Dienstag 4. Juli 1905 ISS. Jahrgang Erstes Blatt. nach Kirin bt- Sr. Krieg. Dom Kriegsschauplätze. fr eundschaft-i -- c bid General Linewitsch telegraphiert unterm 2.Juli": Dev Feind nahm die Offensive tu der Nähe von Hei-- lungchen wieder auf, zog sich aber zurück, nachdem ev Widerstand von unseren Vorposten gefunden hattr. Wie verlautet, ist General Baliakow zum Beseh ls* Haber der 1. mandschurischen Armee ernannt worden an Stelle von Kuropatkin, der sich nach Kirin begeben hat. Die Friedenskonferenz. Zu FriedenSnnterhändlern werden von russischer Seite Baron Rosen und Graf Muraview, von japanischer Seite- Varon Komura und der Gesandte Takahira definitiv be-! stimmt. Wie die Petersa. Tclegr.-Ag. vernimmt, sollen znü Prüfrtng der Spezialfragen von kompetenten Persönlichkeiten u. a. entsandt werden: der Direktor der Schatzabteilung im Finanzministerium, Schipow, der russische Gesandte m Peking, Pokotilow, Profesior MartenS, der frühe« russische Militärattachce in London General Jermolows und der frühere Marincattachee in Tokio Fregattenkapitän« Nu st in. . Bezüglich der Wahl der russisch-japanischen Bevollmächtigten heißt es, daß die Japaner darauf bestanden, die Vertreter mit Vollmachten zum Abschlüsse eine» Weitere Unruhen. _ DieVrandftiftungen im Bezirk von Marsch au dauern ort. Am Sonntag waren nach eurer amtlichen ZusammenstelumF 60 Brände zu verzeichnen. , x . . .. Aus Kronstadt verlautet ferner, in her Nacht m eM Linienschiff ohne Offiziere in See gegangen. Em^l- beiten fehlen. Im 5pafen lägen nur der alte Pamer „Imperator Alexander II." und der ganz neue Panzer ,.Slawa - In Kiew befinden sich unter den unberufenen Nesnwist^ wenige Israeliten. Es kam das Frücht anf,.^dast eme Anzahl von der bevorstehenden Mobilmachung urnrrrrchteter Israeliten ans der Stadt geflüchtet sei, dadurch wurden mver- schieden en Stadteilen Unruhen hervorgeru.en, wobei, ^mnv« Weinläden und Ecff6s gepkmdert wrrcden. Mehrere Polrzeibeamte wurden von den Reservisten entwaffnet und verwundet. scrvist wurde tödlich verletzt. Dre Orlnruna ist wieder hcraestellt worden. (Das ist der ständige Zusatz jeher offiziösen rU^‘ etersburg nehmen die Brandst ifturt* gen in erschreckendem Maße zu. Am Montag pnd bret Brandstiftungen vorgekommen. Petersburg, 3. Juli. Der Generakausstctnd,, der gestern abend hätte verkündet werden sollen, wurder rückgängig gemacht, nachdem die Regierung beschlossen,- die Forderungen der Arbeiter §n bewilligen, Seit ^mstag sind in Petersburg 50000 Mann konsigniert, um für tite Fälle vorbereitet zu sein. In Lodz wurden drei Arbetter vom Kriegsgericht wegen Teilnahme an den letzten Unruhen zum Tode verurteilt und erschaffen Ki schinew, 3. Juli. Der Adelsmarschall von W, sarabien, Therd osiu, wurde ermordet anfgefunoen. Neuer Englischer Optimismus. London, 3. Juli. (Unterhaus.) Brotherton r^fatf, daß, um Leben und Eigentum der englischen Untertanen sicher Fp stellen, bei der russischen Regierung freundschk, liche Vorstellungen dohm erhoben werden sollen, daß genannte Regierung ihre Zustimmung zur zeitweiligen Aufy ung der Bertragsbcstmrmung gebe, nach 1>er fremde Kri e i schiffe vom Schwarzen Meere auSgeschlossen s Nnterstaatssekretar des Aeußern Perry erklärt, die gegenwärtiges Lage in Odessa biete fernen aentigenbert Grund, die erwähnte Vertragsbestimmung außer Kraft zu sitzcii. Nichts heute bar nu'f hin, daß die ru ssische Regierung nicht über die n ö t i g e n M i t t e l zum Schutze der enalisc^n Untertanen, Wie der übrigen Bevölkerung ver^ge (?) ober daß tue Lage durch die Entsendung der enalisckvm Krieaslmche aebeffert^verden^NM. Gießener Anzeiger M General-Anzeiger ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen zurück. Constanza, 3. Juli. Die Mannschaft des russischen St a Lions schiff es „Pzepuape" erklärte sich mit der Mannschaft des ,,Po tem kin" so Hb arisch. Die Mannschaften beider Sckffsie umarmten und killten sicp unter den Rufen: „Rußland ist frei!'- Auf dem „Potemkm" befinden sich 750 Matrosen. Führer des Schiffes ist ein Deekadett. Die Mannschaft, die um ihr Schicksal besorgt ist. will sich unter der Bedingung ergeben, daß fxc nicht an Rußland ausgeliefert wird. Bukarest, 3. Juli. Der , Knjaes (Fürst) Potemkm 'verließ heute nachmittag um 1.20 Ubr mbit dem begleitenden Tor- pcdoboot K ü st e n d s eh e (Eonstaum im Rumänischen, „Kustendsche m Türkiseben) und fu h r n o r d ö st l i ch h i n,a n s i n s o ff en c Meer Während b'5 ?lufenth"ltes des „Kmaes mrtemrm" be- nachriebtigten die Matrosen die Behörden KüstendsebeS, haß viele von derBesatzung geneigt seien, s i Ä.z u e r g e b e n und beschlossen hätten, sobald das Schis, b;3 offene Meer erreich hätte, es zu v-rlaffen und anS Ufer zu seewimmen. D -rn'Win ist das von Len Behörden vorbereitete Rettungswerk. dadurch, daß die gesamte Bemamnmg mit dmr Panzer weiterdampfte, unnötig geworden. Die Haltung der Mannschaft war wahrend des Aufenthalts des Schiffes in den rumänischen Eewuswrn völlig ruhig. Die Anwesenheit des „Kniaes Potemlin" gao dank der tat^aftigm, aber humancii tzaltung der ruinän. Regierung kernen Anlaß zu einem Zwischenfall. „ . . „ m £ =1. . London, 3. Juli. Der „Times" wird aus Petersburg telegraphiert, der „Potemkin" befinde sich,unter dem Befehl eines an Bord befindlichen Stabes von Zivilisten, bte, wie es heißt, Leiter der revolutionären Organisation sind. Die Stadt und der Hafen von Odessa sind jetzt ruhig und der Widerstand der Arbeiter, die, wie ietzt seststeht, mit den Meuterern im Bunde waren, ist durch die Militärmacht unterdrückt worden. Die Biir- ger fliehen und die Ausländer machen sich bereit, an Bord der Dampfer zu gehen. _ Odessa, 3. Juli, deute wurde in mehreren gronen Fabriken die Arbeit wieder aufgenommen. Der General- gouverneur gestattete in allen Stadtteilen, ausgenommen auf dem Nikolajew-Boulevard, den freien Verkegr. . .