ttl B General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen gelagert. fasche öneinW verwundete. ins Dienstag 8. Juni 1905 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ich« UnwersttätSdruckerel St Laag», Gieß«, Redaktion, Expedition n. Druckerei: Schulstr. Tel. Nr. 6L Telegr^Adr. r Anzeiger Giehe» 2416 Stadtkirche. war das Brautpaar an die Brüstung getreten, der Kronprinz in der Uniform des ersten Garderegiments mit dem blauen Bande seines Mecklenburger Ordens, die Braut in einer blaßweißen Toilette, und Patte sich vor der Gesellschaft wiederholt verneigt, sodann traten der Kaiser, die Großherzogin-Mutter, die Kaiserin und der Großherzog vor. Ter Kaiser trug die Uniform des zweiten Gardedragonerregiments, die Kaiserin eine rosafarbene Robe und reichen sonderen Wun gingen an verß Drohbriefe und seine Großmachtstellung zu wahren. Hierzu solle der SemSki sobor verhelfen. Ueber ganz Rußland muffe der Belagerungszustand verhängt, Kriegssteuern erhoben, die inneren Wirren unterdrückt, und zu diesem Zwecke eine Militä rdiktatur errichtet werden. Falls anstelle des Selbstherrschers Volksvertreter kämen, würde Rußland ebenso zu Grunde gehen, wie das Geschwader Rosch- djestwenskis. — Die „Naschan-Schisn" nennen folgende Bedingungen, unter denen der Frieden annehmbar erscheine: Abtretung Kwantungs, die Räumung der Mandschurei, die Neutralisierung der mandschurischen Bahn, deren Wert Rußland zu erstatten wäre, Anerkennung der japanischen Souveränität Koreas und die Abtretung von Sachalin. Wer gibt Vorschuß? Die Seeschlacht :n der Koreastraße bedeutet für Isürg Mükow. Aus Berlin erhielten wir heute vormittag folgendes Telegramm: Berlin, 6. Juni. Der Kaiser erhob den Reichskanzler in den Fürstenstand. Was also bereits die Handelsverträge und die Kanal- oorlage, Werke, die beide mit so großen Hoffnungen begonnen wurden und die leider so sehr Stückwerk geblieben sind, dem vierten deutschen Reichskanzler bringen sollten, das hat heute die Hochzeit des zukünftigen deutschen Kaisers gebracht: Bernhard v. Bülow trägt die Fürstenkrone, die sein großer Vormann aus den Händen eines weisen Kaisers erhielt und die er mit berechtigtem Stolze auch weiter getragen hat, nachdem ihm Wilhelm II. den Herzogshut verliehen hatte. Bülow hat in verständiger Selbstschätzung zweimal die ihm von seinem Kaiser angetragene Fürstenwürde dankend abgelehnt. Am heutigen Festtage hat er sie, wie es scheint, zum dritten Male nicht ablehnen können. Man wird in weiten Kreisen des deutschen Volkes dem sehr gewandten und klugen Staatsmanne, dem die diplomatischen Allüren bis zur Vollendung eigen sind und vorzüglich zu Gesichte stehen, diese hohe Auszeichnung seines Königs und Herrn gern gönnen, man wird aber sich dadurch keineswegs in seinem Urteil über die Staatskunst Bülows, die man richtiger als , Staatskünste" bezeichnen würde, beirren lassen und das Fehlen jeglichen großen und einheitlichen Zuges in seiner inneren und äußeren Politik nach wie vor beklagen. Russischer Optimismus. Petersburg, 5. Juni. Die Nowoje Wremja erklärt, Rußland sei erst dann als besiegt zu betrachten, wenn die Japaner in die Ostsee gekommen und Kronstadt und Petersburg besetzt hätten. Rußland habe noch viele Mittel, um die Fehler seiner Regenten gut zu machen, Die Herren von der russischen Garde. Aus Petersburg wird gemeldet: Die Garde-Osfi» ziere, die den Befehl erhielten, die Mannschaften der einberufenen Reserve-Regimenter militärisch auszubilden, verweigerten diese Dienstleistung, da sie es unter ihrer Würde halten, sich mit Linien-Reservisten ab- explodiercn. (Die Gützlaffinsel liegt im ostchinesischen Meer in der Nähe der chinesischen Küste; sie ist Schanghai oofr- zugeben. Das vierte russische Geschwader bleibt daheim. Hamburg, 5. Juni. Für das vierte russische Geschwader hier angemusterte Seeleute erhielten aus Libau die' Mitteilung, daß sie nach Hamburg zurückkehren könnten, da der Kontrakt als gelöst zu betrachten sei. ist an der Gützlaffinsel angekommen; er begibt sich vor» aussichtlich nach Wusung. Seine Kriegsschiffe sind das Flaggschiff des Admirals, der Panzerkreuzer „Tokiwa", die geschützten Kreuzer „Naniwa" und „Takatschio", sowie die Torpedobootszcrstörer „Murasame" und „Sadzcmami". ES werden noch mehr Kreuzer erwartet. Uriu ist von Tsuschima außen um Formosa herumgcfahren, um nach den noch fehlenden russischen Schiffen zu suchen. Eine Granate war hinten durch das Flaggschiff gegangen, ohne zu W\ düvmN n dreifachen Preis! j mit der Traube cen Sotten Sen<- ii, die geringere« nur m den handel U unbedingte Ge- Mten. au beziehen durch d Tetail'Gejchäfte. ederverkäujer. . ssig-Fabrik rland). Der Kriea. Der japanische Admiral Urin Flaggung der Kriegsschiffe. Aus Anlaß der Hochzeit des Kronprinzen ist von allerhöchster Stelle angeordnet worden, daß am heutigen 6. Juni von den in den heimischen Gewässern befindlichen Kriegsschiffen die im Hafen liegenden ausflaggen, die auf See befindlichen Toppflaggen hifien und alle Schiffe um 5 Uhr nachmittags einen Salut von 21 Schuß ab feuern. München flaggt auch. Der bayerische ^riuzregent genehmigte, daß am Ber- mählunastage des Kronprinzen die Staatsgebäude in München mit bayerischen und deutschen Farben beflaggt find. -SA ,,fA* «. schiedene Dinge. „ Kommerzienrat Mittler aus Retchenstem in Schlesien überreichte dem Brautpaar aus schlesischem Golde ge- fertigte Traurings als Geschenk. Tre Ueberrerchung er- olgte mit einer Botivtafel aus gepunztem Leder mit sil° 6erneu Eckstücken, die ornamental von Myrtenzwergen durch- flochten find. Oben in der Mitte der Tafel sind bte Wappen der Verlobten, von der Kronprinzenkrone ilberragt, und unter den Wappen zwei kleine Kartuschen für bte Aufnahme der Ringe angebracht. Zur Befestigung btefer btenert vier in den Landesfarben gehaltene seidene Schnürchen. An der Basis der Tafel befindet sich innerhalb eines Korbbogens eine Ansicht von Reichenstein, in Aquarell nach der Natur- gemalt, darüber ist das Stadtwappen mit den gekreuzten Schlägeln angebracht. Die Mitte der Tafel enthalt auf Pergament in Zierschrift eine Widmung. Familientafel. Heute abend fand in der Bildergalerie des komgltchen Schlosses bei dem Kaiserpaare Familientafel statt, an der die anwesenden Fürstlichkeiten teilnahmen. Opernvorstellung. Den Korabend des kronprinzlichen Vermählungstages schloß die