Nr. 53 Wchh-tM WB4 «ft thftöflfr* w tiwte* Oft «GfttzrvM AavM«r»MM- w*6e» der, pv«ret^ Ense rvScheuMch betgeZegt. De tt* «M «MU* -«««ch **** Freitag, 3. März 1905 Gießener Anzeiger 155. Jahrg. w<****k*f W» eertae tat tMWttai OinoerittottaedBel. «. Sa«««, »lchm. etibotoon. «ctHMHaa «.«tadtoi: «MmflM, «»l. Sir.«. toUtvttta.1 M«t0K IM«» General-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Parlamentarische Verhandlungen. Nachdruck ohne Vereirrbsrsug picht gestattet. Dentlcher Reichstag. 168. Sitzung vom 2. März. 1 Uhr. DaS Haus ist äußerst schwach besetzt. Am Bundesratstisch: Graf Posadowsty u. a. Zunächst wird die Rechnung der Oberrechnungskammer für 1902 debattelos der R e ch n u ng s k o m m i s s i o n überwiesen. Sodann setzt das Haus die zweite Beratung des Etats des Rei ch s- amts des Innern beim Titel „Gehalt des Staatssekretärs" fort. Hierzu liegen 20 Resolutionen vor, neu eingegangen sind vier Resolutionen. Eine von allen Parteien mit Ausnahme der Sozialdemokraten unterschriebene Resolution Baumann (Ztr.) und Dr. Blankenhorn (natl.) fordert ein Gesetz, das die Beaufsichtigung des Verkehrs mit Nahrungs- und Genußmitteln, sowie deren Durchführung durch die Landesbehörden einheitlich regelt. Zwei Resolutionen der Abgg. Erzbcrger und Gen. (Ztr.) beantragen, anstatt der die gleiche Materie behandelnden Resolutionen der Sozialdemokraten, Verordnungen zu fordern, durch welche in Glashütten ein sanitärer Maximalarbeitstag eingeführt und für die Verarbeitung giftigen und explosiver Stoffe besondere Vorschriften erlassen werden. Ferner beantragen die Abgg. Gröber und Trimborn (Ztr.) /inen Gesetzentwurf, welcher gegen die aktive und passive Bestechung der in Privatunternehmungen angestellten Personen einschreitet. Abg. Frästdorf (Soz.): An den Staatssekretär habe ich noch einige Wünsche: ein gerechteres Wahlverfahren . für die Krankenkassen, nach je 100, nicht, wie jetzt, nach je 1000, die Uebertragung der Einziehung der Jnvalidenversicherungs- beiträge an die Arbeiter, nach § 148 Invalidenversichcrungsgesetz. Jetzt kommt es z. B. in Ostpreußen vor, daß 25 Prozent der Beiträge unterschlagen werden. Ausführlicher verbreitet, sich Redner sodann über die Krankenversicherung. Man mutz zu einer Zentralisation des gesamten Kastenwesens schreiten. Jetzt gibt es so kleine und finanziell durchaus leistungsunfähige Kasten, oatz sie shren Aufgaben auch nicht im geringsten nachkommen können. Die größte Erregung auch in der Oeftentlichkeit hat der Streit der Aerzte mit den Krankenkasten hervorgerufen. Die Aerzte beschuldigen die Kasten: sie seien an ihrer schlechten sozialen Position schuld. Mit Unrecht. Nicht die Kassen, sondern die ungemein starke Zunahme der Aerzte bewirke die Verschlechterung ihrer Lage. Vermehren sich die Aerzte doch um 20 Prozent schneller, als die Bevölkerung im allgemeinen! Was wollten die Aerzte .erst anfangen, wenn es keine Krankenversicherung gabel Also höre man doch endlich mit den Borwürfen gegen die Kasten auf! Die Aerzte beschuldigen die Kasten, prinzipielle Gegner der freien Aerztewahl zu sein. Wiederum mit Unrecht. Die freie Arzrwohl ist für die Kasten keine Frage des Prinzips. Sie entscheiden nach blotzer Zweckmäßigkeit. Man wirst den Arbeitern vor: wie könnten sie das System der angestellten Aerzte wollen, wo sie doch so scharfe Gegner der Vertrauensärzte seien? Ja, da ist aber ein ganz gewaltiger Unterschied. Die „Ver- trauenSärzte" werden von den Unternehmern gewählt; wie sollten die Arbeiter zu ihnen Vertrauen haben? Anders bei den Aerzten, die sie selbst in ihren Generalversammlungen wählen. Die Aerzte erstreben die freie Arztwahl aus „ethischen" Gründen Wir glauben nicht recht daran. Sie haben sich doch in ihren Kämpfen zu materiell gezeigt. Nun Laben wir nichts dagegen, datz die Aerzte ihre wirtschaftliche Lage zu heben suchen. Das soll meinetwegen auch auf dem Wege der Gesetzgebung geschehen. Aber die Krankenversicherung ist nicht dazu dal Weshalb richtet der wirtschaftliche Verband der Aerzte nun seine Front stets gerade gegen die Krankenkassen? Weshalb sucht er nicht andere Wege? Redner schildert eingehend den Verlauf der einzelnen bekannten grotzen Aerztekon- flikte in Köln, Dresden und Leipzig. Sächsischer Bundesbevollmächtigter Dr. Fischer: Ich erkenne an, datz der Vorredner bei der Schilderung des Leipziger Aerzte- konflikts im ganzen streng sachlich gesprochen hat. Das Verhältnis der Aerzte zu den Krankenkassen war von Anfang an seit Einführung des Krankenverncherungsgesehes kein gutes. Das Gesetz stand anfänglich auf dem Boden der freien Arztwahl, aber es stellte sich doch heraus, datz dieses System manche Mitzstände mit sich führte. Deshalb wurde den Kasten die Beftrgnis zur Anstellung von Distriktsärzten gegeben. Von dieser Befugnis wurde nun ein ziemlich umfänglicher Gebrauch gemacht. Leider haben sich namentlich die kleineren Kasten in der Honorierung ihrer Aerzte zurückgehalten. (Heiterkeit.) Es kamen Sätze vor, so gering, datz jeder Dienstmann bester bezahlt wird, als ein Arzt. Das System der Distriktsärzte zeitigte allenthalben unerfteuliche Nebenerscheinungen, unlauteren Wettbewerb unter den Aerzten, Lohndrückerei usw. Das Standesbewutztsein litt darunteer merklich, denn nichts ist so geeignet, das Standesbewutztsein zu brechen, als finanzielle Not, und der Aerztestand befand sich je länger je mehr in einer finanziellen Notlage. Wie steht es nun mit dem System der freien Arztwahl? In der Theorie ist sie das idealste, in der Praxis zeigt es sich im anderen Lichte. Vor allem hat es ja von vornherein einen grotzen Fehler, denn gerade diejenigen Aerzte, die die Arbeiter am liebsten wählen würden, angesehene Professoren, die viel beschäftigten grötzeren Aerzte, schließen sich von vornherein aus. Und fitt die Aerzte? Da tritt an die Stelle der Abhängigkeit von den Krankenkassen die Abbängigkest von den Mitgliedern der Kaste. Wohin kommt es schließlich? Datz diejenigen Aerzte am meisten in Anspruch genommen werden, die nach dem Rezept des Abg. Stadthagen verfahren, der vor einiger Zeit ausführte, er würde als Kastenarzt seinen Patienten immer nur bayerisches Bier und Beefsteak verschreiben. (Große Heiterkeit.) Also auch dieses System hat seine grotzen Schattenseiten, und es kommt darauf an, ein friedliches Einvernehmen zu erzielen. Nun haben sich die Aerzte zu Organisationen vereinigt. Ich mutz offen gestehen, datz man bei der Beratung des Ge- /etzes^über die Standesvereinigungcn der Aerzte in der sächsischen Kammer nicht daran gedacht hat, datz es so später gegen die Krankenkassen ausacspiekt werden könnte. (Hört, hört! bei den Sozialdemokraten ) Die ganze Entwicklung des Konflikts zwischen Aerzten und Krankenkassen war keine gesunde und keine natürliche. Vor allem datz die Aerzte zu dem Mittel des Streiks griffen, das ist gerade im Interesse des Aerztestandes am allermeisten zu bebmtern und ich mutz sagen, was sie in Leipzig taten, ^s war e!n Streik, genau so einer wie in Crimmitschau, wenn auch vielleicht enffprechend der höheren akademischen Bildung der Aerzte in etwas anderen Formen. In Crimmiffchau hieß es: „Zuzug verboten! , w' Leipzig: „Anzte, cavete Leipzig". Die Streikbrecher wurden Nicht auf dem Wege zur Arbeitsstätte aufgehalten, aber sie bekamen Briefe, in denen an ihr Standesbewutztsein appelliert wurde und siegebeten wurden, von ihrem Vorhaben, nach Leipzig zu gehen, Abstand zu nehmen. In einzelnen Fällen allerdings nahm der Aerzrestterk auch formen Ll wie der in Crimmitjchau. EI tarn also schlwtzlrch soweit, dah die, Aufsichtsbehörde eingreifen mußte. Nun werden der Auffichts- behörde verschiedene Vorwürfe gemacht, aber ganz mit Unrecht. Als die Kreishauptmannschaft auf die Beschwerden der Aerzte nicht einging, wurde die sächsische Regierung als sozialdemokratisch verseucht hingestellt. Man erfand damals sogar den Ausdruck „Hofsozialdemokraten". (Lachen bei den Soz.) Um den Aerzten ein größeres Entgegenkommen unmöglich zu machen, hat man in Leipzig sozialdemokratischerseits einen Sanitätsverein gegründet zur Behandlung von Familien, zu dem die Beiträge doppelt so hoch waren als zu den Krankenkassen. Die Familien hatten also keinen Vorteil, die Aerzte aber einen wesentlichen Nachteil., Wenn wir auch einstweilen abwarten müsten, welchen Erfolg die Bestimmung zeitigen wird, daß die Verträge zwischen Arzt und Apotheker einer behördlichen Genehmigung bedürfen, so wird doch die gesetzliche Regelung dieser ganzen Frage über kurz oder lang vorgenommen werden müssen, damit einerseits die ärztlichen Honorare angemessen bleiben, andererseits aber die Kasten nicht ruiniert werden. Unter allen Umständen muß aber verhütet lverden, daß durch einen ärztlichen Stteik die ärztliche