Dienstag 2. Jammr 1906 156, Jahrgang Erstes Blatt Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen Die heutige Kummer umfaßt 8 Seiten. längeren Ausführungen nommen V Leitun wird. Iayresschau 1905. Deutschlands innere Politik. sind wir an einem Meilenstein der Zeit anmachen kurze Rast, den zurückgelegten Weg Er ging nicht durch Blumenauen und Früh- aber auch nicht durch wilde Schluchten und ein Weihnachtsgeschenk für unsere braven g im neuen Jahr hoffentlich hinweggespült werben Während die Verwaltungsreform bisher noch Keer und Atolle. — Der Generalleutnant z. D. Friedrich Metzler, der in Friedenau bei Berlin im Ruhestände lebt, konnte am 1. Januar den 50 jährigen Gedenktag seines Eintritts in das Heer begehen. Geboren 1839 in Da rmsta dt, trat er am 1. Januar 1856 in das 1. Großh. hessische Garde-Infanterie- regiment ein. Ain Feldzuge gegen Frankreich nahm er als Hauptmann und Kompaniechef im Infanterie-Regiment 118 teil. 1888 erhielt er nach Beförderung daS Kommando des Regiments Prinz Karl von Mecklenburg Nr. 43, wurde 1891 Generalmajor und Kommandeur der 71. Jnfanteriebrigade, worauf er 1894 unter Verleihung des Charakters als Generalleutnant auf fein Abschiedsgesuch zur Disposition gestellt wurde. ')lnbrcä fahl die Kammer einstimmig folgenden Beschluß: „Die Handelskammer beqrüht freudig die Kundaebungen zur Forderung der ireundschaktl. Begebungen zwilchen England und Deutschland und schlkeht sich ihnen in aufrichtigster Weise an. Im beiderseitigen wirtschaft! Interesse wie im Interesse des Fortschrittes und der Kultur ist ein gutes freundschaftliches Verhältnis Deutschlands ui England unbedingt Erfordernis. Die Handelskammer erachtet es als ihre Aufgabe, für die Verbreitung und Vertiefung dieser Erkenntnis zu wirken. Sie hofft, daß alle in jüngster Zeit enistandenen Mißverständnisse, die tn breiten Schichten des deutschen Volkes ohnehin unverständlich geblieben sind, mit dem alten Jahre einen endgültigen Abschluß gesunden haben und daß das neue Jahr die gegenseitige FrenndTlhait und Sympathie der beiden verwandten Nationen dauernd befestigen möge." Dem Berliner Oberbürgermeister Kirschner ging ein Schreiben von Fox zu, dem Ehrensekretär des Ausschusses zur Befestigung freundschaftlicher Beziehungen zwischen England und Deutschland, welches besagt: Ich bitte Sie, den herzlichsten Dank für die große Freundlichkeit aussprecheu dürfen, mir oer Sie -und Ihre Mubürger auf oas Anerbieten unserer Freundschaft antworteten, das m unserer Caxton-Hall-Versammlunq verkündet wurde. Dem gegenüber verdient eine hetzerische englische Preßstimme auch Erwähnung. Die sonst sehr ernsthafte und einflußreiche Londoner „National Review" veröffentlicht in ihrer Januar-Nummer einen längeren Artikel betreffend das franz. Gelbbuch über Marokko. Der Verfasser meint, die jüngste Rede Rouviers bedeute, daß Frankreich bis zur äußersten Grenze bezüglich Marokkos in seinen Konzessionen gegangen sei. Die Lage zeige, daß man nur die Widerstandskraft des neuen englischen Kabinetts auf die Probe stellen wolle. England könne nicht gestatten, daß Frankreich in der Not gelassen werde und die englische Nation verstehe dies sehr gut. Beim geringsten Zeichen werde die englische Negierung der französischen bei stehen. .Handelskammer, der wir enlsvrechen werden. Deutschland und England nützen sich selbst am metften, wenn sie sich bemühen, einander kennen zu lernen und von einander zu lernen. Aus dem Verstehen erwächst gegenseitige Achtung, die not-- wendigste Voraussetzung aller friedlichen Bestrebungen. Lassen Sie uns. was an uns ist, tun, diese Erkenntnis in immer weitere Kreise zu tragen." Ans der Mitte der Versammlung ergriff I. H. Garrets das Wort, um vom Standpunkt eines mit den englischen Kolonien aus eigener Anschauung vertrauten Kaufmannes seine volle Zustimmung zil den vorstehenden Ausführungen zu erklären und gleichfalls den dringenden Wunsch auszusprechen, daß bald wieder die alten freundschaftlichen Beziehungen hergistellt werden möchten. Er betonte, daß keinerlei Grund zur Feindschaft zwischen beiden Rationen bestehe, die Interessen beider vielmehr ein friedliche" Nebeneinanderarbeiten auf dem Gebiete der Schiffayct erheischen, und sprach die Hoffnung aus, daß die seit einiger Zeit hervortretende Verstimmung baldigst nicht nur der Vergangenheit, sondern der Vergessenheit angehören möge. Die letzte vorjährige Sitzung der Handelskammer Truppen in Südwestafrika. Die Hauptarbeit steht natürlich noch aus. Was die Einzellandtage geleistet haben, ist mehr. In Preußen wurde das Berggesetz reformiert. Ganz freiwillig und ganz gutwillig hat freilich das preußische Abgeordnetenhaus nicht gearbeitet. Der Riesen streik im Ruhrgebiet leitete das Jahr 1905 nicht besonders erfreillich em. 120 000 Arbeiter feierten, verlangten mit größtem Nachdruck bessere Lebensbedingungen. Es ist hier nicht der Platz um auf die Frage einzugehen, ob der Streik und die Forderungen der Arbeiter Berechtigung hatten, aber der preußische Handelsminister und mit ihm das Ministerium haben die Frage bejaht und dem Landtag ein Reformaesetz vorgelegt. Was der Landtag daraus machte, entsprach nicht ganz den Wünschen der Arbeiter, und die Lage ist heute noch nicht geklärt; es hat vielmehr den Anschein, als wäre eine nochmalige Ausstandsbewegung durchaus nicht ausgeschlossen. Das Verhalten der Grubenbesitzer zeigte und zeigt wenig Verständnis für die berechtigten Wünsche der Arbeiterschaft und eine Katastrophe scheint wohl hinauSgeschoben, aber nicht dauernd vermieden sein. Daß hier noch A. Wieder gelangt und überblickend. Aeullch-cnqlilch? Ausgleichsöemüku'.ngen. Eine in der Hamburger Börse am 30. Dezember o. I. abgehaltene Versammlung der kaufmännischen Korporation „eines ehrbaren Kaufmanns" gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung zu Gunsten freundschaftlicher Beziehungen zwischen Deutschland und England. Ter Präsident der Handetkskammer, Micha he lies, führte etwa folgendes aus: „Dste der Erhaltung de? Friedens geltenden Sorgen sind im letzten Jahre so lebhast von der ganzen Kaufmannschaft empfunden worden, sind so eng verwoben mit der Weltstellung, die unser Handel sieh erworben hat, daß Sie alle für