Nr. 54 Zweites Matt. 155. Jahrgang Eichener Anzeiger Erscheint tLglich mit Ausnahme deS Sonntag». Die „Stehen« FamUienblStter- werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der „Qtßldp tonöiPttr erjchetM monatlich einmal. Samstag 4. März 1905 Rotationsdruck und Verlag der Brühllchen UnwersitätLdruckerei. 8t Lange, Gießen. Redaktion, Expedition a. Druckerei: Schulstr.A. Tel. Nr. 6L Telegr^Adr. i Anzeiger Gießen, General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen. 'Die heutige Wummer umfaßt 18 Seiten. Strafvollzug. Ein interessanter Beleidigungsprozeß begann E Donnerstag vor der 4. Strafämrmer des Landgerichts I Berlin. Anfang 1904 erschienen im „Vorwärts" und in der „Z e i t a nv M o n t a g" eine Reihe timt Artikeln, in denen die hygienischen Zustätäe der Zellen und Arbeits- räume, der Arrestzellen, der Verpflegung und des Trinkwassers in »dier Strafanstalt Plötzensee einer abfälligen Kritik unterzogen wurden. Ganz besonders wurde die Tätigkeit der beiden 'An st al ts är zt e, des Geh: Ober-Medizinälrats Dr. Bär und des Medizrnalrats Tr. Pfleger als gewissenlos und brutal geschildert. Es wird diesen beiden Aerzten ungenügende Pflichterfüllung, wissentliche bezw. schuldhafte Duldung der Internierung von Geisteskranken, Anordnung bezw. Zulassung von Disziplinarstrafen gegen Geisteskranke, sowie gegen sonstige kranke und schwächliche Gefangene, mange lhafteFür sorge für körperlich Leidende, Verschulden von Todesfällen usw. vorgeworfen. Medizinalrat Dr. Pfleger, so heißt es, der die Zulässigkeit der Disziplinarverfahren zu begutachten habe, erklärte dieselben fast ausnahmslos mit dem schriftlichen Vermerk „Unbedenklich" für zulässig. Aus diesem Anlaß werde Dr. Pfleger von den Gefangenen nur „Doktor unbedenklich" genannt. Ferner heißt es in den Artikeln: „Geisteskranke und Epileptiker werden im Gefängnis gehalten, in den Keller geworfen, von Aufsehern und Kalfaktoren geschlagen, mit Schlüsselbund, Besenstiel, Wasserspritze und dergleichen mißhandelt. Die geringe Belegung des Lazaretts erkläre sich aus der dort herrschen- den Hungerkur, die viele Kranke aus dem Lazarett vertreibe; bei einer genauen Untersuchung würde mindestens ein Drittel der Gefangenen krank befunden werden usw." Aus Anlaß dieser und ähnlicher Arttkel haben die Direktoren, Aerzte und sonstige Beamte des Strafgefängnisses Plötzensee, bezw. deren vorgesetzte Behörde gegen, die Redakteure Koliski und Büttner, welche die Artikel im „Vorwärts" verantwortlich gezeichnet haben, sowie gegen den Redakteur der „Zeit am Montag Schneidt und den Journalisten Ahrens Strafantrag wegen Beleidigung gestellt. Ahrens, ein ehemaliger Gefangener, wurde in Plötzensee in der Kanzlei beschäftigt, dadurch sollen ihm die Personalakten vieler Gefangenen zugänglich gewesen sein Auf Grund von Llbschriften aus oenselben soll A. an die angeklagten Redakteure das Material für die zur Anklage stehenden Artikel geliefert haben. Koliski, Büttner, Schneidt und Ahrens haben sich daher wegen Beleidigung bezw. Behauptung nicht erweislich wahrer Tatsachen usw. zu verantworten. Welchen Verlauf und ivelchen Ausgang der Prozeß haben mag, und ob auch der von den Angeklagten an- gettetcne Wahrheitsbeweis für die behaupteten Zustände in mehreren deutschen Gefangen anstalten mißlänge — es muß nachdrücklich daran festgehalten werden, daß in der Rechtspflege die Neugestaltung des Strafvollzugs allen anderen Abänderungen vorangehen sollte. In bezug auf die Reform des Strafgesetzes und der Straf- vrozeßordnung scheiden sich immer noch die Auffassungen der Sachverständigen. Dem Strafvollzug gegenüber herrscht aber in den Kreisen der Juristen, der Rechtsanwälte wie der Staatsanwälte und der Richter Uebereinstimmung, daß die jetzige Art des Vollzuges den ersten Zweck der Strafe verfehlt: den Bestraften zu bessern und ihn auf den richtigen Weg zurückzubringen. Wir sind nicht der Mein- img, daß eine Anzahl von Verwalturrgsverordnungen, die immer der Auslegung weiten Spielraum lassen, die in den verschiedenen Bundesstaaten verschieden lauten, hier Milde gestatten, dort Strenge zur Mrwendung bringen, klarer und nicht deutungsstibiger gesetzlicher Vorschriften, einheitlich für das ganze Reich) bedarf, und daß bei der Ausarbeitung dieser Bestimmungen entscheidend mitzusprechen haben der Arzt und der Seelenkenner. Der Arzt in erster Linie. Man braucht keineswegs den Standpunkt einzunehmen, daß ein großer Teil der Verbrecher geisteskrank oder nicht ganz zurechnungsfähig ist. Wer es werden notorisch sehr viüe Verurteilte dem Strafvollzug überliefert, die infolge ungenirgender Ernährung, oder von Ausschweifung, oft auch von ihrem Schicksal seelisch und körperlich zerrüttet, nicht imstande sind, das ihcken. aufgetragene Maß von Arbeit zu leisten. Mancher von den Gefangenen erscheint bei oberflächlicher Beobachtung träge und verstockt, der unrettbarem Siechtum verfallen ist; mancher erscheint widerspenstig und gegen die Ordnung sich auflehnend, den bereits eine schwere Gemütskrankheit ergriffen hat. BeKäufig: Disziplinarmittel wie Prügel und Dunkelarrest sollten ganz beseitigt werden. Es geht über die Kraft eines einzigen, nicht so tüchtigen und noch so humanen Arztes an einer großen Gefangenanstalt, bei raschen UntersuH.mgen der Sträflinge ich ein genaues Urteil zu bilden. Die Wärter und Aufseher, )ie durch ständige Beobachtung weit eher dazu in der Lage sind, verfügen in den seltensten Fällen über ein, wenn auch noch so bescheidenes. Wissen, um Kranke als solche zu erkennen. Für sie gibt es in der Regel nur zwei Klassen: Gefangene, die sich gut ausführen, keine Last verursachen und ihr Pensum leisten, und Gefangene, die sich schlecht aufführen und einen Widerwillen gegen die Arbeit haben. Aus die Berichte des Aufsichtspersonals kommt es aber in sehr vielen Fällen an, sie wirken vielfach entscheidend auf Verfügungen, die unter Umständen schweres Unheil anrichten können. Wohl nur wenige Verurteilte verlassen die Gefangenemstalten nach längerer Hast und nach einer einförmigen, die Sinne abstumpfenden Beschäftigung in einem körperliche und geistigen Zustande, daß sie fähig sind, ein neues Lebet: zu beginnen, auch Ivenn sie den redlichsten Willen dazu haben. Soviel Gutes und Wohltätiges die Gesellschaften wirken, die sich des entlassenen Strafgefangenen annehnren, es gelürgt doch nur, einem kleinen TeU der Entlassenen Arbeit zu verschaffen, Md das. sind meistens die Widerstands fähigen und Uwgebrochenen, die vielleicht ans eigener Kraft sich weiterhelfen konnten. Der größere Teil geht elend zu gründe, endet in dunklen Winkeln, in Spitälern, oder er kehrt nach Begehung eines neuen