Donnerstag 1 März 1906 ISS. Jahrgang Erstes Blatt ZSZS25 33 Ire Üerrtiqe Kummer umfaßt 8 Serien. L-ejftjcher' Landtag Frau Bayrhammer sprach die Verse Hörer zu ernüchtern. von von fol- nrir mit herzlicher Wärme und sehr, fast allzu lebhafter Bewegung. Tann erhob sich der an der Ecke einer der vordersten Reihen des Parketts sitzende Oberbürgermeister, um in kurzen Worten den Kaiser zu feiern als Friedenserhalter und Schirmherrn des Handels, der Industrie und der Landwirtschaft. Er schloß mit einem dreifachen Kaiserhoch, worauf von den Ver- bevölkert und Plenum werden? Zur Beschlußfähigkeit nahezu 200 Mitglieder. , Run wird von den Diäten gesprochen. Es darf aber gewiß nicht damit gerechnet werden, daß der Reichstag nach Ostern Diäten oder Anweseuheitsgelder erhält. Gewiß BezugSvretSr monatlich7b Pi., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich Go Pk.; durch die Post Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» sür die Tagesnumm« bis vormittags 10 Uhr, Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pkg. Verantwortlich <üt den poliL und allgern. Teil: B. Wittko: »irr .Stadt und Land^ und „Gerrchtsfaal": Ernst p e b; {ür den Anzeigenteil: Hans Beck. Biegeleben, Becker. Glilckwnuschluubgebung für das Kaiserhaus. Präsident Haas hält vor Eintritt in die Tagesordnung Wappen um alle Säulen und Brüstungen. An Licht fteiltch hatte man mehr gespart als nötig war. Dankbar aber war da§ Festpublikum. Den ganzen Abend über gab es gar lebhaften und intensiven, den Herzen entspringenden Beifall, aus dem wohl auch bei diesem oder jenem der Stolz über die Tatsache, daß ein solcher Dichter zu den unserigen gezählt hat, und das späte Mitgefühl mit dem tragischen Lebensende des unglücklichen Sohnes einer unglücklichen Zeit sprechen mochte. Gewiß ist Kleist? dramatische Technik nicht vollkommen, das Zerschneiden der fortlaufenden Handlung in kleine Episoden, das allemal durch den Zwischenvorhang markiert wird, wirkt störend und beeinträchtigt das Bestehen einer gleichmäßigen Stimmung; es gibt etwas viel Kanonendonner, Flintengeknatter, Säbel- und Sporengerassel, alles Zutaten, die mit Recht von der modernen dramatischen Technik zum alten Eisen getan sind. Wie unendlich hoch aber steht trotzdem dieses Bühnenstück mit seinem markigen, kräftigen Dialog über den Werken der Mehrzahl unserer heutigen Dramatiker! Doch sei der Reihe nach berichtet. Der von unserer Regimentskapelle mit Bravour gespielten Weber'schen Jubel- ouvcrture folgte zunächst ein Prolog, von Herrn Direktor Steingoetter verfaßt und von Frau Bayrhammer gesprochen. Eine ansprechende Gelegenheitsdichftmg, die nicht sowohl sich auszeichnet durch hohen und kühnen Gedankenflug, als vielmehr den Empfindungen, die diese Kaiserhausfesttage in vielen unter uns wachriefen, einen schwungvollen, formschönen Ausdruck verlieh und es glücklich vermied, durch abgebrauchte Phrasen, die allmählich in jedes Biedermeiers gutgemeinte Festrede als Prunkstücke übergegangen sind, die Eeneral-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt fiir den Ureis Giehen R. B. D a r m st a d t, 28. Febr. Die zweite Stimmer der Stände ist heute vormittag IOV2 Uhr zur Wiederaufnahme ihrer Verhandlungen zusammengetreten. Am Ministertische: Staatsminister Ewald, Fiuanzmmister Gnauth, Präsident Braun, Geh. Staatsrat K'rug Nidda, Geh. 9lat Wilbrand, Ministerialräte Frhr. Gietzeirer Stadttheater. Prinz Friedrich von Homburg. Schauspiel in 5 Akten von H. v. K l e i st. Die Silberhochzeit unseresKaiserpaares konnte nicht würdiger in unserem Stadttheater begangen werden als durch die Aufführung von Kleists „Prinz von Homburg", diesem echt vaterländischen Schauspiel mit dem Hintergrund hohcnzollcrnscher Siegcsgeschichtc und mit der Verherrlichung der Achtung deutscher Fürsten vor der Unbeugsamkeit des Gesetzes. Man erfreut sich gern immer wieder an dem goldenen Kern glühender Vaterlandsliebe und hoher dichterischer Begeisterung, der Heinrich von Kleist eigen war. Des Schauspiels Vorgänge gruppieren sich um den Großen Kurfürsten, für dessen Heldengestalt unser Kaiser bekanntlich oft eine besondere Verehrung bekundet hat. Eine der köstlichsten Prophezeiungen deutscher Dichtung von der Abwendung großer vaterländischer Stürme (auch die jetzt, fast ein Jahrhundert nach dem Entstehen des Schallspiels aus freilich recht unvolkstümlichem Anlasse uns um» dräuenden Stürme werden hoffentlich sich abwenden lassen), von des Vaterlandes Ausbau und Erwettcrung „unter Enkels Hand" wand Kleist bald nach dem unglücklichen Frieden zu Tilsit im Jahre 1807 in sein Drama von: Prinzen Friedrich von Hom- bürg Man verglich vor etwa einem Jahrzehnt zuweilen E v Wildenbruch mit Kleist. Welche Idee! Dort die stete Sucht der Wirkung auf die Massen, hohlklmgendes Pathos, kaum je der Versuch einer Charakteristik oder gar seelischer Vertiefung — hier zarteste dichterlsche Feinheiten, eine nicht f.'ir jedes Auge sofort erkennbare vielverältelte Psychologie. . Sie verlangt freilich zu voller Würdigung die Aufmerksamkeit eines festtägigen Gemütes, das alich mit dem Auge der Liebe hinwegschalien muß über einige Härten in der Sprache, wie über die einmal geradezu kraß erscheinend? Peinlichleit der Situation unhcldiichen, sinnverwirrten Bettelns nmS Leben, die aber seelisch begründet ist durch die allerdings klemmensch- tiche, jedenfalls absichtlich unantike brennende Liebe des phcm- würden sie, am Anfang wenigstens, volle Häuser schaffen, aber nod) sind sie nicht einmal vom Bundesrat genehmigt. Die Lage ist demnach recht kritisch. So sehr sich die Reichsregierung anscheinend von der Steuerkommisfion lenken läßt, so drohend ist die Zeitfrage. Man wird nicht fertig werden. Als die Kommission Blatt um Blatt vom Blumensträuße satten ließ, stand die Reichs- tagsauflösung drohend im Hintergrund. Nun bemüht man sich, neue Steuerquellen zu finden und die Summe zu komplettieren. Damit schwindet die eine Gefahr, aber es droht die andere: die Versandung. Werden wir das gleiche Schauspiel erleben, wie im letzten Sommer? Fom Reichstag. Tie kurze Pause, die in