Nr. 5 Erscheint täglich außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wecksel mit dem besuchen Landwirt hie Siehener Familien- dlülter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'icken Unlverj.-Buck-u. Stein- druckerei. R. Lange. Redaktion, Erveduwn und Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernspreclianictilußNr 51. Erstes Blatt. L56. Jahrgang Freitag G. Januar RNOo GlehenerAnzelgerN General-Anzeiger « Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WW I?y, _____zeiqenteil: Hans Beck. 4>ie yentige Nummer umfaßt 10 Seiten Der Kriea. Tie Uebergabe Port Arthurs. Tokio, 5. Jan. (Reuter.) Zwischen den russischen ünd japanischen Bevollrn^chtiaten wurde heute ein ergänzendes Abkommen abgeschlossen über das bei der förmlichen Uebergabe Port Arthurs einzuschlagmde Verfahren, sowie über die fernere Behandlung der Garnison und der Einwohner. Tokio, 5. Jan. Im kaiserlichen Hauptquartier ist folgender Bericht des Generals Nogi eingegangen: Tie Uebergabe der in Artikels des Kapitulations-Abkommens aufgeführten Gegenstände hat am 4. Januar stattgefunden. Die Uebergabe der Forts und der Batterien ist beendet. Die Gefangenen werden sich am 5. Januar an einem hierzu bestimmten Platze versammeln, doch sind die Feststellungen über die Gefangenen so verwickelt, das' das Ergebnis noch nicht gemeldet werden kann. Nach summarischen Angaben sind Gefangene: 8 Generale, 4 Admirale, 57 Obersten und Majore, 100 Schisiskcwitäne bezw. Kommandanten, 531 Hauptleute und Leutnants d"s Landheeres, 200 Schiffsleutnants und Marinebeamte, 99 Heeres- beamte, 109 Stabsärzte, 20 Kapitäne, 22 434 Unteroffiziere und Gemeine, 4500 Marinemann schäften, 3645 Nichtkom- battcmttn des Landheeres und 500 solche von der Marine, insgesamt 39 207 Personen. Die Freiwilligen sind in der Mehrzahl bei den Nichtkomb^ttanwn mit eingeschlossen Außerdem besinden sich 15 bis 16 000 Kranke und Verwundete in den Hospitälern. An Pferden wurden 100 Sattelpferde und 1870 Zugpferde über geben. Tokio, 5. Jan. (Reuter.) Die Zahl der russischen und japanischen Verluste vor Port Arthur ist n o ch n i ch t bekannt. Es ist u n m ö g l i ch, die Mehrzahl der Kranken und Verwundeten fortzuschaffen. Die Japaner sind bemüht, eilig Medizin und Nahrungsmittel in Idie Festung! zu schicken Man hofft durch verbesserte Sanitätsverhältni^e und Pflege Tausende zu retten. Die Sorge um Tausende von Gefangenen ist eine mühevolle und kostspielige Aufaabe. Es ist möglich, daß Jav-an deshalb Vorkehrungen zu deren Rü cksendung n ach Rußland treffen wird. Die Frage wird gegenwärtig in Tokio erwogen. Man glaubt, daß General No gi auf das Geheiß des Kaisers n a ch Tokio kommt, wo ihn ein begeisterter Empfang erwartet. Die fremdländischen Attachees sind gestern in Port Arthur angekommen. Sie japanischen Marineoffiziere haben die gesunkenen Schiffe noch nicht untersucht und über den Zustand derselben ist nichts bekannt. Eine sorgfältige Untersuchung wird sobald als möglich vorgenommen werden. Die Russen haben klugerweise das Trockendock vor der Kapitulation blockiert, dadurch, daß sie das Transportschiff „Amur" quer vor dem Dock versenkten. Gestern Übergaben sie die Werften und 10 kleine Dampfer, die zur sofortigen Verwendimg bereit liegen. Mit der Beseitigung der Minen wird begonnen, sobald die russi schen Pläne über die Lage der Minen ausgehändigt sinp Man hofft, einige gesunkene Schiffe zu heben. London, 5. Jan. In Anerkennung des Mutes der Garnison ^on Port Arthur hat die japanische Flotte vieren ssischc Torpedo boote, ohne einen Schuß zu feuern, entschlüpfen lasstn. Tie Garnison Port Arth-urs wird sich am Fort Pahuitso veriammcw. bis sie nach Dalnv übergeführt wird. Als verloren bereits auf^egebene 200 japanische Gefangene wurden m einem Fort wieder gesunden und unter.großem Enthusiasmus spanischen Kameraden befreit. Es sind zumeist Matrosen, k.em Versuch, den Hafen tu sperren, beteiligt waren. -Weihaiwei, 5. Jan. (Reuter.) Die Japaner lehnten es A/'bem britischen Krmzer „Andromeda" zu gestalten, in Port ?T in der Nähe der Stadt Vorräte zu landen, indem sie erklärten, die russischen Minen ssien noch nicht aufgefunden, ^as Schiff ist dawr h’-rVr ^rückqekckrt. Tie russische Preffe über Stöffel. Unter dem niederschmetternden Eindruck der Nach- rrchten von dem Fall Port Arthurs findet die russische r o tapfere Worte zirr Kennzeichnung der wahren llr- sachen dieser das Nationalgefühl auf das tiefste demütigenden Niederlage. Dieses Verhalten ist um so höher zu bewerten, als die Zensur, unbeirrt durch die furchtbare Kata- strophe im .fernen Osten, mit Maßregelungen der angesehensten Blatter ruhig fortfährt. So sind zwei Peters- Zeitungen soeben wieder bestraft worden: der „Nasche Dur" mit der ersten Verwarnung und Entziehung des Emzelverkaufs, der , Ruß" gleichfalls mit Entziehung des Emzelverkaufs. Trotzdem veröffentlicht nun, nach dem kann Uv er den der gestern bereits von uns mitgeteilten ^.epesche des Generals Stössel an den Zaren: „Mächtiger Herrscher, verzeihe uns, wir taten, was in menschlicher Macht steht; richte itns, doch richte milde!", die „Nowoje Wremja" einen geharnischten Leitartikel. Unter anderem schreibt das Blatt: „Ganz Rußland wünscht dieses Gericht, dock Nicht über die Velden von Port Arthur. Es gibt sicherlich außer dem § 64 eine Bestimmung, die jene Leute zur Verantwortung zieht, welche'die Festung erbauten, ohne genügend für den Dau des Hafeus w i e d e r D o ck s z u s o r g e n! Jene, welche die Festung erbauten, ohne eine genügende Ausrüstung zu schaffen, die die Verteidiger ohne genügende Geschütze wie Munition ließen. — ,Meine Leute gleichen den Schatten', meldet General Stössel: auf diese Schatten waren je 200 Geschosse gerichtet, während sie nur durch einen Schuß zu antworten imstande waren. Vielleicht finden wir einen Gesetzespunkt, der vorschreibt, eine Festung müsse jederzeit ausreichend versorgt sein, sowohl mit Munition wie Proviant, mit Kleidung und Medikamenten. Port Arthur kann beweisen, daß im Zeitraum von 50 Jahren ein zweites Sewastopol sich wiederholt, nur b steht der Unterschied, daß damals eine alte Segelflotte zugrunde aing, heute dagegen ein Geschwader an dessen Spitz'' sechs Panzerschiffe neuesten Typs