Verbrechens in die Gefängnisse imt> Zuchthäuser zurück. Es ist die Verderbtheit und die Unverbesferlichkeit, der man gern die Schuld zumißt; selten dem unzweckmäßigen, Kraft und Willen brechenden System des Strafvollzuges, das man von Grund auf umgestalten muß, und das noch aus Zeiten herrührt, in denen als das einzige Ziel der Rechtspflege die Sühne galt, nicht die Läuterung und Wieder au frichtung des Gefallenen. Anhand in Sturm und Drang. Drei kaiserliche Erlaße. Der russ. RegierunHsbote veröffentlichte gestern folgende Kundgebung des Zaren: „Der unerforschlichen Vorsehung hat es gefallen, das Vaterland btrrd) schwere Prü sun gen heimMuchen. Ter blutige Krieg im fernen Osten um die Ehre Rußlands und die Herr- scbaft in den Gewässern des stillen Ozeans, so dringend nötig zur Sicherung des friedlichen Gedeihens.nicht nur unseres, sondern auch anderer christlicher Völker auf Jahrhunderte hinaus, hat von dem russischen Volke eine bedeutende Anspannung der Kräfte verlangt und viele unserem Herzen nahestehende teure Opfer gefordert. Während die ruhmvollen. Söhne Rußlands mit aufopfernder Tapferkeit kämpfen und ihr Leben für ihren Glauben, ihren Kaiser und ihr Baterleid einsetzen, brachen in unserem Vaterlande selbst Wirren aus, den Feinden zur Freude, uns zum tiefen Kummer. Von Hochmut verblendet, macken übelgesinnte Führer einer auftührerischen Bewegung freche Anschläge gegen die heilige otthodoxe Kirche und die durch die Gesetze gefestigten Grundpfeiler des russischen Staates, indem sie meinen, wenn sie den natürlichen Zusammenhang mit der Vergangenheit zerreißen, würden sie die bestehende Staatsordnu'ng zerstören und statt dieser eine neue Landesverwaltung auf neuer Grundlage errichten, die aber tatsächlich unseremVaterlande nichtangemessen sein würde. Ter Anschlag ans den Großfürsten Sergius, der vorzeitig inmitten der heiligen Denkmäler des Kremls ums Leben kam, beleidigt tief das Nationalgefühl eines jeden, dem die Ehre des russischen Namens und der Ruhm der Heimat teuer sind. Temütig tragen wir die herniedergesandten Prüfungen und schöpfen ; Kraft und Trost aus dem festen Vettrauen auf die Gnade, die Gott1 stets dem russischen Volk bewiesen hat, und aus der bekannten, uralten Ergebenheit unseres treuen Volkes für den Thron. Mit den Gebeten der heiligen, rechtgläubigen Kirche, unter dem Banner der elbstherrlichen, kaiserlichen Gewalt hat Rußland schon häufig große Kriege und Wirren überstanden, stets mit neuer unbeugsamer Kraft, aus den Nöten und Schwierigkeiten hervvrgehend. Doch die in le^ter Zeit im Innern herrschende Unordnung und das Umfidigreifen der auf Aufruhr und Unruhen geridyteten Gedanken machen es uns zur Pflicht, die RegiLrungsinstitutionen und alle Behörden an ihre Tienst- vflicht und ihren Diensteid zu erinnern und sie aufzufordern zur Wahrung des Gesetzes, der Ordnung und der Sicherheit, ihre Aufmerksamkeit zu verschärfen im festen Bewußtsein ihrer moralischen und dienstlichen Verantwortung gegen Thron und Vatersand, unausgesetzt auf das Volkswohl bedacht, im festen Vertrauen, daß Gott, nachdem er unsere Geduld geprüft, unseren Waffen den Sieg schenken werde, rufen wir die gutgesinnten Leute aller Stände auf, jeder in seinem Beruf und an seinem Platz, sich in einmütiger Mitwirkung uns mit Wort und Tat anzuschließen. KU dem heiligen großen Werke der Ueberwindung des hartnäckigen äußeren Feindes, zur Ausrottung des Aufruhrs im Lande und zum besonnenen Ent- aegenwitken gegen die inneren Wirren. Wir erinnern dabei daran, daß es nur bei ruhiger Stimmung der gesamten Bevölkerung möglich ist, unsere auf Erneuerung des geistigen Lebens des Volkes, auf die Kräftigung seines Wohlstandes und die Vervollkommnung der Staatsordnung gerichteten Llbsichten zu verwirklichen. Mögen alle russischen Untertanen sich fest um den Thron scharen, getreu Rußlands Vergangenheit, die ehrlich und gewissenhaft in Uebereinstimmung mit uns für die Angelegenheiten des Staates besorgt sind! Gott möge der Geistlichkeit wahre Frömmigkeit, den Regierenden Gereckttgkeit und Wahrheit, dem Volke Frieden, den Gefatzen Kraft und dem Glauben Gedeihen geben zur Befestigung der Selbstherrschaft und zum Wohle meiner teuren Untertanen! Niko lau s." Das Manifest macht, abgesehen von dem Inhalt, auch in der Form Tcinert guten! Eindruck. Es sind viele schellende und tadelnde Worte, aber man empfängt nickst den Eindruck der ruhigen und felbstbewußLen Kraft. Befestigung! der Selbstherrschaft, also Abweisung jedes^ Gedankens an> Verfassung, das ist der Höhepunrt der Kundgebung. Wie der „Voss. Ztg." aus Petersburg gemeldet lvrrd, hat das Manifest ernsteste Beunruhigung feWst bei den Gleichgiltigen hervorgerrchen. „Man mutz befürch.ten", so betrrertt die „Voss. Zkg.", „daßa lt leGreueldesTerror bevorstehen". Aehnkiche ^sorgLrisse werden von antp deren Blättern geäußert. Das Gefährlichste ist, worauf die „Tagesztg." aufmerksam macht, das Schwanken zwischen Milde und Strwge, zwischen Entgegenkommen und Versagung. Ein kaiserlicher Erlaß befiehlt ferner, damit es allen Untertanen möglich werde, vom Kaiserunmittelbar gehört zu werden, daß dem unter dem Vorsitz des Kaisers stehenden Mi Nister rate auch die Durchsicht und die Beratttng der von Privatpersonen und Justttuttonen. an die Person des Monarchen gerichteten Meinungsäußerungen un-d Wünsche hinsichtlich' der Vervoll- konrmntmg der Staatsverwalttmg und der Fragen, die sich auf die ÄLfbesserung des Volkswohlstandes beziehen, übertragen werde. Ter Kaiser richtete endlich an den Minister des Innern folgendes Reskript: „Getreu deut aJtrutf’Wn Volksbrwicbe, dem Tbrone in ben Taaen der Freude und der Trauer des Vaterlandes seine Gest hl c auszudröcken, brackL^ mir Adels- unb Semstwv-Versammkmigen, die Kaufmannschaft unb Vauerngemeinden auf allen Seiten Rust wnds der Gebutt des Thronfolgers zahlreiche Glückwünsche mit dem Ausdrucke ihrer Bereitwittigckeit tat, für bk erfolgreiche Beendigung dos Krieges ihr Vermögen zu opfern und mir alle ihre Kräfte zrt leihen zur Vertx4lkommnung ber Ordnung im (Staate. In meinem unb Ihrer Majestät Namen beauftrag ich Sie, unseren herzlicheit Tank zu übermitteln für den Ausdruck der lopalon Gesthle, welche in der jetzigen schweren Zeit umso cBfceuItdieT irraren, als die ausgesprochene Bereitschaft, meinem Rufe an der erfolgreichen Verwirklichung der von mir angekündigtcn Reformen rnitzwvirken, zu folgen, völlig meinem Herzenswünsche entfimdjt. Mem Wunsch besteht bann, in enteinfamer Argbeit der Regierung und reifer Kräfte ber Gesell-- schäft, die Verwirklichung meiner auf das Bolkswohl gerichteten Ab-i sichten zu erreichet. Tie Arbeit meiner gehonten