den Neichstagsverhandlungen aus Anlaß der Festlichkeiten im Kaiserhause eingetreten ist, hätte gut benutzt werden können zur Vorlegung einiger Fragen. Zunächst Die: wohin steuern wir in der Steuerfrage? Es ist anzunehmen, daß sich nicht einmal die Mitglieder der Steuerkommission darauf eine klare und bündige Antwort geben können, denn die Zerfahrenheit hat einen geradezu erschreckenden Umfang angenommen. Niemand weiß, was daraus werden soll. Der Strauß des Herrn v. Stengel, der ja durchaus nicht im besten Geruck stand, ist bis auf ein paar traurige Blüten entblättert, und mit Bienenfleiß haben die Volksvertreter andere Blümlein zusammengetragen, deren Duft die nötigen 200 Mill, aufbringen soll. Es steht wohl fest, daß das Plenum nicht ohne weiteres auf diese Vorschläge eingehen wird, daß es also Kämpfe geben muß und Reden in Hülle und Fülle. Run liegen die Dinge aber so: der Etat muß gesetzmäßig bis zum 1. April fertig gestellt sein. Er ist aber mit der Reichsfinanzreform verwachsen, und seine Erledigung ist nicht denkbar ohne vorherige Verabschiedung der Reform. Doch es ist nicht die geringste Aussicht dafür vorhanden, daß die Finanzreform bis zum 1. April zustande kommt. Die Kommission steckt noch zu allertiefst in der Angelegenheit und sie hat, was noch schlimmer erscheint, jeden leitenden Faden verloren. Daraus ergibt sich, daß auch der Etat liegen bleiben muß, und daß wieder ein Notgesett auf der Basis der bisherigen Finanzgesetze eingebracht werben muß. Das hätte sich die Neichsregierung ohne besondere geistige Anstrengungen selber sagen können, als sie den Reichstag erst Ende November zusammentreten ließ. Entweder mußte der heurige Etat noch auf der alten Basis aufgebmrt werden, oder mau mußte für die nötige Zeit zur gründlichen Durchernannt hat. t Das Haus erklärt sich darauf dem Antrag des Wahlausschusses entsprechend für die Giltigkeit der Wahl des Abg. Dr. Glässing-Darmstadt. Nachdem darauf eine Anzahl „zur vorläufigen Beratung im Plenum" gestellte Anträge und Vorstellungen in üblicher Weise dem zuständigen Ausschuß überwiesen, genehmigte die Kammer Nr. 51 Erscheint tägttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener ZamUien» blätter Dtermol tn der Woche beigelegt. Rotationsdruck v. Verlag der Brüh l'scheu Unioerf.-Buch-u.Stein- brurferet. 9t Lange. Redaktion, ErvedUiox und Druckerei: Schulstratze 7, Redaktion es© 112 Vertag u.Exved.SEbl Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. beratung der Finanzreform sorgen. Nun hängt bekanntlich nicht allein der Etat von den .neuen Steuergesetzen ab, sondern vor allem auch die Bewilligung der neuen Marineforderungen. Man wird nicht" an die Beratung dieser Forderungen Herangehen können, ehe man weiß, wie die Finanzreform ausfällt. Gewiß besteht bei der Reichstagsmehrheit die Absicht, den Wunschzettel des Herrn v Tirpitz zu genehmigen, aber man hat zu bedenken, daß die Minderheit auch noch da ist. .Wenn es bis jetzt glückte, auck bei sehr schlecht besetztem Hause Heinere Vorlagen durchzudrücken, ohne daß die Frage nach der Beschlußfähigkeit gestellt wurde, so darf man daraus noch nicht folgern, daß frei den Flotten- und Steuerfragen das Gleiche möglich ist. Im Gegenteil, die äußerste Linke wird alle Hebel in Bewegung setzen, die Schaffung von Steuern zu verhindern, die ihr nicht gefallen. Nnn kann man kaum mehr damit rechnen, daß die Steuerfrage vor Ostern erledigt wird. Die Flottenforderungen bleiben ganz bestimmt bis nach Ostern liegen. Man weiß aber wohl, daß es nach Ostern immer recht schwierig war, ein beschlußfähiges Haus zusammenzubringen. Jetzt, zur besten Parlamentszeit, gibts in Berlin Sitzungstage, an denen ein knappes Dutzend von Reichsboten den Saal spielt. Wie soll das erst nach Ostern ußfähigkeit oes Reichstags gehören gotbe Ansprache: Meine sehr geehrten Herren Kollegen! Ich kann es nicht versagen, ehe wir in die Verhandlungen eintretcn, eures frohen Festes zu gedenken, das gestern in unserem Kaiserhause begangen worden ist, eines Festes, das in der Brust jedes echten deutschen Patrioten freudige Gefühle erregt. S. M. der Kaiser und I. M. die Kaiserin haben gestern den Tag feierlich begangen, an welchem sie vor 25 Jahren den Ehebund geschloffen haben und sich zu der Ehe vereinigt haben, die eine vorbildliche, emc musterhafte für ganz Deutschland geworden ist. Am gleichen Tage hat ein prinzlicher Sohn mit einer deutschen Fürstentoaiter den Ehebund eingegangen, der für alle Zeit ein gesegneter sein möge. War es auch der Wunsch des Ktiiserpaares, daß diese Feier den Charakter einer einfachen internen Familienfeier trage, so läßt es sich das deutsche Volk doch nicht nehmen, das ge- wohnt ist, Freud und Leid mit seinem Kaiserhause und seinen Fürstenhäusern in herzlichem Einvernehmen zu tragen, an diesem Tage das Fest mitzufeiern und herzliche Glückwünsche dem Silber- Hochzeitspaare sowohl wie dem jungen prinzlichen Ehepaar dar^u- bringen. Mit ganz besonderer Liebe und Verehrung blicken alle Pa- ttioten an diesem Tage in ganz Deutschland zu dem Oberhaupt des Reichs, in dessen kräftiger Hand die Leitung der Geschicke unseres Vaterlandes gelegt ist, und zu der herrlichen, echt deutschen Hrau empor, die gestern in eine 25 jährige gesegnete Ehe zurückblicken konnten. Meine Herren, auch wir vereinigen uns zu dm wärmsten Ohückwünschen. die wtt sow"hl b';n Kttserpaar wie den: j.mgen Elp? Pa ar darbringen. Ich bin überzeugt, daß Sie alle herzlichen Anteil an dieser schönen Feier nehmen und mit mir sich in dem Wunsche vereinigen, daß Gottes reicher Segen allezeit auf unfcrcm Kaiscrpaar und auf dem inngen Ehepaar^ ruhen möge. (Bravo!) Meine Herren, ich bitte Sie, wenn tsie _nut meiner Ausführung einverstanden sind, sich von Ihren Plätzen zu erheben. (Geschieht.) _ Das Haus hat sich bei dieser Ansprache von den Platzen erhoben und ermächtigt den Kammerpräsidenten, die Gesinnungen der Liebe und Verehrung der Kammer dem Kaiserpaar t e l c g r a - phisch zu übermitteln. (Die Sozialdemokraten verweilten inzwischen im Foyer und betraten unmittelbar nach Beendigung dieser