Bin im nächsten Jahr ich Meister, Wird die Grete Meisterin. Silles, alles soll ihr werden, Was ich habe, was ich bin. Der Kaiservreis, die Statue eines Minnesängers, wurde ge- leqentlich des Brooklyner Scingerfestes im Jahre 1900 von dem Brooklyner Gesangverein ,9kion' errungen. Dann erwarb ihn der „Junge Mannerchor", Philadelphia. Nun findet in Neivarl abermals ein Wettstreit der deutschen Gesangvereine um den Kaijer- preis statt. — Sudermanns neuestes Stück „Das Blumen- bood" ist jetzt — ehe noch die Aufführung des Wertes in Aussicht steht — im Cottaschen Vertage zu Stuttgart als Buch erschienen Es ist ein an „Sodoms Ende" erinnerndes Gesell- schistsdrama aus dem modernsten Berlin. Im Mittelpuntte der Handlung steht eine junge J-rau, die in der Ehe das sogenannte Neckt der Persönlichkeit, völlige J-reiheit des Erlebens und Ge- niestens fudtt und — findet, bis das Geschick ihrer Schwester sic auf den Weg der Pflickst zurückbringt. „Mein Leben", sagt die Heldin des Schauspiels, „soll werden rote ein Blumenboot, Musik ringsum und verschleierte Siebter und Lachen und ein Glückstraum" . Tas erklärt den Titel des Schauspiels, das in einem „Zwischenspiel" eine Fülle von Typen aus der Bohöme auf die Szene bringt. _ „ _ ,. t ~, Frankfurt a. M., 3. Nov. Das R e s t d e n z - T h e a t e r hatte mit der Neuaufnahme von Sardous Schauspiel „Fernande" einen guten Griff getan. Das immer noch wirksame und gut aufgebaute Stück fesselte von Anfang bis zu Ende und auch die Aufführung war entsprechen!) gut. Helene Rosner fflhrte sich als Cloiilde beim Frankfurter Publikum bestens euu — Henry Thode, Bö cklin und Thoma. Acht Vorträge über neudeutsche Malerei gehalteir für ein Gesamtpublikum an der Universität Heidelberg (Carl Winter. Kartoniert 3 Mk.). — Diese Vorlesungen hrben im Sommer dieses. Jahres lebhaften Beifall bei den Hörern gefunden und, soweit es die Vertreter realistischer Malerei angeht, noch lebhafteren Widerspruch, der seinen schärfsten Ausdruck in Max Liebermanns Veröffentlichung in der J-rankf. Ztg. fand. Ms Antwort auf die zum Teil persönlichen Schntähungen veröffentlicht H. Thode heute den Wortlaut dieser Vorlesungen, die von vornherein für ein größeres Publikum bestimmt, somit allen denen zugänglich werden, die ein Interesse haben an der Entwickelung unserer Kunst und denen d^ran gelegen ist, in dem Wirrwarr heutiger Kunstauffassuna einen festen und bestimmten Standpunkt zu gewinnen. Prof. Thode gibt in großen Zügen den Entwicklungsgang der neueren Kunst und feiert auf dem Gebiete der Malerei als deren hervorragendsten Vertreter Böcklin und Thoma, die in ihren Schöpfungen idealistisck^en Sinn, starren Gefühlsausdruck, Universalis- mus. Naturtreue und lebendige Phantasie vereinen und damit spezifisch deutsche Eigenschtstm offenbaren. Tie Thodeschen Vorlesungen sind das offene Bekenntnis einer idealistischen Welt- ensachuung, ein Aufruf zur Besinnung auf das, was deutsch in unserer Kunst ist. eine energische Abwehr deS Qhnismus und mvstischer Unklarheit, die sich in der modernen Kunst breit zu m'ften bemühen. Sowenig diese Produkte dem deutschen Empfinden entsprechen, so wenig heben es diese Vertreter der Moderne vermocht, im Raffinement der Darstellung unseren westlichen Nachbarcn, von denen uns die Richtung gegeben, gleichzukommen. 12 8tc Ttrahe 3 ”’Be nutbip bellen «u l)ejorqt. B l> k «'ch b** O7Ö8I b‘r»»s,i6t Ü bfelt M lbu«b'nmll äT ta8”5'« y| „Neu! • Seipn , Prima Ium iisekartoM ‘ä ajgy- ,n liderlßuaiiuimlreipalll Weh Trechsler ffiah 8 relepbon 581 afeliipsci mifdjtenL besseren und rbla '[ 'm Preise von ivlk. 17.. IL 22.- per Zentner inll 'ckuiig gffl. l'otnuibfjablimi Nachnahme ab Fneddki, eben. Ihr*/ . Stahl w; Obaber: M. Clahl) iedbergj^efien), hrnuius vetsclienmus er Bereitung, empfiehll i glicher Dualität (MX ui! /Mach, e mit Grosses za bieten. jben den grössten ,utnen einen Besuch ngen Iler Art len, Stores, k8f»tten Ä*/ll m«. Samstag 4. November 1905 Zweites Blatt. Nr. 260 EichWer Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnwersilälLdruckerei. R. Lange, (Sieben. Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schalste. 7. Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen. 155. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „siebener ZamNIendlätle^ werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der Ehesfisch« Laabwtrt" erscheint monaUich einmal. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen. ........1 - - — ■ ■ ■ ■■■■■ "' 1 1 ■■ Zur Offl*. oli die Regieruiigsvorschlcige auf Besserung des Wahlgesetzes zum :'heitern gebracht. Ten stärksten Widerstand erhebt die Erste Kammer, die für nötig findet, die vermeintlichen Gefahren einer ans direkten Wahlen heroorqehenden Volkskammer durch Vermehrung der Rechte der Ersten Kammer zu überwinden." Ter Kampf gegen diese Widerstände könne wirksam nur geführt werden durch ein energisches Eintreten für das direkte, allgemeine und gleiche Wahlrecht, tret von sog. Kanteten, „bie meistens nur der Abneigung gegen das freie Wahlrecht und dem Misttrauen gegen das Volk entspringen.* Den Rechten der Volkskammer dürfe n chts vergeben merben. Die Ansprüche der Ersten stamm er auf Verstärkung ihrer Rechte seien entschieden irückzuwei sen. Die Gesetzgebung über die Gemeindesteuern solle — wie e5 die gescheiterte Regierungsvorlage erstrebte — durch eine gerechte Verteilung der Gemeinde- gbgaben nach der Steuerkrast mit Beachtung der besonderen Vorteile, die der Steuerpflichtige von der Gemeinde hat, nach Möglichkeit die Schwachen entlasten und den durch das un- aufhaliianie Anwachsen der Gemeindeaufgaben immer schiverer werdenden fomnumolen Steuerdruck erträglicher gestalten. Tie bevorstehende Verwaltungsgesetzgebung müffe ein geordnetes und vereinfachtes Verfahren und den Ausbau bei kommunalen Selbstverwaltung in allen Instanzen bringen. Unter den mancherlei weiteren Aufgaben seien alle auf Hebung der Landwirtschaft, dec Industrie, de8 Handels und Verkehr« gerichteten Bestrebungen zu fördern, ohne kleinliche Bedenken, aber mit weiser Schonung der Cteuerkraft deS Landes. Zu allen 9lrbcile» im Dienste deS Volkes aber sei die starke und freiheitliche Gesinnung mitzubringen, die auf verständige Vorschläge von Land und Negierung hört, ohne sich von dieser abhängig zu machen und stets gewiffenhaft befliffen ist, die Rechte und Interessen des Volkes zu wahren und zu stärken. AuS dem 'Landtagswahlbezirk Bab-Nauheim- Fri ed berg-La n d wird uns geschrieben: In uns rem Wahlkreis roerben diesmal drei Kandidaten auf- treten. Ans nationalliberaler Seite kandidiert bekannt- lirb der bisherige L'ndtaasabg. Justizrat Windecker in ^rieb" V rq. Er wird in Bad-Nauheim von dem dortigen Verein der f rgerlichen P rteien unterstützt. Auf b a u e r n b ü n d l e r i s cd er Seite ist Landwirt V r e i d e n b a ch in Dorh'im aufgestellt. Ter sozialdemokratische Kandidat ist anscheinend noch niebt teiiimntt, vielfach wird als 'solck>er Minder in Dad-Nand'im $ ?n nnt. Jedenfalls ist sicher, daß die sozialdemolr. Partei, lv' f,e bei der letzten Reick'sttgsroahl in den Orten des Londtags- r.'-L'JrafeS nur etwa 200 Stimmen weniger als die nationallibe- r ic Partei echtsten hot, eigene Wahlmänner aufstellt. Tie Hoffnung t^r Bmiernbünbler, die Sozialdemokratie würde in ; । in Bcssri den, Jnstizret Windecker aus dem Landtage zu ver- brengen, auf bie Aufftellung eigener Woh.männec verzichten, hat sich nickt erfüllt. Leider wirb durch die Spaltung der bürgerlichen Parteien der Sozialdemokratie rden beispielsweile in einem Ort 101 Stimmen ab* Gegeben und ber nationallib'r.ile Wahlmann erhält 33 Stimmen, fr er b uernbünblerische die gleiche Zahl, während dem sozial- bemosr-tiseben Wahlmann 34 Stimmen zufallen, so ist letzterer qeroählt. Unter den gegebenen