6-rstes Blatt. Dienstag 4. April 190$ 1055 Amts- md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen gebt Vereinfachung in dec Uniform tut auch der Kavallerie! Frage zu unterstützen. — not die der Zahl nach überwiegenden blauen Dragoner- Tanger, der Sultan be Die tieutiae Summer umfaßt 8 Seiten Regimenter nicht ausgeschloffen. te Ziehung Warokko-Streifllchter. ier sren iir ers mit dem Lpril statt 155. Jahrgang L 02127 eOioji „ v , . ... - „Zentral News" berichtet aus! Tanger, der Sultan bedauere in seiner Antwort auf die Forderungen der französischen Regierung, daß es ihm unmöglich sei, dieselben in vollem Um» fange zu erfüllen. Er weist darauf hin, daß einige bet Forderungen soaar im Widerspruch zu dem Madrider Abkommen von 1881 stehen. Der Sultan erklärte sich dabei bereit, eine Anzahl der geforderten Reformen einzuführen, verlangt dagegen aber das Recht, außerhalb Frankreichs Anleihen aufnehmen zu können. Nach. einer Mitteilung der ,,'Mgence Havas" empfing Del e a s s 6 zwei Deputierte, welche ihn über die französische Politik in Marokko interpellieren wollten. Del-- casso erklärte, daß sich in der Politik Frankreichs nichts geändert habe und daß er den in den letzten Tagen in dem Senat abgegebenen Erklärungen nichts hinzuzufügen haben! würde. Er bitte daher die Interpellanten, alle Debatten über Marokko bis auf weiteres zu verschieben. Marquis de Ferronay, Deputierter des franz. Departements Loire-Juforieure (Kons.), einer der beiden Deputierten, erzählte, daß Deleasfs sagte: Bezüglich der Absichten Deutschlands in Marokko kenne er nur eine offizielle Er* klärung, die Rede des Reichskanzlers im Reichstage. Was die dem deutschen Kaiser zugeschriebenen Ansprachen betreffe, so habe er davon nur durch Zeitungsberichte Kenntnis. Er könne bis zu ihrer Bestätigung ihnen nur eine relative Aufmerksamkeit schenken. Dem Vernehmen nach wird Ferronay den Minister wieder aufsuchen, wenn der offizielle Tert der vom Kaiser gehaltenen Ansprachen veröffentlicht ist. Gemeinde sang mit Begleitung durch, die Kapelle der „Höhens zollern" „Ein' feste 23irrg" und das „Niederländische Dank- gebet". Heute früh kam ein kleiner spanischer Kreuzer in Flaggenparade den deutschen Schiffen entgegen und ge- !.5O *ff? «tri Einsei* r üaeb* irages, Itestem Unverstand der Arbeiterinnen. In den Berichten und Gutachten, die auf die vom Reichsamt des Innern veranstaltete Umfrage betr. die Arbeitszeit der Fabrikarbeiterinnen erstattet sind, wird vielfach Klage darüber erhoben, daß es an ausreichender Unterstützung in den beteiligten Kreisen gemangelt hat. Bei nns gerade in Gikßen z. B., und auch in anderen Orten zeigten die befragten Arbeiterinnen nicht genügendes Jnterefle und Verständnis für die angeregten Fragen. An anderen Orten (so in Barmen und Düsseldorf) ließen die Vorsitzenden der einzelnen Arbeiter-Organisationen die an sie gerichteten Ersuchen um Mitteilung von Gründen für Herabsetzung der Beschäftigungsdauer der Arbeiterinnen unerfüllt. Es war das um so weniger ersprießlich, als, wie die Berichterstatter bemerken, zahlreiche Erkundigungen bei einzelnen Arbeiterinnen nur wenig übereinstimmende Auskünfte zu tage förderten. Auf der anderen Seite wird von Bremen aus darüber Klage geführt, daß die Industriellen eine starke Abneigung gegen Beantwortung der Fragebogen gezeigt haben. Angesichts solcher Schwierigkeiten ist es ein um so dankenswerteres Verdienst des Reichsamts des Innern und seiner Vertrauensleute, daß ein so erschöpfendes Werk über die Arbeitszeit der Fabrikarbeiterinnen hat fertiggestellt werden können. Rom, 3. April. Der Kaiser wird am Mittwoch vormittag in Neapel eintreffen, wo er sofort an Boro der „Hohenzollern" geht. Am 7,i d. M. fährt der Kaiser nach Taormina. Tie Reise wird am 3. Mai in Venedig ihren Abschluß finden. Wie aus Mailand berichtet der Großherzoglichen Regierung hat nun prompt die Situation voll geklärt. Der Großherzog selber aber hat Herrn v. Heyl einen Nasenstüber gegeben und Herrn Gnauth seines vollsten Vertrauens versichert. Nun aber wirds im reaktionären Worms wieder neues Heulen und Zähneklappen geben. Zur Emission der neuen Reichsanleihe. R. Berlin, 3. April. Bei der neuen Reichsanleihe sowohl als bei der späteren preußischen Anleihe wird also an Stelle des bisherigen dreiprozentigen Zinsschatzes der 3V, p r oz en ti ge gewählt, in der Erwartung, daß das anlagesuchende Publikum sich wieder mehr den einheimischen Fonds zuwenden werde. Ob diese Erwartung sich erfüllen wird, hängt aber noch von anderen Umständen ab. Der 