Kundgebung in corpore den Sitzungssaal.) ~ Präsident Haas teilt darauf ein Schreiben des «taats- ministeriums mit, worin mitgeteilt wird, daß der Großherzog den Justizminister Ewald zum Staatsminister und den Geh. Rat Braun zum Präsidenten des Ministeriums des Innern lasuschen, ruhmberauschten Hitzkopfs zum Leben, und die dann durch das alsbaldige schöne Erwachen aus der wohl wieder halb somnambulen Verstörtheit verwischt wird. Die Verkennung das Dichters durch seine Zeitgenossen ist bezeichnend für jene Zeit selbst, sie birgt ein tragisches Element in sich: die Jahre des tiefsten Niedergangs altpreußischer Waffenehre und der völligen Versumpfung des deutschen Nationalbewußtseins ließen einen Dichter von so lauterer vaterländischer Gesinnung nicht 51t Worte kommen! Andererseits erklärt sich die Tatsache wohl auch daraus, daß der Glanz dieses Sternes von dem des Weimarer Doppel- sternS weit Überstrahlt wurde. Slbcr auch unsere Zett, die wahrlich keinen Schiller und noch weniger einen Goethe aufzuweisen bat, ist Kleist nicht in dem ihm gebührenden Maße geneigt. Man pflegt ihn nur bei außerordentlichen Anlässen auf die Bühne zu bringen, lobt ihn, empfiehlt ihn den Primanern und höheren Töchtern und geht dann zur Tages- ordnung über. Tas volle Aufgehen de§ Herzens, der reine Genuß wird beim erstmaligen Hören oder Lesen dieses Schauspiels, das von so intimem Charakter ist wie etwa eine Schubert'sche Sonate, kaum je möglich sein. Deshalb wäre die mehrfache Wiederholung der Aufführung dieses Werkes recht wünschenswert. Den „zerbrochenen Krug" haben wir ja in unserem Stadttheater in den letzten Jahren wiederholt gesehen. Aber auch die anderen Stucke des Jdealrealisten Kleist sind nicht nur für eine kleine Gemeinde da. „TaS Käthchen von Heilbronn" und „Die Hermannsschlacht" sollten unserem Publikum gleichfalls nicht vorenthaltcn bleiben. Welches seltene Antlitz trug die gestrige Aufführung vor einem das Theater wohl bis aufs letzte Plätzchen füllenden Publikum in Festtoilette: Die Damen vielfach in lichten, leuchtenden Farben, die Herren schwarzberockt, die Offiziere in Extrauniform. Das alle Haus war so schmuck und feierlich als möglich hergerichtet. Tanncnguirlanden kündeten schon am Eingänge von einem außerordentlichen Festabend, und im Saale selbst zogen sie sich m reicher Fülle zwischen bunten ohne Debatte die Regierungsvorlage, betreffend den Anschluß der Stadt Bab-Nauhcim an das staatliche ElektrtcitätSwerk Bad- Nauheim. Die Besprechung der Anfrage des Abg. Bähr, das Vorgehen der Behörden bei Untersuchung deS Ki n d S m 0 c de s in HergcrsHausen, wird wegen Verhinderung des Abg.l Bähr vertagt. Anfrage wegen Verseuchung von Flüssen. * Auf die Anfrage der Wgg. Horn, ».Brentano und Gen. in betreff der Verseuchung des Rheinstromes und des M a i n c s verliest Präsident Brau u eine längere Regierungserklärung, worin mitgcteilt wird, daß das Reichsamt des Innern, von den verschiedenen Bundesstaaten Berichte über die in Rede stehende Frage eingefordert habe. Es sei als festgeüellt zu betrachten, daß die Ursache der Verunreinigung des Mainstvomes von Aschaffenburg abwärts in den Abwässern, der Papierfabriken zu suchen sei. Es komme nun vor allem auf die Frage an, welche Mittel zur Beseitigung des Mißstandes zur Anwendung gebracht werden müßten. Die Regierung werde eine Prüfung bhjer Mittet und die Maßnahmen zum Schutze des Fischereigewerbes in via Wege leiten. _ Abg. Horn beantragt Bestechung der Anfrage und dankt der Regierung für ihr Entgegenkommen. , . . Abg. Ulrich geht des Längeren auf die Angelegenheit em und stellt das Verlangen, daß die Regierung zum Schutz bcS Fischereigewerbes energisch eintretcn und auch schon mit Hilfe von Polizeivorschriften die Fabriken anhalten solle, nur genügend geklärte Abwässer in den Mainstrvm abzuletten. Ministerialvräs. Braun gibt darauf ein Gutachten von sachverständigen über diese Frage ab, welches aus Veranlassung der preußische» Regierung aufgestellt wurde. In diesem wir» gesagt, daß die Schädlichkeit von Abwässern der Cclluloidfabrikeir für Fische und sonstige Lebewesen im Wasser ganz außer Frage stehe. Mit bloßen Verordnungen, so bemerkt der Präsident dem Abg. Ulrich gegenüber, die Fabriken zur Klärung der Abwässer anzuhalten, sei wenig getan. ES fei notwendig, eine gründliche Prüfung der event. in Anwendung zu bringenden Mittel vorzunehmen. Abg. v. Brentano dankt der Regierung für die Zusage auf Erwägung von Mitteln zur Abhilfe, , Abg. Reinhart verlangt, daß auch für den Rhemstww die Fabrikbesitzer durch gesetzliche Maßregeln angehalten werden sollten, eine Klärung ihrer Abwässer vor der Ableitung m den Rhein zu veranlassen. Der Rhein werde namentlich von Mannheim her auch durch die dortigen Petroleumlager verseucht, die Fischereiinteressen würden durch das schnelle Absterben dev Fische aufs schwerste geschädigt. . Die Anfrage deS Abg. liebet und Gen. bett, bic Verunreinigung der Weschnitz, beantwortet Präsident Braun dahin, daß gegenwärtig eine Untersuchung deS Schlammes bet Weschnitz stattfinde. Das Ergebnis diejcr Untersuchung müffe ab* gewartet werden, bevor die Regienmg weitere Sä-rttte unternehmen könne: sie habe aber die feste Absicht, energisch für die Beseittg- png des beklagten Uebelstandes einzutteten. Abg. Hebet bemerkt, daß er durch die Erklärung der Regierung beftiedigt sei und dafür seinen Dank ausspreche. Et hoffe, daß die zu treffenden Maßnahmen von Erfolg sein nrerben und daß die Regierung auch auf die Vetbcsserimg btt Verhältnisse tut Landarabeu bei Lorsch bedacht fein werde. Kastelet Angelegenheiten. Es folgt die Beratung übet den Antrag Schmitt und Gen., betreffend die Verlegung der Eisenbahnwerkstätte von Kästet. Nach kurzer Begründung durch den Antragsteller teilt Staatsminister Ewald den darüber zwischen der Negierung und der Eisenbahnverwalttmg stattgehabtcn Schriftwechsel mit. Es sei von einer Verlegung der Werkstätte nach (Station Kürve die Rede, die noch auf hessischem Gebiet liegt. Doch sei die Regierung für die Beibehalttmg der Werkstätte in Kastel em- getreteiL Die Entscheidung