Erstes Blatt. Freitag 5. Mai 1905 Redaktion, Expedition und Druckerei: Gchrrlftratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gtetzea. Fernsprechansckluß Nr. 51. 155. Jahrgang yrr. 105 erfeetwt tieli* außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Giesiener Kamillen- Niittrr viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Gietzener Anzeiger w General-Anzeiger 10 ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen SMZ zeigenteil: Hans Beck- Ire tzeutige Kummer umfaßt 10 Seitm« Gießen, den.1. Mai 19057" Betr.: Die Wahl der Veranlagungs-Kommission für die Einkommen-- und Vermögenssteuer 2. Abteilung. Das Großherzoqliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche mit Erledigung unserer Verfügung vom 4. April I. JZ. — Kreisblatt Nr. 44 — noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist von fünf Tagen erinnert. ________________ Dr. Breid ert.________________ Gießen, den 3. Mai 1905. Betr.: Die Wahrung der Formalien der Gemeinderatsbeschlüsse. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Insoweit Sie unserer Verfügung vom 6. v. Mts. (Amtsblatt Nr. 5) noch nicht entsprochen haben, erinnern wir Sie an deren Erledigung binnen einer Woche. 3- V.: Dr. Kran^bühler. " Gießen, den 1. Mai 1905. Betr.: Die Ausführung des Fleischbeschaugesetzes; hier: die Abrechnung der Gemeindekassen mit der Kreiskasse. Das Großherzagliche Kreismnt Gießes an die Großh. Bürgermeistereien und Gemeinde- Einnehmer der Landgemeinden des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche mit Erledigung unserer Verfügung vom 18. März l. Js. — Kreisblatt Nr. 39 — moch im Rückstände sind, werden daran mit Frist von drei Tagen erinnert. I. V .: Hechler. Aes deutschen Kaiserpaares MLKeyk. Venedig, 4. Mai. Der Kaiser besuchte gegen Mittag die Kirchen San Giorgio Maggiore und Santa Maria della Salute. Er machte darauf einen Spaziergang im Giardina Reale (kgl. Garten). Zur Mittagstafel bei den Majestäten waren geladen: Dec Präfekt, der Sindaco, Vizeadmiral Palombo, Generalmalor Bellini, Konsul Rechsteiner, sowie der hier weilende Graf und die Gräfin Pourüales. Der Kaiser und die Kaiserin unternahmen heute nachmittag eine Gondelfahrt. Um 7.45 Uhr abends traten der Kaiser, die Kaiserin, die Prinzen und das Gefolge die Reise nach Karlsruhe über Mailand und Basel an. Die Ankunft in Karlsruhe ist auf Freitag nachmittag 5 Uhr festgesetzt. Der Kaiser sandte dem König ein Telegramm, in dem er noch einmal bei seinem Verlasien des italienischen Bodens dem Könige den herzlichsten Dank aussprach für die in Italien in so reichem Maße ihm und der kaiserlichen Familie erwiesene Gastfreundschaft und die überall so herzliche Aufnahme. Das Telegramm schließt: Wir werden stets das wertvolle Andenken an diese scharre, un leuchtenden Süden verbrachte Zeit bewahren und von fern wie nah von Herzen an allem teilnehmen, was das befreundete, verbündete Italien betrifft. Ich danke Dir nochmals von Herzen, daß Du nach Neapel zu kommen die Güte gehabt, und mir dadurch Gelegenheit gegeben hast, Dir die Hand zrr drücken und aus diese Weise die Bande zu verstärken, die unsere Häuser und unsere Länder verbinden. Luzern, 4. Mai. Für die Sicherheit des Kaisers hat die Bundesanwaltschaft umfassende Vorkehrungs-Maßregeln getroffen. Die Bahnhöfe und Stationen werden während des Passierens des kaiserlichen Hofzuges für das Publikum vollständig gesperrt. NolNsche Tagesschau. Die preußische BerggesetznoveSe. Gestern erhielten wär aus Düsseldorf die Drahtnachricht, daß Mf. dem dort am Mittwoch äbgehaltenen Parteitage der rheinischen Zent rum spartet besonders Bachem die Berggesetznovelle nach der Fassung, die sie in der Kommission erhalte habe, al« derartig ungenügend bezeichnete, daß das Zentrum entschlossen sei, die Regelung dieser Frage auf reichsgesetz- lich e m Wege zu verlangen. Der mit dem Wiederzusammentrüt des' preußischen Landtags am 10. d. M. sich foi-tsetzende Kampf um die Bergarbeiter- schutznovelle wirft also seine Schatten voraus Daß dem Wunsche des Zentrums stattssegeben wird ,stdc, der widmA-benden baltung der preußischen Regierung M bezweifeln wenngleich die Zulässigkeit der reichsgesetzlichen Regelung f-ststeht Cnnstwe.len darf die Hoffnung noch nicht aufgegeben werden, daß die preilß Konservativen und Nationalliberalen in der Hauptstrelsirage über die Arbeitcrausschüssc in letzter Stunde sich nachgiebig zergein Ls