Umständen wäre dringendste Veranlassung gewesen, in den bürgerlichen Reihen ! d"n 3 ro i e | h n 11 zu vermeiden, zumal Justizrat Windecker f cls für bie berechtigten Interessen ber Landwirtsckwst eingetreten i't und sic bei jeder Gelegenheit in energischer Weise verfochten hat. Tie ba uernbünblerische K'anbidatur erscheint aussichtslos, sofern sie die sozialdemokratische Unterstütz- ng nicht erhält. Tie Ausstellung bauernbündleriscker Wahl- rttämtcr trögt ober dazu bei, Wasser auf die Mühle der Sozialdemokratie zu liefern und die Zahl ber sozial- demokrotischen Wahlmänner zu vermehren. Der Kandidat des Blindes der Landwirte im Wahlbezirk Fürth-ReichelSheim, Mühlenbefitzer Fritz Bauer in Fränkisch-Crumbach, hat sich übrigens, der „Volksw." zufolge, bereit erklärt, nach den Wahlmännerwahlen zurückzutreten, wenn der seitherige Kammerpräsident Haas in seinem seitherigen Wahlkreis unterliegen würde, damit dieser auch dem kommenden Landtag wieder angehören kann. Deutsche» Reich. Berlin, 3. Roo. Aus Befehl des Kaisers werden die öffentlichen Gebäude in Berlin au? Anlaß des bevorstehenden Besuches des Königs von Spanien beflaggt werden. — Die Eröffnung des Reichstags wird am 2 8. November, 12 Uhr mittags, durch eine Ehrenrede im Weißen Saale des König!. Schlosse« stattfinden. Man nimmt an, daß der Kaiser den Eröffnungsakt selbst vollziehen wird. Die erste Plenarsitzung findet an demselben Tage um 2 Uhr statt; in dieser Sitzung wird nur die Beschlußfähigkeit festgestellt. Tie Wahl des Präsidiums findet am 29. Nov. statt. — Der Reichskanzler hat den Vertretern des Vorstandes des deutschen StädtetageS empfohlen, den Anregungen der preußischen Landwirtschaftskammern zu folgen und selbständig die Fleisch Versorgung der Städte in die Hand zu nehmen. — Der Staats-Anzeiger veröffentlicht die Ernennung des Direktors im Reichsamt deS Innern, Dr. Richter, zum Unterstaatssekretär im preußischen Handelsministerium. — In einer unter dem Vorsitz deS Staatsministers Grafen PosadowSky abgehaltenen Plenarsitzung deS Bundesrates wurde die Vorlage betreffend Ergänzung der PrüfungSoorschriften für Tierärzte und der Ent- wurf eines GefetzeS über die Entlastung deS Reichs - nvalidenfonds den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Die Entwürfe eines Gesetzes über Versicherungsvertrag, eines zugehörigen PrüfungSgesetzeS und eines Gesetzes über Aenderung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches und über Seeversicherung fanden nach den Anträgen der Ausschüsse Annahme. Die Genehmigung wurde erteilt der beabsichtigten Aenderung der Satzungen ber Hnvothekenbank Hamburg wegen Erhöhung ihres Gnindkapitals, außerdem wurde über eine Reihe von ReichStagSresolutionen aus der abgelaufenen ReichStagssession sowie über eine größere Anzahl Eingaben Beschluß gefaßt. — Bei den gestrigen Stadtverordneten-Ersatz- ivahlen in Schöneberg bei Berlin gewannen die Sozialisten vier Sitze. Die bürgerlichen Parteien retteten von ihren bisherigen sechs Sitzen nur zwei. — 1800 Japaner, die in Rußland Kriegsgefangene waren, dürften auf dem Rücktransport nach der Heimat demnächst Berlin passieren, um in Hamburg eingeschifft zu werden. Tie Mannschaften sind zum Teil unterwegs nach der preußischen Grenze. Preußisch-Holland (Ostpr.), 3. Nov. Nach den bisherigen Ermittelungen bei der gestrigen Reichstags - ersatzwahl im Wahlkreise Pr.-Holland-Mohrungen wurden 9471 gültige Stimmen abgegeben, davon für Rittergutsbesitzer Glür-Gernehuen (ko ns.) 8289 Stimmen. Im Kreise Mohrungen erhielt Glüc 4026, Hermenau (freis. Vpt.) 690, Braun (Soz.) 273 und Krebs (Zentr.) 38 Stimmen. Im Kreise Pr.-Holland wurden sür Glür 4263 Stimmen abgegeben. Einige Bezirke stehen noch mt§. Halle a. d. Saale, 3. Nov. Stadtrat Dr. Richard Nive-BreSlau mürbe heute mit 31 Stimmen zum Oberbürgermeister von Halle gewählt. Auf Oberbürgermeister Contag-Nordhausen entfielen 20 Stimmen.