<0 000 Arbeitslosen wird durch die Aufräumungsarbeiten am Häsin Arbeit gegeben. Von d - ss« 3 S'ti. Die Sage md> rote Der st4r IrtttfS- BrunruMnd« AqchE-n k°MMM j-dt °u« dem Jrmcrn. wo d>- Bwuern im Auistand-e sind. Tausende flüchten. Der Le- vantedampser „Pera" naljm auf Veranlassung deS deutschen Kvnsub-lls, das vom Auswärtigen Amt dazu ermüchugt wurda deutsche Reicbsangehörige an Bord. O de ssa , 3 Juli Der bidlyer m Odeffa anaerichtete Schaden wirb auf 140 Millionen Mark geschätzt Petersburgs. Juli, tof Jgnatiew ist mit außerordentlichen Vollmachten nach O^ssi beordert worden. ^.ie Maßnahme schasst für den aufrülwerffchen, Bezirk eme Diktatur mit unumfcr.ränrter S8t unn.8 5Beim Stobra« bet Odessaer Unruhen bezeichnete die Umgebung des Zaren ihn als den geeigneten Mann -"r Niederwerfung her Revolution; namentlich Trepow, der Gehilfe des Innern, trat für ihn em. Der Zar fZgte jetzt diesen Einflüssen, ^«l den Grafen Zur Nudier^ und trug ihm die Dikt^ir über Odessa an. Ohne Besinne^ Übernahm Jgnatiew die Miffion. Die Vollmachten, mit ixmert Jgnatiew ausgcft stet wurde, dürften ,ungefähr denen entsprechen, die in Jabre 1SG3 General Müromew zur Nuderwersirng des volnischen Ausstandes erhielt. Für Odessa hat die Nachricht von Jgnaticws Entsendung eine Panik hervoraenffen und m vielen Kreisen wird bcsiirchtet, daß sie neue Revolten zur pwlge haben ^^Petersburg, 3. Juli. Laut Privatmeldungen auS Sewastopol verweigerte die M an nschäft der gesamten Flotte den Gehorsam, weshalb der Admiral, um sein und seiner Offiziere Leben zu retten, die Schiffe abrüsten und die Mannschaften entlassen mußte. In Kronstadt sind tatwns- schifses fraternisierten mit den Meuterern, denen sie an Land ^^öularefl, 3. Jvli. In Begleitung des „Po- Aie üeutige Kummer nmfaßt 10 Seiten. Die Anarchie in Kußsand. Die Meuterei in Odesia und Kronstadt. Der Treubruch hat stets und mit Recbt für das aller- erbärmlichste gegolten. Vollends der militärische, weil er die Axt legt an die Wurzel altes Bestehenden, soweit es in der Form des Staates erscheint. Die Legislative eines Staates kann versagen, die Gesehgebungsmaschinerie kann still stehen, und es braucht doch noch kein allgemeiner Zusammenbruch daraus zu folgen. Dann wird eben fortgewurstelt; „ex lex" bedeutet, wie wir das in jüngster Zeit in Ungarn gesehen haben, nicht Anarchie. Aber wenn die ausführenden Organe einer Regierung revoltieren, vornehmlich diejenigen, welche ihre ultima rakio dcrrstellen, dann ist die Gefahr ungeheuerlich. In Rußland erleben wir jetzt dieses Schauspiel. Die Niederlagen auf den Schlachtfeldern Ostasiens konnte die russische Regierung überleben, mit ihrer gewaltigen Militärmacht konnte sie auch 'die inneren Feinde niederhalten, bis sich die Anschauungen klären über die Dersassungsfragen. Aber von dem Augenblicke an, da ihr die militärischen Machtmittel aus den Händen gleiten, ist ihre Krast gebrochen, und retten kann sie nur noch die Uneinigkeit ihrer dauernd en Friedensvertrages auSzustatten und die Verhandlungen im Geiste vollkommener Aufrichtigkeit zu führen. Einige Verzögerungen traten bei der Wahl der Vertreter ein. Japan deutet an, daß der Kaiser seinen Vertretern nicht gestatten werde, in eine bloße Versuchskonferenz einzutreten, in der Japan seine endgiltigen Bedingungen stellen und Rußland gestatten würde, zu bestimmen, ob die Mitglieder ihre Beratung fortsetzen sollten. Präsident Roosevelt nahm einen ähnlichen Standpunkt ein, daß nur durch Ausstattung der Bevollmächtigten mit unbeschränkter Vollmacht dauernd der Friede herbeigeführt werden könne. Zum Zwecke der Erlangung der Einwilligung hierzu machte er dringende Vorstellungen in Petersburg, da er den Vorschlag der Japaner sür zweckentsprechend erachtete. Aus Osterbay (Nordamerika) wird gemeldet: Der Meinungsaustausch, der gegenwärtig durch den Präsidenten Roosevelt zwischen Rußland und Japan bezüglich des Waffenstillstandes vermittelt wird, gestaltet sich nach Ansicht der dem Präsidenten nahestehenden Kreise mit der Aussicht auf EinstellungderFeindseligkeiten freundlicher als je. Präsident Roosevelt Hofft und glaubt, daß der Waffenstillstand vielleicht schon in wenigen Tagen zustande kommen wird. Das neue russische Flotten-Programm. Unter dem Vorsitz des Marineministers Avellane nahm zh'e Spezialkommission das neue Flottenprogramm für den Bau neuer Schiffe an. Es werden im Verlauf von sieben Jahren jährlich m in bestens 75 Millionen Rubel für neue Schiffe ansgeworfen, doch ist die Summe je nach der Finanzlage in einigen