Ult 155. Jahrgang Zweites Blair. M. 304 General-Anzeiger, 2lmt$= und Anzeigeblatt sür den Kreis Gießen tlglid) mit Ausnahme des Sonntags. fr. siebener FamttienblSIter- werden dem ■fr^tqeT viermal wöchentlich beigelegt. Der jt\ J|d}< Landwtrf erscheint rnonaüich einmal Donnerstag 28. Dezember 1905 Rotationsdruck und Verlag der Brühlicka, UnwerstlälSdrurkeret. R. Lange. Gieren. Redaktion. Expedition u.Druckerei: Schulstr.t. Tel Rr. 5L Telegr.-Adr.r Anzeiger Du-irs. e A>rl Hiek* 1905. Aufständischen in Moskau das Hau m probier bro facher B M! swahl llnell DDd bl i eines gesni' zuzeigen und Frau Eli geb, Geyt Ausland. j London, 27. Dez. .Daily Mail* will erfahren haben, ttoeb cermiffe Umstände einqetreten seien, welche den Lord- .miav»r vielleicht verhindern würden, der Einladung zu .rin?m offiziellen Besuch in Berlin Folge zu leisten. In L tadtoertretungSkreisen der beiden Hauptstädte, besonders iunter den Mitgliedern deS Londoner GrafschaftSrateS herrscht !tbsch weiter die Anficht, daß ein Austausch von Höflich - 7e,tS beweisen die wünschenswerteste Wirkung erzielen CTÜrb«.. Man werde demnächst zu diesem Zwecke Schritte etgtcr en. Paris, 27. Dez. AuS Bern wird berichtet, daß seit amiotr Zeit ein bedeutender Zufluß an französi- sstzrm Gold nach den schweizerischen Banken zu BWfen ist, den man mit den augenblicklichen politischen Dro-ckelungen in Zusammenhang bringt. ES heißt, Hkutfsch erseitS würden ernste K ri e g S v orb er e t t- unpt n getroffen; Deutschland, habe in letzter Zeit zahl- -v.tyt Remonte-Pferde in der Schweiz gekauft. Barcelona, 27. Dez. Die Obduktion der Leiche des r•üfbe-8 SalaS Comas, der den Kardinal Casanas zu -rft«(f) e n versucht hatte und sich vergiftet haben sollte, tti-ab k e i n e S p u r v o n G i f t. Der mysteriöse Tod Comas . gtoic’’ acht großes Aufsehen. Peking, 27. Dezbr. (Reuter.) Die gegen die Juri den gerichtete Bewegung in China breitet ijch aus. Der Erfolg der Boykottierung amerikanischer Marem veranlaßte mehrere Zeitungen, wegen deS Verhaltens »i englischen Beamten in Schanghai den Boykott gegen iteifdieS Opium zu empfehlen. ________________________151' in Geschmack bleibend- . „ verka^/; ,nvtev Willis ynlilifrhe Tagrsschau. Kaiser Wilhelms Friedensliebe. Der Pariser ,Temp8* bringt die Meldung über eine e&’lc rnng Kaiser Wilhelms anläßlich einer kürzlich flwtitiefjabten, aber nicht näher bezeichneten Unterhaltung, die j -totb mit größter Vorsicht aufzunehmen ist. Danach sott 8lip Reifet wörtlich gesagt haben: »Man bat U n r e ch t, zu sagen, daß in meiner Umgebung enitfR'ricflSvartei existiere. Diese Partei gibt es nicht, und tipnm ,4 eine solche gäbe, so hätte das gar keine Bedeutung, denn ef3|:ef)i mir allein zu, eine Enffcheibnng zu treffen. Ich will fcl tn r i e g n i d) t, weil ich den Krieg als das Gegenteil meiner stpslichi vor Gott und meinem Volk ansehe. Id) ivar durch ge- , M kcänkende Methoden Dclcassds gereizt worden, aber 11 j wech den Takt und die Festigkeit RouvierS vollauf »I, w i rdigen. Ich werde nichts tun, um neue Schwierigkeiten äui Waffen und ick) habe dem Grälen Tattenbach die ver- yl-ihn i ch st e n I n st r u k t i o n e n gegeben." Her .Temvs* läßt durchblicken, daß diese Worte deS «MrrS auch in authentischer Weise der französischen Re- «-.itnrvi bekannt sind. parlamentarisches. — Die .Germania" „bestätigt', daß Herr OberlandeS- , uMWpräfident Dr. Spahn der Tabak-, Bier-, iDuii tu ng § - und Frachtbriefsteuer .in völliger Oeninrtinnnung mit der Zentrumsfraktion" ablehnend gyenüberstehe. Mesorm und Revolution in Rußland. DaS Wahlrecht. ‘ Durch einen bereits gestern telegraphisch erwähnten Mrlichen Ukas wird daS Wahlrecht zur Reichs? bum a in folgenden Kategorien gewährt: 3 1 den Besitzern von Immobilien, die der Besteuerung unter» Men sind, sofern sie mindestens 1 Jahr im Besitze deyelben ffÄ 2 Eigentümer von industrieNen Unternehmungen, die der Linierung unterliegen, 3. den Personen, die Wobnungsftener Br.iMen, 4. den Personen, die Gewerbesteuer -ahlen, 5. den Zr'onen, die eine Wohnung auf eigenen Rauten haben, 6». ben fernen, die Gehalt vom Staate, den nemstwos, den Gemeinde - Ivr&en oder den Eisenbahnen beziehen. .Diese Personen hab.n «5 das Recht, an den Konferenzen der ftadtlscheni Wohler tct. jyrt men. Arbeiter von Fabriken, deren Gesamtzahl nicht wem- :?lS 60 beträgt, haben dos Recht, Beauftragte. «i- die Wahles, mstlung zu entsenden, und zwar cutienden ine Arbeiter tz.n Fabriken, die wenigstens v0 und bis zu 1000 ? weiter beschäftige, einen Beauftragten, und, die «eit» in Fabriken, die über 1000 Arbeiter MOM.em« Lultragtm auf je 1000 Arbeiter. Tie eigentlichen Wähler fri-r Iben von diesenBeauftragtengcwahlt. Sic erftt fflt-jmg der Reichsduma kann eröffnet werben, nachdem Ar gon- eine Liste veröffentlicht haben wirb, die zum Mindesten L Hälfte der Gesamtzahl der Mitglieder der Duma enthalt. Der 3ar ordnete die Beschleunigung der W a h - Dir an, ^sowie daß der Minister des Innern Maßregeln »reift, ixnnit die Duma sich so rasch als möglich ver- Mmeln könne, und daß derselbe Soudermstruktronen für k Qraänrunaswahllisten bekannt gebe. , ®§9 ist also vernünftigerweise nicht die Rede voni der iffr Rußland heute noch ganz und- gar ungeeigneten allg^, «wen und geheimen Wahl: nur der Dulvginsche Entwurf Er eine ^sserimg. Dir Kreis der WcrlMerechtigten Kleinlich erweitert worden. Die Regierung hat srch^No Itta ein Stückchen Versagung «protzen lassen ^ossel^ife Lr>Ä«s s »sssw jub des Volkes gefallen sind. Hrer zergt sich dre Sch4v ch der Regierung in ihrer gloriosen G-stalt. --as da Zs V°N an dM ertrotzten Geschenken für einen Ge- -ßllem finden wird, das muß abgewartet werden. Vorerst 'Li man noch Barrikaden und wmvft m den Straßen der bmutstädte vielleicht, wenn das Gemetzel noch ern ^ayr k' - Nach einer aus Riga ein getroffen en Privatmeldung spotten die Berichte über die Bauernaufstände jeher Beschreibung. 124 Güter mit sämtlichem Inventar und allen Gebäuden sind total vernichtet. Wer von den Buschern, < Verwaltern und sonstigen Beamten nicht in wilder Flucht Riga, Libau oder Windau erreichte, wurde niederge- m a ch t. Ein reichsdeutscher Förster will nach Berlin zum Kaiser und für die Deutschen um eine Audienz nachsuchen. In Kiew sind aus Petersburg zahlreiche Geheimpoli-. zisten eingetroffen. In der Umgebung von Kiew wurden wieder mehrere Gutsbefiner von Bauern er-l mordet und ihre Güter verteilt. In Odessa ist die Get r e i d e au s fu h r vollständig zum Stillstand gekommen. Mehrere Firmen find b a n k e- r o t t geworden. — Als in der Wohnung des Handwerker» L-ilin in Odessa eine Haussuchung vorgenommen wurde, explodierte eine Bombc. Mehrere Polizeibeamte und andere Personen wurden v - r l c tz t. In der Wohnung wurden noch verschiedene Bomben vorgefunden. — Am 21 Dezember abend betrat ein junger Mann den Laden des Geschirrhändlers Susmann und warf eine Bombe, wodurch der Geschäftsinhaber und einige Angestellte verwundet wurden. Susmann hatte es abgelehnt, dem Verlangen der anarchistischen Organisation nachzukommen, für die Organisation einige hundert Rubel herzugeoen. Die offiziöse Petersburger Tclegr.