ist durchaus nicht von vornherein anzunchmen, daß die auf Grund geheimer Wablen einzusetzcnden Ärbclterausschusie von der Sozialdemokratie beherrscht fein oder eine Oefahrdung des öffentlichen Friedens hcrbeifiihren werden. -ie fwcußiiche Rc- »ierung unterschätzt doch neiuit’ nicht den Linsiuß der ^.oz al- »emokratie, und auf ihren Standpunkt m der Frage der - ieitcr- lnSsÄnsse können sich wohl alle Politiker stellen, d.c b._ .tot» vendigkeit eines besseren Schutzs der Bergarbeiter anerkennen. Englische Urteile über die deutsche Flotte. Der englische Adiniral Close erklärt die Teilung der engl Kriegsflotte in drei Teile, die aus Tage von einander getrennt üationiert seien, ft' widersinnig einem jeinbc gegenüber, der in einem Tage an Englands Küsten erscheinen fönne. Er verlangt die Stationierung der Atlantischen Flotte in Dover und der K'anal- ffotte in der neuen Flottenbasis in Schottland, damit nicht Deutschland mit s e in e n 30 Schiffen den einen Teil der englischen Flotte überraschend schlagen könne! Während auch sonst in der englischen Presse — sowohl in der Fach- wie in der politischen Presse — die deutsche Flotte stets als eine Gefahr für England hingestellt wurde, schreibt in plötzlicher Sinneswendung die „Army and Navy Gazette" u. a. folgendes: Wir haben das Bewußtsein einer so unbcstreitb aren Ueberlegenheit und Bereitschaft (gegenüber der dcut- schen Flotte), daß jeder offenkundige Akt derselben der sofortigen Vernichtung des neuen mechanischen Spielzeuges des Kaisers begegnen würde. Diese Ansicht von ihrer vielgepriesenen Flotte mag vielen Deutschen als eine Enthüllung kommen. . . Ihre Schlachtschiff-Flotte besteht in der Hauptsache aus 5 Braunschweigs- 5 Wittelbachs, der gleichen Zahl der wohlbekannten und viel annonzierten Kaiserklasse und 4 Brandenburgs . . . Die Kaiser- und Wittels- bachllasse sind für manche Dinge bekannt: zuerst sind sie notorisch unterarmiert in schtveren Geschützen und ebenso notorisch überarmiert in Schnellfeuer-Geichützen, so daß, während ihre 9,4 zölligen Geschütze irgend einem unserer Schiffe ernsteren Schaden kaum zufügen könnten, ihre überfüllten Sechs- zöller-Batterien ideale Zielscheiben für unsere Geschosse bilden, welche auf ihnen ein Maximum von zerstörender Wirkung erreichen würden. Außerdem ist ihr Feuer in hohem Grade behindert, und die Schwierigkeit, ihre zusammengepferchten Schnellfeuer-Geschütze mit Munition zu versehen, ist, groß: ihre Türme und Batterien sind an ihren Basen verteidigungs- los, und die Schiffe als Ganzes stellen eine ungeheure Zielscheibe dar. Es ist mit Recht gesagt worden, daß, bei sonst gleichen Bedingungen, der „Triumph" und die „Swiftsure" allen fünf Schiffen der Kaiserklasse zusannnen mehr als überlegen sein würden. Die Braunschweigs sind eine etwas bessere Ausgabe eines schwächlichen Entwurfs, aber nur zwei von den fünfen derselben stehen sofort zur Verfügung. Von den alten Brandenburgs braucht man nicht erst viel zu sagen — unsere Rotzal Sovereigns werden mehr als mit denselben fertig werden. Dazu finden wir ein Mandel „Mustek von Küstenverteidigungs- Schlachtschiffen: sie sind nicht einmal der Erwähnung wert. Was die Kreuzer betrifft, so kann Deutschland über ein gemischtes Quartett verfügen, das sich einigen Panzerschutzes rühmen kann, und über kaum 20 Panzerdeckkreuzer. Neugierigen möchten wir empfehlen, einen Blick in die britsche Liste dieser beiden Klassen im Naval Annual zu werfen. So viel, was das Material betrifft — wie steht es nun mitOffizierenundMannschaften?. Die Offiziere sind gewiß gut trainiert und zweifellos ausgezeichnet tn jeder Beziehung, aber man darf mit gutem Grunde annehmen, daß lange Jahre der Unterwürfigkeit ssubservience) nur geringe Spuren der großen und sehr notwendigen Eigenschaft der Initiative ihnen gelassen haben. Wenn das von beit Offizieren gilt, wieviel mehr von den Mannschaften! Man hat behauptet, daß ein deutsches Schiffsgeschütz Mann auf Mann verlieren könnte und doch weiter feuern würde, solange ein Offizier übrig bliebe, um es zu kommandieren: aber wenn der Offizier als erster fiele, würde die Mannschaft die Bedren- ung des Geschützes einstellen, da das Kommando fehle. . . Und das ist bie Marine, die die Macht Britanniens auf die Probe stellen möchte." Diese Ausführungen enthalten zweifellos manche Uebertreib- ungen. Was namentlich die Bemerkungen über Offiziere und Mannschaften der