3prozentige Zinstyp ist durchaus nicht unbeliebt, die verhältnismäßig geringe Verzinsung wird vielmehr erst dann mißliebig empfunden, wenn ein im anhaltenden Kursrückgang begründeter Kapitalverlust hinzutritt. Durch solchen haben die Besitzer 3prozentiger Fonds in den vergangenen Jahren so empsindlichen Schaden erlitten, daß diese Fonds gewissermaßen in Mißkredit geraten sind. Mit den neuen 3l/zprozentigen Werten kann es ebenso kommen, wenn nicht bei der börsentechnischen Behandlung dieser Fonds durch die der Regierung nahestehenden Finanzinstitute mehr nach kaufmännischen Gesichtspunkten verfahren wird. Von den die deutschen Anleihen emittierenden Bankhäusern ist nicht zu verlangen, daß sie die Pflicht übernehmen, die den der Regierung nahestehenden Finanzinstituten, der Neichsbank, Seehandlung, Zentralgenossenschaftskasse usw. zusteht: für möglichste Stetigkeit der Kurse der Reichs» und Staatsanleihen Sorge zu tragen durch Hereinnahme von zum Verkauf gestellten Beträgen, wenn diese den Kurs erheblich drücken würden. * Neue Felduniform. -u- Berlin, 3. April. Der preußische Kriegsminister hat sich bei der Militär- oebatte nicht zur Uniformfrage geäußert, wenigstens nicht über die Wahrscheinlichkeit der Beschaffung einer praktischen Felduniform für die Armee. In dieser Richtung liegende Projekte sind von der Militärverwaltung aber keineswegs ausgegeben. Man erwartet dem Vernehmen nach m Offiziers- kreisen sogar einen entschiedenen Fortschritt auf diesem Gebiete von den diesjährigen in Westdeutschland stattfindenden Kaisermanövern. Bei ihnen soll eine neue graue Uniform, deren unentbehrliche blinkende Bestandteile verdeckt sind, zum ersten mal von einem Bataillon des Lothringischen Königs- Jnfanterie-Regiments im Felddienst vorgeführt werden. Ter betreffende Truppenteil trägt die neue Uniform bereits im Garnisondienst Sollte sich beim Felddienst auch die Notwendigkeit einer Vervollkommnung Herausstellen, so erscheint , die wichtige Uniformsrage doch der Lösung nahegerückt, und es ist nur zu wünschen, daß mit dieser Abänderung eine j Vereinfachung des jetzt selbst für den Fachmann schwer über- . sichtlichen Systems der militärischen Abzeichen Hand in Hand i Kaiser Wilhelms Weersahrt. Auf Menorca. Port Mahon, 3. April. Tie „Hamburg" mit dem Kaiser an Bord und bet Kreuzer „Friedrich Karl" sind heute vormittag 8V2 Nhp in den Hafen eingelaufen. Tie Fahrt von Gibraltar hierher war wundervoll, die See ganz ruhig, das Wetter herrlich. Die Schiffe fuhren gestern früh von Cartagena, abends an den Pithyusen vorüber. Gestern vormittag hielt der KaiserGottesdienst im großen Speisesalon. Er verlast eine Predigt, deren Textworte aus der Leidensgeschichte! Christi, Lukas 22, Vers 63 bis 71'entnommen waren. Die' Valitilchk Tagesschau. Großherzog und Finanzminister. Man liest in der „Darmst. Zig.": Wir sind zu der Mitteilung ermächtigt, daß Se. Kgl. Hoh. der Großherzog nach Kenntnisnahme von den neulichen Vorhand langen Erster Kammer der Landstände zum Staatsvoranschlag für 1905 Anlaß genommen haben, dem Herrn Finanzminister unter erneutem Ausdruck Seines vollen Vertrauens insbesondere auch Sein Einverständnis mit der von demselben bisher vertretenen Staats st euerpolitik zu bestätigen. Diese bei uns in Hessen ganz außergewöhnliche offiziöse Kundgebung ist von größter Bedeutung. Bekanntlich hat der Frhr. v. Heyl in der Ersten Kammer am 29. v. M. eine Aeußerung des Finanzministers in der Kammersitzung vom 8. Februar d. Js. zum Anlaß genommen, einen Notschrei der Höchst besteuerten anszustoßen. Exzellenz Gnauth hatte an jenem Tage ausgeführt, daß gegenüber dem Lamento der wohlhabenden Klassen über die hohen Steuern einige Ausführungen des Abg. Ulrich ihm wie ein „angenehmes Gegengift" geklungen hätten. Tas, so meinte Herr v. Heyl tief erschüttert, sei eine Aeußerung, die das monarchische Bewußtsein in der Bevölkerung durchaus unangenehm berühren und erschüttern müsse; sie habe auch in weiten Kreisen des Landes Befremdung und Beunruhigung hervorgerufen. Wir sind ja wahrlich feine Freunde des Herrn Ulrich, aber das in der guten Stadt Worms immer und immer aufs neue ertönende Jammergeheul von den notleidenden Höchstbesteuerten ist überaus unerquicklich und abgeschmackt. Unsere Leser haben wir bisher damit gar nicht gelangweilt. „Beunruhigt" haben denn auch in Wahrheit nicht etwa jene Ausführungen des Finanzministers, sondern die des bisher allein beunruhigten Herrn v. Heyl in weitesten bürgerlichen Kreisen, die nicht den Vorzug haben, mit Herrn v. Heyl aus der Bank