-Ag. verbreitet ferner vom 27. d. M. folgende Meldungen: Charkow begann am 25. Dezember der allgemeine Ausstand gegen die Fabrik Helfteich, wo U^berter emgeichlossen hatten, feuerte die Artillerie zwei Schüsse ab, wodurch eine Maner zerstört wurde. Bon einer Lokomotivfabrik eilten die Arbeiter herbei, um ihre Kameraden zu entsetzen und warfen zwei Bomben. Auch bei dem Bahnhof und im Mittelpunkt der Stadt kam es zu bewaffneten Zusammenstößen. Nach ein« amtlichen Meldung wurden 9 Personen getötet, mehr als 200 verwandet unb 138 verhaftet. Die,Nacht verlief unruhig. — An Odessa brach gestern der Ausstaiw aus. Selbst ^e Apotheken sind ausständig.. Im Hasen ruht tue Arbeiten Güterzüge gehen nicht ab, die Perfoneuzüge Verkehren biS-^chme- rinki Ze Hafenarbeiter beschlossen, die Bwolkerung im Falle von Unruhen zu beschützen. — Aus der Ltatwn Kosatm kam es zu einem Zusammenstoß zwischen Arbeitern unb Truppen. Mehrere imirben getötet, unb etroa 1» verwund- - stu Saratow dauern die Verhaftungen fort V.U1 P e t e r s dura sind nricber alle Blatter endnenen Em großer >eü der Fabriim-beiter befindet sich noch in. Msstande Es ereignet läufig, daß Polizeibeamte in den 'Arbeitervierteln ermordet werdem Zn Negierimgskreyen ist man der An.ichck. daß in zwei bis drei Tagen in Moskau die Ruhe wieder- h-rgestell^ sein wird. Gesteni rückten dort frische. Truppen mit Arttl erie ein. Tie durch das Gcschutzseuer angencutetcn Der- ' Stiftungen fiti> sehr gr^ß. «eftejn. abend wurde mit der : Beschießung der ausgedehnten Druckwi Uiuuicro bcgcnne.t, m der ' aufständische Polizisten und andere Personen gesungen gehalten : S?n; um 11 Uhr abends dauerte das Bombardement nocy an. ;senzen Arrak Branntwein h fallenfels 17, Gtjiiidet tS>' Russische Flüchtlinge in Deutschland. Es ist bezeichnend, daß es gerade die wohlhabenderen Russenfiüclitlinge sind, die in Deutschland Halt macken, während die weniger Wohlhaenden die erste Gelegenheit benutzen, um nack Amerika zu gelangen. Dieie bleiben auch in kleinen 0>renzortrn Ostpreußens lieacn, und in Königsberg soll zurzeit bereits eine sehr cr^bltche Wohnungsnot herrschen wegen des Andranges russ. Flüchtling-. Selbst in Franisurt n M, befinden sich bereits russ. Flüchtlingsfamilien. Datz die Armen nicht an Fluckt denken können, bedarf kaum der Erwähnung. Von den Änkömmlingen in Berlin haben sich viele in den Vororten eigene Wohnungen gemietet und mit gemieteten Möbeln eingerichtet, sehr viele wohnen in Penfionen oder einfach möblierten Zünmern; jedenfalls betrachten tncle ihren Aufenthalt in Deutschland vorläufia nock) als vorübergehend, da noch nicht die Hoffnung erloschen ift,. baß llc über kurz oder lang wieder nack RutzlEd zurnckkehren können, sobald einigermaßen geordnete Verhülttiisse her- . I gestellt sind. Cs ist ausfallend, daß unter den M.uchtttngen laden kämpften. _ t k.> Qnflr her Frauen und Kinder besonders groß ist. Es er- Eine offiziöse Meldung aus Moskau vom -7. Tez. ^es daraus, daß Männer und crtoachsene Kinder Die Stabt trägt den Cbarakrer desBel a g e uil6Sz u- noch in Gefahr des Leberts sein. Waren Ri Ä BWTÄJJu. SübntBtanb unb Mos- schossen. Nack 0 Uhr abends war cs in ben Häusern finsirr. kau, so sind m letzter Zeit und nameutlich in den letzten Das Schießen daneite ununterbrochen an, sogar noch über Tagen sehr viele L ivlan der ^zugekommen. E Mitternacht Die Pltinderungm der Laden neunen an Umfang Warschauer in Berlin erzählte, daß in letzter Zett dte zu, namentlich War es auf Kleidermagazine unb R. -lchwirtsst-asten Sozialdemokraten zu Mitteln gegriffen hatten, die das Leben abgesehen. .Heute begann das Schießen seit dem frühen Morgen Marschau unmöglich machten. In kleinen Gruppen gehen in bn Gtoenb beS^iM=^S«6nM=S. Tr- M.eisungen v°n N ^r>^t unm g ) ,orb°rn ohne alle Umstände @ett> «Ä «was sich des Nicolas-Bahnl-ofes zu bemächtigen. Die zwette Abteiluna gesprochen und vollstreckt. von Revolutionären, welche mit Revolvern bewafftnt tft unb „„^r Stadtch-en" sa^te 5^ Lette, ist ein ^mcs Pro- aus Männern unb Frauen, insgesamt emxi 1000^Mann stark, vinzstädtd'en, bod> auch hier unb keD^haltniffe nicht andeiÄ, zusammengesetzt ist, operiert in der Geamd der Sabowaia unb • - - -- - — ««mrh-mnfrnteni den umliegenden Boulevards b:r Triumvhvlorte bis zum Suclm-^ rawturm UeberaN in dieser Okgenb sind Barrikaden eo- riclstet. Die Revolutionäre frfdvincn in Heinen Llbtettungen und greifen die Truppen au. Besvnberstavferm'tunter,iogar grausam sind die Frauen Die brüte A^etlimg, welche die stärkste ist, operiert in der Gegeitd von dem Brester-Bohnhos in der Sadowaja bis zur Bresnia. Hier find, Kampfe häufiger als anderswo. Eine Abteilung von Revolutwnaren verbarri- fabierte sich in der Kommiss-rro'w-Sdmle. ^as Gebäude wurde mit Kanonen beschossen und stark beschädigt. . Uuch ein anderes Gebäude wurde mit Kanonen beschossen. Biele Personen sind getötet und verwundet worden. gedauert hat, hat da? Volk erreicht, was es will: die Mit- betnttgung an der Regierung. Aber der Regierung wirb das dezimierte russische Reick dafür wenig Dank wissen! Unheilsposten. Ter 26. Dezember war für Moskau ein neuer Dlut- tag. Bon Mittag bis zur Dunkelheit tobte der Straßen- kompf. Die Leichen häuften sick bei den Barrikaden, denn die meist sehr gut bewaffneten Revolutionäre wurden vom Militär wie Hasen aufder Treibjagd zusammen- gesch offen aber im,mer neue Kämpfer traten in dis Reihen. Für jeden (gefallenen traten drei neue Kämpfer ein. Dennoch war es ein vergeblicher Kampf und uutzlo,es Blutvergießen, denn die Truppen gingen rücksichtslos, grausam und unmenschlich vor und schonten selbst die Sanitäre nicht, allen voran das Regiment Rostow, welches erst kürzlich revoltierte Die ^ahl der toten und verwundeten Revolutionäre wird jetzt auf lo 00 0 gc- chätzt. Bemerkenswerten Mur zeigten die Arbeiterfrauen, die Seite an Seite mit ihren Männern auf den Barn- jebr eingebracht werden. Brest, 27. Tez. Der Kreuzer „Cassini" ist dem ftaw- zösisckm Botschafter zur Verfügung aeffellt. Von Kopenhagen wird ber Kreuzer direkt nach Kronstadt geben. . . St'önigSberg t. $r„ 27. TcS. & „SMga" ist heute von Neu-Fabrwasser abermals nach Riga abaegangen, um neue Flüchtlinge cm Bord zu nehmen und nach Pillau zu bringen. Der 'Lmivser „Kehrwieder" ist gestern nacomtttag von ^iban in Memel eingetroffen. Er brachte 81 Fluchtlmae, meist 7>rmen unb Kinder. Sie wurden zunachist noch auf eigene Kosten durch Vermittelung des Hilfskomitees m Memel m (Rist- Häusern und Privatwosinungen untergebracht. Witte unb Genoffen. Gegenüber RaHriÄ'n über eine Erschütterung der Stellung Dittes versidiert die offiziöse Wiener „Polit. Korr.z auf Grund einer ihr von vorzüglich unterrichteter Seite zugehenden Mitteilung aus Petersbura. das; die Pofiticm Wittes gegenwärtig vollkommen gefestigt sei. Er genieße des