Behandlung überhaupt lahmgelegt wird. Da muß nöttgenfalls gesetzliche Vorsorge getroffen werden. Abg. Erzberger (Ztr.): Eine gesetzliche Regelung der Aerzte- ftage scheint unerläßlich; ebenso auch der Apothekerftage. Notwendig ist vor allem eine Einheitlichkeit im System der Krankenversicherung, wie sie bei der Invalidenversicherung besteht. Eine reichsgesetzliche Regelung der Krankenversicherung für Landarbeiter und Dienstboten scheint mir gleichfalls unerläßlich. Die Landesgesetzgebung kann da nicht ausreichen; sie versagt zudem in verschiedenen Staaten gänzlich. Dann habe ich noch weitere Wünsche: Auf dem Gebiet der landwirtschaftlichen Unfallversicherung mutz viel mehr, als bisher, für Unfallverhütung geschehen. Zur Frage des Heilverfahrens der Landesversicherungsanstalten habe ich zu bemerken: So nützlich das Heilverfahren fft und so wenig ich Gegner der Heilanstalten bin, so mutz ich doch sagen: Die Haupffache bleibt hier eine durchgreifende Wohnungsreform. Redner kommt dann nochmals auf den Hausierhandel zu sprechen und bleibt bei seinem Verlangen nach einer Statisttk. Staatssekretär Graf Posadowsty: In der Debatte ist gesagt worden, ich sei der Lokomotivführer der sozialen Gesetzgebung, und es ist mir der Vorwurf gemacht, ich führe viel zu langsam. Aber der Lokomottvführer hat nur die Maschine zu leiten, die Schnelligkeit, mit der sich die Maschine bewegt, regelt sich nach den Lasten, die zu ziehen sind. . Nun will man der Maschine alles mögliche wieder ausbürden; ich meine aber, die Maschine würde erheblich schneller fahren, wenn man sich etwas mehr Beschränkung auferlegte. Im Vorjahr habe ich schon gesagt, datz die Zahl der Renten in den letzten Jahren sehr gesttegen ist, imd zwar in einem Matze, daß das Vermögen der Anstalten kaum mehr im stände war, diese Renten zu tragen. Es hat sich nämlich herausgestellt, datz viele Leute mit einer nur kleinen Verletzung in einem geradezu krankhaften Verlangen lebten, eine Rente zu bekommen. Dies haben alle hervorragenden Sachverständigen zugegeben, und indem man dies offen eingesteht, handelt man nicht unsozial, sondern dient der Sache selbst. Im letzten Jahre nun haben die Renten wieder abgenommen, vermutlich infolge der Tättgkeit der Revisionskommission., Ich hoffe, datz wir bie Renten dauernd zahlen können, ohne die Beittäge zu erhöhen. Die jetzige Verfassung unserer sozialpolitischen Gesetzgebung kann auf die Länge nicht so bestehen. Wtt haben einen Koloß auf- gebaut, aber nicht auf festem Grunde. Die Geschäfte im Reichsversicherungsamt nehmen in beängstigender Weise zu. Das Reichsversicherungsamt bat fortgesetzt mit großen Rückständen zu kämpfen. Es kann der Fülle der Anttäge nicht rechtzeitig Herr werden. Worauf kommt es aber bei einer gesunden Funktionierung des Reichsversicherungsamts an? Datz die Anträge sine ira et studio geprüft werden, jeder Rentenberechttgte feine Rente auch wirklich bekommt und daß dies auch so schnell wie möglich geschieht, ferner auch, datz er sie genau enffprechend dem Grade feiner Erwerbsunfähigkeit zugemessen erhält und sie ihm nur solange verbleibt, als diese Erwerbsunfähigkeit anhält. Es ist also gerechte Abwägung, aber auch strenge Kontrolle nötig, vor allem auch ein wttk- famer Kampf gegen allerhand Manipulationen, von denen die Krankenkastenvorstände ja allerhand zu berichten wisten. Wie aber steht die Sache in Wirklichkeit? Wir haben einen riesenhaften Oberbau der Reichsversicherung, wir haben aber absolut keinen Unterbau. Wir haben keine entsprechenden Institutionen geschaffen, sondern die ganze Arbeit den bisherigen bestehenden Behörden aufgebürDet. Diese allgemeinen Verwaltungsbehörden können aber auf die Dauer die ungeheure Arbeitslast nicht tragen, sie können die Arbeit nicht so bewältigen, wie sie bewältigt werden mutz. Ja, woran liegt das? Vor allem wohl an der Entstehungsgeschichte unserer ganzen sozialpolitischen Gesetzgebung. Wenn wtt beute vor die Aufgabe gestellt würden, das System zu schaffen, was wir haben: kein vernünftiger Mensch würde doch daran denken, eine besondere Krankenversicherung, eine besondere Unfallversicherung, eine besondere Jnvaliditäts- und Altersversicherung zu schaffen. Das sind ja doch drei psychologische Zustände, die ganz eng miteinander Zusammenhängen, und daher rnützte auch für alle diese drei eine einheitliche Organisation vorhanden sein. (Lebhafte Zustimmung.) Wtt haben uns nun bei den Gesetzen, wie sie nacheinander kamen, zu helfen gesucht, wir haben überall Paragraphen hineingesetzt, die die Funktionen der drei Versicherungen gegeneinander abgrenzen usw. Aber ttotz der sorgfältigsten juristischen Fastung bieten diese Paragraphen zahllose Friktionen, bieten sie Anlaß zu zahllosen juristischen (Streitigkeiten und durch all dies wird der Gang Der Geschäfte wesentlich verlangsamt. Ebenso wird die Kontrolle ungemein erschwert. Es muß daher die Ausgabe der Zukunft sein, diese Drei Versicherungsarten in eine einheitliche Organisation zu verschmelzen. (Lebhafte Zustimmung.) In Oesterreich ist man bereits am Werke. Dort liegt Der gesetzgebenden Körperschaft bereits eine Denkschrift vor, die die Vereinheitlichung in diesem Sinne erstrebt. Soll diese Vereinheitlichung aber ins Werk gesetzt werden, dann muß die ganze Ar- bettervefficherung auf ein festeres Gerüst kommen. Ich glaube, daß die Entwicklung dahin geht, datz man einen Unterbau schafft unter- berufener Leitung der Kreisinstanz. Diese Instanz hat alle eingehenden Anttäge eingehend zu prüfen. Ihr kann auch zweck- mätzigerweise die Einziehung Der Beiträge übertragen werden, sie bat die Ausführung der Vorschriften zu überwachen imd ich kann mir denken, daß, wenn ein solcher selbständiger Unterbau auf- gefübrt wird und ihm noch angealiedert wird, der Gewerbearzt und der Kreisarzt, daß dann eine sozialpolitische Körperschaft entsteht, die ein wirksames Organ für die Ausübung Der gesamten sozialpolitischen Tätigkeit wird. w _ El Dieses Werk zu schaffen, das wurde aber die volle Kraft und Macht eines Diktators beanspruchen, es ist eines der verwickeltsten Werke, das auch von vornherein in seiner großen Kompliziertheit garnicht übersehen werden kann, und dieses Werk kann nur so geschaffen werden, daß ein Reichstag, dem e8 dann vorgelegt wird, verzichtet, es in allen Einzelheiten zu prüfen, auf alle Details ein- zugehen, sondern daß er es mit einem gewissen Vertrauen zu Der Einsicht Derjenigen, die das Werk ins Leben rufen, und auch zu Der bessernden Hand der Zukunft hinnimmt. Ich weiß nicht, ob mir das Schicksal noch genug Amtsdauer, Lebenslange und Lebenskraft für dieses Werk geben wird. Aber wenn unsere Sozialpolitik auf eine wirksame Grundlage gestellt werden soll, wttd nichts anderes übrig bleiben, als an eine solche Reform hercmzutteten. Dann noch einige Einzelheiten: Die Einbeziehung Der Heimarbeiter in die Krankenversicherung ist im Gange; sie macht aber große Schwierigkeiten, vor allem wegen der geringen finanziellen Leistungsfähigkeit der kleineren Kaffen. Wir sind mtt Den Vorarbeiten beschäftigen, hoffen auch Erfolg zu haben, können aber über den Zeitpunkt näheres noch nicht angeben. — £)5 das Wahl- verfahren bei Den Krankenkassenvertretern verbesserungsbedürftig ist, will ich gern prüfen. Die Frage Der allgemeinen Einführung des Proportionalsystems für diese Wahlen vertagen wir am besten, bis man weitere Erfahrungen mit Diesem System bei Den Kanf- mannsgerichten gemacht hat. Es läßt sich nicht leugnen, Datz Die sogenannten freien Kassen zum Teil sehr bedenkliche Gründungen sind. Hier mutz die Gesetzgebung eingreifen; vielleicht mutz man diese Kassen einem Zulaffungssystem unterstellen. Gefragt ist hier auch nach Dem Stande Der Witwen- und Waisenverficherung. Es sinD bereits auf Die eingesandten Fragebogen 16 Antworten Der einzelnen Regierungen ein gegangen. Die eine vortreffliche Grundlage für ein Gesetz geben. Die Hauptsache ist bei Der ganzen Frage aber Die, wie hoch sind Die Einnahmen, denn nur Danach kann man die Leistungen bemessen. Die Frage der Ausdehnung der .Krankenversicherung auf Die Landwirtschaft befindet sich im Stadium der Erwägung. Sie ist aber unendlich schwer zu lösen, da Die Verhältnisse in Den einzelnen GegenDen Deutschlands ganz verschieden sind. In Württemberg hat man sie bereits eingeführt, doch wird dort nur freier Arzt und freie Arznei gewährt, die Sache hat sich dort zur allgemeinen Befriedigung bewährt. Die Regierung ist aufs heftigste angegriffen, weil sie dafür sorgt, datz ihre Arbetter und Beamten gute und billige Wohnungen bekommen. (Zuruf: Hausagrarier!) Diese Angriffe bedauere ich sehr, sie schießen übers Ziel weit hinaus. In Deuffchland wird vielleicht für 1% Milliarden im Jahre gebaut. Da spielen die 5 