Galavorstellung im königlichen Opernhause ab. Es war auf Wunsch des Kronprinzen ein Wagner ab end. Der Kaiser toi seit Jahren alle Wagnersche Musik gemteden. Tas Haus war auf das reichste geschmückt Ein neuer Fest- vorhana deckte die Buhne. Aus einer stilvollen Umrahmung blickte links das alte Konigsschlvß an der Spree mit dem Eosanderschen Portale hervor, rechts das hochragende Schweriner Stadtschlo st, die Wappen Preußens und Mecklenburgs waren darüber sichtbar, föoit oben schaute ans freundlichem Grün das rötliche Marmorpalats heraus mit dem Pflugst- berge im Hintergründe. Das Parkett war nur von Herren besetzt, Herren der Umgebungen und Gefolge der vielem Fürstlichkeiten, Mitglieder der auswärtigen Misstonen und preußische Deputationen, Offiziere und Hofbeamte IN den Logen saßen die Botschafter mit ihren fernen, die Munster ufw An der Brüstung der erweiterten großen Hofloge nahmen Platz in der Mitte die Braut und der Bräutigam, reK von Ihr der Kafler, die GroßherzoM-Mutter von Mecklenburg-Schwerin nsw. Links vom Kronprinzen faß bte Kaiserin. Alsbald setzte das Vorspiel zu Lohengrin ein, von Dr. Muck dirigiert. Der erste .lkt sorgte. Dann schloß das heitere Bild der Festwiese ans den „M e t ft ersrngern yori Nürnberg" den 21bend unter Geltung von kpnnte über 70, fürstliche Häupter wählen. Zuerst Die Hochzeitsseierlichkeiten in Berlrn Berlin, 5. Juni. Die Ueberreichung der Geschenke. Bei den heutig'en Empfängen durch! den Kronprinzen und die Herzoginbraut in der Braunschweigischen Galerie des Schlosses sprachen zunächst die Präsidien des Reichstages, des Herrenhauses und des Ab- geordnetenhauses ihre Glückwünsche aus. Sodann erfolgte die Ueberreichung der Geschenke der Hansestädte. Danach folgte die Ueberreichung der Glück wun sch ad ress en bezw. der Beglückwünschungen durch die Vertreter der Aka- demie der Wissenschaften und der Akademie der Künste, der Universitäten Berlin und Bonn; die Ueberreichung der Geschenke der einzelnen Provinzen bezw. Bezirksverbände, sowie der Brandenburgischen Landwirtschaftskammer und des Landeskommunalverbandes zu Sigmaringen. Ferner gratulierten die rheim 2ldelsgenossenschaften und Schleswig- holsteinischen Prälaten und die Ritterschaft. Geschenke brachten sodann dar der Deutsche Landwirtschgstsrat, bte &täbte der preußischen Monarchie, vertreten durch zwanzig Bürgermeister usw., eine Vereinigung von 453 mittleren und kleineren Städten. Eine Ergebenheitsadresse überreichte der Städteverband Sachsen-Anhalt, eine Glückwunschadresse die Stadt Dresden; Geschenke brachten weiter dar die Städte Bunzlau, Bernau, Werder und Hochheim, das Offizierkorps des Regiments Kronprinz Nr. 1, der Regimenter Nr. 101 und 120 und des bayerischen ersten Ulanenregrments, der preuß. Landeskriegerverband sowie eine Reihe weiterer Abordnungen, darunter die deutsche Kolonie in Moskau, bte ehemaligen Korpsbrüder des Kronprinzen und bte Bonner Studentenschaft. . Die Städte der preußischen Monarchie schenkten ein Tafel-Service. Der Monprrnz und seine Braut nahmen die Hochzeitsgeschenke mit ^großer Freude entgegen und dankten für den Ausdruck der Anbangltchkett und Liebe. Die Kaiserin und die Braut zogen die erschienenen Herren in ein Gespräch und unterhielten fiefy mit ihnen über ver- Brillantenschmuck. Ein Gartenfest bei Richthofen. Zu Ehren der ausländischen Gäste gab heute nachmittag der Staatssekretär des Auswärtigen Frhr. v. Richthofen ein Gartenfest. 2ln der wohlgelungencn Veranstaltung nahmen verschiedene Fürstlickkeiten teil, darunter die^ Kronprinzen von Schweden und Dänemark Prinz Heinrich der Niederlande und Prinzessin Arifitgawa. Von sonstigen. - - tnffiftfie Schiffe Gästen bemerkte man Sir Henry Seymour, die Minister Zerstreute rusfische Schiffe. Möller, ®tubt unb v. Bethmann, bett früheren Minister Hongkong 5 3unt. (9leufer.) D°r heute hier au Thielen, bie Wizepräsibenim bes Neichstages Graf Stolberg gekommene omenkantlche Frachtdamvfer .Zaftro von Manila und Dr. Paasche, andere Parlamentarier und Vertreter hat am Morgen ungefähr 80 Seemeilen südsüdöstlich von Wissenschaft, Kunst und Presse. von Hongkong einen russischen Hilfskreuzer, zwei Rusfifche Bertretung bet den HochzeitSfeierlichketten. Fahrzeuge, die er für Torpedoboote hielt, und einen Ter in Königsberg i. Pr. erscheinenden „Ostpreuß.Ztg." Kreuzer in Begleitung emes schwerbeladenen FrachtdampserS wird von einem Gewährsmann berichtet: südwestlich steuernd gesehen. „Aus wohlinformierten Kreisen wird mir mitgeteilt, Washington, 5. Juni. (Reuter.) Kriegssekretär Tast daß das Fernbleiben des Großfürsten Wladr- telegraphierte an den Goiiverneur Wright in Manila: Den mir von den Berliner Hochzeitsfeierlichkeiten auf ^ russischen Schiffen kann keine Zeit gegeben werden, t sch des B e rli n e r H o f erfolgte.^ Es I fcie -n Schlacht erlittenen Beschädigungen auSzubessern. i inXwÄüenUtouf seine Di- Schiffe dürfen daher nur ausgebeffert werden, wenn fte PersVn'angekündigt wurde, ein, daß man sich zu bis zum Ende der Fetndseltgketten sestgehalten werden, einer Aeußerttng nach Petersburg entschloß und um Ent- Roschdjestwensry^ sendung eines anderen Vertreters der Zarenfamtlte bat, London, 5. Juni. „Daily Telegraph meldet auB da man das Leben des Großfürsten Wladimir für ernstlich Sasebo, daß Roschdjestwensky sich einer Operation werde bedrohl hielt. Der Zar entsprach dieser Bitte und ver- untmüssen. Das verwundete Bein muß, da es fügte, daß Großfürst Michael den russischen Hof zu ber* brQn^Q werden anfängt, amputirt werden. Der Admiral, der von den japanischen Aerzten verständigt wurde, daß * hoa i Gn-vde- die Arnputation nötig sei, gab seine Zustimmung. -- Der licbtrosafa^iaem japanische Marineminister sandte NoschdjestwenSky mit emem —- Blumenstrauß ein Schreiben, in welchem er ähnliche Wünsche wie Togo und dieselben Hoffnungen äußett. Die anderen Gefangenen. London, 5. Juni. Das „Reutersche Bureau" meldet aus Nagasaki: Wie uns aus guter Quelle mitgeteilt wird, werden alle in Gefangenschaft geratenen russischen Seeleute, sowohl diejenigen, die sich selbst ergaben, wie die, die auf eine andere Weise gefangen wurden, nach Ruß- treten hat." Zur gestrigen Galatafel fithrte der Kronprinz in der Uniform des 1. Garde- Jüf.