das Gelingen der Erhaltung des Friedens in unserem Vaterlande in dem warmen Gefühle de-Dante« mit unS übereinstimmen werden. Wir freuen uns, daß sieh in-den besten Kreisen der beiden Völker von England und Deutschland die Erkenntnis Bahn bricht, daß es die eigentlichste Ausgabe der beiden Länder ist, in freiem, friedlichem Wettbewerb um die Palme des Handels zu ringen und gemeinsam die heimische Kultur hinai,'zutragen in die Ferne, daß fie aber n i ch t V e r st i m m unge n M acht gewinnen lassen dür'en. Daß die gleiche Gesinnung in England herrscht, beweist die an uns ergangene liebenswürdige Einladung von der Londoner ober auch nicht AllzuschwereS brachte. Und große Gescheh- niffe auf dem Gebiete der inneren Politik des Deutschen Reiches haben sich nicht vollzogen; es war, alles in allem, Kleinarbeit, die von Regierung und Parlament geleistet wurde. Wir wollen versuchen, in diesem engen Rahmen ein beiläufiges Bild dessen zu geben, was das Jahr dem Reiche an Erwähnenswertem brachte. Die erste Pflicht, die dem Reichsparlament im jungen Jahre 1905 oblag, war die Regelung der deutschen Handelsbeziehungen zum Ausland. Unter die Zollpolitik der Regierung und deS Reichstags mußte der abschließende Strich gesetzt, eS mußten die Konsequenzen gezogen werden. Sieben Handelsverträge unterstanden der parlamentarischen Beschlußfaffung. Sie brachten nichts Neues, sondern hielten sich streng an die Beschtüffe des Reichstags — ohne sonderliche Aufregung und ohne jene Erbitterung, durch die sich die Zollkämpfe ausgezeichnet hatten, genehniigte der Reichstag die Regierungsvorlagen en bloc. Das war seine größte Tat. Er hat mit Ach und Krach den Etat noch bis zur gesetzmäßigen Frist durchgepeitscht, nachdem durch unfruchtbare Sozialdebatten Wochen totgeschlagen worden waren. Gesprochen freilich ist über Manches worden, das des Besprechens wert war, aber die Resonanz, die alle die gutgemeinten Reden über Handwerkerversicherung und Milüär- pensionSgesetz, über Jnvalidengesetz und Lehrlingsausbildung, über Toleranz und selbständige Vertretung der Reichslande im Bundesrat, über Marokko und Königsberg sanden, war gleich Null. Denn der Reichstag hat es noch weniger wie seine Vorgänger verstanden, sich bei der Regierung in Respekt zit setzen, und darum auch war die Verwunderung gar nicht so groß,, als die Herrschtelm nm 30. Juni kurzerhand nach Hause geschickt wurden und die Regierung auf die Lösung wichtiger Fragen durch ein stets beschlußunfähiges Haus per» zichtete. Um beim Reichstage zu bleiben: am 28. November trat er wieder zusammen und auf dem Geschenktlsch der Negierung lag eine gewaltige Reihe von Vorlagen. Einmal die NeichSfinanzreform, die seit langen Jahren so dringend gewünscht wtirde. Sie brachte, wie man erwartet hatte, einen Pack neuer Steuern und war infolgedessen von vornherein der größten Unpopularität sicher. Tie Brausteuer, die Tabaksteuer, die Erbschaftssteuer, die QitittungSsteuer, die Eisenbahnfahrtartensteuer, das sind alles Dinge, die man unmöglich zu den angetiehmen rechnen kann. Indes, was nützt - das alles. Man hat uns vorgerechnet, daß das Reich nach dem alten Modus der Finanzgesetze über kurz oder lang bankerott sein wird und die Einzclstaaten mit ihm. Man hat unS ferner gesagt, daß im Hinblick auf unsere Stellung in der Weltpolitik eine Verstärkting unserer Flotte sich nicht umgehen läßt, und daß diese Verstärkung nur möglich ist, wenn die Finanzen des Reiches auf eine feste Basis gestellt werden. Die Lage ist nun klar: die Flottenvorlage, die sich in ziemlich bescheidenen Grenzen hält, kann nur bewilligt werden, wenn die Reichsfinanzreform zustande kommt. Der Reichstag hat sich in einer hübschen Reihe von mehr oder minder stimmungsvollen Sitzungen mit der Sache befaßt, zu einem Resultat ist er nicht gekommen, obwohl Fürst Bülow sich für die neuen Steuern engagiert hat. Was der Reichstag vor Weihnachten geleistet hat, ist rasch aufgezählt: er hat das Handelsprovisorium mit England und den bulgarischen Handelsvertrag genehmigt, und er hat ferner die Fleischteuerungs-Jnterpellation besprochen. Daß das besondere Großtaten wären, wird niemand behaupten. Die Eisenbahn Lüderitzbucht—Kiibub wurde ziemlich glatt ange» lingSgarten, Gründe; es war ein „Mittelweg", der nicht viel Erbauliches, zu Frankfurt a. M. gestaltete sich gleichfalls zu einer Kundgebung für bessere Beziehungen mit England. .Nach des Präsidenten, Kommerzienrat immer der deutschen Industrie, die im abgelaufenen Jahre wieder einen, erfreulichen Aufschwung nahm nach so langer Zeit der wirtschaftlichen Depression, eine schwere Gefahr droht, läßt sich nicht verkennen, und diese Gefahr wird nicht behoben fein, ehe eine reichsgesetzliche Regelung der Verhältnisse in der Beraarbeiterschaft durchgeführt ist. Herr Möller hat - Herrn Delbrück Platz machen müssen ob Herr Delhrück, ober dessen Nachfolger, ober bas Neichsamt des Inneren dauernden Frieden schaffen wird — wer weiß es? In dem zweitgrößten Bundesstaat des Reiches, in Bayern, haben im abgelaufenen Jahr die Landtags- Wahlen stattgefunden; sie endeten mit einem bedeutenden Siege des Zentrums! Der Landtag hat nunmehr ein neues Wahlgesetz angenommen, das dem Volke die gleiche, allgemeine, birefte und geheime Wahl sichert. Tas alte Wort: Preußen in Deutschland voran! hat ja in sozialer Beziehung längst eine Abänderung erfahren und es. heißt nun: Suddeutschland in Deutschland voran! Sachse n, das Königreich, hat in der allerletzten.Zeit schwere Kämpfe um das Landtagswahlrecht durchzukämpfen gehabt, und sie sind noch immer nicht vorüber. Tie Negierung aber bleibt hart und nimmt den Ansturm der Sozialdemokratie nicht ernst, der ja auch nichts anderes bedeutet, als ein Agitationsmittel zur Ködern na der Massen. .In Preußen ist alles ruhig, kein Mensch scheint an die Aenderung des Treiklassen- wahlsystems zu denken. In Württemberg haben sich die Gemüter über die Schulfrage erhitzt, während in Preußen ein Friedensschluß zwischen den Parteien in dieser Richtung erfolgte, der allerdings nicht sonderlich zufriedenstellend auf allen Seiten gewirkt hat. Tas wären in kurzen Worten die Ereignisse des Jahres 1905, soweit sie unser innernolitischcs Leben betreffen. Auf