volle Ver- tr^uen des Zaren und habe nicht das geringste non einer H"skomari!la zu befürchten, da be;eicl;nenderweise der Minister kaiserlichen Hofes Baron Fredericks, Großmrft Nik-Kai Nikv^a- iewitsch und Gener'ladiutant Graf Jgnatiew die wärmsten Freunde des Ministerpräsidenten seien. Die Petersourg-r Postbebörde beschlagnahmte verichiedene Briefe, deren Schrift von derselben Hand berrüTyrte und die -n Witte, Trevow und Durnow o gerichtet waren. Tie Briese wurden mit größter Vorsicht geöffnet, wobei Expl o s i o n e n stattfandaii, welche febech keinen schaden anrichteten. Wie Rußland sich Geld beschafft. Tie Frankfurter wie die Berliner Börse zeigten sich am Mittwock hoch erfreut, daß die rufiische Regierung in Moskau fest zugegrisfen hat. Fn namhaften Kurssteigerungen russischer Werte kam bas wiedererwackte Vertrcn'.en zum Ausdruck. Doch mel- befen sich auch Stimmen, daß so rnsch schwerlich die Kraft der Regierung gebrochen sein werde. Es ist in der Tat an- Izunchmen, daß die Moskauer Niederlage anderwärts, wo die Verhältnisse vielfach günstiger liegen, d. h. da, wo das Militär weniger sicher ist, daS Signal .-;ii wütenden Kümpfen gibt. — Mit seltsamer Promptheit erscheint gleichzeitig mit der Rackrickt von dem „leichten Sieg der Truppen" eine andere Petersburger Nachricht finanzieller Art auf dem Plane. Seit Wochen wurde allenthalben in Finanzkreifen die bange Frage erörtert, ob die russische Regierung in der Lage sein j werde, die im Februar fälligen Schatzscheine cinzulöseu^ als" in! Warsckmu. Ein kleiner Kreis von Sozialdemokratent hat hier die Herrschaft an fick gerissen. Alle wohfhabeubew Leute sind auf eine Liste gesck?rr.^n und nach der.Reche !werden diese ausgeforden, eine fast unandy.wngbare . hohe ^ucr ju entrirfrten. Ick kam auch in die Liste hinein, aber, emmak konnte ich die von mir geforderte Summe mcht soforit ^blen und dann wollte ich es auch nicht, weil ich nnt den Retw- lutionören nicht fiimpathisiere. ES gelang mir MitMuhe und Not, nach vielen Strapazen und mühsamen Wanderungen den^ Leuten zu entkommen und ms Ausland zu flüchten. Gerade in den Provinzstädten ist cd sehr sckMemg, d-m ebenso geld- wie blutgierigen Revolutionären zu entkommen, da sie überall an nno geioici . der ganzen Bahnstrecke ihre Posten aufgestellt haben und alle. Ein Moskauer Korrespondent telegraphiert, daß das bic die ihnen auferlegte Steuer nicht zahlen wollen, oder tonnen, i «Rcnirpcnt der Don-Kosakm, daS Regiment der Twer-Dra- am Mreiscn verhindern/ . MSMM-WSWO unaniSwärter verteidiaten da/Gefängnis mit großem Mut. Tcutschland vertreten bleiben, namentlich besteht Neigung ^ckliestlick wurde "der Ana-.i'f dec Revolutionäre zurückge- unter den russischen Kaufleuten, fick) bauernd hier nieder- r^iLcii Sie erlitten große Ver'i'ste. Nach Privatmeldungen! zulassen, wenn es ihnen gelungen ist, ^rhüttnismaßig Hilfsaktionen. Berlin, 27 Dez. Von der Entsendung deutsche« Kriegsschiffe dürfte vorläufig Ab st a-n d genommen Werten, weil sich ergeben hat, daß die deut,ch-cn ReickSangebörigen ohne Gefahr die bereit gehaltenen Paffagieadampfer erreichen konnten Eine Interpellation betrefrenb den mangelhcften Schutz, der bedrohten Neich-deutsck^n in den russischen Ostfee-Provinzen durch die deutsch« Reick^regierung Wird, wie das „B. T. arfabrt, von ber rechten Seite des Hauses im Reichstage nach Neu- ° Brill )nsen lear e mber 1905. Mchk tüernger 150 Mltiorlen Rubel dieser Schcchschchine sind von bem deutschen Konsortium übernommen. Tas Problem der Rückzahlung ist auf die einfache Weise gelöst, womit sogenannte „Kavallerrewechsel" behandelt werden, deren Einlösung am Verfalltage auS diesem und jenem Grunde, hauptsächlich aber aus Mangel an flüssigen Mitteln, nicht tunlich ist. Solche Wechsel werden guten Kunden, die früher oder später menschlichen: Ermessen nach noch einmal zahlen, prolongiert. Und so hat sich die russische Regierung Die Schahscyeine prolongieren lassen. Aber das ging, wie in allen solchen Fällen, nicht ohne Opfer: die russ. Staatsbank ist gehalten, die Schatzscheine jederzeit auszuzahlen, wenn die Inhaber es verlangen, und zwar in Goldmünzen auszuzahlen. Im Hintergründe dieses Zugeständnisses an die Gläubiger steht die stille Erwartung, das; die Auszahlung nicht in größerem Umfange verlangt wird. Dock) das ist Sorge der Zukunft . Für jetzt ist wieder einmal die russische Finanzverwaltung von der ärgsten Sorge befreit, ja sie hat sogar noch neues Geld heran- aeholt, eine bewundernswerte Leistung, wenn man die Zustände in Rußland bedenkt. Nochmals sind 50 Millio- -n en Rubel durch daS Bankhaus Mendelssohn u. Eie. in Berlin untergebracht worden, und außerdem ist Rußland selbst mit der Ausgabe von 200 Millionen Rubel Jnlandsschatzscheincn bedacht worden. Jetzt klärt es sich auf, welche Bewandtnis es mit den mysteriösen Goldbarren-Sendungen nach Berlin hat. Es gingen darüber allerlei Vermutungen um. So sagte man sich, ob nicht die russischen Machthaber für alle Fälle bedeutende Summen in einen geschützten .Hafen bringen wollten. Tas „Verl. Tagebl." zieht nun folgenden, unseres Erachtens zutreffenden Schluß: „Möglicherweise soll dieses Gold als Sicherheit dafür dienen, daß die Schatzscheine ^mch wirklich jederzeit von der Staatsbank ausgenommen werden". Tas wäre also eine Verpfändung in aller Form. Ein etwas ungewähnlicher Akt von einer Großmackit; immerhin gereicht es zu einer gewissen Beruhigung, daß mindestens bei diesem Geschäft sich die deutschen Gläubiger vor unliebsamen Ueberraschungen zu schützen gewußt haben. Nüchtern betrachtet: ein Loch wird auf gerissen, um ein anderes zuzustopfen. Tie russische Staatsbank hat für die neue Transaktion aufzukommen, und mit Recht wird die Frage aufgeworfen, in welchem Umfange augenblicklich schon die ruft. Negierung Schuldnerin der Staatsbank sei? Wir möchten hinzufügen: in welchem Umfange sich neuerdings die russische Negierung England gegenüber verpflichtet hat? Denn die Bemühungen der englischen Tiplomatie, engeren Anschluß in Petersburg sAU gewinnen, sollen, wie es heißt, sehr dadurch unterstützt worden sein, daß stille Vorschüsse aus englischen Mitteln geleistet wurden. Tie große russische Ausländsanleihe von einer Milliarde Francs ist ja nur vertagt bis zu einem günstigeren Zeitpunkt. Noch etliche Siege über dre Revo- lutionäre, und sie wird wieder auftauchen. Wie die „Nowojc Wremja" mitteilt, weist der Voranschlag des Staatsbudgets für 1906 im Ordinarium ein Plus von 10 Millionen Rubel auf. Für durch den Krieg entstandene Kosten find im Extraordinavium über 390 Mill. Rubel eingestellt. Aus Stadt uud Land. Gießen, den 28. Dezember 1905. Man lese den Giessener Anzeiger die größte und verbreitetste Zeitung in Oberhessen. Mit Beginn bcS neuen Jahres bringen mir in den Familienblättern des „Gieß. Anz." den interessanten Groß- stadtroman: „Dem Wahren, Edlen, Schönen" von Feodor v. Zabeltitz. Eine kurze Besprechung dieses RomanS findet man an einer anderen Stelle des heutigen