deutschen Flotte betrifft, so sind sie ebeirso gebässia wie unwabr. Wuß'and in Sturm unv Drang. Petersburg, 4. Mai. Ein gestern erschienener Aufruf des Zentralkomitees der Soziakisten-Partei fordert die Arbeiter auf, den 1. Mai in den verschiedenen Stadtteilen von Petersburg zu begehen, sowie zu versuchen, einen Umzug zu veranstalten. Im Falle des Einschreitens der Polizei solle bewaffneter Widerstand geleistet werden. Die intelligente Bevölkerung wiro aufgefordert, die Arbeiter auch durch die Tat zu fördern und sich ihnen anzuschließen. Petersburg, 4. Mai. In Kolpino versuchten Streikende am Sonntag vor dem Rathause eine regierungsfeindliche Demonstration. Die Polizei schritt mit blanker Waffe ein, wobei 18 Personen getötet und 20 verwundet wurden. Iugowka (Gouv. Jetaterinoslaw), 4. Mai. In dem Dorfe Orlowka überfiel die orthodoxe Bevölkerung unter der Führung der Dorfbehörden die B a p t i st e n während des Gottesdienstes und mißhandelte sie. Mehrere Baptisten, die festgenommen wurden, wurden erst nach zehn Stunden sreigelassen. W a r s ch a u, 4. Mai. Seit heute früh- werden die Trambahnen, Droschken und Arbeitswagen in den abgelegenen Straßen angehalten. . Um Mittag hatte die Aus st an ds- b e w e g u n g schon die Mehrzahl der Trambahnen ergriffen. Um 2 Uhr waren die Straßen verödet. IN der Marschalkowska- und den benachbarten Straßen wurden fast alle Läden geschlossen und der Verkehr eingestellt. Ein Volkshaufe, der in der Umgebung des Hospitals zum Kinde Jesu eine Leichenprozession erwartete, wurde durch Kosaken zerstreut. Einige Straßen sind durch Telegraphenpfähle, die dort zur Reparatur lagen, von der Menge gesperrt worden. Lodz, 4. Mai. Bei den gestrigen Ereignissen ging der Angriff von - Tumultanten aus, die sich hinter der Kirche und den sie umgebenden Mauern aufhielten und auf herankommende Kosakenpatrouillen feuerten. Gleichzeitig wurden aus den Fenstern der anliegenden Häuser etwa 100 Schuß auf die Kosaken abgegeben, worauf diese das Feuer erwiderten und sechs Angreifer leicht verw undeten. Von den Kosaken ist einer verletzt. Der Krieg. Von dem russischen Geschwader. Sin gaPore, 4. Mar. (Reuter.) Der Dampfer „Se- lcmgor" traf auf der Höhe von Kuzra in der Malakka- straße heute vormittag 9 Uhr russische Schiffe, wie' man annimmt, diejenigen Nebogatows. Malakka, 4. Mai. (Reuter.) Ein russisches Ge- schwader, bestehend aus vier Schlachtschiffen, einem! Panzerkreuzer, einem Kanonenboote und fünf Kohlenschiffen- ist hier heute nachmittag in der Richtung nach Süden fahrens vorbeigekommen. Am oh, 4. Mai. (Reuter.) Ein Tei sun wütete in dieser Woche an der Südlüste Chinas. Es heißt, die baltisch e F l o t t e sei von dem Sturme erfaßt und einige kleine Schiffe dadurch vom Hauptgeschwader! getrennt worden. London, 4. Mai. Meldungen über den Neutrali» tätsbruch Frankreichs kommen aus Saigon. Dreft Dampfer hätten während der ganzen Dauer des Aufent-i Halts des Admirals Roschdjestwenski einen unnnter-, b rochen en Verkehr zwischen Saigon und deg russischen Flotte aufrecht erhalten. Die Dampfes hätten Saigon wiederholt mit Proviant und Kriegsmaterial, verlassen. London, 4. Mai. Der „Daily Mail" zufolge hättew^ die französischen Behörden in Shanghai an Bord des ims dortigen Hafen liegenden russischen Kreuzers „Dianw^ eine; starke französische Matrosenwache gestellt, um ein EnLweicheul zu verhindern. Tokio, 4. Mai. (Reuter.) Die Presse fährt fort, in scharfer Weise die französische Auslegung der tralitäts Verpflichtungen bezüglich Jnbochinas zü tadeln. „Dschidschi Schimpo" richtet die dringende Aufforderung an die Negierung, ohne irgend welche Rücksichtnahme, Schritte zum Schutze der nationalen Interessen zu tun und behauptet, Frankreich trage die V e ran t w o r- tung für eine weitere Ausdehnung der Feindseligkeiten. Ans der Mandschurei. Petersburg, 4. Mat. (W. B.) Telegramm des Ge» nerals Linewitsch vom 3. Mai: Am 1. Mai stieß eine Abteilung Kosaken auf eine japanische Eskadron Dragoner; und griff sie an. Ein japanischer Offizier und eine; größere Anzahl Dragoner wurden getötet,' elf Mann wurden gefangen genommen. Paris, 4. Mai. Der Kriegskorrespondent des „Matin^ in Guntschulin berichtet, man erwarte in militärischen^ Kreisen keine bedeutende Aktion, solange nicht das Resultat der Operationen Roschdjestwenskis bekannt ist. Gerüchte aus chinesischer Quelle besagen jedoch, daß die Japaner auf dem Vormarsch östlich von Kirin seien. Petersburgs. Mai. Das Blatt „Ruß" glaubt mit» teilen zu können, daß Marschall Oyama augenblicklich über 8 25 000 Mann verfügt. Von diesen marschierenj 100 000 über Korea nach Wladiwostok, während 150 000 die Verbindung aufrecht erhalten und 575000 Linewitsch gegenüberstehen. Moskau, 4. Mai. Die unter der Leitung der Prin^ zessin von Reuß organisierre Abteilung deutscher Kran^ fenPflegerinnen ist hier eingetroffen und geht heutH abeno nach dem Kriegsschauplätze weiter. Deutsches Reich. Berlin, 4. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt, in einer Begrüßung zur Rückkehr des Kaisers, in der sie auf den freundlichen Empfang des Kaiserpaares durch die Behörden und die Bevölkerung Italiens hinweist: „Das deutsche Volk erwidert die den Majestäten erwiesen- Freundlichkeit mit dankbaren Empfindungen und erneuert bei diesem so erfreulichen Arrlaß die Versichenmg seiner aufrichtigen Zuneigung und treuen Freundschaft für das verbündete Königreich und das schöne Land Italien." — In der heutigen Bundesratssitzung wurde je einem Abkommen mit Luxemburg über die Unfallversicherung und überden Bezug von Invalidenrenten die Zustimmung erteilt. — Am Einholungstage des KronprinzenpaareL werden die Engrosgeschäfte in Berlin zum größten Teil geschlossen bleiben. Aus hiesigen industriellen Kreisen ist die Anregung ergangen, die Einholungsfeier des Kronprinzenpaares dadurch volkstümlich zu gestalten, daß die Geschäftsleute möglichst einmütig ihre Lokalitäten geschlossen halten. — Der Reichskanzler ist heute abend nach Ka.rlZ-< r u h e abgereist. — Vor einigen Tagen ist gleichsam als Vorläufer füi die für den Herbst ds. Js. geplanten umfassenden Unterhandlungen zur Förderung und Sicherung des deutschen Handels in Marokko eine kleine Expedition dorthin abgegangen, an der verschiedene Firmen beteiligt sind. Die Expedition wird gleichzeitig mit dem Vertreter der deutschen Diplomatie in Fez eintreffen. — Wie die „Pr. Korc." von unterrichteter Seite erfährt, ist Freih. Rudolf von Becken dorff, der bisherige Unter« staatssekretär im preußischen Staatsministerium, an Stelle des jüngst verstorbenen Dr. Gutbrod zum Präsidenten des Reichsgerichts ernannt morden. Stuttgart, 4. Mai. Die Kammer bat die neue. Aufbesserung für die evangelischen Geistlichen uw jährlich M. 300 000 angenommen. Kirche und^Schüle. München, 4. Mai. Das Kultusministerium hat die Unioergtät angewiesen, Abiturientenzeugnisse von Mädchcngyntnasien nicht mehr als genügend anzuerkennen. Hochschulüreit in Preußen. Auch dieMarburgerProfessoren haben sich irt eiltet aben es bestätigt, daß schon die bloße Ankündigung des Erscheinens eines Mnisterialwmmisfars verschärfend auf die Gegensätze einwirkt und nur geeignet ist, einen etwaigen Widerstand zu verstärken. Gerade im Hinblick auf die Vorgänge des verflossenen Semesters bitten wir Euer Exzellenz, den Hochschulbebörden das frühere Vertrauen wieder zu schenken, von der alsbaldigen Msenüimg besonderer Ministerialkommis- sare abzusehen und den H 0 ch s ch u l b c H.Ü r d e n wie früher die Schlichtung. etwaiger Streitigkeiten oder sonstiger Gegensätze zu überlassen. Schließlich formen wir nicht unterlassen, gegen Euer Exzellenz Erlaß in Ehrerbietung ein rechtliches Bedenken 'geltend zu machen. Die Rechtsverhältnisse der Studierenden sind durch Gesetz vom 29. März 1879 geregelt. Roch § 3 dieses Gesetzes ist der Unterrichtsminister befugt, Anordnungen über die akademische Disziplin intb deren Handhabung nach An- böruna des Senat? der betreffenden Universität zu erlassen. Der Unterrichtsminister hat unter dem 1. Oktober 1879 Vorschriften für die Studierenden erlassen, welche die Stellung der Studierenden nach allen Richtungen regeln. Darnach unterstehen namentlich auch die studentifchen Vereinigungen den UniversitätsbeHörden, eine Mitwirkung der Zentralinstanz bei der Bildung von Vereinen oder die Genehmigung von Äenteramgcn der Satzungen von studentischen hereiniguitgen ist nicht vorgesehen. Euer Erzellenz Vertreter Geb. OberregierungSrat Dr. Elster stellte fick bei seiner letzten Anwesenheit in Marburg am 13. Februar o. I. in Uebereinstimmmrg mit den UniversitätSbebörden durchaus auf diesen Standpimkt und erklärte dem Rektor und den Mitgliedern der UniversitSt-deputation ausdrücklich, daß nach der Auffassung des Ministeriums die Handhabung der Diszipltn gegenüber dem Studenteirausschuß lediglich