155» Jahrgang Erstes Blatt Freitag 3. Februar 1905 Nr. 29 Orschetat täglich außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familien« Hättet viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwers.-Buch-u. Steindruckerei. R. Lange. Redaktion, ErvediUoa und Druckerei: Schulyratze 7. Adresse für Deoeschen: Anzeiger Gießen. FernsprechanichliißNr 61. M 2k —ve»ugSyreiAr ÄÄfiflF y W monallich75Ps.,viertel- Giehener Anzeiger« w General-Anzeiger t3S£ e den polit und Q„& u Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW ” zeigenteil: Hans Beck. Die veutige Wummer umfaßt 10 Seite«. ? । ■ !!■!■■_ ii _ Der Kochjeitstag des chroßßerzoglrchen Mares. Festwetter. Tie Vermählungs feier lich Leiten am Darmstädter Hofe vollzogen sich am 2. d. Mts. in außerordentlich erhebender Weise. Den Tag hatte frühmorgens heller Sonnenschein eingeleitet. Dann bewölkte sich aber bald der Himmel und gerade während des feierlichen Trauaktes in der Hofkirche fiel Regen; am Nachmittag war wieder, gerade als das neuvermählte Fürstenpaar gegen 4 Uhr seine Reise nach Schloß Romrod antrat, heiterer Sonnenschein und mildes, klares Frühlingswetter, also ein Tag ganz nachl dem Herzen glücklicher Neuvermählter. Das Publikum drängte sich schon frühmorgens in den Feststraßen und von 1Ö Uhr ab war die Gegend vom alten Palais zum Residenzschloß von Tausenden umlagert, die, dem gegen 11 Uhr die Straße passierenden Großherzog, Prinzessin Eleonore und den übrigen Fürstlichkeiten stürmische Ovationen darbrachten. Tie Zivileheschließung unb der Einzug ru die Hofkirche. Der kirchlichen Feier ging im Fahnensaal des Schlosses oie Zivileheschließung voraus, die von Staatsminister Rothe vollzogen wurde. Als Trauzeugen fungierten Prinz Heinrich von Preußen und ,der Fürst gu Solms-Lich. In der H o f k i r ch e hatten sich inzwischen bereits die Emporen mit besonders zugelassenen Zuschauern gefüllt. Die Schmalseite längs der Orgel hatte der Hofchor besetzt, die gegenüberliegende Loge war für die jüngeren Mitglieder der stan desherrlichen Familien reserviert. Das Gotteshaus selbst war sehr sinnig dekoriert. Der Mar war dicht mit weißen Nelken und Flieder, sowie Palmen und Blattgeflechten ausgestattet, durch das Schiss der Kirche zogen sich breite duftige Laubgewinde und die brennendeü Kerzen des Mtars verbreiteten über den ganzen Raum einen wunderbar magischen Schein. Bald nach halb 12 Uhr erschienen unter Vorantritt der Kammerherreni die Generalität und die diplomatischen Vertreter, die Ober- hoschargen, die Standesherren und die übrigen geladenen Gäste. Der Glanz der zahlreichen goldbetreßten Uniformen, die roten Röcke der Standesherren und die runden, Hellen, meist mit Brillanten und kostbaren Spitzen besetzten Damentoiletten boten einen geradem entzückenden Anblick dar. Der Brautzug. Während balo daraus die amtierenden Geistlichen am inneren Kirchportal Aufstellung nahmen, kündigte das Erscheinen des Obersthofmarschalls v. Westerweller und des Oberkammerherrn Frhr. Riedesel $i. Eisenbach! das Nahen des Brautzuges an. Unter lautloser Spannung betrat dieser die Kirche, voran als junaste Mitglieder des Fürstenhauses Burggraf zu Dohna mit den Prinzessinnen Marie und Dorothea zu Solms-Lich dann Graf zu Lynar mit der Gräfin zu Dohna, Prinz Ludwig von Battenberg