-Regts. zu Fuß seine Braut, die in am Mieder mit weißen Schmelzen vevztertem Kletde erschien, dessen riesige Schleppe von zwei Pagen getragen wurde, vor den Thronhimmel. Die Kaiserin zur Linken ihres Sohnes, der Großherzog von Mecklenburg zur Reckten seiner Schwester. Der Kats er, in der Galauniform desselben Eliteregiments wie sein Sohn, führte die Großherzogin-Mutter Anastasia, die von einer von Pagen aufgenommenen Schlepprobe aus Silberstoff umrauscht wurde. Er schritt mit seiner Dame die östliche Tafel entlang und. , durch deren offene Lücke zu den beiden Plätzen dem Braut- t a n o ge anor Ausbruche des Krieges paar gegenüber an der Haupttafel. Für emtge Mtnuten Tokto, 5..Mm. Ser dem ^uSvr cy ^^itäl-rn entstand rings um die Dafeltt ein chaotisches Gewirr von sind von russischen Gefangenen 12 0 wt ben ©ofpttalwn allen Farben von Herren, die in mit Orden übersäten, Japans und 1400 in denen Port Arthurs und DalnyS in bunten, goldblitzenden Uniformen prangten, von Damen gestorben. in ebenso vielfarbigen Schlepproben und von Pagen in Die Stimmung in Rußland. roten, silbergallonierten Röcken und in weißen Unterkeidern, Petersburg, 5. Juni. In dem Konzertsaal Pagen, die hinter die Stühle der fürstlichen Damen ttetend, m^wlowsk" wo gestern abend 5000 Personen versammelt möglichst igeschickt die Schleppen über^dte Rücklehnen bet (am eg anläßlich der Niederlage in der Koreastraße Sessel, uu s denen l^uestch nieder gelassen hatten, Demonstration. Das Publikum verlangte einen wirr/Durcheinander.^Mle Damen und Herren hatten ihre Trauermarsch. Es wurden Reden gehalten. Das frühere Plätze gefunden und sich niedergelassen. Hinter jeden Stuhl Stadtoberhaupt Novtkow sprach von der Notwendig der beiden Fürstentafeln war ein Page getreten. Hinter keit, den Krieg einzustellen. Die tn den Saal em- dem des Kronprinzen und dem seiner Braut unter dem dringende Polizei wollte Novikow verhaften; dabei kam eS Thronhimmel standen je zwei hintereinander; neben dem Lu cjnem Handgemenge, die Polizei zog blank, daS Pagen hinter dem fessel des Kaisers noch die kraftvolle verteidigte sich mit Stöcken und Stühlen. Eine Gestalt eines Biichsenspänners in einer Slä^er^^a^aun^^orm, ™crtemunbe lang herrschte im Saale ein wildes Durch- SäX? BÄÄÄWh »“■ “XäSm KÄTWÄattpSÄSMÖiii. die Gäste nicht stteng nach Berufs- und Würdegruppen ver- flüchteten. Auch aus dem Bahnsteig wurden noch ewige teilt. Staatssekretär v. Rtchthoftn z, B. saß auf dem ersten Reden gehalten. Sowohl unter dem Publikum, rote unter Platz der inneren Tafel, die fast gänzlich damenlos 6heb. b oßolhei waren Verwundete, auch einige Schwer- Das lebhafteste und angeregteste Gespräch wurde unzweifelhaft von der Prinzessin-Braut und dem Kronprinzen geführt, wobei jene anscheinend noch mehr als dieser zu sagen sich angeregt zu fühlen schien. Ihr ftisches Mädchenantlitz war dabei von der anmutigsten unbefangensten, jugendlichen, natürlichen Heiterkeit beseelt, [ von liebenswürdigem Lächeln der Augen und der roten Lippen verklärt. Wie wenig enffprechen doch alle photographierten und gemalten Bildniffe der Braut ihrem wirklichen Aussehen, zumal was den Ausdrttck ihres Gesichts betrifft! Wie fern ihr jede zeremonielle Steifheit liegt, zeigte sich außer in ihrer Art des Sprechens, und ihrer sich beständig zu dem Bräuttgam nahe hinneigenden Haltung in kleinen Zügen wieder, daß sie dem zunächst hinter ihrem Sessel stehenden Pagen em volles Glas Champagner reichte, das dieser Jüngling in einem Zuge leerte. Sehr viel weniger lebhaft schftn die Unterhaltung des ihr gegenübersitzenden Kaisers mit ihrer Frau Mutter, seiner Tischdame, zu sein. Ein Heer von Lakaien ttt silber- galonnierten Livreen sorgte für das rasche Aufträgen der Speisen, deren Schüsseln an den Fürstentafeln von den Pagen in Empfang genommen und präsentiert wurden. Die Lakaien in braunem Frack mit goldstoffenem Schalkragen sorgten für das Füllen der Gläser. Bon der Musiklage her klang die Ouvertüre zu „Iphigenie in Aulis", der „Zigeuner- ' tanz im ungarischen Lager" von Bernhard Scholz, verschiedene Armeemärscke und ein Volksllederpotpourri. Nr. 131 Zweites Blatt. 155. Jahrgang Erscheint W-ttch mil NuSnahm« bei Sonntags. flF jL 4 aa aa aa a. a aa Die „Gietzener ZamMeadlStter- werden dem U DHA S 1/ Wj M -4v.. h 4 U „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der Är A K 0 M M MM fcv Landwirt" erjchetnt monaUich einmal EU die Russen neberlbei einen Verlust von 600 Mill. Francs. ES ist dies der Betrag der Anleihe, deren Abschluß mit französischen Banken an ^er Katastrophe in der Koreastraße scheiterte. So lange der angesehenste aller französischen Finanzpolitiker, Rouvier, der Regierung angehört, muß e8 als ausgeschlossen gelten, daß Rußland von seinem Verbündeten die Mittel für die Fortsetzung des Krieges erhält. Man will mit einem neuen, durch die Umkehr gesundenden Rußland zu tun haben, nicht mit einem Bundesgenossen, der in trotziger Verblendung aus den Ruin lossteuert. Doch der Zar bleibt übel beraten. Die Kriegspartei der Großfürsten hat wiederum obgesiegt, anscheinend durch den Hinweis, daß Zähigkeit von jeher Rußlands Stärke gewesen sei und ihm zu Erfolgen verholfen habe, die es durch schneidigen Elan niemals erreicht hätte. Was nun den Geldbedarf Rußlands betrifft, so würde eS sich den von den französischen Banken abgelehnten Darlehnsbetrag von 600 Millionen Francs am Ende verschaffen können, wenn es geneigt wäre, sein aus dein russisch- türkischen Krieg stammendes Kriegsentschädigungsguthaben bei der Türkei im Betrage von 500 Millionen Mark diskontieren zu lassen, und wenn sich eine potente Großmacht bereit fände, die russische Hypothek auf das türkische Reich zu übernehmen. Angesichts der Notlage in die Rußland geraten ist, kann an seiner Geneigtheit wohl kaum gezweifelt werden. Aber es dürfte keine Großmacht erbötig sein, dieses Geschäft zu machen. England, dem es ja „in den Fingern jucken" mag, muß 'in Rücksicht auf das verbündete Japan Abstand nehmen. Interessant ist übrigens, daß man in russischen amtlichen Kreisen die Abneigung Frankreichs, dem Bundesgenossen Geld für die Fortsetzung des Krieges zu liefern, als nicht recht verständlich bezeichnet. Ein der Berliner russischen Botschaft nahestehender Herr meint, im Kriege mit Deutschland habe Frankreich nach der Katastrophe von Sedan doch auch nicht die Flinte ins Korn geworfen, sondern den Kampf bis zur Erschöpfung seiner militärischen Kraft fortgeführt. Rußland aber