und allein Sache der akademischen Behörden sei. Legt man diese .vom hohen Ministerium bis dahin anerkannte RechtS- euffassung zu Grunde, so würde die Genehmigung der Satzungen des Studentenausschusses und von Aenderungen dieser Satzungen un^er da§ Gesetz vom 29. März 1879 fallen und die Anhörung des Senats erforderlich sein. * Ferner kommt au5 Chcrrlottenburg heute folgende Meldung: Uder 2000 Studenten nahmen am Mittwoch abend zu der neuesten Entwicklung des Eharlottenburger üochschulkonfliktS Stellung. Die Versammlung war als Zlkademiker-Versammluug angezeigt, da die Behörden die Genehmigung zu einer „Studenten- Bersammluug" versagt hatten. Der Referent Student Petzold wandte sich besonders gegen den dem Studenten-Ansschuß gemachten Vorwurf des W 0 r t b r u ch e s und legte eingehend den Verlauf der Verhandlungen zwischen dem Senat der Technischen Lochschule und bent Stubenten-Ausschuß dar.. Die Versammlung nahm einstimmig eine Resolution an, in der es heißt: „Der Erlaß von Rektor und Senat der Königlichen Technischen Hochschule in Berlin vom 15. Avril 1905 enthält bk ehrenrührige Beschuldigung, die Vertreter der Studentenschaft hätten ein dem Rektor gegebenes Versprechen gebrochen. Die Beleidigung ist ausgesprochen worden, ohne daß der gering ftc Versuch, etwaige Mißverständnisse aufznklären, gemacht wurde. Die gleiche Anschuldigung hat Seine Magnift- zenz, der Rektor, durch Tageszeitungen^ verbreitet und sie sogar ohne Erwiderung von feiten bei Studentenschaft, die eine Untersuchung eingeleitet, in der Presse wiederholt. Auf Grund des Berichtes, den die Vertreter der Studentenschaft über die ganze Angelegenheit erstattet haben, insbesondere deS Berichtes über die Friedensverhandlungen vom 23. Februar, für dessen Richtigkeit sich sämtliche 11 beteillgte Studierende verbürgen, kommt die Studentenschaft der Technischen Hochschule zu der Ueberzeugung, daß die s ch w e r e n B e s ch u l d i g u n g e n v ö l - lig unbegründet sind. Tie Studentenschaft erklärt sich mit ihren Vertretern solidarisch und sieht ine ihnen zu- gefugten Beleidigungen als die ihrigen an. Sie legt gegen diese Beleidigungen auf daS en t schieden st e Verwahrung ein und erwartet, daß sie baldigst aus der Welt geschafft werden." Kolonialpost. — Der Berliner Vertreter des „Standard" telegraphiert, die deutsche Regierung habe in der Streitsache zwischen Deutschland und England betreffs der Marschall-Inseln In allen wesentlichen Einzelheiten nach gegeben. (!?!) Die Regelung Set Angelegenheit entspreche den Forderungen der englischen Negierung. Ohne die Bedeutung der Wache zu überschätzen, dürfen England und Australien mit frei Art und Weise der Erledigung dieser Angelegenheit voll- s^ftrdig zufrieden sein. ~ " Aus AM Md Land. Gießen, 5. Mai 1905. — S. K. H. der Großherzog und der Stein- wurf in Friedberg. In sehr bemerkenswerter Weise hat S. K. H. der Großherzog über den Bubenstreich, den er in Friedberg erleben mußte, sich geäußert. Auf das vom Bürger- meiftcc der Stadt Friedberg im Namen der Stadt und Bürgerschaft an den Landesherrtt aus Anlaß der Gefährdung der allerhöchsten Herrschaften abgesandte Telegramm ist dem Absender folgende Antwort zugegangen: Ich danke Ihnen und den Bürgern Friedbergs für die in Ihrem Telegramm auSgesproche,ten Worte und bin nach wie vor von der Treue und Anhänglichkeit der Stadt überzeugt. Ich bin weit davon entfernt, diesen B u b e lt st r e i ch an t m i ch persönlich gerichtet zu betrachten, bedauere aber, daß derartige teils kindlichen teils bösartigett Angriffe, die leider tt i ch t v e r e i n z e l t d a st e h e n, i tt Meinem L a tt d e v 0 r k 0 m m e n k ö n n e n. E r n st L u d >v i g. Diese Worte verdienen die weiteste Verbreitung. Es sind durchaus nicht immer nur Kinder, dtrrch welche Reisende, Radfahrer, Automobilisten re. in derartiger Weise belästigt und angegriffen werden. Niederträchtig und abscheulich, und läppisch zugleich sind solche „Heldentaten^. Man erinnert sich der vor Jahr und Tag vorgekommenen häßlichen Freveltat von Bremen, aus der die norddeutschen Reaktionäre s. Zt. möglichst viel Kapital schlugen. Die Ueberzeugung unseres Landesherrn, daß der Wurf nicht ihm gegolten habe, und das in den Schlußworten ausgesprochene Bedauern wird hoffentlich nicht nur bei dem Attentäter die Scham über die schmachvoll törichte Tat zu lebendiger Wirksamkeit bringen, rmd nicht nur ihn, sondern