bezw. 15 Millionen, die m Preußen und im Reich für Arbeiterwohnungen ausgegeben sind, doch keine Rolle. Verloren hat das Reich an der ganzen Sache noch so gut wie nichts, der ganze Verlust an Zinsen beträgt 16 666 Mk. Den Kvnftitt zwffchen Aerzten und Krankenkaffen bedauere ich sehr und kann nur sagen, datz hier die sächsische Regierung ihre Pflicht voll und ganz erfüüt hat. Die Krankenkassen sind nicht der Organisation wegen und nicht der Aerzte wegen Da, sondern sie sind Da, um Den kranken Arbeitern zu helfen. Jede Regierung hanDelt daher nur korrekt, wenn sie dafür sorgt, daß dieser Zweck des Gesetzes erfüllt wttd. Für den Bauarbetterschutz ist in Der letzten Zeit viel getan, die Zahl der Inspektionen ist um 41 Prozent vermehrt worden. Die .Frage der Erhaltung Der Wehrkraft unserer Bevölkerung ist natürlich sehr wichtig. Nach Den neuesten Zahlen waren wehrfähig von der ländlichen Bevölkerung 58 Prozent, von Der städtischen 53% Prozent, von Der rein industriellen 41 Prozent, von Der Bevölkerung Berlins aber nur 33% Prozent. (Hört! hört!) Dies zeigt doch Deutlich, daß das platte Land eine wehrkräftigere Bevölkerung hat. als Die Städte unD Die JnDustriebezirke. Aber hieraus ergibt sich für uns auch Die Pflicht, Dafür zu sorgen, datz Die städtische und industrielle Bevölkerung wehrkräftiger wird. Das Gesetz betreffend €nforu»fl Der Forderungen der Bauhandwerker ist gestern von dem preußischen Ministerium angenommen und wird dem Bundesrat bald zugehen. (Beifall.) Eine Denffchrist über das Submissttnswesen ist in Dr- beit, bei einem neuen Sübrnisfionsgesetz wird an erster Stelle^ dafür gesorgt werden, datz die einheimischen Arbetter den auStoärhgen borgesogen werden. Herr Bruhn hat mich in meiner Abwesenheit neulich aufs schärffte angegriffen. Ich mußte einer wichtigen Staatsministerialsitzung beiwohnen, da hätte Herr Bruhn doch warten sollen, bis ich wieder anwesend sein konnte. Herr Bruhn bat mich so heftig angegriffen, weil ich in einigen Punkten anderer Meinung war als er. Ein Staatsmann aber mutz seine eigene Meinung haben, und ein Staatsmann, der diese Meinung nicht bat, und nicht den Mut hat, diese Meinung auch zu bertreten, der würde Dem öffentlichen Interesse nicht Dienen. Ich kann es wohl dem Urteil des Hauses überladen, ob Herr Bruhn mit seinen Angriffen auf mich diesem öffentlichen Interesse gedient hat. (Beifall.) Abg. Wallbrecht (nl.) wendet sich entschieden gegen die Ein- fübruna des allgemeinen Befähigungsnachweises. Der Befähigungsnachweis hat dem Handwerk keineswegs den Nutzen gebracht, den feine Befürworter ihm beimeffen. In vielen Gegenden ist er erst im sechzehnten Jahrhundert eingeführt, er wurde aber verschiedentlich wieder aufgehoben, weil er die Allgemeinheit schädigte. Die Gewerbefreiheit mußte kommen, sie war eine notwendige Folge der wirffchaftlichen Entwicklung. Was der Befähigungsnachweis nützt, sehen wir in Oesterreich. Da schickte jemand seine Hose zum Schneider, der sie reparierte, der Herr wollte sie nun auch gewaschen haben, der Schneider aber sagte, das kann ich nicht, und nun entstand ein Streit, ob der Schneider die Hose waschen durfte, oder der Handschuhmacher. (Heiterkeit.) 28a§ sind ba3 für Zustände, Die wollen wir bei uns doch nicht einführen. Die Leute, die Den Befähigungsnachweis wollen, können ihn oftsewst nicht erbringen und verlangen ihn nur aus Konkurrenzrucksichten. Wenn man dem Handwerker helfen. will, so kann dies nur mn kleinen Mitteln geschehen, aber die sind auch wirffarn, wie z. B. Der Besuch der Fortbildungsschule. Die Lehrlinge müffen sie aber am Tage besuchen, des Abends nach acht können sie nichts mehr lernen. Das in Aussicht gestellte Gesetz über den Schutz der Bauhandwerkerforderungen begrüße ich. Ich sehe ihm l^ch ziemlich skeptisch entgegen. Sehr wirffam konnte man Dem dauschwinlEl durch Schaffung von Bauschöffenämtern entgegenticien. Ich habe im preußischen Mgeordnetenhaufe einen Gesetzentwurf über Dte^e Materie ausgearbettet, aber bisher nicht gehört, was daraus geworden ist. (Beifall.) Abg. Gothein (fr. Vag.) verlangt eine Denffchrist über da2 Kartell- und Syndikatswesen. Klarheit über die Kartellttage zu schaffen, ist die Kartellenguetekommission nicht geeignet. Denn Die, die quasi Die Angeklagten Dort fein sollten, haben sich als die Herren geriert. Die Kaufleute genieren sich, mit ihren Beschwerden' herauszukommen, und die Gelehrten genieren sich ins Detail zu gehen. Das Ganze ist nicht viel mehr, alt eine Komödie. Die Trustangelegenheit ist zudem im fort, wahrenden Flnffe. Am weitesten ist die Verttustung au) dem Gebiete des Kohlenmarktes vorgeschritten; sie greift auch in die Transportfähigkeit erheblich ein. Die Assoziation des Kapitals halte ich auch für eine Notwendigkeit; ohne sie würden wir nur halb so weit in der Zivilisation fein. Wir sollten aber mit der Errichtung von Schranken für Auswüchse nicht so lange warten, bis die Verhältnisse bei ims eine Entwicklung wie in Amerika genommen haben. Die preußische Re^ giernng hat die Uevermacht des koalierten Kapitals im Ruhrreviei ja bereits gekostet. Diese Bewegung nimmt gegenwärtig ständig z». Gerade in der Montanindustrie haben wir die größten und einstutz- reichsten Konzentrationen des Kapitals. Die Weiterberatung wttd hieraus auf Freitag 1 Uhr vertagt Schluß 6^ Uhr. genfatz geschaffen ge- D'armstadt. befürwortet. Bei dieser Gelegenheit verweist Stadtv. Löber aus den schlimmen Zustand des Brandplatzes, den er als eine „furcht- bare Schweinerei" bezeichnet. Er erinnert an eine Aeußerung des früheren Stadtv. Dr. Gasfly, der s. Zt. in der Stadtverordnetensitzung meinte, die Stadt habe jedenfalls ein Interesse daran, ihren Steuerzahlern das Entgegenkommen zu erweisen, für eine geeignete Passage Sorge zu tragen. Oberbgm. Mecum bemerkt, daß der Platz noch immer im Besitz des Staates sich befinde und daß bisher alle Versuche, ihn für die Stadt zu erwerben, gescheitert seien. Aber am verflossenen Samstag sei ein Antrag an das Großh. Ministerium abgegangen, den Platz der Stadt zu überlassen, und er hoffe, daß dieses Gesuch von Erfolg begleitet sein werde. Pläne, um den Platz zum Schmuckplatz umzuwandeln, lägen bereits fertig vor. Von verschiedenen Seiten wurden Klagen vorgebracht, daß bei der Niederlegung des „Haberkasten" ein Bauzaun die Passanten nötige, durch den Schmutz zu waten, worauf Oberbgm. Mecum bemerkt, er sei davon nicht unterrichtet worden, wie es sich gehört hätte, und werde die Sache weiter verfolgen. Stadtv. Kirch erklärt, ihn könne die Mitteilung des Oberbürgermeisters wegen des Platzes nicht beruhigen und er sei der Meinung, daß, wenn der Fiskus nicht bereit sei, den Platz herzunchten, in Gottes Namen die Stadt diese Ausgabe übernehmen möchte. Mindestens habe die Stadt die Pflicht, für einen sauberen Fußweg zu sorgen. Oberbgm. Mecum erwidert darauf, das Tiefbauamt habe den Auftrag, einen 3—4 Meter breiten gangbaren Fußweg längs des Platzes neben den: KreiSalntsgebäude herzurichten. Auf den Vorhalt, daß dies bis jetzt nicht geschehen sei, verspricht Oberbgm. M e c n m Abhilfe. Abhilfe stellt Oberbgm. Mecum auch in Aussicht auf eine Klage des Veig. Georgi, der erklärte, beobachtet 311 haben, daß bei manchen Bauunternehmern Mißverständnisse über die Berechtigung, „polizeiliche" Warnungstafeln auf den Straßen aufzustellen, herrschten. Er habe jüngst konstatiert, daß ein hiesiger Unternehmer eine solche Tafel ausgestellt habe, die auf der einen Seite den Vermerk „Polizeilich gesperrt" und auf der anderen den Nauien des Unternehmers getragen habe. Das Baugesuch des Johs Prang für die Hamm- straße wird nicht befürwortet. P. will einen Teil der Frontwand in Fachwerk errichten, und zwar in solchem Maße, daß die Baudeputation gegen die Befürwortung des DiS- venses stimmte. Tas Llspensgesuch der Firma Büttner 11. Damm zur Erlaubnis der Errichtung eines Backsteinmacherhäuschens in der Launsbacher Gemarkung außerhalb des Bebauungsplanes und em gleiches Gesuch des H. W. Rinn an der NodHeimerstraße werben befürwortet mit dem Vorbehalt eines sederzeitigen Widerrufes. Die seitherige Vereinbarung bezüglich der Lagerung von Grabsteinen im Hewel'fchen Vorgarten wird zurückgezogen. Hewel hat das Entgegenkommen der Stadt «Hessischer Landtag. R. B. Darmstadt, 2. Mär». Um Regierungstisck: Finanzminister Gnauth, Geheimrat Staun. , t Nach Eröffnung der Sitzung um 9y4 Uhr wird die gestern abgebrochene Debatte über den Staatseisenbahnetat fortgesetzt. Tas Laus ist sehr schwach besucht. , ,. . Zunächst greift Abg. Reinhart auf dre gestrige Rebe des \*ibg. Ulrich zurück und widerlegt dessen Ausführungen über den 6KmeiH|d>uitdücnrag. Au h die Bevölkerung werde die icgens» reickrn Hutungen diuier Eilenbahngemcinsebas t immer mehr erkennen und damit auch die Erkenntnis für die Zwcckmatziglcu der Rcick^sitwu-M häftig gefördert werden. Er, erducke m dieser das Fdeal im deutschen Verkehrsleben, und jct überzeugt, batz in ber Znsammenfastung des deurfchen Eifenbahuoerieyrs der Wohistund bc5 deurschen Volks begründet seu Abg. P i t t h a n fügt seinen früheren Ausführungen über das Bahnprojekt Wendelstcin-BadenheiM-Kreuznuch nocu ernrge über eine entschiedene wohlwollende Lattung einnahm Minister habe damit einen angenehmen Gegensatz gc aenüber einer anderen Behörde, welche die Wünlare aus dem Haufe möglichst wenig zu bcrüdjicbtigen pflegt. Ter Redner geht dann auf die vorgebrachten Einzelwünsche näher ein und polcmnicrt txmu gegen die Tarmstädter Abgeordneten, die ilyre Jntereffen den Mainzer Interessen gegenüber immer außerordentlich m den und Anträge an die zuständigen Ausschüsse. Tie weiteren Berat- ungsgegenftände werden, da sie längere Debatten erwarten lassen, von der Tagesordnung abgesetzt. Schluß der Sitzung Uhr, nächste Sitzung: Freitag 9 Uhr. Sitzung der Stadtverordneten. Gießen, den 2. März 1905. Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Curschmann, Heyligenstaedt und Georgi und die Stadtverordneten Brück, Tr. Ebel, Eichenauer, Emmelius, Euler, Gabriel, Dr. Haberkorn, Haubach, Helm, Huhn, Jann, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, Löber, Loos, Orbig, Petri, Dr. Schäfer, Schmoll, Wallenfels und Wimmenauer. Oberbgm. Mecum machte zunächst Mitteilung von der durch unser Blatt schon bekannt gewordenen Uederreichung des Ehren bü"gerbriefeS an Geheim rat Prof. Dr. Gafsky in Berlin, die am 17. Februar, dem Geburtslage Gaffkys, durch pie bekannte Deputation erfolgte. Geheimrat Gafsky war sehr freudig überrascht über diese Ehrung, und darüber, daß cs em städtischer Beamter war, der den Ehrenbürgerbrief künstlerisch allsiührte. Oberbgm. Mecum übermittelt die Grüße und den Dank von Geheimrat Gafsky, der auch in einem besonderen Schreiben Gaffkys an die Sladtverwaltimg zum Ausdruck kam, worin er auch die herz- llchuen Wünsche für das weitere Aufblühen der Stadt in schönen Worten ausdrückt. Nach der Bekanntgabe zweier Dankschreiben städt. Beamten teilte Oberbgm. Mecum mit, daß der Rektor der Landes Universität, Geheimrat Prof. Dr. V 0 s s i u s, namens der Landesvnioerfltät und der Studentenschaft schriftlich seinen Dank gejagt habe für die städtische Vergütung zu der geplanten Schillerfeier, bezüglich derer die Wünsche der Stadtverordneten erfüllt werden sollen. Oberbgm. Mecum ließ sodann cme Einladung an die Stadtverordneten ergehen zu der am nächsten Donnerstag nachmittag um 4 Uhr am Neustädter Tor erfolgenden Abnahme der neuen Feuerwehr-Drehleiter und stellte erner eine gemeinsame Besichtigung des städt. Gaswerkes, des Elektrizitätswerkes und der Kläranlage für die nächste Zeit in Aussicht, über deren bestimmten Termin man sich jedoch noch nicht einigte. Das Baugesuch des Dr. Zinßer für die Goethe- straße neben der Johanneskirche wird genehmigt. Er will parallel, bezw. senkrecht gegen die Kirche bauen und hatte dazu ein DlSpcnsgesuch wegen der veränderten Fluchtlinie einzureichen. Da das Wohnhaus in einer Entfernung von 20 Nietern von der Kirche errichtet werden soll, befür- ivortet die Baudeputation das Gesuch mit der Voraussetzung, daß die Gartenanlage des Zinßer'jchen Grundstückes nach der Fluchtlinie abgegrenzt wird. Stadtv. Huhn kann sich mit dem Projekt in dieser Form nicht befreunden und besorgt, daß der Abstand von der Kirche nicht groß genug sei. Oberbgm. Mecum und die Stadtv. Wallenfels, Emmelius und Petri zerstreuen diese Bedenken; Stadtv. Emmelius erwähnt das günstige Sachverständigenurteil des Geh. Oberbaurats Prof. Hofmann in habe. Redner tocnoct sich dann gegen die von den Abgg. Adelung und Orb im einzelnen angeführten Beschwerden. Bezüglich der I Kinderarbeit müsse feftgeftelit werden, daß in Hessen die Beschäftigung von Kindern überhaupt nur eine geringe sei. Tie Regierung widme aber trotzdem der Frage eine besondere Aufmerksamkeit. Bei dem Widerstreit der Parteien und der verschiedenartigen Beurteilung der Frage müsse es die Regierung aber für geboten erachten, hier eine richtige Mittellinie festzuhalten. Tie Abgg. Orb und Adelung bleiben dabei, daß die Kontrolle ungenügend sei und das jetzige Aufsichtspersonal nicht Lusreiche. Tas Kapitel wird darauf in Ausgabe mit 55 200 Mark genehmigt. Es folgt die Beratung des Kap. 115, Pensionen; Einnahme 699 804 Mk, Ausgabe 3 835 980 Mk. Hierzu liegt ein Antrag des Abg. Tr. Frenay vor: „Hohe zweite Kammer wolle im Anschluß an den überein,timmemun, auf Au,Hebung ber Beiträge zur Offizierswitwenkasie linuenbcii Beschluß der beiden ^tandekammern in Kap 116 den Zuschuß des Staates zur Offiziers- und Untervsiiziers-Witweulasie um 6325 Marl erhöhen." _ Ministertalrat -tr. B e, erklärt, daß die Regierung zu diesem neuen Antrag noch keine Stellung genommen habe und deshalb eine lnnhcnoe Auskunft oder Zulage noch nidjt machen w""^bg. Ulrich beantragt Verweisung des Antrags Tr. Frenay 0X1 7vmcm!m^^r Gnauth empfiehlt gleichfalls die Heber* Weisung au den Ausschuß, waS auch geschieht. Tarnst ist die eigentliche Etatsoerainng beendet. -4» Beradschiadung des Fmanzge;etze-r soll morgen erfolgen. Tas Haus verweist dann nocy eine Anzahl Vorstellungen Vordergrund ftelllen. In einer Bemerkung zur Geichastsordnung erheben die Abgg. Tr. B u f f und M ü l le r scharfen Protest dagegen, daß 6er Ausschußberichterstatter das Schlußwort zu einer Kritik gegen andere Msigl.eoer des Hauses benutze, die sich nicht mehr dagegen verteidigen könnten. _ . Abg. Molthan versackt kurz, seine Bemerkungen zu ver- ^^Damit ist die Tebatte geschlossen und das Kapitel wird einstimmig angenommen. Zur Beratung kommt nun das zurückgestellle Kapitel 81, Gewerbeaufsicht. Abg. Adelung bringt hier verschiedene Klagen zur Sprache und sucht damit darzillegen, daß die Aufsicht über die Fabrikbttriebe eine ungenügende sei, weil zu wenig Aufjichtspersonal vorhanden sei. Besonders unzufrieden i)t der Redner damit, daß seitens der standesherrlichen Guisoerwaltung in Schlitz besonders geprägte Marken als Lohnzahlung aus- gegeben würden, wohl für ca. 10 000 Mark, was doch mit den Gesetzen in Widersprach stehe, und einen Truck auf die Arbeller ausübe. , Abg. Tr. Frenay meint gleichfalls, eine Vermehrung der Aufsichtsbeamten sei sehr geboten. Redner machst alsdann verschiedene Lorjch.äge für Erweiterung dcr Arbeiterschutzmaßregeln. Abg. Orb ist der Meinung, daß das Kinderschutzgesetz ungenügend sei und einer Erweiterung bedürfe. Tie Notwendigkeit dafür ergebe sich besonders aus den Offenbacher Verhältnissen. Tort seien 600 Kinder im Gewerbebetrieb beschäftigt, von denen aber nur vier Kinder in solchen Betrieben tätig seien, welche dcr 'Gewerbeausficht unterstehen. In. keinem Bezirk sei auch die Zahl der Unfälle so groß, wie im Offenbacher, und die Schuld hieran trage vor allem die ungenügende Beaufsichtigung. Weiter wünscht der Redner die Heranziehung von Arbeitern für das ^Aufsichts- Personal, man sollte auch darauf Bedacht nehmen, den Schutz der Bauarbeiter der Gewerbeaufsicht zu unterstellen, ebenso auch die Ausübung des Kinderschutzgesetzes. Geheimrat Braun entgegnet den Vorrednern in ausführlicher Weise. Tie Frage der Vermehrung des Aufsichtspersonals bedürfe sehr der eingehendsten Erwägung, und man könne erst dann ein klares Urteil darüber gewinnen, wenn man genaue Erfahrungen darüber gesammelt hätte, inwieweit das jetzt , vorhandene Beamtenpersonal durch die Kontrolle über die Bestimmungen des Kinderschutzgesetzes in Anspruch genommen werde. Man müsse vor allem erst den ersten Bericht über das am 1. Jan. 1904 in Kraft getretene Kinderschutzgesetz abwarten. Bis jetzt sei nur der Bericht derJnspektionGießen eingegangen und aus demselben ergebe sich, daß die Aufsicht eine sehr ausgedehnte war. Bei einer Gesamtzahl von 1358 Betrieben sind bei 1277 Betrieben Revisionen vorgenommen worden, darunter 918 Fabrikbetriebe. Tas sei doch gewiß keine zu geringe Revisionstätigkeit. Tie Revision der Fabriken habe ergeben, daß nur ganz minimale Uebertretungcn vorgekommen sind und zu ernsten Beanstandungen keinerlei Anlaß vorlag. Tie Revisionstätigkeit erweise sich auf Grund des vorliegenden Materials als vollständig ausreichend, gar zu viel Revisionen könnten unter Umständen störend wirken. Tre Einführung des Gesetzes über ben Kinderschuh habe außerordentlich eingewirkt, die Zahl der gewerblich besclstif tagten Kinder sei in Ober Hessen von 962 auf 460 zurück- gegangen, was nur 1,03 Prozent der Kinder zahl überhaupt ausmache. Von den Kindern werde auch nur ein ganz geringer Teil in den Werkstätten beschäftigt; in einzelnen Kantonen der Schweiz lägen die Verhältnisse sehr viel ungünstiger. Nach einem Bericht der Rentkammer zu Schlitz sei richtig, daß den Arbeitern Lohnmarken gegeben werden, meist aus Mangel an kleiner Münze, die Gutstasse tausche dieselben aber jederzeit in bar Geld um. Ob diese Art der Lohnzahlung mit denn 8 115 der Gewerbeordnung in Widerspruch stehe, könne nur vorn Richter entschieden werden. Es sei nur zu konstatieren, daß diese Löhnungsart im Interesse der Arbeiter erfolge und das Rentamt keinerlei Vorteil davon Aog. Wolf pufft, daß die Regierung auch dm bescheidenen Wünsaxn von Rhemhessm Sicamung tragen .und oie Jwjübrunjj des Bahnprojclts Undenh-üm-ArmshelM-Ltadecken-Ni-.oer ~ im bald in die Wege leiten werde. , ~ . 