Nr. 131 evHtisi tieü* außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Stetzener Zamilien« Mitt« viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. vertag der Vrühl'schen Univer^Buch-u. Stein- btudettL 0L Langs» Redaktion, ttroebtttoa und Druckerei: Gchvlstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Kernsprechanschluß Nr 51. Erstes Blatt. 155. Jahrgang Dienstag 6. Juni 1905 GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ve-agiPreiAr monalltch75 Vf., DiedeU jährlich Mk. 8.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch die Post Mk.2.—viettel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme vau Anzeigen iit bte Tr äSrmtnttt 'S vormittag- J ’ clM« 3cfreimret8: ai,4wärtS Ä- Oz. Verantwortlich phr den voltt. und cUjevi» Dell- P. Wittro: für r©tabt und fianb* und -GerichtssaalE: August Goetz; für den Anzeigenteil- HanS Becd pie heutige Wummer umfaßt 8 Seiten. /.■■■■■ -LESL. ____ ' ■■■! —— ■ Zur Hessischen WaHlrechtsvorlage Letzt uns aus Oberhessen eine längere Zuschrift zu, der wir im wesentlichen glauben Raum geben zu sollen: „Der Kampf soll um das Budgetrecht der Er st en Kammer entbrennen. Für alle Gesetze kulturellen Inhalts — Bachgesetzgebung, Jagd, Schule, Landeskirche, Verwaltungsgesetze re. — soll alles beim alten bleiben. Der ganze Effekt der Aenderung ist der: die Finanzen Hessens sind unter seinem besten Finanzmini st er die schlechte st en Deutschlands geworden; kommt das direkte Wahlrecht, so werden die finanziellen Anforderungen wahrscheinlich noch größer werden als bisher, und wohl nur hiergegen soll der Vorschlag der Ersten Kammer eine gewisse Schutzwand errichten. Ich bin überzeugt, daß gerade die liberalen Kreise, die mehr wie alle anderen unsere Staatssteuern zahlen, während die Unterstützungen des Staates in überwältigendem Bruchteil dem illiberalen Bauern st and zugute kommen, Grund hätten, zuzugreisen. Ihr Einfluß sinkt in der Zweiten Kammer von Wahlperiode zu Wahlperiode und sie sind auf die Dauer nur noch dazu da, die Steuern und Schulden zu bewilligen, die für agrarische Anlagen (Generalkulturpläne, unrentable Nebenbahnen rc.) gefordert werden. Manche hochachtbaren liberalen Männer vertreten die Ansicht, daß die Annahme des direkten Wahlrechts hier in Hessen der Tod des Liberalismus wäre. Sozialdemokraten, Zentrum und der extreme Flügel unserer Agrarier scheint ihnen die Aussicht für den Landtag der Zukunft. Deshalb wollen in ihrem Herzen viele Liberale das direkte Wahlrecht gar nicht haben — und das geht bis weit in die Abgeordnetenkreise hinein. Se. Kgl. Hoh. der G r o ß h e r z o g ist in der Tat die Trieb ieder in dieser Sache. Sind die Liberalen wirklich sicher, daß die Standesherren nicht im letzten Augenblick umfallen und bewilligen, was zwei Drittel der Zweiten Kammer von Herzen gern abgelehnt sähen? Ich meine, daß Gelehrten- und Beamtenstand zu */io» Kauf- mannstand zu 2/8 diese Ansicht teilen dürsten (von Rheinhessen abgesehen, das ich nicht kenne) und daß sich die Landwirte, solange keine Steuererhöhung eintritt oder tüchtig gehetzt wird, samt und sonders um derartige Fragen absolut nicht kümmern. Das Gleiche dürfte, mindestens an den kleineren Orten, gelten für das Handwerk." Es scheint uns angebracht, im Anschluß daran eine .^reßäußerung der Hess. Zentrumspartei wiederzugeben, die wir als Zuschrift aus Mainz in der „Köln. Volksztg." finden: Den Herren von der Ersten Kammer ist also bis zur Stunde nichts davon bekannt, daß das hessische Volk das direkte Landtagswahlrecht verlangt! Seit zwanzig Jahren haben sämtliche Parteien des Großherzogtums einschließlich der nationalliberalen das direkte Wahlrecht auf ihr Programm geschrieben. Auf allen Parteitagen und in Hunderten von Volksversammlungen ist dieses Verlangen gestellt und wiederholt von der hessischen Volksvertretung ein dahingehender, Beschluß gefaßt worden. Mit allen gegen vier Stimmen hat die Zweite Kammer sich dafür entschieden. Die Regierung unterbreitet zum zweiten male auf direkte Veranlassung des Lau d esfürsten unter ausdrücklichem Hinweis auf den Willen des Volkes dem Landtag eine entsprechende Vorlage — und die hessischen Magnaten begreifen noch immer nicht, daß die Bevölkerung diese Reform verlangt. . . . Zu verwundern ist nicht, daß die hessische Presse ohne Unterschied der Partei einen solchen Vorschlag für nicht erörterungsfahrg erklärt und vielfach meint: die Erste Kammer stelle diese Bedingung bloß, um das ihr so verhaßte direkte Wahlsystem unter den Tisch fallen zu lassen. An eine Zustimmung der Zweiten Kammer zu einer Vermehrung der Rechte des anderen Hauses ist nicht zu denken. Von Interesse ist es, daß der Präsident der Ersten Kammer, Graf Görtz und der Berichterstatter des Ausschußes und Schwager des Großherzogs, Fürst zu S o l ms - H o h en s o l m s - Lr ch, mit einigen anderen Mitgliedern den Antrag nicht unter- schrieben haben; aber die Mehrheit des Hauses tritt für ihn ein und wird ivohl auch bei den Plenarberatungen ihm treu bleiben. Auf einen der wesentlichsten Punkte, nämlich die von der Zweiten Kammer beschloßene Neueinteilung der Wahlkreise, gegen die bekanntlich das Leiborgan des Herrn v. Heyl einen Entrüstungsrummel in Rheinhessen in Szene gesetzt hat, ist der Ausschuß mit keinem Worte in seinem Berichte em- gegangen, er hat'dieselbe kurzerhand abgelehnt. . . . Die bevorsteh e n d e n L a n d t a g s w a h l e n werden zweifellos den hessischen Standesherren darüber Klarheit verschaffen, daß ihr Vorgehen die Ziele jener näher rückt, welche in der Abschaffung der Privilegien des Adels eine ihrer ersten Aufgaben erblicken und denen man durch solche Beschlüsse und Forderungen nur Wasser auf ihre Mühleri liefert. Der König von Spanien auf Reisen. Paris, 5. Juni. König Alfons lud gestern im Lauft einer Unterhaltung den Präsidenten Loubet em, nach Svanien zu kommen. Loubet nahm dre Einladung an. Man glaubt, daß sich der Präsident ®nt>e Oktober nach Madrid begeben wirb. Der König beauftragte den Marme- Minister Momson vor seiner Wreise nach England, dem Präsidcuten für die ihm in Frankreichs bereitete mivergetz- lrcke Aufnahme seinen Dank zu übermitteln. Die Yacht Ktorch an? Wert", aus de? sich bet. König einschiffte, wird auf der Fahrt nach, England von einem französischen Torpedoboot begleitet. , . Portsmouth, 5. Juni. Dre königliche Jacht „Viktoria and Albert" mit dem König Alfons an Bord ist heute Mittag hier eingetroffen und durch königlichen Sa^rt begrüßt worden. Der Prinz, von Wales begab sich an Bord und wurde am Fallreep von dem Könige empfangen König Alfons dankte auf die Ansprache des Bürgermeisters von Portsmouth für den Empfang, der ihm mt diesen S^stuchen Gestaden zuteil geworden sei. Er sei zum Besuche des Kvnigs Eduard gekommen, um so die Bande zwischen England und Spanien zu kräftigen, die um so fester und aufrichtiger wären, weil sie auf der Lrebe zum Frieden, sowie auf den Bestrebungen zur Hebung der Kultur und des Handels beruhten. Er werde niemals vergessen, fuhr der König «ort, die wundervolle Machtentsaltimc- der englischen Marine, von der er eben Zeuge gewesen wäre,, London, 5. Juni. König Alfons ist heute nachmittag 4x/2 Uhr hier ein-getroffen. König Eduard war zum Empfange auf dem Bahnhofe erschienen. Nach herzlicher Begrüßung besichtigten die Könige die Ehrenkompagnie und fuhren nach dem Buckingham-Palaste. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung waren außerordentliche Vorsichtsmaßregeln getroffen. London, 5. JUni. Die dem König von Spanien von der Regierungspresse gewidmeten Begrüßungsartikel bemühen sich, ein inniges Einvernehmen zwischen England, Frankreich und Spanien gegenübe r Deutschland in der Marokkofrage festzustellen. UolitMe TlweMau. Des Kaisers Ordenskollege. Mit Behagen wird in der Zentrumspresse festgestellt, daß die Nachrichten, Graf Ballestrem, Radziwill, Hoens- broech, Freiherr von Hertling seien Ordenskollegen des Deutschen Kaisers im Orden vom heiligen Grab, auf Irrtum oder Verwechslung mit dem Maltheser- Ritter-Orden oder einem päpstlichen Di: bett*, wie dem Gre- gorius, beruhen. Tatsache sei, daß der Deutsche Kaiser und Graf Hompesch, der Vorsitzende der Reichstagsfraktion des Zentrums, die beiden einzigen weltlichen Großkreuz- Ritter des Ordens vom heiligen Grab seien. Der Patriarch von Jerusalem, der diese Mönchßdekoration vergibt, hat re dem Grafen Hompesch wie dem verstorbenen Zentrumsführer Windthorst im heißesten Kulturkampf verliehen. Die Erlaubnis zum Tragen wurde ihm damals versagt, und es entbehrt daher keineswegs der politischen Pikanterie, daß die Kleriker, „die edeln Herren der Kirche", wie sie der Kaiser nennt, ihn jetzt zur Annahme dieser damals in Preußen verpönten Dekoration bewogen haben, die ihn zum ausschließlichen Ordenskollegen des Vorsitzenden der Zentrumsfraktion im Reichstag macht. Eine „kritische Wendung". Der Pariser Korrespondent des „Berl. Dagebl." hat aus sicherer Quelle erfahren, daß in den letzten Tagen die Spannung zwischen Deutschland und Frankreich sich sehr verschärft hatte und eine kritische Wendung zu nehmen drohte. Die Stimmung .sand, so fährt der Pariser Herr fort ihren Ausdrmck auch in dem Ausbleiben einer kaiserlichen Depesche fti!r den Präsidenten der Republik aus Anlaß des Attentats, während der Kaiser an den König von Spanien telegraphierte. Erfreulicherweise lagen Anzeichen vor, daß die Krisis, die teilweise einen persönlichen Charakter hat, in kürzester Zeit eine gütliche Lösung finden wird. Das ist jedenfalls wieder einmal eine höchst müßige Erfindung, eine törichte Folgerung daraus, daß von einem Kaisertelegramm an Loubet nichts bekannt geworden ist. Es versteht sich im übrigen wohl von selbst, oaß während der Anwesenheit der mit besonderer Liebenswürdigkeit behandelten französischen Gäste zur Hochzeit des Kronprinzen in Berlin hüben wie drüben jede unfreundliche Auseinandersetzung vermieden wird. Das Thema „Marokko" hat Zeit bis nach den Festtagen. Ueberdies liegt gegenwärtig kein Anlaß vor, diese Diskussion mit Eifer fortzuführen. Zur Neuorganisation der Kolonialverwaltung. R. Berlin, 5. Juni. Zu den im Lause des Sommers auszuarbeitenden Vorlagen gehört auch die über Umwandlung der Kolonialabteilung in eine selbständige Reichsbehörde, die schon vor längerer Zeit angekündigt wurde. Da diese Aenderung eine Mehrbelastung des Etats bedingt, werden die Forderungen bis zum August d. I., dem Zeitpunkt der Aufstellung des Reichsetats, fixiert sein. Die finanzielle Wirkung der Neuorganisation soll zwar geringftigtg werden, man dürfte aber gut tun, in dieser Beziehung nicht allzu optimistisch zu denken. Mit der Erweiterung des Verwaltungsrahmens wird wohl auch das koloniale Budget wachsen. Eins folgt aus dem anderen. An die Spitze des Kolonialamts soll fürs erste ein Un t er st aats se kr e- tär gestellt werden. Es handelt sich aber nur um ein Provisorium. Die Schaffung eines Staatssekretariats für die Kolonieen ist eine Frage kurzer Zeit, und man wird dafür sorgen, daß für diesen Staatssekretär und seine Direktoren und Vortragenden Räte entsprechende Arbeitsgelegenheit vorhanden ist. Mit anderen Worten: durch die Neuorganisation der Verwaltung soll der deutschen Kolonialpolitik einZuginsGroße gegeben werden. Kirche und Schule. Der preuß. Ministerialdirektor Dr. Alt ho ff empfing dieser Tage den Geheimrat Dr. Steinbart aus Duisburg und Direktor Dr. Boerner aus Elberfeld, die ihm namens des Vorstandes desAllgemeinendeutschenRealschul- männervereins den Dank für die wirksame Förderung aussprachen, die Alchoff der Frage der Schulreform und insbesondere der Gleichberechtigung der Realanstalten hat zuteil werden lchsen. Es ist, nach der „Voss. Ztg.", zu erwarten, daß infolge der Initiative des preußischen Unterrichtsministeriruns die volle Gleichberechtigung aller höheren Lehranstalten in absehbarer Zeit in ganz Deutschland zur Durchführung gelangt sein wird. Denn Baden wird, sicherem Vernehmen nach, dem Beispiel Preußens bald folgen. Hessen wird sich dann wohl auch dieser Reform nicht länger verschließen können. Kuß'and in Sturm und prang Petersburg, 5. Juni. Der Minister d e s I u u n e r n, Bulygin, und der Stadthalter i.n fernen Osten Alexejew, reichten ihr A b s ch i e d sg e j u ch ein, welches aber nicht ange- nomine n rourbe. Petersburg, 4. Juni. General Trepow wurde zum Gehilfen des Ministers des Innern und zum Ch ef des Gendarmeriekorps ernannt., Trepow bleibt,General- gouverneur von Petersburg. Ein kaiserlicher Ukas setzt die Machtbefugnisse des Gehilfen des Innern folgendermaßen fest: 1) rhm unterstehen fortan alle Angelegenheiten des Polizeidevartemen ts ohne Verbrechen und Vergehen gegen die öffentlrche Scherbett; 2) er entscheidet in allen diesen Angelegenheiten mrt den Kom* petenzen eines Ministers: Angelegenheiten, welche drese Kompetenzen überschreiten, werden