________________ — Alldeutsches.^ Tie Vorträge, die auf ber Tagung bc5 Mldeutschcn Verbandes in Worms im Mai geilten wurden, sind jetzt als Flugschriften des Mldeutschen Verbandes im Truck erschienen. In einem Hefte behandeln Tr. R e i s m a nn - G r o n e in Essen und Generalleutnant von L i eb e r t-Berlin von etwas verschiedenem Standpunkte aus die J-rage, ob TeutMand Festlands- ober Ueberseepolitik treiben soll. Unter Anführung vieler geschickrtlick)er Beispiele erörtert Reismann die Grundlagen einer kräftigen Ueberseepolitik, die in Deutschland erst noch gesck^affcn werden mühten, während Siebert sich auf den Standpunkt stellt, daß wir nach der ganzen Weltlage nicket in der Lage sind, erst abzuwarten, bis wir in Mitteleuropa die Konsolidierung erfahren haben, die uns gegenwärtig allerdings z. T. noch fehlt. Professor K u hl e n be ck-Lausanne behandelt Rasse und Volkstum. Kuhlenbeck stellt den Stand strittiger Fragen Rar und übersichtlich dar. Auf ein begrenzteres Gebiet führt uns der Vortrag von Oberlehrer Hensing- Tarmstad t zurück, der die Frage der Ausländer an deu tschen Hochschu l en behandelt. tzittlN llllö llV'ö. Gießen, 4. November 1905. — Ordensverleihung. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiivilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung Sr. Königl. Hoheit des Groß Herzogs dem Mitgliede ber freiwilligen Feuerwehr zu Traisa Valentin R i n b f r e y. * • Personalien. Ernannt wurde der Gefangen« aufleher am Haftlokal in Offenbach Heinrich Wilhelm SameS zum Ge'angenaufseher am Gefängnis in Mainz mit Wirkung vom 1. November 1905. " Kunstverein. Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß kommende Woche ein Teil ber erst seit acht Tagen ausgestellten Gemälbe zur Weitersenbung gelangen muß, um an beren Stelle eine Kollektion von A. Engelhardt-Karlsruhe, sowie zwei Kolossalgemälde von E. Daelen- Tüffeldorf zur Ausstellung bringen zu können. * • D ie Dachbeckerarbeit für bas Gebäude der höheren Töchterschule, 3000 Quadratmeter (Sauber Schieferbebachung, ist für ca. 13 000 Mk. an Dachdecker- meister Heinrich (Sari 6 übertragen. ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Die Sonntagsaufführung ber amüsanten Posse „Robert unb Bertram^ bürste besondere Anziehungskraft ausüben, da in 3 Akten Ballet- und Gesangseinlagen vorgeführt werden. Das nähere ist auf dem Theaterzettel zu ersehen. "Im Falle Malzi ist das Urteil jetzt rechtskräftig geworden. Probst Malzi wird demnächst seine Strafe in Butzbach antreten, er weilt zur Zeit bei seinen Angehörigen in Mannheim. Malzi hält sich für unschuldig, er hegt bie feste Ueberzeugung, baß eines Tages seine Unschuld an ben Tag kommen wirb. " Der englische Gesanbte in Darm stabt, Arthur Herbert, ist zum Gesandten in Norwegen ernannt worben. * * Der Vorstand der Großh. E i s e n b a h n - V e r- kehrs-Jnspektion sckpreiht uns in Erwiderung auf das Einges mdt in Nr 258: „Es trifft nicht zu, daß die beladenen Frachtwagen stundenlang warten müssen, bis sie an den Luken des Güterbodens auf hiesigem Dabnl>of abgefertigt werden. Die vorhandenen drei Tore sind für den hiesigen Verkehr vollkommen ausreichend; wer behiuptet, stundenlang warten zu müssen, möge sich für die (Volge sofort bei dem Vorsteher der Dienststelle melden. DaS dritte Tor wird nicht nur bei „ganz außerordentlich starkem" Verkehr, sondern regelmäßig nachmittags und wenn es sich sonst als notwendig erweist, geöffnet Es entspricht nicht den tatsächlichen Verhältnissen, daß nur ein Beamter zur S0t* Handlung der Frachtbriefe zwischen den Wagen vorhanden ist, sondern es sind nackpnittags regelmäßig und auch sonst nach Erfordernis zwei am Platze. Es ist nicht zutreffend, wenn behauptet wird, der Versandboden sei zu klein; wer sich Überzeugen will, möge sich zum Vorsteher der Güterabfertigung begeben, um den Versandboden zu besichtigen. Die direkte