sei von dieser Erschöpfung noch entfernt, also dürfe Frankreich nicht verlangen, daß sein Verbündeter vorzeitig Frieden schließe. Der Vergleich hinkt insofern, als Frankreich die Kosten der Fortsetzung des Krieges aus eigenen Mitteln bestritt und obendrein die hohe Kriegsentschädigung bezahlte, ohne beim Auslande Kredit in Anspruch zu nehmen. Rußland aber ist bereits jetzt bei seinem Verbündeten stark verschuldet, und wenn ihm die Fortsetzung des Krieges auch auf Grund innerer Anleihen gelingen mag — eine Kriegsentschädigung an Japan wird es auf alle Fälle zahlen müssen, und zu deren Aufbringung bedarf* es des ausländischen Kredits, in erster Linie also wieder desjenigen Frankreichs, dec ihm dann auch nicht versagt werden dürfte. Deutschland und die FricdenSvermittlung. Der Kaiser hat am Montag dem Großfürsten Michael einen Besuch abgestattet, der sich über anderthalb Stunden ausdehnte. Es dürfte kaum ausbleiben, daß diese Unterredung ans der russischen Botschaft als ein Beweis- inomcnt für die Behauptung geltend gemacht wird, Deutschland suche Rußland zu einem baldigen Friedensschluß zu veranlassen. Eben heute wird aus amerikanischerund aus englischer Quelle eine Beisteuer zu diesen Meldungen geleistet, die insbesondere im Auslande zirkulieren. Eine zweistündige Konferenz des deutschen Botschafters in Washington Speck von Stern bürg mit Präsident Roosevelt soll mit dem Frieden sich beschäftigt haben. Und das Londoner Blatt „Daily Chronicle" beruft sich gar auf den amerikanischen Botschafter in Petersburg, dem angeblich bekannt sei, der deutsche Kaiser und Loubet wendeten ihren ganzen Einfluß auf, einen baldigen Frieden herbeizuführen. Nach ErkundiFungen unseres Berliner —tt—Korrespondenten an den in Betracht kommenden Sollen sind alle derartigen Behauptungen durchaus grundlos. Müsse denn, so sagte man uns, immer wieder betont w"rden, daß auf deutscher Seite nicht die mindeste Neigung obwalte, dem Zaren einen unerwünschten und unerbetenen Rat zu erteilen? Nirgends in Berlin werde an eine solche Einmischung gedacht. Augenscheinlich sei die Absicht der Verbreiter derartiger Meldungen im Auslande, die Beziehungen zwischen Berlin und Petersburg zu stören, indem mau der deutschen Regierung Absichten und Pläne unterstelle, die in Rußland verletzend wirken könnten, Ruß- land will den Krieg fortsetzen: damit erledige sich jedes Anerbieten guter Dienste, ebenso von französischer wie von amerikanischer Seite. Soweit die unserem Mitarbeiter zuteil gewordene Aus- runft. Was den Besuch des Kaisers auf der russischen Botschaft betrifft, so findet er wohl seine einfache Erklärung darin, daß der- Kaiser dem Großfürsten Michael eine Auf- mertjamreit zu erweisen gedachte, und ebenso natürlich ist es, daß sich Gelegenheit bot zu einer Erörterung über den Krieg und die jüngsten Ereignisse. Indes scheint uns die zarte Rücksichtnahme auf das, was Rußland etwa verletzen könne, recht überflüssig. Es dürfte vielmehr endlich an der Zeit sein, den Liebedienereien gegenüber unseren zerfallenden östlichen Nachbarn ein Ende zu machen. Deutscher Reich. Berlin, 5. J?mi. D"r Kaiser hör!? heute bett Vortrag bes Chefs des Zivnkabinet'.s Wirkt, Rats Dr. v. Lucanus und des Reichskanzlers Grasen v. Bülow im, Kgl. Schloß. — Der Kaiser ließ dem Wirkt. Oberkonsistorialrat, Generalsuperintendenten D. Hesekiel in Posen anläßlich seines 70. Geburtstages das folgende Glückwunschtelegramm zugehen: „Zur heutigen Volünduni Ihres 70. Lebensjahres spreche ich Ihnen meinen wärmsten Glückwunsch aus. Gottes Gnade schenke Ihnen auch ferner Gesundheit und Kraft zu segensreichem Wirken. Wilhelm." — Der Regierungspräsident v. Trott z u S o l z in Kassel lst zum Obervräsidenten der Provinz Brandenburg, der Polizeipräsident Graf v. Bernstorfs in Potsdam zum Präsidenten der Regierung in Kassel und der Landrat Dr. jur. Freiherr v. d. Wenge Graf v. Lambsdorff in Ragnit zum Polizeipräsidenten tn Magdeburg ernannt worden. — Der „Reichsrirz." teilt eine Verordnung der portugiesischen Regierung vom 18. Mai 1905 mit, nach welcher der Zoll auf Roggen bei der Einfuhr nach Portugal für die Zeit von dem Veröffentlichungstage bis zum 20. Ium 1905 von 18 Reis auf 8 Reis pro Kilogramm herabgesetzt ist. Hamburg, 5. Jnni. Tie Beratungen über die Wahl- /echtsvorlage wurden heute vorläufig beendigt. Die Mehrheit lehnte es ab, die gesamte Vorlage an einen Ausschuß zu verweisen, nahm vielmehr bet 'Anwesenheit von 155 Mitgliedern Gon 160) der Bürgerschaft in erster Lesuna die V e r f a s s u n gs- änberung mit 125 gegen 30 Stimmen , nachdem ein sozialdemokratischer Antrag auf Einführung der cmeinen, direkten, geheimrear Wahl abgelehnt morden war. Der übrige Teil der Vorlage betr. Aenderung des Wahlgesetzes wurde an einen dreizehngliedngen Ausschuß verwiesen. Die zweite Lesung wird solange ausgeseüt, bis der Ausschuß Bericht erstattet hat. M ü n cb e n, 5. Juni. Der Landtag ist a u f g e l ö ft worden. Die Neuwahlen sind auf den 10. (Wahlmännerwahl) und 17. lAbaeor^netenwahl'i 5knli anberaumt. Ausland. Paris, 5. Juni. Gestern wurde vor der deutschen Botschaft eine B o inbe aufgefund"n. Nach der Untersuchung int Gemeinde-Laboratorium stellte es sich heraus, daß es sich unt einen schlechten Witz handele, da die Bombe vollkommen unschädlich war. — Ja urss teilte mit, er werde verlangen, daß seine Interpellation über Marokko am nächsten Freitag zur .Erörterung gelangt. Der nationalistische Deputierte Arch- beacon bat gleichfalls ein Jnterpellationsansuchen betr. die marokkanische Politik angemeldet. Uebrigens war in den Kammereouloirs das Gerücht verbreitet, daß es zunächst kaum zu einer Debatte über die marokkanischen Angelegenheiten kommen dürste, da der Rücktritt Delcassäs angesichts des Mißerfolges seiner Politik mir eine Frage von wenigen Tagen sei. — In parlamentarischen Kreisen wird mit großer Bestimmtheit behauptet, daß Deleasse bereits morgen seine Entlassung geben werde. Es heißt, daß der Ministerpräsident Rouvier selbst das Portefeuille des Auswärtig en übernehmen werde. Budapest, 5. Juni. Das Abgeordnetenhaus hat beschlossen, den früheren Präsidenten Perzel wegen der Verausgabung von 31826 Kronen haftbar zu machen, die für die Besoldung der 40 Saaldiener verwendet worden sind, die aus Anlaß der verschärften Hausordnung zur Aufrechterhaltung der Ordnung angestellt worden ivaren. Sydney, 4. Juni. (Reuter.) In einem ans den Neuen Hebriden eingetroffenen Briefe heißt es, es herrsche dort große Erregung unter • man befürchte einen Aufstand. Eine Hiobspost in Deutsch-Südwestafrika. Nach Londoner Meldungen aus Kapstadt, die von Eingeborenen dorthin gebracht wurden, soll Warmbad jn Deutsch-Südwestafrika von Eingeborenen eingenommen worden und die Garnison um gekommen sein. Man wird allerdings gut tun, diese sensationelle Meldung unserer lieben Brüder von jenseits des Kanals vorläufig mit einigem Mißtrauen aufzunehmen. Tie Ermordung des Pfarrers Thöbes in Heldenbergen vor dem Schwurgericht. (Unberechtigter Nacbdr. verboten.