von ihm dem Kpiser drrekt unterbreitet: 3) er entscheidet in allen Fragen des ihm unterstehenden öffentlichen Sicherheitsdienstes der Polizei, gibt in jedem Falle, wo ihm dies notwendig erscheint, den Gouverneuren, und den Polizeipräfekten Anweisungen, verfügt über alle den Minister des Innern für Polizeizwecke überwiesenen Kredite,, untersagt Kongresse und Vereinigungen, sobald er ihre Tätigkeit für der öffentlichen Sicherheit und Ordnung schädlich erachtet und schließt bis auf ein Jahr alle Gesellschaften, Vereine, Liguen und Jnstr- tutionen ähnlicher Art im gleichen Falle: 4) er hat die Oberaufsicht über alle wegen Verbrechen und Vergehen gegen die Staatsordnung verhafteten Personen; 5) er kann zu allen von der Entscheidung des Ministergehilfen abhängigen, Fragen sich direkt mit den zuständigen Staatsbehörden in Verbindung setzen. Der Ministergehilfe verbleibt außerdem auf dem Posten des Chefs der Gendarmerie. Kalis ch, 5. Juni. Der Streik der ,S ch u hma chep dauert an. (Heftern sind auch sämtliche Schneider in den Mus-' land getreten. _____ Teber das Gesetz, betr. die Errichtung und Leitung von Technischen Privatunterrichtsanstalten, ist ein weiterer Bericht des 2. Ausschusses der 2. Hess. Kammer erschienen. Bekanntlich wurde der „lex Friedberg" genannte Gesetzentwurf in der Kammersitzung front 8. März d. I. zur nochmaligen Beratung an den Ausschutz zurückverwiesen, mit dem gleichzeitigen Ersuchen an die Regierung, das Material aus den Bundesstaaten dem Ausschuß zur Verfügung zu stellen. Der Ausschußbericht, bet die bezüglichen jgesetzlichen Bestimmungen in Bichern, Preußen und Sachsen aufführt, konstatiert nun, „daß die genannten Bundesstaaten nicht etwa festere und greifbarere Normen aufgerichtet haben, sondern daß der hessische Ge^ setzentwurf dem Privatschulunternehmer noch wesentlich festere und greifbarere Normen zur Seite stellt, die ihn bofr etwaigen lieber griffen der Behörden zu schützen geeignet sein werden." Dem Ausschuß erscheint somit eine wesens liche Abänderung der Negierrmgsvorlage im Sinne der (Sin*1; gäbe des Direktors Schmidt zu Friedberg und der Bürger^' meisteret Friedberg nicht empfehlenswert. Entgegen benp ersten Beschluß, schlägt der Ausschuß vor, als' Berufungsinstanz nicht den Berwaltungsgerichtshof, sondern das! Staatsministerium zu setzen. Ferner soll, entsprechend einem! Anträge Dr. B u f f - M ü l l e r, ein Artikel eingefügt werdens der unter Strafe (bis z-n 300 Mk. und im Unvermögens-; falle Haft) stellt, wenn sich jemand auf Grund eines von einer Technischen Privatunterrichtsanstalt ausgestellten Prüfungszeugnisses als Diplom oder diplomierter Ingenieur bezeichnet, oder einen ähnlichen Titel beilegt, durch den der Glaube erweckt wird, der Inhaber desselben feil ein auf einer Technischen Hochschule vorgebildeter oder geprüfter Ingenieur. (Äwähnenswert sind noch> folgende Ausführungen des von dem Abg. Köhler-Langsdorf efi* statteten Ausschußberichts: „Im Anschluß hieran nimmt der Ausschuß Veranlassung^ dtt> Aufmerksamkeit zu lenken das immer mehr in seinem! Anwachsen fortschreitende Ausländertum auf unseren Hochschulen, und Privatunterrichtsanstalten, das überall im Reich und Land sich geltend macht in Gestatt materieller und besonders moralischer Schädigungen unseres Volkstirms und unserer nationalen Interessen, und das darum zu einer großen Gefahr für unser Volx überhaupt zu werden droht. Der Ausschuß hält es für unbedingt erforderlich, daß die Regrerung nicht allein in Bezug der Hochschulen unseres Landes, sondern auch gcmd besonders in Bezugs der Technischen Privatunterrichtsänstalten, hrnsrchtlich des schäd-^ lichen AuÄändcrwesens die ftrertgfte Aufsicht führe und m jebeo Weise das Bestreben betätige, Ausländer von ungenügender Vorbildung und schlechten Sitten von den Schulen des Landes und der Privaten fernzuhalten und abzuweifen. Insbesondere erachtet es der Ausschuß als erforderlich, daß der unlauteren Reklame, wie solche seither zutage getreten ist und dem lächernchett und zugleich ärgerlichen Korps- und Berlnndungswesen an Tech* nischen Privatunterrichtsanftalten ein Ende gemacht roetbe ES erübrigt hierbei auf Preßerzeugnisse hinzuweisen, die srch in ganz besoÄ>ers scharfer Weise gegen die ber Errichtung der Ge-> werbe - Akademie Friedberg verübte Reklame und das daselbst grassierende Korps- und Verbindungswesen rtchten." Die bezüglichen Schriften werden dann ncmrenmch cntp; geführt; weiter heißt es: „Es kann nicht Aufgabe, weder des Ausschusses noch des Landtags sein, zu entscheiden, ob die vorliegenden AnUagens gegen die Gewerbeakademre Friedberg Berechtigung haben oder rächt. Dagegen wird dies eine Aufgabe der Regierung werden-/ wenn der vorliegende Gesetzentwurf zum Gesetz erhoben sein toirfr. Dabei erachtet es aber der Ausschuß als erforderlich, daß bei Inkrafttreten des Gesetzes die Interessen der bestehenden Technischen Privatunterrichtsanftalteir möglichst geschont und gefördert imb svforn Rektifikationen einzelner unabwerslich werden sollten^ dieselben jedoch in solcher Weise zu veranlassen, daß weder eiy! Schccken für das in Frage kommende Unternehmen, noch bent Ort, wo es seinen Sitz hat, Nachteil daraus entspringt.. Insbesondere auch gilt dies von der Gewerbeakademie zu Friedbergs bereit Fortbestand ebenso im Interesse der Stadt Friedberg liegt, wie es ein allgemeines Interesse ist, daß durch privatliche tech-. irische Mittelschulen die technischen Hockffckmlen entlastet werden. Durch das Gesetz soll bewirkt werden, daß das private technische Unterrichtswesen in geordnete, dem öffentlichen Interesse dienliche Bahnen gelegt werde. Es soll den Anstalten durch das Gesetz zwar eine strengere Kontrolle, aber auch eine wertvolle Stutze dadurch gegeben werden, datz gewissermaßen des Staates Autorität für sie eintritt, wenn bei würdigem Verhalten und anerkannten Leistungen diese Anstalten in Anwendung des Artikels 11 des Gesetzes ein Regierungsvertreter au den Prüfungen teilnimmt und die entsprechenden Zeugnisse mituntcr^ichnet. Alnbcredjt. Nachdr. verboten^ H. F. Gießen, 5. Juni. Die Ermordung des Pfarrers Thöbes m Heldcnbergett vor dem Schwurgericht. fragt der Vorsitzende den haben Sie uns vollständig (Fortsetzung.) Mich Wiede-reröffnung der Sitzung Zfngcflagten Dudde: Nun Angeklagter. : guten Verlauf wünschte. Der vorgeschrittenen Zett wegen mußte die Sitzung unterbrochen werden, um den von Privatdozent