mit Gräsin zu Lvnar, Prinz -Chlodwig von Hessen mit Prinzeßm Friedrich Karl von Hessen, Prinz Friedrich Karl mit Prinzessin Reinhard zu Solms-Lich und Prinz Heinrich von Preußen mit der Fürstin zu Solms-Lich. Dann folgte der Groß- h erzog mit Prinzessin Ludwig von Battenberg und Prinzessin Heinrich und zum Schluß Prinzessin Eleonore, geleitet vom Fürsten zu Solms und dem Prinzen Reinhard. Der Großherzog und Prinzessin Eleonore nahmen vor dem Altar Aufstellung. Der Landesherr trug große Generals- uniform mit dem Bande des Ludwigsordens, die Prinzessin eine wunderbare weiße Toilette aud Messalinseide mit silberartigem Glanz und kostbaren breiten Spitzeneinsätzen aus dem hessischen Familienschatz. Von Diadem und Myrtenkranz herab wallte ein langer, duftiger Schleier; rechts vom Altar saßen der Fürst zu Solms mit Prinzessin Ludwig von Battenberg und Prinz Heinrich mit der Fürstin zu Solms, links Prinz Reinhard mit Prinzessin Heinrich und Prinzessin Friedrich Kar! mit Prinzessin Reinhard. Die Trauung. Die Feier begann mit dem eigens für die Vermählung son Hofkapellmeister de Haan komponierten Psalm ($ßo Du auch hinge h st", worauf Prälat v. Malz die Festpredigt hielt. Er legte ihr Psalm 121 zu Grunde: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von iveleben mir Hilfe kommt" u. s. w., und betonte, wie der Inhalt dieses Bibelwortes gerade aus ein Ehepaar in hoher fürstlicher Stellung anwendbar sei. Wenn so edle treue Herzen höher schlagen an dem heutigen Freudentage des Großherzoglichen Hauses und im Gebet zu Gott seinen Segen nuf das neuvermählte Paar herabflehen, so solle nicht ver- gessen werden, daß dieselben Herzen auch von der tiefen Trauer des Fürsten aufs innigste bewegt waren. Heute seien ouf Hessens Fürstenthron zwei Kinder des Hessenlandes in Liebe vereint, und deren schönste und vornehmste Aufgabe werde es sein, ein leuchtendes Vorbild zu geben für echtes, deutsches Familienleben. Sie werden aus dieser Höbe auch viel von Gefahren umdroht sein, aber sie werden diese über» ruinden, wenn sie gottergeben zu dem Höchsten ausschauen: Urdere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde geschaffen hat! Derselbe Geistliche vollzog nunmehr die Trauzeremonie. Die Frage deS treuen Gelöbnisses bekräftigten der Großherzog und die Prinzessin mit einem lauten Ja. Dann erfolgte unter leisen Orgelklängen der Ringwechsel, bei welchem Mockengeläute ertönte und weithin hallende Kanonenschüße die vollzogene Eheschließung verkündeten. Dem Gebet des Prälaten schlosten sich Gebet und Vaterunser deS Ober-Hof- pcedigerS Ehrhardt an, der auch dem knieenden Paare den Segen erteilte. Zum Abschluß der kircylichen Feier ließ der Hofopernchor das ergreifende Halleluja aus Händels „Messias" ertönen. Die höchsten Herrschaften begaben sich nun unter dem Vorantritt des neuvermählten Fürsienpaares nach den Assembl^ezimmern, wo sie in zwanglosem Geplauder ein Viertelstündchen verweilten. Die Hochzeitstafel. Punkt 1 Uhr setzte sich dann unter dem Vor an tritt des Großherzoglichen Paares der Hochzeitszug wieder in Bewegung und begab sich durch die Prunkräume im ersten Stock in den weißen Saal, wo die nicht an der Hoftafel Teilnehmenden vom Großherzog und der Großherzogin noch einmal freundlichste begrüßt wurden, und dann in