Blattes. Bestellungen für daS neue Vierteljahr werden bei allen Postanstalten, Zweigstellen, von den Zeitlmgsträgern und Briefträgern entgegengenommen. Den Postabonnenten empfehlen wir, schon jetzt das Abonnement zu erneuern, damit keine Unterbrechung in der Zustellung stattfindet. *• Der Kaufmännische Verein z u Gießen hatte für gestern abend einen Dichterabend vorgesehen, in dem Schriftsteller Heinrich Kühn lein aus Mönchen rezitieren sollte. Da dieser Herr krank wurde und deshalb fein Erscheinen telegraphisch absagte, sprang im letzten Augenblick das Ehrenmitglied des Vereins, Prokurist Köfer ein, sodaß die im kaufmännischen VereinShauS zahlreich versammelten VereinSangehörigen nicht leer auSgingen. Herr Köfer brachte mit vielem Verständnis eine größere Anzahl ernster und heiterer Dichtungen zum Vortrag, von denen namentlich „Das Hexenlied" von Ernst v. Witdenbruch durch die dramatisch belebte Vortragsweise ded Rezitators, sowie die heiteren Dichtungen von Daumbach gefielen. Die von Vereinsmitgliedern dargebotenen Klavier- und Violinvorträge boten zwischen den deklamatorischen Vorträgen angenehme Abwechslung. "Zn dem gestern gemeldeten Eisenbahnunglücks fall, im Betzdorfer Bahnhof, dem der 26 Jahre alte Bremser Schaum auS Leihgestern zum Opfer fiel, wird uns noch mitgeteilt, daß nach dem Ergebnis der Untersuchung der Verunglückte anscheinend beim Abspringen vom Wagen unter die Näder gekommen ist und überfahren wurde. • • „Der bedauerliche Unfall auf dem Selter5» weg gibt — so wird uns hellte von geschätzter Seite geschrieben — Veranlassung, wiederholt auf daS Bestehen der SanitätSkolonne hinzuweisen, welche in solchen Fällen ihre Hilfe nie versagen wird. Daß eine Verzögerling von zwei Stunden entstand, bis die verunglückte Fral, in die Klinik verbracht werden konnte, ist umso unerklärlicher, als Schlitzleute zngezogen waren, denen die Existenz der Kolonne bekannt ist und die ebenso wissen müssen, daß die 9llornüerima der Sanitätskolonne durch die Polizei erfolgt. Der Vorfall wird hoffentlich dem Vorstand des Polizeiamtes Veranlaffung geben, die Schutzmannschaft so gu instruieren, daß sie in der Folge wirksaln mithelfen kann." — Wir geben der vor- stehenden Zuschrift bereitwilligst Raum, weil fie dazu beiträgt, die hier für solche Fälle vorhandenen bilsS- miitel dem Publikum bekannt zil machen. In dem in Rede stehenden Fall ist von der Polizei übrigens, wie uns versichert wird, alles geschehen, lvas geschehen konnte, und der Transport der Verlmglöckten erfolgte sofort nach Anlegung deS NotoerbandeS durch den zugezogenen Arzt, also so früh, als eS überhaupt möglich war. NebrigenS wäre manche Klage über mangelhafte oder verspätete Hilfe bei Straßenunfällen überflüssig, wenn daS Publikuin statt lediglich feiner Neugier zu fröhnen, selbst mit helfen würde, den Verunglückten zu helfen. ** Aus dem Bureau des Stadttheaters Nochmals sei darauf ausdrücklich hingemiesen, daß die morgige Schülervarstellung von „Des Meeres und der Liebe Wellen" nachmittags 5 Uhr beginnt. • • Messerheld. In verstossener Nacht wurde ein Schlossergeselle von einem Arb eiter mit Messerstichen schwer verletzt und mußte in die Klinik ausgenommen werden. Der Messerheld wurde verhaftet und sprach seine Befriedigung darüber mit den Worten auS: „Nun habe ich im Winter auch Brot". • • Der Referendar kommt doch. Wie uns mitgeteilt wird, ist der Titel Gerichtsakzesfist bereits in anitlichen Schriftstücken durch den Referendar ersetzt worden und nach einer uns an? Darmstadt zugegangenen Mitteilung haben in Zuklinft auch die Anwärter für den höheren Dienst im 23er- waltungS-, Finanz- und Forstfache, sowie für daS höhere Lehramt die Bezeichnung Referendare zu führen. Damit sind die Akzessisten aus Hessen endgiltig verschwunden. Da das Regierungsblatt zur Zurücklegung der Strecke Darmstadt- Gießen stets mehrere Tage braucht, sind wir nicht in der Lage, diese Meldung auf ihre Richtigkeit zu prüfen. • • Weihnachtsspende. Auch in diesem Jahre wieder hat Herr C. W. B. Fernie, der frühere Besitzer des Braun- steinbergwerkeS, durch Vermittelung seines hiesigen Vertreters, Generaldirektor S. Pascoe, den von ihm früher unterstützten Wohltätigkeitsanstalten hier und in den Nachbargemeinden, il. a. dem Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege, dem Oberhessischen Verein für innere Mission und der besonderen Liebesarbeit in den einzelnen Gemeinde reiche WeihnachtSgaben zukommen lassen und sich damit den Anspruch auf herzlichen Dank erworben. • • Ein Red aktionsschmetter ting wurde unS gestern überbracht, der recht munter war und gar nicht zu wiffen schien, daß die von ihm gewählte Zeit recht ungewöhnlich ist. • • In Amerika verstorbene Hessen. Karl Wilb. Weil auS Leidhecken, 46 Jahre alt, zu New-Park. Joh. Fettig (iu§ Bensheim, 28Jahre alt, zu Union Hill, N. I., an den Folgen einer ihm zugefügten Körperverletzung. Mich. Brückmann auS Auerbach, 60 Jahr alt, verunglückte auf der Jagd bei Nashville, Jll. Karl Bart auS Schlitz, zu St. Louis Mo. sd. Darmstadt, 27. Dez. Der Verwaltungsbericht der Stadt für das abgelaufene Jahr ist soeben erschienen. Der Abschluß der Stadtkafferechnung weist für die Verwaltung eine Einnahme von 5 525 058,79 Mk. auf, eine Ausgabe von 4 511 867,49 Mk., mithin einen Uebcrschuß von 1 013 191,30 Mk. Für das Vermögen betragt die Einnahme 8 144 668,76 Mk., die Ausgabe 1 310 247,91 Mk., der Einnahmeüberschuß mithin 6 834 420,85 Mk. In dem letzteren Betrag ist die neue Anleihe von 6 Millionen Mark mitenthalten. Die Mehreinnahmen in der Verwaltung sind in der Hauptsache auf die höheren Betriebsüberschüsse des Wasserwerks, des Gaswerks und deS Elektrizitätswerks zurückzuführen. Auch verschiedene Gebühren und das Oktroi haben eine größere Einnahme erbracht. Die Stadt Darmstadt hat ein Vermögen von rund 40 Millionen Mk., Schulden in Höhe von rund 29 Millionen Mark, so daß ein Ver- mögenSüberschuß von rund 11 Millionen Mk. vorhanden ist. Mainz, 27. Dez. Gestern starb im Alter von 87 Jahren Oberlehrer Friedrich Kubel, der älteste hessische Lehrer in Pension. Am 7. März 1898 hat er fein sechzig^ jähriges Lehrerjubiläurn und im Jahre 1892 sein 50jährigeS Jubiläum als Lehrer an der hiesigen Handwerkerschule des Gewerbevereins gefeiert. Erst im Jahre 1899 trat der Verstorbene in den Ruhestand. — Die Schutzleute haben bei ihrer vorgesetzten Behörde Beschwerde wegen Dicnsttiber- häufung geführt. — Beigeordneter Dr. Bamberger fordert in einem Bericht den Umbau deS Stad ttheaterS im Interesse der Sicherheit deS Publikums und deS Künstlerpersonals. Nach den Plänen des Bauinspektors GcliuS belaufen sich die Kosten auf 377,000 M. Zur Tilgung und Verzinsung dieser Summe soll eine Gebühr für die Kleiderablage auf allen Plätzen außer Galerie erhoben werden, sie ist auf, 21.000 Mk. veranschlagt. Die Stadt hätte dann nur etwa 800 Mk. jährlich zu den Verzinsimgs- und Amarti- sationSkosten zuzuschießen. (Kl. Pr.). Marburg, 28. Dez. Der „Franks. Ztg." wird von hier