Dr. Schmidt im physikalischen Institut vorbei reiteten Experimentalvortrag über „die physikalische Grundlage der drahtlosen Telegraphie" zu hören. Dr. Schmidt hat es in vorzüglicher Weise verstanden, die elektrischen! Schwingungen zu veranschaulichen, wobei die im Freien vorgeführte eleltr. Klingelbatterie ohne Draht ganz, besonderes Interesse hervorrief, sodaß Dr. Schmidt von den aus 140 Personen bestehenden Zuhörern reichen Beifall erntete. Dem Vortrag schloß sich ein Festessen im Neuen Saalbau an, bei welchem u. a. auch die erschienenen Gäste der techn. Vereine aus Wetzlar und Marburg begrüßt wur> den. Nach dem Essen wurden die Verhandlungen des Bezirkstages wieder ausgenommen und von den Nichtdaranbeteiligten der geplante Ausslug nach den: Philosophenlvald angetreten. Unter zahlreicher Beteiligung ist das Fest abends im Neuen Saalbau bis zum Tagesanbruch beendet worden. So nahm die vom besten Wetter begünstigte Veranstaltung einen fröhlichen Verlauf, auf welchen der Technische Verein Gießen mit Zufriedenheit zurückblicken kann. ** Der evangel. Arbeiterverein hatte vorgestern nachmittag eine Führung durch unfern botanischen Garten veranstaltet. Prof. Dr. Hansen geleitete unter Assistenz von Inspektor Rehnelt die zahlreich erschienenen Teilnehmer durch alle Teile des Gartens und durch die Gewächshäuser. Er gab eingehende Erläuterungen und gestaltete dadurch die Besichtigung zu einem seltenen Genuß.' Diejenigen, welche den Garten lange nicht besucht hatten, waren erstaunt über die Umwandlung der letzten Jahre. — Der Garten bildet jetzt eine Haupt-Sehenswürdigkeit unserer Stadt, — Natur- und Pflanzenfreunde kommen, um sich hier Stundenlang zu erfreuen. Wie schön sind die Anlagen für Felsenpflanzen und der Alpengarten mit seinen zahlreichen Blüten. Diese Abteilungen wie auch die Sammlungen von Kakteen und von fleischfressenden Pflanzen sind reichhaltiger als z. B. die im Frankfurter Palmengarten. Große, schöne Palmen und andere tropische Pflanzen stehen teils im Freien,, teils in den Gewächshäusern. Prächtige Farrengruppen im, im Garten und tropische Farren im Urwald des alten Gewächshauses erfreuen den Liebhaber. — Nun ist seit einem Jahr auch der Warmteich mit einer Viktoria Regia zu sehen, welche diesen Nachsommer zum zweiten Mal ihre Blütenpracht entfalten wird. Für den Besuch des Gartens ist kein Abonnement, kein Eintrittsgeld erforderlich. Für jeden Pflanzenfreund ist der Garten täglich bis zum Abend, Sonntags von 9—12 Uhr geöffnet. N Vogelsberger Höhenklub. In Ergänzung deS Berichtes über die Generalversammlung des Vogelsberger Höhenklubs sei noch mitgeteilt, daß der vom Zweigvereiw Taufstein gestellte Antrag, einen jährlichen Beitrag vorp 1 Mark pro Mitglied seitens der Zweigvereine an die Baukasse zur Beschleunigung der Errichtung des geplanten Bismarckturmes abzuführen, nicht angenommen wurde. Die Ausführung dieses schönen Unternehmes ist hier» durch auf weitere unbestimmte Zeit wieder verschoben worden. — Bemerkt sei auch noch, daß ein Zweigverein Gießen nicht besteht, sondern ein Zweigverein Taufstein, der mit dem hiesigen V. C. (Vogesen-Club) verbunden ist. ** Sommerwohnungen. Das von dem hessischen gemeinnützigen Verein zur Vermittlung von Land- und Kuraufenthalten für 1905 aufgestellte Verzeichnis von Sommerwohnungen im Odenwald, Vogelsberg und benachbarten Gebieten (Main- und Neckartal) ist erschienen und wird jedem Interessenten von dem Geschäftsführer des Vereins, Herrn Harth in Darmstadt, Wilhelminenstraße 34, unentgeltlich zugesandt. Das Heft ist 10 Bogen stark und enthält Sommerwohnungen für alle Bedürfnisse mit Preisangabe. Die Orte des Odenwalds und Vogelsbergs sind gesondert und alphabetisch geordnet. Ein Inhaltsverzeichnis gibt Aufschluß über die Badeorte mit Heilquellen, Mineral- und Salzquellen, Luftkurorte mit größeren Hotels und Anlagen, Hühenorte, Orte, die im Wald, oder dicht om Wald liegen, sowie Villen- 'olonien. Eine ausgezeichnete Eisenbahnkarte des in Betracht kommenden Gebietes erleichtert die Bcstimniung des Reisewegs nach den einzelnen Kurorten. Allen Erholungsbedürftigen sei da§ Merkchen bestens empfohlen. -r- Reiskirchen, 4. Juni. In altüblicher Weift r'ierte der Gesangverein „Harmonie" auf dem schönen Kirschberg am Norn den Himmelfahrttag. Der Dirigent deS Vereins hielt eine tiefreligiöse, packende Ansprache. Der Redner hob u. a. hervor, daß der Mensch öfters Erinnerung an das Erhabene bedürfe, und daß diese nirgends so laut und deutlich geschähe, als in der freien Natur, wo jedes Blümchen des Feldes vom Dasein Gottes zeugt, daß darum der Bauer eine der edelsten Beschäftigungen habe. p. Leun, 5. Juni. Das Wohnhaus und eine Scheune des Heinrich Keller sowie eine Scheune und ein Stall des Peter Seibel von hier wurden gestern in später Abendstunde eingeäschert. Auch die Erntevorräte ver^ brannten. Mehrere Feuerwehren waren schnell zur Stelle. Die Entstehungsursache des Feuers ist nicht bekannt. Bad-Nauheim, 4. Juni. Folgende Unter-, Haltungen finden in dieser Woche statt: Mittwoch nachmittags und abends aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Theatervorstellung: „Unter vier Augen." „In Zivil." Dazu Ballet-Einlagen von Frl. Emma Dathe, Frl. Lucie Dertz. Donnerstag nachmittag auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Konzert der Kapelle des Kurhess. Jäger- Bataillons Nr. 11 aus Marburg. Abends im Saale Tanz. Freitag nachmittags und abends aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Strauß-Konzert. Abends Theater- Vorstellung: „Goldfische." SamstagnachnüttagsundabendS auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends im Saale Zauber-Vorstellung des Hofkünstlers Meunier-Sölar auS Frankfurt a. M. Sonntag den 11. und Montag den 12. Juni (1. und 2. Pfingstfeiertag): Konzerte der Kapelle des 5. Großh. Hess. Infanterie-Regiments Nr. 168 auS Offenbach. p Wetzlar, 4. Juni. Im nahen Bon baden er* trank gestern an einer tiefen Stelle des Solmsbaches die Dienstmagd Karoline Watz von dort. Das bemitleidenswerte Mädchen wollte Weiden schneiden und war dabei ausgerutscht. Morgen hätte die 'Arme ihr 20. Lebensjahr vollendet. Wiesbadens. Juni. HerzogErnst von Sachsen- Altenburg bat heute seine Kur in Ems beendigt. Er die Wahrheit^ gesagt? —. Angell.: Jawohl. — Bors.: Wissen Sie, wie dieser Willy mit fernem Familiennamen hieß? — Angell. : Ich wußte nur, daß er mit Vornamen Willy hieß. — Bors.: Wußte er Ihren Namen? — Angell.: Er nannte mich Oskar. — Vors.: Ihren Familiennamen kannte er auch nicht? — Angell.: Nein. — Bors.: Sre wollen dem Willy begegnet fern, als Sie etwa zehn Minuten lang die Hanauer Chaussee entlang gegangen waren? — Angell.: Jawohl. — Vors.: Wie kam es, daß Sic früher gesagt haben: Kaum hatten Sie Frankfurt verlassen, da begegneten Sic dem Willv? — Angell.: Das stimmt doch mit meinen Angaben. — Vors.: Wie erklären Sie es, daß Willy, der Ihnen cntgcgcnkam, sich sofort entschloß, umzukehren? Angell.: Ich fragte ibn, ob er genecht sei, mit mir rn katholische Pfarrhäuser cinzubrcchcn — Vors.: Und da crllärtc sich Willv sofort einverstanden? — Angell.: Jawohl. — Vors.: Machten Sic nun den Vorschlag, nach Heldenbergen zu gehen? — Angell.: Nein, diesen Vorschlag machte Willy. — Vors.: Was war dieser Willy? — Angell.: Das weiß ich nicht. — Vors.: WaS sprach Willy für einen Dialekt? — Angell.: Er sprach deutsch. — Vors.: Des will ich schon glauben, ließ seine Aussprache auf einen Süddeutschen oder auf einen Norddeutschen schließen? — Angell.: Man könnte ihn eher für einen Süddeutschen halten, ich glaube, er war aus der hiesigen Gegend. — Auf ferneres Befrckgen bemerkt der Angeklagte: Er habe auch vor dem Einbruch r bei dem Pfarrer Thöbes in Hcldenbergcn bei einigen Metzgcrmeistcrn angcsprochen. — Vors.: Weshalb taten Sie das, Sie hatten doch noch Geld? — Angell.: Das ist im Metzgerhandwerk so üblich. — Vors.: Sprachen Sic direkt um Unterstützung Wn? — Angell.: Nein, cs ist bei den Metzgern üblich, um Arbeit nachzufragen. Wenn cs keine Arbeit gibt, dann erhält man vom Meister ein Gesenk. — Vors.: Was für ein Geschenk? — Angell.: Entweder Geld oder Wurst. — Bors.: Sie sagten vorhin, Sie hatten die Absicht, sobald der Pfarrer aufwacht, davonznlaufen. — Angell.: Jawohl. — Vors.: sie trugen aber Ihren geladenen sechsläufigen Revolver bei sich. —-Angell.: Jawohl. — Vors.: Sie sagten vorhin, als der Pfarrer ,,Au" schrie, erschraken S.^ derartig, daß Sie nicht sprechen konnten. — Angell.: Ja. — Vors.: Weshalb erschraken Sic? Angell.: Weil ich befürchtete, Willv habe etwas Unrechtes getan. — Vors.: Was meinten Sie damit, glaubten Sic, Willy habe den Pfarrer beschimpft? — Angell.: Nein. — Vors.: Drücken Lie sich einmal ganz deutlich aus, was dachten Sie, was Willy getan hat? — Angell.: Ich war der Meinung, Willy habe den Pfarrer ermordet. — Vors.: Sie haben aber früher gesagt: ich wollte auf den Pfarrer zuspringen, um ihn zurückzudrücken. Willy sagte aber: Vlcib mal, cs ist schon alles vorüber. Danach schienen Sie doch die Absicht gehabt zu haben, sich an der Ermordung des Pfarrers zu beteiligen? — Angell'.: Das wollte ich nicht, der Pfarrer war ja schon tot. — Vors.: Einen Toten braucht man doch nicht zurückdrücken. — Angell, schweigt. — Vors.: Wie kommen Sie über die Aeußcrung hinweg: „Als der Pfarrer ,,Au" geschrieen hatte, drebtt ich mich um und wollte hinzu- sprürgcn, um den Pfarrer zurückzudrücken." — Angell.: Ich weiß — Bors.: Wim es in dem Zimmer des Pfarrers hell? Angell.: Nein, Willy brachte eine Petroleumlampe aus der Küche, Kündete sic an und sagte: Nun bleib hier, es ist doch alles vorüber, jetzt wollen wir Geld suchen. — Der Vorsitzende halt dem Lkngellagten verschiedene Widersprüche vor. Letzterer bemerkt: Er habe sich vielleicht falsch ausgedrückt. — Bors.: Sie haben wiederholt gesagt: Sic wollten, als der Pfarrer „Au" ichrie, auf ihn zuspringen, um ihn zurückzudrücken, veute sagen Sie, Sie seien so erschrocken, daß Sie kaum sprechen konnten. — Angell.: Zunächst war ich allerdings erschrocken. — Sie wollen also sagen: S'e waren nur einen Augenblick erschrocken? — Angell.: Jawohl — Auf ferneres Befragen bemerkt der Angeklagte: Sic haben in dem Pfarrhause in Hclden- bergen einige hundert Marl bares Geld, 1 goldene Uhr mit Kette, 1 silberne Uhr mit Kette und einen Revolver geraubt. — Bors.: Weshalb trennten Sic sich von Willy? — Angell.: Ich hielt das für besser. — Vors.: Sie verabredeten aber, sich mit Willy auf dem Frankfurter Hauptbahnhof zu treffen? — Angell. : Fch wollte wissen, wo dieser Willy wohnt, wie er heißt, damit ich mich an ihn halten kann — Vors.: Ich denke, Willy war nn Handwerksbursche? — Angell.,: Er hatte aber in Frankfurt Beziehungen zu einem Mädchen: ich wollte zum mindesten wissen, wo dies Mädchen wohnt und wie es heißt. — Vors.: Weshalb wollten Sie das wissen? — Angell.: Ich wollte wissen, wenn die Lache herauskommt, an wen ich mich zu halten habe. — Der Angeklagte erzählt danach weiter: Er sei alsdann von Frankfurt nach Köln, von dort nach Kalkar danach nach Norrath gegangen. Dort habe er wiederum einen Einbruchsdiebstahl im katholischen Pfarrhaufe verübt und 200 Mark geraubt. Er sei danach das Rheinland durchwandert und schließlich nach A a ch en gekommen. Tort sei er am 9. Januar 1905 in einer Herberge verhaftet worden. — Vors.: Sie behaupten, Heldenbcrgen nicht gekannt zu haben, nur Willy habe die Gegend gekannt? — Angell.: Ja- 1 wohl. — Es tritt daraus die Mittagspause ein. * Als gegen 3y_> Uhr nachmittags die Sitzung wieder eröffnet wird, ist, trotz einer geradezu afrikanischen Hitze, der Zuhörerraum und die, Galerie Kopf an Kops gefüllt. Ganz besonders zahlreich ist die Damewvelt vertreten. Fortsetzung des Verhörs des Angeklagten Hudde. Vors.: Angeklagter Hudde, in welchem Umfange haben Sie । jtadj Ihrer Verhaftung ein Geständnis abgelegt? — Angekl.: Ich 1 habe alle Diebstähle sofort zugestanden. — Vors.: Sie haben ■ zunächst den Einbruchsdiebstahl in Klein-Schwalbach geleugnet. Weshalb haben Sie das getan? — Angell.: Das weiß ich nicht. — Vors.: Haben Sie nicht gesagt: Sie seien im November in ' Luxemburg gewesen? — Angekl.: Jawohl. — Vors.: Weshalb । haben Sie das getan? — Angekl. Ich hatte die Absicht, bet dem Herrn Oberstaatsanwalt die volle Wahrheit zu sagen. Da der Herr Oberstaatsanwalt mir aber auf, den Köpf zusagte: ich sct 1 der Mörder, habe ich gesagt: ich bin im November in Luxemburg gewesen. — Oberstaatsanwalt: Der Angeklagte hat nach seiner । Verhaftung in Aachen dieselben Angaben wie bet mir gemacht. — ■ Angell.: Das ist richtig, ich hatte aber die Msicht, bet dem ‘ Herrn Oberstaatsanwalt die volle Wahrheit zu sagen. Die Mordwerkzenge und die geraubten Sachen. Vor dem Richtertisch steht eine Kiste. Der Vorsitzende zeigt t dem Angeklagten Hudde eine große Schere, ein großes Brotmesser, ein großes