Jahren zu verdoppeln. Die Einzelheiten des Programms sind noch nicht feststehend. Tie Zarin Hat, wie cs heißt, für 1 Million Sonnenblumen- samen nach dem Kriegsschauplatz an die Truppen schicken lassen. Dieser Samen gilt in Rußland für einen besonderen Leckerbissen. Die MaroLko-Arage. Seit die Kriegs angst in Frankreich als unbegründet erkannt ist, schenkt dvrt die öffentliche Meinung der Marokkofrage nur noch geringe Aufmerksamkeit und'die Diplomatie kann in verhältnismäßiger Ruhe arbeiten. Die Ergebnisse, zu denen sie gelangt ist, wird sie voraussichtlich morgen gleichzeitig in Berlin und Paris amtlich bekannt tzeben. In einem Exposs, das im Pariser Kabinett ausgcarbeitet Mrd, Mirfte die offizielle Annahmeerklärung Frankreichs mit enthalten sein, während der weitere Inhalt sich auf diejenigen Punkte zu beziehen haben wird, die bereits in den verschiedenen Worbesprechimgen geregelt sind. Gleichseitig wird dann die Einspruchserklürung Frankreichs an den Sultan von Marokko ab gehen. „Echo de Paris" greift Jaurös wegen seiner Berliner Reise giftig an. „In Frankreich", sagt das Nationalistenblatt, „hat Jaurös längst kein Ansehen mehr, man weiß, daß er kein besonderer Charakter imd in keinem einzigen Fache zuständig ist; er schwatzt ermüdend über alles, man läßt ihn plappern, ohne sich um ihn zu scheren; in Deutschland hat sich noch ein gewisses Prestige bewahrt; man hält ihn dort für eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des französischen Parlaments." (?) Die Lage der Marokkanischen Sultanstruppen an der algerischen Grenze wird von Tag zu Tag kritischer. Der Tronbewerber ist entschlossen, die für ihn günstige Gelegenheit zu benutzen, um sich der Stadt Udschda zu bemächtigen, welcher von keiner Seite Hilfe gebracht werden kann, da der Thronbewerber die Verbindung mit der Küste abschnitten hat, können die in Saida gelandeten Hilsstruppcn nicht bis Udschda Vordringen. 140 Kisten mit Munition, die jüngst von den Aufständischen genommen worden sind, befinden sich im Feldlager Buhamaras. Ein Kampf, den die Sultanstrupp-n dem Feinde lieferten in der Absicht, die Wiedereröffnung der Verbindung zu erzwingen, siel unglücklich für jene aus. Cie wurden zurückgewvrfm. AerttsE-Iüdwellafrika. Am Typhu? gestorben sind neuerdings der Militärkrankenwärter Walter Heine und der Reiter Johann Fauffer. Leutnant Karl Frhr. v. Rerbnitz, geboren 1878 zu Groß-Gräditz, früher Jägerbataillon Rr. 6, wurde am 26. Juni zwischen Asawap und Rehoboth verwundet. (Weichteilschuß linke Schulter). Ans A!aöl nnh Lantz Gießen, 4. Juli 1905. ** Von Herrn Provinzia ldirektor Geheime- tat Dr. Breidert ist uns nachstehendes Schreiben zu- tzegangen: In der gestrigen Nummer (2. Blatt) des Gießener Anzeigers sind meine Worte bei der Feier des Gießener Radfahrervereins 1885 durchaus unrichtig wiedcrgegeben worden. Nachdem ich ans die vorausgegangene Begrüßung getankt hatte, bemerkte ich, wie sich die Anschauungen über das Radfahren in den 20 Jahren des Bestehens des Vereins geändert hätten. Ich erwähnte, daß ein Teil des Publikums vor etwa 20 Jahren dem Fahrrad ebenso mißtrauisch gegenübergestanden habe, wie später dem Automobil. Während früher das Fahren auf den Fußsteigen der Straßen verboten gewesen und das Verbot mit anderen beschränkenden Bestimmungen erst aufgehoben worden sei, nachdem ein Versuch, besondere Radfahrwege herzustellen, fehlgeschlagen und darauf der Versuch im Kreise Worms, das Fahren auf den Fußsteigen freigcgcbcn, gelungen sei — zu meiner Freude wäre es mir möglich gewesen, hierbei mitzuwirken — sei man jetzt bemüht, das Fahren auf den Straßen zu erleichtern. So sei der Kreis Gießen bestrebt, die Fußsteige der KreiSstraßen so herzustcllen, daß sie von den Radfahrern, insbesondere denen, welche das Rad zur Ausübung ihres Berufes benutzen, auch bei ungünstiger Witterung befahren werden nnten. Ich bitte Sie, diese Berichtigung in die heutige Nummer -e8 Gießener Anzeiaers aufnehmen zu wollen. Wir bemerken, daß wir allerdings die Ausführungen des Hrn. Geheimrats Dr. Breidert nicht wörtlich bringen,, sondern vielmehr lediglich Eindrücke mit eignen, der S-timmung entsprechenden, betrachtender! Zusätzen wiedergeben wollten. Eine an die Einzelheiten sich genau haltende Berichterstattung war von dem Verfasser des Artikels nicht beabsichtigt worden. ** Mi nisterialrat i. P. Solda n s-. Nach längerem schweren Leiden ist Ministerialrat i. P., Dr. Wilhelm Soldan in Darmstadt zur ewigen Ruhe eingegangen. Nach erfolgreichem Wirken im Schuldlenste gehörte der Verstorbene, so schreibt die D. Ztg., längere Jahre als Vorsitzender der Sckulabteilung des Großh. Ministeriums des Innern an und hat sich, nachdem er in den Ruhestand getreten war, in sehr reger und böchst ersprießlicher Weise mit der Erforschung der Denkmäler der Vorzeit in Hessen beschäftigt und auf diesem Gebiet ganz wesentlich unsere Kenntnisse bereichert. Die Ausdcckung vorgeschichtlicher Wohnstätten bei Darmstadt, römischer rc. Niederlassungen bei Butzbach und bergt m. durch Soldan sind bei allen, die sich für die Geschichte der Vorzeit interessieren, wohlbekannt, nickt minder, mit welch' großer Liebe und Sorgfalt Soldan diesen Unter suchungen