sozialem Gebiete sind außer ter ungenügenben Reform bes Bergarbeitergesetzes keine Ne.erungen vollzogen worben; bemerkenswert ist die Ankündigung des Grafen Posadowsky, daß die Fürsorgegesetze in absehbarer Zeit auf eine gemeinsame Basis gestellt werden sollen. Innerhalb der Parteien haben sich wenig Tinge von Belang vollzogen. Besonders von sich reden machte nur die Sozialdemokratie, die eine Skandalaffäre an die andere reihte. Abgesehen von der unbegreiflich unpatriotischen Haltung der Gesamt- partei, von der Verhetzung der Arbeiterschaft, auf die eine Reihe von Ausständen zuruckgeführt werden muß, hat die Partei gerade aem.ra av Krisen c^hÄbt B^kanrtt aus der'letzten Zeit ist der V o r w ü r t s skanoal, der gewiß kein schönes Licht auf die Paartet als Arbeitgeberin warf. Von Interesse ist es auch, daß, je mehr sich die inneren Krisen der Öffentlichkeit zeigen, der revolutionäre Gedanke desto auffälliger in den Vordergrund geschoben wird. Es ist aber dafür gesorgt, daß die Bäume nicht m den Himmel wachsen. Alles in allem hat das abgelaufene Jahr nicht viel Neues und nicht viel Erbauliches gebracht; wir sehen es ohne Bedauern scheiben und hoffen vom kommenden Besseres — wie immer! Uns in Hessen hat das verflossene Jahr mehr Enttäuschungen als Erfüllungen gebracht, mehr Hoffnungen erweckt als es gehalten hat. Wahlrechts- und Steuerreform scheiterten an einer trntzig von überstarker Hand in den Weg gewälzten felsigen Klippe, die jedoch von den unaufhörlich wider sie anprallenbcn Wassern unter sicherer Vl*. 1 erfAci«# t-altch außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt bte Gießener Kamillen- blätter viermal m der Woche beigelegt. RotatronSdruck u. Verlag der Brüh l'scheu Uinvers.-Buch-u.Sleln- dructerei. R. Lange. Redaktion, Erveduion und Druckerei: Scholstraße 7. Redaktion 112 Verlag u.Exped.^Aol Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. BezngSprei»: monatlich 75 Ps., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Alk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Beslellg. Annahme von Anzeigen für die TagcsnummeL bis vormittags 10 Uhr. Zellenpreis: lokall2Ps^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich Mr den poliL und allgem. Teil: P. Witt ko: für »Stadt und Land" und .Gertchtsfaal": Ernst Heß, für den Anzeigenteil: Hans Beck. Die Zahl der deutschen Mittelstädte mit Eiuwohnerziffern von 25 000 bis 100 000, zu denen auch unsere Stadt zählt, ist nach den nunmehr vorliegenden Ergebnlffen der Bolls;ähtting von 124 auf 133 gestiegen, die zusammen eine Einwohnerzahl von 5 929 691 gegen 5 225 775 im Jahre 1900 aufweisen. 22 Städte, die bei der Volkszählung 1900 noch weniger als 25 000 Einwohner hatten, sind in die Reihe der Mittelstädte getreten. Aus der Reihe der früheren Mittel- läbte sind 8 durch Vermehrung der Ein wol)n erzähl auSgeschiedcn; ie gehören nunmehr der Serie der 41 Großstädte an. 5 der rüheren Mittelstädte sind infolge der Einverleibung in benachbarte größere Dtadtgemeinden aus der Reihe ter selbständigen Ortschaften gestrichen. Die Zahl ter Städte, deren Eimrohner- zahl nach der Bwlks'-ählung 1900 zynischen 50 000 bis 100 000 schenkte, ist von 40 auf 45 gestiegen. Die Einv'«hnerzahl in diesen Ortschaften hat sich von 2 605 231 auf 3024870 erhöht. In die Serie dieser Städte sind neu einaetreten: Hamborn, Aerbeck, Pforzheim, Harburg, Koblenz, FlenSbrrg, Kaiserslautern, Oberhausen, Ulm, Brandenburg a. H. und Mühlheim a. Rh. In die Serie ter Mittels^te sind neu eingetrrten: LeHe, Banne, Scstneite-mühl, Köpenick, Drieg, Biersen, Aklenstein, exiarbrüden, Grünberg (Schl.), Th-rn, Lü'neburg, Jena, Paderborn, Zabrze "Oberschl.l, Wilhelmshevem Kalk, Mind'U, Tffchaffeuburg, Reiße, Siegen, Eisieten imb Konstanz. Tie Zahl ter Städte mit Einwohnerziffern bis 25 000 abwärts (einschließlich der Großstädte) beträgt nun 174 gegen 157 im Jahre 1900. Sie haben eine Gesccmltevötkerung von 17 189 383 gegen 14 9-19 934 gegen die vorige Volkszählung aufzuwriscn. ^Tir Gesamtzunahme der Be- völkerung in den Groß-und Mittelstädten beträgt somit 2 239 449 Seelen. Wie schon früher erwähnt wurde, haben sämtliche nicht von ber Stelle gekommen ist, hat bas Agrariertnm allein ben Vorzug, seiner eigenen fleißigen unb rüstigen Arbeit bie Erreichung ber Landwirts chaftskarn- mern verdanken zu können. Ter Eisenbahngemeinschaft mit Preußen folgte im alten Jahre ferner bie Lotteriegemeinschaft, mit gemischten Gefühlen im Volke begrüßt. Ter Wechsel im Justizministerium hat ber Öffentlichkeit gegenüber bisher kaum etwas anderes gezeitigt als eine Titelentlehnung aus Preußen für oie jüngsten Juristen. Bedentenbe Ausstellungen fanden in Mainz und Darmstadt statt, bie von bem wirtschaftlichen Aufschwünge unseres Lanbes berebtes Zeugnis ablegten. Tie La n o t ag s w a h 1 en brachten keinerlei lieber» raschungen unb so unwesentliche Blenderungen in der Zusammensetzung, daß neue Ideen und neue Ziele wohl nicht erstehen werden. Ter erhebliche A b o n n e n t e n z u w a ch s der b ü r g e r 1 i ch e n Presse Oberhessens ist das günstigste und untrüglichste Zeichen für die Fruchtlosigkeit des Be- mühens ber Sozialdemokratie, immer weitere Massen für sich zu gewinnen. gewesen. niederlicgt. (H. Ldsztg.) die die mit sich steigende amten gelang es endlich, ihn zu überwältigen und in daS Krankenhaus zu schaffen, wo er auf Leben und Tod dar- die sehr notwendigen hygienischen Verbesserungen, endlich doch wohl einmal vollendete Kanalisation bringen wird, und die Aussicht auf die allgemein Wohlfahrt. Also daS Jahr ist doch nicht so ganz schlecht ein junger Mann zwei Rasiermesser auf der dann im nackten Zustande kündend, daß er EhristuS 'lark bliilcnden Menschen * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Hanau verhaftete die Kriminalpolizei den Arbeiter Weingart wegen Sittlickckeitsverbrechens. Er hatte unter dem Vorwande, er sei Kriminalbeamter, eine Dame an eine entlegene Straße gelockt. Auf ihr? Hilferufe Famen- Passanten herbei, und verscheuchen den Täter. tiefe Schnitte mit einem linken Körperseite bei. Er lief auf die Straße, hier laut ver- sei. Niemand wagte erst, den anzufassen; mehreren Polizeibe- Oberlehrerstelle an dem Goeryegymnayum