den Kaisersaal, wo die Festtafel. für 109 Teilnehmer gedeckt war. Hier saß rechts vom Großherzog die Großherzogin, daneben Fürst Solms-Lich, Prinzessin Heinrich, Prinz Chlodwig, Erbprinzessin von Erbach-Schönberg, Graf Görtz, Prinzessin Dorothea u. s. f., links vom Großherzog Prinzessin Ludwig, Prinz Reinhard, Gräfin zu Dohna, Lord Pambroka, Oberhofmeisterin Freifrau v. Grancy u. s. f., gegenüber Prinz Heinrich Prinzessin Friedrich Karl, Gräfin Lynar, Erbprinz zu Erbach-Schönberg, Prinzessin Marie, Prinz Ludwig von Battenberg, Prinzessin Reinhard, ®raf zu Lynar, Prinzessin zu Hohenlohe rc. Neben den höchsten Hofchargen bemerkte man auch die drei Minister mit ihren Damen, Geh. Staatrsat v. Krug, den Rektor der Landesuniversität Geheimrat Prof. Dr. V o s s i u s, die Geheimräte Tr. Breidert-Gießen und 'Frhr. v. Gagern- Mainz, die Gesandten der befieundeten Höfe rc. Von Lich waren zur Tafel zugezogen: Bürgermeister Heller, Forst- rat Tieffenbach und Pfarrer Schröder. Toast des Prinzen Heinrich. Während der Tafel brachte Prinz Heinrich als Vertreter des Kaisers dein Großherzoglichen Paar? ein dreimaliges Hoch dar. Der Kaiser habe ihn beauftragt, den Neuvermählten seine herzlichsten Glückwünsche zu überbringen und zugleich sein lebhaftes Bedauern über seine Verhinderung auszusprechen. Es wäre ihm eine recht große Freude, gemeinsam mit dem treuen Hessenland diesen frohen Festtaa feiern zu können. Der Großherzog dankte bewegt für die freundlich en Wünsche des Kaisers, dessen Anwesenheit er schmerzlich vermisse. Er sei auch beglückt über die Treue und Liebe seines Hessenvolkes, die er und die Großherzogin in derselben Weise vergelten werde. Die Tafel war gegen 4 Uhr zu Ende, worauf sich das neuvermählte Paar in einem eleganten Sechsspänner zum Bahnhof begab. Empfang der Studierenden der technischen Hochschule. Nachmittags wurde eine Deputation des Ausschusses der Studierenden der Technischen Hochschule von Sr. Königl. Hoheit dem Groß her zog und I. Tchl. der Prinzessin Eleonore empfangen. Ter Deputation war es vergönnt, dem Allerhöchsten Brautpaare eine kunstvoll ausgeführte Glückwunsch-Adresse zu überreichen. Tie Adresse hat folgenden Wortlaut: Ew. Königl. Hoheit Throne nahen am heutigen Tage die Vertreter der Darmstädter Studentenschaft, um ihrem allergnädigsten Landesfirrsteu zur Vermählimg mit Ihrer Durchlaucht der Prinzessin Elevnore zu Solms-Hoheusolms-9ich die ehrerbietigsten und wärmsten Glückwünsche der Großh. Technischen Hochschule darznbringen. Möge der heute geschlossene Bund zum Heil und Segen gereichen für das Großherzogliche Haus und für das ganze Hessenland. Die Studentenschaft Darmstadts gibt sich der freudigen Hoffnung hin, daß auch Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin der Technischen Hochschule dieselbe Huld und Gnade erweisen werde, die sie jederzeit von ihrem hochverehrten Landesfürsten erfahren durste. Gehorsamst verharrt der Ausschuß der Studierenden. Ter hohe Landesherr und seine erlauchte Braut waren sehr erfreut itbctr diese Huldigung und geruhten der Tep-it- tation wärmsten Dank auszusprechen. Die Feier der Darmstädter Waisenkinder. Am Vermählun^sfeste des Großherzoglrcheu Paares ist auch der in städtischer Obhut befindlichen Pflegekinder nicht vergessen worden. Au^ cVeranlassung