der Höchstbesteuerten zu sitzen. Herr v. Heyl erlaubte sich mit seiner Kammerrede den schlechten Scherz, unseren Finanzminister vor dem Lande in ein schiefes Licht zu setzen und vorzuspiegeln, als ob Exz. Gnauth und Ulrich plötzlich Busenfreunde geworden seien. Das amtliche Organ w 3) vu spet. Kr 00 00 00 00 000 IOOO IDOL IOOO IOOO IOOO CES *be Wie iber Illi -— gewinnt 1 ey. 00 nMdlWß' Dr iolpb fcpaW- enwtg Ve)«g»pret»r monatncb75 Pf., viertel« jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellst. Annahme von Anzelc« ir die Tr W’it-rrna •‘3 DOTntttiqg J , !c 'envreiS: jfli 12 Pf* auswärts ■'** j'j. ^erantrooxtl'cd füt beit polit und U ,2. t» Teil P. Wtttlo- für »Stadt und Land^ und »Gerichtsjaal*: August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck GietzenerAmeiger General-Anzeiger Nr. 80 •rieflet tlgfie außer Sonntags. Dem Greßener Anzeiger Verden im Wechsel mit dem keffischen Landwirt die Siebener Zamilien- Glätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'fchen Unwerf.-Buch-u. Stein- druckerei. R. Bange. Redaktion, Ervedttton und Druckerei: Gchotstratze 7. Ildresje für Deveschen: Anzeiger Gießen. FernsprechanicklußNr 61. auffallendes Moment in der Marokk^-AMre ist die Zurückhaltung derVereinigt'nStaaten. Auffallend umsomehr, als die Washingt-ner Regierung nicht zögerte, Flottendemonstrationen zu veranstaUen, als sie eine Verletzung der amerikanischen Interessen in Marokko für vrlioegend hielt. Auch die Union treibt einen nicht unbedeutenden Handel mit dem nordafrikanischen Sultanat. Da nun bescheidenes Beiseitestehen in der Politik am we- Nlgsten Sache der Yankees ist, müßte es Wunder nehmen, wenn sie gegen das Vormachtsgelüst Frankreichs so gar nichts einzuwenden hätten. Sollte sich am Ende die Union krampfhaft „korrekt" zeigen wollen — auf Grund verteilter Rollen natürlich —, um die Notwehr Deutschlands als „inkorrekt", als „ungehörige Einmischung", wie die I feiteTe^Sefeften Hen Hn- englische Presse sagt, erscheinen zu lassen? Nichts recht- einem zweiten im Mm M sWÄwU Went «l- Frhr. LL s* » nwder und durchfuhr dann die französische Vorstcckt Saint ~ r Louis und die englische Vorstadt Villaearlos. Zu den englischen Blättern, die Herrn D e l -1 Heute nackcmittaa pr^nTrrtp s.» gn »11« - t a cajsö und seine Marokkopolitik über den grünen Klee Neapel durch Mnr 12-A 1 ?'Mum ?bsto giftiger über Deutsch la n d zu schiedung begaben sich die Vertreter der Zivil- und Militär- e g mC ^en- ,lcÄ nunmehr mich russische Zeit- behörden und der deutsche Konsul an Bord Während wirft di- Frage auf, ob nicht eben o England ™ Sg ft Frankreich d en S ch a d e n t> ° n ^e m K ° i se r b e s u ch 40 W 'erregte die Ä “J" d7s Ä Um in Tanger zu tragen haben werde. Die „Nowoie Wremja" . 11 wittert sogar eine ausgesucht feine Jntrigue: Deutsch-! Aialien. land wolle späterhin Frankreich in Marokko piwte- gieren und durch diesen Dienst von Rußland abdrängen. Das ist zwar mit ausschweifender Phantasie gedacht — aber darum wird es doch von unseren guten Freunden in Paris und London als sehr beachtenswert, . ,________ _____________ erörtert werden. Man darf sich keiner Selb st tau fchung hin- wird, findet die Zusammenkunft des Kais, geben: der Deutsche ist trotz aller Freundschaftsbeweise von Einig Viktor Emanuel in Neapel am 5. Regierung zu Regierung, trotz der „wohlwollenden Neu- Wie es heißt, wird diese Zusammenkunft von großer poli- tralität" durchaus nicht beliebt in Rußland. In der russ. lischer Bedeutung sein. Presse kommt immer wieder diese Abneigung zum Ausdruck. London, 3. April. Wie aus Rom berichtet wird, et» Die russische Zensur ersucht nur dann um Vorsicht, wenn wartet der in Neapel eingetroffene amerikanische Stacits- Anleiheplüne mit Rechnung auf deutsche Mitwirkung im Sekretär Hay dort den Kaiser. Der Staatssekretär weigert Werke sind. Auf diesem Gebiete ist fürs erste nichts zu lich, Einzelheiten über den Charakter seiner Mission mit-- wollen. So bedarf es keiner Zurückhaltung. Mit Recht zuteilen. bemerkt die „Voss. Ztg.": „Nun, da das Geld im Kasten In Tanger und Gibraltar. ^den un§ bie Herren an der Newa wieder ihr Vor der Einfahrt in Tanger ist der d eu t sche Kreurev ungeschminktes Gesicht und chre wahre Ge,mnung." „Friedrich Karl" mit dem englischen Schlacht l m , .. z t schiff „Prince Georg" zusammenge st offen Der In der englischen Presse b^der Parte-en der konser- Schaden ist, wie der „Daily Mail" gemeldet wird schwer^ vativen wie der liberalen wird der Wunsch nach festerem als man zuerst alaubte. Der „Friedrich