Vorfahren! fortfetzend, die russischen Lande ungoschmälett zu erhalten, habe ich beschlossen, von nun ab mit Hilfe Gottes würdigste, das Vettrauen des Volkes genießende, von der Bevölkerung gewählte Männer zur TeiluaHme cmderAusarbeitung und Beratung der legislativen Entwürfe heran-! z u z i e h e n. In Erwägung der besonderen Verhältnisse des. Vater-, fandes, der Mannigfaltigkeit feiner Volksstämme und der in einigen feiner Teile schwachen Entwicklung des Bürgertums habeu russische Herrscher in ihrer Weisheit dem Lande Reformen je, nach den geprüften Bedürfnissen aber nur in folgerichtiger Orb-1 nung geschenkt. Dabei haben sie auch die Kvnttnuität des feste«! historischen, an die Vergangenheit anknüpfenden Bandes beobachtet, welches das UnterPfMtd für Dauerhaftigkeit und Festigkeit in der Zukunft bildet. Indem ich gegenwärtig diese Reform unternehme, bin ich überzeugt, daß tne Kenntnis der öffentlichen Bedürstisse, die Lebenserfahrung und das besonnene und aufrichtige Wort der gewählten Männer die Fruchtbarkeit der gesetzgeberischen Arbeiten sichert zum wahren Nutzen dos Volkes, und ich sehe gleichzeitig voraus die ganze Kompliziertheit und Schwierigkeit der Verwirklichung der Reform! unter unbedingter Wahrung der Unerschütterlich- keit der Grundgesetze des Reiches. Ich habe daher, da ich J^re langjährige administrative Erfahrung kenne unb Ihre, ruhige Sicherheit schätze, für gut befunden, unter Jhremt Vorsitze eine besondere Konferenz zur Berattmg der Wege! für die Verwirklichung dieses meines Willens einzusetzen. Got segne mein gutes Beginnen! Möge Gott Ihnen helfen, dasselbe zum Wohle des mir von Gott antiertrauten Volkes erfolgreich^ durchzuführen! — Nikolau s." Die Arbeiterwahlen. Petersburg, 3. März. W. V.) Die auf heute an* gesetzte allgemeine Versammffimg der Wähler aller Al>- beitergruppen ist nicht zustande gekommen, weil an den, Versammlungsorten eine Kundmachung des Senators Schid-^ lowski ausgehängt war, in welcher die ihm vorgelegteu^ Forderungen als seine Vollmachten überschrei-, tend bezeichnet werdet:. Tie Unverletzlichkeit der Personj der Arbeiterdeputierten würde jedoch garantiert werden^ soweit ihre Aeußerungen in der Kommission in Betracht: kommen. Tie Deputterten, die an der Kommission teil*, nehmen, sollen nicht nur zur Befragung ihrer Meinmpgj hinzugezogen werden. Betreffend die Bedürfnisse der Aa> beiter der Kleinindustrie werde er Maßnahmen treffens damit sie ebenfalls in der Kotnmission beraten werdens Sodann schlägt Schidlowski den Arbeitern vor, daß fiej sich in die hierfür besttmmten Lokale zur Wahl der Depu* Herten für seine Kommission begeben. Die Arbeiter beschlossen, gruppenweise die Antwort Schidlowskis zu beraten. Tie Arbeiter der vierten Gruppe, der zahlreichsten^ erklärten, daß sie wegen des Fehlens der Sicherheit in| den Bedingungen für die an der Schidlowski-Kommission- teilnehmenden Arbeitervertreter nichtzurWahl schreitrnr und den allgemeinen Arbeiterausstand prokla-, mieren würden. Die zweite Gruppe, die der Papiersabrst kation und der Druckere-ien, beschloß mit 45 gegen fünf: Stimmen, nicht zu den Wahlen zu schreiten. Die Wahlen, der Arbeiter bet. Gruppe der Holzmanufaktur und des gonbaues, die in der Zahl von 22 cm Stelle von 37 bet* sammelt waren, fanden nicht statt, da die Abgeordneten der anderen Gruppen' sie von ihren Beschlüssen in KemrtniSj setzten. Tie Wahlen der in einer Zahl von drei Mann ev- schienenen Arbeiter ber Gruppe der tierischen Produkte! fanden nicht statt, ebenso nicht die der Gruppen der @i>. zeugung von Sprengstoffen und von chemischen Produkten.! Sechzehn Wähler der Arbeiter aus der Gruppe der Spinne»- reien wählten vier Abgeordnete in die Schidlowski-Kornft Mission. Reue Verhaftungen. Warschau, 3. März. Heute wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen, unter anderen die Redakteurv mehrerer Zeitungen. Die Revolittionare. Au§ revolutionären Kreisen Rußlands liegt hier btfr» Meldung vor, daß die Führer des Aufstandes über eine Anzahl auserlesener Bomben schien derer verfügens Alle geheimen Waffcnlager seien intakt. Man sei auf dem, besten Wege, Petersburg vollkommen zu isolieren, da das! Bahn- und Telegraphen-Personal für den AuSftand ge-< wonnen sei. Die Führer seien in genauester Kenntnis besj öffentlichen Nerteidigungsplanes von Petersburg und hätten! darnach ihre Vorbereitungen getroffen. In die Aemter unbj Kasernen wurden aufrührerische Bücher :md Schriften ge-j schmuggelt, darunter einige mit parodistischen Refrain bet] Kaiserhymne: Gott begrabe den Zaren! Gorki. London, 3. März. Der „Daily Chronicle" veröffent-' licht eine Unterredung mit Gorki, welcher sagte, daß seine Gesundheit nicht allzu sehr unter der Gefangenschaft gelitten hätte. Er wnrde im Gefängnis gut behandekt, obwohl die LeibeZuntersnchnngen, welchen er ausgesetzt war, etwas lästig unb beleidigend waren. Während der Nacht »vurde er gezwungen, seine Leibwäsche den Gefangenenwättern abzngeben, weil man befürchtete, er könnte sie benutzen^ um einen Selbstmord zn verüben. Der Untersuchungsrichter beschuldigte ihn, eine geheime revolutionäre Verbindung gegründet zu haben und Dokumente zu besitzen, in welchen die nissische Regierung anqegriffen oder verhöhnt wird. Darnnter rechnet der'Ulttersuchnngsrichter die Manuskripte einiger neuer T h e a t c r st ü ck e , welche Gorki geschrieben bat. Per Krieg. Ter siegreiche Vormarsch der Japaner. Sack'etun, 3. März. (PeterSb. Tel.-Aq.) Aus der rechten! Flanke fahren die Japaner fort energisch vor-urücken,. auf dem linken Hnnlwufer bestehen die Unfrfaen einen hartnäckigen Kampf. 4 japanische Divisionen, die unfern rechten Flügel am Lia ho umgingen, erreichten heute S e w i n p ii, gegen 18 Kilometer westlich von Mu8>en wo ihnen entgegengefandle Truppen ihren weiteren Vormarsch hielten. Die Angriffe anf beide Flügel fortfefccnb, gingen ine Javaner nacktS zu einem Vormarsch gegen daS Zentrum libcr und griffen morgens um 4 Uhr die Stellungen östlich von Erdagou an. wurden aber z n r ü ck g e f cbl a g e n. Tas starke Feuer aus den Belagerungsgeschützen dauert an. vorzugsweise gegen den Mttilowhügel. Unter der Deckung des Artlllcriefeuers und dem Schutze des Nebels begann heute morgen um 7 Uhr «um die japanische Infanterie den Pu tilow Hügel an zu greifen. Ter Angriff wurde zurückgeschlagen. Ein zweiter AngriN erfolgte am Mittag auch erfolglos. I a p a n i scbe r f e t t s und die Verlustegroß. Da die Beschießung deS VutilowhügelS fort* gesetzt wird, wird ein neuer Angriff erwartet., Dre Tniptzen anS Port Arthirr von der Armee deS General Nogi kämmen mit. atn dem linken Flügel dauert der hartnäckige Kampf fort. Sie östliche Llbteilrrng schlug einen äußerst heftigen gegen Kudjasa ab. Ter Vormarsch gegen die Mteilinrg bei ^sinch^itschen und gegen den Gut ul in paß wurde auch Heu^snrtgesent. Beiderseits sind die Verluste groß, ^tfcfribenbe Resultate sind nicU erzielt worden. Auf dem ren/ten Flügel setzten die Japaner den Vormarsch längs de? Hunho und langS deS Liahoho fort, wobei sie auf Witx'rstand stoßend in em besonders heftiges Gefeck>t südlich von der Ortschaft ^5>autamff verwickelt wurden. In Sinminting erschien japanische Kavallerie. Petersburg. 