Tranchiermesser, einen Stoßdegen, einen Re- 1 volver, einen Meißel, mehrere Uhren, Ketten usw. Der An- ' geklagte erkennt die Sachen zumeist als dte seinigeu bezw. als i die von ihm geraubten an: den Meißel habe er bet Höchst a. M. i gefunden. Vernehmung des Angeklagten Walter. , Danach wird der Angeklagte, Zuschneider Otto Walter ver- ; kommen. Dieser ist etwas Heiner und viel schwächlicher als Hudde. , Er macht, obwohl er bereits 27 Jahre alt ist und einen blonden , Schnurrbart hat, einen fast knabenhaften' Eindruck. Er bemerkt 1 aus Befragen des Vorsitzenden: Er sei am 11. November 1876 * zu Naugard in Pommern geboren und evangelischer Konfession. Er ■ habe das Schneiderhandwerk erlernt und in mehreren Städten 1 Pommerns, in Berlin, Magdeburg usw. gearbeitet. Er habe sich i einen Meißel gekauft, um ihn vopkommcndcn Falles zu b-nutzen, i — Vors.: In welcher Weise wollten Sie den Meißel benutzen? - Ein Meißel ist doch kein Instrument, das ein, Schneider nötig , hat. — Angell.: Man kann ihn doch vielleicht einmal g-braueben. ( — Bors.: Sie kauften sich auch einen Revolver? — Angekl.: Jawohl. — Vors.: Was wollten Sie mit dem Revolver machen? ' — Angekl.: Ich wollte unterwegs schießen. — Vors.: Kauften - Sie sich den Revolver nicht, um eine Waffe bei Begehung Aus Stadt und Land. Gießen, 6. Juni 1905. •’ Personalien. Am 31. Mai d. I. wurde der Steueraufseher bei dem Hauptsteueramt Gießen Ludwig Fink zu Gießen unter Anerkennung seiner mehr als fünfzigjährigen treu geleisteten Dienste auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt. — In den Ruhestand versetzt wurden erner der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Bad-Nauheim Müller auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner angjährigen treuen Dienste, der Zeichenlehrer an der Volkschule zu Darmstadt Kuhlmann auf sein Nachsuchen, cben- alls unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. — Ernannt wurde der Vizewachtmeister und Oberfahnen- schmied im Feld-Artillerie-Regiment Nr. 25 Beifuß zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Groß-Umstadt. •* Personalveränderungen der P o st. S. K. H. der Großherzog haben dem Landbriefträger Hebbel in Ortenberg beim Scheiden aus dem Dienste das Hessische Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „für langjährige treue Dienste" verliehen. — Angenommen sind als Postgehilfen: die Realschüler Burk in Grünberg, Strudel in Heldcn- bergen, Jungblut, Senßfelder und der Realgymnasiast Nicolai in Gießen und der Chemikerlehrling Moog in Gedern. Zum Postagenten: der Landwirt Jakob Schneider in Eschenrod. Freiwillig ausgeschieden sind: die Telegraphengehilfinnen Brill in Gießen und Werke in Mainz. ** Internationales Stundenrennen um den Großen Preis von Gießen. Man schreibt uns: Zu dem am Pfingstmontag stattfindenden internationalen Stundenrennen um den Großen Preis von Gießen (Mk. 600 bar) ist der Neger Vendredi fest verpflichtet. Vendredi gewann zweiinal die Meisterschaft von Amerika; in diesem Jahre gewann er in Deutschland die großen Preise von Brandenburg und Magdeburg sowie das goldene Rad von Crefeld. Wie eine Katze (?) sitzt der Neger aus seiner Maschine und folgt mit spielender Leichtigkeit dem mörderischen Tempo seiner schweren 14 hp Motorschrittmachermaschine. **Der 17. Bezirkstag dermittelrh. Bezirksverwaltung des deutschen Technikerverbau- d e s tagte am Sonntag den 4. d. M. in Gießen. Um 11 Uhr wurde die Gesamtvorstandssitzung im Kgiserhof vom Vorsitzenden, Architekt P sann stiel mts Frankfurt a. M., eröffnet, indem er die Vertreter der technischen Vereine aus Frankfurt a. M., Mainz, Worms, Wiesbaden, Hanau, Offenbach, Fulda ünd Gießen begrüßte. In dieser Sitzung wurden interne Verbandsangelegenheiten behandelt, welche in der um l?1/^ Uhr im Neuen Saalbau eröfftieten, von rund 70 Mitgliedern besuchten Bezirksversammlung zum Beschluß erhoben wurden. Den Verhandlungen wohnte u. a. auch Provin?naldirektor Geheimrat Dr. Breid er t bei, bereinige Worte an die Versammlung richtete, indem er den Bestrebungen des deutschen Technikerverbandes großes Interesse entgegenbrachte und den Verhandlungen einen von Einbpiichsdicbstäblcn zu haben? — Angell.: Nein. — Dcr Angeklagte erzählt danach weiter auf Befragen des Vorsitzenden: Er sei mehrfach wegen Unterschlagung und Diebstahls in Magdeburg und Berlin bestraft. Er sei alsdann auf die Wanderschaft gegangen. Im Oktober 1904 habe er in Ludwigshafen Hudde kennen gelernt. Letzterer habe ihm den Vorschlag gemacht, mit ihm in katholische Pfarrhäuser und kathollischc Kirchen einzu- brcchcn. Er habe sich damit einverstanden erklärt. Einige Wochen darauf fei er verhaftet und wegen der Einbruchsdicbstählc in Heppenheim und Wissen von der Strafkammer zu Neuwied zu IV2 Jahren Zuchthaus verurteilt werden. Er fei darauf in Weiden (bayerische Pfalz) wegen Einbruehsdiebstahls zusätzlich zu 6 Monaten Zuchthaus verurteilt worden. Danach sei er nach Hof in Bayern wegen Verdachts eines weiteren Einbruchsdiebstahls transportiert worden. Am vergangenen Montag sei er deshalb frcigesprochen worden. — Oberstaatsanwalt: Mir ist berichtet worden, daß die Verhandlung in Hof nur vertagt worden ist. Zeugenveruehmung. Es beginnt darauf die Zeugenvernehmung. Zunächst wird Kriminalkommissar Daniel (Darmstadt) als Zeuge aufgerufen. Dieser bekundet: Als d-'e Darmstädter Polizei von dem Ein- brnchsdicbstahl in Heppenheim benachrichtigt »vurde, habe er sich sofort nach Heppenheim begeben. Er habe sofort die Ucbcrzeng- img erlangt, daß die Tat von profesfioniertcn Einbrechern ans- gcführt worden fei. Es fei sehr bald bekannt geworden, daß her Metzgergeselle Oskar Hudde mit einem Komplizen die Landstraßen in Oberhessen durchziehe und cs sich zur Spezialität gemacht habe, in katholischen Pfarrhäusern und katholischen Kirchen cin- zubrcchen. Als die lüeilcre'n EinbruchsdiebstäUe, ganz besonders ober der Mord iit Hcldcnbergen angezeigt wurde, habe er es fofort für zweifellos erklärt, daß ,Hudde der Täter fei. Die Diebstähle warm alle ganz gleichmäßig ausgcführt. Ueberall wurde das, was in der Küche war, gegessen uni) getrunken. Es wurde onßcrdeni fcstgestellt, daß Hudde am ?lbcnd des 11. November 1904 zwei Stunden ans dem Bahnhof in Hcldcnbcrgm gesessen habe. Tie Beschuldigung des Walter gegen Hudde. Im weiteren Verlauf der Vern hmung^ bemerkt Kriminalkommissar Daniel: Nachdem der Mord in Hcldenbergcn bekannt wurde, habe