Karl" traf den Zusammenschluß m itF r an kr er ch übereinsiiuimend „Prince Georg" fünf Fuß unter der Wasserlinie und riß hervorgehobem Insofern Kaiser Wilhelms Besuch m Tanger ein acht Fuß langes und zwei Fuß breites Loch, sodaß der *"*“ Mw ***” -«S emsige Macht Deut s ch l and in seiner neuen Ma- seiner Umgebung wurde die Laae des irs Politik «nt-rstütze Die Demonstration vor nahe einer wichtigen . Gießen, den 4. April 1905. ** Personalien. S. K. H. der (^roßherzoq haben dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I Ger- l a ch den Charakter als Amtsgerichtsrat erteilt. — Ter Amtsrichter bei dem Amtsgericht Osthofen Hessel wurde zum Oberamtsrichter bei diesem Gericht, der Amtsrichter bei dem Amtsgericht Reinheim Breidenbach zum Oberamtsrichter bei diesem Gericht ernannt. — Ernannt wurde ferner der Gerichtsvollzieher in Lorsch Rost zum Gerichtsvollzieher in Lampertheim. — Der Steuerkommiffariatsussistent bei dem Stelierkommissariat Mainz I Negierungsassessor Lorenz zu Mainz wurde in gleicher Diensteigenschaft an das Steuerkommissariat Darmstadt I versetzt. — Der Steuerkontrolleur Regierungsasseffor Nikolai zu Büdingen wurde zum Steuerkommissariatsassistenten bei dem Stcuerkommissariat Offenbach, der Revisionskontrotteur bei dem Hauptsteueramt Offenbach Frey zu Offenbach zum Steueramtsrendanten bei dem Steueramt Bensheim ernannt. *♦ Eine Entgleisung eines Güterwagens, die in der Nacht vom Samstag auf Sonntag auf dem hiesigen Güterbahnhof stattfand, hat auf der Strecke Gießen-Kaffel eine mehrstündige Verspätung der Schnell- und Personen- züge hervorgerufen. Bei der Ausfahrt eines Güterzuges nach Kaffel koppelten sich am Nordende des Bahnhofs mehrere Wagen los, wahrend der letzte anhängende Wagen entgleiste und bis zur Badenburg bei Lollar neben den Schienen mit- lief. Erst hier merkte es der Zugführer; der entgleiste Wagen blieb schwer beschädigt zurück. Er hatte sämtliche Weichen abgeriffen, mehrere Wagen beschädigt und seine ganze Ladung verloren. Erst nach mehrstündiger Arbeit wurden die Weichen und Geleise wiederhergestellt. ** Die Tagesordnung der öffentlichen Stadtverordneten sitzung am Donnerstag dem 6. ds. Mts. ist im heutigen Kreisblatt veröffentlicht. Wir weijen auch an dieser Stelle darauf hin. ** Der Bürgerverein Gießen veranstaltet, wie aus einem heutigen Inserat zu ersehen ist, nächsten Freitag abend 8V2 Uhr in der Restauration Otto in der Frankfurter- straße eine Mitgliederversammlung mit folgender Tagesordnung: Submissionswesen, Nathausireubau und Verschiedenes. Die Besprechung über die erwähnten Punkte verspricht mancherlei nützliche Aufklärung. •* Die Gießener Freiw. Feuerwehr hielt gestern abend im „Gambrinus" ihre alljährliche orbentl. Hauptversammlung ab. Es waren etwa 100 Feuerwehrleute anwesend. Brandinspektor Wigaudt erstattete den Bericht über das verffoffene Jahr, Hebungen, Brände :e., woran Nechnungsablage erfolgte. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Darauf erfolgte die Besetzung der Brandmeisterstellen; der erste Löschzug wurde unter die Führung des Brandmeisters Faber, der zweite unter die des Brandmeisters Di ckor^ gestellt. Auch einige Obmannstellen wurden^besetzt. Ein merkwürdiger Zuiall fügte es, daß zu vorgerückter Stunde plötzlich die Sturmglocke ertönte, was eine Unterbrechung in den Verhandlungen herbeiführte. Die 100 ausgerüsteten Feuerwehrleute waren gleich nach den ersten Ligualen zum ^luSmarsch bereit, worüber das Publikum wohl etwas erstaunt gewesen sein mag. 91(3 um ®/4l Uhr die Rückkehr von der Brandstelle erfolgte, traten die pflichteifrigen Mannschaften wieder in die Tagesordnung ihrer unterbrochenen Hauptversamn^lung ein. Nach etwa einer halben Stunde war die denkwürdige Sitzung beendet. - Brand einer Feldscheune. Gestern abend kurz nach 11 Uhr läutete die Sturmglocke, und zahlreiche Einwohner machten sich auf die Beine nach der Brandstelle. Es war n'cht viel zu sehen. In den Stallungen und der Scheune de§ N. Rübs am en an der Wißmarersiraße war Feuer ent- tanden. Das ganze Gebäude brannte bis auss Mauerwerk nieder, obgleich die Feuerwehr sofort zur Stelle war und energisch eingriff. Das in den Stallungen unteraebrachte Vieh konnte sämtlich geborgen werden. Es liegt Brand- t i f t u n g vor. *• Diebstahl. Aus einer Hofreite der Ludwigstraßt wurde in der Nacht vom verfloffenen Sonntag auf Montag ein Fahrrad gestohlen. ** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klaffe siel ein Gewinn von 30 000 Mk. auf Nr. 13427, ein Gewinn von 20 000 Mk. auf Nr. 74041, em