standen. Nur ein Gericht wird die wahren Schuldigen cmü Tageslicht ziehen, doch kein Gericht leerer Formalitäten, sondern ein strenges Gericht, das a"em imstande ist, die wahren Schuldigen om ^e"e Pott Artbnrs, an dem Elend und an der Schande in Schrecken, zu versetzen. Ganz Rußland wünscht biefca Gericht, die Verteidiger von Port Artbnr aber, jene Helden, haben nichts zu befürchten: jenes Gericht nur f'-mu Rußland van seine-n dunklen Feinden 'befreien, die gefährlicher sind als alle sichtbaren." Liese Stimmen ans die Dauer -u tm^rbr liefen, wird den russischen Preßb'l-örden jetzt wohl doch nickt mehr gelingen. Ta?u ist di^ Ansklä'ung im Zarenreiche nachgerade schon zu weit vorgcsckri^'-m. Ein Unglück der baltischen Flotte. Paris, 5. Jan In Petersburg ist die telegraphische Nachricht eingetrosten, daß daß Flaggschiff des Admiralr Noschdfcstwensky, „Fürst Suwarow" in den Madagassischen ^.ewästern nntergegangen sei. Bestätigung ist noch nicht 'rhaltbar. Paris, 5. Jan. (Havas.) Eine Mitteilung des „Ma- tin", Japan hab? bei Frankreich Vorstell"ugen über die Anwesenheit der russiscken Flotte in Madagaskar erhaben, ist unbegründet. Im übrigen sei die russisthe Flotte bei Madagaskar wie ir Dschibuti außerhalb der französischen Küsteno "wässer r^b^rben. Aus der Mandschurei. Petersburg, 5. Jan. General Kuropatkin meldet dem Kaiser vom 4. Jan : In der Nacht zum 1. Januar führten Jäaer eine R^kognosü^ung nach dem Dorfe Bai- taitse, zwei Werft nörd^'ck von Sandsrao, aus und näherten sich den japanischen Vorposten, ohne zu schießen. Sie griffen mit dem Bajonett an, drangen trotz des feindlichen Feuers bis in bas Dorf vor und verbrannten drei chinesische Bauernhäuser, die der Besatzung als Unterkunf: dienten. Dann zogen sie sich vor dem feindlichen Feuer aus ihre Vorposten zurück. Kleine Meldungen. Manila, 5. Jan. (Reuter.) Aus dem Süden treffen Dampfer mit Berichten ein, ein japanischer Kreuzer patrouillierte in der Meerenge von San Ber nardino zwischen Luzon und Mondoro. Um 2 Uhr nachmittags näherte sich ein japanischer Kreuzer dem Bassin von Manila. Paris, 5. Jan. (Havas.) Die Vorstellungen, welche die Japaner bei der französischen Regierung wegen der Fahrt der russischen Flotte erhoben, erfolgten vor etwa zwei Monaten, als mehrere russische Torpedojäger Eherbourg anliefen. T^er japanische Gesandte Motono hatte damals eine Besprechung mit Delcasss und die von diesem gegebenen Aufklärungen beftiedigten die Japaner vollkommen. Delcasse erklärte damals, daß an die Behörden in den ftanzösischcn Häfen und Kolonien Anweisungen gesandt wurden, die die Wiedergabe der zurzeit des spanisch-amerikanischen Krieges erlassenen waren. M a d r i d, 5. J'an. (Havas.) Der Minister des ?leußern erklärte, Japan und Rußland hätten bei der Regierung Vorstellungen wegen der Haltung Spaniens in dem gegenwärtigen Kriege gewachst. Spanien habe geantwortet, daß es bei allen Gelegenheiten strenge Neutralität bedachtet hätte. Die Vorstellungen Japans bezogen sich hauptsächlich auf den Aufenthalt imb die Verproviantierung des russischen Olefchwuders in Vigo. Die Antwort Spaniens war in allen "Punkten zuftiedeustellend. P e kin g, 5. Jan. (Petersb. Tel.-Ag.) Der russische Gesandte bei der chinesischen Regierung legte energischen P r o t e ist ein gegen die Teilnahme eines chinesischen Truppenteils in Stärke von 300 Mann an einem Gefechte bei dem Tailinpaß auf feiten der Japaner, sowie gegen die Benutzung der Migotao-Jnselu durch die Japaner als Flotteubasis. In dem Protest wird ausgeführt: Die Japaner nötigten die chinc^Fche Bevölkerung, die Inseln zu verlassen, verböten jede Annäherung an die Inseln und durchsuchten alle sich näfycrnbcn Schiffe in den neutralen und litoralen Gewässern. Polnische Trauer. Lemberg, 5. Jan. Eine von volnischen Studenten angereate F l l n m i n a t i o n als Ausdruck der Freude über dm Fall von Port Arthur ist völlig mißglückt. Nur wenige Wc»bn- häuser waren illuminiert. In der hiesigen Bernhardinerkircke wurde heute ein Trauergottesdienst für die bei Port Artbnr in den Reihen der russisckm Armee gefallenen Polen abaehalten. Demonstrationen haben nickst stattgefundeu. — Gestern abend fand in Stanislaw eine große Demonstration der Studenten und Arbeiter statt, die in geschlossenem Zuge mit Lamdions und Fahnen mit der Aufschrift: „Hoch Janau" tmrch die Straßen zogen. Vor dem Ratbause und der Bezirkshauwmann ichaft brachten sie Rufe aus: „Es lebe die Freiheit, nieder mit Rußland!" Vor dem D-eickmal des polnistchen Dichters Mickiewiez hielt ein Student eine Rede, in welcher er die Hoffnung aus- svrach, daß der Fall Pott Atthurs deir Völkenr Rußlands den Weg zur Freiheit ebnen weide. Seifenblasen. Wie bei anderen diplomatischen Vertretungen Rußlands im Auslande, so herrscht auch unter den Mitgliedern der Berliner russischen Botschaft ein erstaunlicher Optimismus in Bezug auf das Schicksal der russischen Waffen in Ostasien. Man glaubt so fest an einen Erfolg der Offensive Kuropatkius, daß sogar die Reise des Zaren nach dem Kriegsschauplatz für das Frühjahr als wahrscheinlich bezeichnet wird. Ein derartiges war bekanntlich schon im vergangenen Sommer verbreitet, die Gebutt des TlnonfolgerS aber, so hieß es, hatte den Zaren veranlaßt, dieses Reiseproiekt zu vertagen. Sicherlich haben die andauernden Mißerfolge der russischen Waffen auf die empfindsame Natur Nikolaus II. tiefen Eindruck gemacht, möglicherweise auch den Gedanken bei ihm auö- gelöst, trotz allem nach dem Knegsschauplatz zu reisen und ber- öulich die Truppen anzufeuern. Doch die Verlustliste von Port Atthur dürfte auch ihm erneut beweisen, daß die Japaner durch überlegene Strateciie und nicht durch mangelnde Tapferkeit der Russen in den Stand gesetzt werden, ihren Willen dem Gegner immer wieder aufzuzwingen. Eine die japanische überragende strategische Genialität verkörpert der Zar nicht. Deshalb wird sich leine ?