- H. F. Gießen, 6. Juni. Zweiter Tag der Verhandlung. Der Andrang des Publikums ist. heute ebenso stark wie gestern. Die Angeklagten haben ihre bisher zur Schau getragene Ruhe in keiner Weise verloren. Der Einbruch bei dem Pfarrer Hartleib und in die Kirche zu Klein-Schwalbach. Heute wird zunächst Pfarrer Hart leib (Klein-Schmalbach) als Zeuge aufgerufen: Am Morgen des 9. November 1904 mackste ihm seine Schwester die Mitteilung, daß in die Kirche eingebrochen worden sei. Er habe sich eiligst angesieidet, s'V den Bürgermeister zu benachrichtigen. Sehr bald brachte ihm seine Schwester die Mitteilung, daß auch bei ihm eingebrochen sei. Es war alles in Unordnung. Alle Kästen waren erbrochen, geraubt waren etwa 30 Mark bares Geld, eine silberne Uhrkette und ein großes Tranchiermesser. Eine Gartenschere, die der oder die Einbrecher mitg.brachi hatten, war zurückgelassen worden. — Bors.: Ist das diese Schere? — Zeuge: Jawohl. — Er sei alsdann mit dem Bürgermeister und Gendarm in die Kirche gegangen. Die Kirchentür war aufgebrochen. In der Kirche, ganz besonders auf dem Altar, lag alles in wüster Unordnung, der Opferkasten war erbrochen und der Inhalt geraubt. Aber auch die Sakristei war erbrochen und auch dort lag alles in wüstem Durcheinander. Aus der Kirche war der Mendmahlskelch gestohlen. — Fräulein Julie Hartleib, Schwester des Vorzeugen bestätigt diese Bekundung. Alle Schubladen waren heraus- gezogen und der Inhalt herausgerissen. — Bors.: Sie wissen ganz genau, daß Ihnen ein großes Tranchiermesser entwendet worden ist? — Zeugin: Ganz bestimmt. — Bors.: Hudde, wo ist das Tranchiermesser geblieben? — Angekl.: Ich habe fein Messer entwendet. — Vors.: Sie geben doch zu, die Einbruchsdiebstähle in Klein-Schmalbach allein ausgeführt zu haben? — Angekl.: Jawohl. — Vors.: , Sie haben doch gehört, daß die Zeugen mit voller Bestimmtheit bekundm: es sei ihnen bei dem Einbruchsdiebstahl ein großes Tranchiermesser entwendet worden? — Hudde: Ich habe kein Messer genommen. — Vors.: Es wird alsdann ein Zeuge kommen, der bei Ihnen ein großes Tranchiermesser gesehen hat. — Hudde: Ich habe niemals ein Tranchiermesser in meinem Besitz gehabt. Die Orgien des Hudde. Es erscheint danach als Zeugin die Prostituierte Wilhelmine Oster tag lKöln): Hudde habe sie Anfang November 1904 in später Abendstunde besucht und sich ungemein spendabel gezeigt. Er habe Sekt zum Besten gegeben. Am folgenden Tage seien sie ins Apollo-Theater nach der Schitdergasse gegangen. Dort habe sich Hudde sofort mit einer Tirolerin befreundet, für die ganze Tiroler Sänger-Gesellschaft Ehamvagner usw. spendiert und Geld mit vollen Händen ausgegeben. Sie habe sich dadurch verletzt gefübll und sei nach .Hause gegangen. Ein Freund des Hudde. Ein eiter er Zeuge ist Schmied Hermann ftbele (nicht Abels- (Frankf. a. M.): Er befindet sich wegen vorsätzllcchrKörperverletzung in Strafhaft. Am 9 oder 10. Rovern ber 1904 habe er Hudde kennen gelernt. Da dieser ihm mitteilte, daß er nicht wisse, wo er schlafen solle, habe er ihn in feine Wohnung mitgenommen. Hudde habe gesagt: er heEe Oskar, der andere Name sei Nebensache. — Vors.: Haben Sie ayni Ihren Namen genannt? 77 Zeuge: Ich habe gesagt, ich heiß? Hermann, der andere Name ist Nebensache. Am andern Tage tagte Hudde: Ich solle mit ihm kommen, er gehe zu katholischen Pfarrern, die haben viel Geld. — Vors.: Was verstanden Sie darunter? — Zeuge: Ich glaubte, der Mann sei Mitglied des katholischen Gesellenvereins und wollte katholische Pfarrer um Almosen bitten. Sehr bald schöpfte ich aber Verdacht und glaubte, er wolle katholische Pfarrer bestehlen, da er mir sagte, sein bisheriger Kollege sei in Mainz verhaftet worden; man habe ihm einen Revolver abgenommen. Außerdem sah ich bei Hudde em Messer mit dunklem Stiel und gelben Nieten. Die Klinge war in Papier eingehüllt. — Vors.: Haben Sie die Klinge gesehen? — Zeuge: Nein. — Vors.: War es ein Tranchiermesser? — Zeuge: Nein, es war kürzer. — Vors.: Wie lang war es etwa? — Zeuge: So lang wie ein Federhalter. Ich begleitete den Hudde, icb wollte aber schon auf der Zeil in Frankfurt umkehren, zumal es zu regnen anfing. Auf Zureden des Hudde ging ich aber noch ein Stück Weges mit ihm. Einige Tage darauf fragte mich das Küchenmüdel in der Wirtschaft, wo ich Hudde kennen gelernt hatte, wo Oskar sei, er habe ihr versprochen, eine Ansichtskarte zu schreiben. Am 18. oder 19. November las ich in Zeitungen, daß Metzger Oskar Hudde verdächtig sei, den Pfarrer Th ödes in Heldenbergen ermordet zu haben. Ich kam dabei, gleich auf den Gedanken: das kann der Oskar jein, der bet mir genächtigt hat. Dieser war Metzger, heißt Oskar und hatte auch, wie es in dem Steckbrief hieß, Sommersprossen. Ich meldete es auch sofort der PoliM. Am 20. Dezember 1904 wurde ich wegen Verdachts der Mittätern schäft bei Ermordung des Pfarrers Thöbes verhaftet. Da tdj aber nachweisen konnte, daß ich in der Nacht, in der der tftorb ausgeführt war, in niemer Wohnung in Frankfurt geschlafen habe, wurde ich wieder fteigelassen. — Vors.: Nun, Hudde, was war das für ein Messer? — Hudde: Ich habe kein Messer bei mir gehabt. — Vors.: Abele, sind Sie Ihrer Sache sicher? — Zeuge: Ganz sicher, Hudde versetzte, als ich zu ihm sagte: Da hast Du ja ein Messer stecken: ,.Jeder Metzger führt sein Messer bei sich/' — Vors.: Stimmt das, Sie haben davon bisher nichts gesagt? — Zeuge: Das ist die volle Wahrheit,^ ich habe bei Hudde außerdem einen.Revolver gesehen. — Vors.: Sie sagten vorhin: Sie haben ein Messer bei Hudde stecken sehen, wo steckte das Messer? — Zeuge: In der Hosentasche. — Vors.: Sie haben also das Messer nur in der Hosentasche gesehen? — Zeuge: Jawohl. — Vors.: Dann können Sie auch nicht genau sagen, wie lang das Messer war? r— Zeuge: 92ein. — Fräulein Hartleib bemerkt auf Befragen des Vorsitzenden: Sie glaube mit Bestimmtheit, daß das vom Zeugen dlbele beschriebene Messer das ihnen gestohlene Tranchiermesser sei. — Kriminalkommissar Daniel bekundet: Abele habe bei ihm zu Protokoll gegeben: Hudde habe zu ihm gesagt: Jeder Metzger hat sein Stichmesser. — Bors.: Mele, ist das richtig? — Abele: Es ist möglich, ich weiß es nicht mehr. Der ehrliche Hudde. Mele bekundet danach auf Befragen des Verteidigers R.