ich den Angeklagten Walter in Wipperfürth vernommen. Walter wünschte eine möglichst genaue Beschreibung des Pfarrhauses in Hel den der gen. Nachdem ich dies getan, versetzte Walter: Wenn die Lage des Pfarrhauses eine solche ist, dann wird cs wohl Hudde gewesen sein. Hnddc sagte einmal zu mir: Wenn bei einem Einbr u ch einmal jemand hinzu- kommen sollte, dann gehe bit nur fort, i ch werde a l s d a n ii mit dem Kerl schon fertig werden. (Große Bewegung im Zuhörerraum.) — Vors.: Angell. Walter, treten Sie einmal vor, haben Sie das zu dem Herrn Kommisar gesagt? — Angell.: Jawohl. — Vors.: Was mag Hudde damit gemeint haben? — Walter: Ich nahm an. er wollte den Hinlzu- kommenden verbauen. — Vors.: Sind Sic nicht der Meinung, daß Hudde die Msicht batte, den Hinzukommenden totzuschlagen? — Walter: Nein. — Vors.: Ist cs richtig, daß Hudde Jlmen einmal den Revolver auf die Brust gesetzt und Ihnen gedroht bat. Sic zu erschießen, weil Sic ihn beschuldigt hatten, Ihnen 500 Mark entwendet zu baben? — Walter: Darüber verweigere ich die A ii s s a g e. Hudde bemerkt auf Befragen des Vorsitzenden: Wir hatten uns einmal, als wir kurz vor Garbcck waren, gekabbelt, aber nicht wegen Geld. Ich sagte zu Walter: er sollte seiner Wege gehen, ich könne ihn ilicht gebrauchen. (Heiterkeit i'm Zuhörerraum. ) Er kam mir aber nach. Ich sagte zu Walter: wenn er nickt fortgeh?, werde ich ihn erschießen. Ich zog darauf meinen Revolver und schoß auf einen Baum. Tas war alles. — Vors.: Ist es richtig, daß Sic zu Walter gesagt haben: Wenn jemand einmal bei einem Einbruch kommen sollte, da soll er nur fort* gchen, Sie würden mit dem Hinzukommenden schon fertig werden? — Hudde: Das ist richtig. — Vars.: Es müßte Ihnen doch aber gerade angenehm sein, daß Sie einen Gehülfen bei ich haben, wenn Sie überrasch^ werden. — Hudde: Der schwächliche Walter konnte mir gar nichts nützen. — Es werden danach noch mehrere Zeiigcn über die Einbruchsdiebstähle vernommen. Alsdann wird die Verhandlung auf Dienstag vormittags 9 Uhr vertagt. (Fortsetzung im Zweiten Blatt.) Kursbericht . . 101.30 j B°/o Mexikaner 99.60 Tendenz: ruhig- uh- Reuters Telegramm -Co., Ltd. ö A A & && 5 »-L- •S üb & 2 ZK S -S ÜÖ 5 = üö rö w : 2. = fl£5» «ö» Ö2 rsZ • üb OJ W üb ■ Ö ~c£ Ä CP DO üb G: P O cv gl ÖP 2 K M « a ** o U-. rv Cl 2. n 5" g. § "begab sich im Schiff auf dem Rhein von Oberlahnstein nach Biebrich und vou dort nach Wiesbaden, wo er übernachtet. Morgen setzt der Herzog die Reise nach Altenburg fort. Ü Kirchhain, 5. Juni. Bei einem aus Amöneburg stammenden, in Erksdorf getöteten Hunde wurde die Tollwut festgestellt. Es ist infolgedessen für die Gemeinden Amöneburg, Allendorf, Hatzbach, Erksdorf, Wolferode, Ernsthausen, Emsdorf und Speckswinkel eine dreimonatliche Hundesperre angeordnet morden. Fulda, 5. Juni. Lieber den Doml>rand ist noch folgendes nachzutragen: Das Feuer war dadurch entstanden, daß das Feuerwerk die Turmfahne des einen, die Verschalbretter des anderen Domturmes in Brand setzte, der weiter schlängelte bis in das Innere, wo leicht brennbare Stoffe, Holz und Krähennester, für reichliche Nahrung sorgten. Die Löschung dieses Brandes war nur scheinbar. Um Mitternacht stand die Laterne des nördlichen Domturmes in lodernder Flamme. Dem Feuer war sehr schwer beizukommen. Mit zehn Schlauchlinien wurde der Kampf gegen das entfesselte Element ausgenommen. Auf gefährlichen, halsbrecherischen Wegen nahten sich die Steiger dem Brandherde vom südlichen Turme aus über den Mittelbau und über dem Gewölbe im Dachraum der Kathedrale; der Druck des Wassers war vor der Absperrung der Oberstadt nur ein minimaler, und dem Brand konnte erst nach mehrstündiger mühevoller Arbeit Einhalt geboten werden, nachdem der brennende Turmhelm sich zum Einsturz geneigt und teilweise auf das Dach der Kirche gestürzt war. Nun hatte man große Sorge, daß der Dachstuhl des Domes auch noch in Brand geraten könnte. Wieder wurden die äußersten Anstrengungen gemacht, vou diesem architektonisch und geschichtlich berühmten Bauwerk die Vernichtung abzuwenden. Es gelang, nachdem aus dem Tom bereits die Bänke und die Kleinodien zum Teil herausgeschafft worden waren. Die Domkirche ist bereits zweimal, 937 und 1286, durch Brand zerstört worden; 1398 entstand durch Blitzstrahl in ihr ein abermaliger Brand; 1712 wurde der heutige Dom eingeweiht. Die geschmolzene „Osanna"- Glocke ist sehr alt (1415 gestiftet, 1648 umgegossen); sie wiegt über 100 Zentner. Die Bonifatiusglocke, ebenfalls schwerlich wieder brauchbar, wiegt 35 Zentner. * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. Der im vergangenen Herbst in Heuchel- h e i in gegründete Stenographen-Verein „Gabelsberger" hat seinen 1. Anfängerkursus mit 17 Teilnehmern beendigt und aus diesem Anlaß unter den Kursusteilnehmern ein Preisrichtigschreiben veranstaltet. Tie Preisverteilung fand am vergangenen Sonntag statt. Es erhielten den 1. Preis Friedrich Rinn ; 2. Hermann Reusch- ling ; 3. Karl Gernhandt; 4. Hermann Römer; 5. Wilhelm Volkmann; 6. Fritz Kreiling; 7. Albert Hartmann. — In Flörsheim vertrieb sich ein junger Mensch die Zeit mit Spatzenschießen. Dabei traf er das aus einem Fenster schauende 8 jährige Töchterchen des Mälzers Nikolaus Mohr in die rechte Schlafe, so daß die Kugel ins Hirn drang. Die Aerzte haben wenig Hoffnung, dem Kinde das Leben zu erhalten. Der leichtsinnige Schütze wurde verhaftet. — In Bellnhausen brauten während eines heftigen Gewitters niedrere Gebäude nieder._________________________________________ Bochumer Guß . Harpener Bergbau Tendenz: Ruhig. 3 Üb 2- G Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter di.pr Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 4. Juni. Jetzt, wo die Badezeit auch in den Flüssen beginnt, dürfte es wohl angebracht sein, die Polizeibehörde zu ersuchen, darauf zu achten, daß die P f e r d e nur zu den gesetzlich festgelegten Stunden in die Schwemme geritten werden. Der Einsender dieser Zeilen war Zeuge, daß ein hiesiger Oekonom mittags zwischen 12 und 1 Uhr seine Pferde oberhalb des Schulbades in die Lahn trieb. Bei dem gegenwärtig niederen Wasserstand ist man, was die Klarheit des Wassers betrifft, an und für sich nicht besonders erfreut. Erst kommen die Menschen, dann das liebe Vieh. s. Uta In der jüngst einige Mittelungen o üb = cÖ> ö Wo DO» ~ i § o D © 3 Türkeulose...... 4% Uriech. Monopol.-Anl. 4‘/i% äussere Argentiner Gl 7 N P.. die elkN^idt ’Wn » S !1 L Nichts s*? 