-ofirt zu den D-ruvyen schwerlich über das europäische ValivM? ssaaytstchan. Vom Syveton-Skandal. Ter Pariser Untersuchungsrichter hat in der Syvetmt- Affäre einen ananvrnen Brief erhalten, der ihm von einem Abgeordneten übermittelt wurde und worin der Hauptmann de Gail, welck"''' bekanntlich Svveton gefordert hatte, beschuldigt wird, Syveton ermordet zu haben. Am Mittwoch fand eine Gegenübersd'Ilunq zwischen Dr. B a r n a v und Frau S y v e t o n statt. Dr. Barnav erklärt^ er habe die verschiedenen Anoaben der Frau Svveton widerlegt und sie beftagt, wie sie sich den Selbstmord ihreD Gatten erklärt, nachdem sie demselben verz-iehen hätte. habe auch darauf hingewiesen, daß sogar das Ehepaar' Menard Svveton verziehen hätte und daß somit kein Grund zu einem Selbstmorde vor gelegen hätte., Frau Svveton habe geantwortet, sie verlange nur vor den ''ssisen ihr Recht. Ueber die Briefe, welche Frau Menard' als junges Mädchen geschrieben, erklärte Frau Shveto«^ iedes junge Mädchen habe einen Liebesroman mit einern jungen Manne. Tie Sachverständigen, welche in tec; Wohnung Syvetons eine Untersuchung vorgenommen habens erklärten einstimmig, daß Syveton unter den Bedingungen; sterben konnte, welche seine Frau geschildert habe. Tas Untersuchungsgericht von Verviers setzt seine Fest> stellungen in Spa ^Belgien) in der Syveton-Angelegenheit. gleichfalls fort Als die damals 14jährige Marguerite: de Bruyn, spätere Frcni Menard, bei ihrem Großvaters Reussens in Spa sich aufhielt, sollte das etwas lebhafte und ungezogene Kind, das namenttich seine Tante, eine jüngere Schwester der Frau Syveton, zu plagen pflegte^ nach Hause, d'. h. nach Reims zu Svveton, zurückgeschickt werden. Tamals schrieb das Mädchen ihrem Großvaterj Reussens: „Großvater, Tu weist nicht, was Du tust! Syveton hat mich mißbraucht!" Tas Vermögen dep Frau Svveton hat Reussens auf 210 000 Franken geschätzt wovon 150 000 Franken die Lebensversiche-rungssumme darstellen, die Frau Syveton beim Meben ihres ersten Gattenj erhalten hatte. Jnzwisck)en versucht Jules Lemaitte durch« Beschluß des Antwerpener Gerichtshofes zu erreichen, daß ihm der Inhalt einer Tepotkassette bei der Antwerpenerj Bank ausgeliefert werde. Tiefe Kassette wurde von einens Wechselagenten P. Suys gemietet, der den Sttohmann für Syveton gemacht hat, und sie soll nicht nur Wertpapiere der Vaterlands-Liga, sondern auch wichtige Dokumente enthalten. Ter Vertteter der Bank und Suhs-sind beide vor dert Zivilrichter geladen, wo Suys bestätigen soll, daß der Inhalt der Tepotkasse Eigentum der Liga sind. In Lbrd- werpen behauptet man, daß Lemaitre zu diesem VorgehenI geschritten sei, um zu vermeiden, daß der Untersuchung^ richter in Antwerpen sich mit der Angelegenheit befasse^ Der Untersuchungsrichter würde sofort die Dokumente rc. mit Beschlag belegen und sie seinem 'Pariser Kollegert weitergeben. Hierdurch Ware aber der französischen Regierung Gelegenheit gegeben, einen ko-mpromittierenden Einblick in die Organisation und den Bettieb der Liga zu titn^ wobei 'ihr der Name manchm Mitglieds bekannt würde, das vorige, verboraen zn bleiben._____________________ Deutsches Reich. Berlin, 5. Jan. Der Kaiser empfing gestern den Botschafter Frhrn. Speck v. Sternburg. Zur Abendtafel waren Admiral Hotlmann und Prof. Dr. Harnack geladen. Heute ritt Se. Majestät in der Reitbahn des Königlichen Marstalles, empfing den Baron v. Brandenstein zur Vorführung der Uniformen be§ freiwilligen Auto- mobilkorpS und hörte die Votträge des KriegSmmisterS, des Chefs des Generalstabes der Armee und des ChesS des Militärkabinetts. — Wie man der „Post^ berichtet, war Fürst Ferdi nand oo n Bulgarien anläßlich seiner Anwesenheit bei den Beisetzungsfeierlichkeiten für die verstorbene Herzogin Alexandrine von Koburg-Gotha Gegenstand besonderer Auf» merkfamkeit von feiten deS Kaisers Wilhelm. Zn» nächst ist hervorzuheben, baß ber Kaiser bei bieser Feierlich» feit bic große Collane be§ bulgarischen Alexanber-Orbcns angelegt hatte. Besonderen Einbnick rief auch die Tatsache hcröor, baß ber Kaiser innerhalb zweiunbeinhalb Stunben mit bem Fürsten brei Besprechungen hatte, beren erste fast eine Stunde bauerte. Ferner zeichnete ber Kaiser währenb der Frühstückstafel den Fürsten. Ferdinand besonders au§, indem er sich fast unausgesetzt mit ihm in ber frennblichsren Weile unterhielt. Der Fürst zeigte sich über biese Beweise der Aufmerksamkeit sehr erfreut unb gab bieser Empfinbung wieberholt Ausdruck. — Reichskanzler Graf v. B ü I o w richtete an den Schriftsteller Tr. Ernst ein Schreiben, in dem er für die Neber- sendung seiner deutschen Nebcrsetzilng des Vortrages dankt, den ber Premierminister Lord Balfour kürzlich über „Unsere Heutige Weltanschauung" vor der British Associated in Cambridge hielt. Das Schreiben lautet: „Sehr geehrter Herr Dr.! Nehmen Sie meinen) besten Dank für die mir freundlichst übersandte Verdeutschung des Balsourschen Vortrages über „Unfciv heutige Weltanschauung" entgegen. Ihre Arbeit bereichert uns nm eine* wertvolle wissenschaftliche Gabe, sie gewinnt aber noch ein versönliches Interesse für den deutschen Leserkreis, indem sie einen Einblick auf die Eigenschaften eines Staatsmannes gestattet, ber gegenwärtig in England an der Spitze der ^taatSgeschäste steht. Die Ucdersctznng gibt dem bcut|dyn Deutschlands, am 6. Januar stattfind^n. paganda der Tat sofort begonnen werden soll. Es wurden Der dieses Jahr wieder außerordentlich viel auf geboten, um seine Mitglieder und Este zu unterhalten und das Wintcr- . Zunächst waren es Darbietungen unseres Ltadttheaters, die den Abend mit 2 Einaktern verschönten: „Er muß taub sein" und „Eme vollkommene Frau". Beide Schwänke riefen große Heiterkeit hervor und brachten die nötige Feststimmung. In dem erstgenannten Lustspiel wirkten besonders die beiden „Tauben", .Herr Lippert und Herr Lüttjohann auf die Lachmuskeln der Anwesenden, und in „Eine vollkommene Frau" bewunderte man das muntere und reizende Spiel des Frl. Mcrrga Ruf als Frau Luise und das humoratmende Auftreten ihres ! „Schwiegeronkels" (Herr di Giorgi). Auch Herr Andreas und Frl. Neri wirkten bestens mit. Die Bühne Delegierte ernannt, welche die Aufgabe haben, Dynamit und Bomben anzukaufen und Fürsorge zu treffen, daß! diese unentdeckt über die russische Grenze geschmuggelt werden können. Helsingfors, 5. Jan. Der Bürgermeister von Hel- singfors brachte der Gouvernementsverwaltung zur Kenntnis, daß die Stadt infolge der seit 1902 ergangenen Dispense von Gerichtsmitgliedern auf administrativem Wege ohne Magistrat sei. In letzter Zeit setzte