darüber stehe aber noch ans. Auf Antrag Tr. Schmitt wird bis zum Abschluß der Ver- hanvlungen die Sache von der Tagesordnung abgesetzt. Ein Antrag Dr. Schmitt und Gen. verlangt, die Kämmet wolle beschließen, beim Reichspostamt dahin zu wirken, daß Amöneburg mit seinen fast 2000 Einwohnern eine eigene Pvstagentnr erholt und daß im Verkehr zwischen Kastel und Vmömckury endlich die Taxe für dar ein geführt ^"^Nach Begründung dieses Antrags durch den Antragsteller Staatsminister Ewald, die Gemeinde Amöneburg müsse Don sich aus mit dem Wunsch heranstreten, eine selbständige Postonstalt zu erhalten und dabei auch mit dem entsprechenden Material tommen. Sei das der Fall und erweise sich die Nvt- wendiglcit der Errichtung einer Pvftanstalt, so werde die Regierung gern bereit sein, dafür beim Rcichspostamt einzutreten: er glaube auch nickt, daß dasselbe die Anstalt, wenn sie zweck- mafctg und notwendig ist, verweigern werde. Man könne aber doch kein Interesse daran haben, zu Gunsten K'aftels einzu- tteten. _ Rach einigen Bemerkungen des Abg. Adelung zur ^sache wird der Antrag Dr. Schmitt einstimmig angenommen. Vizepräsident Köhler hat inzwischen zum ersten Mal die Leitung der Verhandlungen übernommen. Ein Antrag der Abgg. Dr. F r c n a h , Dr. Schmitt und Gen. bezweckt, an die Regierung das Ersuchen zu richten, im Bundesrat dahin zu wirken, daß 1. die den Gemeinden zu ge- währende Vergütung für die Verpflegung einguartierter Truppenteile entsprechend erhöht wird und 2. bis dies geschehen ist, den Gemeinden aus der Staatskasse diejenigen Beträge ersetzt werden, die sie für Quartiervervflegung über die derzeitigen Verpflegungssätze aufbringen müssen. Abg. S t ö p l e r erstattet nründlich Bericht darüber und beantragt namenS des Ausschusses,, den ersten Teil des Antrags anzunehmen, den zweiten Teil jedoch abzulehnen. Abg. Dr. Frcnah erläutert seinen Antrag deS Näheren und bittet, deiiselben vorläufig zurückzuftellen, da gegenwärtig dieselbe Materie im Reichstag zur Verhandlung steht. Das Haus beschlicht demgemäß. lieber den weiteren Antrag der Abgg. Dr. Schmitt und Gen., betreffend die Rupoubeschräukuugeu tu den Gemeinde« Kastel und Kostheim entspinnt sich eine längere Debatte. Der Antrag geht dahin, „Die Regierung zu ersuchen, die Bestrebungen der Gemeinden Kastel und Kostheim, die noch unter den Rayonbeschränk- imgcrt befindlichen Teile ihrer Gemarkungen von diesen Beschränkungen zu befreien, im weitgehendsten Maße zu unterstützen." Abg. V i t t h a n erstattet Bericht darüber und beantragt, dem Antrag Dr. Schmitt zuzustimmen. Abg. Dr. Schmitt begründet seinen Anttag. Dbg. Dr. David befürwortet gleichfalls den Anttag und wirft dem Reichsfiskus vor, er wolle bei den Terrain- veräuherungcn Bodenwucher treiben. Das Reich wolle aus dem alten Festungsgelande so viel herausschlagen, dah davon gleich die Kvsten für die neuen Befestigungsanlagen gedeckt werden könnten. Die Gemeinden sollten also, weil die alten Befestigungen unbrauchbar sind, dem Militärfiskus helfen, neue zu bauen. Redner stellt an die Regierung das Ersuchen, die Interessen der Gemeinden mit größter Energie zu wahren. Der Staat sei der rechtliche Eigentümer des Festungsgeländes und habe auch als solcher ein Recht, in erster Linie mitzusprechen. Nach einigen richtigstellenden Erläuterungen des Ministerial- Präsidenten Braun wird der Antrag einstimmig an- g e n v nun e n. lieber die Vorstellung einer Anzahl Oberlehrer, die Regelung ihres VesolduugS-Dteustalter- betreffend, referiert Abg. Hebel, der namens des AusschufseS warm für die Erfüllung der Wünsche eintritt Abg. Dr. Gutfleisch spricht stch gleichfalls üt zustimmendem Sinne aus, beantragt aber die Zurückverweisung der Sache an den Ausschuß, Zusammenfasfung der verschiedenen Petitionen in derselben Sach« und alsdann eingehend« schriftliche Berichterstattung. Nachdem Präsident Braun diesen Anttag zur Annahme empfohlen, wird derselbe einstimmig angenommen. Es folgt nun die Beratung über zwei Anträge inbetreff der Geschworenen mtb Schöffen, bezw. Vergütung an dieselben. Der Antrag Dr. Schmitt und Gen. lautet: „Die Kammer wolle an die Regierung das Ersuchen richten, durch ihren Per tret er beim Bundesrat dahin zu wirken itnb dahin zu stimmen, daß den Geschworenen und Schöffen voller Ersatz für ihre ZeiWersaumnis gewahrt wirb." Der Antrag Ulrich und Gen. will L daß zu Schöffen ’-'.nb Geschworenen auch Manner aus der lohnarbeitenden Bevölkerung bestellt werden, 2. daß reichsgesetzlich bestimmt werde, insbesondere anläßlich der bevorstehenden Revision der Straf- Prozeßordnung, daß die Schöffen und Geschworenen außer Vergütung der Reisekosten entsprechende Tagegelder erhalten, 3. daß den Schöffen und Geschworenen schon jetzt Vergütung ihrer Un- kösten und Auslagen aus LandeSmitteln gewährt wird. Abg. Dr. Frenah empfiehlt als Ausschußberichterstatter die Annahme des Anttags Dr. Schmitt und beantragt, den Antrag Ulrich für erledigt zu erklären, soweit er sich nicht auf die Gewährung von Tagegeldern bezieht. Nachdem Abg. Ulri ch seinen Anttag begründet und Nagen gegen die herrschende „Klassenjustiz" vorgebracht, erwidert Staatsminister E w a l d: Es sei schon bei früheren Gelegenheiten ausgesprochen worden, daß die Teilnahme von Arbeitnehmern an der Rechtfpreckung durchaus erwünscht erscheinen müsse. Es sei das auch sozialpolitisch von größter Wichtigkeit und cs müsse in der arbeitenden Bevölkerung bitter em- vfinrden werden, wenn sie sich sage, daß sie wegen Mangel an Mitteln nicht an der Rechtsprechung teilnchmen könne. Deshalb sei der Anttag auf Gewährung von Vergütung an Schöffen und Geschworenen sehr berechtigt. Ganz verkehrt aber sei es, von ,Llassenjuftiz" zn sprechen und zu behaupten, daß grundsätzlich keine Arbeiter zur Rechtsprechung herangezogen würden. Nach der ihm vorgelegten Zusammenstellung geschehe das in Hessen in den verschiedenster: Landesteilen. Es seien von jeher nicht nur J)ie kleinen Gewerbetreibenden, sondern auch Lohnarbeiter als Schöffen, mit herangezogen worden. Dieselben würden auch regelmäßig in die Listen