der Bürgermeisterei waren sie, 64 an der Zahl, um 4 Uhr nachmittags in den Saalbau eingeladen worden, um dort mit Kaffee und Kuchen bewirtet und mit allerhand schönen Spielen unterhalten zu werden. Vor dem Auseinandergehen wurde dem neuvermählten Großherzogspaare ein kräftiges Hoch ausgebracht, in welchem die Hellen Kinderstimmen schön heraustönten. Ter Festtag der Stadt Darmstadt. Anläßlich der Vermählung des Großherzogs waren sämtliche behördlichen und Privatbureaus geschlossen, die Post hatte Sonntagsdienst, die Geschäfte schlossen teilweise am Nachmittag, teilweise den ganzen Tag. Eine schöne Ehrung ließ die H o f m ö b e l f a b r i k I. G l ü ck e r t dem Hochzeitstag zu teil werden, indem sie ihr gesamtes Personal, über 300 Personen, zu einem Festmahl hn großen Saal des Hanauer Hofs vereinigte und für sämtliche Angestellten und Arbeiter den Tag bei voller Löhnung sreiaab. feei dem ^stmahl hielt an Stelle des erkrankten Inhabers der Firma Kommerzienrat Julius Gluckert, Herr Hammelmann ein* Ansprache an die Festteilnehmer, die mit einem dreimaligen begeisterten Hoch aus Ylroßherzog und Großherzogin schloß — wohl das erste .Hoch, das dem neuner* wählten Paare unmittelbar nach der Trauung aus dem Vtunde so vieler Darmstädter Arbeiter unb deren Angehörigen dargebracht wurde. Ter dem Essen folgende gemütliche Teil des Festes brachte Tmrste auf den Gastgeber unb feine mit anwesende Tochter, ferner Ofrcfäuge und mufiwlische Verträge. Die Festteilnehmer sandten auch ein freubigee Gli'ekwuuschtelegramm an das Großherzogliche Pa.ar noch Schloß Romrod. Festvorstellung im Hoftheater, Tie Vermäblunqsfestlichkeiten in Darmstadt fanden! ihren Abschluß durch eine Galavorstellung im Hof- t h e a t c *, welcher die meisten der fürstlichen Hochzeits^- gäste beiwohnten. Ter Aufführung des „Sommernachtstraum" ging ein Festprolvg von Prof. C. Keil vorauf, den Fcl. Eichelsheim mit gewohnter Künstlei> schaft zum Vortrag brachte. Prinz Heinrich ist heute abend 9.26 wieder nach Berlin zurückgekehrt. Das Fürstenpaar Solms-Lich und die übrigen Mitglieder der fürstlichem Familie werden morgen vormittag gegen 11 Uhr wieoeH nach Lich abreisen. Auszeichnungen. Außer den gestern, am 2. Februar, schon gemeldetM^ Ordensauszeichnungen ist noch zu berichten, daß dem Kcv- binettskassier Rechnungsrat Scharmann das 3Htterfreu^' 2. Klasse, dem Kabinettskanzlisten Bissel das silberne- Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem^ Kabinetts-K'anzleidiener Rüffer das Allgemeiire Ehrewi zelchen „Für Verdienste" verlieben worden ist. Das Grotzherzogliche Paar in Gießen. Gestern, Donnerstag, hatten zahlreiche Einwohner unserer Stadt Gießen die Freude, das Großherzogliche Paar an seinem Hochzeitstage in Gießen begrüßen zu können. Mit erstaunlicher Schlnellig- keil hatte sich die Kunde verbreitet, daß die hohen Herrschaften auf ihrer Reise nach Schloß Romrod in Gießen! einen kurzen Aufenthalt hätten und! daß die Staditver- tretung diese Gelegenheit wahrnehmen würde, dem new. vermählten hohen Paar persönlich die Glückwünsche derk, Provinzialhauptstadt darzubringen. Als gegen abend, untt 5.28 Uhr, «der Extrazug' vow dem Bahnsteig der Oberhesiischens. Bahn einfuhr, umlagerte eine unzählige Menge Gießenep den Perron, um das Großherzogliche Paar