3. März: Von General ftur ova t k m sind zwei Telegramme eingegangen. T-as eine, vom 1. Marz datiert, meldet: Tie Japaner greifen unsere Stellung bei Ubenevusa nm unsere Abteilung behält ihre Stellung Von der Stellung bei Ku di azo liegen keine Berichte vor. Am Tu sm Holm-Paß war der Kamps bis abends im Ganye: Heute nahmen w i r die Os s e n. five wieder auf Am Kutulin-Pasie nahmen totr die Schanzengräben wieder Eine japanische Batterie beschoß un? mit Schrapnells vom System Schimose, wurde aber durch unsere Batterie zum SclMeigen gebracht. In der Richtung aus K'audolinsan beschoß der Feind unsere Stellungen mit Artillerie. Tas Gesch-Ütz- feuer dauert aus der ganzen Front der zweiten und dritten Armee fort. Gegen abend machte sich japanische Offensive in den Tälern des Hunho und Lianbo nach Norden bemerkbar. — Tas andere Telegramm vom 2. Marz meldet: Unsere Abteilung bei Ubenevusa behauptete nach dem Kampfe ihre Stellung. T-er Eh cf des G e n e r a l ft a b e s N o j e i k o i ft gefallen. Tie rechte Flanke der Abteilung Bet Kudiaza wurde angegriffen, die Japaner wurden mit großen Verlusten zurückgeschlagen und eine Kompagnie aufgerieben. In der Nähe des Torfes Tomaguchan wurde eine die ganze Ebene beherrschende An- höbe endgiltig v on u n s e r e n T ru p p en genommen. Tor Kutuling-Patz wird seit dem Morgen von den Japanern angegriffen. Gegenüber unseren Stellunggen bei Kaudolisan trieb eine Abteilung Sie Japaner aus einer Fabrik, die von ihnen besetzt war, mit dem Bajonett zurück. Auch die rechte Flanke der Japaner ist zurückgeschlagen worden. Gegen 7 Uhr morgens rückten die Japaner gegen den P u t i l o w h ü g e l vor. General Putilow meldet, daß der erste Angriff abgewiesen wurde. Unsere gestrigen Verluste sind unbedeutend. Tie Offensive am Liahoho dauert fort. Es sind Maßnahmen gegen eine Umgehung getroffen worden. London, 3. März. (Reuter.) Ter Reuterfche Korrespondenl 6ei der Armee des E^enerals Oku meldet aus Fushan vom 2. dS.: Tie Japaner haben die Schanzgräben bei Apatai nach verzweifeltem Dawnettkampse gegen eine Uebe rmacht genommen. Tie Verluste der Armee O k u s an diesem Tage betragen 2000 Mann, die der Russen sind größer. Tie Beschießung dauert längs der Eisenbahn an. Es herrscht heftiger Schnee sturm. London, 3. März. Ter „Daily Telegraph" meldet aus Tokio, daß die Japaner die Insel Sachalin besetzt haben. London, 3. März. England beansprucht für die Opfer des Zwischenfalles an der Dogger-Bank in einer der russiscki-en Regierung überreichten Note einen Schadenersatz von 65 000 Pfund Sterling. Tokio, 4. Marz. (Reuter.) Tas Bombardement der Japaner auf die Hauptstellung der Russen wird fortgesetzt, wobei sich die ersteren schwerer Geschütze bedienen. Viele russische Stellungen sind so stark verschanzt und geschützt, daß es notwendig ist, Velageruugmethoden wie im Fcftungskrieg an- zuwcnden, um dieselben einzunehmen. Aus dem Hauptquartier wird folgendes gemeldet: Ter Feind scheint sich gegen unsere Streitkräfte nach Hsigching Schritt für Schritt zu h e r st ä r k e n. Untere Streitmacht bei Pensihu eroberte die feindlichen Stellungen auf den östlichen Anh'hen bei ftntnfin und Cbangkon, welckn zwei Meilen östlich von Tungko und Oshan, liegen. In der Richtung nach dem Sckaho machten die Russen in der Front einen kleinen nächtlichen Angriff, der abgeschlagen wurde. _ Auf dem rechten Ufer deS Hunho machte der Feind einen heftigen Gegenangriff auf Ehenchiapao und das westlich angrenzende Gebiet bis zum Hunho, wurde aber vollständig zurückgeworfen. Wir riet trieben den Feind von^Ehangtan und Hsufangtai. London, 3. Marz. Rußland annullierte große Bestellungen von Waffen und Munition , die die Regierung in Belgien aufgegeben hatte; von dort sind in den letzten Monaten große Mengen Kriegsbedarf nach Rußland versandt worden. Unlitifdir Tagesschau. Was wird in Südwestafrika? R. Berlin, 3. März. Der Reichstag gewärtigt täglich die Vorlegung des neuen Nachtragsetats für Südwestafrika, von dem es bereits heißt, daß er über fünfzig Millionen fordern werde, nicht eingerechnet die vom Kolonialdirektor signalisierte, den Farmern zugedachte weitere Entschä di gungs summe. Die Regierung täte gut, sich einmal der Volksvertretung gegenüber zu äußern, welche Kriegsoperationen in Südwestafrika noch beabsichtigt sind, und was es im besonderen mit der Meldung auf sich hat, General v. Trotha werde vorübergehend nach Deutschland zurückkehren, um in unmittelbarer Fühlung mit den zuständigen Stellen den Ovambo-Feldzug vorzubereiten. Von sachverständiger Seite wird jetzt in der „Disch Kol.-Ztg." darauf hingewiesen, daß Deutschland die Ovambofrage nur im Einverständnis mit Portugal lösen könne, da gegen die sich bereits vereinigenden Eingeborenenstamme von beiden Seiten der Grenze vor- gegangen werden müße, was voraussichtlich einen Duich- marsch deutscher Truppen durch portugiesisches Gebiet erforderlich mache. Die 5k ost en für solchen Feldzug würden sich wohl gleichfalls in die Millionen belaufen, sodaß Südwestafrika nicht nur vom Reichstag ständig in Betracht gezogen werden müßte, sondern auch vom Reichsschatzsekretär bei der Bemessung der großen „Fmanzrcform". Die Franenkunst und die Wissenschaft vor dem preußischen Abgcordnetenhause. Berlin, 3. März. Beim Titel „Akademie der Kunste in Berlin" fragt «Iftra. Münfterberg ffr. Vg.) wie es mit der Zulassung von ".•* Ein Regier- daß Direktor v. Werner Frauen zum Studium auf der Akademie stehe. ftTigSfommiffar weist darauf hin, daß Dir...... ... ....... sich 'lediglich «nf die bestehenden Bestimmungen gestützt habe. Für die Tarnen bestehe in Berlin eine private Gelegenheit, um sich in her Malerei ausznbilden. 