nachging und ihre Kenntnis weiteren Kreisen zu vermitteln wußte. Der Verstorbene war zum Denkmal- Pfleger ernannt worden, mußte indes diese Stelle wegen zunehmender Kränklichkeit wieder aufgeben. Der Tod hat jetzt seinen Forschungen, die noch manch' wertvolle Ergebnisse erwarten ließen, im kräftigsten Mannesalter des Verblichenen ein vorzeitiges Ziel gesetzt. Als Mensch erfreute sich Soldan infolge seines vornehmen und dabei sehr liebenswürdigen Wesens größter Hochachtung und Wertschätzung. ** Auszeichnung. Der preußische König hat folgenden Beamten bei deren Ucbertritt in den Ruhestand Orden verliehen: Dem Eifenbahn-Verkehrskontrolleur, Rcch- liungsrat Gerdts in Gießen den Roten Adlerorden 4. Klaffe und dem Eisenbahn-Stationseinnehmer Feußner in Gießen den König!. Kronenorden 4. Klasse. ** Ein Zusammenstoß. Gestern abend gegen 7 Uhr ereignete sich an der Ecke der Ludwig- und Aliee'straße ein Unfall. Ein Bierwagen fuhr, aus der Ludwigstraße kommend, mit ziemlicher Heftigkeit gegen die an der Straßenkreuzung stehende Straßenlaterne. Deren Gußteile wurden in drei Teile zerbrochen, die Laterne vollständig umgestürzt und zertrümmert. Sofort bildete sich von den ausströmenden Gasen ein starker Gasgeruch. Bis die Polizei herannahte, war das Bierfubrwerk bereits fortgefahren: telephonisch herbeigerufene Arbeiter des Gaswerks stellten zunächst die Gasleitung ab. Die Nunnner des Bierwagens und dessen Lenker konnten bis jetzt nicht festgestellt werden. "Ein Unfall ereignete sich gestern abend gegen 7 1/2 Uhr vor dem Eisenbahnviadukt auf der Rodheimer Straße dadurch, daß ein Radfaher ein Kind vor sich auf seinem Rad sitzen hatte, das mit den Beinen in die Speichen kam. Tie Folge davon war, daß sich das Rad überschlug und beide darüber wegpurzelten. Augenscheinlich kamen sie mit dem Schrecken und einigen Hautabschürfungen davon. Es wäre aber doch wünschenswert, daß eine Verordnung erlassen werde, der zufolge zwei Personen nicht auf demselben Rad fahren dürfen. *’ Hessisch-Thüringische Staats lotterie. Am heutigen ersten Ziehungstage der 2. Klasse der 6. Lotterie siel ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 3595 (nach Grün- berg), ein Gewinn von 2000 Mk. aus Nr. 80388 und je je 1000 Mk. auf Nr. 2259 64233 74722 81657. (Ohne Gewähr.) )( Treis a. d. Lda., 3. Juli. Hier ist gegenwärtig die H e i be! be erern t e in vollem Gange, d-ie den Leuten, welche sich mit her mühseligen Arbeit des Sammelns der Beeren befassen, einen schönen Gewinn verspricht. Schade nur, daß der mtt Heidel- beersträuchern bestandene Distrikt nicht groß und der Preis der Beeren recht niedrig ist. Rur die Frauen, welche die Beeren auf den benachbarten Dörfern und in Gießen sum Verkauf anbieten, haben etwas besseren Erlös: sie sollen bis zu 15 Pf. pro Schoppen erhalten haben. Auch unsere Kirschen, die als die besten in der ganzen Gegend gelten, sind jetzt reif. Bei der stattgchab-ten Versteigerung der der Gemeinde gehörigen Kirschenernte wurden, trotzdem die Bäume wieder sehr voll hängen, aber nur ein Händler als Kanffiebhaber anftrat, nur 120 Mark gelö stgegen 240 Mark im Vorjahr. — Man geht hier mit dem Gedanken der Feldbereinigung um, die für uns-we Gemarkung von großem Vorteil wäre. * Allendorf a. d. Lda., 1. Juli. Unsere Pfarrertelle, die seit dem an Pfingsten erfolgten Wegzuge des Pfarrers Eckstein von den Geistlichen des Dekanats ab- vechselnd versehen wird, soll, wie wir aus guter Quelle hören, in Kürze wieder definitiv besetzt werden. Man hofft allgemein, daß dies bis zum 1. Oktober geschehen sein wird. — Unsere Quellwasserleitung, an der gegenwärtig gearbeitet wird, dürfte in einiger Zeit soweit vollendet ein, sodaß die Hausanschlüsse gelegt werden können. Lich, 3. Juli. Der Schöpfer de§ Fürst Ludwig-Denk- malS, Bildhauer Emil (Sauer aus Berlin erhielt das Ritterkreuz 1. Klaffe des Ordens Philipps des Großmütigen. Der Künstler hatte die Ehre, die Auszeichnung durch I. K. H. die Großherzogin bei der Denkmals-Enthüllung am 2. Juli persönlich in Empfang zu nehmen. ?Vom Hoherodskopf, 2. Juli. Heute fand das Jahresfest des „Vogelsberger Höhenklubs" statt. Das Witter war günstig, ebenso die Fernsicht nach Taunus, Westerwald re. Der Besuch ließ jedoch infolge der Feste in Gießen, Alsfeld und Birstein zu wünschen übrig. Von 2 Uhr an konzertierte die gut geschulte Kapelle Faust- Fcldkrücken im angrenzenden schattigen Hochwalde, wo auch die meisten Gäste Platz genommen hatten. Die Jugend vergnügte sich mit Tanz. )-( Dauernheim, 2. Juli. Heute fand daS Bezirksfest des Vezirkskriegerverbandes Nidda, verbunden mit der 25jährigen Jubelfeier des hiesigen Krieger- vereins nebst Ueberreichung der vom Kaiser gestifteten Fahnenschleife statt. Das Dorf war aufs herrlichste geschmückt. In dem Festzuge, der sich um 2 Uhr in Bewegung setzte, mar» chierten 23 Vereine. Kreisamtmann Bernbeck- Büdingen überreichte die Fahnenschleife. . Gimbsheim, 2. Juli. Schwere Unglücksfälle sind gestern abcnd hier vorgekommen. Rach vollbrachtem Tagewerk badeten sechs Arbeiter im Rhein. Kaurn waren die ersten drei (Valentz Mchler, Friedrich Starnpp V. und Mich. Kölsch) von emer Sandbank aus m das Wasser herabgeftiegen, so ging Küchler