tn pfvanrrnn a. an. übertragen worden. — Die Scha rlacherkranku ngen nehmen zu, bis jetzt wlirden 5 Fälle konstatiert, die einen ungesährliehen Berlaiif nahmen. -f- Sch otten, .1. Jan. DaS Jahr 1906 ist für unsere Stadt ein Festjahr. Am 24. Juni findet hier das Turnfest des Kau es Hessen statt, zu dem etwa 60 Vereine gehören. Ansschüffe zur Vorbereitung des Festes haben sich bereits gebildet. Die Stadt will einen besonders sehönen Festplatz Herrichten lassen und dein Feste den größten Prunk verleiben. L. Aus dem Vogelsberg, l.Jan. Die Neichspost- verwaltung zeigt sich den Wünschen der Landgemeinden in ^ezug auf Anschluß an da? Fernsprechnetz sehr entgegenkommend. Der Kreis Lauterbach ist seit einiger Zeit dank der Bemühungen seines NeichStagsabg. Kreisrats Dr. Wallau raft bis in den kleinsten Winkel angeschlossen. Nur der Kreis Schotten ist darin, wie in noch manchem anderen, hie unb1 da sehr zur ü ck. Hier finben wir Orte, an denen die Fern- sprechleitnng in einer Entsernung von 1 bis 2 Kilometern vorübergeführt ist. Es Härte gewiß nur des. Winkes eines ciiistiißreichen Mannes bediirft, und die Anlage wäre, den Bedürfnissen des Publiliims entsprechend, ausgeführt worden. Die Telephonleitung berührt auf dem zwei Stunden langen Wege von Gedern nach Hartniannshain fernen Ort. Fast in gleicher Nichtung von Gedern nach Norden parallel zu der Hauptstraße, und durchschnittlich eine halbe Stunde von dieser entfernt, liegen Burkards, Kaulstos, Sichenhausen, Herchenhain. Von diesen hat mir Herchenhain Lelephonanschlnß nach Hartmannshain, während die drei erstgenannten Orte sich trotz ihrer 1000 Einwohner schon längere Zeit vergeblich darum bemühen. Das Aufblühen dieser Gemeinden in gewerblicher Hinsicht läßt das Fehlen eines Fernsprechers immer empfindlicher erscheinen. Burkards hat feit längerer Zeit eine Sparkaffe, die in der Umgegend viel benutzt wird, und eine sehr rasch sich entwickelnde Tampf- molkerei. In allen diesen Orten bildet Holzindustrie die Wmterbeschästigung, und in Sichenhausen befindet sich eine größere Anzahl von Händlern. DaS Bedürfnis einer Fernsprechanlage ist unbedingt vorhanden. Wie leicht ließe sich diese auch nach Burkards ausführen. Bedenke man, daß diese Orte oft durch hohen Schnee von allem Verkehr abgeschloffen sind. Bei Krankheitsfällen ist man auf den einzigen Arzt in Gedern angewiesen, dessen Bezirk bi§ nach Wenings hinunter* reicht. Ein Schwerkranker in Kaulstos muß wegen mangelhafter Verkehrseinrichtungen zuweilen tagelang warten bis nach Gedern zum Arzt geschickt werden kann, der vielleicht gerade nach WeningS gefahren ist. Vielleicht helfen diese Zeilen den Bewohnern deS oberen NiddertälchenS zur raschcv Verwirklichung ihres Wunsches. Weidenau, 30. Dez. Im religiösen Wahnsinn brachte sich am Morgen des ersten Weihnachtstages «"Ä Ä “wo 25 767 bei der diesmaliger Klang nur 25 328 __________ ** GießcnerAüsschuß fürVolksvorlesungcn und verwandte Bestrebungen. Unter diesem Namen hat sich der Ausschuß für Volksvorlesungen jetzt endgiltig fonftituiert und ist dem Rhein-Mainischen Verband für Volksvorlesungen und verwandte Bestrebungen (Sitz in Frankfurt a. Main) beigetreten. Ta der Ausschuß die Unterstützung der Stadt gefunden hat, kann er nunmehr seine Veranstaltungen beginnen und zwar mit einem Zyklus geschichtlicher Vorlesungen von Oberlehrer Dr. A. Klein in Gießen über: Die Entstehung des modernen Deutschlands 1740—1815. Daran werden sich die Vorlesungen des Herrn Lehramtsasscssors Dr. R. Strecker aus Bad-Nauheim anschließen über: Grundfragen der Sittlichkeit. Vorlesungen über neuere deutsche Literatur sollen im März folgen; Unterhandlungen darüber sind noch im Gange. Außerdem hat ein Marburger Gelehrter einen Lickitbildervortrag über Albrecht Dürer in Aussicht gestellt. Die Vorlesungen sinden, sämtlich in der Aurn- halle des Realgymnasiums und 'der Oberrealschule statt und sind jedermann zugänglich, ohne daß Eintrittsgeld erhoben wird. Auf die geschichtlichen und philosophischen Vortrage folgt jedesmal eine Diskussion, an der jeder Zuhörer sich beteiligen kann und soll, weil dadurch erst das Vorgctragene recht fruchtbar und verständlich wird. Am Eingang des Saales wird ein Heft ausgelegt, in das jeder Eintretende Namen und Vornamen, Stand und Wohnort einzuzeichnen gebeten wird. Diese Sitte hat sich in den großen Städten, namentlich in Wien, ausgebildet und als Gi-uudlage für eine statistische Erfassung des volkstümlichen Bildungsstrebens ausgezeichnet bewahrt. Der erste Vortrag sott am Mittwoch, 17. Januar, statt- finden. Beginn und Thema werden durch Inserate rechtzeitig bekannt gemacht werden. Ein Vertreter des Frankfurter Verbandes, entweder der Geschäftsführer Herr Georg Volk selber oder Herr Stadtrat Dr. Flesch, einer der Begründer der ganzen Organisation, wird ihn und damit die gesamten Unternehmungen des Ausschusses eröffnen. ’* Neue Wegschranken werden eben auf bei Bahnstrecke Gießen-Wetzlar durch Monteure einet rheinischen Firma hcrgestettt. Die Neuerung hat den Vorteil, daß die Bahnwärter, die auf der sehr verkehrsreichen Strecke postiert sinh, die beiden Schranken von einer Seite aus schließen und öffnen können unb baß ein Ueberschreiten der Geleise seitens der Beamten nicht mehr nötig ist. "Die Unfallverhütungsvorschriften in den lanbwirtschaftlichen Betrieben treten am 1. Januar im Großherzogtum in Kraft. 