eingetragen, aber von der Kommission später vielfach aus rein äußerlichen Gründen wieder ausgeschieden. Bescheidene Mittel bildeten zwar keinen Behinderungsgrund zur Zulassung für das Schöffenamt, aber für den Bettessenden einen dlblehnungsgrund und um viele Ablehnungen zu ersparen, würde vielfach von der Nominierung solcher Schöffen abgesehen. Der Staatsminister erklärt sich schließlich mit einem Anttag auf Rückverweisung beider Anträge an den Ausschuß einverstanden, worauf dieselbe einstimmig beschlossen wird. Die Sitzung wird darauf um V22 Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung morgen früh 9 Uhr. Nach Erledigung des Restes der heutigen Tagesordnung soll morgen sofort mit der Genera l- debatte über den Etat begonnen werden, um ihn so schnell wie möglich zur ErOdignna in bringen. parlamentarisches« Berlin, 28. Febr. Die BudgetkomMission des Reichstags bewilligte den Etat für Samoa unter Ablehnung der beiden Forderungen von 20 000 Mk. für die Eingeborenenentfernung von den europ. Wohnsitzen und 151000 Mark für Weaelxruten. Es werden 14 200 Mk. Teuerungszulagen bewilligt. Es folgt die Beratung des Etats für Kiautschou. Auf eine Anfrage Bebels nach den Plänen der verbündeten Regierung betteffend die Be- f estigungen in Kiautschou führte Staatssekretär von Tirpitz aus, es sei nicht zutreffend, daß Tsingtau eine Festung er st en Ranges werden solle. Die Lage habe sich zweifellos durch den ostcvsiatischen Krieg geändert. Was jetzt gefordert werde, sei lediglich die Schlußrate für die Seebefestigung, die bereits im Vorjahre bewilligt wurde. Es sei notwendig für die wirtsch. Stellung von Tsingtau, daß es eine gewisse militärische Sicherheit biete. Es müsse nach der Seeseite stark sein zur Aufrechterhaltung der Neuttalität, nach der Landseite wachsam. — Der heute im Reichstage eingebrachte Ge setzent- wurf betteffend Abänderung der Haftpflicht des Tierhalters bestimmt, daß die Ersatzpflicht des Tierhalters für die Tötung oder Verletzung eines Menschen oder für eine Sachbeschädigung wegfällt, wenn der Schaden durch ein Haustier verurfacht wird, das dem Berufe, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalte des Tierhalters zu dienen bestimmt ist, und wenn entweder der Tierhalter bei der Beaufsichtigung des Tieres die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet, oder der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde._______ Ans Stadt und Land. Gießen, benl. März. ** Vom LandeS-Lehrerverein. Von derProvi- bentia in Mainz haben LandeS-Lehrerverein und ßubnrig» und Alice-Stiftung für das Jahr 1905 eine Bonifikation von 1 23 4.8 2 Mk. empfangen, von welchem Bettag jedem der beiden Vereine die Hälfte mit 617.41 Mk. zugefallen ist. Die Summe der seit 1878 an beide Kaffen gezahlten Zu- schnffe steigt hiermit auf 34 318.69 Mk. •• Ein wissenschaftlicher Fortbildungskursus für Vo lksschu l leh rer soll im bevorstehenden Sommersemester an der Universität Gießen wieder eingerichtet werden. Tie Vorlesungen sollen wie in den Vorjahren wahrend der Monate Mai und Juni an den Mittwoch-Nachmittagen statt- finden. Es werden nach vorläufiger Vereinbarung lesen: Priv.-Doz. Dr. Groß: „lieber Deseendenztheorie und Darwinismus" (im zoologischen Institut). Pros. Dr. Kaiser: „Allgemeine Geologie an Beispielen aus der weiteren Umgegend von Gießen" (in der großen Aula der Universität, oder im großen Hörsaal des physikalischen Instituts). Pro- feffor Dr. Kaffer gedenkt em seine Vorlesungen mich Exkursionen (Lahn, Wetterau, Vogelsberg) anzuschließen. •• Ein ehrenvolles Fest. Heute, am 1. März, sind cd 2 5 Jahre, daß die in weiten Kreisen bekannte Oberschwester der Frauenklinik, Margarethe H a st e r, in den Alice- Verein zu Darmstadt als Pflegerin eintrat. Nach beendeter Ausbildung im Aliechospital blieb sie noch kurze Zeit in Darmstadt, kam dann nach Bonn, wo sie mehrere Jahre in der chirurgischen Universitätsklinik arbeitete, wurde hierauf für einige Jahre als Leiterin des Siechenhauses nach Alzey berufen, und kam im November 1892 als Oberschwester in die Frauenklinik. Seit dieser Zeit hat sie ununterbrochen hier in treuester Pflichterfüllung zum Wohle unzähliger Kranken gewirkt. Allen, die Gelegenheit hatten, sie in ihrem Berufe kennen zu lernen, ist sie eine liebevolle, nie ermüdende und versagende Hülse und Trostspenderin gewesen. Ihre opferwillige Tätigkeit fand durch die Verleihung der Roten Kreuz- Medaille am letzten Geburtstag des Kaisers verdiente Anerkennung. *• Trinkgeld für die Landgestütsdiener. Von Beginn der Deckperiode 1906 ist das bisher von den Landgestütsdienern für jede zur Bedeckung kommende Stute eines hessischen Besitzers bezogene Trinkgeld von 70 Pfennig auf eine Mark erhöht worden. Das Trinkgeld wird für die Folge von den Bezirkskaffen mit dem Sprunageld zusammen erhoben. Das von nichthessischen Pferdebesitzern erhobene Trinkgeld erhöht sich von 1,40 auf 2 Mark und ist mit dem Sprunggeld an die Landgestütsdiener zu entrichten. — In Amerika verstorbene Hessen. Konrad Hofmann aus Birklar, 82 Jahre alt, zu Buffalo, N. 9). Jakob Mühl aus Mommenheim, 67 Jahre alt, zu New- Pork, Philipp Schlosser auS Mainz, 71 Jahre alt, zn Milwaukee. §8 Aus demOhmtal, 28. Febr. Eine solche Heber- schwemmung wie gestern und heute hat das Ohmtckk lange nicht gehabt. Bis zu dem Fuße der das Tal begrenzenden Höhenzüge gingen die gewaltigen Wassermaffew. Die Mühlen hatten so ftarfeS Ueberwasser, daß sie durch Wehren das Wasser von den Mühlen fernhalten mußttn. In den im Tale gelegenen Ortschaften drang das Wasser in die Keller und Ställe. ? Vom Vogelsberg, 28. Febr. Die außergewöh«- liche Verteuerung der Schweine hat diesem Zweigs der Viehzucht einen Aufschwung gegeben, wie er vordem niemals vorhanden gewesen. Selbst kleinere Landwirte, die ehemals kaum ein Mutterschwein hielten, halten jetzt deren zwei. Infolgedessen ist die Aufzucht von Jungschweinen fast um das Doppelte gestiegen. In manchen Ortschaften erreicht die Zahl der Ferkel die Summe von nahezu 1000. Man bezahlt zurzeit für sieben Wochen alte Ferkel 55 bis 58 Mark. Arbeiterbewegung. Berlin, 