unter, Starnpp schrie um Hilfe, verschwand aber, als rhm schon Rettung nabte, auch in der Tieft, während Kölsch, ein 18 jähriger Jüngling, der schon dem Ertrinken nahe war, von einem Kvllegen (Oswald) gerettet werden konnte. Küchler, der erst 27 Jahre alt war, hinterläßt eine Witwe mit einem kleinen Kinde, während der etwa 37 Jahre alte Stampp von einer Witwe mit 5 kleinen Kindern bettauert wird. Beide waren fleißige und brave Familienväter. Die Leichen sind bis jetzt noch nicht gelandet worden. (F. G. A.) [ ] Marburg, 3. Juli. Das dreijähri ge Kind des Schmieds Emmerich in Wittelsberg machte sich heute abend an einer im Hausflur stehenden schweren Eisenplatte zu schaffen. Plötzlich fiel die letztere um uub tötete das Kind. * Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nackbar st (taten. InMainz sind im Laute de§ 2. Juli drei Selbstmorde vorgekommen. — In Geisenheim ertrank am 2. d. M., nachmittags um 3 Uhr, beim Baden im freien Rheine der 19 Jahre alte Josef Weber. — Der Fuhrmann Schwarz in Büdingen erlitt beim Abladen von Baumstämmen durch das Abrutschen eines solchen schwere Verletzungen an den Beinen. — Dem israelitischen Rechner Mayer in Himbach wurde anläßlich! der Niederlegung seines Amtes das allgemeine Ehrenzeichen „Für treue Dienste" verliehen. Mayer hat sein Amt beinahe 50 Jahp- unentgeltlich versehen.______________________________________________ Die Jubiläumsfeier des Kirßener Radfahrer- Wereius 1885 ist gestern nach Kräften und mit Erfolg fortgesetzt worden. EinHauptintereffe hatte nachmittags die Ankunft deS Fürsten von Lich, des Protektors der Feier, auf dem Sportplatz, nachdem die braven und wackeren Radfahrer vormittags mit vielem wohlverdienten Aufwand gefrühstückt, zu Mittag gegessen und sich aller bei derartigen Ehrentagungen so notwendigen körperlichen und geistigen Labsale in festlicher Geselligkeit Genüge getan hatten. Die Leistungen auf dem Sportplatz waren sehr sehenswert. Nachmittags um 4 Uhr trafen Fürst Karl von Solrns-Hohensolrns-Lich mit Gemahlin, Bruder, dem Fürsten Reinhardt, den Prinzessinnen Thea und Karoline und Gefolge mit Wagen hier ein. Einige Vereinsradfahrer waren den Herrschaften bis zur Licherstraße entgegengefahren. Auf dem Sportplatz wurden die Ankömmlinge vom Vorstand und den Vereinsmitgliedern begrüßt und zu ihren Ehrenplätzen in den Logen geleitet, von wo sie das sportliche Schauspiel wie die übrigen zahlreichen Zuschauer mit Interesse verfolgten. Besonders die Radballspiele waren überaus schön und unterhaltend. Fürst Karl äußerte, an den gleichen Spielen seien auch der Großherzog, wie dieser ihm erzählt habe, und die Großherzogin bei dem vierstündigen Besuch des Fcühjahrs- Gautages in Darmstadt entzückt gewesen. Diesen Radballspielen hatte der Fürst von Lich darum auch seinen Ehrenpreis gestiftet. Das Resultat der Wettspiele war folgendes: 93 e r e i n § m a n n f rf) a f t a h r e n. Es starteten Germania- Gießen, R.-V. Marburg und R.-V. Wetzlar. Die Vereine stellten je 4 Fahrer. Es siegte als erster Germania-Gießen, als zweiter R.-V. Wetzlar; dritter war R.-D. Marburg. 93 c r c i n § f a t) r c n des Gieß. R.-V. 1885. Es siegten als 1. Matthes, als 2. Eigel, als 3. Holtmann, sämtlich an§ Gießen. Motorradrennen. Es starteten H o e s und Vogel, beide aus Gießen. Erster wurde Hoes. Rad-Ballfpiel. Es beteiligten sich 2 Mannschaften des R.-V. Wetzlar zu ie 2 Mann. Die Mannschaften trugen die Ab- zeicheic blau und blau-weiß gestreift. Es wurde in 2 Abteilungen zu je 7V, Mln. gefahren. In bet 1. Abt. siegte blau gegen blauweiß mit 5:1, in der 2. Abt. ebenfalls mit 6:1. Ein geschobenes Motorfahren zwischen R a h l e r- Neustadt bei Marburg und Hoes- Gießen. Nahler wurde zweiter. Um 8 Uhr war Preisverleilung auf bet Terrasse. Der R.-V. Wetzlar, der sich überhaupt sehr ausgezeichnet hatte, erhielt den Preis des Fürsten von Lich. Die Fürst!. Herrschaften hatten sich kurz vorher wieder zurück nach Lich begeben. Abends wurde noch ein großes Feuerwerk abgebrannt. Mainz, 3. Juli. Koblenzer Nachrichten von der Verhaftung des Mörders Mogler werden von der hiesigen Polizeibehörde dementiert. Vennifcbtes. * Todesfälle durch Hitzschlag werden noch aus zahlreichen weiteren Orten gemeldet (vgl. in unserem heutigen Blatte den Arttikel „Hitze, Erdbeben"). In Lübeck und dessen näherer Umgebung ereigneten sich in den letzten Tagen sieben Falle von Hihschlatg mit tödlichem Ausgang. Bei Parchim und Gardebrrsch in Mecklenburg erlagen der Hltze mehrere Feldarbeiter. In Wredenhagen wurde eine vom Hitzfchlag getroffene Arbeiterfrau tot auf gefunden. In Dortmund tourbe ein Ziegeleiarbeiter infolge der Hitze ohnmächtig und fiel mit dem Kops in die Mischmaschine, von deren Mefiern er zerfleischt wurde. In E l i n g verstarb am Hitzschlag auf einer Generalstabsreise nach Preuß.