8 Lich 1. Jan. Eine Episode gelegentlich bes Weih, nachtsbesuches unseres G ro ß h er z og s hier wirb jetzt erst bekannt. I. I. K. K H. H. ber’ Großherzog unb Gemahlin Gingen in der Stabt spazieren, als sich bettelnd ein schlesischer Hanbwerksbursche näherte. Ter Großherzog griff in du Safchc unb schenkte ihm eine halbe Mark, worauf sich bietet entfernte. Sogleich aber wanbte sich ber Großherzog noch einmal um unb ließ sich bie Papiere des Hanbwerksburschen zeigen. Nach deren Durchsicht griff ber hohe Herr abermals m die Tasche unb reichte dem Schlesier noch em Fünsmark- Ilück hin. P Dutenhofen bei Wetzlar, 2. Jan. Ter vor ungefähr Jahresfrist verstorbene Gastwirt Jean Sorg er würbe vor einigen Tagen in ein Erbbegräbnis auf bem hie- ligen Friedhof umgebettet. Die Ausgrabung wurde nachts vorgenommen. p Erda (Kreis Wetzlar), 2. Jan. ES ist nicht anS- geschloffen, daß das hiesige Waffer dem im letzten Jahre bei uns so stark ausgetretenen Typhus Vorschub geleistet hat. Dilt Freude begrüßt man daher hier die Anlage eurer Gern e in d e w a ss erl cit u n g mit deren Vorarbeiten begonnen i|t. Die Sammel!teile wird am sog. Lappenberg bei Hohen- JolmS fern, besten Fetsenwasser als vorzüglich bekannt ist. . rrr ~J?11 Q ' 1» Ion. Der am 1. April Sus bem ^'st'chkn Staatsdienst aurscheidende Oberlehrer Dr. A b a in i tritt in den preußischen Schuldienst ein; es ist ch«, Cme Sehen wir ihm deshalb nut verzeihendem und bankendem Ernst nach. Jeder kann und soll baS, auch der von schwerer Trauer und Betrübnis Heimgesuchte. Denn etwas blieb jedem, unb darum hadere man nicht mit bem Geschick, weil «hm ba? ober jenes geraubt mürbe, fonbern sei bankbar für alles ba§, was ihm erhalten geblieben ist I Alle bie oiclen Wünsche, alle bie Hoffnungen, bie bem jungen Jahre 1906 zu Füßen gelegt werden, sieht eS freundlich lächelnd an — erfüllen kann es nur einen kleinen unb geringen Teil. Des jugenblid) Gesinnten Phantasie baut taufenb verlockenbe Zukunftsbiiber, bie Wirklichkeit nimmt bie bunten Farben bis auf geringe Neste hinweg. Möge für uns alle baS Beste übrig bleiben, auch wenn es ein unscheinbares und bescheidenes Gewand trägt. Aus Statu uni) Land. ~ Gießen, den 2. Januar 1906. Znr Jahreswende. Mit keinem Blümlein schmückt bie Flur Das Nest der siabresneige, In kahle Felber schaust du nur Unb auf entlaubte Zweige Da ringsum mangelt alles Grün, So lab in dir es sprießen, Unb Hoffnung auf ein neu Erbluyn Das alle Jahr beschließen! Martin Greif, der zartstnnige Münchener Poet, ist'S, «er uns bicFcn N-vjvhrSwunsch zuruft. I" w.chmütiqo.u denken an bie Bitternisse des vergangenen Zeitab.chnittes, denen ja auch für die meisten unter uns m gleichem Verhältnis Freuden zngeseLIt waren, tut die Stärkung der Hoffnung auf kommende bessere Tage gar not. Nur der Lebende hat Recht. So ist eS kaum vermeidlich, daß an ber Jahreswende die Erinnerungen an Schönes und Gutes verblaßten. Unglück und vermeintliches Unrecht bleiben leider gewöhnlich dauernder im Gedächtnis haften, wie schwarze Gespenster drängen sie sich um bie Bahre, auf ber in ber Mitternachtsstunbe bes 31. Dezember das gestorbene Jahr 1905 hinaus in die Ewigkeit getragen ward. Unmutig wandten wohl gar viele die Blicke, riefen ein verbittertes Pereat hinterher und begrüßten mit Gläferklingen und Heilrufen die jugendliche Neujahrs-Herrlichkeit. Vor zwölf Monaten traten wohl bie meisten unter ihnen mit gleicher Inbrunst, mit gleicher Phantasie den nahenden Dingen entgegen. Wem die Selbsteinkehr etwas Unbekanntes ist, wem die Selbsterkenntnis mangelt, wer nicht ans trüben Ereignissen ein gefestigtes Herz sich erringt, aus begangenen Fehlern nicht lernen kann, für den dreht sich das Rad der Zeit umsonst, der sieht nicht die unvermeidlichen Notwendigkeiten des Lebens ein, der schaut nicht eigene Schuld in vielen Widerwärtigkeiten des Lebens; unablässig klagt er Schicksal und Mitmenschen an. Und weiß nicht, daß auch in der eigener. Brust das Neujahr anbrechen muß. das Nerijahr des Geistes unb der Seele, Trost gebend für die Vergangenheit unb Licht für die Zukunft. Enttäuschungen und zertrümmerte Heiligenbilder decken den Weg jedes ©taubgeborenen. Die Sehnsucht nach dem Glück baut ihm immer wieder eine schimmernde Fata mor gana auf, die in nichts zerstießt, wenn die begierige Hand danach fasten will. Ernst Eckstein, der talentreiche Sohn Gießens, dem unsere Stadt immer noch eine Ehrenschuld abzutragen hat in der Stiftung eine? Gedenkzeichens für den vor nun schon nahezu 6 Jahren Dahingeschiedenen, kleidete diese Erkenntnis in die innigen Worte: Sei stack, du zitterndes Kinderberz, Unb dränge die Tränen zurück, Uus alle hat e§ belocen, , Uns alle bat es betrogen, Da? sonnige Märchen vom Glück. Im urgewohnten Lauf kreisen die Welten, nach un- erforschlichen Gesetzen regeln- sich die Geschehnisse, das Körnlein Materie, in der das verlangende Menschenherz schlägt, wird unbekümmert zermalmt vom dröhnenden Schritt der Jahrhunderte. Da hilft kein Streben unb keine Auflehnung, vergebens ruft ein anberer Dichter: Allschöpfer, warum warfst du zwischen Erd' und Himmel mich Und webtest dein Geheimnis unter mir und über mir, Unb fülltest dies Gemi'U mit Sehnsucht nach Allwissenheit? Es ist eine müßige Frage, dem Sehnsuchisschrei folg! keine Antwort. Deshalb müsten wir uns bescheiden und in den Tiefen der persönlichen Empsindung ein Kirchlein bauen in das wir flüchten, wenn die Stürme gar so wild brausen, wenn die Fluten der Verzagtheit über uns hereinbrecheu wollen. Sind wir so zu innerer Abgeklärtheit gekommen, dann wirb unser Urteil milbe, bann sehen wir auch das Gute im Leben und am Nebenmenschen. — Mancherlei betrübende Ereignisse summieren sich gewiß im Abrechnungsbuch des Jahres 1905. Das entsetzliche grausame Ringen zweier Völker auf den Steppen Ostasiens hieb lange noch die Menschheit in Schrecken, dafür aber läßt das Reißen und Rütteln, das Zerren unb Zausen mit Feuer unb Schwert und furchtbaren Gewalttaten an den Säulen des russischen Reiches, schier verzweifeln an der Menschheit. Unzählige Hetakomben von zuckenden Menschenleibern, unwägbare Werte von Gut und Arbeit werden auf dem Altar des blutrünstigen Götzen der Revolution geopfert. Unser eigenes Vaterland ist immer noch gezwungen, junge Söhne auf den KriegSpfad zu senden gegen die Eingeborenen südafrikanischer Kolonien, die unermüdlich sind in ihrer Empörung gegen die Herrschaft der weißen Männer. Wie viele Mütter weinen über den Sohn, den sie mit Liebe unb Sorge erzogen, und der im fernen Afrika von feindlichem Geschoß oder tückischer Krankheit gefällt wurde. Erbitterte Kämpfe toben auch im Innern unseres Reiches und unseres Lande?. Immer heftiger erschallt ber (Streitruf der verschobenen Welt- unb politischen Anichauunaen, mii finsterem Groll gärt es in ber Tiefe, gierige Jnteressenpolitil drängt sich in ben Vorbergrund, hinter glänzenden Festen unb äußerem Prunk sieht manches weltschmerzliche Auge Niedergang und Entartung lauern. Und wenn wir den Blick lenken auf die Geschicke unserer lieben