28. Febr. Der Droschkenkutscherstrelk ist heute nach zweitägiger Dauer beendet worden. Zwickau, 28. Febr. Im Kohlenrevier auf Altgemeinde Bockwa ist ein Bergarbeiterstreik auSaebrochen. Die Situation ist sebr gespannt. Wie das Zw. VolkSbl. meldet, ist «8 nicht ausgeschlossen, daß ein allgemeiner Streik auSbricht. Mannheim, 28. Febr. In der hiesigen Zuckerfabrik ist heute ein Stteik auSgebrochen Die gesamte Arbeiterschaft hat die Arbeit niedergelegt. Der ganze Betrieb ruht. ES handelt stch um Lohnforderungen. London, 28. Febr. In der großen Spinnerei in Dundee streiken 23 000 Arbeiter. Sie verlangen höhere Löhne und kürzere Arbeitszeit. Die Streikenden marschirten durch die Straßen und verübten große Exzesse, sodaß die Polizei einschreiten mußte. Am Abend fände heftigeStraßenkämpse zwischen Polizei und Arbeitern statt. tl/aS X*. d. h. die kleinen Leiden des Ge- ollwOtllvO ündes,Erfrierungen.Frostballen ♦WHfVIWVV» leichte Wunden u. Verbrennun- gen, Geschwüre, aufgesprungene rissige Hände, böse Finger, bietet die kosmetisch-hygienische Ereme Hansnafalan, Rezept: Raialan 50, Lanolin 15, Zinkweiß 20, Paraffin 15, ä 50 und 100 Psg. vorzüglichen Schutz. Als Deckmittel benutze man mir Nasalan-Heftpflaster, Rezept: Nafalan 50, Kautschnkmasse 35, Zinkweiß 15, ä 15 und 25 Pfg. Nur echt und rein mit Rctorten-Marke und Namenszug Dr. Adolph List. hv”/, Erhältlich in Apotheken resp. Drogerien, Parfümerien. sammelten „Heil Dir mt Siegerkranz* stehend gesungen wurde. — Dann folgte bas Schauspiel. Der Träger ber Titelrolle war Herr Lüttjohann. Der Dichter hat bie Gestalt in so vielen feinen Zügen ausgemalt, mit so großer Kunst eine krankhafte Anlage poetisch verwertet und zu einem tragischen Motiv erhoben, daß ein außergewöhnlich darstellerisches Talent erforderlich ist, die Rolle, in der Todesfurcht und kriegerischer Heldenmut so feltfam zusammenpaffen und zusammenstimmen müffen, ganz zu erfaßen und auszufüllen. Unser Herr L. ist jedenfalls mit feinem Bedacht an das Studium der komplizierten Seele dieses träumerischen Jünglings herangetreten, und er hat die Gestalt dem Empfinden des Zuschauers verständlich zu machen verstanden. Selbst in den wildbewegten, oft beinahe pathologischen Exaltationszuständen ließ er nie ein schönes künstlerisches Maß vermiffen, und in der Rede wie in der Haltung zeigte er ein edles Feingefühl, zeigte er einen wenn auch ungestümen, so doch in lauterster Reinheit erstrahlenden, zum Höchsten gerichteten Feucrgeist. Sehr schön brachte er's heraus, wie's in dem Prinzen zugleich jubelt und gährt, wie zugleich ein Glücksahnen ihn erfüllt imb fiebernde Unruhe au§ innerer Unklarheit. Das Goldechte in der von heißem Seelenfeuer durchglühten Sprache, das volle Jnsichanfnehmen der reichen dichterischen Gaben wars, was wieder einmal bei Herrn L. recht sympathisch berührte und erfreute. Jedenfalls steht Herr L. mit feinem Prinzen von Homburg über dem Durchschnitt. Herr L. hält sich nicht immer an die Tradition, sondern gibt manches aus Eigenem. Traditionell aber ist eS, daß der Prinz in das Boudoir ber Kurfürstin eilenden Fußes stürmt und eine helle Bravourarie unergriffen anstimmt. Dabei hat er nicht erwogen, daß der Prinz unterwegs sein Grab gesehen hat. Tiefe, faffungslose Resignation aber drückt sich nicht in stürmender Hast, sondern in todesmatter Ruhe aus; erst allmählich reißt das Wort ihn mit sich fort. Ueberhaupt war in diesem viel angefochtenen Auftritt (III, 5) eine andere Aufstellung der Damen notwendig. Der Prinz will nur seine Tante sprechen; die von ihm im Augenblick der Verzweiflung verleugnete Natalie sieht er anfangs gar nicht, darf । « gor nicht gesehen haben; sähe er sie, so wäre er dieser Worte sicherlich nicht mächtig. Erst ihr lautes Schluchzen macht ihn auf sie aufmerksam, läßt ihn erschrecken und zu halbem Bewußtsein kommen. In der ganzen Szene aber ist fein Geist verstört. Der Kurfürst des Herrn Goll vereinte Würde und Menschlichkeit in rechtem Maße und traf diese historische Kolossalgestalt nicht nur in der Maske, sondern auch im Ton ganz glücklich. Eine kleine Indisposition bezwang er mit vollem Erfolge. Frl. Donecker sprach die schönen prophetischen Worte von der großen Zrikunft des deutschen Vaterlandes mit Schwung und Wärme. So hübsch in Einzelheiten ihre Leistung und namentlich ihre Rede auch sonst war, so oft auch Funken ihres Talents durchblitzen, so überraschte sie doch zuweilen durch widersinnige Betonung sowie durch eine gewiffe Farblosigkeit, ein Uebermaß an Kühle und gleichmäßiger, mimisch unberedter Ruhe selbst in Momenten, da die tapfere Prinzessin der Weichheit ihres einfach zarten Mädchenherzens erliegt. Und das Weinen gar ist eine Kunst, bie heiße Mühen erfordert. Herr Wittmann als greiser Oberst v. Kottwitz bot ein glaubhaftes Bild dieser bärbeißig rauhen Prachtnatur au5 der Priegnitz, das Bild eines wetterharten KriegSmannes. Frau Maurice war eine stattliche Kurfürstin, die sie mit einem Hauch von Wärme gab, und bie Herren Steingoetter, Mendel, Reimer und Lippert nahmen sich mit Eifer ihrer mehr ober minder effektvollen Episodenrollen an. Die Regie des Herrn Dir. Steingoetter bot viel Lobenswertes. Namentlich vollzog sick mancher S;enew- wecbsel überraschend schnell, und die Gesamtausstattung war im ganzen geschmackvull, das Kabinett des Kurfürsten z. B. reckt würdig. In einzelnen Szenen jedoch vermißte man das rechte Zusammenspiel, so im ersttn Akte in der Kriegsratsszene, in der der Knrfürst und seine Damen zeitweise wortlos „lebende Bilder" saßen, und die Herren Generale ihrerseits wußten sich nicht zu helfen, wenn der Kurfürst zu feinen D-amen sprach. In der Szene, in der die Kur- fürsriit die falsche Nachricht von dem Tode ihres Gemahls erhält, standen alle rat» und beinahe auch regungslos da, anstatt vielleicht der ohnmächtigen Knrsürftin allerlei Hmrdreichimg zu tun, mit einem Ela'se Wasser und anderem aus- und adzugehen usw. Beredteres Mienenspiel und regere Anteilnahme an den Vorgängen um sie herum ist überhaupt selbst manchem unserer ersten Darsteller dringend zu wünschen. Ein