Gewinn von 10 000 Mk. ntif Nr. 8395 und Nr. 37806, Gewinne von 5000 Mk. auf Nr. 56123 69378, Gewinne von 2000 Mk. aus Nr. 532 5753 15809 16139 16482 27755 28955 29864 34576 36371 38407 40836 47431 50971 57579 58250 64812 66300 66664 68580 70984 73166 73321 76582 81280 84463 92387 95130. lObne Gewähr.) p. Katzensurt (Dill), 3. April. Vorgestern, Sam»en^ abend, kam es in einer hiesigen Wirtschaft zu einer S ch läge re z, in welcher der Hüttenarbeiter Karl Süß von hier derart verletzt wurde, daß an seinem ^lufkommen gezweifelt wird. Die rohe Tat vollbrachten Burschen aus Greifenstein, die der am 9!aebmittage am hiesigen Babnbof stattgehabten Kontrollversammlung beigewohnt hatten. Der Haupttäter soll bereits verhaftet sein. ** Kleine Mitteilung"" a n a Hess- n und b Nachbarstaaten. Am letzten Donnerstag fiel in Hungen her vierjährige Knabe des Otto Heßler in die sogenannte Tränke und war bem Ertrinken schon nahe, als zufällig Gerber Kuhn den Vorgang bemerkte und den Knaben rettete. — In Wette r- feld bat sich eine Vlolkerei-O^cnossenschast gebildet. Dgs Molkerei- gebäude wird m aller Kür^e direkt an der Wetter erbaut. DermiiAtei. • Heilbronn, 3. Avril. Die Tragödie, bereK Opfer die begabte junge Schg uspielerin Mgrga Tal- m ar und deren Bräutigam, der frühere österreichische Leutnant Seydalt, geworden sind, hat hier die lebhafteste Anteilnahme erweckt. Fräulein Talmar, die am Freitag blirch Kohlenopydgas vergiftet tot in ihrem Schlafzimmer aufgesunden wurde, war gegen den Willen der Eltern zur Bühne geaangen und es scheint, daß die Kluft zwischen ihr und dem Elternhaus trotz der austnunternben Erfolge der jungen Künstlerin nicht mehr ganz überbrückt werden konnte. Die Künstlerin hieß mit dem eigentlichen Namen Tischler. Seydalt, der nach seiner Verabschiedting technischen Studien oblag, war am Samstag nachnrittag auf die Nachricht vom Tode seiner Braut Hierher gekommen und mit dem Vater der Künstlerin zusaiumengetroffen, in dessen Begleitung er sich nach der Leichenhalle begab. Angesichis der Leiche äußerte er verzweifelt, das Sehen habe mm feinen Wert mehr für ihn. Kurz nach Mitternacht schoß sich Seydalt im Hotel eine Kugel in den Kopf. Er wurde noch lebend ins Kcanken- haiis gebracht, wo er heute früh starb. Die beiden Leichen werden einem schriftlichen Verlangen Seydalts gemäß in Prag beerdigt. * Ein zurückgewiesenes Geschenk. Es wird wohl nicht häufig vorkommen, daß ein Geschenk von 5 0 0 000 Fr. in barem (Selbe abgelehnt wird, und das ist jetzt in Amerika geschehen, und der, dem sein Geschenk nebst sehr wenig schmeichelhaften Worten an den Kops geworfen wiirde, ist der Petr 01 e u m kö n i g John D. Rocke feil er. Dieser hatte der amerikanischen Missionsgesellschaft für äußere Mission 100 000 Dollar zur Verfügung gestellt, und gegen die Annahme dieser Gabe erheben sich nun die protestanti- 'chen Geistlichen. Die Kongregationalisten-Synode für die Oststaaten tagte in Boston und nahm eine Refolution an, in der sie die Zurückweisung des Geschenkes fordert, weil der Petr oleum trust, dessen Haupt Rockefeller ist, das Volk auSsauge und forrnmpicre, und weil man Geld, das dem Volke geraubt fei, nicht zur Bekehrung der Heiden verwenden dürfe. Man wird den Kongregationalisten in weitesten Kreisen zustimmen. Herr Rockefeller ist bekanntlich drauf und dran, das Petroleum in der ganzen Welt zn verteuern. Der neue Ruhstrat-Prozeß. L Oldenburg, 3. April. Unter ungeheurem Andrange be% Publikums begann heute vor der zweiten Strafkammer des hiesigen Landgerichts die Verhandlung in dem neuen Ruhstrat- Prozeß, die auf zwei Tage berechnet ist. Zu der Verhandlung, ünd über 60 Zeugen geladen, die über die Spiel Vorgänge, im Oldenburger Kasino aussagen sollen. Der Angetlagte^ Biermann wurde kurz vor Beginn der Sitzung von zwei Ge-« ’annenauflehent der Strafanstalt Vechta vorgejührt. Es liegen^ zwei Anklagen gegen Biermann vor. Die eine lautet auf B eu leidignug des I u st i z m i n i st e r 4 Rnhstrat, die anders nid Beleidigung des Rechtsanwaltes Wisser, des Rechtsbeistanbes von Rnhstrat. Zunächst wurde in die Verhandlung der ersten, Anklage eingetreten. Auf Befragen des Vorsitzenden erklärte Biermann, er sei auch jetzt noch vollkommen davon überzeugt, daß! der I u st i z m i n i st e r R u h st r a t einen Meineid geschworen habe. Aus eine weitere Frage des Vorsitzenden, worin der Auaeklagte den Meineid erblicke, erflärte Biermann,> Minister Rnhstrat habe beschworen, daß er nur im Kasino gespielt' habe, tatsächlich habe er auch im Restaurant Eilers