Stadt Gießen, so findet sich auch da manche wunde Stelle. Die Bürgerschaft hatte sich noch nicht erholt von den Kummerjahren des geschäftlichen Tiefstandes, als die abnorme Teuerung der Lebensrnittel eintrat und zugleich zwei der bedeutendsten Gießener Industriezweige, die Zigarrenfabriken und die Bierbrauereien, durch neue erhebliche Steuerbelastungen bedroht wurden während die gesamte Bürgerschaft beunruhigt wurde durch eine Reihe von den Verkehr behindernden Neichssteuern, unb wohl auch die stäb tische SI e u e rsch r au b e sich unbekümmert in bie Höhe drehen wird und vielleicht neue Lasten wird erfinden muffen zur Deckung ber notwendigen Ausgaben. Dazu tritt in zahlreichen Familien noch manches unliebsame Vorkommnis, manches bittere Unglück, und auch manches schlimme Mißgeschick, das auf Leichtsinn unb mangelnde Fürsorge zurückzuführen ist. Sollte man ob alledem verzagen? Rein! In diesen Tvaen da Derqanaenhci! und Zukunft sich berührten, dürfen wir uns nicht nirdrrdruck-n iassrn u°n derErmncrunq an b”e trüben Erscheinung. Wir saNen auch benfcn M Tröstlichen, daS im teilen Indre Farrn und Erstatt annalim. Die Entdeckungen der Wrsienichaft und der Technik der Fort. Ichritt des soziaten Empfindens daben kerne Emdufie erlrttr», kühne und geistesstarke Männer sparrnen ihre Kräfte an um den Idealen eure Kasse zu bahnen und dem nackten Mate, riatismus das Zepter zu entwinden. Dan Volk zrr Volk sircat die Idee von der Gemeinsamkeit aller Menschenkinder, immer enger spinnt der Weltverkehr sein Netz und versöhnt die feindlichen Raffen. Unser Gießen ist nicht stehen geblieben m der En - wickeluug. Ein paar neue Straßenzüae tun sich im Nord- often auf, eine Anzahl schöner neuer Geschäfts- unb Wohn- häufer hat sich an unseren ersten Verkehrs- unb Villenstraßen im Lause be5 verstossenen Jahres erhoben, reger Arbeitssinn spannt sich zu neuen Anstrengungen an bei ber Wenbuna der geschäftlichen Tinge zum Besseren, die Unannehmlichkeite,' vermehrter Abgaben werden gemildert durch dieAussicht auf *VonderKobnrgerPrinzenehe. Petit Parisien berichtet über das Abkommen zwischen dem Prinzen und der Prinzessin von Koburg: Nach Unterzeichnung des Uebereinkommens durch den Prinzen erhält die Prinzessin eine halbe Million Francs in Raten, außerdem eine jährliche Apanage von 100 000 Mk. Sollte irgend eilt Dokument, dessen sich die Prinzessin im Prozeß bedienen wollte, veröffentlicht werden, so würde dadurch das Abkommen annulliert. Die Prinzessin erklärte sich über das Abkommen befriedigt. * Der dankbare Hagestolz. Ein dieser Tage in Massachussetts verstorbener Herr Walker hat vier Damen aus Dankbarkeit dafür, daß sie seine Hciratsanträge zurückgewiesen hatten, je 25 000 Dollars hinterlassen. _ . * Ein katholischer Pfarrer als mutmaßlicher Dieb. Die Verhaftung katholischen Bfarrkurats Decker erregt in dem bmbifdxn Schwarz waldorte Schlageten großes 9hif=* Im Pfarrl>ause ist im Sommer diese? Jab-res nwfrrenb o?r M'.vrsenheit deS Pfarrers eine dem dortigen Arbeiterverein gehörige Summe von etwa 600 Mark auf rätselhafte Weise gestohlen worden. Dor Diebstahl sollte während ber Nachtzeit »u «geführt wvrdcn sein. Im Laufe bet Zeit hat sich aber bet Verbiete auf den Pfarrer Decker selbst gelenkt. Die VerdnchtS- mornente haben sich in den letzten Wochen so verstärkt, daß jetzs Die Verhcfkung Deckers nngembnet wurde. r 6 itiges Ä ort b?t ^.^lische Pfarrer üoit WslfiShetm bei Straßburg über die rührseligen ober gar begeyterten Mttkel, zu denen b*r entsetzliche Mord u n d S e l b sb- mord im Frankfurter Walde einen Teil der Presse ver.'nlayt hat. Der Strafch. «tg. sdcheibt er: „Dreifacher Mord jiim Een Unschuldiger und Selbstmord, wäre die Sühne P*r. Die langjährigen Veruntreuungen, bie ber Mord r b. gangen! d«rum greift er zur Waffe? Vermutlich, weil er niu't die »«turUchen folgen seine- Tuns, gesetzliche Strafe und bie —< is. rnbe tragen wollte. Ja, leben wir noch innerhalb der cln'isd- IicdsittttckKn Weltanschanung, ober sind wir von der as-atisch- heidnychen schon, ganz hypnotisiert? Hat ber MaterialsimnS iuioit so ictrr unser sittliches Denken und Fühlen zerfreffen, daß, wenn er unS getrieben hat, die Scheidegrenze zwis.^n Mein und ~ auch unser Leben wegwerfen w-ie etioas nutzloses; und nicht nur das, uns auch noch an dem Loben ftt.Cr=°Tei-^n obendrein Lobredner finden, als Tat, und der foid)e5 tut, sdwn '3mißverstehe mich nicht. Ich Dcrurtcilc 111^1 den Mann, kä verurteile die Tat und den Geist, aus dem her..nt die Tat gdürren worden a 8) r e § G e s ch j ch t ch e n. Eine Stadt Subdeutschlands besitzt einen 1. im einen 2. Bürgermeister. Der £>evr 1. Büiaer- Ärbe^er^?»ie Besichtigung neuer Ranalbauicn lcutselig einen nrl eiter, ivie eS ihm beim so gehe im allgemeinen. »riji.-.-ht K11!1; > ^widerte dieser. In der jetzigen Zeit, wo adei'fo euer It unb der Lohn doch mcku fieigtr- „Cho!" protestierte d!r »ooiey wie untere zwei!" * uno oer eine tut C,3uw.nb.fl) 'VM - 5 i HM btcfrr Temperatur kommt die Kaffeekanne Bei HO Grad Kälte — in Eichen! zu Ehren. Das hat aber eine sehr bedenkliche Seite, weil Kaffee bekanntlich nicht günstig auf Herz, Nerven und Magen einwirkt. Wer auf seine Gesundheit bedacht ist, sicht sich deshalb nach einem anderen Getränk um, das den gleichen Zweck ohne bedenkliche Nachwirkung erfüllt. Das ist — Kathreiners Malzkaffee, der behaglich und dauernd erwärmt, frei von jeder Schädlichkei' ist und dabei einen würzig-anregenden Kaffee- Geschmack und Kaffee-Duft besitzt. Dieser wird ihm durch ein besonderes Verfahren verliehen. Jeder erwärme sich also einmal bei dieser Kälte mit dem echten „Kathreiner"! — Wer sich diesen Genuß, der im besten Sinne des Wortes unserem Wohlbefinden dient, einmal geleistet hat — und es kostet wenig — der wird jeden Tag aufs neue darnach Verlangen tragen. Versuchen Sie's doch mal. D’/t Aufruf zur Unterstützung der notleidenden Deutschen Rußlands! Aalpreue vom 31. Dezember 1905 bis 14. Januar 1906. Der hiesigen Bäcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Tafclbrot — 2 Kg. (4 Pfd.) Gem. Brot 50 2 , (4 , ) u — „ bei Lari Haas II 48 1 , (2 , ) Weißbrot 27 , 8 „ (6Psd.i Gem. Brot 75 bei Carl Haas II 26 , 1 , (2 „ ) Kornbrol 23 2 , (4 Md. > Weißbrot 64 „ bet Carl Haas II 22 bei Carl Haas II 52 „ 2 , (4 Pid.i Kornbrot 46 1 „ (2 Pid.) Ge>n. Brot 25 , bei Carl HaaS II 44 bei Carl Haas II 24 „ Der auswärtigen Bäcker. 