geschrieben: In Treysa wurde am 29. November im Hanse des angesehenen jüdischen Kaufmanns Benedict Strupp daS Dienstmädchen vermißt. Da alles Suchen resultat- los blieb, wachte Strupp dem Bürgermeister die Anzeige. Am anderen Morgen nahm die Polizei eine Haussuchung vor, bei der man sogar im Keller nachgrub. Die Untersuchung wurde am nächsten Tage wiederholt, zunächst wieder ohne Erfolg. Da kam der Stadtförster auf den Gedanken, das Heu nochmals zu untersuchen, und fand das Mädchen lebend, aber anscheinend bewußtlos, im Heu versteckt. Der herbeigerufene Arzt konstatierte sofort Irrsinn. Von dec Anstalt .vephata au5 wurde daS Mädchen in die Jrrenheilanstalt zu Marburg überführt und nach acht Tagen entlassen. Soweit der Tatbestand nach der einen Seite. Tatsache ist aber auch, daß schon am Tage nach dein Vermiffen des Mädchens die Luge des BlutmardeS auftrat. Man lief zum Bürgermeister und teilte ihm mit, daß die Juden das Mädchen ermordet haben, um sein Blut für Ostern zu gebrauchen. Man drohte den Juden, mit Gewalttätigkeit gegen sie vorzugehen, ihre Habe zu vernichten, ihnen daS Schicksal der russischen Juden zu bereiten. Und die Gebildeten? Keiner tritt dagegen auf. Man spricht von einem „Schächtfall". In Treysa ist Ruhe eingetreten, aber die Umgegend ist noch in Gärung. So weit sind wir nun auch in Westdeutschland gekommen. Treysa gehört zum Wahlkreis des Herrn Liebermann von Sonnenberg, der am 12. Dezember im deutschen Reichstage bedingungsweise erklärt hat: Jo würde gegen die Juden nach dem ungeschriebenen Gesetze verfahren werden: wer einen Juden totschlägt beerbt ihn". ? Haiger, 27. Dez. Heute mittag ereignete sich in dem Marmorsteinbruch des Herrn Aug. Kaiser zwischen hier und Sechshelden ein bedauerlicher Unglücks? Der älteste Sohn des Besitzers war damit beschäftig V Bohrloch mit Dynamit zu besetzen, als dec SchuV unerklärliche Weile loSging. K. wurde im Gesicht und Ann schwer verletzt und dürste die Sehkraft beS einen 91 verlieren. Sein jüngerer Bruder wurde ebenfalls un und am Ann verletzt. * Kleine Mitteilungen ans Hessen unh k Nachbarstaaten. In Wallersdorf c r t r ä r f tf der Gastwirt Sch. Motiv der Tat unbekannt. — In S der frühere Bürgermeister, Beter Joseph Emmerich K den Zob abberufen worden Der Berbliche.ne erfreute n* jr gemeiner Achtung und Beliebtheit. — 1 ’ C Tas Wachstum einer Großstadt. Die Bevölkerung des jetzigen Stadtkreises Frankfurt a TI f wüschen den Volkszählungen vom 1. Dezember 1900 und i'tv 1905 von 288 989 auf 336 985, also um 47 996 Seelen oder in Prozent gestiegen. Don den 336 985 Personen sind 163 548 mär. lieh und 173 437 weiblich. In der Vorveriode 1895 19X) die Mehrung auf dem gleichen Stadtgebiet, d. h. nutet Ber,i^ tiaunq der Einwohnerzahlen der erst 1900 eingemeindelen 30r»i Oberrad, Niederrad und Seckbach 43 395 Seelen oder 17.7 Die Entwickelung der Volkszabl auf dem jetzigen Städlae2 seit 1871 läßt nachstehende Uebersicht erkennen: Jährt. Zunahme 1871: 113 936 1875: 136 546 4.63 Proz. 1880: 163 973 8.73 1885: 185 413 2.49 1890: 213 201 2.83 1895: 245 594 2.87 1900: 288 989 3.31 * 1905: 336 985 3.12 , Durchschnitt 1871/1905: 3.24 Proz. Es ist demnach für das letzte Jahrfünft eine ruhige 8eitn. entwicklimg zu konstatieren, die nngesähr dem Durchschnitt fr Wachstums seit 1871 entspricht. Die stärkste Znnahme zeigen, wie schon tu der Vorperi^ das anßere Bahnhofsviertel wo,allein der 16. Stadtbezirk um mtj; als 10 000 Seelen gewachsen ist, und der Nordosten gegenUi bornheim, der allein im 22. Stadtbezirk einen Zuwachs von 110). Einwohnern ausweist. Das westliche Sachsenhausen, Ctiüt. bezirk 32, ist um 6500 Einwohner, Bockenheim um 8000 See la gewachsen. Danach stellt der Stadtteil Sachsenhausen jety Agglomeration von nahezn 43 000 und das Gebiet der frühe«! Stadt Bockeubeim eine solche von 33 000 Seelen dar. Der starken Zunahme der äußeren Stadtteile mit Arbeit vierteln steht eine erhebliche Abnahme der Innenstadt, b. h. £ innerhalb des Promenadengürtels gelegenen Stadtteile gegenüe. die zusammen um 6460 Seelen abgenonnnen haben — eine der fortschreitenden Eitybildung im allgemeinen und bet in £» letzten Jahren vor sich gegangenen Altstadtdurchbrüche im t, sonderen. Die Bevölkerung der Jnneiistadt schwankte in den lqtn Jahrzehnten wie folgt: 1871: 56848, 1875: 57 694, 1880: 5^ von den Oberschlesischen KokSwerkcn, der nach Unltfr schlagttng von 800000 Mk. flüchtig geworben mr. wurde hier verhaftet. Anfänglich leugnete er, mit b?m 9fr suchten identisch zu fein, später aber gestand er jh, öir Stimme veruntreut zu haben. Eine Leibesvisitation mol daß Spiegel nur 140 Francs bei sich führte. Trn'^t will er auf Pariser Rennplätzen beim Wetten oedotti haben; die Behörde steht diesen 9lngabeir aber skeptisch über; sie vermutet, daß Spiegel eine beträchtliche Summt i Depots angelegt habe. Die Nachforschungen nach dien Richtung hin werden auf Requisition der Berliner 5tcaf* anwaltschaft fortgeführt. Spiegel wird vorläufig in Pa^ in Hast behalten, bis die Formtilarien der AllSlicseeimg th Erledigung gefunden haben. Der ehemalige Prokurist hat» der französischen Hauptstadt großen Aufwand getrieben. 'Die größte Glocke der Welt befindet sich' einem schönen alten Tempel in Ohaka, der großen dustriestadt in Japan. Sie wurde im Jahre 1903 L Erinnerung an den Prinzen Shotokn gegoffeu, der vor cr*i 1300 Jahren lebte. Der Prinz suchte den BliddhiSmuSk' verbreiten und führte viele Sitten deS benachbarten F»' landeS ein, die sehr nützlich für daS Volk waren. 9r0ir1 Leute im ganzen Lande haben Beiträge zu der Glocke s liefert; unter anderem wurden fast 150 000 alte Kupfcrwi< zu der Glockenspeise verwendet. Früher war daS gn-l Opfer, daS eine Frau bringen konnte, die Darbringung Spiegels; auf diese Art wurde genügend Metall für i Glocke angesammelt. Die große Shotokuglocke ist 26 e-H hoch, hat einen Umfang von 54 Fuß, einen Durchmesser 16 Fuß und ist 1 Fuß 7 Zoll dick; sie wiegt 114 Zotut". ' Heirat für Juristen. S. W. K. Unter dielet Ue°v schrift fanb sich in einer großen Ztg. dieser Tage folqciibes -, gerade alltägliche? Inserat: „Durch Todesfall wurde mein n _• loses Witwerhetm um eine Nichte vermehrt, für w. mem e ländl. Wolutsitz nicht der richtige Ort. Dieselbe ist sehr,i).. . Mitte 20, statt!. 1.70, musik., svracbeuk., sein geb., auSgez. ’•+„■ ii. Küche, was selbst mein laugj. Küchendrache anciTennt, bat. 75 Mille Slaatsvap., (wirk!, vorh. u. nicht wie ko ytelc ,a ' 100 Mille nur auf geduld. Tariere stehend), ist sehr eint, bc fester Charakter. Ich erstrebe für sie auf dickem Wege — wo-i» mc erfährt — Heirat in. akad. Beamten an Kolleaialgerimt, >»- Behörde, Magtstrat größerer Stadt etc. od. mit Dozent Jif- Wissenschaft, Hochschule od. mit gut qiialif. Anwärt, jn hingen. Meldungen aus anderen.Krctscu, zweckt, da im vnrcv sprechen an f Mutter m dies. Bez. z. m. Bedauern gebnnden . Poranssetznngen: ftauL Aeuß., f. Bild. mögt, nicht übcrJDhne^ acsmid, frei von Schuld, n. and. Verpflicht., Evangel. od. eoo i Kind.