gespielt Er habe ferner eidlich bestritten, daß er leidenschaftlich gespielt habe, trotzdem er ein leidenschaftlicher Spieler war. Da der Angeklagte iveitere Erklarmigen nicht mehr abgeben will, wird mit der Zeugeiivernehmuiig begoniien. Aiich der Minister Nu Hst rat ivufbc als Zeuge vernommen. Der Antrag der Verteidigung auf Nichtvercidigung dieses Zeugen wurde vom Gerichtshöfe ab-' aelehiit. Rnhstrat wiederholte feine Persicherimg, daß von einem, Hazardspiel als Oberstaatsanwalt und Nstnister seinerseits keine Rede sein könne. Er ,visse auch bestimmt, daß er eine dieser äbn- lichen Erklärung im Rieß-Prozeß abgegeben habe, sodaß ebeuso- weiiig, wie von einer absichtlich falschen Aussage, von einem absichtlichen Verschweigen die Rebe jein könne. Der Dlinister bezeichnete alsbann bie vom Abg. Lenzman n im Reichstage gegen ihn erhobenen Vorwürfe, daß er wider besseres Wissen als :jeiige unter seinem Eide etwas verschwiegen habe, als Ver * l e n m d n n g, gegen welchen Aiisbrnck der Präsident p r s t e st i e r t e. Hierauf wird der Aiinister als Zenge eiitlassen. Orichlslaal. Heidelberg, S. Avril. Professor Dr. Orkar VnlpinS wird gegen das Urteil des^ hießgen Landgerichts vom 28. v. *DL, das ihn wegen fahrlässiger ärztlicher Behandlung eines Patienten ziir Zahlurig eines Kapitalbetrages von Mk. 25 000 und einer Jahresrente von Mk. 1000 verurteilte, beim Oberlandes ^ericht m Karlsruhe Berufung einlegen. Ifr ent. "fnnerf " unb 'Mte 'onb. jMt t * nn N 300 5 oui $r- 532 4 34576 1 64812 2 81280 Don hier ne^eilflt eiirnftein, Gehabten 'llalet soll '?d de^ v ll n q s y "e Trante fiubn ö etter- Molkerei- t. ' - bereh ia Talle Leus« lebhaftere t Freitag ilaiüimmet Eltern ^ur jijdien ihr rfolqe der en konnte. 1 Tischler, n ehibien sticht vom Vater der ig er sich )e äußerte mehr für im Hotel § Kranken- en Leichen jemä/j in wird ent von b ba§ iymt nebit i qewochn ckeseiler. für äußere und gegen Protestantin >e für die zlution an, rbert, weil c ist, das weil man Bekehnmg ongregatio* ockesester ist der gan8en Indranoed^ des hieHgen vubNrat' ^erliandlung^ ,t W11* 5S Itegem nufSe- •tfS ^5 5**?' .b mit t>« s f. ebei'm 8b”Lm t Ä ’iisP 5*00*31. 'et“1*"6 ^lnivcrstkäts-^rachriHtr». — Die Vorbereitungen für die Schillerferer herRkün- fterschen Studentenschaft hat, wie uns aus Munster geschrieben wird, ein Fellausfckmß in die..Hand genommen, der sich aus je vier Mitgliedern des akademischen Lehrkörpers und der Studentenschaft zusammenseht; es sind dies: Professor der roman. Philologie, Dr. Andresen, Professor der deutschen Ptzsto- logie Dr. Schwering, Musikdirektor und-Lektor für^Mustk Dr. Niesten und Privatdo^ent für Dmstgeschichte Dr Koch fotote: der Dorsihende der „Literarischen Gesellschaft cand. phtl. Denke! lNeo-Nstaticri als Vertreter der katholischen Korporationen, cand. Vhil. Dangemann ineuvhilolog Verein Guestsalia) als Vertreter der liberalen Korporationen, der Vorsitzende des. lmterkorpora- tiven) akadnnischen Gesangvereins cand. Phil Greben als Vertreter der Ni^tinkorvori'»rten und cand. matb. Kunsemuller (wrtstl. Verbindung Wingolf) als Vertreter der zwischen brn katholischen nnd den liberalen Korporationen rangierenden Gruvpe Die Negie. die schwiege Probleme bietet, ruht m den Landen des Dr Koch Die Feier, die erst am 22. Mai stattfinden kann, soll sich im Rahmen eines Festkommerses halten. Sofort nach Eröffnung d"s Kommerses wird ein von einem 'Lti'dmten gedichteter Prolog gesvrochen, dem dann die Aufftchrung „Wallensteins p a g e r" folgt Die letzte Strovhe des Reiterliedes „Wohlauf, Kameraden", die von trr ganzen Versammlung a''fgenommm wird, leitet zu dem eig-mtlichen Kommerse über. Die Theaterauffubrung soll bei einer „Volksfeier" wiederholt werden, wozu der akademische Gesangverein das neue Melodrama „das Eleusische Fest vortragen wird. Arbeitcrbcwegung. Mainz, 3. April. Auch hier sind die B r a u e r e i a r b e i - ter in eine Lohnbewegung ein""treten. Sie stellen fast dieselben Forderungen, wie sie von den Frankfurter Brauerei-- besitzern ib^n Arbeitern bewilligt worden sind. Vorerst haben hier die Vnauereiinhaber den Forderringen gegenüber eine teilweise ablehnende Daltung eingenommen. Frankfurt, 4. April. In einer öffentlichen Schneider- »nd Schneiderinnen-Versammlung referierte Gauleiter Minis über die Entwicklung und Notwendigkeit vonTarif- ,bertragen im Schneidergewerbe. Angesichts der Vorteile, die dem Ärbeitertrlm des Buchdriickeraewerbes aus dem einheitlichen Lohn- taris erwachsen, sei es unverständlich, daß in der „Sckneiderstadt" Frankfurt