2lbg. Henning (f.) wendet sich acaen die Zulassung von Frauen zur Akademie der Künste. Es npße deute schon viele Schriftstellerinnen und Künstlerinnen, die nickL» Bedeutendes leisten, wozu solle man da noch die Zahl der Mettanfinnen vermehren. Ni-bt zu vergessen fei, daß den Damen, die Künstlerinnen werden wollen, äuch sittliche Gefahren drohen. Auf eine Anfrage des Abg Wallenborn (Ztr.) erwidert ein Regiemngskommissar, daß die deutsche Musik einen Weltruf habe, und man daher auck Ausländer zum Besuch der Hochschule für Musik nach Möglichkeit zulassen müs'e. ?lbg. Miln- 'terberg (fr. $g.) bestreitet, daß die künstlerische Tätigkeit der Frauen minderwertig ist. Er möchte die Regierung dringend bitten, die Zulassmm der Frauen an der Berliner Akademie wohlwollend zu erwägen. Ter Titel wird bewilligt, ebenso der Rest des Ordmariums. Beim Titel „Vorbereitung eines Erweiterungsbaues für das M u s e u m für Völkerkunde in Berlin^ empfiehlt Abg. Tr. Hauptmann (Ztr.) statt des Erweiterungsbaues lieber einen Neubau in Tahlem vorzunebmen. Minister Tr. Studt betont, daß für das Musnnn für Völkerkunde eine mög* liehst günstige Lage in der Stadt notwendig sei. Ter Titel wird bewilligt. Beim Titel „Außerordmtlickn Erweiterungen für Die Sammlungen des Kaiser Friedrich-Museums in Berlin" pricht Abg. Tr. v. Dirks en (ff.) seine Freude über die Er- ticUnng dieses Museums aus und wendet sich gegen abfällige Be- spreck/ungen in einem Teile der Presse, die in leicht erkennbarer Micht geschrieben seien. Ter Titel wird bewilligt, ebenso der Rest des CxtraordinariumS. . ES folgt das Kapitel „Technisches UnternchtS- wese n". . , ,r, Mg. Felisch (k.) bedmiert die lleberfüllung der technischen Hock^ckmlen mit russischen Studenten, die vielfach ihre revolutionäre und an^rchistisck>e Okfinnung zu verbreiten bestrwt eien. Ausländische Studenten sollte man nur zu erhöhten bühren, und nur so weit zulassen, als sie dieselbe Vorbildiuig haben wie unsere Studenten, und Platze frei seien. Redner befürwortet dann, daß nur derjenige sich Architekt und Ingenieur nennen durfte, der ein vollständiges Studium absolviert und die entspreck^enden Examina abgelegt habe. Weiter betont er die Notwendigkeit der Revision der Lelwpläne der ttchnischen Hoch- '(fyujen, namentlich soweit das Veranschlagsweseii in Frage komme. Ein Regierungskommissar erwidert, in diesem Wintersemester seien auf sämtlichen technischen Hochschulen 2522 Ausländer vorhanden. Tas Ordinarium wird nach weiterer unwesentlicher Schatte erledigt, ebenso der Rest des Ertraordinariums. Es folgt das Kapitel Medizinalwesen. Abg. Görck (nf.) tritt für eine Neuordnung des Hebammenwesens ein. Abg. Nosenow (fr. Vp.) erklärt, ein Erlaß des Ministeriums habe unter den Aerzten große Veunrubigung hervorgerufen, in dem diese Aerzte um Auskunft darüber ersucht wurden, wo sie ihre Kenntnisse erweitert haben. Es habe sich die Befürchtung geltend gemacht, daß die Regierung die Absicht habe, einen besonders privileginten Stand zu schaffen. Ein Negierungskommisfar erklärt, daß der Erlaß an die Spezialarzte lediglich einen orientierend-ni Zn^ck habe. Abg. Tr. Marten (nt.) tritt für Besserstellung der Kreisärzte ein. Nach weiteren Ausführungen wird das Kapitel bewilligt. Keer und Zflotte. L o n d o n,. 4. MävA. Oberhaus. Lord Ellen- 5orough macht auf die Erfahren aufmerksam, denen Großbritannien tv-ährend der letzten Stunden des Friedens oder in den ersten Tagen des Krieges ausgesetzt sein könnte, und fragt, ob die 'Admiralität glaube, daß die zurzeit bestehenden Gesetze so beschaffen ivärcn, daß sie es ermöglichen, die Ausstreuung von Nachrichten in einem solchen Zeitpunkt zu verhindern oder alle anderen notmendigen Versicherungsmaßregeln g-egen Angriffe auf Kriegsschiffe und Häfen und gegen eine Invasion zu ergreifen. Sel- b o r n e antwortet, betreffend die allgemeine Frage der Invasion unterschätze Ellenborough die Schwierigkeit, welcher eine Invasion mit 5)ilse einer Flotte begegnen würde. Ter zeitweilige Verlust der Herrschaft zur See für einige Stunden kann den Angreifer nicht in den Stand setzen, genügend Truppen zu landen, sich zu halten und die Militärmacht Englands zu überwältigen. Ich glaube, unsere Macht ist ein hinreichender Schutz für die Jttteressen des Landes. Aber die Frage der Verbreitung von Nachrichten ist schwierig; sie ist ein wichtiges Problem, das das Studium des Landesverteidigungskomitees erfordert; sie ist eine Hauptsache nicht aklein für die Regierung, smidern auchl 'ür das Parlament und die gesamte Presse. Sie ist eine Angelegenheit, in der das Parlament die patriotische Mitarbeit der Presse anrufen muß. Tie jetzige Form des Gesetzes kann keine endgiltige sein. W-emt wir die japanische Admiralität fragen würden, sie würde antworten, sie hätte nie tun können, was sie getan hat, wenn sie nicht die Macht gehabt hätte, die Verbreitung koon Nachrichten zu Verbindern, die auf die Bewegungen der Flotte eingcwirkt hätten. Washington, 3. März. Das Repräsentantenhaus stimmte dem Kommissionsbericht über die Marinevorlage bei und schloß sich auch dem Mänderungsvorschlag des Senats aus Vermehrung der Ljahl der Marinesoldaten an. Die Vorlage ist somit verabschiedet. Ans SlaM und Lw'd. Gießen, den 4. März 1905. •• Das Theater- und Saalbau-Komitee beschloß in seiner gestrigen Sitzung, die Geldsammlungen in energischer Weise weiter zu betreiben, zugleich ober an eh der Stadt Mitteilung von dem Stand der Angelegenheit zu machen. Zum Zwecke einer Besprechung mit Vertretern der städtischen ^Behörde werden die Herren Bücking, Fromme und Winn gewählt. Eine Veröffentlichung der Namen der Spender wird in Kürze erfolgen in alphabetischer Reihenfolge und selbstverständlich ohne Angabe der gezeichneten Beträge. Bis dahin aber hofft man noch aus eine erheblilpe Zunahme der Zahl der Spender, die sich heute schon auf 373 beläuft. Von ihnen machten 321 eine Zeichnung für das ganze Vrojekt (Theater und Saalbau), 17 zeichneten weiterhin für Theater oder Saalbau), 16 für einen Saalbau, während sich 346, sei es ausschließlich ober erst beim Scheitern des ganzen Projektes, für das Theater erklärten. Die für das Theater zur Verfügung gestellte Summe übersteigt die für Theater und Saalbau gezeichnete um 9000 Mk. ♦* Aus dem Bureau des Stadttheaters. Die Direktion bat sich durch verschiedene Umstände, namentlich um Novitäten vorzubereiten, die angekündigt waren, aber wegen der vielen Saisonoeranstaltungen im Theatersaal bisher mcht ftattfinben konnten, veranlaßt gesehen, die auf nächsten Dienstag angesetzte Vorstellung von „Familie n- tag" auf Mittwoch, den 8. d. Mts. zu verlegen. •• Ein öffentlicher Vortrag über Krankheiten a tt§ den Gewohnheiten u n d Mißbräuchen des täglich en Lebens, den der käufmännische Verein und der Drtsgewerbeverem nächsten Montag abend 8 Ubr im (£af& ^eib veranstalten werden, verspracht den Besuehern viel Belehrung und Nutzen. Der Vortrag wird von Dr. I. Mar- cuse aus Mannheim gehalten. •• Ein Dieb. Ein hier beschäftigter Jnstallateu- au§ Betzdorf wurde gestern wegen Diebstahls verhaftet. Er hatte gelegentlich des Montierens von elektnschen Lichtanlagen in Privathäusern unter anderem einen Vrillcmtring im Werte von 100 Mk. gestohlen. Auch fand sich in seinem Besitz ein wertvolles silbernes Etui, das er nach eigenem Geständnis auf gleiche Art in Darmstadt gestohlen hat. "*Der wegen Verdachts des Straßenraubs gestern festgenommene Schneider von Großen-Buseck hat die Tat eingestanden. Voraussichtlich wird seine Aburteilung noch in der jetzigen Schwurgerichtsperiode statt- inben. ' Haussuchung in Wieseck. 