-Erz., offene Schilderung pcriönl. u. Iamilicn Verbann., Knndg. ctn'a'ger les. Wünsche. Auf geschäftsmäß. indtr., pstu anonym. Aiür. gebe ich keine Tlntwort. ftrthnüt. Cffenlieit eno •, ich in gleich. W. Brie-e gebe ich unfehlbar zurück. 2cb. ver. reffe bei mir ausgeschlofsen: die Betr. wird uielm. emlten- Erbin. Briefe wollen durch Rellekt. od auch. d. Eltern, löefchtv., i bis zum 30. Dez. emschl. bei etc. eingereicht werden. , * Kleine TageSchronik. Der Einsicdelcl dem S t a f f el st e in e statteten am Sonntag morgen, cl& Bruder Antonius sur Sl'irdte bcg.'ben hatte, Sp'itzbu bc u c-.. Besuch ab. Sie erbrachen Jeustrr und Türe, durchstove alles und stahlen für ca. 50 Mark Briefmarken. , §eibn°E?c L" aM* >—jiunl S« '°7 c-k' ‘ s cßräjifion. - iffc besond frrr etw's ' eine iv'h'-' ”’*t ÄnrerP^'* ~oX : besetzt: ’n a o t a eme ' •- ~ er + •Je'fvitftfrU und v; die von or ‘,a mrde Inna Malten. Nm rqefcben, in der ikiwnaen zwischen § ' t MMderversar n’t>r'irf>e des neu ünftsfnhrer?r. M ä'taFeit des Aerein Tr. slstitth lehfer Punkt sie "'tt^knsiland! Insolvenzen Mternchmer Philivp 'mimen zu bm-fen ote den limmobilier d'k Verbindlichkeiten s l ' n Aktiva gea> V.'ndlnna Mayer i iic - h ’fcf, dm'siven 148541 Mk. Bei ei- ^uete von etwa 38 $ rrinaa in Main Sämtliches Arrangen vanischcZ M.tr? -^aatspavil • 'UiTd -teigeruna ' 'vruck. Cs n V e-ember v I. ' ^vaner von 1904 ivalirend d einen Verlust v $robu!tic ir™c Hm auf I HÄ9™- bfrei, r r J<1 u f 3 r 5c"tiftcn in l'bse^ Sibcini t Mül -LÄP Gtz'i! br f^ern Wetter Dezember vödiftc Temperatur nm 27. 27. Niedrigste nir 3.12 ' -ns feine der Angeklagten vollständig. Literarisches ren Ctad,teile r;; Abend- . 211.50 4% GriccK. Monopol-Anl. . 52.80 . 97.00 Prince-Henri-Eisenbahn . 125.50 Vrotpreise in Gießen Getreidepreise in Mannheim Achsen Kälber Schweine Freitag „TQnrio F.lektriz. Lahmeycr . . F.lektriz. Schachert . . Eschweiler Bergwerk - Weißbrot 2 Bq. 54 P'g. Schwarzbrot 2 Kg. 50 P'g Bed. Himmel Nebel . . 243.70 . . 137.50 . 100.70 . 88.85 . 100.50 . 88.70 . 98.85 Berliner Handels^es. Darmstädter Bank . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Di skonto-K ommandit. Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . Gotthardbahn . . . Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . 0,7° C. 3,5° C. Canada E. B..... Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: schwächer. 3M°/o 3% 3Ji70 3% 3^7o 3K7„ Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg- Amerik. Paketf. Harpcner Bergwerk. . . r.anrahiltte Nordd. Lloyd . . . . .. Oberschle-. Eisen-Industrie Beichsanleihe do. Konsols . . do. . ■ Hessen . . Obcrbcsseu dem er sagte, er hätte seinem Vater nur 20 Mk. genommen, fünf Ml. L.'ouis lies; Tenzer im Stich und letzterer reifte allein von Frankfurt nach Ilsenburg. Als er das Geld bis auf einige Mark anSgegeben hatte, kaufte er sich ein bewehr. Nach .hause zurückzukehren, wagte er nicht. Zwei Tage hatte er nichts gegessen und im Freien geschlafen. Weizen 100 Kg. 00.00 Mk. Roggen 100 Kg. 00.00-00.00 Mk. Ws und Versnä's nstalt. ' Die Verleihung deS tierärztlichen Doktor^ titeltS wird nun atich von der preußischen UnterrichtSver 3.73 H 2.49 ' 2.83 ' 2.87 ' 3.31 ' Spielpla« der »errinigten Frankfurter Stadttheater. Overnbans. Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 27. Dezember 1905. Wir machen darauf aufmerlsam, daß die Zeitnngs- trägerinnen des. Gies.cner Anzeigers angewiesen sind, am Freitag und Samstag dieser Woche bei Verteilung deS nächstjährigen Kalenders nachzufraqen wer daS Adreßbuch für Gießen 1906 noch nicht erhalten hat und zu bestellen wünscht. Die Aushändigung des Adreßbuches erfolgt umgehend. Sollten bei Ausführung dieser Anordnung Unregelmäßigkeiten vorkommen, so bitten wir um Nachricht. Brühl'sche Univ.-Druckerei. . 135.00 . 127.00 4% 3 ’o 3 So- Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M. ; . ^-f d-m'. rüstig vorwärts: iie brachte in den Weihnachtstagen fr- Kaufmann von Venedig und cr'ielte für ihre Dc- -ii i nqen reichen Beis'll. Mit großem Gies' id waren die Szenen •fc .uis'inmengelegt, daß die zwei ersten und zwei lebten Akte •rr Verw"ndlung gespielt werden konnten: im 3. Mtc vor- 99.50 100.50 96.10 105.80 67.60 67.90 90 90 95.10 90 40 137.20 ne der ftinen^ leqenen Slablttilt® onimen habe»-. allgemeinen uni V Altstadtdurchbrr- bi schwankte in I, 1875; 57G94,!v 57 642, 1900 : 6)1 rozent der damalig ), enthält aber bt_ cwciterlen Sladitn izenden Teile dn i !r Äoltszabl. lision des Urmair lszählung wird w. iqen Ergebnis inii iS der t oölkenmgszahl an iten worden war. ;fl UNd Zählung K 4 yS\ russ. Staatsaul. 1905 4jj\ japan. Staatsanleihe 1 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose...... (ftunfl und Wissenschaft. — Aus Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: 5er Neu Fnszeniernng der Shakespeare-Dramen geht unsere ^lniversitäts-'Nachrichten. Karlsruhe, 27. Dez. Robert H a as , der Sckwarstvald- jtittr r, Professor an der hiesigen Technischen Hochschule, rst rdi kurzem Krankenlager im Alter von 58 Jahren gestorben ,g;it langen obren nnr er Leiter der chemisch--tcchnuckten Prüf- Meteorologifrtic der Station Gießen. ____ und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse. 28. Dez.. 1.15 Lhr. . 174.00 . 147.70 . 242.20 . 98 50 . 164.10 261.90 228.50 16440 211 75 242.00 127.30 130.90 171.30 148.90 242 50 177.50 189.50 164.40 ßisenkahn-Zeitung. ^ie Verwaltung desSimvlon-Tunnels veröffentlicht den finanziellen Abschluß des Unternehmens Es geht daraus hervor daß ws jetzt etwa 47 Millionen Francs benötigt wurden, während sich der ganze Bau aui 75 Millionen graues 1 reden wird. Mithin stellen fick die Ausgaben für einen Kilometer aus ungefähr 4 Millionen Francs. 50 Kg. Schlachtgewicht 80-83 Mk. V, Kg. Schlachtgew. 86—90 Pi. , 75-76 „ '/, Kg. 72-82 Psg. '/, , 70—80 , „ 80 90 „ soziale Evolution und die Frage des Verhaltens von Soldaten und Offizieren bei Ausständen. Die Soldaten hätten trotz des Befehls ihrer Offiziere nickst schießen dürfen. Tic Angell ag t e n seien umsomehr berechtigt geNTeicn, gegen emen Krieg Einspruch zu erheben, als die Zeiten gefahrvoll und int höchsten Maße unruhig seien. Er billige das Verhalten . 112.90 . 00.00 . 2410 . 142.60 3°/„ Mexikaner . 