auch alle zu gleichen Roheiten neigenden Subjekte zum Bewußtsein ihrer Gemeinheit führen. Das KreiSamt in Friedberg hat an sämtliche ihm unterstellten Schulen eine Verfügung erlaßen, wonach die Schulkinder durch die Lehrer eindringlich vor solcher rohen, gefährlichen Handlungsweise zu verwarnen und eintretenden Falles energisch zu bestrafen sind; auch soll das Kreisamt von jeder Bestrafung in Kenntnis gesetzt werden. ** Geschworenenliste. Zur Bildung der Spruchliste für die am 2. Juni 1905 beginnende Sitzungsperiode des Schwurgerichts de§ Gr. Landgerichts der Provinz Oberhessen wurden die Namen folgender Hauptgeschworenen aus der Jahresliste für 1905 gezogen: 1. Heinrich Christian Fauerbach, Landwirt in Büdesheiin, 2. flarl Goppel, Müller u. Landwirt in Ptordt, 3. Iohanites Hensel IH. Landwirt in Schwalheim, 4. Reinhard Diesenbach, Landwirt in Freiei^seen, 5. Heinrich Karl Weikh, Landwirt in Nieder-WvU- stadt, 6. Konrad Wagiter, Landwirt in Odenhatlscn, Kr. Gießen, 7. Hermann Dürbeck, Kaufmann in Lauterbach, 8. Peter Gornert NI., Landwirt in Queckborn, 9. Peter Well III. Landwirt in Ober- Breidenbach, 10. Ludwig Rackö, Bankier in Gießen, 11. Heinrich Horst IIF. Landwirt in Ruppertenrod, 12. Wilhelm Wenzel, Fabrikant in Lauterbach, 13. Konrad Leschhont III. Bürgermeister in Obbornhofen, 14. Philipp Stoll II. Landwirt in Echzell, 15. Philipp Jockel, Bankier in Grünberg, 16. Bruno Büttner, Fabrikant in Gießen, 17. Rudolf Werß, Pachter auf Hof-Graß, 18. Karl Heinrich Rausch, Mehlhändler in Friedberg, 19. Louis Geist, Rechner in Ober-Widdershenn, 20. Karl Julins Wetzel, Ingenieur in Nieder- Erlenbach, 21. Jakob Ihrina, Iäcker in Lich, 22. Georg Seybold I. Landwirt in Nieder-Eschbach, 23. Johann Georg Windisch, Becker m Friedberg, 24. Rudolf Bücking, Bankier in Alsfeld, 25. Leonhard Metzendorf, Manrertneifter in Schlitz, 26. Heinrich Koch XIV. müller in Alsfeld, 27. Heinrich Kraft, Pachter in Vonhausen, 28. Friedrich Bindemald, Möbelhändler in Friedberg, 29. Albrecht Freiherr Rtedesel zil Eise>tbach, Rentner in Sickendorf, 30. Andreas Lepper HI. Landwirt in Zell. ** KreiLlehrerkon seren z. Die Lehrer des Kreises Gießen veranstalteten gelegentlich ihrer gestern (4. Mai) in der Turnhalle der Stadtknabenschnle stattgehabten Kreislehrer- konserenz eine Schil lerfeier. Provinzialdirektor Geheimrat Dr. Breidert begrüßte die Mitglieder der KreiSschulkom- Mission, die Lehrerinnen und Lehrer deS Kreises und gedachte Schillers, des deutschesten der Dichter, den besonders unsere Jugend verehre. Die Lehrerin Frl. Friedri ch-Gießen trug hierauf einen schonen Prolog vor, der lebhaften Beifall fand. Den Vortrag „Unser Schiller" hielt Lehrer Krug-Gießen. Er schilderte darin das Leben, die Kämpfe und den Werdegang Schillers. Provinzialdirektor Geheimrat Dr. Breidert dankte dem Redner und beschloß diesen Teil der Konferenz. — ES folgten die Angaben über den Stand des VolkS- schulwesens im Kreise und der Stadt Gießen durch Kreisschulinspektor Kleinschmidt. Die Schnlerzahl betrug int Schuljahr 1904'05 12 107 gegen 11804; davon sind 5975 Knaben und 6 132 Mädchen. 10 879 sind evangelisch, etwa 200 katholisch und dir übrigen israelitisch. Im ganzen wirkten an den 79 Schulen des Kreises 197 Lehrkräfte; 39 Schulen waren einklassig, 22 zweiklassig, 7 dreiklassig, 7 vierklassig und 4 mehrklassig. Nur noch 13 Schulen erheben Schulgeld, 76 sind davon frei. Die Fortbildungsschulen deS Kreises zählen in 76 Schulen 1929 Schüler gegen 1890 im Vorjahr; davon sind 1829 evangelisch. Im Kreis ist eine Privat- schule, nämlich die ErziehtmgSanstalt in 2lrnsbnrg, die 2 Lehrkräfte und 22 Schüler zählt. Die Stadt Gießen besitzt 45 Klassen und Lehrkräfte, 40 Lehrer und 5 Lehrerinnen. Die Schülerzahl beläuft sich auf 2239, davon sind 1034 Knaben, 1205 Mädchen. Im Schuljahr 1903/04 betrug die Zahl der Schüler 1174. Die Fortbildungsschulen Gießens zählten in 13 Klassen 318 Schüler. Kreisarzt Medizinalrat Dr. Haberkorn referierte über Art, Entstehung, Verbreitung und Bekämpfung der Genickstarre. Der Redner hält eine Aufregung und Angst der Bevölkerung für unnötig, da die Ansteckungsgefahr sehr gering sei. Das HauvtvorbeugungS- mittel bestehe darin, daß man den Körper nicht zu sehr schwäche und nicht hungern ließe. Bei leichten Fällen sterben 20%, bei schweren 75%, im Durchschnitt 37% der Erkrankten. Im Nachwinter und Frühling ist die Genickstarregesahr am