9luf die gestrige Notiz teilt man un5 mit, daß bei der Haussuchung bei dem verhafteten Wirte nur Gegenstände gefunden worden seien, die man, abgesehen von den Gewehren, in vielen Bürgerhäusern inben könnte. Die Untersuchung wird ergeben, ob der Wirt chuldig ist. Grün berg, 1. März. In der gestern abend stattgehabten Gemeinderats-Sitzung hielt ft. „Gr. Anz." Ingenieur Heil von der Süddeutschen Gasgesellschaft an der Hand mehrerer Verträge einen längeren Vortrag über die in Laubach zu errichtende Gasanstalt und An. iehluß der umliegenden Orte und Städte an die Zentrale. Nach Anhörung der ^lusführungen deS Redners gelangte man zu der Ansicht, daß unserer Stadt wohl ein günstigeres Anerbieten zur Erlangung einer guten Beleuchtung, ohne ein Risiko dabei zu übernehmen, so bald nicht wieder gemacht werden dürfte, als dies augenblicklich von der Süddeutschen Gasgesell'chaft durch Anschluß an die Zentrale Laubach geschehen sei. 9lücrbmg§ wurde von mehreren Gemeinderäten recht bedauert, daß nicht Grünberg zur Errichtung einer Gasanstalt berücksichtigt worden ist. Während ein Gemeinderat betonte, es müsse unbedingt ein besseres Licht geschaffen werden, denn auch die Bürgersehast würde dazu drängen, behaupteten zwei andere Gemeinderäte das Gegenteil, jedoch mit dem Hinzufügen, daß die Beleuchtungsfrage für die Dauer nicht von der Hand zu weisen, aber reiffiche Erwägung am Platze sei. Nach Schluß der interessanten Diskussion, in deren Verlauf Ingenieur Heil über verschiedene Punkte Aufklärung gab, wurde einem Anträge zugestimmt, nach ivelchem erst noch andere Vorträge über die z. Zt. als vorteilhaft geltenden Beleuchtungsmethoden gehört werden sollen, ehe zur definitiven Beschlußfassung in dieser für unsere Stadt so wichtigen Angelegenheit geschritten wird. + Friedberg, 3. März. Die höhere Töchter- 'chule, die beim Beginn des neuen Schuljahres eröffnet wird, soll vorläusig fünf Klaffen erhalten. Nach dem Voranschlag sind für Besoldungen 11 210 Mk vorgesehen, wozu der Staat 3550 Mk. beitragt. Laut Beschluß der Stadtverordneten werden 5 Prozent Freistellen für unbemittelte Schülerinnen eingerichtet. § Alsfeld, 2. März. Die Renovierungsarbeiten der alten Walpurgis kirche sollen im Laufe dieses IahreS begonnen werden. Vorläufig wird das Dach einer Erneuerung unterzogen. Die innere Wiederherstellung des Gotteshauses erfolgt spätestens 1908. Der Kirchenbauverein verfügt jetzt über ein Kapital von rund 5700 Mk. -— Die Frauen und Jungfrauen des Kreises Alsfeld beabsichtigen, dem Großherzogkichen Paare zum Hochzeitsgeschenk Vorhänge, Tischdecken und Portieren zu überreichen. fc. Gernsheim, 3. März. Im Rhein wurde die Leiche eines 20 jährigen jungen M a nneS und die eines ea. 16 jährigen Mädchen? geländet. Sie waren mit einem Seil um die Hüften zusammengebunden und stark venvest. Die Personalien der beiden sind noch nicht festgestellt. Man fand nur eine Fahrkarte ^Kirchheimbolanden-Jlbers- heim^. ^Kleine Mitteilungen au § H e sse n und den N a cb b a r ft a a t c n. Der Armenfonds in Friedberg kauste für 27 000 Alk. vom Beigeordneten Hieroninuls den ehemalig Müllerfcben Garten mit Hintergebäuden. Bereits Ende Janliar ging das Haus des Herrn Jbl neben der katholischen Kirche Mr 33 000 Mk. in den Besitz des Hern-n Ehr. Neuß über. — Im Provinzialarresthaus in Mainz erhängte sich der Nrivatier Lind- roth von Hechtsheim. Wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit war er verhaftet. — Dieser Tage wurde die ea. 2500 Morgen umfassende Feld- und Waldjagd der Gemeinde Kirchgöns für 1000 Mk. an Tr. Eooper-Frankfurt verpachtet. Der seitherige Preis war 665 Mk. Dcrinifcbten* • Ei n Grubenunglück. Wie die „Schles. 3tg.* au5 Ludgierzowitz meldet, sind auf dem Oskar-Schacht der Hultschiner Steinkohlengruben bei Petrzkowitz (Kreis Ratibor) durch Gruben brand fünfzehn Mann abgeschnitten worden. Der Grubenbrand ist durch einen Pfeilerbruch entstanden. Die abgeschnittenen 15 Mann sind zweifellos alle durch giftige Gase getötet. Die Rettungsarbeiten sind durch die Brandgase erschwert. " Arlon, 3. März. Ein deutscher Miliiärballon, worin sich drei Luftschiffer befanden, darunter ein preußischer Offizier, ist gestern in der Nähe von St. Marie les Etalle, 20 Kilometer westlich von Arlon, niedergegangen. Einer dep Passagiere hatte bedeutende Hatitabschürfungen erlitten, er konnte aber doch mit seinen Kollegen den Eilzug nach Köln besteigen. Wie nachträglich berichtet wird, ist der Ballon in Mainz aufgestiegen und es befanden sich zur Zeit der Abfahrt vier Personen darin. Der Ballon ist, da er auf dem Dache eines Hauses landete, völlig zerstört worden. * Paris, 3. März. Gestern abend wurde die mehr als 70 Jahre alte Haußbesitzeein und Rentnerin Bardon ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Sie war an Händen und Füßen gefesselt und hatte einen Knebel tief im Munde stecken, an dem sie erstickt zu sein scheint. Die alte Dame lebte trotz ihres Reichtums ohne Dienstboten und besorgte ihren Haushalt allein. Die Mörder scheinen eine geringe Beute gemacht zu haben. * E i n Fall von S u b l i m a t v e r g i s t u n g , der eint, hing? Wüner Tame betrifft, beschäftigt pie Aerzte und die Ju- Nach einem B-ricktt der „N. Fr. Pr." kam die jungt* Frau, an schweren Veitzstnmung-en litt und häufig von Sclbsunord sprach, auf folgende Weise in den Besitz von -elm Sublimat- einer Dosis, die genügt, um mehrere erwacUene Menschen zu töten. Sie schrieb in daS Rezept ihres Arztes, das ordnuugs- möfcig geiaßt und mit Narncn und Zeit versehen war, übet dem Namen des Arztes: „Rp. Z.lm Suplimatpastillen." Sie fügte also dem Medikament, das der Arzt verordnet hatte, eine große Tvsis des Giftes, das zu Tesinsektionszwecken verschrieben iuiri>,, ftta Obwohl diese Verschreibung unrichtig verfaßt toar, Wrn WimÄ statt Sublimat aetorieben Itanfc folgte der Ap°th-kn das Medikament, das der ?krzt verordnet hatte, und dee SubllmM- pastiNen, welche die SeMmordkandldattN lnnzugefstgt bat e an- Rnni>5lD§ aus Tie Fron nahm alle Pastillen imb starb unter furchtbaren Qualen. Der Vorfall durfte neuerdings zu einer Verschärfuna der Vorsichtsmaßregeln über den Verkauf von Zn E der die Sublimalpastillen aus- Afolgt hat^ teilt zu seiner Entschuldigung mit, daß diese PasUllen oft verschrieben inib rni^W Votr^ Daß mtf dem Nervte Suplimat" statt Sublimat zu lesen toar, fiel dem Apotheker bei" d"r undeutlicnm Schrift des gcm^n Nezeptes nicht besonders auf Es hätte auch, wenn die Empfängerin des Giftes SMstmard^beabsichttgte, nichts genützt, lv^n das Flaschen mtt Sublimat den ordnungsmäßigen^Vermerk getragrn hatte „Zu Länden des Arztes", da das Fläschchen auch in diesem Falle nickt dem Arzte sondern der Bestellerin oder itzem Drenstmadchm cher Gelder freiwillig der Staatsanwaltschaft gestellt. Tie Unter- schlagunaen belaufen sich aui^tpia 19OOO ^?k. » Wochenbericht der Kuxenabteilung des Bankhauses H. S. Oppenheimer jr., Hannover. Hannover, 2. März 1905. Auf dem Kali-Kuxenmarkte zog die ftlr einzelne Mittelwerte stark eingetretene Kauflust den gesamten übrigen Markt mit sich Von ersteren sind zunächst Bürbach hervorzuheben, die bis 12000 Mk. 