sich der Magistrat nur aus Personen zusammen, die die Magistrats-Funktionen nur provisorisch wahrnähmen. Infolge der außerordentlichen j Maßregeln deS Gouverneurs gegen die Magistratsmitglieder beabsichtigen drei Mitglieder, ihre Aemter demnächst nieder- zulegen. In den Städten Tawastehust und Lawisa erschien niemand zur Wahl der Mitglieder des Negierungskomitees. In Kuopio wurden die Wahlen bis zur Verhandlung der Militärdienstfrage vor dem Parlament vertagt. Im gleichen Sinne beschloßen die Gemeindevertretung von Pargas und .der Magistrat von Wasa. ** D a s Winterfest des Lor eins der Gastwirte von Gießen und Umgegend, das gestern abend im Leibichen Saale stattfand, hatte sich der gewohn- NusSand. London, 5. Jan. Hierher wird aus Peking gemeldet, kraß die Kaiserin-Mutter von China zum Christentum übergetreten ist. Es ist unbekannt, wer und was die Kaiserin-Mutter zum Christentume bekehrt haben kann. Petersburg, 5. Jan. Durch einen Ukas des Kaisers wurde Admiral Skrydlow zum Mitglied des Adrni-! ralsrates ernannt. — Nach Meldungen aus Moskau, Odessa und Kiew, sowie anderen Städten scheint es festzustehen, daß die revolutionäre Partei sich entschlossen hat, zu Gewalt- .maßregeln zu greifen. Eine Konferenz der verschiedenen revolutionären Gruppen wurde nach einem Orte außerhalb Rußlands einberufen, um über die Details des bevorstehenden Feldzuges zu beraten. Es wurde einstimmig beschlossen, daß volitische Reformen in Rußland nur durch eine revolutionäre Propaganda der Tat zu erlangen sind und daß diese Pro- unseres Stadttheaters zeigte aber auch noch zahlreiche andere Abwechslungen: den Humoristen Nagel, gen. Otto Reuter II., einen vorzüglichen Jongleur (Rudi Sailer), der im Ballspiel mit drei Flaschen großartiges leistete, den Münchener Tvpenhumoristen Max Schön, ferner einen Künstler mit dem aristokratischen Namen Alfons de Shlvero, der als Lumpensammler durch Auflegen von bunten Lappen auf eine Tafel Landschaftsbilder zur Anschauung brachte, einen Tanz- humoristen und last not least die Spitzentänzcrin Rita Mea, !die in erster Linie die anwesende Herrenwelt sehr interessierte, aber sichtlich auch- die Frauen und Jungfrauen verblüffte und amüsierte. Die frischen Weisen der Musik, die zwischendurch die Stimmung belebten und schließlich der in später Stunde einseßende Ball gaben dem Fest gleichfalls ein fröhliches Gepräge. Tie Tombola-Verlosung setzte viele Gewinner durch die reizenden und mit großem Geschmack ausgewählten Gewinngegenstände in Entzücken. ** Militärkonzert. Im neuen Saalbau wird nächsten Sonntag von nachmittags 4 Uhr an ein großes Konzert der I Kapelle des Husarenregiments Nr. 13 (König Humbert von Italien) stattsinden. Die Kapelle hat einen guten Ruf. ** Der hessische Landwirtschaftsrat hielt I gestern, wie uns berichtet wird, im Gebäude der Großh. Zentralstelle in Darmstadt eine aus allen Teilen Hessens gut besuchte Gesamtsitzung ab, welche von Geh. Regierungsrat Haas präsidiert wurde. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden entspann sich auf eine Anfrage aus der Mitte der Versammlung eine lebhafte Debatte über den im letzten Jahre zwischen dem Vorsitzenden und einem Vertreter der Regierung an der Sitzung stattgehabten Zwischen- fall, der die R e g i c r u n g veranlaßte, in einem Schreiben zu erklären, daß sie vor Zurücknahme der fragt. Aeußerung durch den Vorsitzenden keinen Ver- 1 treter mehr in die Sitzungen senden werde. Dieser Schritt »der Regierung tvurde im Interesse der Sache mit großem gliederzahl von 489 bei Anfang des Jahres infolge der energischen Werbetätigfeit auf z. Zt. 1183 gestiegen sei. Die Tätigkeit des Vereins war besonders bei den jüngsten Stadtverordnetenwahlen eine erfolgreiche. Nach dem Kaffenbericht und der Vorstandsergänzungswahl hielt der frühere Reichs- tagsabg. Geh. Justizrat Dr. Osann eine Gedächtnisrede auf Dr. Hammacher. Oberlehrer Dr. Neßling gab ein Bild über die Entwickelung und die Bestrebungen 'der national- liberalen Jugendbewegung. nannt. . —, ,.. ** Bon den heiligen drei Königen Kaipor MelSur und Baltb-s«, di- heule im Kalender stehen, ,-rzM!: d«: alt» chrMickfe Legende folgendes: Zu der Zeit, da ^eiuS m Bethlehem geboren wurde, gab es in Indien drei Königreiche, die durch Hobe Berge von einander geschieden waren. Keiner ihrer KAige wußte von den andern. Das eine die,er Königreiche »>cß wufren, und in ihm herrschte Melchior der ®eiie. 5L sich Gvdolien, und sein König war Balthasar, der Eercchte. Im dritten Königreich Thorsis führte Kaspar, der ^nebtertine, l as Szepter. Von alterSher ging m den drei Reichm die W-'siagung. daß einst ein Stern erscheinen würde, der die Gehurt des Königs aller König- perkttnden sollte. Eines nachts erhob sich lrendige- Geschrei: „Der Stern! Ter Stern!' Uebu-alt wurde es laut gerufen, und die Könige machten sich auf den neugeborenen König zu suchen. Nach dreizehntägiger Rene Zangen sie vor den Toren Jerusalems an und werden mitemander- bekannt. Von da ab stimmt Sage und biblischer Beruht überein. Mir fron den letzten Schicksalen der Könige wein die Sage Au^tuhrlich.^ zu erzählen. Nach den Tagen der ersten christlichen Vsing,ten als die Jünger als Missionare in alle Welt zogen begab^ es sich, daß der Apostel Thomas in das Land der Könige kam. ^ort sauo er eines Tages in einem beidnisck>en Tempel einen ^crmteni errichtet. Auf ihm war ein Stern gemeißelt, und m dem eiern sah man ein Kind und darüber ein Kreuz. Da törichte er bei den heidnischen Priestern nach der Bedeutung dieier 3eiayen, unc man erzählte ihm von dem Hinaufzug der Könige nach Jerusalem. Ta fing der 2lpostel an, das Evangelium zu verkündigen vluttt die Könige hörten davon, und ob sie gleich alt und gebrechlich waren, machten sie sich eilends auf, dem Apostel entgegenzuziehen -Sie lobten und prürn Gott und halfen daun dem Avostel, das Evangelium zu verkündigen. Ms Thomas von Indien lauen, weihte er die heiligen drei Könige zu Priestern ihrer Volker und sie regierten noch zwei Jahre in Jriede und Trommmkett, bis eines Tages über Stadt und Land cirt_ hellstrahlender <^tcrn aufging. Ta merkten die drei Greise, daß ihres ,^-bens Ende nabe. Acht Tage darauf entschlief König Melcbwr im Alter von 116 Jahren. Ihm folgte am ErscheiniNigSfeste Balthasar, ll^ Jahre alt, imb sieben Tage später starb der 109jährige Kaspar In einer gemeinsamen Gruft wurden sie begraben. Mer noch heute wird das Andenken an sie nickst nur durch kirchliche Feste, sondern auch durch Auszüge aller Art festgehalten, die in den verschiedensten Landern, bcionders ailch in manchen Gegenden Kolonialpost. Berlin, 5. Jan. Oberst Leutwein ist zur Berichterstattung hier eingetroffen. Nach einer Meldung der „Schl. 