9Urch einigen Ausiül-rungen des 2lbg. ^r. Frenay benagt Abg. Bähr die unguniügen 3uganiu;ji]|c mit etaiton uuu- Hausen und schlägt verschiedene Verbessrungen, aus den ober» hessischen Strecken vor. Es fei auch ungerechtfertigt, aip den Strecken Frankfurt-Gelnhausen und Frankfurt-^arm tadt in den T-Zugen eine Piapkartengebühr zu erheben, ledenfalls ^stehe eim Mari PiatzlaNengebuhr in keinem Verhältnis zu dem ^ayrpreiv. Weiter wünsckst viedner die Erbauung einer Bahn Don ounij nach Reick-eishcim, zunächst sollte auf die Errichtung einer ..totor* fahrverbindung Bedacht genommen werden. Aba. Molthan als Berich^erstaller des Ausschusses gibt Oct Genugtuung darüber Ausdruck, daß der Herr 6'inanzmini>ter allen hier geäußerten Wünschen und Eisenbahnschmerzen gegenüber eine entschiedene wohlwollende Haltung einnahm; . der Herr Zum Baugesuche des I. H. Jhring für Landgraf Philippplatz Nr. 9, der an Stelle des „Haberkasten" einen Oieubau zu stellen beabsichtigt, wird der erforderliche DiSpens insofern enttäuscht, als er in seinem Vorgarten zu viel Steine aufstellte und den Wunsch der Stadtverwaltung, den eigentlichen Charakter als Vorgarten zu erhalten, unberücksichtigt ließ. Vor dem Schöffengericht erzielte er in der Angelegenheit zwar einen Freispruch, der damit begründet wurde, daß die Vereinbarung mit der Stadt dehnbar sei, allein die Folge ist nun, daß die Stadt einstweilen ihr früheres Entgegenkommen zurückzieht. Der Kaufvertrag mit den Eheleuten Schreinermeistee E. H. Müller wird genehmigt. Es handelt sich um den Erwerb von 156 Quadratmeter Landes für die Weserstraße (pro Quadratmeter 10 Mk.). Außerhalb der Tagesordnmra wird auch ein Vertrag mit Metzgcrmeifter Buß am Marttplatz genehmigt, von welchem 18 Quadratmeter Gelände sur die Wagengafse er- lvvrben werden. Wie früher die Firma Bär & Wetterhahn, haben nun auch drei andere Firmen, nämlich Gebr. Rosenbaum, Goldenberg L Markus und Nathan Rosenthal um Verpachtung von Geläride an der Marga- retenhütte nachgesuchjt, um dort Getreid eh allen zu errichten. Die Vertrage zu den ähnlichen Bedingungen tote bei der Firma Bär L Wetterhahn werden genehmigt. lieber den nächsten Punkt „Disposition der P u m p e n a n l a g e für b i e Kläranlage" referiert Stadtdaumeister Braubach. Neuerdings ist man zu der Ansicht gelangt, daß es vorteilhafter fei, einen Sammcl- kanal zu jchafsen, um dann den Schlamm an einer Stelle yerauszupnnlpen. Dadurch erfpavt man die sieben sonst nötigen Saugröhren und erreicht, daß das Aussaugen leichter bewerkstelligt werden kann. Die Stadtverordnetenversammlung ist mit dieser An-* läge einverstanden, ebenso mit der Beschaffung eines Dampfkessels von 9 Mmofphären Druck für die Klär an rage, der einschlietzlia) der Dampfpumpen rc. 12 000 Mk. Ko, len verursacht. Die Firma BoppL Reuter wird mit diesen Lieferungen 'beauftragt, da man davoto ausgeht, daß es am KU-eamäßigsten jet, alle diese Lieferungen in einer und derselben Hand zu vereinigen. Der Preis ist nach dem Urteil von Sachverständigen (Beig. Heyligenstaedt) nicht zu hoch. In den Zementilteferungen mußte im allgemeinen eine Preissteigerung ein treten, weil ein Syndikat sämtliche Zementwerke aufgckauft hat, um bie Preise in die Höhe zu treiben. Die Lieferung bis zu 50 Waggon, Zement für bie Sielbauten wirb nach bem Antrag der Deputation an ,b!ie Gewerkschaft Ai.tr ke Zollhaus vergeben. Tie Herstellung der Schachtabdeckungen und Straßensinkkajten wurde «an bie Firma G. Hof- mann in Frankfurt vergeben. Aus bie frühere Devatte bezüglich ber Errichtung ber Schachtbeckel zurückkommenb, wirb mitgeteilt, daß bie zu groß befunbenen Löcher der Deckel durch Holzkeile zweckmäßig verkleinert wurden. Baumeister Braubach und Stadtv. Dr. Haberkorn erklären, wenn später bie Ventilation burcl) bie Regento as s er tonale erfolgen werbe, würden üble Gerüche aus den Schächten überhaupt nicht mehr Vorkommen. Stadtv. Gabriel hatte ein Modell zweckmäßig eingerichteter Eisenkeile für die Löcher ber Schächte mitgebracht; solche Keile würben jeboch- tote Baumeistep Braubach erklärte, zu teuer werben. Die llmänberung zweier Schlachthaus- toagen zu Kranwagen, wofür 1200 Mk. Kredit vorhanden sind, wirb gutgeheißen. Die Rechnung und der Verwaltungsbericht für 1903 werben zur weiteren Prüfung ber Finanzkommission überwiesen. Die Rechnung des Gas- unb Wasserwerks für 1903 und ebenso bes Elektrizitätswerkes haben bereits ber Deputation vorgelegen. Die Stabtv. Heichelheim unb Huhn haben bescheinigt, baß kein Anlaß zu Beanstanbungen sich ergeben habe. Das Jugenbsest 1904 hat ein Defizit von 1103.06 Mark gehabt, gegen 1467 Mk. im Jahre 1902. Der städt. Zuschuß von 1103 Mk. wird bewilligt. Der Voranschlag des städt. Gaswerks wird in ber von Ob erb gut. Mecum vorgeschlagenen Weise genehmigt. Als Summe ber Betriebseinnahmen für 1905 werben 583 600 Mk. vorgesehen gegen 582 400 Mkk. im Vorjahr. In bie Bermögenseinnahme 620 400 Mk. (gegen 604 775 Mk. im Vorjayr) werden einige Posten übernommen, die sich aus ber Ausgabe für ben Betrieb ergeben. Es hanbelt sich dabei um 8600 Mk., mit beren Uebernahme inj die Vermögensrechnung Stadtv. Krumm nicht einverstanden ist, ber erklärt, baß man nicht jede Verbesserung einer, Anlage als Vermögenszuwachs bezeichnen dürfe, unb daß er nicht bafür sei, baß man bie Zukunft zu gunsten bep Gegenwart allzu sehr belaste. Es entspinnt sich bar üb en zwischen ihm, Oberbgm. Mecum und Beig. Georgi, ber) in ber Deputation biefe Uebernahme in bie Vermögenseinnahme beantragt hat, eine Debatte, beren Resultat ist, daß bie Versammlung für bie beantragte Uebernahme ist. Der Voranschlag bes Wasserwerks für 1905 wirb ebenfalls genehmigt. Die Betriebseinnahme verzeichnet 220 200 Mk. gegen 196 000 Mik. im Vorjahr, und die Ver- mögenseinnahme 296 050 Mk. gegen 223910 Mk. im Vorjahr. Die Betriebsausgabe fteilt sich auf 220 200 Mk. gegen 196 000 Mk. im Vorjahr. Einnahme unb Ausgabe ver-- gleichen sich also. Der Voranschlag des Elektrizitätsto'crkA für 1905, ber in ber Betriebseinnahme und -Ausgabe mit 121500 ML. (gegen 115 400 Mk. im Vorjahr) und in der Vermögenseinlicchme und -Ausgabe mit 131500 Mk. gegen 125 400 Mik. im Vorjahr abschließt, wird gleiche falls genehmigt. Der Voranschlag des Polizeiamts wurde int wesentlichen auch genehmigt. Für einen neuen Schutzmann, werden 1320 Mk. in den Voranschlag eingestellt, ferner] 260 Mk, für ein neues Fahrrad für die Krfminalschutzleute^ die bisher nur eins besessen haben. Dieses neue Fahrrad sollte nach dein Beschluß der Deputation abgelehnt werden^ aber die Stadtv. Krumm und die Beig. Georgi und Heyligenstaedt sprachen für die Anschaffung und die Versammlung schließt sich deren Antrag an. Der erneute Antrag des Polizeiamis, den Kriminalschutzmann Pfeffer zum K'riminalwachtmeister zu ernennen, wird wiederum aügelehtit, ebenso die Ansiellüng] eines Schuhmanns für die Ausübung der Getoerbepolizei. Stadtv. Helm meint, es sei doch wohl auch Zeit, für die Räumlich reiten des Polizeiamts etwas zu tun, worauf Oberbgm. tote cum erwidert, der Polizeiamtmann tyabc keinen untrag gestellt unb, wie auS ber Tagesordnung l)er- vvcgehe, habe man zunächst den Ausbau der Biirgermeisterei- Lüumc ins Auge zu fassen. Ter Voranschlag des Stadtcrweiterungs- s 0 n d s wird genehmigt. Ter näd)|ic Pulin der Tagesordnung, Beschaff uns von Räumen für die Bürgermeisterei wurde nur kurz besprochen. Oberbgm. Mecum ivies auf die früheren Verhandlungen hin und erklärte, die jetzige Zersplitterung! der städt. Berwultungszweige, die in zerstreuten Bauten nntergebracht seien, schädige den Dienst. Man habe sich zu entscheiden, ob man einstweilen ein Provisorium schaffen! oder einen Plan für einen entmutigen Neubau ins Äuge nehmen und einen Teil davon letzt aussühren wolle. Es handle füchs zunächst um die Platzfrage. Er bitte die Än- wesenden, diese Frage sich bis zur nächsten Sitzung zu überlegen. Es komme in erster Linie zweierlei in Betracht: 1. daß im Anschluß an das jetzige Bürgermeistereigebäude gebaut werde und 2. daß