'mit einem von 1500 Mk gegen die Vorwoche) anzogen. Des ferneren erzielten Justus I. 9250 Mk., Karl^^urck 9950 Mk„ JohamtcshaN 7250 M., §o6en$ottmt 8900 M Für schvere Werte machte sick bet Dobensels mrt 12.300 G. und Glückauf-Sondershausen mit 16 bOO Mk. G. vielfach Nachfrage bemerkbar. In leickten Papieren gestalteten sich die Umsätze mißerordentlick umfangreich Zu nennen sind hier Scht es et- kante 1925 Mk. G., Sigmundshall-Akt. 2300 Mk .bezw 3000 Mk. G., in Immenrode, Hattor, und Gunrersball ist trotz der gestiegenen Preise von 1400 Mk., 1100 Mk. uno 2400 Mk. nur wenig Material im Markte. Hansa-Silberberg und msbesondere Deutschland in Anschluß an die Festigkeit von Ronnenberg-M., welch letztere in kurzer Zeit imt dem Schachtbaufertig werden, außerordentlich stark begehrt. Der Kurs stellt sich für Ronnenberg- Akt. auf 1675 Mk., für Deutschland auf 1000 fflWL Der Kohlen-Kuxenmarkt liegt ruhig.. Gestakst werden Graf Schwerin bei 9100 Mk., Auguste Vrktona bei 8850 Mk. und Broussia bei 2275 Mk. Sonst sind.wesentliche Veränderungen auch in her abgelaufenen Woche auf diesem Gebiete nicht zu verzeichnen. Zu den russischen Anleiheaebühren. Tte ru^ schen Anleihegerüchte haben sich so verdichtet, daß man letzt schon von offiziellen Unterhandlungen sprechen kann. Diese .Auffassung hat die Börse zu der ihrigen gemacht und die Folge ist, daß die russischen Wertpapiere schärfere Ruckgmige zeigem Es gmgen zurück: Russische Obligationen von 1880 bis 37 90, die Eisen- bahuanleihe bis 88.50, die Rcmte von 1894 bis 89, die von 1902 bis 88.30, die Goldanlerhe von 1894 H „80.20 mtb bte 1905er Russen bis 95.60. Turm das „W. T. B. wurde gestern gemeldet, daß infolge der in Sicht stehenden Anleihe bte Tendenz an der Pariser Börse sich gebessert habe; da?' ist nun red^nfalls -ehr zu bezweifeln. Die Freundschaft Frankreichs mit Rußland hat ihm bereits Geld genug gekostet und es ist nicht gut. anzunehmen, daß bei den 2 Milliarden russischen Renten^ bte in Frankreich lecken, eine neue russische Anleihe vom französischen Kapitalistenpublikum besonders gut ausgenommen wird. D a s r h ein is ch -we st f ä lis che K o h ke nshn dr k at hat laut Eintragung in das Handelsregister zu Essen das Grundkapital um H/2 Mill. Mck. auf 2,4 Mll. Mk. erhöbt. Es sandte große Mengen tieft aufbereitete Kohlensorten nach Emden, nm die Konkurrenz an der Nordseeküste gegen englische Koblen wieder energisch oustimebmeu. Kirnst nnh Wissenschaft. Rom, 3. März. Geruch tweise verlautet, der Schrift- ft e II e r Gabriele d'Annnzio werde stch demnächst von seiner Gematüin, geb. Herzogin von Gallefe, scheiden lassen. d'Amtunzio batte im vorigen Jahre Beziehungen zu einer Margmfe, weshalb ein Prozeß gegen ihn angestrengt werden sollte, welcher jedoch noch beigelegt wurde. Es heißt nunmehr, daß er sich nach der Scheidung nickt mit der Marguise, sondern mit einer Dame der Mailänder Aristokratie verheiraten werde, welche sowohl wegen ihrer Schönheit und ihres großen Vermögens als auch ihres sport- licken Interestes Bewunderung erregt. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinde. Samstag, den 4. März 1905. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 5. März 1905. Quinquagesima. Vormittags von 6 */, Uhr an: Gelegenheit zur Heu. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Meße, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. um 8 Uhr: Die zweite heilige Meße. „ um 9 V, Uhr: Hockamt mit Predigt. Nachmittags um 5'/, Uhr: Christenlehre- darauf Andacht. Am Aschermittwoch wird nach der hl. Messe um 7 Uhr die geweihte Asche ausgeteilt. Mittwoch abend um 7 Ubr nt Fastenandackt. Kriefkalten der Redaktion. Nr. 984. Es heißt „ein Amt bekleide n^, nicht „begleiten'. Der Ausdruck kommt von der mit vielen Aemtern verbundenen Amtstracht her. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 5. März 1905: Meist trüb, milder, ohne nennenswerte Niederschläge. Näßeres durch die Gießener Wetterkarte. ilrurlk Meldtuuien. Hamburg, 4. März. Hier wird gemeldet, daß wettere vier Dampfer der Hamburjg-'Amerika-Ltnts an Rußland verkauft worden sind. Damit würden fetzt 15 Dampfer der russischen Floate im hiesigen Hafen liegen. Ms erster Dampfer soll die „Belgravia" in See gehen. o „ Kopenhagen, 4. März. Es' verlautet, daß pei große deutsche Kriegsschiffe bei der Insel Laesoe gestrandet seien. Dänische Rettungsdampser arbeiten mit allen Kräften daran, sie wieder flott zu machen. Vourpaytrs tztVrattcyaTr Turgamj, i. tsutr große Feuersbrunst brach um Mitternacht auf den neuen, dem Beladen der Kohlenschiffe dienenden Quais aus. Die Quais, deren Wert auf nahezu 200 000 Lstr. geschätzt wird, sind vollkommen Zerstört, ebenso eine große Menge Maschinen neuesten Typs, die zum Befrachten uni>, Löschen dienten. Die Flammen bemächtigten sich außerdem eines großen hölzernen Schuppens; eine Unmengtf Holz ist verbrannt. 