- Holland der Intendantur-Assessor MeveS ans Ällenstein. ' Ein bummer Kerl. Ein Kaufmann aus Wesel besuchte seine in Witten wohnende Schwiegermutter, bei der sich seine Frau befand, um diese zur Rückkehr nach Wesel zu bewegen. Als die Frau sich weigerte, trank ihr Mcmn eine Flasche Lysol aus. Aerztliche Bemühungen waren erfolglos, nach kurzer Zeit erlag der Kaufmann den furchtbaren Verletzungen. * W i e n, 2. Juli. Die Blätter veröffentlichen die Entscheidung des Obersthosmarschallamts, durch die das über Prinzessin Luise von Koburg wegen Schwachsinnes verhängte Kuratel aufgehoben und Dr. Feistmantel seines Amtes als Kurator enthoben wird. * Kleine Tageschronik. Wie aus Heilbronn berichtet wird, ist dort aus Berlin die Nachricht eingelausen, daß der Raubmörder Mogler in Berlin verhaftet worden sei. — In Berlin tötete die Schlächtermeisierswikwe Charlotte Zimmermann ihren fünffährigen Sohn, indem sie ihn aus dem Fenster ihrer Wohnung warf, und stürzte sich dann selbst in den Hof. Auch sie war sofort tot. Als Motiv der Tat werden Nahrungssorgen und Furcht vor Irrsinn angegeben. — In Berlin hat der pensionierte Lehrer Wisniewsky, gegen den vorerst ein Ermittelungsverjahren tnegen Schüler- mitzhcmdlungen, bann aber auch wegen Sittlichkeits-Verbrechens eingelettet war, Selbstmord verübt. Seine Leickw wurde aus dem Landwehrkanal gelandet. — Auf einem ländlichen Feste bei Jena schlug in einer Menagerie ein Elefant einen trunkenen Arbeiter, der ihn neckte, mit dem Rüffel zu Boden und verletzte ihn derart, daß der Arbeiter bald darauf im Krankenhause verstarb. 'Nniversttäls-Aachrlchkeu. Berlin:, 3. Juli Der Kaiser hat bestimmt, daß die etatsmäßrgen Lehrer der tierärztlichen Hoch- schulen unter Bezeichnung dieser Stellen als Professur und unter Verleihung des Ranges der Räte 4. Klasse in Zukunft von ihm ernannt werden sollen. w. ~ .^em Vorsteher der Chemischen Abteilung des Instituts für ^nfeklionslranfheiten in Berlin, Professor Bernhard Pros- kauer ist der Charakter als Geh. llftgierun-gsrat verliehen worden. Die Wahlen des Geh. Regierungsrates Professors Ötzen S» Sne,N ;w*hj kk'sq otete bQ§ «»Ä t* Heien spt,.^ hin i?Wne ‘es’-: S» lft b« Briten Cln Sportplatz °°rmittags mit »» Mittag ar. * so not. 1 Milicher ®e. M dem Sport. Men Fürst n- Bruder, dem b Karolme und Wahrer waren gefahren. Auf 1 Vorstand und Ebrenplötzen in Schauspiel wie eße verfolgten, hon und unter, n Spielen feien habe, und die des Frühjahrs, diesen Radball, seinen Ehren, war folgendes: teten Eermania- Vereine stellten zen, als zweiter 185, Es siegten nann, sämtlich 5 und Vogel, Mamschalten bti trugen die Ab* in 2 Mbterlimtjen ilau gegen blau• chen A ctzler- Zahler wurde rasse. Ter R.-V. hatte, erhick den mlten halten sich >ends wurde noch i von der Verpön der hiesigen !Ö* die «L-t »•fit» „ äS- erden noch Ms t unserem heu- I. In Lübeck fj in den letzten chem Ansgcmg. iburg erlagen enhagen mrde tot achefunden. ter infolge der ' Rischmaschme, AElingver- isenacb Preuß.- -ms Menstem. sslm «US «-l mutier, bndn -,6r n°ch W-I-l rrnf ihr M°r» atn n>««n «• „ ben fu* üffenÄ” ■* di! W Bt. Seii1®1"11 r & “EÄ«' •5. Ä t«1™ 1 Ausbeuten und Zu- nach Abzug von 2 Kinder Temperatur der Lahn und der Luft am 4. Juli 1905. Nach Reaumur gemessen mittags ,milchen 12 und 1 Uhr. Master 21°, Cutt 22° R. M ü I le r’tche Bade- und Schwimmanstalt. Ki^nvayn-Acitung. — An die Kühlung der E i s en ba h n w a g en erinnert bei der gegenwärtigen Hitze und angesichts der Hochsayon im Reiseverkehr eine Verfügung der Staatsbalmverwaltung. Wenn die Wagen längere Zeit dem Sonnenbrand ausgesetzt, gewesen und nicht gelüftet worden sind, ist der Aufenthalt m ihnen tatsächlich kaum anszuhalten. Das Begiessen der Wagendacher mit kaltem Wasser hat sich, wie die Verwaltung mitt eilt, nicht bewährt; vor Einstellung der Wagen in d-rn Zug sollen icdoch die sämtlichen Türen und Fenster geöffnet werden, damit der Luftzug hindurckstreichen kann. Ferner soll der Inhalt der Wasserbehälter und Wasserflaschen in den Personenwagen vor Abfahrt des Zuges und auf den Unterwegsstationen mit ausreichendem Aufenthalt erneuert werden. Endlich müssen auch die Bahnsteige bei trockenem, warmem Wetter kühl und staubftei gehalten werden; bei den Besprengungen darf indes das Publikum Nicht belästigt rocrben.________________________ An in.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betr-efienden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. sneniaiuii oer Neommon. (Aliouhme Aufraaeu bleiben unberücksichtigt H. P. in «ieften. Zum Selbstkostcnvreis kann die Stabt Gießen das Master ans der ftäbt. Wasserleitung nicht abgeben; sie erübrigt einen Betriebsüberschnü, der im Verhältnis zum großen' Betriebskapital mäßig ist. Wieviel der Reingewinn pro cbm. beträgt, ist noch nicht ausgerechnet worden, da die Einrichtungsver- bälMiste des Werkes hier mitlnielen. Blendend Werste Wäsche *^‘2 nur mit dem echten Dr. Thompsons Sossenpulver, Marke Schwan. Dasselbe ist frei von jeder schädlichen, ätzenden Substanz und greich die Wäsche auch nicht im geringsten an. — Ueberall zu haben, ss /, Harpener Vergbmi . . 