seiner Ausspruch, den eine geistvolle Dame einmal über die zärtliche und rührende Bühnengestalt der Natalio tat, fällt mir, zum Schluß, ein; er sei hier wiederholt; „Hätte doch Hamlet eine solche Natalie gehabt!" Tie altbrandenburgischen Armeemärsche in den Zwischenakten, so wacker sie auch gespielt wurden, konnten leider unmöglich die Einheitlichkeit der poetischen Stimme uug aufrecht erhalten. P. W. — E in e interessante Theater-Erinnerung. Als mt Königl. Schauspielhausc zu Berlin Heinrick von Kleistis „Prinz Friedrich von H 0 m b u r g" zum ersten Mal auf- geführt wurde, dichtete Robert Prutz,der damals trotz seiner demokratischen Gesinnung mit der preuß. Hofbühne in engster Bestehung stand, zu dieser klassischen Premiöre einen Prolog. Diese Dichtung ist ganz politisch gehalten und doppelt bemerkenswert, weil sie im Revolutionsjahre 1848 entstand und — am Geburtstage des regierenden Königs von der Buhne des konigl. Theatergesprochen wurde. Der Prolog beginnt mit den Worten: Die ernste Zeit verlangt ein ernstes Wort; Wo halb in Waffen schon die Erde dröhnt, Ziemt auch der Kunst ein kriegerisches Kleid. Nachdem der Dichter auf die Handlung des folgenden Stücke- hingewiesen, wird er zum Schluß zum Propheten: Beglückend Schauspiel, bat mein Äug' erblickt! Voranqeeilt dem trägen Lauf der Zeit, Vollendet seh' ich unsrer Freiheit Bau; Ich seh' den Wind errichtet und beschworen, Der Volk und Fürst zu gleichem Dienst veremtgt. Dem heil'gen Dienst der Freiheit und des RechtS; Ich sehe Deutschland groß und frei und stark, In lebenSvoster Mannigfaltigkeit Und einig doch durch seiner Brüder Herz; Ich sehe Preußen, neidlos, unbeneidet, Tas ihm gebührt, das Hanner Deutschlands tragen, Glorreich und kühn, im Wetter der Gefahr; Und millionenstimmig, nah und fern, Vom Strand der Ostsee bis zum schönen Rhein, Den Iubelruf gen Himmel hör' ich steigen, Der heut' prophetisch diesen Tag begrüßt: Dem ersten Burger des erneuten Staats, Dem sreien König eines freien Volkes! . Mit diesem Freiheitsruse schloß der Prolog zum „Prinzen oott vomdurg" auf der Bühne des königlichen Schauspielhauses z» e w er s rr>b =Sr T3 8 «x> E 2 §r Q ts ö '| 2 IS *5" r1 =“ 0 S ajf g o E ö ?i E (9 2 2 (51 5 «■ S> tfi cr.ty »b 'Z o c g .— es o>8'© -b S s ZK s » N- K sr o JO w E 5 Ä 3 5 to 8 »ff N ^äq N o N K N N o o CT «e $±59 2 E N 2 s «s K c c c; A§A S es E E w§ W 'Jo R ES c CQ- enca SS c H a B S ® eft ■o •* ’C - - - to-o E -m-cO £» CT »S§ W V © '© • o *» a E? iN§ E = «Z-S« 5 *c H E S_ ~ -E P 5? tfD — S2?S. dKL K . N ■2 tfo 8) _>g-~ r? c ~ -a? § 1= c "1 -2 £ Z Li 2 S?«o 2 3 ~ S> 3 '*'* «» 5 o E o ® Ö ® » :C Zv-'L 2 O Kl ö *§5s 11=1 c 3 3 © C «— a» C >b 3 «ft £ 2 «» 2 M Z 3 E$ 5b.?# >b^ £ 8) o 72- <3 §5=5 Holzversteigerung B«|, W. Ullrich, Schlotzgasse 7. B7. 554 Stück Fichten-Derb» und Reisstangen. Die Versteigerung beginnt Montag beit 5. März, zum Sieben u.AuS- trinken 2 St. 15 Pi. vormittags 10 Uhr. Zusammenkunft am Waldeingang der Hattenroder Straße. Lich, den 27. Februar 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei. D ö r m e r, Beigeordneter. zu Baumgarten. Gießen, den 24. Februar 1906. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. Trautwein. MherMl. RechMmsiM, NberreslsAle unh Vorschule zu Gießen. Die Anmeldungen der Schüler, bic mit Beginn deS Schuljahres 1906/07 in unsere Anstalt eintreten sollen, werden Montag, den 5. März, vormittags 9—12 Uhr für Realgymnasium und Oberrealschule und Dienstag, de« 6. März, voruiittags 9—12 Uhr für die Vorschule m dem Schulgebäude entgegengenoinmen. Bei der Anmeldung sind Geburtsschein und Impfschein (bei Schülern über 12 Jahren die Bescheinigung der Wieder- impfung), sowie ein Abgangszeugnis der etwa seither besuchten Schule vorzulegen. Gießen, am 19. Februar 1906. Dn, Die Direktion: Dr. Rausch. Eich»«. MMHch-Lerßeizemz. Montag den 5. März d. Js., vormittags 10 Uhr anfanaend, sollen im Gemeindewald Waldgirmes, m den Distritten Bannhcrrdt, Wormshardt und Hmnauerwaldchen, versteigert werden: 140 Eichen-Stämme mit 113 Fstm. Darunter mehrere Stämme zwischen 60-83 Ztm. Durchmesser, 2 Buchen-Stämme und 6 Rm. Eichen-Nutz,check. Zusammenrunst vormittags 9^/4 Hh^ ^^i der Marknnese. Ferner kommen Dienstag den 6. März, von vormittags 10 Uhr anfangend, in den Distrikten Frchtenpracht, Pfingstweide und Gaubskopf zur Versteigerung. 345 Mdelholz-Stämme mit 86 Fstm und 1340 Nadelholz-Stangen L, II. und HL Masse. Zusammenkunft bei der Fichtenpracht bei der Markwiese. Waldgirmes, den 27. Februar 1906. DM, ' Bernhardt,. Bürgermeister. Mgelkursns! Z KristeM Glambüaeln kann man binnen Garant, reines Schweineschmalz 4 Wochen gründl. erl. (nachm.) per Pid. 57 Pfg. empfiehlt j0122S Wallchorstr. 10II, Ging.d^Laden. W. Ullrich, Schlotzgasse 7. Nrchholzversteigerimg im Sicher Stadtwald (Distrikten Vorder- und Hinterwald) 109 Stück Eichen-Stämme 1.—3. Klaffe von 40—60 Ctm. Hslzversteigerung in den Waldungen der Gemeinde Ruppertsburg. 1. Mittwoch den 7. März l. I., vormittags 10 Uhr beginnend in den Distrikten Hohenberg und Buchwald: 10 Eschen-Derbstangen mit 0,82 Fm.; 2500 Fichten- Neisstangen (Bohnenstangen); 275 Rm. Buchen-^cheiter, 207 Nm. Buchen-5lnüppel; 6 Rm. Eichen-Knüppel; 300 Rm. Ast- und Stammreisig und 75 Rnt. Buchen- Stöcke. . NB.: Zttsanunenkunst im Distrikt Hohenberg an der Krcis- straße Ruppertsburg—Wetterfeld. Für die Herren Steigerer, welche mit der Bahn kommen, steht von der Haltestelle Wetterfeld aus ein Führer zur Verfügung. 