50 Eisenbahnwagen sind zerstört. Der Dampfer „Johmmesburg^" wurde durch das Feuer starck mitgenommen. Der Brand wütete noch heute morgen. Dochf gelang es, weiteres Umsichgreiftn zu verhüten. Paris, 4. März. Im Odeon-Theater hatte Emile. Fabres Schauspiel: ,.Vergeudete SBcute", das in# starken Farben den Zusammenbnul; einer großen Kolonial-, grünbung und die Finanzwelt schildert, einen großen Erfolg. Eattano, 4. März. Hier fand ein Zusammenstoß zwischen österreichischen Finanzwachtmännern- und einigen bewaffneten Montenegrinern statt. Ein Montenegriner und ein Wachtmann wurden getötet, zwei Finanzwachtmeister schwer verletzt. Von österreichischer wie von montenegrinischer Seite wurde eine Untersuchung eingeleitet. Petersburg, 4. März. Gerüchtweise verlautet, daß die Avantgarde der Russen sowie die russische Infanterie Mukden bereits verlassen habe, um sich nach Eh ar b in zuruckzuziehen. Petersburgs. März. Maxim Gorki wird wegen Ausarbeitung eines aufrührerischen Programms unter Anklage gestellt werden' und wahrscheinlich zu 2 bis 3 Jahren Festungshaft verurteilt werden. Petersburg, 4. März. Sofort nach Bekanntwerden des letzten kaiserlichen Manifestes herrschte inj der Hauptstadt ein unbeschreiblicher Enthusiasmus. Den Zeitungsverkäufern wurden die Blätter form* lich aus der Hand gerissen und allgemeiner Jubel empfing die frohe Botschaft. Neber das Zustandekommen des Manifestes verlautet, daß der Zar den Minister des Innern in aller Eile in den Palast berufen ließ und ihm das kaiserliche Reikript vorgelesen babe. Telephonischer Kursbericht. F nnktnrt a. 31., 4. März. 3V|% Reiohsanleihe . . 102.50 Jp/n do. . . . 91.20 3*/,% Konsole . 102.40 8 Ein Nasiehund, Collie, zu verkaufen. 101283s Tiekenweg 18. gÄ” Der heuügen Ausgabe liegt ein Prospekt über „Sauatogeir" der Firma Bauer & Cie., Sanatogen-Werke. «erlitt SW. 48, Fnedrichstr. 231, bei. der Jodlerkönigin mit ihren U Sängern und Tänzern. 2* «hlttichtm Besuch ladet ergebest ein Die Direktion. — SchrödeL Wegzugshalber billig abzugebeu: eleg. Dameniahrrad, Büffelt mit wech. Aiarmorplatte, GlaSfchrank, Sopha, 6 Stühle, Eichen-Tische, Spargaskocher, neu, Petrol-Lüster, Klavierstuhl, Eckfchrank i.Umfonn. passend, Bilder und vieles andere. 01318 Ludwigstr. 6, I. AWötlkeil ß-ilmts) Z werden angefertigt von 15 Mk. au, sowie alte von 4 Mk. an auf- gearbeitet Ederftraße 14, UI. Achtung! Fastnacht.Dienstag, nachmittags 5 Nhr, im Restaurant Kobel: 01308 Großes karnevaltst. Bierkonzert. Schoat d?r ka/ Hoar! Zum Kreppelbacken WmMW-WiisIieiibiill. 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Oluf die gestrige Slotiz im A. *** in der mein Dlann der Wilddieberei verdächtigt wird, erwidere ich, daß man ihn deshalb verhaftet hat, weil man alten Draht, Heuseile usw. hier im Hause gefunden hat. In einem Landbause, in welchem jahrelang Metzgerei und Wirtschaft betrieben wird, sind diese Dmge nötig, man karm sie in jede»n Landhause finden. Betreffs der Butt'sßtt GesliWmiil. Sonntag de« 5. März: ämiflraüpifi And im Poftkeüer. Anfang 8 Nhr^ yV3 Der Narren-Ausschutz. Ein fast -u ver- neues -yUljPyuul kaufen. 01266 Moltkestr. 4. Vegetaline per Pfd. 00 Pfg. Adolf LeHord AU. Ecke Klink- u. Frankfurter str. Telefon 337. Zur Aufklärung teilen wir auf verschiedene Anfragen hierdurch mit, daß die Prämiengutfcheine bei unserer Pflanzenbutter „Vegetaline" unbeschränkte Gültigkeit Haven! G. m. b. H. 01313 Hamburg-Billwärder. Zu dem am 7. und 8. März hier stattfindenden Biehmartt em- psehle ich den Herren Handelsleuten aus nicht ixceuWxn Staate« meine in nächster Nähe des Marktplatzes gelegenen geräumigen MllMN zur gefl. Benutzung. Bich aus Preußen darf bekanntllch mit hessischem in Ställe« nicht zusammen stehen, auf dem Marktplatz aber darf dies sein. Gießen, den 4. März 1905. E«leg* Das Kommando. Dienstag 7. Marz, abends 806 Ilhr, im CafS Ebel temlijufätr FWilieksheil^ %Mlmn empfiehlt sich hier und auswärts. Zu ertrag. Liudengaffe 18, 1 Treppe. |01< ______Der Vorstand. Neue BUrtaM Hochfeine MatjeS-Hjriiige __ . . empfiehlt a1/, ChnstianWallenfels 17 Marktplatz 17 Telephon 262. Gegründet 1886. MtchMg Mus gut gebaut, mit oder ohne Laden zu kaufen gejucht. Offerten mü genauer Preisangabe unter 01026 an die Expedition d. Bl. llanc; l1/»—21/» Stock mit 1AUUD Garten (ä3—4Zimm.) schöner Lage, zu kaufen gesucht. Offerten unter 9lr. 01229 an die Exped. d. Bl. N. B. 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März 1905 [ ' ' in der Turnhalle - Kroßes — ; §arnevalistischrs Konzert _ E reichhaltigem humoristischen Programm. e. ®e^" Anfang «achmittags 4 Uhr. "VW »»«tritt: Herren 30 Psg. Damen 20 Pfg. -----Der Vorstand. £ Gießener Mherlüub (WohlLätigleitSverein). Sonntag den 5. März 1605: Maskenkränzchen ®iet,cner' Schanzenstraße. $d6erin21 ‘ 2filnUlen dauert bis 5 Uhr Montags. >--------—-------------- Der Vorstand. „Stadt BKar’bur^“. »knMaa den 7. März (Fastnacht), von nachmittags 5 Uhr ab Grosse Jaust, i 'Hrtriti frei. - «ter 10 Pfg. _ Masken haben Zutritt, Couplet-Verein „Humor". o « u t a g den 5. März 1905 aut deB* SeUershähe: "MG Humoristisches Konzert 8^* Auftreten von Komikern! Neu!MehrereErlebnisseeinesBäuerleinsinGwken Neu’ Eintritt frei: Anfang 4 Uhr! Der 1 NB. Für Volksbelustigung, bestehend in Karussell, Hhvodrom üuden, Photographien u. dgl, ift gesorgt, on' Restauration „Alte Post". Sonntag den 5. März 1905, von nachm. 4 Uhr an Große Uappensitzung bei Konzert. W” Reichhaltiges Programm. Zum Schluß werden sämtliche Narren und Obernarren feenhaft beleuchtet werden 01315 W. Schneider. RiegfeSpffad-Olub. Fastnachts-Dienstag den 7. ds. Mts., von abends 6 Uhr ab Grosse Kappensitzuno mit Tanzvergnügen auf der „Schönen Aussicht. fcdWanil fliess«-Ealir Wohlthätiffkeitsvcrein. Fastnachts-Dienstag, abends 8 Uhr, im Cafee Leib $ Grotzer Aufrichtig! Jg. Ptädchen, 21 Z., 250000./# B., wtrtsch.erz.,w.Heir.nr. ed. Herrn. Vernu n.erf., d.gut.Ehar. Bed. Off.u.„Kssorm"chorlio8.l4 jsl"/, Äenihaköiilkk Soshimil § auf den Namen „Pascha" hörend, entlaufen. Wiederbrtnger Belohnung. Vor Ankauf wird gewarnt. Friedrich Lhucker, Schisfenberg. Gestern Abend 7.54 Uhr aus der Fahrt vom Bahnhof nach Grünbergerstraße hat der betr. Omnibus-Kutscher fei« Porte- mouaie mit Inhalt verloren. Der ehrliche Finder wird gebeten, dasselbe auf der Polizei oder dem Omnibus - Depot, Marburgerstraße Nr. 66, abzu° geben.________________ 91288 WMWWWW Sonntag, den 5. März lappen-Sitzung verbunden mit Tanzmusik. 2^ Eintritt frei. Eberhard Glitschen. WiWÜiMMM WliktWallgökttiji. BüflerN T. V. Montag deu o. d. Mts., abeudö S Uhr: GchAt-Krolir. Vollzähliges und pünktliches Erfchemen unbednrgt not wendig. _________Kaste«. Wäi mer fo säht. Sonntag den 5. Wärz, aöends 8 Ahr: Kappenfitzung beim Outten-Louis, Chauffeehaus. Auftreten des schwarzen Jakobs und der Salonkomiker Fips u. Faps. Es ladet ergebenft ein 01291 _________Nauchklub „Friedenspfeife", Lügett-gakob. Karnedal-Gefellfchaft Greste« Fastnacht-Dienstag abends: Grosser Maskenball nrfi Prämiierung der vier schönsten Herren- und Damenmasken auf Louys Bierteller, Schauzenstraße, wozu alle Freunde und Gönner der Narretei etNladet Das narrische -^ruisterium . Lerrenkarten (m Vorverkauf auf Lonys Bierkeller 50 Pfg., an der Abendkasse Herrenkanen 60 Pfg., Damenkarten 20 Pfg, (01276 Kappcnsihung mit Tanz am Fastnacht-Tiensrag, dem 7. März im Bertthardtshättser Hof bei Mitglied Hcrjanz. 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