nicht der richtige Zug in die Bewegung komme. Es manaele eben an der einmal notwendigen Solidarität. Köln, 3. Avril. Hier greift die Lohnbewegung . unter den Dandwerk"rn bedenklich um sich. Nachdem die A n st r e i ch e r- gehilsen sämtlich die Arbeit niedergelegt haben, sind auch die S ch n e i d e r in den Ausstand getreten. Desgleichen verlangen die Sattler Verkürzung der Arbeitszeit und Lohnerhöhung. Ein Ausstand in der Brauerei Dlteburg hält an. Zn vier Volksversammlung^ wurde beschlossen, den Bovkott über die Brauerei zu verhängen und so lange im Ausstande zu verharren, bis die gemaßregelten Arbeiter wieder eingestellt sind. Der Bohkottschutzverband der rheinischen und westfälischen Brauereien beschloß darauf, daß 34 größere Brauereien von Köln und Umgegend ab 5. April sämtliche der Organisation angehörige Brauereiarbeiter aussverren bezw. ihnen kündigen, weil über die Kölner Brauerei Alteburg der Boykott verhängt wurde, da diese Brauerei zwei Brauer entließ, obwohl das Sckied^aer^t enllck'"d sie s"i"u *it Reckst entlassen worden. Kirchliche a rfj r t (fi t e n* Evangelische Gemeinde. 3tt der JohanneSklrche. Mittwoch den 5. April, abends 6 Uhr: 5. Passions-Andacht. Plärrer IX Schlosser. Liandel und Verkehr. Volkswirtschaft. 3^2 pro z. neueReichsanleihe. Die neue Reichsanleibe ist mit'dem großen Konsortium bei der Reichsbank unter Vorsitz ihres Präsidenten Dr. Koch gestern vormittag zum Msmluß getarnt. Der Ueberuehmpreis ist mi<- 100.50 Proz. ftstaestellt, b’T Zeichmmastag wird am nächsten Montag den 10. Avril sein. Der Prospekt dürfte morgen, spätestens übermorgen zur Veröffentlichung gelangen. Ganz neuartig sind die Modalitäten, unter denen die Anleihe diesmal an den Markt kämmt, und Konzertzeichner abgehalten und zugleich eine festere Plazierung der neuen Anleihe angestrebt werden soll. Es erhält nämlich das Uebernahme- konsortium die Anleihe mit der Auflage für den Zeichnungspreis, sie zu 101,10 Proz. denjenigen Zeichnern zu geben, die den ihnen z"geteilten Betrag in das Reichsschuldbuch eintragen lassen und diese Eintragung dort bis 15. Oktober d. I. sperren: den übrigen Zeichnern ab-r 101 20 Proz. zu berechnen unter möglichst weitgehender Begünstigung solcher Zeichner, dir ebenfalls eine Sperrvervflichtung von 6 Monaten auf sich nehmen. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 5. April 1905: Trüb, milder, besonders nachts; geringe Regen- sälle, vor allem in Oberhesten; zeitweise windig. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Ariginat-Aravlmeldunnen. London, 3. April. Unterhaus. Bei der Beratung Über den Militäretat bringt Churchill llib.s einen Antrag auf Herabsetzung des Etats um 1 Million Lstr. als Protest gegen die Höhe des Etats ein. Er sagt, die Gefahren hinsichtlich der Verteidigung Indiens wären weiter entfernt als je vorher. DaS englisch-französische Abkommen und der Krieg, im fernen Osten hatten die englische Stellung in Indien nicht weniger sicher gemacht. Edward Grey flib.) sagt, es müsse daran erinnert werden, daß die r u s s i s ch e M a ch t sehr geschwächt sei. Aber wenn das Resultat des Krieges im fernen Osten mürbe,, baß dieser Teil der Welt für lange Zeit außerhalb der russi?hen Politik löge, so könnte das bedeuten, daß sich das Ziel der russischen Politik in Zuerst mehr arf andere Teile der Welt konzentriere könnte. Ich stimme mit Churchill - überein, daß, obgleich die russischen strategischen Eisenbahnen näher an die indische Grenze gerückt sind, dach ein ernstlicher Angriff auf die Grenze entfernter als je sei. Wenn England seine Grenzen weiter ausdehnte, würden zweifellos größere militärische, Forderungen gestellt werden. Wenn die englische Politik aber eine Derteidig- ungsvolitik wäre, bliebe die Situation unverändert., Paris, 4. Avril. Hier gilt es als wahrscheinlich, daß am nächsten Donnerstag nachmittag eine Zusammenkunft zwischen König «Eduard und dem Präsidenten Loubet stattsinden wird. Es sollen bereits diesbezügliche Unterhandlungen zwischen der französischen und englischen Kabinettskanzlei stattsinden. Bestimmtes verlautet jedoch bisher nicht. Paris, 3. Avril. Senat. De la Marzelle drückt die Ansicht aus, daß die Reise Loubets nach Rom die ern stellen Folgen für Frankreich zeitige. Delcassö widerspricht diesen Ausführungen und sagt, es sei für eine unabhängige Nation unzulässig, daß sie ibre Beziehungen zum König von Italien den Beziehungen des Königs zum Vatikan und den Beschwerden, welche der Vatikan gegen Italien geltend, mache, unterordne. Bei dem Kapitel „Ausgaben für die Polizei" ftaat C l e m e n - c e au an, ob Frankreich mit Ausübung einer Polizei in Marokko betraut würde. D e l c a s s 6 erwidert, es beständen gemischte Kommissionen, die mit der Aufrechterhaltung der Ordnung in den auf beidm Seiten der Grenze geschaffenen gemischten Märkten. Ein Teil des zur Beratung stehenden Kredits ist für Besoldung der französischen Kommissare bestimmt, der Rest für Dilfeleistungen, die dem Vorgehen Frankreichs in Marokko den wahren Charakter geben werden. Petersburg, 4. April. In Briefen an seine Gemahlin unb Freunde klagt Admiral Roschdjeswenskr; sehr über die Lage der Flotte bei Madagaskar. Unausgesetzte Skandalaffären der Matrosen erfordern drakonische Strenge. Die Schiffe könnten infolge des Mangels an Gastfreundschaft die erlittenen Schäden nicht ausbeffern. Petersburg, 4. April. In nächster Zeit beginnt der Prozeß gegen den Mörder des Großfürsten Sergius. Dazu begibt sich nach Moskau eine Abordnung des Senats, bestehend aus dem Präsidenten Deyen und sechs Mitgliedern. Zum öffentlichen Ankläger wurde der Oberprokurator Sszhtschegolotow ernannt. Es ist bisher nicht gelungen, die wahre Persönlichkeit des Mörders festzustellen. Er wird wahrscheinlich als namenlos verurteilt werden. In Moskau erhält sich das Gerücht, daß der Akte n- täter der hohen Aristokratie angehört. Warschau, 3. April. Ein Unbekannter schoß heute abend in der Delnjastraße aus den Revieraufseher. Dieser wurde leicht verwundet. Der Täter entkam. Später wurde in der Wolskestraße ein Städtwächter überfallen und durch einen Messerstich in das Herz schwer verwundet. Moskau, 3. April. Der Aerztekongreß ist heute in Anwesenheit eines zahlreichen Publikums zusammengetreten. Der Vorsitzende, Dr. Jelpatewsky, eröffnete in Gegenwart von etwa 1000 Aerzten die Versammlung mit einer Ansprache, in der er bemerkte, es sei bis jetzt die Frage gewesen, ob die Regierung Vertrauen zum Volke habe, jetzt hätten sich die Zeiten geändert und jetzt laute die Frage: Hat das Volk noch Vertrauen zur Regierung? Hierauf forderte er die Anwesenden» auf, A Ehren der am 22. Januar gefallenen Opfer sicht zu erheben. Port Mahon, 3. April. Der Generalkapitän bett Balearen Ortega erhielt ben Roten Ablerorben 1. Kl., bev deutsche Konsul eine wertvolle Busennabel re. Der Kaiser war von bem Aufenthalte sehr befriebigt unb richtete ein sehr reunbliches Danktelegramm über ben schönen Empfang unb bie Hulbigungen von feiten bcr Bevölkerung an ben König von Spanien. Tanger, 4. April. Graf Tattenbach, der frühere diplomatische Vertreter Deutschlands in Tanger und zurzeit deutscher Gesandter in Lissabon, w'rd noch einige Zeit hier verweilen. Man mißt seinem hiesigen Aufenthalt in Anbetracht der Lage große Bedeutung bei. Der Vertreter des Sultans gab zu Ehren des Grafen Tattenbach ein großes Fest. Der Vertreter des Sultans stimmte dem Kaiser in der Auffassung bei, daß in Marokko zwar Reformen angebahnt werden sollten, daß man sich aber damit nicht überstürzen dürfe, weil man es vermeiden müsse, drei religiösen Gefühle der Bevölkerung zu verletzen? - Newy 0 rk, 4. April. Der japanische Finanzagent Baron Kaneto entwickelte in einem von ihm gehaltenen! Vortrage eine erstaunliche Perspektive von japanischen Missionen. Er gestand ein, daß die Japaner einen Rassel und Religionskrieg gegen Rußland führten. Dev Westen würde gezwungen werden, die Asiaten zu respektieren. Der Osten habe gewaltige, gegen den Westen mitt* dellens ebenbürtige Kräfte. Tie Zukunft würde einen west- lich-europäisch-amerikani'chen sowie einen östlichen Zivillsa- tions-Tip entwickeln. Immerhin sei kein Konflikt orbn* talischer Kultur und westlicher Wissenschaft nötig. Vielmehr könnten sich beide miteinander zu höherer Entwicklung verschmelzen. Newyork, 4. April. In Zeialer (Illinois) wurden durch eine Gasexplosion in einer Kohlengrube Don; Josef Leiter 20 Personen getötet und 18 verwundet.! Man vermutet, daß die Explosion böswillig her-' beigeführt worden ist, weil seit den letzten Ausständen dort nur nichtu^i^^'^f'^"' mvh<*-+<>•»• r-i^rAxf^rTt worden sind. Telephonischer Kursbericht« F niikisr? r 4. April, 1% Uhr mittags. 3Ve°/u Reich«anleihe 31/n 1840 Durch Versetzung beS Herrn Verkehrsinspektor Nordmarur ist in unserem Hause Westaulage 5 die Beletage per L Juli, event. früher, zu vermieten. 1100] TribuS & Gundheim. Zu vermieten per L Jtili 1905: Schöne rtihig gelegene 4-Zimmerwohnung mit Zubehör L Stock West- Anlage 19, desgleichen eine solche 1. 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