209.50 Tendenz: fest. Erz-Kuxe. F e r n i e. Angebot 3425, Nachfrage 3350. büßen, 1903: 225; 1904: 300. Mä rkte. Keri^lsiaal. Berlin, 3. Juli. Das Schwurgericht verurteilte den Arbeiter Tschirner, der beschuldigt ist, in der Nacht zum 6 Jan. die Witwe Sinuing ermordet und beraubt zu haben, wegen Totschlags und schweren Diebstahls zu lebenslänglichem und drei Jahren Zuchthaus. . München, 3. Juli. Der 30 lährige Privatier Viktor Freiherr v Ompteda aus Wiesbaden hatte sich heute vor dem Schöffengericht 1 wegen Diebstahls zu verantworten Er hatte seiner Logiswirtin 50 Mark aus einem unverschlossenen Schrank entwendet. Der Angeklagte, ein Jimggeselle^ war geständig. Auf Grund ärztlicher Gutachten, die den Angeklagten für schwachsinnig erklärten, wurde er aus Grund des § 51 Str. G. B. freigesprochen. Detmold, 3. Juli. Hier steht cm neuer Sensations-Prozeß bevor. Nach der offiziösen Landesztg. l)at die fürstliche Staatsanwaltschaft gegen die Bückeburgisch gesinnte Landesztg. in Detmold ein Strafverfahren wegen Beleidigung derBo st beamten eingeleitet. Die Beleidigung wird er- blickt in einem öffentlich erhobenen Zweifel, ob vor Vcrös,ent- lichung der bekannten Auffehen erregenden K' a i s e r -D e p e s ch e das Telegramm-Geheimnis gewahrt worden Jeu Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redakt^n dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 3. Juli. Es' kann einer ein sehr geduldiger Mensch sein — aber, was zu viel ist, ist zu viel. Wenn's aus allen Fenstern dringt und klingt: aus dem einen Saal „Der Lenz ist da", von den Tenören und Bässen des einen Gesangvereins unermüdlich geübt, aus dem andern „Wer hat dich du schöner Wald" zu gleicher Zeit hinausgeschmettert, darunter aus der Sttidentenkneipe mit Klavierbegleitung: „O alte Durschenherrlichkeit", und womöglich noch im großen Saal vom Kvmmers her das „Gaudeamus" mit Orchester — stell' Dir's einmal lebhaft vor, lieber Leser, ob's nicht zum Fortlaufen ist? Man will ja gern vieles tragen um des lieben Nächsten willen, man gönnt auch den Studenten ihre Jugendlust, und so lange es noch Zeit znm Fortlomfen ist, kann man's ja noch tragen. Aber, wenn man müde , im Bett liegt, und der ohrbetäubende Lärm währt bis in die späte Nacht, neulich einmal bis 4 Uhr, gestern bis Uhr, immer bei offenem Fenster — muß das der Mensch wirklich ertragen? Gelten denn die polizeilichen Vorschriften für unsere Ecke nicht? Kein Schutzmann zu hören, noch zu spüren? Beschwerden bei der Polizei helfen auch nicht. Da muß der geplagte Staatsbürger sich nach berühmten Mustern auch einmal in die Oeffentlick>keit flüchten. Vielleicht wird's dann gehört. Wo es ist, das wissen bte, die's wissen müssen, ganz genau. P. M. Dau-et un- Derkehr. DoikswMsqafl. Berliner BSrse vom 3. Juli 1905. Kunst und Wissenschaft. — Das Grab der einst hochgeschätzten deutschen Romanschriftstellerin Gräfin Ida Hahn-Hahn der deutscher -George Saud", deren 100. Geburtstag 11t diese Tage fiel, hat cm Mrt- der „Kleinen Presse" auf dem Mainzer Friedhof L?cht ErLicktet trüber- Mit Hilfe ^iedho s-Ver- walters gelang es mir, ganz in der Nabe d^ Aura^kavelle das Grab aufzufinden. Auf unserem ganzen Frredhrn dürfte schwerlich eine schnmckloserc Grabstätte vorhan^n fern, als bte der Gräfin c>da Hahn-Hahn. Keine Blume, nicht emmal emGrashalm ist zu fefrm: ein einfacher grauer Stern nnt emem K^euz bezetchnet die Stätte. ----------— (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2l/e Prozent. Ansangs- Oest. Kredit .... 206.10 Deutsche Bank . . . 238.25 Darmstädter Bank . . 140.50 Bochumer Guß . . • 246.90 Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Aus- . Stellung, stilrein und preiswert die BrühFsche Universitäts • Druckerei« Schulstr. 7> MAp' nifW t f rtrrWf brr in der NM ließen 13. Woche. Vom 26. Marz bis 1. April 1905. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 000 linkl. 1600 Mamt Militär. Sterblichkeitsziffer: 18,57 Ortsfremden: 14,84 u. Schluffkmse. 206.25 238.50 14''.50 246.90 209.25 tirm Präsidenten der Künste in Berlin für boj Jahr vmn r. £Ttt. 1905 to botet 1906 und d-s Profrssors Dr Joachim zum ©SltMTtortn bc» Mfibettteu sind fertigt worium Drm Drmat. äierrt^hT bet Tdeologischen Fakultät der Unwers'tSt zu Ber, pj- C',r «Url Schmidt, dem Privatdozenten m der M.dt- Ukumk §r Universität zu M a r b u r g , D^Walther Wendel und dem Assistenten bei dem Institut für Jrckektwns- kaEiten in Berlin, Dr. med. Fred Neufeld, Et das Pradr- kat „Profess^ beigelegt worden.__ ____________— Gießen, 4.Jrcki. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter vr. Pfd. 1.00—l.lb Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Pfg. 2 Stck. 00—00 ^fg.. Gänseeier 15—00 Pfg., Enteneier 6—7 Pfg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf., Käsemattc2Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen vr. Liter 32 Pfg., Taubenpr.PaarO,80- 0,90Mk., Hühnerpr.St. 1 00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1.80 Mk., Enten pr. Strick 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 55—65 Pfg., Ochfenstcisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Kuh- und Rindfleisch vr. Pfund 70—72 Pfg., Schweim-- fleisch vr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. P'und 84 Pfg., Kalbfleisch vr. Pfd. 70—80 Pfg., Hammelfleisch vr. Pfund 50—76 fl'fn. Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,50—8,00 Mk., Zwiebelnpr. Ztr. y 00—10.00 Mk., Milch ver Liter 20 Pfg.. Aepfel ver Zentner 0 bis 0 Mk>, in Körben 00—00 Pfg., Kirschen pr. Pid. 30-00 Pfg. Zwetfcken per Zentner 0.00- 0.00 Mt. Btrnen per Zentner 0 bis o'.bo Mk. Weißkraut 0.10—0.15. Marktzcit 7—1 Uhr. Kratitter, eiährei selbst!' Bnrch die Ernährung mit der Flasche gehen allein in Deutschland jährlich 300 000 Säuglinge an Verdannngskrankheiten zu Grunde.. Dagegen gedeihen Brustkinder vortrefflich. Ein Mi titel, weiches Milch schafft und jeder Mutter das Selhststillen ermöglcht, ist dasi von den hervorragendsten Aerzten erprobte und empfohleneLactagol. Broschüre über „Natürliche Säuglingsemährung“ gratis und franko, v ,u der Vasogen-Fabr ik Pearson & Co. in Hambnrg 106. hv Schiffsnachrichten. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Earl L 0 0 S, Kirchenplatz. Bremen, 28. Imst. kPer transatlantischen Telegraph). Der Doppelschranben-Postdamvier „Bremen", Kapitän R. Rierich, vom Norddeutschen Lloyd m Bremen, ist gestern 11 Uhr vormittags wohlbehalten in Newyork anqekommen. D re m en, 28. Juni, ^er transatlantischen Telegraph.! Der. Doppelschrauben-Schnellposldampfer „Kaiser Wilhelm der Große" Kapitän $?. Eüppers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 6 Uhr nachmittags wohlbehalten in Newnork angekommen. §pielplaK brr vrttiniqten Frankfurter tztabttheater. Tchanfpielhaus. Dienstag den 4. Juli*): ,Alt-Frankfurt." Mittwoch den 5 Juli: „Der Privatdozent/ Donnerstag den 6. Juli, abends halb 8 Uhr: Letzte Vorsteflung vor den Schauspiel-Ferien: „Alt- Frankfurt." .. Wiedereröffnung der Schauspiel-Saison Freitag den 4. August. *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Gießener landwirtschastUcher Wetterdienst. Vo'anSsichtliche 2Ntternng in Hessen für Mittwoch den 5. Juli 1905: Zeitweise wolkig, Temperatur nur wemg niedriger, ____________Näheres imrch die Gießener Wetterkarte. __ chrchirwk-Dwyrm-'ldmMn. Paris, 4. Jnli. Sollte aus Gründen, die in Marokko, selbst zu suchen mären, der Zusammentritt der Konferenz^ noch während des Sonnners angezeigt erscheinen, so würdet hierfür ein Cd in der Schweiz vorqeschlagen werden. Petersburg, 4. Juli. Der Prozeß gegen Maxim, Gorki ist nicht niedergeschlagen. Von seinem Rechtsanwalt wurde der Antrag gestellt, als Zeugen den früheren, Minister des Innern Fürsten Swiatipolk MinSki, ferner Witte^ und dessen Gehilfen, General Rydsewski, vorzuladen. Cherson (Rußland), 4. Jnli. Auf dem h-estgen Exerzier, platze warf sich heute während des Exezierens eine Anzahl" Soldaten auf einen Kapitän, dieser wurde leicht verwundet. Der Kommandeur des Bataillons aber stürzte mit gezogenem Säbel auf die Angreifer und erhielt fünf Bajonettstiche. Hiernach führte er mit Hurra das Bataillon in die Kaserne und sank dort tot nieder. Von den au dem Verbrechen beteiligten Mannschaften find acht entlaufen. Sie wurden bis auf einen wieder eingefangen. , . Warschau, 4. Juli. Gestern wurde der Polizewemer- Aufscher Alexander Awin von drei jüdischen Arbeitern durch zwei Schüsse und Dolchstiche ermordet Die Täter verschwanden. Die Erbitterung gegen die Juden wird angefacht. Man befürchtet ein schweres Massacre. Tokio, 4. Juli. Admiral Nebogatow erhielt aus Petersburg die Mitteilung, daß der Zar seine Rückkehr in die Heimat vor Einstellung der Feindscligkeitcn^nicht wünsch'e. Die zahlreichen gefangenen nstsischen Marine-, offiziere begaben sich von Ujime nach Fushmn bei Kyoto, wo sie mit 75 anderen gefangenen Offizieren erwartet werden. _______ Ts starben an: Zusammen: Erwachsene: 1. Le im vom bensjahr: 2.—15. Jahr Lungentuberkulose 2 2 — — Tuberkulose des Gehirns 1 — 1 — Krebs 1 1 - — Lungenentzündung KD 1(1) — — Altersfchwäche 1 1 —— Lebensschwäche 1 — 1 — Rheumatismus 1 1 Selbstmord 1 1 —■ Verunglückung 1 (1) 1 (D —— — Summa: 10 (2) 8(2) 2 — Gewinn- und Verlnst-Konto zur ReiliuiiN -es Tpu- nub MrsM-Vereins, Mien- gcsclüWft, zu Ers^il-Liilden mui W 1904. Einnahmen: $ 1. Zinsen von ausgelieh. Kapitalien 47605.22 2. Verzuaszinfen von Güterkaufgeldern 558.69 3. Besondere Einnahmen 50.75 4. Nachlasse von außefauf- ten Kaufschillingen 373,61 Ausgaben: M H 1. Zinsen von aufgenommenen Kapitalien 37452.12 2. Befand. Vergütungen 163.35 3. Gerichtskosten 79.69 4. Verwaltungskosten 1365.60 5. Botenlohn und Verkündigungskosten 62.09 6. Zeitnngsformularien u. Buchbinderkosten 51.15 7. Steuer- u. Kommunalabgaben 405.06 8. Minderivert der Wertpapiere 1250.— 9. Reingewinn 7759.21 48588.27 3569 Der Vorstand. 48588.27 Gröben-Linden, am 3. Juli 1905. Bekanntmachung. In unser Handelsregister luurbe heute eingetragen: Die Firma Isaak Bamberger II. in Muschenheim ist erloschen. Lich, den 30. Juni 1905. Großh. Amtsgericht. b*/7 Kekanntmachmg. Am Samtztag, den 8. Juli, I borut. 1<ü Uhr, 10erden Stein- ' strafte 12, pari., wegen Ausgabe des Geschäfts eine Anzahl neuer 1 und wenig gebrauchter 3565 Nähmaschinen | meistbietend versteigert. _________Der Beauftragte. la. Nusskohlen billigst. Emil Pistor Nacht., 8187 Marktstraße 10. Von heute ab täglich frisch gepflückte Kirschen sind zu haben auf dem Trieb.04390 Extrafeines Sperse-OelS in Flaschen h Jt 1—, 1.40, B 1.75; vorzüglich geeignet zur 8 Zubereitung von Salat und gg Majonaisen, sowie feinster WeiMck-Wß l per Liter ä 20, 30 u. 40 Pfg. | sind renommierte Spezial-Artikel | der 3580 | Löwen-Drogerie | W. Kilbingcr. Molster- und Tapezier-Ar- "P beiten fertigt 04442 Carl Reh, West-Anlage 25. 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