'Ztg." sind Verhandlungen zwischen der Kolonialabteilung und der Finna Lenz u. Co. in Stettin eingeleitet worden wegen Uebernahme des Betriebes der in der Verwaltung de« (Reiches, bezw. der Schutzgebiete befindlichen Kolonialbahnen (durch diese Firma. Sidney, 5. Jan. England schießt den Tonga-Händlern /die ihnen von der Regiening der Tongainsel geschuldeten (30 000 Dollars vor und übernimmt dafür die tatsächliche jFinanzkontrolle, welche durch den englischen Oberkornrniffar -und den Konsul ausgeübt werden soll. Auch ist ein europäischer Polizeirichter vorgesehen. Die Wiedereinsetzung der deportierten Minister in ihr Amt ist Untersaat. Wologda, 6. Jan. In der Sitzung des G-memde. rate- ließ das Stadtbcmpt die Verlesung des Komnussions- bericksteS über eine allgemeine Repräsentanten- Versammlung nicht zu. Daraufhin legten 17 Mitglieder deS Gemeinderates ihre Mandate.niedei^und - ließen unter dem lebhaften Bcifallc des zahlreichen Publikums Konstantinopel, 5. Jan. (Wiener Korr.-B.) Im Wilaiet Monastir wurde eine auS neun Mann bestehende bulgarische Bande von den Truppeu vernichtet. Em Hau? wurde niederqebrannt. — In Kruschcmitza, Kilometer nordöstlich von Monastir, wurden zwe, einer ganzen Band- angehörige Leute von den Gendarmen getötet. feefer die erwünschte Gelegenheit, zu. »eobacyten, wie sich ‘etn leitender Minister irt seinen Mußestunden jmt den tiefsten Erkenntnisvr oblemen beschäftigt." — Ans Frankfurter und Hannoverschen Zeitungen M (in andere Blätter die Nachricht übergegangen, daß der Staats- fekretär des Reichspostamtes, Krätke demnächst zuruck- treten, und daß als sein Nachfolger Graf Bogdan Hntten- Czapski, der Schloßhauptmcnm von Posen, auSerlcbcnJet. Auf Erkundigungen, die von der .Preuß. Korr " bet dem Grafen eingezoaen wurden, erklärte dieser, daß an der Meldung, soweit sie seine Person betreffe, kein wahres Wort sei. lu fäme für den Posten eines Reichspostsekretärs ungefähr ebenso m 'Betracht, wie etwa für den eines kommandierenden Generale oder des Präsidenten der Vereinigteii Staaten von Amerika. — Das Gerücht von dem Rücktritt des Reichspostselretar., tritt schon seit mehreren Tagen in hiesigen politischen Kresten mit großer Bestimmtheit auf. Von Gesundheitsrücksichten hat man bisher nichts vernommen. — Der „Reichsanz." veröffentlicht Ernennungen, bezw. .Neuernennungen der Mitglieder des KolonialrateS für die .'7- Sitzungsperiode 1904/07. Der Bundesrat überwies in ferner heutigen Sitzung Hie Vorlage wegen der Vornahme der Volkszählung am 1 Dezember 1905 den zuständigen Ausschüssen. Altenburg, 5. Jon. Em schuldenfreies Land tu sein, darf sich das Herzogtum Sachsen-Altcuburg rühmen. Jwar befindet sich im Etat stets eine Summe, die zur Vcr- Snsunq der sogenannten Staatsschuld ausgeworfen wird und ,36 51Ö Mk. ausmacht, aber dieser Betrag fließt nur aiv, einer staatlichen Kasse in die andere. Denn die vermeintliche .Schuld besteht nur in 882 654 Mk., die m vöhe von -778 110 Mk. auf die Witwensozietät der Staatsdiener und U Betrage von 23 884 Mk. auf das Waiseninstitut entfallen. Die übrigen Schulden bestehen in Stiftungskapitalien für kirchliche imb Schulzwecke, sowie für Stipendien u. s. w. Daß diese Schuld, von der übrigens 50 000 Mk. unkündbar sind, mit Leichtigkeit abzustoßen wäre, geht daraus hervor, daß ein Vermögensstock von 7 682 000 Mk. vorhanden ist. Stuttgart, 5. Jan. Der hiesige Gemeinderat Zehnte in seiner heutigen Sitzung mit großer Mehrheit ab, sich an einem Beitrag für ein Hochzeitsgeschenk für den preußischen Kronprinzen zu beteiligen. Nur vier Mitglieder stimmten für einen Antrag, der Angelegenheit „naher- izutreten^. ___________________ Ans iniö Land. Gießen, den 6. Januar 1905. " Unser Kunstkalender für 1905 kann den Posiavonnenten nicht mit der Zeitung zugesiellt werden weil das starke Papier ein Zusamm-nkalten nicht gestaltet. ES wird sich deshalb empfehlen, daß die Postabonnenten solcher Orte, in denen wir keine Zweigstelle unterhalten. ,e- mand bestimmen, der uns die Anzahl der nötigen Kaleuder bekannt gibt, und deren rechtniäßige Abgabe überwacht. Die Bürgermeisterei der in Betracht kommenden Orte durste dazu wohl bereit sein. Verlag des Gießener Anzeiger. " Personalien. Uh. der Großherzog haben den Revisor bei der Brandversicherungskammer, Petry, zum Vorstand der Kalkulatur der Brandversicherungskammer cr- sd. Darmstadt, 5. Jan. Die beiden Sitzungen des Sonderausschusses zur Vorberatung der Regierunqs- Vorlage betr. die Bildung einer Landwirtschafts. t°nvmcmr!n!b?,sr,cr, ot,ne nennenswertes Resultat verlaufen, da die Mitglieder nahezu einstimmig der Ansicht sind, daß d,e Vorlage m der utz,gen Form für die Kammer .inannehm- bar sein wird, da der zu bildenden Landwirtschaftskammer in dem Entwurf zu wenig Kompetenz eingeräumt ist. Der O ri ") cri a er -lbg. Dr. Frenay wird beauftragt, die ein- einen Gesichtsvunkte zusanimenzustellen, welche dann als -ulek-np-n Dienstag, den 10. Januar fort- »ulchenden Beratungen gelten sollen. — Wie aus zuver- OberK (iü; ' toirb bcr langjährige verdiente m des Großherzogs General, .ldiutant ä bi suite General der Infanterie z. D. Exz. von fäciben00 Mi ben,nä<$|ft non seiner Position aus. Ma-ör a D M °°r--ussichtlich dem jetzigen Oberstallmeister - , r a. Moritz Ricdosel Freiherr zu Eisenbau übertragen wird. Dessen Stelle soll Rittmeister Freihe^ n'clwn ' bt8^eC im L-ib-Drag.