Verladung von den Annahmetoren in die bereit stehenden Wagen liegt durchaus im Interesse des Publikums, da durch das Unterlassen einer Absetzung auf dem Boden und späterer nochmaliger Aufladung auf die Schubkarren die Gefahr der Güterbeschädibung verringert und außerdem in vielen Fällen eine beschleunigte Absendung erreicht wird. Durch die direkte Verladung werden auch die Fuhnverke nicht länger aufgehalten, denn das Arbeiterpersonal wird entsprechwnd verstärkt, um die Güter sofort abrvllen zu Fomten. Daß die sorgfältigere Handhabung des Dn- n?hmegeschäftes etwas mehr Zeit erfordert, als wenn jeder Anlieferer nach Belieben größere Mengen Stückgut auf der Rampe und in den Toren absetzt, dann davon fährt und es den Eisenbahnbediensteten überläßt, die einzelnen Stücke nach den Frachtbriefen hinterher selbst herauszusuchen, liegt in der Natur der Sache; eine sorgfältige Ausführung des Annahmedienstes ist aber nicht nur ba£ Recht, sondern auch die Pflicht der Eisenbahnverwaltung. Auf eine fernere Auseinandersetzung an dieser Stelle über, die gleichen Punkte wird verzichtet werden. • " Baumfällen. In der Zeit de§ Baumfällens werden an den Straßen und in den Ortschaften die ReichS-Tele- graphen- und Fernfprechleitungen durch um* stürzende Bäume oder durch herabfallende Aeste häufig beschädigt, weil die Personen, denen daS Baumfällen obliegt, in der Regel die zur Sicherung der Telegraphenanlagen gegen Beschädigungen erforderlichen Vorkehrungen überhaupt mcht oder in ungenügendem Maße treffen und es unterlassen, von den bevorstehenden Arbeiten dem nächsten Postamt rechtzeitig vorher Mitteilung zu machen. Es wird deshalb, da auch fahrlässige Beschädigungen der Telegraphenanlagen im Kleines Aeuilleton. — Das Newarker Wetlfingen um den Raffer- -reis. Unter 304 deutschen Gedichten, welche auf Grund eines Preisausschreibens für em Preislied eingesandt wurden, das bei dein im nächsten Jahre in Newark (Nordamerika) stattfindenden Wettsingen um den im Jahre 1900 vom deutschen Kaiser gestifteten Sängerpreis aefunaen werden soll, ist das Gedicht des Lehrers Robert Schmidt in Groß-Lichtenelde bei Berlin preisgekrönt worden. Nun wird ein Preisausschreiben um eine Vertonung dieses Gedichts erlassen. Die 304 Gedichte gingen aus den verschiedensten Teilen der Welt ein. Schmidt erhielt einen Preis in Gestalt von fünfzig Dollars. Das Gedicht lautet wie folgt: Alle Wetter, iftjnein Gretchen Doch vor allen hübsch unb fein, In der ganzen Welt gibt's keine, Die mir könnte lieber sein. Schlank gewachsen wie 'ne Tanne, Und doch alles voll unb runb Himmelblau bie Schelmenangen Kirsckenrot der kleine Mund. Dabei immer stink unb heiter, Sander, fleißig, brav unb gut, Weiß wohl, daß mir viele neiben Tiefes junge, frische Blut. Doch das soll mich wenig kümmern, Grete hält zu ihrem Hans, Ihre Küsse gestern sagten's Bei ber Heimkehr mir vom Tanz. Am 72 Jahre alt, ohne Berus dahier. wiesen. £). König, Ehern., Nürnberq, Grünbergerstr. 20. Am 28. Cft. fiubivig Süoneberg, Bäcker dahier mit Luise Kreiling hierselbst. — Adoli Teicherl, Bäcker dahier mit Lin aR. Kreuder, Pharrn., Grünberg, Blsmarcklkr. 14. Mau achte auf den Namen MAftfil und die Schutzmarke ,,Kreuzstern" dann selbst in das kleine, mit Würzesparer oerseheiie Maggi-Fläschen abstillt- r* (M. Tgbl.) Heinrich 31. Cft. 2. Noo. Mooh Hierselbst. — Wilhelm Dannewktz, TelegrapbenvorarVeiter in Grävenwiesbach mit Etisabethe Dönges in Wiesbaden. sollen als Fruhstucksgetrank nur I*ervie viel der Todesiälle in der belresjenden Kraiifheit aiü von auswärts irach liegen gebrachte Kranke kommen. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Markte. fc. Frankfurt a. 2)1., 4. Nov. Heu- und Stroh- lna r k t. Dian notierte: Heu Dik. 3.70 bis Dik. 4.00, Stroh Mk. 2.60 bis Dik. 2 90. Alles per öO Kilo. Tendenz: fest. to l*®* Geborene. Am 22. Cft. Dem Hausburschen Wildem Lipp ein Sohn, Karl. Am 23. Cft. Dem Schuhmachermeister Karl Waldscknnidt eine Tochter, Marie Margarete Helene. Am 28. Cft. Dem Briefträger Johannes Reitz em Sohn, Karl Georg Heinrich. — -tem Kauimann Gustav Bley em Cohn. Am 30. Cft. Dem Cberlehrer Ernst Lucius em Sohn, Ernst Konrad Heinrich. Am Dem Weißbinder Johann Weiersbäuser ein Sohn. Am Dem C'enjetzer Philipp Hof eine Tochter, Helene. Gestorbene. _ _____ 28. Cft. Heinrich Kaspar Wilhelm Lenz, SMte. alt, Sohn des TaglöhnerS Heinrich Lenz IL dahier. Am 29. Cft. Diarie Katharine Albohn, geb. Rohn, 57 Jahre alt, Ehefrau des Dresch- inaschinenbesltzers Wilhelm Albohn dahier. — Ernst Ludwig Frisch- Holz, 1 Jahr alt, Sohn des Taglöhners Philipp Frischholz dahicr. Ain 30. Cft. Luise Michel, geb. Konrad, 81 Jahre alt, ohne Beruf dahier. — Diarie Stein, 2 Jahre alt, Tochter des Dietzgers Joses Stein dahier. Am 31. Cft. Julius Hartmann, 74 Jahre alt, Registrator i. P. dahier. Am 3. Nov. Katharine Jäger, geb. Weitz, Universität Kietzen. Zweites Verzeichnis der neu immatrikulierten Studierenden, a. Theologische Fakultät. H. Teggau, Darmstadt, Goethestr. 23. b. Iuristische Fakultät. K. Ahl, Mailn, Bleichstr. 14. E. Dannert, Cmaruru, Bahnhofstr. 39. K. Dieyer, Bergen, Grünbergerstr. 39. G. Wennesheirner, Abcnheuii, Stephanstr. 32, W. Wmfelmann, Hirschhorn, Ebelstr. 23. • c. Diedizinlsche Fakultät. C. Becker, Med., Friedberg, Bleichstr. 37. A. Dorth, Died., Höntrop, Erednerslr. 37. L. Kohl, Tierheilk., Fmthen, Seltersiveg 81. H. Rehaag, Tierheilk., Prossiten, Frankfurterstr. 71. K. Schlippe, Died., Diainz, Reuenbaue 16. R. Schneider, Died., Fraiikfurl a. Di., Frankfurterstr. 93. P. Steinke, Tierheilk, Ennnerlch, Fraiikiurlerstr. 89. 9t. Ziniinermann, Died., Saalietd, Landmanustr. 3. ä. Philosophische Fakultät. A. Backhalis, Ehern., Hagenau, Diarktpt. 17. K. Becker, 91. Philol., Büdingen, Goethestr. 52. C. Bender, Ehern., Diarbiirg, Grünbergerstr. 75. L. Franck, 91. Philol., Merlau, Grünbergerstr. 13. PH. Gunirum, 9i. Philol., Schlitz, Bleichstr. 16a. L. Hensel, Kl. Philol., Hirzenham, in Kirchberg b. Lollar. Ehr. Heiiß, Landiv., Franl'urt a. Di., Blsmarckstr. 26. H. Hoelzer, 91. Philol., Mainz, Bleichstr. 14. H. Hoflila,in. Kl. Philol., Wöllstein, Ludwigstr. 4. F. Huhu, 9ialurw., Gießen, Bleichstr. 16. Di. Joxlinowllsch, Phllos., Bartschma, in Frankkurt a. M. F. X. Kiefser, Kl. Philol., Bensheim, Ludwigstr. 10. F. Kock, Diaih. u. 9iaturw., Hamburg, Bleichstr. 32. L. Kracke, 91. Philol., Gießen, Bleichstr. 32. AvSjvg ills dku Z>tavrk08Uliskkfilpk:u tirr MeM Gitj.fc. rtufgcbotc. Am 25. Cft. Adam Menz, Diaurer dahier mit Lllise Wehrum, geb. Cppernianii, hierselbst. Am 1. Nov. Cito Diüller, Groß- herzogl. Steuerfoinniisjär m Friedberg mit Luise Diarie Elijabeih Wnul dahier. Am 3. Roo. Christian Belz, Wirt dahier mit Marie Steinle in Stuttgart. Eheschließungen. tz 318 des Reichs-Strafgesetzbuches mit Strafe bedroht sind, 'den Baumbesitzern empfohlen, die nächste Postanstalt von der Baumsällung rechtzeitig vorher zu benachrichtigen, damit die Absendiing eines Beamten zur Sicherung der Leitungen veranlaßt werden kann. Tadiirch erspart sich der Aaumbesitzer etwaige Unannehmlichkeiten; alle Kosten für die Sicherung der Telegraphenleitungen trägt außerdem in diesem Falle die 'Telegraphenverwaltung. K l.- A l t e n st ä d t c n b. Wetzlar, 1. Nov. Am Sonntag 4cmb hier die T e l e g i e r 1 e n v e r s a m m l u n g des S o 1 m- :jcr Sängerbundes statt. Dem Bunde, der aus ein fünfjähriges Bestehen zuruckblickt, gehört eine größere An- szahl Gesangvereine des Solmser Srandesgebietes an, welche 'alljährlich einmal zu einer Gmeralprobe zusammcnlommen, AM hier unter den Augen kunstverständiger Männer Proben ähres Könnens abzulegcn. Durch das Interesse des fürstlich Solmser .Hauses au dem Bund steht jetzt in Aussicht, daß die Gesänge kostenlos beschafft werden können uno den Vereinen fast kerne