. 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