5*sä buti ete dadurch bi wM cr. bildet Stabt, 'Um sich i,c Anlagen fflt cmm Mr-iche« ®mmlungen non und reichhaltig ®«6c, Ichbm 1 *eils iwFreieu, ■atrengruppen im d de? alten "n 'st feit einem 'RkMznschw, i^re BlütenpraH Sartins ist f(B 4 Für jelei ns jum SIU, Auch eiu Arbeiter mit geringem Wochenlohn ist imstande seine Kinder mit Kufeke's Kmdermehl und Kuhmilch zu ernähren, da dasselbe den Kindern nur als dünne Suppe gereicht wird, welche in % Liter nur ein Eßlöffel Kufeke's Kindermehl enthält. Diese geringe Quantität des Kmdermehles genügt, um die Kuhmilch leichter verdaulich zu machen und den Aährgehalt derselben zu erhöhen. Kufeke's Kindermehl fördert die Knochen- und Atuskelbil- dung, regelt in hervorragender Weise die Verdauung und zeichnen sich die damit ernährten Kinder durch gutes Gedeihen aus. i EtWMg beS VoMergn 3 meiner ein hen Mittag von mc an die Bau« >t$ geplanten angenommen metyneä ist hier« rschoben worben, figverein Gießen ufi’ttint her mit n üt. bem fäiiffyn inb« und von kommet» d benachbarten und wird jedem Vereins, hem unentgeltlich ztf enthalt Sommer« igabe. Die Orte idert und alpha« bt Ausschluß üb« und Salzquellen, agen, Höhenortt, ien, soivie Villen e des in Betrat! OTng bei M lllen Erholung hlen. altüblicher Weiß gni bem W' Der Dirigent öb Ansprache« öfters ErmneM mrgenbS fo.JJ w. 7 ’2 tteS sürs* U“ne imteDorrit« - hnil! zur b'tannt , »lginde -1“ s ! NNI Aonzert ^^Theater- W? Saale 'jiift L_n ben t»* * Frankfurt a. M"., 5. Juni. Offizielle Schlusskurse. 67.53 gehaltenen 41. Generalversammlung waren . _ des Vorsitzenden, Admiral Sir John Talrhmle Hast,, von allgemeinem Interesse. So hat man vielfach die Einbildung, daß bei Kniegseretgnisselt bi-. Teiegraphen-Gesellschaften viel ücr> | dienen würden; es ist aber keineswegs der Fall. Die Kosten .......u--- ----- ■ r, , , - ... , der Berichterstattung auf dem Kr i e g s f ch a u p l a tzt Seife, welche zum Preise v. 40 Pf. p. L»tuck überall zu haben tst. hv 7, Schweden, erhalten. Das junge Paar lernte sich während dieses Winters in Alexandria fennen, wo der Herzog von Connaught sich binbegeben hatte, um die britischen Truppen in Aegypten zu besichtigen. In Alexandria fand dann auch die Verlobung statt. Der Khedwe veranstaltete damals zu Ehren der fürftlichen Gäste seines Landes eine Reihe prächtiger Feste und ward zum Danke aufgefordert, der Hochzeit beizuwohnen, die im Schlosse Windsor gefeiert werden wird. Ter Khedive wird als Gast des Königs Edward im Schlosse selbst wohnen. Er bringt der Prinzestin Margarete, die bestimmt scheint, einst die Königskronen von Schiveden und 9ior- wegen zu tragen, als Hochzeitsgabe ein Kollier v 0 n Diamanten und Saphiren mit, daß, wie mau versichert, nicht weniger als v i e r Ät i l l i 0 n e n At a r k gekostet haben soll I ---- Hiernach zu urteilen, müssen die ägyptischen Finaiizen sich ja in einem geradezu glänzenden Zustande besinden. Kunst und Wlsten/chaft. — EineganzeGemäldegalerie — verschwunden! Ein großer Kuiistslandal hält zurzeit die daran beteiligten Kreise m Petersburg in Aufregung. Kaum mag man es glauben: Die getarnten Gemälde die die Petersburger Maler zuc Weltausstellung nach S t. L 0 u i s geschickt hatten, sind spurlos v e r s ch iv u n d e n, sind — wenn der Ausdruck hier gestattet ist — einfach „uon der Bildfläche verschwunden"! Eine mehrfach erfolgte Anfrage bei der Ausstellungsleitung seitens der Künstler hatte bisher feinen Erfolg. Rumnehr haben die fchlver geschädigten Petersburger Maler ein Kollektivgesuch an den russischen Konsul in St. Louis gerichtet und sind sehr begierig auf die Antwort, die ihnen jetzt zuteil iverden ivird. Selbst für Amerika, das Land der foult so unbegrenzten Möglichkeiten, ist em solches Stückchen nicht alltäglich, aber ba sich das Dollarland m diesem Falle mit Rußland assozierte, ivird es schon eher begreiflich. _______________________________ Spielplatz der v«rmigten Frankfurter Stadtthcater. Opernhaus. Dienstag den 6. Juni*): „Othello." Mittwoch den 7. Juni geschlossen. Donnerstag den 8. Juni: „Ter Maskenball." Freitag den 9. Juni: Zum Besten des Orchester-Pensionsfonds. Neu eiu° studiert: „Farinelli." Samstag den 10. Juni. „Der Barbier von Sevilla." Hierauf: Ballet-Divertissement. Sonntag den 11. Juni: „Tannhäuser." Montag den 12. Juni: „Mignon." Schauspielhaus. Dienstag den 6. Juni"): „Ton Carlos/ Mittwoch den 7. Juni: „Kyritz-Pyritz." Donnerstag den 8. Ium: „Die Frau vom Ateere." Freitag bcu 9. Juni: „Nora." Samstag den 10. Juni: „Die beiden Leonoren." Sonntag den 11. Juni, nachmittags halb 4 Uhr: „Ält-Heidelberg." Abends 7 Uhr: „Wenn iutr Toten erwachen." Montag den 12. Juni, nachmittags halb 4 Uhr: „Im bunten Rock." Abends 7 Uhr: „Die Frau vom Ateere." _____*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Kandel und KerKeyr. AoUrswirr^chaft. Berliner Börse vom 5. Juni 1905. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Jiidustrie, Gießen.) Privat-Diskont 2^ Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Üö üö e Üö Üo äB Üö ÜÖ üö Üö Üö üö Üö a ÜÖ ÜÖ ÜÖ s Üo üö ÜÖ s üö « üö ÜÖ p O UD ÜÖ .5 ÜÖ % - 0- to : 5 üb u e-. ü : CD üö üö 3 -r * GdegcttheitsHaiif >« Mer-WerMe« Serie I Mk. 6.80 Serie II Mk. 8.50 früherer Preis 9—14 Mk. Carl Nowackj Spe&iaJhans für Damenmoden. - . Bilz alkoholfreie Getränke wurden im Jahre 1904 in einer Quantität von ca. 25 Millionen Liter verkauft. E3i.lz-13ra.iise wurden im Sommer 1904 täglich über 60000 Flaschen in Berlin verkauft, «'/. laut notarieller Bestätigung deö Notar Fränkl in Berlin. Gutachten von ersten Autoritäten. Fabrikation unter ständiger Kontrolle von I. E. Bilz, Sanatorium I. Ranges, Radebeul-DreSden. Den Alleinverkauf an solvente Firma für Sieben und Umgebung haben zu vergebe« und erbitten Anfragen Schuler & Däuble, Karlsruhe-Rüppurr Generalvertrieb von Bilz alkoholfreien Getränken für Süddeutschland. ..... ■ Seife 03798) Täglich frische Dickmilch bei Ameud, Wolkcngasse 1. Mein Lager fertiger Leib- und Bett-Wäsche sowie alle Aussteuerartikel Casseler" " Th. Budde & Co., Giessen, Seltersweg 9 empfehlen Sonnen-Schirme in großer Auswahl vom Billigsten bis zum Besten. EntOlltcaS in Seide und Halbseide. Touristen-Schirme He^en-Sdiirme c11/» für Damen, Herren und Kinder in erprobten Qualitäten. Jagdlappen, alle« mit Ge* ‘ brauchsanWeisung, Erfolg garantiert, u. 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