als Bauplatz sich auch der Platz der Univerjitätsreitbahn eignen würde. Oberbgm. Mecum will der Baudeputation, die sich vor der öffentlichen Verhandlung mit der Frage beschäftigen soll, drei vorhandene verschiedene Skizzen vorlegen. Tas Gesuch des Oberhessischen Geschichtsoereins hier um Ue'berlajsung einiger gelegentlich der Kanalisationsarbeiten gesundenerEichenstamme zur Benutzung für Bilderrahmen kann einstweilen, wie Oberbürgermeister Mecum darlegt, noch nicht genehmigt werden, da erst abgewartet werden soll, ob das Holz sich nicht gerade beim Steubau der Bürgermeisterei zur Täfelung im Stadtverordnetensaal verwenden läßt. Die Bewohner der Plockstraße haben darum ersucht, die unschönen Baume in der Straße zu entfernen und durch bessere zu ersetzen. Ter Stadtgärtner hat dafür Kugelakazien empfohlen, und man beschließt diese Veränderung unter der Voraussetzung, daß die Anwohner, wie sie angeboten haben, die Kosten tragen werden. Dem PH. Müller wird zum Zweck der Einrichtung einer Badeanstalt an der Lahn (cm Stelle der Rübsamenschen Anstalt) eine Wiese an der Lahn verpachtet. Der vorgelegte Droschkentarif für Fahrten nach dem Braunfteinbergwerk wird genehmigt. Tie Leseholznutzungen in den Stadt wald- ungen sollen für die Zeit, in der die Holzhauereien vorgenommen werden, nämlich bis zum 15. April, eingestellt werden. Folgende Gesuche um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb werden! genehmigt: des Wilh. Schmidt für Löw-enaasse 2, des Peter Waterkampfür Steinstr. 76, des A. Zipp für Frankfurterstraße 36 (dieser will den Wirtschasrsbetrieb auch auf den Vorgarten ausdehnen, was ihm genehmigt wird unter der vorn Oberbgm. Mecum vor- gejch'lageuen Bedingung, daß er den Vorgarten mit Kies bedeckt und Sträucher rc. darin anlägt), ferner des A. Si- meth für Walltorslraße 24 und des Gustav Adolf Müller für Bahnhofstraße 34. Tas Gesuch der Wwe. Eva Gras um Erlaubnis zum Branntweinverckauf im Hause Landgraf Philipp-Platz 8 über die Straße wird genehmigt, baßegen wird ihr Gesuch, in den Branntweingenuß auf der Stelle, im Hause einzuwilligen, ab gelehnt. Zum Schluß der öffentlichen Sitzung spricht Stadtv. Tr. Ebel seine Befrred^rng darüber aus, daß die S ch n a k e n f r a g e von der Bürgermeisterei aufgegrissen! worden ist. Es sei ihm leider mitgeteilt worden, daß einzelne Hausbesitzer der „Kommission" nicht ihre Keller rc. eröffnet hätten^ Er müsse sein höchstes Befremden darüber aussprechen, daß es solche Leute gäbe, die so wenig Rücksicht für gemeinnützige Tinge an den Tag legten. Oberbgm. Mecum erwidert, daß ihm davon mchts bekannt geworben sei, daß aber auch er fein höchstes Bedauern aus sprechen müsse, wenn sich Hausbesitzer finden sollten, die ein derartiges Verfahren"einschlagen würden. Damit war die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung erschöpft. AniversiLäLs-WaHrtchlen. — Der frühere österr. Finanzminister Böhm v. Bawerk wendet sich wieder der akademischen Laufbahn zu und wurde zum Professor der 91 a t i o n a l ö £ o n o m t e an der Wiener Universität ernannt. NtrrfrmhmeeinesAlnlehens. Die ProvinziaLhauptstadt Gießen beabsichtigt die Aufnahme emes 3*/z°/0igen Anlehens von 3,000,000 Mark zur Bestreitung außerordentlicher Ausgaben. Nähere Auskunft über die dafür sestgestellten Bedingungen sowie über die Verhältnisse der Stadt Gießen wird von der unterzeichneten Behörde erteilt. Angebote für Uebernahme dieses Anlehens sind bis spätestens Freitag, den 10. März, vormittags 11 Uhr, hierher einzurerchen. B3/3 Gießen, den 2. März 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Submission. Für die Großh. psychiatrische Klinik Gießen sollen für das Rechnungsjahr 1905 auf dem Wege öffentlicher Submission vergeben werden: a) die Lieferung von: 1. Backwaren, 9. Bürstenwaren u. Toilette- 2. Fleischwaren, 3. Spezereiwaren und Ver- gegenstände, 10. Porzellan- u. Glaswaren, 4. 5. 6. 7. 8. brauchsgegenstände, Milch, Butter und Eier, Bier, Mineralwaffer, 11. Emcnllewaren, 12. Schreibmaterialien, 13. Kleiber für Kranken und Personal, 14. Schuhe für Kranken und Eis, Personal, b) das Reinigen des Küchenherdes und der Oefen, c) das Leerfahren der Senkgruben und Fortschaffung des Kehrichts, d) die Abgabe von Knochen, leeren Flaschen u. Gespül. Die Bedingungen liegen an den Wochentagen, nachmittags von 3—5 Uhr aus dem Verwaltungsbureau zur Einsicht offen. Offerten sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffnungstermin: Montag, den 20. März, vormittags 11 Nhr auf dem oben erwähnten Bureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis zum 27. März 1905. Gleßen, den 2. März 1905. Gr. Direktion der psychiatrischen Klinik. Somui er. B3/3 HoLzversteigerung. Freitag den 10. März 1905 vormittags 91,. Uhr werden tn der Hörleschen Wirtschaft zu Merlau aus den Distrikten Vorderster Kops und yiuifler Zwilling der Forstwartei Nieder-Ohmen, ferner aus den Distrikten Keilskops, Slhenboben, Linuenstruth, Hohe- roth, Kirschgartenzlpfen, Beunewald, Burgwald, Luchenkopf, Eichhege, Haag und Gansheege der Forstwartei Merlau, sowie den Distrikten Alter Heegwald, Erlen, Kammerwald, Linnes und Lehn- heimer Lmues der Forstivarter Lehn heim versteigert: Stämme: 23 Fichten = 16 Fstm., 1 Lärche = 0,27 Fstm., 10 Kiefern = 6,5 Fstm. Scheiter, Rm.: 6tz Buche, 20 Hainbuche (4 Rm. rund), 2 Ahorn, 33 Elche (9 Rm. rund und 2,5 9)1 tr. lang), 76 Rietet, 5 Lärche (3 Rm. = 3 Mtr. lang), 8 Fichte. Knüppel, Rm.: 265 Buche (Stammknüppel: Hierlmter 6 Rm. Langwiedeil), 26 Hainbuche, 116,5 Eiche (1,5 Rm. zu Deichseln geelgnet), 14 Kirsche, 2 Aspe, 175 Kieler, 12 Lärche, 25 Flchte. Knüppelreisig, Rm. : 72 Bliche, 19 Elche, 144 Kiefer, Lärche, 24,5 Fichten (teils in Schlchien). Reisig, Nm.: 980 Buche, 280 Eiche, 6 Kirsche, 6 Aspe, 12 Mieter. Stöcke, Rm.: 49 Buche (2 fein gespalten), 17 Elche (4 fein), 134 Kieler, Lärche (8 fein), 58 Fichte. In detl Distrikten Buchenkopl und Alter Heegwald konlmen nur die rot uiilerstricheiietl Nllmtllern zur Versteigerung. Nähere Auskunft erteilen die Großh. Forstwarte Birken stock-Ober- Grubeiibach, Müller zu Mücke und Kilauß zu Stangenrod. Grünberg, den 28. Februar 1905. Großh. Oberiörsterei Nieder-Ohmen. Schneider. _______ D8/3 OOOOOOOOGWGGOODGOOGG I Apfelsinen: I Apfeisinen &"■* 50 » 8 K Apfelsinen große . . « * » 60 , g I Apfelsinen Mureia, Blut . „ , 90 . s 8 ApfelsinenS8,ut' 1-1.10 M. @ ® Apfelsinen m . g Bei größeren Abnahmen sowie Wiederverkäufern w jWCF* Preisermäßigung. '"•Wb a/o 2 GebHseier Berdux S iSahuhosstraki! 27. Lindeuplatz 12. W Btt- md RHolBerßeigNttg. Montag den 6. und Dienstag den 7. März l. I. kommt im Nieder» Weisel er Gemeindewald folgendes Holz zur Versteigerung: 51 Eichen-Sehnittholzstämme, 55 Fstm., 46—84 Etm. stark, 3—7 Meter lang, 62 Eichen-Schnittholzstämme, 38 Fstm., 38—45 Etm. stark, 3—7 Meier lang, 202 Eichen-Werkholzstämme, 50 Fstm., unter 30 Etm. stark, 5—9 Nieter lang, 165 Eichen-Werkholzstämme, 8,69 Fstm., Langwieden und Deichseln, 16 Kiesern-Stämme, 6,39 Fstm., 20—40 Etm. stark, 5—10 Mir. lang, 32 Fichten- , 9,44 Fstm., 10—15 Mtr. lang, 3 Lärchen- „ 1,25 Fstm., 106 Flchten-Derbstangen. Anfang und Zusammenkunft jedesmal vormittags 10 Uhr, am ersten Tage an der Chaussee nach Hoch-Weisel (alter Kalk), am zweiten Tage am Waldrande ans der Chaussee nach Hausen. Am erften Tage kommt sämmtliches starkes Eichenstammholz zum | Verkauf, sowie 137 Stück Eichen-Werkholzstämme und 8 Stück Flchteil-Stämme in der Langscheid. Bemerkt wird, daß von dem Eichen-Schnittholz keines in Sllbmiisionsverkallf abgegeben worden ist, und daß dasselbe sehr schon ist; auch ist sämtliches Hotz an die Wege gebracht worden und sehr gut abfahren. Nieder-Weisel, den 24. Februar 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder-Weisel. _______________ Krausgrill.___________________1152 Holzversteigerung in den Waldungen der Gemeinde Londorf. Montag den 6. März, von vormittags 9% Uhr an, sollen aus den Distrikten Katzengeheeg, Rückenstall und Eisels- berg versteigert werden: a) Bau- nnd Nutzholz: 20 Eichen-St. ----- 6,90 Fstm., 15 Eichen-Derbst. — 0,88 Fstm., 3 Buchen-Derbst. = 0,16 Fstm., 770 Fichten- Derbst. — 68,51 Fstm., 50 Fichten-Reisst. — 0,95 Fstm. b) Brennholz: 12 Rm. Buchen-Scheit, 17 Rm. Eichen-Scheit, 4 Rm. Fichten-Scheit, 143 Rm. Buchen-Knüppel, 49 Rm. Eichen- Knüppel, 40 Rm. Radel-Knüppel, 2 Rm. Aspe-Knüppel, 80 Rm. Buchen-Reiser, 125 Rm. Eichen-Reiser, 31 Rm. Buchen-Stöcke, 31 Rm. Eichen-Stöcke und 27 Rm. Fichten- Stücke. Die Zusammenkunft ist am Waldeingang Distrikt Katzengeheeg. Londorf, den 2. März 1905. 1151 Großherzogliche Bürgermeisterei Londorf. Au mann. Nutzholzverkauf. Aus den Distr. 