1 Kilogramm (2 Pfund) Weigbrot bei: Georg Dern II., Gr.-Liuden 25 ü. Steinmüller, Gr.-Linden 26 Heinr. Weber, Heuchelheim 26 , W. Vein, Rlcm-Vüiben . . 27 W. Weitzel, Vang-Gönt . . K v Karl Post, Wiefeck ... 27 Hemr. Binz, Allendorf Lahn A „ Jakob Appel, Krofdorf . . 27 W. Fabel, Wiescck . . . H „ 2 Kilogramm (4 Pstmd) Weißbrot bei: Georg Dern II., Gr.-Vinden 50 S W. Weitzel, Vang-Göns . . 52 Vouis Lüßmuth, Steinberg 50 „ Heinr. Weber, Heuchelheim 52 V. Steinmüller, Gr.-Vinden 52 „ yatob Appel, Krofdorf . . 54 Hemr. Bmz, Allendorf, Lahn 50 „ W. Lein, Klem-Vinden . . 54 W. Fabel, Wiefeck . . . 52 „ Karl Post, Wiefeck ... 54 1 Kilogramm (2 Pfund) Gem. Brot bei: Georg Dern I ., Gr.-Vinden 23 Hch. Weber, Heuchelheim 23 W. Weitzel, Lang-Göns. . 23 „ L. Steinmüller, Gr.-Vinden 23 W.Steinmüller Wio., Vang- W. Vem, Klem-Vinden . . 25 Göns.......24 „ Heinr. Binz, AllendorhLahn 24 2 Kilogramm (4 Pfund) Gem. Brot bet: Georg Dem II., Gr.-Vinden 46 v# Göiis.......46 Vouis Süßmuih, Steinberg 46 , W. Steinmüller Wio., Lang- W. Weitzel, Vang-Göns. . 46 „ L. Steimnüller, ©r.-Vinöen 46 Hemr. Weber, Heuchelheim 46 „ Karl Spanier, Reiskirchen 44 Gust. Jacoby, Alten-Bufeck 46 „ Jakob Appel, Kroidon . . 50 Karl Post, Wiefeck . . . 46 „ W. Vein, Klein-Lmden . . 50 Karl Trautmann, Wiefeck 44 „ Heinr. Bmz, Allendorf, Lahn 44 2'/, Kilogramm (5 Pfund) Gem. Brot bei: Louis Süßmulh, Steinberg 56 £ Heinr. Weber, Heuchelheim 55 3 Kilogramm (6 Piund) Gent. Brot bei: W. Fabel, Wiefeck . . . 69 4- Gust. Jacoby, Alten-Bufeck 66 „ Karl Post, Wiefeck . . . 69 „ Karl Trautmann, Wiefeck 66 „ 1 Kilogramm (2 Pfund) Kornbrot bei: F. Weiß, Grüningen . . 23 Jakob Appel, Krofdorf . . 23 5, Heinr. Binz, Allendorf Lahn 22 „ 2 Kilogramm (4 Pfund) Kornbrot bei: W. Schimmel, Kmzenb. Al. 46 F. Weiß, Grünmgen . . 46 -5. Jakob Appel, Kroidor' . . 46 , Karl Spanier, Reiskirchen 44 „ Heinr. Bmz, Allendorf/Lahn 44 0 W. Lem, Klem-Vinden . . 46 , 21/, Kilogramm (5 P'und) Kornbrot bei: Hch. Weber, Heuchelheim 58 „ Der Brotverkäuser: Dieselben Preise ivte bei den hiesigen Bäckern. Gießen, den 30. Dezember 1905. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Zur Whcbllng non Mjchs-lMimschcn Siirch Befuhr unö Harten, Neujahr 19i)ii, haben weiter nachoerzeichnele Herren und Damen, deren Namen am vorigen Samstag nicht mehr im „Gieß. Anz/ veröffentlicht werden konnten, der Kleinkiudcr--Bewahranstalt Gaben gejpendet: 112. Bauunternehmer Winn und Frau. 113. Architekt Seuling. 114. Apothekenbesitzer Dr. Caesar. 115. Malermeister Groß. 116 Rentner PH. Schwmn. 117. Gymnasiallehrer Hartmamt. 118. Kauf mann Heinrich Boller. 119. Kommerzienrat Worunann und Frau. 120. Oskar Gutmann und Frau. 121. Kanzleimspektor Frank und Fratt. 122. Robert Haffe und Frau. 123. Medtzmalrctt Dr. Haber- korii. 124. Geh. Hofrat Pros. Tr. Naiimann und Frau. 125. Kaufmann Conrad Bramm. 126. Unternehmer für Tiefbau Hermann Bender. 127. Karl Fester unö Frau. 128. Oberlehrern! Fräulein L. Atoeser. 129. Karl Löllgen. 130. Erlist Blödner und Frati. 131. Peter Wilson. 132. G. Nauheimer und Frau. 133. Kreis- assislenzarzt Dr. Curschmann. 134. Architekt Hans 'Meyer. 135. Prioat- dozent Dr. med. Koeppe. 136. Heinrich Mylius und Frau. 137. Real- gymnasiallehrer Albach nnb Frau. 138. Dr. Schliephake und Frau. 139. Hotelbesitzer Venz. 140. I. Happel und Frau. 14L Ingenieur Friedrich Schiele. 142. Pfarrer Schwabe. Auch für die Gaben der Borgenannien, wie für alle anderen (insgesamt 363 Mk.) sprechen wir unseren herzlichsten Dank aus. Nachträglich sind uns von dem Stammtisch tm „Prinz Carl" noch 3 Mark für unsere Anstalt übergeben worden, was wir auch herzlich dankend hierdurch bestätigen. Gießen, ben 2. Januar 19Ü6. Der Vorstand der Klemkinder-Bewahranstalt. Dr. Naumann.y*/x Die beklagenswerten Ereignisse in Rußland haben über unzählige Bewohner des Landes unsägliches Unglück gebracht. Viele Tausende sind völlig verarmt; andere, die bisher fleißig ihrem Berufe nachgmgen, stehen in bitterer Not müßig am Markt. Das gilt auch von den zahlreichen Deutschen im russischen Reiche. Unzählige von ihnen sind ohne jedes eigene Verschulden plötzlich brotlos geworden und stehen inmitten erregter, ihnen zum Teil feindlich gesinnter Volksmasien hilsios da. Sie alle hoffen auf uns, die Deutschen im Reich, sie hoffen, daß wir unsere Volksgenossen nicht im Stich lassen, für ihre Not offene Herzen haben werden nnd offene Hände. Um ihre Not zu lindern, hat sich auch in unserer Stadt ein KiWMllh zur MMiW i)cr McktMn JenWs Rußlands gebildet. Wir wenden un§ mit der Bitte um Unterstützung an alle unsere Mitbürger. Wer immer im sicheren Fneden des Deutschen Reiches seinem Berufe nachgeht und seines friedvollen Heims froh wird, der gedenke unserer unglücklichen Volksgenoffen in Rußland, die in einer fürchtbaren Gegenwart einer vielleicht noch schrecklicheren Zukunft entgegensehen. Wir können ihnen helfen, und wir werden ihnen helfen, jeder nach seinen Mitteln. Geldsendungen nehmen entgegen: die unterzeichneten Pcofefforen Dr. Halter (Ludmignraße 42) und Dr. Krüger (Löberslraße 22), das Bankhaus Heichelheim und bie Expedition des Gießener Anzeigers. Außerdem sind Sammelbüchsen aufgestellt in der" Bürgermeisterei, im GesettschaftSverein und im Cafs Ebel. Gießen, Dezember 1905. C”/M Gel). Hofrat Pro?. Dr. Behaghel, Rektor der Universität. Dr. Bicrmauu, Professor. Geh. Medizinalrat Dr. Bvsiroem, Professor. Geh. Rai Dr. Breidert, Provinzialdircktor. Bücking, Land- gerichisdireklor. Dr. Ebel, Sladtverordneier. Dr. Eck, Professor. Kommerzienrat EmmeltuS, Stadl- verordneter. Gabriel, Hauvunamt d. V., Vorsitzender deS 5lricgeroereinS. Gail, Kommerzienrat. Geh. Iusitzrat Gebhardt, Oberamtsrichter. Kommerztcnrat Georgi, Beigeordneter. Dr. Gross, Professor. Justizrat Dr Gutfletsch, LartdtagSat>geordnetcr. Dr. Hakler, Pro'effor. Geh. Hoirat Dr. Haupt, Blbliotheksdirekior. Kommerzienrat Heichelheim, Stadtverordneter. Geh. Hofrat Dr. Heß, Pro'effor. Kommerzienrat Heyliacusiaedt, Lmdtverordneter unö NelchsiagSabqcordncler. Horst, Vorsitzender