größten. Geheimrat Dr. Breidert regt die Gründung von Volksbibliotheken in den Orten des Kreises an, die noch keine besitzen. Nur 33 Gemeinden von den 80 des Kreises haben bis jetzt Volksbibliotheken. Demnächst soll in Gießen eine Konferenz stattfiuden, die sich mit dieser wichtigen Angelegenheit weiter befassen wird. Von der Kreiskasse sind Zuschüsse zu den Bibliotheken in Aussicht gestellt. — Den Schluß der Tagesordnung bildete ein Vortrag „Die Fibel, das Lesebuch der Kleinen". Lehrer Zöller-Watzenborn- Steinberg verstand e§, darin in sachlicher Weise die Lehrer von der Notwendigkeit einer Verbefferung unserer hessischen Fibel gtt überzeugen und fand vielseitige Zustimmung. An die Konferenz schloß sich um %2 Uhr ein gemeinsames Mittagessen im (Safe Ebel. * * Besichtigung der Arbeiten an den Klärbecken. An der Baustelle hatte sich gestern nachmittag 6 Uhr außer dem Oberbürgermeister und dem Leiter des städtischen Tiefbauamts Geheimer Obcrbaurat Schmick- Darmstadt, nach dessen Planen bekanntlich die Kanalisation errichtet wird, eingesmtden. Die Stadtverordneten waren fast sämtlich erschienen, ebenso die drei Beigeordneten. Baumeister Braubach erläuterte an einer Zeichnung die ganze Art und Einrichtung der Kläranlagen. Für den älteren Stadtteil und das sich daran schließende tiefer liegende Stadtgebiet sind vier Klärbecken von je 40 Meter Länge für die Aufnahme der Schmutzwaffer vorgesehen, woran sich zwei weitere Klärbecken in gleicher Länge zur Ausnahme der Regenwässer anschließen. Diese sollen lediglich die NotauSläffe unnötig machen und hauptsächlich benutzt werden, tvenn große Niederschläge die Wassermengen den Regenwassersielen zuführen. Bei gemöhn- lichent Wasserstand der Lahn fließt aus dem Klärbecken das mechanisch gereinigte Waffer durch einen gemauerten Kanal in den Fluß ab, während bei hohem Wasserstand die vorgesehene Pumpvorrichtuug, ähnlich wie an der Westanlage, in Tätigkeit tritt. Für den höher gelegenen Seltersberg- Stadtteil wird ein besonderes Klärbecken enichtet, das in Stampfbeton hergestellt und mit glasierten Steinplatten belegt lüirb. Die Anlage für den Seltersberg ist über der Erde angelegt^ so daß das gereinigte Waffer selbst bei Hochwasser mit natürlichem Gefall zur Lahn abstießen wird, und ein Ueber- pumpen unnötig wird. Das Klärbecken für den Seltersberg ist bereits im Rohbau seiner Vollendung nahe, während für die sechs weiteren Klärbecken der Altstadt die Baugrube zum größten Teil bereits ausgehoben ist. Eine Dampframme, welche man in Tätigkeit sah, arbeitet die Spundwände in di« Erde, während au§ der teilweise mit Wasser noch gefüllten Baugrube mittels Dampfbagger der schönste Lahnkies zu Tage gefördert wird, der bei den Betonarbeiten seine Verwendung findet. Wenn man vor dem die Baustelle im weiten Bogen umspannenden hohen Erdwall, welcher die zukünftige sllärbeckenanlage gegen das Hochwaffer der Lahn schützen soll, auf das Bild zu seinen Füßen niederschaut, wenn man das Leben und Treiben der Hunderte von fleißigen Arbeitern beobachtet, nürb man unwillkürlich an einen Ameisenhaufen erinnert Baumeister Braubach erklärte, daß er sicher voraussetze, daß die Klärbecken sämtlich noch in diesem Jahre fertig gestellt würden. Er wies auch darauf hin, daß die Baugrube für das Maschinenhaus bereits hergestellt sei und in den allernächsten Tagen mit der Betonierung für die Fundamente der Maschinenanlage :c. begonnen werden würde. * * S ch i l l e r f e i e r. Es scheint im Publikum die Meiw unq verbreitet zu sein, daß man sich um Karten für den Festakt, in der Turnhalle nicht zu bemühen brauche, weil hoch keine z-n erhalten seien. Dom gegenüber möchten wir noch einmal darauf Hinweisen, daß jedermann Zutritt hat und niemand — abgesehen von den Spitzen der Behörden und den Chargierten der Studentenschaft — Karten zu gesandt erhält. Auch die Mitglieder des Lehrkörpers der Universttät genießen bei dieser Gelegenhett keinen Vorzug. Flir den Festakt ist um Gesellschaftsanzug (schwarzer Rock) gebeten, ebenso für die heutige Theatervorstellung. Tas Programm in der Montagsvorstelrnng ist das gleiche wie das der heutigen. Für die Schülervorftell-- ung sind Karten an die einzelnen Schulen verteilt woroen, mtb zwar so, daß die Sck)üler und Schülerinnen des sren Osttrsciertagc Saloniki der Schan- vlatz von Griechen veranstaltete anti-Äulgarischer gewesen ist. Im .’