5b, 6c, d, 7a, 8a u. Totalität des Gemeindewaldes Launsbach soll folgendes Holz int Wege des schriftlichen Angebots verkauft werden: 86 Fichtenslämme == 16,21 Fsim., 120 Kiefernstämme ----- 20,83 Fstm. (zu Grubenholz geeignet). Angebote sind bis zum 10. d. MtS., vormittags 10 Uhr hierher einzureichen. B3/3 Krofdorf, den 1. März 1905. Der Bürgermeister. pdMldungsWs. Für ahes Schuh-nnd Lederzeng Verbürgt schönsten Glanz, ist säurefrei, macht das Leder iialt- u ar,gesch meidigyi.wasbeicUcht. Bottin Compagnie, Darmstadt. Zu haben bei: ss7$ Adolf WeLz, Seltersweg 6. S. (und letzter) Wort rag. pirrktcr der deutschen Kank Hm Hermaati Meier. T h e m a: Irr MÄmtrr Kslsmiimszitikl. Samstag den 4. März punkt «Vt Uhr M-gierungsgeöciude. »7. Lindenplatz 12. Bahnhofstraße 27. Pfirsiche. Ananas. Rheiiiishe 8dA-8ttstt»n: pflaumen 2-Psd.-Dose 65 Psg., I-Pfd.-Dose 40 Pfg. Geschäfts empfehkung. Don heute ab bringe ich in meiner Wirtschaft die Biere der renommiertes Großbrauerei Kirschen 85 Reineclauden 85 50 w Birnen 90 50 Mirabellen 85 55 Aprikosen 1.20 Mk., 65 Melange H 1.10 w 65 w Henninger in Frankiurt a. N. zum Ausschank und bitte um geneigten Zuspruch. Gambach, den 1. März 1905. Carl Christian Becker „Zur Stadt Gießen". Vetanckmachung. Beim städtischen Armenaml ist zum 1. April dS. Is. die Stelle emes jüngeren Schreibgehilfen neu zti besetzen. Bewerber wollen ihre Gesuche bis spätestens 15. ds. Mts. auf dem Armenamt, Neuen Bäue 25, einreichen. „ _ B3/3 Gießen, am 2. März 1905. Die Armen-Depmation der Stadt Gietzen. Versteigerung. Mittwoch den 8. März lf. Is. riachm. 3 Uhr sollen im städt. Psandlokal Seltersiveg 11 ba bi er die wegen rückständigen Zinsen der Bczirlsfparkaste Gießen und rückständigen Beiträgen der Baugewerts - Bcrufsge - i noffcnschaft gepfändete Pferde, ! Pferdegeschirre, Wagen u. Atödel aller Art versteigert iverden. [1009 e m m c ci et, Vfanomeister. Herzenswunsch Aller ist ein zartes, reines Gesicht, rosiges, jugeiidsrisches Aussehen, weiße, sanimetweicheHkXtt ! iitid blenbcnb schöiier Teint. \ Acaii gebrauche baber: fiauclicnkr Ltckkcii^erd-Äücnmlllyjeifc echt a 50 Pfg. bei 1150 Moif Vieler Diktoria-Drogerie, Aiartlslraße 5. Vcg6 5 5 do. do. do. do. do. v. 1903 . v. 1896 . do. do. v. 1896 v. 1898 ö.fl. M. 89.90 88.60 101.80 101.50 102.50 3 3 do. do. do. do. do. do. do. do. v. 1896 v. 1897 v. 1903 1905 1906 500 500 500 500 99.30 99.30 102.50 do. do. do. do. do. do. do. do. M. 1000 M. 1000 M. 1000 144.30 153.80 155.80 99.10 46.50 4 5 do. do. 102.80 143.80 37t & öfl.G Kr. Lstr. M. 89 80 101.30 104.— 100.35 89.20 101.30 80.15 89.40 100.40 98.55 89.80 84.10 89.70 89.10 80.50 unk. unk. b. b. 76.30 103.70 102.20 104.40 73.30 119.70 105.30 101- 100.70 100.10 104.50 37, 37, 4 4 4 4 4 4 4 37- v. 1901 v. 1883 0 0 4 6 98.— 98.- 100.— 100.60 160.- 120.- 143.. do. do. 100.10 10010 102.20 98.80 475. 415. 45. 4 4 4 4 500 500 99.70 99.55 96.55 95.- 89.- 97.20 105,30 102.30 96.10 107.30 103.70 97.50 51.10 103.60 36.35 5 5 4 3 3 3 3 3 3 3 3 3 4 4 5 4 4 3V, 37, 37, do. do. do. de. do. 1901 uncv. 6.1915 ftf. g. Südwest stfr. gar. 408/2040 evuvert. v. 1897 v. 1902 Fr. Fr- 47. 4 37, 3 140.60 17.90 Gotthardbahn. . Jtal. Mittelmeer . Anatol. Eifcnb. . Prince Henri . . 75.50 23.30 43- 5 5 4 4 4 4 4 4 4 M. ö.fl. 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 5 5 3 . 1000 . 500 . 1000 102.50 101 50 98.60 98.40 101.— 101.50 99.30 89.70 Stockholm v. 1880 . , Wim Kommunal i. G. S. 341-400 unk. b. 1910 S. 401-420 unk. b. 1913 abgest. u. Ser. 1—45 . 11 4 6 87, 6 5 67. 9 Oesterr. v. 1860 Oldenburger. . 4 4 3 . 500 . 200 Fr. M. 4 5 5 4 4 p 47, do. S. 31 do. S. 40 do. S. 43 do. S. 46 do. S. 44 v. 1900 v. 1901 v. 1888 v. 1895 v. 1898 ö-fl- M. ö.fl. 84.96 43.10 173.30 109.20 4310 cons. äußere v. 1899 steuerfr. cons. innere ..... 101.20 101.15 102.35 100.55 100.90 1902 . . 1908 . . 1906 . . Kr. 1400 S.fl. 200 ö. ft. 260 M.1200 Tlr. 200 12.96 4 8 0 0 7’ v. 1900 v. 1901 v. 1895 v. 1898 1900 unk. b. 1903 rmk. b. 1897 .. . 102.80 98.80 98.80 98.80 101.05 98.40 99.10 M. Fr- 400 400 400 Lire w (ErgänzgS.-N.) „ v. 1895 ftf. i. G. v. 1896 .... r. 1903 unk. b. 1908 Leiste Dir. 6.18 67, v. 1881 v. 1888 v. 1898 v. 1903 1881/88 . . L G. v. 1893 L G. v. 1891 v. 1894 . . v. 1898 . . 105.— 99.10 89.90 4 37, 37, 3V. v. 83 Em. Em. 1885 unk. b 1905 1908 140.20 126 — 114.60 unk. unk. Rbl. Lire M. Tlr. 100 Tlr. 100 8. fl. 100 Tlr. 100 Tlr. 100 Tlr. 50 h.fl. 100 Tlr. 100 Tlr. 50 Fr. 80 Fr. 100 Tlr. 100 ö. fl. 500 Tlr. 40 99.35 99.70 99.75 99.80 135.60 135 80 373.40 38.- Lstr. Pes. Lstr. Pes. 100.40 100.70 4 37- 3 do. cons. v. 1890 steuerfr. eouv. unif. v. 1903 . . . Staatsb. i-vin ix v. u. 34 unk. b. 1907 . u. 41 unk. b. 1910 . unk. b. 1913 . . . unk. b. 1908 . . . unk. b. 1913 . . . M. 111.— 109.50 ö.fl- Kr. M. Fr. Pes. Lstr. 98.70 98.80 98.80 98.80 101.50 Ser. 12, 13 Ser. 15 unk. b. 1906 . Ser. 19 Kommunal Ser. 1 unk. 1910 191.50 153.- 264.- 171.50 174.- 137.— 277.60 131.— 239.50 104.95 132.50 456.8( 143.50 261.10 301.- 90.20 243.40 147.- 146.90 194.60 183,- 536.- 290.- 214.- 210.50 147.90 116.80 H. Außereuropäische. Argent. inn. G.-Anl. v. 1887 68.35 68.10 15.- 10150 101.40 90.20 107.90 96.10 68.50 68.50 101.— 96.50 96.50 101.50 99.60 95.80 Bank-Aktien» . . M. 1000/3000 Gold-Anl. v. 1889 .... „ Cons. E. B. Ser. I u. H 89 „ Gold-Anl. Em.HI v. 1890 . „ StaatS-Renle v. 1894 . alt. Kr. Rbl. 152.90 198.- 126.60 80.40 295.30 93.50 164.25 do. einheitl. Rente (conv.) . . . do. StaatS-Renle Oest. E.-B. St. Sch.-Bersch. (conv. Elisab. Obl.) i. G. stmersr. . . oft. K. Rbl. 100 alt. K. Rbl 100 . . ö.fl. 150 . . ö. ft. 150 62 60 139.- 158.60 127.80 t). 1903 unk. b. v. 1899-1901 . . . v. 1902 unk. b. 1913 . fl-7 - fl-? Tlr. 20 Tlr. 10 . Fr. 15 Lire 150 Lire 45 Lire 10 . s-fl. 7 Fr. 10 v. fl. 100 ö.fl. 100 . s.fl. 7 ö. fl. 10 Fr. 400 Fr. 400 ö. fl. 100 Lire 30 M. Tlr. M. Fr- 103.95 99.40 99.- 98.60 98.60 Staats-Anleihen. &. Deutsche. Deutsche ReichS-Auleihe abgest. . o. M. Lit. N u. Q abgest. h R abgest. . (Straßmbahn) v. 1899 v. 1901 Abt. I. . . 67, 5 47, 10 0 4 5 82‘ 7 0 5 8 87, 67, 7 7 7 4 Oberrhein. Bank Oest.-Ung. Bank Oest.-Länderbank Oest.-Kredit-Anstalt v. 1901 unk. b. 1906 abgest v. 1887 .... v. 1891 abgest. . . v. 1896 .... v. 1898 .... v. 1902 Ser. II unk. b i. 1901 unk. b. 1907 . 7- 5 10 17, 4.30 5 8? 7 47, 9 6 8 9 6? 7 7 rmk. b. unk. b. unk. b. 3 ft 4 F 4 Lstr. M. Lstr. M. Ungar. Kreditbank Unionbank (Wien) Wimer Bankverein 37, 31/, 4 Zürich v. 1889 ..... Stadt Bumos-Aires v. 1892 i. P. do. S. 28, 30, 32 u. 33 (tilgb.) do. S. 29 unk. b. 1906 . . . Diverse Obligationen. Buderus r. 103 . . .... Dtsch. Luxemb. r. 100 31/, 98.75 98.75 98.75 98.75 98.75 100.55 101.30 98.80 4 4 37, 3^ 37, 37, 4 4 4 4 4 4 4 b. 1904 . b. 1905 . b. 1906 . 3% dv. 37, do. 37. do. ----- do. Landw. Kreditbank Lit. D-J 101.— 103.— 10290 102.70 100.20 104.- 100.90 101.80 103.— 100 50 100.90 96.10 37„ bo. 4 b 103.40 79.70 73.50 73.20 101.16 102.20 111.25 100.40 73.40 47 do. r. 102 47, Eiscnb. Reutenbank 37a Hess.Landes-Hyp.Bk. Ser.Iu.H unk 1909 37, do. do. Kommunal Ser lu. II unk. 1909 4 Naffauische LaudeSb. Lit. Q 37, Jnra-Bern-Lnzern gar. 37, Jura-Simvlon v. 1894 . Schweiz. Central v. 1880 . amort. do. do. amort. do. do. bO. do. 37, bo. bo. r. 101 98.70 98.70 Frankfurter Bank . . M. 1000 Badische Bank . . . Tlr. 100 Bayr. Bank (Münch.) abg. M. 1000 do. Hyp.« u. Wechselbk. s. fl. 500 Berliner Bank ... M. 1000 37, Metz v. 1903 unk. b. 1912 . . . . 4 München v. 1900/01 unk. b. 1910/11 37, do. v. 1903 untilgb. b. 1908 , 37, Nauheim v. 1902 unk. b. 1912 . . 37, Neustadt a. d. H. v. 1889 . . . . do. do. do. 47, Chile Gold-Anl. v. 1889 . . 6 Chinesische StaatS-Anl. v. 1895 do. ...... do. Anleihe v. 1901 unk. 1909 do. von 1892 u. 94 do. v. 1902 unk. b. 1910. do. v. 1902 steuerfr. Gold-Aul. v. 1894 steuerfr. . do. do. do. do. 37, Türk.-Egypt. Tribut 4 do. priv. v. 1890 steuerfr. 20/10m do. do. do. do. bo. do. bo. WormS Rumän. do. bo. do. bo. bo. bo. A 14 •4 A u (5 100.75 88.90 89.80 100.60 100.60 100.80 90.10 101.20 99.50 99.70 99.— Oest.-Ung.Staasb. Oest.Südb.(Lomb) Oest. Norbwest . bo. B . Raab-Odenb. . . do. do. v. 1897 S. S. G. G. G. G. G. G. G. G. G. S. M. 1000 . M.600 ö. ft. 200 ö. fl. 200 ö. fl. 200 . M. 600 , f. fl, 350 Hyp.-Kred.-Ber. abgest. r. ä 105 do. S. 15-19, 21-26, 35, 36 u. 38 do. S. 27,37, 39 u. 42 unk. 1905 bo. bo. ds. ö.fl. Kr. bo. bo. St.-Rente St.-Anl. v. Anl. abgest. bo. . . bo. . . do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. bo. 11 47- 6 87, 7 5 0 9 64.75 246.80 123.25 324.— 99.60 131.50 256.50 229.- 223.— 211.40 228.— 124.25 Rente Rente bo. Rente Reute bo. ds. do. Lstr. M. Kr. M. Franks. Hypothek.-Bank do. HyP-'Kred.-V. M. 600/1200 Mitteld. Bdkr. (Greiz) Au. B. M. 1000 Mitteldsche. Krcditb. . M. 300/1200 Dir. 5.47 87, 5 2 n.95 37, 37, Schwedische v. 1880 abgest. . . . 