des KaufmännUchen Vereins. Äirch, Stadtverordneter. Koch, Präsident der Haiidets- fanuner. Kramer, Hauvtmann a. D. Dr. Krüger, Profeffor. Änklmaun, Landgerich^präsi-enl. Lange, Biichdriteterei besitzer. Dr. Leist, Bro'effor. Mecum, Oderdürget meister. Justijrat Metz, Rechisamvait. Meyer, Öberposifekrenrr l P. Dr. Naumann, Kircheurat. Geh. Hsiiat Dr. Pasch, Proieffor. Pfeiffer, Odermeilter. Geh Schulrat Dr. Marsch, Ttreitor do4 Realgymnasiums. Sack, Cbermeiftcr. Geh. Lchiilril Dr. Schaebet, Direktor iw SynmasnimS. Echaefrr, ^oitotrofior. Lchaffstaedt, Stadtverordneter. Schirmer, Kommerzienrat. Lchtueckeubecher, Landgeri^srat Geh. Julitzrat Dr. Schmiot, Profeffor. »eh. Ho'rat Dr. Siebeck, P7i lS letzen, den 2V- T)eöentber 1905. Stäot. Ticsdauamt. Draudaü). s? L 1000 ä 600 100 60 3 6 - 3üi)u — 30lid “ 3ÜÜÜ - büUO 5950 zus. 23,01)0 I aq Ä 11 Lose IO Mk LUö I Ul-Porto u. Liste30 PL versendet: J.Stürmer^^Ä 30 ll G0 L Grosse Wobltätigkeits- G] 3LD Lotterie d.Kra« kenpüege-Aust. v.RotenBg»StpassbnrgE. Ziehung sicher 20. Jan. 06 Baryewlnne fjj o;yie Abzug ln- 7M00 1. Hanptg M. 20,01)0 2. Hanptg. M. 19,000 3. Hanptg. M. t)|)00 -gemahlene Deberallmhabcrh ö Paoket 15Pß Seife isP i \i y ificTi AN Wer diesen nicht flVll ♦ heilt, versündigl sich am eigenen Leibe! Kaisers Brnst-Caramellett feiuschmeckende« Malz-Cxtrakt. Aerzllich erprobt nnb empfohlen gegen Husten, Heiserkeit, Katarrh, Belfchleimuna x. Rachenkatarrhe, 451? uot.begl.Zeugniffe beweisen, ly 1^ daß sie holten, was sie ver» sprechen. Paket 25 Pf., Dow 45 Pf. Niederlage in Hiefjen bet H.E. iugherdt, Jnh.Aiig.WallenfelO» Marktplatz 15, Georg Wallenfels m arkipl. 21, gegenüb. der Engels Apotheke, Oh riet Ian Wallenfeb, Macktplatz 17, E. Dort, Walltov» straffe 45, L Steinhäuser; tn Mieseck bet Aug. Seibert (D*/< Geehrter Herr! Ich litt fett 14 Jahren an einem Bcinschaden. habe febr viele kost, ifleltfie Shircn gemacht, aber all« ot)Hc Grfotfl. tluf Ihre ,Rino. tzaibe" nufmerffam gemacht, be» nnfie ich diese und bin mtt ihr zu- frltben. T)fe Salve wirb Wohl auch Ix den apotfcefen zu haben fein. Rositz. 2S./8. 1904. g E. Tiegel. I > Man achte genau auf die Original- ) pacrunc weiss - irrfin - rot und die Fi>ma Rich. Schnhart & Co., Wein- ' bfihla, und weise Fälschungen zurück. — —=—---Ä KMchll!! 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Dezember verschied sanft nach längerem Leiden unser lieber Gatte, Täte , Herr Landgerichtsrat Dr. Heinrich Marx in Mainz von der Kinzenbacher Mühle Wallenfels und Carl Seibel. Zu haben in den bekannten Verkaufstellen Aut Wunsch pünktl. Lieferung frei ins Haus. Unübertroffen in Geschmack und frischbleibend. Gicht u. Rheuma, zur Stärkung B I der Augen, zur Ausspülung des 1| Trüdftewordene Wäsche sowie Koste non Weisswaren null Kleiderstoffen verkaufe weit nuter Preis. M. Kann, Wäschefabrik Gcuenüber der Stadtkirche. 25 I tr; 3 Halses und Kehle, gegen Er- kaltungen, bestbewährtes Haarpflegemittel etc. Preise \\ Flasche Mk. 2 —, 7, Flasche Mk. 1.10. Zu haben in der Pelikan-Apotheke, in den Drogerien Georg 14 Jede Hausfrau probiere j-;(v nbrot Lildwigstraße 55 Btcrverlag Ludwigstraße 55. ß. Kühn Seifersweg 36. * Femlpredter 213. Alleinige Niederlage u. Vertretung von 3. C. König L Gbhardt, ßannooer Geldiättsbücher-Fabrlk, Budi- u. 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(Emil Roth, Gießen; 3 Mk. drosch., 4 Mk. gebunbeM in bie flaren, sternenweiten Dezember- nächte sehnjuchtsschwer hinaus, — wünschen wir vielleicht, em Stern mochte zu uns hernieder fallen, -- denn wir können seine Schönheit von unserer Erde aus Nicht er- rächen.___Und wir warten und durchschweifen mit unseren Blicken das endlos liefe Sternenstrmaincnt. — — Mu unserer Sternensehnsucht wandern roir weiter, dem frohen Feste der Weihnacht zu — und mitten m unseren Weg senkt sich ein leuchtender, strahlender Stern: em himmlischer Gedanke stieg mit göttlichem Glanze zur Erde nieder — und beglückte mit seiner Schönheit die weihnachtlichen GE^Diese Gedanken erweckt daS reizende Bild von Kampmann, das dem eriten Teil des neuen, wundervollen Buches von K. E. Knodt vorangesetzt ist. Sern Titel ist: Jfcm Ton vom Tode und em Lied vorn Leben . Emil Roth m (Sieben verlegte das Werk, und der Verleger hat dem Buch allen Schmuck angedeihen lassen, den es redlich oerbient. Der Preis sür dieses prächtig ausgestattete ^ersbuch ist als niedrig zu bezeichnen (drosch. 3 Mk., geb. 4 Dre frohe Erwartung und Hoffnung, die der Xitel dieses Buches in uns erregt, wird durch den Inhalt wett übertroffen. Dieses edle, hohe Lied vom Leben, von der Rircbe - von der Welt, — vom Tode verdient von tausend und abertausend Zungen mitgesungen zu werden. — Schönheit lind Weisheit gehen schwesterlich Hand m Hand. Wenn man die Verse Knodts lieft, weiß man nicht, ob man er,: dem Wortlaut dieser edlen Sprache lauscheii, oder ob man sich dem Banne dieser Nelen Gedanken tjingcben soü. — Hier ist die Wahrheit des Lebens dem Menschen zum -troff geworden und die Schönheit der Welt zum tieben. - $a§ Lied überzeugt von der Wahrheit des Gedankens, der durch das ganze Buch z-ehl: Der Tod ist überwunden durch da» Lebern Wir können nie sterben, denn unser tieben ist ewig. Und ein glücklicher, froher Jubel zieht m ledes 9)lenfd)en Seele, der recht in dieses Buch hmemschaule und die,e hohen Gedanken erfaßte. Unser ganzes ^den rmrd Jubel nnb edle Lebensfreude, — und wir singen mit dem Dichter. Dieses Buch ist wohl als das beste zu bezeichnen, das der Verfasser uns bisher geaeben hat. Knodt ist em mo- derner Gerok, em geistlicher Dichter für unsereZettzund es wird nicht lange dauern, so ivird Knodt den Platz ieme^ würdigen Vorgängers ganz enmehinem ,a er wird diesen Platz ehrenvoll behaupten und beherrschen. F. Ltfarö.^ (Heidelberger Zeitung, 47. Jahrg., Nr. 286. 6., 12.190o) Brdzay 'fraaztorabotweiB __ist ein seit 40 Jahren bewährtes Aliee-Schule. Beginn aller Kurse: Montag den 8. Januar 1906 morgens 8l/2 Uhr. Neu eingefuhrt: 1. Fortdtldungkursus im Schneidern für Damen und junge Mädchen, zweimal wöchentlich. 2. Weißsticken, fünfmal wöchentlich.^ 3. Backkursus, ein- dis zweimal wöchentlich. 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