°Negt. Nr. 24, über- Bedauern aufgenommen, und dw Frage er- die Sacke nicht beilegen laste, woraus der Bortiyeno klärte, daß er seine damals erfolgte Kritik nicht so oy^ weiteres zurücknebinen könne, ^ubem er sich ) $ den! rnentarischen Gewogenheiten in geergneten^Falken auch Regierungsvertretern gegenüber für berecl n ^otokolls wolle aber die Angelegenheit eÄ nochmals prüfen, behalte sich rnbesieiil jede ® gM vor Die Ai'.ssteNi'nnsorbnung und der P^^vewervepi^ w die in diesen' Jahre in Mainz stattfmdende fcbaftlidie Landesausstellung werden genehmigt. ? KE beschlösse,. daß ein W die. «» ri e - siebender siehlbeirag durch die hrn Prou-n- ialvereme q meinsam getragenein etwaigar l'eb'rschuß ab-r ili g che^ Waise verteilt wird. Von einer Sefcbimin« der ttt bxc|int sinh.' in München stattfindendeu W a u d er a u s jl eil uug der Deutschen Landwirischasts-iN-sellfchaft soll imt i jiebt auf di- nur in amingein Masis vorhandenen M dte ab a eschen werden. Zur Frage der Erweiterung des la i?d w i r tsch a f tl i che n In stitu t s tn G' e ß en wird beschlossen, ein Gcsua) an die Standekammer zu riditen in welchem diese ersucht wird, für Genehmigung des entsprechenden Betrages ein^utreten. *• Einen UntcrrichtskursuS für Autolenker, und Chauffeure beabsichtigt die Großh. Zentralstelle für die Gewerbe einzurichten. Eine besondere Fachkounmffion wurde gewählt, die sich mit der Begutachtung und Prüfung dieser Angelegenheit befassen soll. Der Kommission gehören u. a. Generaldirektor Kleyer-Frankfurt a. M. und Fabrikant Opel-Rüsselsheim an. ■’* Blinder Eifer schadet nur. In Mölsheim (Kr. Worms) kam dieser Tage ein Handwerksbursche in einen Bäckerladen und bat um ein Almosen. Der Metzler dachte, den gesuchten Mörder Hudde vor sich zu haben, sperrte ihn ein, setzte die Gendarmerie Pfeddersheim von dem „guten Sang* in Kenntnis, und glaubte schon die 1000 M. Belohnung verdient zu haben — aber es blieb ein unschuldiger Handwerksbursche. Abgesehen von dem reichlichen Spott, der dem Ueberschlauen zuteil wurde, hatte die Hudde- Geschichte für ihn auch noch einen Schaden im Gefolge, da ihm in der Aiisregung — sämtliche Neujahrskuchen verbrannt waren. Bad-Naiiheim, 3. Jan. Heute nachmittag sand auf Einladung des Kreisrats Fey im Rathaussaale zu Friedberg die Wahl von vier Kreistags mitgliedern von feiten der 50 Höchstbesteuerten statt. Es waren 27 Wahlberechtigte erschienen. Aus dem Kreistag schieden aus die Herren: Gilbrecht v. Löw in Nieder-Florstadt, Baron von Leonhardi in Groß-Karben, Mühlenbesitzer Vorbach in Okarben, sowie der frühere Landtagsabgeordnete Weith in Nieder-Wöllstadt. Die drei ersten wiirden wieder- und für letzteren Kammerrat D ern in Affenhcim gewählt. Herr Weith hat die Erklärung abgeben lassen, daß er auf eine Wiederwahl verzichten müsse. Außer den obengenannten vier Herren gehören dem Kreistag an die Herren: Graf O riol a-Büdes- heim, Rentner Ernst Windecker-Friedberg und Hotelbesitzer Sprenge l-Bad-Nauheim, welche ebenfalls von den fünfzig Höchstbesteuerten des Kreise? Friedberg gewählt sind. (B. Anz.) § Burkhards, 4. Jan. Ein hiesiger Fuhrmann brachte eine schon bejahrte Fran nach dem benachbarten Gedern. Unterwegs mußte da? Gefährt eine Strecke auf dem Bankett fahren, da der Schnee auf der Straße hinweggeweht war. Plötzlich schlug der Schlitten um, die Insassen wurden herausgeschleudert. Während der Fuhrmann mit dem bloßen Schrecken davon kam, trug die Frau einen bopelten 2lrm> bruch davon. § Hirzenhain, 4. Jan. Gestern morgen brannten zwei mit Futtervorräten reichlich gefüllte Scheunen des Gutes „Neuhof" vollständig nieder. Der Besitzer hatte noch vor wenig Tagen einen größeren Transport Friesländer Vieh bezogen. = Volkartshain, 4. Jan. Ein schwerer Unfall ereignete sich bei den Holzfällungsarbeiten. Wahrend ein Mann mit der Axt einen Baum fällte und ein anderer diesen uiederdrückte, wurde letzterer von der niedersausenden Axt so getroffen, daß das Bein über dem Knöchel fast ganz dilrchschlagen wiirde. Kreisassistenzarzt Dr. Langermann- Gedern legte einen Notverband an, worauf man den Verunglückten nach Gießen brachte. R. B. Darmsta dt, 5. Jan. Der hiesige nationalliberale Verein hielt heilte abend feine Hauptversammlung ab. Dec Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Osann II. begrüßte die Parteigenossen zum neuen Jahr und teilte in , seinem. Rückblicke auf das verflossene Jahr mit, daß die Mit- ai*15; 5. Jan. Die San itäts kol oim e ’Jtomacr Kriegervereins erhielt in Erinnermm nn • 5 eueren Verstorbenen von dessen Hinterbliebenen eine Stik" m »o ari. - 3„ d„ awwt Keer und Motte. — B erlin. 5. Jan. Nach tont Muster deS briüschen Motor- .Volimteerkorvs ist auch vvn d-eutsckvu Autornobilklubs die Schaffung eines deutschen Freiwilligen -Automobilkorps in die Wege geleitet worden. Heute vormittag wurde (bergt „Deutsches Reichs der Generalsekretär des Klub? Freiherr von BranderOein in der neuen Uni form des deutschen Freiw illigen- Dutomfrbilkmps zum Kaiser besohlen. Der Monarch äußerte ferne .... , . Zufriedenheit mit der Unifvrm, war mit ihrer Einführung ein-!^n großen Teilnahme zu erfreuen. Der Verein batte auch verstanden und bat nur die Änderung feinerer Tetcnls ge- nieder ausierordenUich viel aufgeboten, um Uniform zu tragen haben. Tie Uniform ist geschmackvoll fest glanzend zu gestalten. ~ n? drogramm war d nn ch imb trotzdem praktisch "für den Felddienst. In der Farbe ähnlich erst nach 1 Uhr beendigt, woraus da? BaUveranugen de- jener, wie sie die Chinatrupven hatten mit gelbm Stiefeln oder cnnnen konnte, p Gamaschen und Schuhen. Außer Dienst lange Beinkleider. Die > Bewaffnung besteht aus einem Hirschfänger und einer Vistvle, wie sie jetzt bei der Marine probeweise eingeführt sind. Die Organisation und die Statuten des deutschen Freiwilligen-Auto- - mobilkorvs werden in kurz«nn verösientl^ckt werden. Jakobsbergerstraße verübte gestern abend der Schornsteinfegergeselle Zlatschke gegen 9 Uhr Selbstmord. Der Mann gab zwei Schüsse auf sich ab. Der sofort herbeigerufene Arzt ließ den Schwerverletzten in da§ Rochushospital bringen. DaS Motiv zu der Tat ist Eifersucht. — Seit heute ist der Rhein wieder eisfrei, nur der Main treibt noch ziemlich Eis an der Stadt vorüber. Die Schiffahrt ist hier wieder in vollem Gange. fc. Mainz, 5. Jan. Im Alter von 86 Jahren verschied gestern abend nach einem arbeitsreichen Leben, dessen Spur Opfer, Erfolg und Entsagung kennzeichneten, der frühere langjährige Stadtverordnete und Landtagsabgeordnete Johann Fak III. Seit 1873 war der Verstorbene Besitzer des Hauptorgans der Zentrurnsparlei in Hessen und den angrenzenden Landesteilen, des „Mainzer Journals". In jungen Jahren gründete Falk im Verein mit Moufang, Professor Rüffel in den Märztagen des Jahres 1848 den Piusverein für religiöse Freiheit und war Mitveranstalter der ersten Generalversammlung der katholischen Vereine Deutschlands, die vom 3.