-A. Dr. Jung: Er habe Hudde in seine Wohnung mitgenommen, da ihm dieser sagte, er habe für die Nacht keine Unterkunft. — Angeklagter Hudde: Abele hat mich hauptsächlich mitgenommen, damit wir seine Wirtin bestehlen sollten. — Mele: Das ist eine Lüge. —. Hudde: Das ist doch wah^, ich 'wollte aber nicht stehlen. — Abele: Das ist eine Lüge. — Wann ist Hudde in Frankfurt gewesen? Gastwirt Funke (Frankfurt) bekundet: Hudde habe Anfang November 1904 in seiner Gastwirtschaft verkehrt, an welchen Tagen das war, könne er nich. sagen. — Oberkellner Arthur Vunzel vom Taunus-Hotel in Frankfurt a. 9)2.: Er könne sich nicht erinnern, den Angeklagten jemals gesehen , zu haben, er wisse nur, daß am 9. November ein Mann im Taunus-Hotel gewohnt habe, der sich als „Otto Schneider aus Hagen" ins Fremdenbuch eingetragen habe. — Danach tritt eine kurze Pause ein. Aus Stadt und Aand. Gießen, 6. Juni 1905. Zum Huddeprozeß. Die Zeugenvernehmung wurde heute fortgesetzt. handelte sich in der Vormittagssitzung im wesentlichen darum, die Angaben des Hudde bezüglich der drei Tage vor dem Heldenber'ger'Mord zu prüfen, da diesen Angaben Zeugenbekundungen entgegenstehen, die feststellen, daß Hudde schon einige Zeit vor der Bluttat am Tatort war. Die Zeugen, die für den Frankfurter Aufenthalt des Zeugen gehört wurden, haben nichts mit Bestimmtheit aussagen können, sodaß Hudde damit nichts geholfen ist und die Wahrscheinlichkeit für die Unwahrheit seiner Aussagen wächst. Sein Genosse während eines kurzen Aufenthaltes in Frankfurt, der Schmied Abele, hat bekundet, daß Hudde damals ein Messer in seiner Hosentasche trug, das mit dem bei einem Diebstahl in Klein-Schwalbgch gestohlenen Messer mit einem Messinggriff identisch gewesen sein könnte. Hudde bestreitet, ein Messer mit sich geführt zu haben. Sollte dies aber der Fall gewesen sein, so wäre dies insofern, von großem Interesse und von Wichtigkeit, da dann die Vermutung nahe steht, Hudde habe bei seinen Einbrüchen ständig mit der Möglichkeit gerechnet, überrascht zu werden nnd sei entschlossen gewesen, mit dem Messer zuzustechen. Später, bei seiner Verhaftung hat H. ein solches Messer nicht mehr bei sich getragen, und das Messer, mit dem Pfarrer Thöbes ermordet worden ist, war bekanntlich ein Küchenmesser. Wahrscheinlich hat der Raubmörder, als er in den Zeitungen von seiner Verfolgung las, das frühere, wahrscheinlich gestohlene, Messer beiseite geschafft. Der interessanteste und wichtigste Teil der Verhandlung, die Bekundungen Sachverständiger über die an der Kleidung des Hudde festgestellten Blutspritzer, stehen noch bevor. ' Der Angeklagte sieht laUem scheinbar mit der größten Ruhe entgegen. Doch, wer imstande ist, bei einem nächtlichen Raubzug durch ein Pfarrhaus und eine Kirche in der fremden Küche Licht anzuzünoen und — nach den gestrigen Zugeständnissen des Hudde selbst — über eine halb e Stun d e gestohlene Nahrungsmittel zuessenund bis zur Trunkenheit zu trinken, dem kann es ja wohl an Kaltblütigkeit nicht fehlen. Der Gerichtssaal ist auch heute mit Zuhörern und Zuhörerinnen dicht besetzt. * ** Der Schneiderstreik ist beendet! Das ist das erfreuliche Ergebnis der Münchener Verhandlungen. Am gestrigen Montag haben dort, wie uns gemeldet wird, vierstündige Verhandlungen zu einer Einigung geführt! Dem Prinzip der strikten Durchführung des von bent Beratungs- ausschusse der Arbeitgeber in Leipzig sind die Vertreter des Arbeitgeberverbandes, die Herren Schambeck und Höfer, in ihren Diskussionen mit dem Vertreter der Zentralleitung der Gehilfenorganisation in Berlin, Herrn Stühmer, treu geblieben. Das in München abgeschlossene Abkommen lautet wörtlich folgendermaßen: 1) In Gießen wird der erhöhte Tarif der Arbeitgeber ge« werbegerick'tlich feflgelegt, der hiermit mit folgenden drei Aender- imgcit seitens des Zeutralvorstands des dlllgememetc Deutschen Arbeitgeberverbandes für das Schneidcrgewerbe und des Zentral- vrrftandes des Verbands der Schiieider und Schneiderinnen anerkannt wird: a) Für die Hose mehr 20 Pfg. in der 2. Klasse. b) Für die schwarze Wefte mehr 20 Pfg. in der 2. Kl- c) Für die Stunde 35 Pfg. Bemerkungen: Bisher von einzelnen Firmen höher bezahlte Löhne werden ausnahmslos weiterbezahlt und festgelegt. 2) Der Verband der Schneider und Schneiderinnen, hebt demgemäß den Streik in Gießen und sämtliche Solidaritätsstreiks auf; der Allgemeine Deutsche Arbeitgeberverband für das Schneider-Gewerbe beendigt die, von ihm verfügten Aussperrungen gleichzeitig. Die beiderseitigen Reverse sind damit hinfällig. 3) Maßregelungen finden nicht statt. 4) Die Arbeit wird spätestens Mittivoch fr üb aufgenommen. 5) Mit Ausnahme abgereister Gehilfen sprechen die Gehilfen wieder bei der Firma vor, bei der sie vor der Bewegung beschäftigt waren. Der Ausgang des Streikes bedeutet un Wesentlichen einen Sieg der Arbeitgeber. Die Gehilfen haben das angenommen, was ihnen bereits vor 3 Wochen ohnehin geboten war. Die Forderung der Gehilfen, man möge auf die Anfertigung von Hosen und Westen eine kleine Tariferhöhung bewilligen, ist das'Einzige, was den Gehilfen erfüllt worden ist und was ihnen, wie wir bereits in unserer Nummer vom 30. v. Mts. mitteilten, vor mehreren Tagen bereits zugesagt worden war. Der Einigkeit der Arbeitnehmer hat die Einigkeit der Arbeitgeber mit gleicher Entschiedenheit und Konsequenz gegenübergestanden. Auch dieser Ausstand hat gezeigt, wie notwendig das Zusammenschließen der Arbeitgeber Danksagung* Die trauernden Hinterbliebenen, Londorf, Giessen, den 6. Juni 1905. 8037 Danksagung* Balthasar Weber sagen wir innigsten Dank. Die trauernden HinterbSiehenen 3028 sagen wir unsern herzlichsten Dank. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Ableben unseres lieben Gatten, Vaters, Grossvaters, Schwiegervaters, Bruders und Onkels, des Herrn Elisabeth Weber, geb Balser. Familie Ludwig Weber. Familie Heinrich Weber. Giessen, den 6. Juni 1905. Für die überaus zahlreichen Beweise wohltuender Teilnahme beim Hinscheiden unseres unvergesslichen Herrn Heinrich Schmidt W .-'E 7 ■ K .E M A M UM PW K Fi*"'-" N Mr HM K M 'M luni 1905. >r, ircu *)*- i lautet ** sochcsehl. Et tntli^cn darum, Tage vor dem igaben Kuqeu« o6 Hudde tyon Pfeiff'0 5 , 9 ä lasst- 9 Nsg. m * ,beF Cb[,M fier nUrv'n SBorfr '«der is j 1 ivar?^. böÄen bea O »Sy? r unterkunst aber mcht en? i? Me W„, L™ Wien 5®» Itifa -Er könne ' ^n haben, n Enus-Hokl °us Sagen" 11111 ome kurze r n^.y.o'rrfi“ Btnnet* "jit 6u,*sttte' -«Z . .«»eit i*1 b°b°" gi- 6(" CS auf ;en geho'ri miir- können, sodah 8ahrsihtinlDed wdjlt Sein 4 in Frank« daß Hudde das mit dem Menen Messer iönnte. Hudde ri zu haben, in, so wäre on Wichtigkeit, )de habe bei teil gerechnet, isen, mit dem itzen, und das zorden ist, war hK der Raub« HersolMng las, (er beiseite ge- Tcil der Ver- ;er über die an her, stehen nach inbar mit der je ist, bei einem und eine fr« nb - nach^r — über enr: szuessenv ann es;a M htssaal ist E jt besetzt et! D>s inbliiug81’' >IW w«d, * geführt'^ ‘bent S««f* bie „ f und S-t», Dezember 1904 Wlanz am 31 14150.74 1904 gingen zu Während 3029 3012 (geschn.) u. a. m. Die Schneider, König!. Baurat. an Bekanntmachung B6/. am der Anzahl. 20, 30, 50 M. *rv Abz. 8—15 M. mon. Reicherader von ^64M. an. Zubehör- W, teile spottbillig. werden: I Erd- und Maurer-Arbeiten. II Sandbruchsteine. III Ziegelsteine. IV Kalk. V Sand. 1904 gingen ab . . der Mitglieder Ende 1904 Passiva: 1. Kapitaleinlagen 2. Stammanteile der Genossen 3. Im Voraus erhobene Zinsen Während Daher Stand Aktiva: 1. Kassenbestand 2. Ausgeliehene Kapitalien . . 3. Güterkaufgelder 4. Mobilien . . 5. Fällige Zinsen JtC £ 852 650.20 693 975.58 174 235.57 300.— 6 714.31 Jü £ 22 806.28 verdunqen Los rentensteuer. Ferner kommen zur Erhebung: 1. von den Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde 10 Prozent von der staatlichen Einkommensteuer und den doppelten Grundzahlen der Grund-, Gewerbe- und Kapitalrenteusteuer, 2. von den Mitgliedern der katholischen Kirchengemeinde dieselben Zuschläge. Die Erhebung erfolgt in sechs Zielen, und zwar in den Monaten Mai, Juli, September, November 1905, Januar und März 1906. Das Lebregister liegt vom 7. bis 15. Juni d. Is. auf der Bürgermeisterei' — Zimmer Nr. 15 — zur Einsicht eines jeden Beteiligten offen. Es wird dies mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Beschwerden gegen dasselbe nach Vorschrift des Artikel 96 der Städteordnung binnen 4 Wochen bei Großherzoglichem Kreis amt Gießen vorzubringcn sind, und daß später vorgebrachte Reklamationen keine Berücksichtigung finden können. Gleichzeitig wird bemerkt, daß die Bekanntmachung der Umlagen durch Großherzogliches Kreisamt Gießen im Regierungsblatt unterm 2. ds. Mts. erfolgt ist, daß daher die Frist zur Vorbringung von Reklamationen, welche gegen Erhebung der Umlagen überhaupt gerichtet sind, von diesem Tage und für Reklamationen, welche gegen die Bettragspflicht oder das angenommene Beitragsverhältnis gerichtet sind, vom Ende der Offenlegungsfrist abläuft. MwchlM^.Funi H.Z., nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale versteigert: Möbel aller Arten, 1 Theke mit Marmorplatte, 18 Paar Herrenschnürstiefel, 10 Mille Zigarren, 1 Partie Schirme, Stöcke, Bierkrüge, 8 Eichenstämme Radikale, schmerz- und gefahrlose Beseitigung von Hühneraugen usw. in einigen Minuten, ohne Messer und ohne Aetzung, in und außer dein Hause, auch auswärts. Postkarte genügt. [1685 Wilh. Balser, Lindenplatz 12. 898 031.74 Die Zahl der Mitglieder Briefkasten. H. Sch. in 65. Ermeler-Tabak fabrizieren Wilh. Ermeler u. Eo. in Berlin. An Private wird er wohl kaum abgegeben, indeß kann jeder solvente Geschäftsmann die Vermittelung besorgen. Es sind rote runde Pakete. W. in G. Wenn Sie sich genau informieren wollen, dann svrecben Sie in unserem Verlagsburemi vor. Wirtschafts-Vergebung. Der Betrieb der Wirtschaft in der Festhalle zum 50- jährigen Bestehen der beiden hiesigen Freiwilligen Feuerwehren soll an einen kautionsfähigen, tüchtigen Wirt verpachtet werden. Die Halle faßt ca. 2 000 Personen, der Betrieb besteht in Wein, Bier, warme und kalte Speisen, Kaffee, auch findet ein Festessen statt. Bedingungen 2C. sind bei dem unterzeichneten Vorsitzenden einzuholen und Offerten bis zum 15. Juni daselbst einzureichen. Gießen, Juni 1905. v*/e Der Wirtschaftsausschuß. Emil Fischbach. Ariqin al-praylmetdungen. Berlin, 6. Juni. Auf Wunsch des Kaisers wird die s r a n- zö sis che Deputation ihren hiesigen Aufenthalt nm Gredit-Derein Keucheltjeim (Eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht) Die Stadt Gießen erhebt für das Rechnungsjahr 1905 Umlagen 120 Prozent von der staatlichen Einkommensteuer und den doppelten Grundzahlen der Grund-, Gewerbe- und Kapital- Bekanntmachung, die Umlagen der Stadt Gießen betreffend. Pa. Wirsm und Weißkraut ä Stück 20 Pfg. 03829> Wl das Pfund von 30 Pfg. HMM, an empfiehlt lIil!iMl!M,Wettttgch5. Sie fühlen sieli matt und elend, haben keinen Appetit, vngen, wie Herzklopfen, Kopfschmerzen, Schwindel, Atemnot, und wissen doch nicht recht, wo's Ihnen fehlt, dann ist es Zeit, daß Sfi daran denken, Ihrer Ernährung und Blutbildung etwas mehr Auf- merksamkeü zu schenken und zu prüfen, ob ihr blasses Aussehen und die anderen Erscheinungen nicht von eisenarmem, schwachem Blute herrühren. , Ju solchen Fällen werden Sie durch den Gebrauch eines blutbildenden Nähr- und Kräitiaungsmittels wie Bioson, das wie kein anderes die wichnasten Lebens- und Aufbaustoffe in bester kon. zentrirtester und leicht verdaulichster Form enthält, sehr rasch bie wohltätigste Wirkung erzielen. 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Er behauptete frech, die an der Wand des Wagens angebrachte Vorrichtung nicht gekannt zu haben, und als es ihm am Rücken gejuckt habe, habe er sich an dem Hebelknopf gescheuert, und so sei der Hebel verschoben worden! Marburg, 5. Juni. In verschiedenen Blättern aus dem Steife Frankenberg und Umgegend ist in Berichten über Wahlversammlungen, die von Dr. Karl Böbme aus Berlin abgehalten worden sind, der Ansicht Ausdrua'gegebcn worden, daß Dr. Böhme als konservativer K'andidat für die nächstenReichs- tagswahlen aufgestellt werden solle. Der Hanptvorstand des konservativen Vereins für den R e r'ch s t a gs w a hl k r e i s Marburg-Kirchhain-Frankenbe rg hat sich infolgedessen veranlaßt gesehen, zu dieser Frage Stellung zu nehmen und hat beschlossen, sich die Ausstellung eines eigenen konservativen Kandidaten zu gegebenem Zeitpunkte vomnbebalten. lF. Ztg.