4X°'o Chinesen . Aktien Bochum Guss . . Buderus E. W. . Telefonisch^ Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgcteilt von der Bank für Handel — Illustrierte Geschichte der Deutschen Literatur von Prof. Tr. A. Salzer. Lieferung 16 und 1'. (Vollständig in ca. 25 Lieferungen ä 1 Mk.1 München, Allgemeine Verlags-Gesellschaft m. b. H. — Die 6. Literaturperiode lAnbruch der neuhochdeutschen Zeit von 1500 bis 1628) itnljcrt firf> in diesen beiden neneflcn Lieferungen ihrem Ende. Der Verfasser kennt die deutsche Literatur gründlich und folgt überall, wo er nicht auf eigener Forschung fußt, den besten Quellen und wissenschaftlichen Arbeiten. Ein weiterer Vorzug ist die Margit der Darstellung und lichtvolle Anordnung des Stoffes: dieser Klarheit dienen vor allem die ausgezeichneten Charakteristiken von Zeiträumen, Persönlichkeiten und Werken. Salzers Literaturgeschichte will ein populäres Werk zur Einführung der gebildeten Kreise in die deutsche Literatur sein; dieser Zweck der Gemeinverständlichkeit erscheint erreicht. Ihm bient die einfache suchte dm wr ilkn be§ das Solfw^, Beitrage ju ast 150000« 1 -.c«# mA. •• ehemalige ^rohir icrfcn, der na4 f. flüchtig ßcir:: ) leugnete er, wi! c aber gestand e Eine Leibcsvisitat bei sich führte, i beim Wetten t „gaben aber stepk eine beträchtliche vcrd''nkelt-r Bühne .mb 'war mit verblüffender Schnellig- |fit mnd Präzision. Die S'enerien nrren sehr geschmackvoll und i’ f eihmgen des venetianiscken Volkslebens von guter Wirk irr Die handelnden Personen wurden im allgemeinen vortrefs-1 f ATnfi nfahntnt’pinen Rcrnnftounas reisenden^„bewußt- I, h'rncrient. be.'mders waren diein guten Sfanben. 7° J 2S h nhwnefmi n far Bavrbammer geb den Sb lock und geriet vielleickst los zu schießen" undchm dannda^ Geld' absuneymen. manchmal etiv-5 zu sehr in Essfase und Frl. Bock' stellte Nnqlucklicherwe,sc, sagt x., habeich ben Mann getoktz ^as lift nur eine wahrhaft vorne' ue, sondern auch eine gemut-1 Geld nahm er chm weg und fuhr al-..-bald nact; Frannurt. st finmorVPTfc Borzia dar. Doch waren auch die anderen Von da fuhr er wieder in den Harz zurück, wo er verhaftet Soif- n gut besetzt: Frl. Irmen war eine reizende Jessica. I wurde. Das Gericht erkannte gegen Louis auf drei fick 5 n tt n o r n eine muntere Nerissa, .Herr Wankaein juaend- 3 a r c Zuchthaus und gegen Wächter auf einen Monat li£ feiner Bassiano, H. Diegelmann eine vornehm-ruhiger - - • Italien. Bente . . . Portugiesen Serie I . Portugiesen ,. HI II., Gicßcncr landwirtschaftlicher Wetterdienst. PoranSfichtlichc Witterung in Hessen für »ireltag, oen 28. Dezember 1905: Trüb, vielfach Niederschlage, Schnee, spater Regen, milder und Tauwettter. Aähcro durch Nc i<>icKcm-r'.^citcvfnvtc. _______ (>)ri^inat-Dra!itml'tdunqen. Mülheim a. M., 28. Dez Bei der Beigeordneten, wähl erhielt der seitherige Beigeordnete 349, dcr Sozial« demokrat Peter Zahn 489 Stimmen. Letzterer 'st dem- nach mit 140 Stimmen Majorität gewählt- Er ist der erste ozialdemokratische Beigeordnete in Hessen. Paris, 28. Dez. Aus Marseille meldet das ,Echa de Paritz": Viel besprochen wird die Abwesenheit des Vertreters eines europäischen Staates in Toulon, der bereits seit mehreren Tagen vermißt wird. Es heißt, sein Verschwinden stehe in Zusammenhang mit der jüngsten Spionage» Affaire. Seit mehreren Tagen wurden Anspielungen auf die Mitschuld einer hervorragenden Persönlichkeit gemacht. — Auf dem Bahnhöfe in Marseille wurde ein 41 jähriger Mann verhaftet, der im Begriffe stand^ nach Genf abzureisen. Der Verhaftete heißt Siebeuhardt. Er gab an, ungarischer Nationalität zu sein, tatsächlich ist er aber in Bremen geboren. Bei einer auf dem Polizei-! bureau vorgenomnieneu Leibes-Unterst ,ung sollen angeblich wichtige Dokumente gefunden worden sein, ebenso bei der- Untersuchung seines Gepäcks. Der Verdächtige wurde sofort! in§ Gefängnis in Einzelhaft abgesührt. — Nach einer Mel-^ düng des „Echo de Paris" aus Belsord machen sich bet, dem verhafteten Spion Anzeichen von Wahnsinn bemerkbar^ weshalb er unter ärztliche Beobachtung gestellt wurde. — z Nach einer Meldung des .Malin" aus Toulon hat der, Kriegsminister an den Untersuchungsrichter, der mit dec Aufhellung der Spionage-Angelegenbeit betraut ist, ein Schreiben gerichtet, in dem er ihn ersucht, den verhafteten Zeichner Feraud wieder in Freiheit zu setzen. — In Clermont Fcrrand ereignete sich gestern im Arsenal eine Explosion, heroorgerusen dl,ich Entzündung einer Granate. Zwei Arbeiter wurden getötet und bis zur Unkenntlichkeit ver» stümmelt. Paris, 28. Dez. Gleichzeitig mit der Meldung des „TcmpS" über eine angebliche Unterredung mit Kaiser Wilhelnr liegt eine offiziöse Note vor, welche die allarrnierende Mitteilung über besondere militärische Vorbereitungen an der französchen Ost grenze als unrichtig erklärt. Die im Interesse der Regelmäßigkeit des Dienstes erfolgte Einschränkung des Feiertagsurlaubes für die Offiziere gab zu jenen Gerüchten Anlaß. Wien, 28. Dez. Dcr jüngere Bruder deS Thronfolgers Erzherzog Ferdinand Lkarl beabsichtigt der „Wiener Mittagsztg." zufolge die Tochter Bertha des HofrateS und M athe matikpcofessors an der Technischen Hochschule Ezuber zu ehelichen. ES heißt, daß der Erzherzog did : Schwierigkeiten beseitigte.__ iri Weihnachtsseiertag wurde bei Ebersbach m Sachsen 1 -,'ncarbeitrr Robert Wollmann erschlagen ausgefimden. r. Tagcorbeitrr Wedricb und der Grundßücksbesitzcr Stübner tti^-n ' als des Mordes verdächtig verhaftet. Sie sind ge- (f. - n Wedrich lebt in Kvukubinat mit der F-rau des Vnlders I»: Ersckst"aenen. — Dm: Stadt sekretär Link in 2 au* 5i-r t n , Mitglied des b 'Nr. Landesrates, wurde wegen Unregel* Rj-infeiten in der D'ssenführun« verhaftet. 4 % Oesterr. Goldrente. . 4*/»?•< Oesterr. Silberrente 4?o L’nsar. Goldrente . . als Zeuge. Tie Verhandlung gibt Ausschluß darüber, w i c Dcnzcr, noch ein halbes Kind, z u m Der b r ech e r wurde. Auf der AnUagebank sitzen der Zuschläger Johann Louis und der Arbeiter Heinrich Wächter t*cn Nied. Der erstere ist beschuldigt, Tenzer zu einem Tiebstahl zum Nachteil von dessen Vater angestiftet und von dem gestohlenen Wclb 300 Mk, einen Revolver und ein Messer an sich gebracht zu haben. Wächter ist der Beihilfe zum Diebstahl und cfecn- falls der Hehlerei angeklagt. Louis verschaffte D. durch Vermittlung Wächters falsche Schlüssel. Am Sonntag, 25. Funi, nachmittags, als Dcnzers Eltern ausgegangen^warcn, drang er in die Behausung ein, sprengte ein kleines Schränkchen auf und stahl 600 bis 700 Mk., zwei Revolver, Patronen und ein Messer. Von dem Gelde gab er Louis etwa 300 Ml., einen Revolver und das Messer, und dem Wächter, Harpencr Bergwerk . . 210.70 Laurahütte 242.50 Lombarden E. B . 23.70 Nordd Lloyd 125.00 Türkenlose 138.20 Kirchliche Nachricht en. Fsraclitische Rcligionsgeseltschast. Folter, bienn. Sabbath feier am 30. Dezember 190o: Freitag abend 4.00 Uhr. SamStag vormittag 8.30 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. SalwathauHgang 5.20 Uhr. Wochengottesdienst: nwrgens 7.10. abend-:- 4.00 mn\ äussere Argentinier . 89.50 -- - - . . 66.90 sbe.r 16-6labfotti d dir Jlorbc^,, ein^n Buhjoü Je Cach^st- <5o«nf)eiin \m ^nd)!enbc^ und des ®ebi»i 000 Seelen bar. Fleischpreise in Gießen jnnfe, ?ie . W-/ ,e ciein'ge"^ . «■ "'S i« !*'=■: fie ®" W“"’ vock-ftfiicn-. jdi .rj fr0'- cb werbt": i.m1 Tendenz: schwächer. Iterliner Börse, 28. Dez., Anfangskurse Der Rheinisch Westfälische bsse«cnmarkt. Mülheim 0. d. Ruhr, 27. Dezember 190o. Tagesbericht der Firma W a l t e r S a mm e rst ein. -Der st 0 b l e n ku r e n m a rk t zeigte an bei beuttgen V 0 ... tpft« -Tenbciu Fast sämtliche, namentlich tn lehtcr Bett S «'s« a-A-s ää kchiil'lichc Kurssteigerungen find nicht E"^r»eichnen. 