37, bo. v. 1890 .... 3 bo.......... 3% Schweiz. Eibg. (A.-G.) unk. b. 1911 4 Serb. amort. . 1895 (405) . . . Hyp.-Bk. (vr. Pommr.) abgest. 80% abgest. 80°/( AnSbach-Gunzeuh. . Augsburger . . . Braunschweig . , Finnländische . . Freiburger . . • Genua . ♦ . • • Mailänder . . « Mailänder . . . Meininger . . . Neuchateler . . . Oestr. tt. 1864 . . Oeftr. Kredit v. 1858 Papenh. Gräfl. . . RudolsS-Stiftung . Türkische .... do Ungar. Staats . . Beuetianer . . . v. 1886 u. 88 . . . . abgest. Lit. M v. 1891 . v. 1894 24/ie Ital.stl.gar. E.B.Ser. A-E.t<3. . . 4 Jtal. Mittelmeer steuerfr. i. G. . . 2*/i8 Livornes. Lit. C. D. u. D/2 500 4 Sard. See. stft. gar. lu. II . . 4 Suckianische stemrfr. i. G. v. 1889 4 do. „ i. G. v. 1891 BreSl. Diskontobank Mk. 600/1200 Darmstädter Bank . . M. 1000 37, do. 3 do. 37,Köln-Mindener . . 37,Lübecker v. 1863 . 27,Lütticher v. 1853 . ~ Madrider abgest. . Porig. E. B. v. 86 Daira Baixa 47, bo. v. 1889 I. Rg. v. 1889 n. Rg . 1907 RySsan-Koslow steuerfr. gar. . . bo. Urals! steuerfr. gar. 404/2020 bo. bo. 97 steuerfr. gar. . Warsch.-Wien. stfr. gar. 2020/4040 Wladlkawk. 85 stfr. gar. 408/2040 Anatvlische i. G 2040 r bo. t G. (S. II Ergnz.) 2040 bo. bo. Badische bo. bo. 37, Frankfurt 87, da. 37 do. 37, bo. bo. bo. bo. bo. Defl. Süd (L°mb.) ftf. >. ®. * • G. unk. b. 1901 unk. b. 1902 3% bo. v. 1903 unk. b. 1908 4 Heibelberg v. 1901.... Pfälzische Bank . . . Preuß. Bodenkreditbank do. Hyp.-Akl.-Bk. M. 600/1200 Rhein. Kreditbk. M. 600/1000/1200 Rhein. Hyp.-Bank M. 600/1200 Schaschaus. Bankver. . Südd. Bodenkredit-Bank Frankfurter ßörse Aschaff.Masch.Pap Neue Boden A. G. Brauerei Binding „ Henninger . „ do. Pr.Akt. „ Kempff . . „ Mainzer Akt. „ Rettenmeyer „ Stern(Oberr.) „ Werger . . Zements. Karlstadt Gl) cm. Bad. Anilin „ Bleiu.Silb.Br. „ Griesh. Elektr. „ Albert . . . Elektr. Böse . . „ 3(tigern. Berlin „ Lahmeyer . . „ Schuckert . . „ Stem. L Halske „ Untern. Zürich KunstseideFft.a.M. Masch. Kleyer. , „ Gritzner . . „ Fab.LSchleich. Hamb.-Am.-Pcktst. Vtordd. Lloyd . , Ausländische Elisabeth steuerfr. i. G. . . 2000 K. gerb. Nrbb. 1887 stf. i. S. . . bo. do. 1887 stf. gar. . . bo. do. Hessische do. do. bo. bo. bo. privil bo. garantierte Wexik. amort. innere Ser. I—IV . 37, Kassel abgest. . 37, Kissingen v. 1886, 1888 11. 1903 . . 4 Köln v. 1900 ....... 37, Kreuznach v. 1898 37, Lahr v. 1889 37, bo. v. 1902 3^ Limburg abgest 4 Lubwigshafen v. 1900 unk. b. 1906 . Russische Südost 97 fiencrfr. gar. . bo. 98 unk. 1909 stfr. gar. Lit. F. G. H. K. u. L. „ M. N. P. . . . 4 Franks. Hof r. 105 Neue ©oben r. 102 Mainz v. 1900 unk. b. 1910 . abgest. 1878 u. 83 . . abgest. Lit. J v. 1884 . Eisenbahn-Prioritäten, JulLrrdtsche. Braunschweig. LandeS-E.-B. H E . Span. ausl. Rente v. 1882 abgest. do.- v. 1882 nicht abgest. 47, Eisenwerke Lollar r. 102 . . . 47, Elektr. Werk Homburg r. 103 . . 4 D. Atlant Telegraf..... 4 - — - " 37, do. 37, do. aV, ‘ 37, do. 37, do. 3^ do. 31/, do. 4 Mannheim b. Ausländische. L Europäische. 47, Bosnien u. Hercegov. v. 1902 unk. 1913 4 do. do. . . . . , 5 Vulgär. Tab. Anl. v. 1902 i. G. . l6/l0 Griech. E.-B. v. 1890 steuerfr. . ls/4 do. Monopol-Anl. v. 1887 . . 4 Italienische Rente.....* Oest.-Ung. StSb. 1873/74 i.G. Brünn.RS. 72 stf. i, G. amrt. 1900 n. 1909 bo. v. 1899 . do. v. 1902. 37, do. do. 4 Frk., Hyp.-Bk. Ser. 14 .... . ' ■ * Ser. 16 if. 17 unk. 1910 Russische v. 1864 . . . Russische v. 1866 . . . 27,Stuhlweißenb.-Raab-Graz — * bo. Württembg. v. 1875—80 abgest v. 1900 .... 37 bu. 37, bo. 87, do. 37, Offenburg v. 1898 unk. b. 1904 4 Pforzheim v. 1899 unk. b. 1904 unk. b. 1906 Nürnberger Bank . . . M. 1000 Nürnberg. VereinSbk. M. 300/1200 *' '■ “ ' M. 1000 Württbg. Bankanstalt VereiuSbank 37. do. , 22 a. 23 ... . 37, bo. „ 10, 12-16 u. 24-26 37, Hess. Provinz Oberhefien 37, do. do. Starkenburg . . . . . do. i. P v. 1898 unk b. 1908 Jnvest-Anl. .... '57* Defl. E.-B. St. Sch.-Bersch. /conv. Frauz-Josef) i. Silb. steuerfr. 3 Oesterr. Lokalb. (verstaatl.) . . . 67< bo. E.-B. St. Sch.-Bersch. (abgest. Elisab.-A.) L steuerfr. Pp. 3 Portug. unisiz. v. 1902 Ser. I . . bo. unist^. tz. 1902 Ser.IH . , bo. Spezifiz. (Bank f. Hanbel u. Industrie) Deutsche Bk. S.I-VH M. 600/1200 Effekt.» u. Wechselb. Tlr. 100 “ • “ . .M.600 87, Baden-Baden v. 1898 unk. b. 1903 31/. Bamberg v. 1888 . 3% Berlin v. 1886/92 . ' — v. 1899 u * Saloniquc-Constant. Jonction . . do. N^onastir . . 2020/4040 Aktien ausländischer Transport- Anstalten« 27. 3 15 37« bo. 37, Darmst. abg. v. 79 Lit. U u. 81 Lit. A u.V 37, ' — 3lÄ «x-L bo. innere v. 1888 47, bo. äußere Gold-Anl. v. 1888 . 27,<,Südital. (Merid.) Sr.A-8. 4 ToScanische Central . . 5 Westsicilian v. 1879 37, Gotthardbahn .... Franz-Joses . . i S. 200/1000 Koschau-Odrb. v. 1889 i. S. . . 1 “ wOOA ' G. . . ßrrliuer §ö'rse. BliesenbachBcrgw. Bochumer Guß . BuderuS Eisen . Concordia Bergb. Dt. Luxemb. Bgw. Eleklr.Lichtu.Krast Eschweilcr Bergw. Fayon Mannstädt Gelsenkirch. Brgw. Harpener „ Hasper Eisenw. . Hemmoor Zement Hibernia Bergw. HörderBov^.Bgw. HSsch. Eisenw. Humbold Masch. . Laurahütte. . . Massen Bergbau. Mülheimer Bergw. Nordd. WvAkämm. Nordstern Kohle . Oberschles.E.-Jnd. Phönix Bergw. . Rhein-Nass.- Rhein. Stahlwerke Nicbeck Montan . Schalter Gruben Echtes. Berg- Wegelin & Hübner 37, bo. v. 1901 Abt. n. u. m. 37, Alzey v. 1899 unk. b. 1902 . . . 37, Aschaffenburg v. 1888 ..... 4 Augsburg v. 1901 unk. b. 1908 , < 4 Babenhausen (Hessen)...... 37, Gießen v. 1890 "" ' v. 1893 4 Ungarische Gold-Rente 2025 r StaatS-Aente . . 37, 4 Erlangen v. 1900 unk. b. 1911 . ' - - i. B. v. 1900 unk. b. 1905 Hambg. Hyp^Bk. Scr. 141-250 . . . S. 251-340 unk. b. 1905 6 do. 47, bo. 4 Egyptische unifizierte 27., bo. da i. G. 47s Oest. Silber-Rente . . 41A do. Papier-Rente . . ‘ bo. Gold-Rente. . . bo. bo. v. 1896 ,r . . Bayr. L-B.-Aul unk. b. 1906 do. T.-B. u. Allg. Anl. . . bo. Landeskultur-Rente . . bo E.-B.-Anl. Bremer St.-Aal. v. 1888 . . 87, 4 Fulda v. 1901 Ser. I bo. „ i. G. do. E.v.71 i.G. HandelSg. . M. 500/1000 Hyp.-Bk. Lit. A M. 1000 do. Lit. B M. 1000 37, do. v. 1894. . . 4 Homburg v. d. H. . . . v. 1899 abgest. . . . Stuttgart v. 1895 unk. b. 1905 . bo. v. 1902 untilgb. b. 1908 4 bo. bo. 00. „ . . 4 Fürst!. Solm»-Braunfels v. 1880 . 37, do. do. v. 1886 . 37, Gräfl. SolmS-Laubach abgest. . . 37, Fürstl. SolmS-Lich 37' Gräfl. SolmS-RSdelheim . . . . 4 Fürstl. Wittgenstein-Hohenstein . . Nsenburg-Büdingon . . Asenb. n. Büd.-Brrstein v. 1887 37 bo. 37, do 37, do. .. 4 Würzburg v. 1899 unk. b. 1910 37, do. v. 1903 unk. b. 1910 do. v. 1888 conv. . . . do. v. 1895 . . . 4059 do. v. 1898 Kopenhag. v. 1901 unk. 1011 2043r do. v. 1886 .... bo. v. 1895 37, do. bo. I E abgest. . 37, bo. bo. niEunt b. 1905 4 Pfälzische . . . . 37, do 13% Südd. Eisenbahn-Ges. Prag-Dnx . . . Raab-Oed.-Ebenf. do. do. v. 91 do. do. öu 97 Rndols .... bo. (Salzkgtb.) stf. Ungar.-Galizische . Vorarlberg . . do. do. bo. bo. Kursblatt des Gießener Anzeigers Van! für handel und Industrie t>om 2. MärzlMZ vepofitentaffe Gießen. 37, do. v. 1899 4 Wiesbaden v. 1900 unk. b. 1905 4 " 37, 8^ 4 bo. 98.70 SV.Aomba. Ävv.-Bk. Ser. 46-190 unk. b. 1905 95.50 101 20 31/, 31/. " bo. do Ser. 301-310 unk. b. 1908 95.80 102.— bn. do Ser.311-330 unk. b. 1913 96.70 98.80 47, Mecklb. Hyp. u. Wbk. Ser. I t>erL ä 125 31/- do. do. Ser. 3 abgest...... —.— 99.60 8»/, do. do. Ser. 2 u. 3 unk. b. 1906 . ——.— 101.80 4 4 Meininger Hyp^Bk. Ser. 2 .... bo. do. Ser. 6..... 100.70 100.75 101.90 4 bo. bo. Ser. 7 nut. b. 1906 . 101.30 101.90 4 bo. do. Ser. 8 unk. b. 1911 . 102.— 99.65 37, bo. bo. abgest. ..... 97.— — — 37, do. rmk. b. 1905 n. b. Bert, mntschb. 97.— 99.65 3*7. bo. nnk. b. 1907 ....... 97.— 99*65 4 Preuß. 37, bo. Hyp°th-k-n-Akl..Bk. \ raf gy/ abg do. ) 100.90 95.75 -- — —— bo. do. 102.— 4 bo. Hyp.B.Zf.47,gar.v.d.G.b.l904 99.7V — - 37, bo. bo. bo......... 95.50 98 50 4 bo. Pfdbr. Bk. E. 18 unk. 6. 1908 . 101.50 . — 4 do. do E. 19 unk. b. 1909 . 101.50 103.— 4 bo. do. E. 22 unk. b. 1912 . 102.— 99.10 38/. bo. do. E. 23 unk. b. 1912 . 100.10 31/, do. do. E. 17 unk. b. 1905 . 95.50 ■■■ 37 do. bo. E. 18 unk. b. 1908 . 95.50 < —- ■■■* 37, do. do. E. 24 unk. b. 1912 . 96.75 - - 4 Rhein. Hyp. Mannheim unk. b. 1902 . 100.75 ■ ..... — — 4 do. do. bo. unk. b. 1907 . 101.50 96 40 37, do. bo.......... 97.- 85.50 37? do. bo. Ser. 69-82 unk. b. 1904 . 97.50 86.70 31/ do. bo. Kommunal...... 98.— 89.50 4 3 Westd. Bdkr. Hyp. (Köln) S. 1 unk. b. 1904 101.- - 102 80 4 d0. bo. bo. Ser. 2..... 101.20 101.70 4 dv. do. do. Ser. 5 unk. b. 1909 101.60 _ —- 4 do. bo. bo. Ser. 6 unk. b. 1911 102.10 — __ 4 bo. do. do. Ser. 7 unk. b. 1913 102.50 101- 37, do. do. do. S-r. 3 unL b. 1905 95.80 101.50 37, do. do. bo. Ser. 4 unk. b. 1907 97.-