2. Donnerstag den 8. März l. I., vormittags 10 Uhr beginnend in den Distrikten Langenberg u. Ziegenberg: 25 Fichten-Stämme mit 4,43 Fm.; 37 Eschen-Derb - stangen mit 0,99 Fm.; 100 Fichten-Derbstangen nut 3,74 Fm.; 4,5 Rm. Eichen-Nutzknüppel; 20 Rm. Lärchen-Riitzknüppel; 4 Rm. Buchen-Rundscheiter; 250 Rm. Buchen-Knüppel; 57 Rm. Eichen-Knüppel; 7 Rm. Aspen-Knüppel; 118 Rm. Buchen-Astreisig; 272 Rm. Buchen-Stammreisig (in Schichten); 61^Rm. Eichen-Ast- und Stammreisig; 11 Rm. Fichten-Stöcke und 20 Rm. gemischte Reiserknüppel. Das Holz wird teils vor-, teils iinvorgezeigt versteigert, Nähere Auskunft erteilt Forstwart Steinbach. Zusammenkunft im Distrikt Langenberg am Langder Fußpfad. Rilppertsburg, den 28. Februar 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei Ruppertsburg. Lehr. 1327 Versteigert werden: 1 Dienstag, 6. März l. I. aus der Forstwartei Baumgarten in den Abteilungen Brauhof 2 b, Hasenkopf 6, Schiffenberg 31, Beunde 33 a, Sommerberg 35 a, Häuserborn 36a und 37, Klosterwiese 44b und 45, Dörnergrund 46 a, Buchenberg 59 d, Unterwald 60 a, Wachholder- haide 62 a: Stämme: 12 Eichen HI. Kl., 40—45 cm dick, 4—7 m fand ---- 9,15 fm, 51 Eichen IV. Kl., 30—39 cm dick, 5—10 m lang = 28,98 trn, 34 Eichen V. Kl., 25—29 cm dick, 5—10 m lang — 15,01 tm, 38 Eichen VI. Kl., 20—25 cm dick, 5—9 m lang = 9,04 fm, 1 Kiefer II. Kl., 42 cm dick und 9 m lang = 1,25 fm, 24 Kiefern HI. Kl., 30—39 cm dick, 6—10 m lang = 17,16 fm, 11 Kiefern IV. Kl., 25—29 cm dick, 7—10 m lang — 5,13 fm, 2 Kiefern V. Kl., 23 und 24 cm dick, 10 und 13 m lang — 101 fm, 2 Fichten HI. Kl., 31 und 33 cm dick, 12 und 20 m lang — 2,62 fm, 180 Fichten V. Kl., 13—24 cm dick, 11—15 m lang — 42,27 fm, 1 Esche = 0,11 fm, 6 Elsbeeren — 0,82 tm; Terbstangen: 1705 Fichten — 85,32 fm; Reisftaugeu: 43 Fichten = 0,71 fm; Nutz- kcheiter: 34 rm Kiefer (3,5 m lang); Nutztnüppel: 2 rm Fichte (3,5 m lang); ferner: Scheiter: 17 rm Buche, l rrn Obstbaum, 100 rm Eiche, 150 rm Kiefer, 1 rm Fichte; Knüppel: 51 rm Buche, 21 rm Eiche, 88 rm Kiefer, 6 rm Fichte; Reistgwellen: 34 Hundert Buche, 23 Hundert Eiche, 18 Hundert Kiefer, 18 Hundert Fichte, 9 Hundert Weide; Stöcke: 14 rm Buche, 57 rm Elche, 55 rm Kiefer, 34 rm Fichte. Das Windfallholz im Sommerberg (14 Fichtenderb- stanaen, 2 Fichtennutzknüppel, 4 rm Buchen-, 2 rm Elchen- scheuer 1,6 rm Buchen-, 0,5 rm Elchenknüppel, 0,9 Hundert Wellen Buchen-, 0,7 Hundert Fichtenrelftg, 1 rm Buchen-, 1 rm Flchtenstöcke), Dörnergrund (19 Flchtenstamme, 25 Fichtenderbstangen, 3 Fichtenrelsstangen, 1,3 Hundert Wellen Fichtenreisig, 4,5 rm Fichtenstöcke), Wachholderhalde (8 Fichtenstämme, 4 Fichtenderbstangen) und das Durchforstungsholz im Hasenkopf (8,6 Hundert Wellen Welden- reisiq) und Brauhof (10 rm Buchenknüppel, 8 Hundert Wellen Buchen-, 9 Hundert Wellen Eichenrelsig, 3 rm Buchen- tzbcke) wird nicht vorgezeigt und beliebe man vorher emzusehen. Die mit einem blauen Kreuz bezeichneten Elchenstämme in Beunde kommen nicht zur Versteigerung. Beginn der Versteigerung vormittags 9Vs "hr rm Buchenberg am Schnittpunkt des Watzenbornerwegs und der Bahn Gießen—Gelnhausen. Weitere Auskunft erteilt der Großh. Forster Schlag Theaterbauten und der Neubau des Gießener Stadttheatcrs. Herr Architekt Meyer wird Montag, den 5. März, abends 81/» Uhr im Neuen SaaUau über obiges Thema sprechen und seine Ausführungen durch zahlreiche Lichtbilder (Pläne, Ansichten, Dekorattonen) erläutern. Zutritt für jedermann kostenlos. Der Berkehrsverein, Gießen. E. V. Durchm. — 59 Fm. Buchen-Stämme von 42—49 Ctm. Dm. — 4 jm. , Birken- „ , 20-37 , , =2,5O^m. Linden- , , 28 Ctm. Durchm. — 0,37 „ 6 4 1 , --------- 1 , Kiefern- „ „ 34 „ „ — 0,54 „ 18 Buchen-, 17 Eichen- und 7 Stück Eschen-Derbstcmgen zu Deichseln und Langwieden geeignet 9??ein jetziges Geschäftshaus soll behufs Erbauung eines neuen, großen, modernen Kaufhauses vollständig niedergelegt werden. Da mir während der Bauzeit nur kleine Verkaufs- und Lagerräume zur Verfügung stehen, so sehe ich mich genötigt, meine großen W,»ren-Vorräte einem zu unterziehen. — Nachstehend bezeichnete Preise geben Beweis- welch' große Vorteile dieser Ausverkauf bietet. g Sehuhtwaren . Paar . Stück Pfg ii Stück 48, 38, 28, 20 Stück gelb u. rot Ziegcnledcr Stück 395, . 6 Stück 20 Größe 21/24 2,— gerippt Satz Schüssel 6 Stück, weiß 3,45 V Stück 10* 8* u 95 Pfg. Pfg. n 2 u W 4 8 98 35 45 35 8 16 18 35 D U II » II H U w 75 90 165 75 120 9 7 8 15 88 120 62 148 Pfg. u . Stück ♦ V Pfg. u Tassen mit Untertasse weiß, prima ii , mit Blumen 29 19 12 195 295 . 6 Stück 55 . Stück 33 » * v glatt, Tassen Ober- und Untertasse, weiß, Kaffeemühlen . . . . Brotbüchsen fein lackiert, groß rund Meffer und Gabeln prima . Vogelkäfige .... 45, 35, 25, 18 40 „ 120 Dtzd. 35 Stück 10 Damen-Cordpantoffcln Leder-Sohlcn und Fleck , Leder- , , , , , „ „ Spangenschuhe . „ „ Schnürschuhe „ Kuops- und Schnürstiefel la. Boxcalf ** n h „ la. Chevreaux Abt.s Perzeüan Alabaster-Stehlampen komplett 14* Abt.: Ofes Glasteller, schöne Muster .... Goldrandbecher, % Liter .... Bierservice, blau und grün, Krug und 6 Gläser Bierkrüge, groß, bunt .... » „ gemalt Sturzstasche mit Glas, mit Malerei . Weingläser Likörservice, komplett mit Teller und Golddekor Zylinder Milchstaschen mit Zahlen .... *?3E9BJSm 1,75 Mk. 1,25 Mk. Wachstuch 85 cm breit, prima, Meter .... Wachstuchbarchendtischdeckeu, schöne Muster, 85/125 cm groß Küchenwagen ...... —.65 Mk. 1*10 , 2,— „ 2,45 „ 6,25 „ 6,25 „ 4,90 „ 3,85 „ 4,25 „ 7,25 „ 8,- „ Mädchen-Knops- und Schnürstiefel gelb und rot, la. Zicgenleder 31/35 Ballschuhe enorm billig. Winterschuhe zu jedem annehmbaren Gebote. Herren-Zugstiefel Spalt ..... „ Schnürstiefel „ „ Echt Boxcalf ♦ . . . „ „ „ „ Chevreaux . . . . „ Kinder- und Mädchen-Knopf- und Schnürstiefel, Roßtedcr // u blauer Rand und Namen . Kaffeekannen mit Deckel ohne Fehler Kuchentelter, schöne Blumendekor 27/30 2,95 ii ,, 6 Stück, bunt Terrinen mit Deckel, glatt Waschgarnituren bunt, 4teilig Gewürztonnen sortierte Schriften Nachttöpfe weiß Leuchter, weiß prima Aschcschale mit Dekor, Muschelform Kaffee-Service, 9tcilig t ffein Eierbecher weiß . Abt: Steingut Teller flach und tief, weiß gerippt, ohne Fehler 24/26 2,45 31/35 3,45 Mk. Wollwarer^ Kragen, Krawatten, Taschentücher, Galanterie-, Luxuswaren und Geschenk-Artikel, Stöcke, Spiegel, Bilder, Emaille-, Korb-, Holz- und Bürstenwaren, sowie sämtliche Gebrauchs-Artikel werden ganz bedeutend unter Preis verkauft. Spielwaren und Puppen werden zu jedem annehmbaren Preise verkauft. Nie wiederkehrende Einkaufs-Gelegenheit zu diesen Preisen! Verkauf nur gegen bar. »-/. Mtersweg 35. Engros-Verkaut für Wiederverkäufe?. Hauptgeschäft Marlctstr. 17. 1 W & Ä & I MW