mit donnemdemj Hurra zu begrüßen. Offiziell waren zur Begrüßung erh schienen: Oberbürgermeister Mecum mit Gemahlin raifr die beiden Beigeordneten Ge or gi und He hligen staedü. Als der Zug im ersten Geleise anhielt, öffnete sich sogleich' die Tür des Hofwagens, und die Gießener erkannten von neuem mit Freude und Rührung, mit welch schlichter Freundlichkeit der Landesherr unter seinem Volke weilte Der hohe Herr, ii-n grauem Militärmcmtel, stieg lächelnd die Stufen des Wagens herab, um die Begrüßung des Ober*, bürg er Meisters mit Gemahlin und der beiden anderen Herrenentgegenzunehmen. Frau Oberbürgermeister Mecum bestieg den Hostvagen, an dessen Türi sie von Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Großherzogin Eleonore freundlich empfangen wurdet und überreichte der hohen Frau, die in langem grauens Cape und grauem Hut an der Tür des Wagens auch deut Publikum sichtbar wurde, ein Blumenbukett. Während der?! kurzen Unterhaltung mit Frau Oberbürgermeister Mecumi verschönte ein freundliches Lächeln die Züge der höhens Frau, und zuweilen warf sie auch mit gewinnender Mienie einen Blick auf die Menschenmenge draußw. Unterdessen hatte Oberbürgermeister Mecum der Einladung S. K. Hoheit desi Großherzogs, in den Wagen zu kommen, Folge geleistet^ während der hohe Herr sich mit den beiden Beigeordneten^ unterhielt und dann in den Wagen zurückkehrte, wo Oben- bürgermeister Memm auch I. K. Hoheit die Großherzogin Eleonore glückwünschend begrüßte und den freundlichen Dank der beiden hohen Gäste für den Empfangiin Gießen entgegennahm. Oberbürgcmreister Mecum teilte, wie wir hören^ Sr. K. Hoheit dem Großherzog u .a. mit, daß die früher, in Aussicht gestandenen Beiträge aus der Bürgersch>ast: Gießens zur inneren Ausschmückung des alten Schlosses nun gesichert seien und dazu noch ein Beitrag der Provinz komme, sodaß das Schloß bald ein würdiges Aussehen haben werde. Der Landesherr nahm diese Mitteilung mit lebhaftem Interesse und herzlick>en Dankes- Worten entgegen und sprach die Bitte aus, allen Beteiligten möge fein Tank übermittelt werden. — Von der Begleitung des hoben Paares war niemand wahrzunehmen; der kurze Vorgang spielte sich sehr einfach und schlicht ab, das Grotzherzogliche Paar nahm keinerlei persönliche Tienstleiftungen in Anspruch Großherzog Erm st Ludwig wollte auch der freudig bewegten und erwcn'tungsvoll draußen harrenden Vol^- menge seine Huld beweisen und versuchte daS Fenster a« der Tür des Hostvagens zu öffnen, was mcht gleich gelang, sodaß der bohe Herr ein anderes Fenster des Hofwagens persönlich öffnete, cm welchem er, als der Zug Mr Abfahrt fick in Bewegung setzte, der mit lautem Hochrufen ihm zu jubeln den Menge si-ch zeigte. So gürg die Fahrig nach etwa 3 Minuten Aufenthalt in dem natürlich nritf Fahnen und Ewirlanden festlich geschmückten Bahnholf Gießen, weiter nach Romrod. Tie Ankunft in Zell-Romrod. Der Großherzog . g lief abends 6.25 Uhr in Station Bei m Empfang war Kreis- rat Tr. Melior erschienen. Tvi Kriegerverein gebürt des Vaterlandes zu sehen. Die Generaldebatte forderliche Zeit wegnehmen würde. Ter Aufruhr in Polen. i n in Ein Theatern Gorkis reichte hierauf dem Kaiser ein Promemoria, welches die Billigung , desselben sand. In einer zur Beratung des. -e^en cinf t Promemoria am 