—6. Oktober 1848 in Mainz tagte. Der Verstorbene wurde im Jahr 1875 von Papst Pius IX. zum Ritter des St. Georgs-Ordens ernannt und von Papst Leo XIII. durch Verleihung des silbernen Ehrenkreuzes „Pro ecclesia et pontifice“ ausgezeichnet. S. W. K. Mainz, 5. Jan. Angeblich wegen Ausstellung von unsittlichen Bildern und Büchern in den Schaufenstern sind der hiesigen Kunst- und Buchhandlung Viktor von Zabern ihre Ladenlokalitäten in den Domhäusern vom Domkapitel gekündigt worden. Wie die. Mainzer Blätter dazu bemerken, dürfte außer dem Domkapitel wohl niemand etwas Anstößiges in den Schau- feustern der genannten Kunsthandlung entdeckt haben. Dcrmifcbteße * Der Heidelberger „Schwabens-Streich. In dec Angelegenheit der Herausforderung des Chefredakteurs und des Theaterrezensenten des „Heidelb. Tagebl/ zum Zweikampf auf Säbel hat jetzt die Staatsanwaltschaft gegen den ersten Chargierten vom dortigen Korps „Sucvia" das Strafverfahren eingeleitct. * Kleine Tageschronik. In ganz Norditalien herrscht bedeutende Kälte. An der Riviera ist die Vegetation vielfach zugrunde gerichtet. Auch'der Verlust zahlreicher Menschenleben durch Erfrieren ist zu beklagen. Vorn Vomina- paß werden 39 Grad Kälte gemeldet. Auf dem großen Sankt Bernhard lind acht Personen elfteren. — In München wurde bei einer Uebungsfahrt der Bernfsfcuerwehr der Ingenieur Pfund, städtischer Brandmeister, von der Automobil-Tampfspritze überfahren und getötet. .— 'In H anno ver verübte Mord und Selbstmord die Modistin Witwe Lina Hackel. Sie war im Oktober v. I. mit ihrem 7 Jahre alten Töchterchen von Hamburg nach H. gekommen Diurch einen starken Gasgeruch wurden die Bewohner aufmerksam und verständigten die Polizei, die in die Wohnung eindrang und beide Personen tot aus dem Boden liegend Vorsand Nahrungssorgen scheinen das Motiv der Tat zu sein. — In Koburg ist der Eisberieselungsapparat der Vereinsbrauerei infolge der Last schwerer Schneemassen cin- gestürzt. Neun Arbeiter wurden verschüttet. Militär und Feuerwehr eilte sofort zu Hilfe und barg fünf Tote, zwei schwer und zwei leicht Verletzte. '— In Salzburg wurde der Tirektor des Regierungsarchivs Dr. Richard Schuster in seiner Wohnung tot aufgefunden. — In Metz erschoß sich der Oberstabsarzt Dr. Mehltretter vom 8. baverischen Infanterieregiment. Tie Gründe, die ihn zum Selbstmord trieben, sind nicht bekannt. — In Plauen (Vogtl.) ist Bürgermeister a. D. Wieprecht im 90. Lebensjahre gestorben. Er war früher Journalist und mehrere Jahre verantwortlicher Redakteur im „Vogtl. Anz.". Arbeiterbewegung. Langendreer, 5. Jan. Die Verwaltung der Zeche bruchstraße verweigerte heute die Abgabe von Kohlenscheinen und erklärte sich bereit, auf je 10 Berglfute von jeder Abteilung der.Belegschaft, also je einem Drittel Kohleiffcheine abzugeben. Diese Tatsache rief unter den Arbeitern große Erregung hervor,, weil seit Wochen ein großer Teil der Belegschaft um Kohlenscheine eingekommen war. Auf diese Weigerung hin wollte die heutige Nachmittagsschicht nicht einfahren, aber auf ylnraten der Führer der Organisation ist sie doch schließlich eingefahren!. Morgen finden zwei Versammlungen statt. Heute nachmittag fuhren die Mitglieder ^der Kommission nach Dortmund zum Oberbergamt. Wird, der Anschlag nicht zurückgenommen, so ist anuznehmen, daß schon morgen (Freitag') die Belegschaft nicht mehr cinfährt. Bochum, 5. Jan. In einem heute mittag von,der Ver- waltung der Zeche Bruchstraße bei Langendreer veröffentlichten Anschläge auf die Eingabe der Arbeiter wegen Aushebung der Maßregel betreffend die Verlängerung der Schichtdauer lehnt Verwaltung die Forderung der Arbeiter ab und. wricht die Hoffnung aus, daß die Arbeiter, welche nicht geireigt sind, sich mit den Mänderungen der Seilfahrtzeit einverstanden zu erklären, den Weg der Kündigung antreten und nicht in den Ausstand treten werden. Tie Gefahr eines Ausstandes ist dadurch wesentlich erhöht. . re Lagc im Ruhrrevier wird in der „Köln. Volksztg." tote folgt geschildert: Eine Gärung besteht, und sie besteht nicht ohne Grund Nach unseren Informationen ist aber, von un- erwarteten Zwischenfällen abgesehen, an einen allgemeinen Ausstand zurzeit, nicht zu denken. Tie Bergarbeiter und namentlich die Führer der verschiedenen Organisationen verhehlen uch Nicht, daß der Zeitpunkt für einen großen Streik sehr Ichlecht gewühlt sein würde, und beobachten daher eine be- lonnene, int Grunde abmahnende Haltung, wenn sie auch nicht verkennen tonnen, daß mehrfache Gründe zur Beschwerde für die Arbeiter voruegen. Das Hauptmoment für die Aussichts- losigreit emes allgemeinen Ausstandes im gegenwärtigen Augen- blicke rst die Uebcrfüllung des Kohlenmarktes, welche zu der Ab- nahmcf-iliigkett der STtbuprie in feinem Verhältnis steht. Mm darf ruhig entsprechen, daß manchen Zechenverwaltungen ein Streik augenblicklich in hohem Maße erwünscht wäre, um sich die aufgeiammelten Vorräte vom Halse zu schaffen. Tas wisftn auch die Führer der Arbeiter sehr gut. Nichtsdestoweniger kann man die Zechenverwaltungen nur dringend mahnen, nicht darauf zu sündigen, sondern die berechtigten Beschwerden der Arbeiter abzustelten: noch haben die Führer die Masstn in der Hand, das ist der Segen der Organisation. Sammelt sich aber allzu viel Unzufriedenheit nmd Verbitterung an, so könneii die Tinge leicht sich ändern, und dann wird man, wenn die verschiedenen Organisationen Hand in Hand gehen, eine Bergarlniterbewegung er- leben, gegen welche alle früheren ein Kinderspiel waren. Wochenbericht der Kuxcnabteilung des Bankhauses H. S. Oppenheimer jr. .Hannover, 5. Jan. Der Kali-Kuxen markt hat in der abgelaufenen 53c* /chtSperiodc sowohl an Lebhaftigkeit wie auch am Festigkeit namentlich für die in den letzten Wochen so sehr favorisierten, Mittelwerte eine erhebliche Abschwächung erfahren. Durch den Ausbeuteabschlag hat das Interesse für oben genannte Kuxe wesentlich nachgelassen und zeigen dieselben im Gegensätze zu den Kursen der Vorwoche fast durchweg einen