besonderen Unkosten mehr erwachsen. Als Crt des nächstjährigen Bundesfestes sreyt Leun in Aussicht, da der dortige Gesangverein „Germania" sein vierzigjähriges Bestehen mitzuseiern gedenkt. (Rh. K.) Mainz, 2. November. Major ChalonS wurde am 0.2. Juli von hier nach Nastalt versetzt, während seine Familie noch bis zum 17. August hier blieb. In Rastatt mußte der Major vom 1. August ab Gemeindesteuer zahlen, aber atich Mainz verlangte für den Monat August noch Zahlung der Umlagen. Hiergegen erhob der Major Beschwerde beim ProvmzialauSschuß, weil er nicht doppelt zur Besteuerung herangezogen werden könne, auch müsse sein dienstlicher Wohnsitz in Betracht gezogen werden. Das Kreis- amt halte schon vorher enischieden, daß nicht der dienstliche, sondern der tatsächliche Wohnsitz in Betracht komme und dieser sei bis zuin 17. August hier gewesen. Der Prooin- zialausschuß hatte an früheren Fällen zu Gunsten der versetzten Offiziere entschieden, seine Entscheidungen wurden aber in der höheren Instanz auf Grund der Steuergesetzgebung aufgehoben und die Betreffenden mußten auch hier die Steuer zahlen. Mit Rücksicht auf diese Rechtsprechung wurde die Beschwerde des Majors als unbegründet abge- ier durch Br« beschädHlen Waren Die Lande und oM‘c Mahnung zu bcsond Die bin raf Schwierigkeiten. Besserung des Dahl findet, die vernielntl in ersten Kammer Der Kar mit uns einsieht für Kautelen, die meiste Eine gerechte Wahlk muß neben dem allc Den R< Verstärkung ihrer 9t Neben d {Regelung der Krei Vermögen, mit Bee teilen nach Mögliä Mer schwerer wer Die bet kibau der kommu Manche ^wirtschaft, der a mit weiser Z nchitliche Gesinnt rangig zu machen In dies oantbaTtn vollen unser Manch tetidfaü w«w* „..... U Vr VS? V v d V V wv v WV Uv die altbewährte Maggi-Würze mit dem Kreuzstern in Crtginalflaschen v! Vy zu Mk. 6.— am vorteilhaftesten einkaust unb zum praktischen Gebrauch B. Magsaam, N. Philol., Mmv'en, Stephanstr. 79. R. Pflug, Rleder-Wöllstadt, Ludwigstr. 7. F. Sandmann. R. Philol., Gießen, Sckuffenbergerweg 16. I. Schwenk, Ehern., Rieder-Eschbach, Schiffeubergerweg 16. H. Zöller, Ehern., Schlitz, Bleichstr. 7. 1 ■ —— IDod.rntlid-f IlfbcrGdit der Tvdksfällk iu brr Sfnbt 35. Woche. Vom 27. August bis 2. Septbr. 1905. Eiitwohiterzahl: ongennmmen zu 28 000 linkt. 1600 Mairn Militär/ Sterblichkettszisfer: 27,86 nach Abzug von 6 Crtsiremden: 16,70'/«. Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Iah, <• LiUlgenentzündimg 2(1) KD — 1 Lungenschwindsucht Tuberkulose anderer 1 1 — — Crgane KD KD — — Dtajern Bösartigen 1 — — 1 9leubtlbnngen KD 1(1) — — Gehlrujchlag 2 2 — — Darmkatarrh Blinddann-Ent- 1 1 — züuduiig KD KD — — Nierenentzündung 1 1 — — Englischer Krankheit 1 — 1 — Abzehrung der Kinder 1 — 1 — Biajcnausjchlag Lelbstiiiorv durch 1(1) 1(1) — Erhängen 1 (1) 1(1) —* — Sumnie 15 .6, 1105) 2 2 Darmftat Sonntag, d «bet Diri 2 CD o Ü« : «—• — 3 fOo er 5 er KZ S O' = •5 ® CT r» 3 8- ä n n CT S -3 O 3 35 s o Ue^ne Kle,der B«u.en , k o = Q CS - U SZ @ 8 s- 2. 2- 3 CT S a er 3 X 2 «> S 3, <’ ct> o 3 D 69» * i ° — » r- 53 53 ö <5 O CS Z 3 O -*■ er 3 c rs ” 05 er er ?3\ 3 7T 3 o ® c-ö e c**3 s -- s 3 3^3 er er '—■ z. er s o » —> 3 1-1 er s o' ~ 2 _ 2. 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Gültigkeit haben blaue, rote und rotweisse Karten, ungültig sind gelbe Karten. ip&3 zweite Konzert (Erster Künstler-Abend) findet am 19. November statt Gäste: Kammersängerin Frau Erika Wedekind 1 p. , Kammersänger Herr Hans Buff-Glessen f UTes CIL Vcrqebung von Erdarbeiten für den Neubau der Irrenanstalt zu Gießen. Auf Grund deS Ministerial-ErlaffeS vom 16. Juni 1893 sollen folgende Arbeiten im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden: 2500 qm Mutterboden abzuheben und 5000 cbm Erdauffüllung. Es bleibt vorbehalten, die Erdauffüllung auch in kleineren Mengen getrennt zu vergeben. Die Ausführungs-Bedingungen und Angebots-Formulare liegen in unserem AmtZlokal zur Einsicht offen und können daselbst zum Selbstkostenpreis bezogen werden. Die Angebote müffcn mit entsprechender Auffchrist versehen bis zum Eröffnungstermin am 18. November 1905, vormittags 10 Uhr, portofrei an uns gelangen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 1. November 1905. Großherzoglichcs Hochbauamt Gießen. Becker. Ifuuuu । in allen Größen billigst Ludwigs!'' 