^ Bekanntmachung. Betr.: Ebel-Stiftung. Anmeldungen zum Bezüge der aus der Ebel-Stiftung für 1905 an arme Kinder zu verabfolgenden Kleidungsstücke sind bis Älltn 30. Juni l. Is. bei dem Armenamt, Neuen Bäue 25, Zimmer Nr. 2, vorzubringen. Gießen, ben 3. Juni 1905. B6/e Die Armen-Deptltatwn der Stadt Gießen. Enrf cbmann. Ei» Juwel ist ein zartes, reines Gesicht, rosiges, jugendfrisches Aussehen, weiße, santmetweiche Haut und blendend schöner Teint. Alles dies wird erreicht durch: Steckenpserd-Mitnmilch-Seife v. Bergmann & Co., Radebeul mit Schutzmarke: Steckenpferd. ä St. 50 Pf. bei: Cx% jP. I. MöbS. Aug. NoU. Elegante Kleidung für wenig Geld erzielt man durch Gebrauch der so beliebten Blank’s Schnitte. Auskunft in rBlank’s Modenalbum“ (70 8.1, nur 1 31., bei 2475 Bob. Haas Nacht. Bekanntmachung. Samstag, den 10. Juni 1905, vormittags 11 Uhr wird (m Bürgermeistereigebäude die Grasnutznng von den Schneisen und Waldwegen des Gießener Stadtwaldes öffentlich meistbietend versteigert. Bti/e Gießen, den 5. Juni 1905. 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Cu rsch ni ann.___________________ Drei Tage uerlangcrn uü> einer v^nuOJurm kaijex* folgend, den Artillerre-Schießübungen berwohneu. Aalesund, 5. Juni. Zu der Hochzeit de§ Deutschen Kronprinzen sandte die Stadtverwaltung von Äalesund etn prachtvolles Blum en arr an gern en t, welches das Wappen der Stadt dar stellt. Paris, 6. Juni. Das Gerücht, wonach der deutsche Kaiser aus Anlaß ^c-5 jüngsten Attentats sich darauf beschränkt habe, den Koni g> Alfons allein zu firner Errettung zu beglückwünschen, wird von zuständiger Seite als nur ich t t g bezeichnet. Durban, 6. Juni. Bis wtzt land man 440 Tote von derUeberschwemmungs-Katastrophe. Zahlreiche Per> [ölten werden noch vermißt. Die Nachforschungen werden eifrig fortgesetzt. Verdingung. Für den Neubau des Amtsgerichts- und GefängnisgebäudeS in Frouhaufin an der Lahn sollen auf Grund der allgemeinen Vertragsbedingungen für die Ausführung von Staatsbauten vom 17. Januar 1900 nachstehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich . Preisliste gratis und Iranko. x A «J. Jendrosch CbfiTtotfftnhars’ft. No 209 VI Zement. VII Sandwerksteine. ___ allgemeinen und besonderen Bedingungen nebst den Zeichnungen liegen auf dem Baubureau in Fronhansen während, der Geschästsstunden zur Einsicht aus, von wo auch die VerdingungS- anschläge und die technischen Vorschriften gegen postfreie Erstattung der Abschreibeqebühr — nicht in Briefmarken — von 2.75 Mk. für Los I, je 0,35 Mk. für Los II, V und VI, je 0,55 Mk. für Los UI und IV und 0,65 Mk. für Los VII bezogen werden können. Versiegelte und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis spätestens Freitag, den 16. Juni d. I., an das Baubureau in Fronhaufen postfrei einzureichen. Die Eröffnung der rechtzeitig eingegangenen Angebote findet; bezeichneten Tage von vormittags 10 Uhr an in Gegenwart etwa erschienenen Bewerber statt. Die Zuschlagsfrist betragt 4 Wochen. Marburg, den 29. Mai 1905. Der Königliche Kreis-Bauinspektor Geißler. Gerichtsvollzieher. Ansprüche an den Nachlaß der am 28. April 1905 in Gießen, Schanzenstraße 4, verstorbenen Frau Hermann Schwan Wwe., Wilhelmine geb. Iburg, sind bis zum 15. Juni 1905 bei dem Unterzeichneten anzumelden. [3031 Gießen, den 5. Juni 1905. Raab, Rechtsanwalt. "Jzhausei! AiWnehnle WillngPtte. 8ut biiwrl. Aufenthalt. MW Preise. 3027 A. EKnppel Ww. Bahnhof Geiß-Nidda 10 9)1 in. von Bad Salzhausen. 12 321 8 313 st angesichts der Koalition der Arbeitnehmer, und es wird eine Folge der schweren Ausstandszeit fein, daß sich die Lokalverbände noch mehr als bisher kräftigen und ausbauen werden, um im Falle der Not mit noch größerer Einigkeit und noch gesteigertem Solidaritätsgesühl den Kampf für die eigene Sache führen zu können. ** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Am heutigen ersten Ziehungstage der 1. Klasse der 6. Lotterie fielen 10 000 Mk. auf Nr. 55258 (nach Ruhla), 5000 Mk. auf Nr. 88217, je 1000 Mk. auf Nr. 47891 77097 82840. (Ohne Gewähr.) ** Ein böser Stu deuten st reich. Am Abend des 6. Mai l. Is. wurden im Walde auf der Straße nach Lieh diesseits des Forsthaufis Hochwart vier Baumstä m m e quer üb1 er der Fahrstraße liegend gefunden und zwar erst daun, als ein Frankfurter Herr mit seinem Automobil darauf fuhr. Als Wunder ist es zu bezeichnen, daß nicht das Fahrzeug sich überstürzte und seine Insassen zermalmte. Dle Ruhe und Sicherheit des Lenkers des Automobils war es, welche ein Unglück verhütete, denn nachdem das Fahrzeug zwei Bäume überfahren hatte ohne Schaden zu nehmen, brachte es der Lenker, trotz der abschüssigen Fahrstrecke, zum Stehen. Er sorgte auch für Beseitigung her Bäume durch den Forstwart und verhütete so weitere Unfälle. Die eifrigen Nachforschungen der hlestgeu Kriminalpolizei waren von Erfolg. Es gelang, den Täter in der Person eines Studenten zu ermitteln und seine Bestrafung zu veranlassen. Ei nett so bodenlos gemeinen Streich sollte man einem Studenten kaum zutrauen. Es muß doch, wenn er nicht sinnlos betrunken oder einen Hühnerverstand hatte, sich der möglichen Folgen eines solchen „Spaßes" bewußt gewesen ** Den Acht Uhr-Ladenschluß haben bisher folgende Branchen eingeführt: für Bekleidung, Manufaktur- v. Güterkaufgeldern 460.79 4. Reservefonds 22 216.07 5. Spezialreserve 5 444.10 6. Zu verteilender Gewinn . . . 2 209.84 7. Gewinnvortrag auf neue Rechnung 900.— 898031.74 betrug Ende 1903 309 heztMsnt Jliyal“ s Morgen, Mittwoch abend Garten-Konzert auögeführt von der Regimentskapelle. Anfang 8 Uhr. 8048 Eintritt 25 Pfg. Hotel Schütz! Mittwoch, den 7. Juni Militär-Konzert der hiesigen Regiments-Kapelle wozu ergebend einladet Philipp Reitzel. AmMphell-GeseSsW Gabel^erßN, Aktzeit. Am Donnerstag, den 15. Juni d. Js., abends SVt Uhr eröffnen wir in unserem Unterrichtslokal (Frank-- strrterhof — 1. Stock —) einen Anfang erkür srrs in der fiabelsberger’schen Stenographie. 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