31. Januar einberufenen außerordentlichen Nazarenergesicht fei. Büssern Ter russische Gesandte in Darmstadt hat also Recht bemalten, wenn er sagte, daß eine Gefahr für das Leben Gorkis Ire ßreignisse in Sutzlttnd. Gorki in Freiheit. Tie Zahl der in Warschau während der Unruhen Getöteten beläuft sich sehr hoch: nach Angaben des Aerztc- ' , die der Verwundeten auf mehr als Gedanken der Ueberweisung der Verträge an eine freie Kommision gu, weil die Plenar-Einzelberatung sehr- gründlich auSfallen und die für Aufarbeitung des Etats er- Vorgänge am 22. Januar gesprochen und der Finanzminister beauftragt, die Reform der sozialen Gesetzgebung aus dem Gebiete der Arbeiterfrage aus- sz u ar beiten. z. B. wir genannt hatte. t ..... m .. Scherzhafter Weise hatte die deutsche antisemitische Presse, nachdem man erfahren hatte, daß nicht General Stogel, sondern der gefallene Kondratcnko der eigentliche Verteidiger Vort Arthurs aewsen sei uN.d noch mancherlei anderes, weniger Gunmge über Stössel an ki'vieren begann, auch die iwtorsich falsche „lLnt- geholte Erlaubnis unterliege der Deslrasung. Vei xemon ftrattweit müssen die Balkons und Fenster der anliegenden Hauser unverzüglich geräumt und geschlossen werden. Teilt einen: unserer Korrespondenten zur Verfügung ge stellten Privatbries, der unter dem frischen Eindruck des persönlich mit Erlebten geschrieben ist, entnehmen wir: ^ae Arbeiter sollen wie die wilden Tiere gehaust haben und, wie man sagte, hat sich ein großer Teil Iuden darunter» befunden. Wenn also einige Zeitungen schreiben werden, ^ß den Juden die Schuld für die Warschauer Sebreckenstage zugeichrteben ist, so wird man teilweise damit recht haben, weil hier tatsächlich Juden die Ruhestörer sind und zwar Bengel von 14 W 3a6$tt olle, der höchsten Gewalt dire« über VerwaltungSaneelegcnheitcn zu berichten, die der Enpcheid- nng des Kaisers bedürfen, ioivic in erhöhtem Masw das Recht der gesetzgeberischen Initiative. TaS MiNlsterkomitee kalt es für angebracht, lokale Verwaltungsgerichtshosc in Vcrbmdnilg mit beut Senate ciirzusetzen, und im ersten Departement ms Senates die Stellung eines ersten Präsidenten zu fchasieit mit bem Rechte, persönlich dem Kaiser Vortrag zu halten und die Frage zu entsstwiden, ob die bestehende Vereinigung der Funktionen des I u st im in i ft e r s und des Genera l.P r o k u r a t o r s des Senates in einer Person wünschenswert sei. Ferner wurde be- seblossen. d"ß das r^-'e T'wartement endgiltme Ve'cklüsse nut .in'aü r Majorität sasscn dür'e, daß b'e Ocssentlickk'it, zu den iuriftismen unb administrativen Verhandlungen zugelassen und den Klagen den das münblicke Verfahren, zugeftanben werbe, ^.as Miuisterkomitee unterscheidet ferner drei verickuedcne Formen,. m denen Beamte strasreckttick unb zivilrechtlich tm Disziplinarverfahren zur Rechenschaft gezogen werben können, und macht aus die Schwierigkeiten aufmerksam, die für Privatpersonen ve- ftehen. die ftrafrechtliche Prozesse gegen Beamte durchfuhren wollen, unb schlägt vor, den Entwurf eines neuen ^trafge, etz- buckes auzubahnen, ber von einer auf kaiserlichen Befehl cm- gesetzten Kommission ausgearbeitet werde. In einem ^^cutwurfe wird beantragt, Privatpersonen das gesetzmässige Rechts zu geben, dNage zu führen gegen Becrnite und die