'd7a^. nVo'h ' "n7 Schallmauer^3075 Angebot, 3050 Nächste!, Lncherbcrg icst. ________——— thcrichlslaal. Wiesbaden, 23. Dez. Der KaufmannslehrlingSteph. »ri^er von Nied bei Höchst a. M., der rm Sommer .d.I. Fuße des Brocken einen Postbeamten erscho] 1 n ^E aubt hat und bojür mit 15 Jahren ^sangnts jMast worden ist, erschien heute vor der Strafkammer iroftiimfl erwogen. ES wird nach einer Aeußerunq deS Te^rnenten wohl dcr Titel Dr. meervorl,vben: die guize Auswahl yt planvoll ^irinheC linb yetftelir. Aol.lSwlrDryafr. unb originell, die technische Ausführung vorzüglich So ' I Frankfurt, 27 Dez. Der H a n de lsv er t r a gs -V e r- denn Salzers Werk allen, die an der Literatur deutscher Dichtung in wird am 20 und 21. Januar hier eine Gleneralversamm- ^eude haben und ihre Ausgestaltung nachgemeßend an wrem na abhalten Am 20. Januar ist eine öffentliche Versammlung Meiste wollen vorüberziehen lassen, alS ein ebenso verläßlicher >ra: sehen, in der der ReickstagSabg.^Gothein über „Die Be- und angenehmer Führer cnipfohlen. cu naen zwischen Handelspolitik und Sozialpolitik" sprM)t. ,^.n — Gustav Freu ßen's neuer Roman „Hilligen- 1 Mitgliederversanimlung am 21. Januar wird nach einer (Grote in Berlin), der dem Dickster zu den vielen Fweuuden "nst.cack'e des neuen Vorsitzenden, Stadtrat Flinsck, der Ge-1 geltri& unzählige neue gewinnen wird, dürfte unbeabsichtigt u. a f Zsnhrer Dr. W. Borgins einen Berickst über die bisherige I au(6 cinc große soziale Mission erfüllen helfen. Mit Ernst iü'i'-ikeit des Vereins oblegen. Es folgt em Referat des Reichs-1 eT nicht nur die dem Trünke verfallene Mannschaft as bi Dr. Votthofs über Handelspolitik unb Steuerrewrm. Branntweinschiffes „Klara", sondern geißelt vor allem auck W le'ter Punkt steht auf der Tagesordnuna: ,y r e u n d s ck a 1 r Vierversimpelung d^w Honoratiorenschaft von Hilligenlei. „Wie ■it England! Referent Dr. Breitscheid. weit wären wir Deutschen ohne das verfluchte Santen!" ruft Insolvenzen. In Frankfurt a. M. ist der Bau- q,nt)itän bcr „Klara", und zu den Honoratioren der kleinen küteunehmer Philivp Welter gezwungen, seine Gläubiger zu-1 yaqtc <ßc Ontjes: „Wir haben zu euch .hinaufgesehen, i'iHunen ;u bew'fen. Abgesehen von den Hypothelenschnlden. 1 Magistrat und den Studierten: und der eine der Herren h den Immobilienbesitz Welters stork belasten, belaufen n® sft ja auck hier. Aber was sind Sie?" Biev- Verbindlichkeiten auf etwa 300 000 Mark, ^en keine er» I un^ sarfcntßnige sind Sie!" i,[iir-r;en Aktiva gegenüberstehen. — Die insolvente Ledergrotz- brtimin M aber n nd,Gl 0 der in (yrnu ffu rt a M. be- liliert ihre Passiven auf 567160 Mk. und ihre^ -lktiven auf 1'8 541 Mk Bei einem außergewöhnlichen Vergleich.durfte eme luote von etwa 3« Prozent berauskommen. — Die Ianna Mar Fr; nn§ inMainz ist in Zahlunos,ck^vlerigkeiten. Em außer- WontnII' r b*eUe sick die S.eneri.' von Sbnlock's Haus in eine offene ’orwrioSito * I hne Venedigs unb diese in Porzia's Palast bei offener, eb>el, r1'1' ■900 =39515^ auf bem ertenn^*^ ^tL 3^me liaäjorjchuM" - j Dion der Beck: ■ ei wird vorlöm r larien der W;' r elieinalige ?n Aufwand g^. der Welt V. Ohaka. b« r wurde im 3« . jtöfii |i<- f'-incr Bassiano, H. Diegelmann eine vornehm-riiwaer G-fg^gnjZ Q ) ?Tmio usw. Der Prinz von Llrr^gon de? H. Bauer^errielte m q r 27 Dez In dem Prozeß wegen antimili- io' i nSa-sührt. ie schon in da;, ^lniversitäts-'Pallir Donnerstag den 28. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: i«,i, u tl» ... 1 .Prinzeß Tausendhändchen/' Abends 7 Uhr: .Der fliegende -ricktlickes Arrangement wird angestrebt . . ©onänber. Freitag den 29. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: :3«P«nii>e 6 pro. Tansendhändchen.". Abends 7 Uhr: ,D'e Fledermaus" te sjää -E ? Sch-iseyLer Zcit c,Mind«ch 7 lUjr: e6eufvicn,„„8.- Mare Mangel an rohen Muten und Felten und die damit Donnerstag den 28. Deze^nber'): Wilhelln Tcll. -b'mdene Produktions-Einschränkung m der- gesamten .29. Dezember: „Zaza." «amStag den 30. Dezember ustrie lwben auf dem Ledermarkte derart hohe VerkaufspreiseI ^^^rt.' Sonntag den 31. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr v wqeri'fen. wie sie die SchnHindu^e seit Ia^reMen. a^ Mamsell Tourbillow" Abends 7 Uhr: .Der alte Bnrgerkapitan. '-en von der rasch verlauseneu, Hausse des WahresHierauf: Zum ersten Male: .Der rote Schornstein- gekannt bat. Diese Verhältnis,e veranlassen die ^-UttliNgerL e .« ß/un Schluß: Z u m erst e n M a l e: „D 0 d g e s ch 0 ff c. l- bindustr-ic, bereu Mehraufwand an Material sick auf 20 L c^ommr 1906 nachmittags halb 4 Uhr: .Zapfen -70Pr-eni be-inert. MJ einer sofortig^ weiteren Er höh n^ng u ybenb§ 7 Uhr: .Die Jnngstan von Orleans.« rr?CHtiilen^Marltfa^"werden weitere Steiger- •) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. neu in .blebb'arer e i t folaeii müssen. Dezember 1905. Barometer an' 0’ reduziert Teniperaliir der Lust Absolute Ieuchtigkeil Jlelative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke 27.* 2" 745,6 -1,0 4, 96 ENE 2 27. 9" 744 6 — 2,6 3.8 100 NE 2 28. 7" 748,7 3,5 100 SSE 2 SoeppeckepS Nt Meisterschuss Briefordner tJ Tell-OiocolAde. o F. 3CEMNECKEN Schreibwarcn-Fabrik BOHN • Berlin Taubenstr. 16-18 88", RUDOLF MÜSSE-GIESSEN SCHULSTRASSE 7 Anncncen-Annahme für alle Zeitungen und Zeitschriften 1 und GIESSENER ANZEIGER 6667 regelmäßig allwöchentlich statt. BM/U 2 Zimmer vermieten. iehjeluilje Mene Slrtlrii WiMWtzM u immictrit Schnei leer« etaardnca Hartwig 4 Vogel Dresden. k. 8. V. 188i im Neuen Saalbsa Haus, Hof, Garten Wochenblatt des landwirtschaftlichen Vertins in Bayern Lahnthal Sängerbund MstMsDn!! iw oi AnScsMcinc Freiti den 29. Dezem 0 iibtnM 9 Uhr im „W piB Gesucht für 1. April eine b-6-Zimmer- wohnung mit modernem Zubeh^ eine Etage ob. Stockwerk u. iDlonl. Schristl. Angebote unter 6648 an den Gießener Anzeiger erbeten. 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Aber allem an ber ich *2t ho nuot vergewis' ^'hrplan vorgeno ?’S ®“ 7;.®WR : ri“,|ie zu diesem A « Wogen oder zum u..,:n bat er getan. •i.. fiten an, daß L, <' Amtsblatt gelt atleroingV gedacht, er 1 L“" ^rnachlässigt, j i »L'iv! lelegravhiert gwair.en und er sprach. % Die Bahnhofswirtschaft Deutsche Juristen-Zeitung Deutsche landwirtschaftliche Genossenschaftspresse Berliner H’.usa’ierte Zeitung Bank-Archiv Privat-Beamlen-Zeitung Deutsche Eisen bahn bea mten-Zeitung Allgem. Zeitung des Judentums Fliegende Blätter Kladderadatsch Lustige Blätter Gartenlaube Debet Land und Meer . Weste* manns Monatshefte Bazar Elegante Mode Wiener Mode Neue Musik-Zeitung Berliner Architekturwett Architektonische Rundschm Giesserei-Zeitung Württembergische Bauzeitaug Sondags-Nisse, Stockholm De Hollandsche Illustratie De Amsterdamer, Weekblad vor N. Magyar Salon - Ötthon, Budapest Novi, St Petersburg etc. etc straßc35 [5 Zimmer nebst Zubeh.) ............. per 1. April 06 zu vcrm. 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