öauie des bulgarischen Mädchen-Gymnasiums wurde der Direlror überfallen und verletzt, ebenso ein bulgarischer Pope. Die. hierdurch verschärfte griechenic-ndlrckie Strömung wird von der Regierung, soweit tS ihr möglich ist, erngedämmt. Warschau, 5. Mai. Unt 10 Uhr abends wurde in der Marschall DvSkajastraße bvn unbekannter ^and eine Bombe unter dns PLrrd des berittenen Qbervolizeimeisters-GeHilfeu Zoyfarth geworfen. Die Bombe explsdrerte so schwach, daß niemand ver- uetzt wurde. — Der Generaliereik gilt als teitiueifc mißlungen. Die Fabriken und Druckereien ruhen. Dir Zeitungen erscheinen nicht. Ter Tramwvybetrieb war nur vorübergehend gestört. Man sieht sehr wenig Droschken in den Straßen. In, der Warschauer- und der Lei'cknwstraße wurde die große Menge! von Militär mit blanker Waffe zerstreut. Ginigr Personen wur- den durch Säbelhiebe und Bajonettstiche verwundet. Von den> Verwundeten des 1. Mai sind noch 11 gest 0 rben. Die Gc-s samtzahl der Toten ist nunmehr auf 42 feftgestellt worden. New York, 5. Mai. Der Chicagoer Kutsch er-1 streik, der sich über alle Stadtteile ausdehnt, ist der größte Krawall seit den berüchtigten Anarchistenattentaten vor 19 Jahren. 3500 streikende Arbeiter und der Mob^ verursachen wüste Svenen. Der Bürgermeister hat 2000 weitere Hilfspolizisten vereidigt. Die GeschäftÄeute fordern vom Staatsgouverneur die Einberufung der Miliz. Dio Haltung der Bundesregierung ist abwartend. Washington, 4. Mai. Der internationale Eisenbahnkongreß wurde heute eröffnet. Der Vize- Präsident der Vereinigten Staaten Fairbanks sagte, die Verhandlungen des Kongresses seien geeignet, die internationalen Beziehungen zu erweitern und die i n t e r n a t i 0* nale Freundschaft zu befestigen. Er hoffe, daß: der Kongreß nicht nur die Leistungsfähigkeit der. Eisenbahnen erhöhen, sondern auch mittelbar dazu beitragen werde, die schiedsrichterliche Beilegung von schwierigen Streitfragen, wie sie bisweilen entstehet und den Weltfrieden bedrohen, soweit es mit dertz internationalen Ehrbegriffen vereinbar sei, zu fördern. p'MI I 2476 sagt allen herzlichen Dank 03042 Die trauernden Hinterbliebenen. Mainzlar, den 3. Mai 1905. 03039 B5/a Mima junge SchnilLZcchnen 2 Psd.-Dose Psg. 99 99 99 99 99 99 nur: Radebeuler 1277 *9 99 100 rot BchWtthk 2< Liiideiiplch 12 MO^MWWGWU Erdbeeren ftprilio en Schniillpargel mit Köpfen Erima Schnittlpargel mit Köpfen Mirabellen Pflaumen Reineclauden Zunge ßrblen chemüse-Lrbs n Zunge chemüse-Grblen Filicnmilch-Serfe. Man acl>te aus die Schutzmarke StcrLenpsird, echt ä St. 50 bei Adöb BäeSer Viktoria-Drogerie, Marktstraße 5. i Familie H. Seidewand. Gießen, Berlin, Bensheim , 5treudoe*t5KS Iler] ch test en es Ürttttntrtmt übernimmt das Bei-- 5lUil|mUI!ll tragenvonGeschäfts-' büchern, Korrespöndenz 2c. Offerte stadtpostlag. u. R. C. erb. [03021 Heu-Bersteigcrung. Montag den 8. Mai, vormittags 10 Uhr, läßt der Unterzeichnete in der Hofraite des früheren Bürgermeisters Geißler in Lollar 100 Ctr. gutes Klee- und Wiesenheu 10-Centnerweise meistbietend gegen Barzahlmig freiwillig versteigern. 2471 Lollar,b.Mai 1905. Ludwig Schön III. SLKartoffelsetzen 03010] K. Jäger, Neuenweg 38, H. Aussorderung. Mle Diejenigen, welche eine Forderung an den Nachlaß des verstorbenen MaurermeistersWil» Helm Büttner von Steinberg haben, werden hiermit aufgefor- dert, dieselben an den Vormunds Herrn Balthasar Schneidmüller II. in Steinberg innerhalb 14 Tagen» einzureichen. Später eingehende Forderungen werden nicht berücksichtigt. 02990 Steinberg, den 4. Mai 1905. B. Schucidmüller II-, Steinberg. Garten "" Schriftl. Meldungen unter 0304) an den Gieß. Anz. erbeten. Warne hiermit jedermann, meinemSohntz Wilhelm etwas zu verabreichen] ober zu borgen, da ich für nichts! hafte. 03020; Philipp Hederich, Kinzenbach. Mk aegen gute Sicher- JIIL uuVlJ heft und ratenweise, Rückzahlung von solidem Kaufmann zu leihen gesucht. Gest. Off.. unt. 1871 postlagernd erb, s03022. ViMMM Im Stricken n.Anstricken von StrümPseu empfehle ich mich angelegen.lichft.^ Strickgarne(biürSu»ll!ä!e!i) habe ich stets vorrätig. 864 Preise billigst. Ernestine Hopfner Srimbergerstrahe 17. Neueure -— G. F. F- Montag den 8. Mai, abends 81 /2 Uhr, Hebung 2. LSschilges. B6/, DaS Kommando. Pseisenklilb Melia Catzbödeii. Sonntag den 7. Mai Wftg Nll] Wctzltt übers Waldhctus. Abmarsch 6 Uhr. |02998] Der Vorstand. Mschll-Lemn MM 1960. Sonntag den 7. Mai: SchchelMü. i Abfahrt praz» 8 Uhr morgens.