4. L.Kohlermaun IV., Bleichstr. 12. wahlausrus! Die Wahlen zur Halberneuerung des Hessischen Landtags sind nahe gerückt. An alle Freisinnigen im Lande und alle, die mit ihnen bte gesunde freiheitliche Entwickelung unseres politischen Lebens erstreben, ergeht die ernste Mahnung zu besonderer Wachsamkeit und Arbeit gerade bei dieser Wahl. , Die direkte Wahl der Abgeordneten, die wir schon so lange Jahre erhofft haben, stößt leider immer noch »uf Schwierigkeiten. Offene und heimliche Gegner der Volksrechte haben wiederholt die Negierungsvorschläge auf Besserung des Wahlgesetzes zum Scheitern gebracht. Den stärksten Widerstand erhebt die erste Kammer, die es für nötig findet, die vermeintlichen Gefahren einer aus direkten Wahlen hervorgehenden Volkskammer durch Vermehrung der Rechte der ersten Kammer zu überwinden. Der Kampf gegen diese unheilvollen Widerstände kann wirksam nur geführt werden, wenn jeder Volksfreund mit uns einsteht für das bltcltc, allgemeine und gleiche Wahlrecht, frei von sogenannten Kautelen, die meistens nur der Abneigung gegen das freie Wahlrecht und dem Mißtrauen gegen das Volk entspringen- Eine gerechte Wahlkreiseinteilung lediglich nach den Rücksichten des örtlichen Zusammenhangs und der Bevölkerungsziffer muß neben dem allgemeinen und direkten auch das gleiche Wahlrecht zur Wahrheit machen. Den Rechten der Volkskammer darf nichts vergeben werden; die Ansprüche der ersten Kammer auf Verstärkung ihrer Rechte sind entschieden zurückzuweisen. Neben dem Wahlgesetz wird ernste Arbeit erfordern die Gesetzgebung über die Gemeindesteuern. Beffere Regelung der Kreisumlagen, gerechte Verteilung der Gemeindeabgaben nach der Steuerkraft, nach Einkommen und Vermögen, mit Beachtung der besonderen Vorteile, die der Steuerpflichtige von der Entwickelung der Gemeinde hat, sollen nach Möglichkeit die Schwachen entlasten und den durch das unaufhaltsame Anwachsen der Gcmeindeaufgaben immer schwerer werdenden kommunalen Steuerdruck erträglicher gestalten. Die bevorstehende Verwaltungsgesetzgebung soll uns ein geordnetes und vereinfachtes Verfahren und den Ausbau der kommunalen Selbstverwaltung in allen Instanzen bringen. Manche weiteren Aufgaben werden an den nächsten Landtag herantreten. Hierbei sind alle auf Hebung der Landwirtschaft, der Industrie, des Handels und Verkehrs gerichteten Bestrebungen zu fördern ohne kleinliche Bedenken, aber mit weiser Schonung der Steuerkraft des Landes. Zu allen Arbeiten im Dienste des Volkes ist die starke und ffreiheitliche Gesinnung mitzubringen, die auf verständige Vorschläge von Land und Regierung hört, ohne sich von dieser abhängig zu machen, und stets gewissenhaft beflissen ist, die Rechte und Interessen des Volkes zu wahren und zu stärken. In diesem Smne war seither die kleine aber wackere Schar unserer Parteigenossen im Landtage zu unserer dankbaren vollen Zufriedenheit bemüht, und wir erwarten in schwerer Zeit, die für die Volksvertretung ganze Männer erfordert, daß unser Ruf befolgt werde: Wählt freisinnige Männer, wahrhaft liberal, mit starker Liebe zum Volke und starkem Pflichtgefühl für seine Freiheit und Wohlfahrt! Darmstadt, 2. November 1905. D4/n Der Landesausschutz der freisinnigen Partei in Hessen. « *Gallus, Instizrat. Grosse brillante Griefe-Vorstellungen Auftreten nur erstklassiger Künstler. Eintrittspreise: Res. Platz 80Psi., 2.Platz 60Psi., 3. Platz 40Psi. 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