Verlust von zirka 150 Ms. bis 200 Mk. Schwere Papiere, wie Wilhelmöhall und Hohenfels werden vergeblich bei 13250 bezw. 11 450 Mk. angeboten. In Karlsftnid überwiegt bei 8350 Mk. Br., Beienrode bei 8675 Mark Dr., Hohenzollern bei 7850 Br., Bürbach bei 8675 Mk. Br. ebenfalls das Verkaufsbedürfnis. (Änigkeit gingen b is 4050 Mark Br. yurficF, während Justus I. bei 7775 Mk. und Heldrungen bei 3950 Mk. Geld besser gefragt werden. Größere Umsätze bei steigenden, .Kursen machen sich für kleine Werte bemerkbar, von denen besonders Ronnenberg-Akt. auf das Anfahren des Kalilagers im Schacht bis 1550 Mk. bezahlt wurden, um jedoch späterhin wieder auf 1460 Mk. cckzuflauen. Feste Tendenz bekundete sich ferner bei großen Umsätzen bei Schieferkaute (1450 Mark G.), Hansa-^Silberberg (±275 Mk. G.), Friedrichhall-Äkt. (1630 Mk. G.), Oelerse (1625 Mk. G), und Güntershall (1650 Mark G). In Hannoverschen Kaliwerk-Akt. wurde Material in Posten. bis 993/i Proz. ausgenommen. Deutschland, Adolfsglück, sowie junge und alte Sigmnndshall-Akt. konnten ihren Kurs gleichfalls etwas befestigen, während Hatterdorf bei 650 Mk. Br. nach wie vor flau liegen. Auf dem Ko hlen-Kuxen markt hat sich seit einigen Tagen eint kleine Besserung bemerkbar gemacht, die 8irr Folge hatte, daß die Kurse der einzelnen Werte, wie Lothringen 21 400 Mark G, Langenbrahmen 10 850 Mk. G. und Dorstfeld 14 900 Mr. G. in, eine kleine Aufwärtsbewegung eintreten konnten. Eintracht Tiefbau gehen mit 8525 Mk. und Graf Schwerin mit 8600 Mk. Geld aus dem Verkehr hervor. Alle übrigen Werte begegnen bei fast durchweg veränderten Kursen mehrfach Nachfrage, wobei sich die Umsätze jedoch in sehr bescheidenen Grenzen bewegen. Durch größere Lebhaftigkeit zeichnen sich Freie Vogel und Unverhofft aus die nach Zahlung der Zubuße 1325 Mk. Geld, 1.350 Mk. Brief notieren. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Direktor Jnderfurth von den Jülicher Lederwerken in Jülich ist ins Ausland geflohen. Morgen oder übermorgen findet eine Gläubigerversammlung statt, lieber diese Angelegenheit meldet die „Köln. Volksztg.": Tie Jülicher Volksbank, die jetzt von der Türener Bank erworben wurde, ist als Gründerin mit dem größten Akttenbetrag an den Jülicher Lederwerken beteiligt und hat von diesen mehrere hunderttausend Mark zu fordern. Als die Dürener Liank und die Rheinische Tiskonto- gesellschaft die Prüfung der Bestände der Lederwerke forderte, floh Direktor Jnderfurth ins Ausland. Neue 4V2prozentige Russische Anleihe. Wie der Telegraph gemeldet hat, beträgt der ZeichNungsoreis der neuen Anleihe 95 Prozent. Börsenblätter sind nun der Ansicht, daß das Interesse für diese Anleihe bei diesem .Kurs sehr lebhaft werden dürfte. Besonders würden sich 'solche Kapitalisten dafür interessieren, welche Wert auf eine dauernde 4V2prozentige Anlage legen. Dann sei anzunehmen, daß auch solche Kapitalisten Interesse hätten, die event. nach sechs Jahren die Rückzahlung al pari ins Auge fassen. Bei Besprechung dieser Prosvekteinzeichnung macht übrigens das „B. T." «auf folgendes Mrsmerksam: Wenn man bedenkt, daß Rußland für eine IV-Prozentige Anleihe einen Kurs von 95 Prozent erhält und event. in sechs Jahren die Anleihe mit pari tilgen muß, so bedeutet das, daß Rußland diesmal 6Vs Prozent Zinsen zahlen muß. Als vor kurzem an eine, an den russischen Finanzen interessierte Persönlichkeit die Frage gerichtet wurde, ob Rußland 5 Proz. Zinsen zahlen werde, lautete die Antwort: „Rußland ist noch nicht bankerott!" In einem Augenblick, wo sich die Verzinsung auf 6Vs Prozent stellt, ist es jedenfalls nicht unintereffant an diese Aeußerung zu eriimern. Märkte. ko. Frankfurt a. M., 6. Jan. i-Orig.-Teleqr. des ^Gieß Anz.") Schweinemarkt. Zum Verkauf standen 142 Schweine. Schweine: 1. Qualität 59—60 Psg., Lebendgewicht 47—00 Psg., 2. Qual. 58—00 Pfg., Lebendgewicht 46-00 Pfg., 3. Qualität 52—54 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft gut, kein lleberstand.____________________________ Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 7. Januar 1905: Trüb, windig, Niederschläge, zunächst noch etwas kälter. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Kriefkasten der Redaktion. (Anontzme Nnfragen bleiben nnberücksichtigt.) R. Sch. in L. lieber die Frage, ob die drei Jahre Post- dienstzeit bei der Berechnung der für die Ausstellung eines Zivilversorgungsscheins notwendigen Dienstzeit berücksichtigt werden können, können wir Ihnen keine zuverlässige Auskunft geben. Wir glauben aber nicht, daß diese Zeit anrechnunqsfähig ist, denn der Zivckversorqungsschein wird doch allgemein nur für die Milttär- dienstzeit verliehen. Sie machen sich aber u. E. unnötige Sorge; der Zivilversorgungsschein dürfte Ihnen sicher sein, da nach den §§ 58 und 75 des Militärpensionsgesetzes vorn 27. Juni 1871 Unteroffiziere, die nach achtjähriger Dienstzeit invalide werden, Anspruch auf diesen Schein haben. Neutstt Meldnnaen. Original dratztmeldimssen des Gießener Anzeigers. Berlin, 6. Ian. In einer geheimen Sitzung beschäftigten sich die Stadtverordneten mit der Vorlage de§ Magistrats betreffend die Beteiligung der Stadt Berlin an einem gemeinsamen Geschenk der preußischen Städte zur Hochzeit des Kronprinzen. Wie das „B. T." erfährt, wurde die Vorlage angenommen. Berlin, 6. J' lagen mUl< brudjd)n . n itf t-Zl!Mcrll>l>M!iilg (Beletage) mit allem Zubehör soivie Bleichplatz und Gartenanteil per 1. April zu vermieten. Näh. Goethesiraße 42, II. 19 re? ü. i-iprii elegante 8 -Ztmmerwohuung Beletage, inklusive Badezimm. nebst allen Bequemlichkeiten der Neuzeit, Mitgebrauch des grob. Gartens, Trockenbodens re. zu vermieten. Näheres bei tt. Klees, Süd-Anlage. 35 Universitäts-Buchhandlung Süd-Anlage. In Gießen eine Wirtschaft zu tauten gejucht. Vermittler verbeten. Offert, uiit. Nr. 047 an die Expedition d. Bl. Keine Kalte M, und Maus blciut am Lel>en,welcheI>rIi<»iu-IL^^tlru- k eichen gesresienhat. Mit Witterung versehenes, wohlschmeckendes Rattengift Delicia Do je 0.50, -evre«-Pa«toffel . do. mit Filz- und Spaltsohle . Herreu-Stramiuschuhe mit Sohle und Fleck . Herreu-Kilzschuhe mit Filz- und Spaltsohle . Möbl. Zimmer zu vermieten. .0 Bleichstraße 31, III. jr. 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