groptmogliclie Teilnahme der Klagenden bei den Prozeffen zuzulaffen^, und Iw brecken, die mit Verlust von gewifteu Rechten und burgerl-chen Vorrcchtni geahndet werden, unter Teilnahme eines hobcren Richters entscheiden zu lassen. Sodann werden weitere Einzelhetten über die Rechtsprechung aufgeführt. Das dNlNisterkomitee beschloß, die Einwilligung des Kaisers nackzunichcii, daß über die 1 Verantwnrtlickkeit der Beamten im Staatsrate unverzüglich der- .. handelt werde. Sämtliche Anträge des Minifterkomitees wurden ausgebrochcn. , vom Kaiser genehmigt. Der neue Minister des Innern. ( - Alexander Grigorjewitsch Buligin, Hofmeister unb | Reichsratsmitglied, ist auf Empfehlung des Großfürsten Sergiiis > zum Minister des Innern ernannt worden und hat den lftwote Spalier. Auf bem Perron überreichte düS Tochter- men des Lehrer? Fink her Grvftherzostin emeti Mnmen- fftzrauß unb sprach dabei ein sinniges Gedicht. An v«. Bakmhofftrafte bildete der .Kriegerverein Zell Er eWM I iunb LampiionSbcleuchtnng Spalier. Jur Fahrt nnchRom rod standen ein Automobil für d-w Mrstenpactr und vter kianbflucr für da? Gefolge bereit steilem ^rmpi ainq die Äutontolnlstlhrt, begleitet von Dollerschufteu. iiacli Roinrvd. Vor dem OrtSeingang, E alten Postgcbaudc^ dielt da? Automobil de? Furstenpaares an: baS Töchterchen des PvstverwalterS Sch i e r m a n n sprach cm herziges WiMvinincugedicht und Wcrreichte eben falls nn "™nten Sufctt. Unter Glocken gc 1 aute näherte ick dann da Airtomboil der Ehrenpforte am Haupncmgang von Rom rod. Ster hatten der Stadkvoi-stmd von Romrod dei Boi stand HaMabezirke^ Alsfeld, bet Vorstand des Krregerverein. Wtii«! und hie Lehrer Ai-fstellung^ genommen. Tie Schuljugend bildete Spalier, und außerdem hatt sich eine große Äenschenmenge euigeftinden. ^Xts .luto- mwbil hielt en rr^dev.ursten uni feine hohe Gemahlin auSllmgcn. _x-er ^r°ßherzog er- ihoB sich und antwortete etwa folgendes. Lch d ankc Ihnen herzlich für den schonen und ltebe.n?.. würdigen Empfang Adrer Gemeinde. LS ist s a uich t d a S c r ste M al, d atz iw hier Einzug halte iinb c-3 wird auch hoffentlich nicht da? letzte Mal sein" Taöei schüttelte der hohe Herr dem Bürgermeister herzlich die Hand. - Son der Ehrenpforte bis zum Schlosse bildeten zlriegcrocrcme und «chulmgcnd mit rradebt umd Lampion? Spalier. T-ie Strafeen waren grvp.- yrtiq qcfdnnücft, die HSuser geflaggt und i Ilumuitert. Tie Begeiftcrung der Bevölkerung war groß. Auch aus !her UmaeBunq, 'sogar au? dem hohen Vogelsberg, waren raüllosc ^Menschen gekommen. Das Schloß war reizend ge- sckurücki, besonders die Einfabrt. Romrod hat dein ncu- ocrmählten Panr einen wahrhaft glanzenden Empfang befettet: man ruft hort' wie überall im .Hessenland m Hütte, und Haus: „Heil unserem hohen Fürsten paar/' * R. D. Darmstadt, d. Febr. (Eigener Draht- Bericht.) Fürst und Fürstin von Solmtz-^ich sowie die übrigen Mitglieder des Hauses Lick sind heute vormittag iwm 11.13 Uhr mittels Schnellzuges nach Lich aefabren. Das Großberzogliche Paar bleibt Lis 17 oder 18. d. M. im Schloß Romrod. — Die Gießener Studentenschaft Fant bis dahin einen Lvackcl > ug. Reform-Beschlüsse de? Ministeriums. Petersburg, 2. Febr. Das Minifterkomitee beriet ben Ersten Punkt des Manffestes vorn 25. Dczeniber 1904. Dabei wurden drei Grundfragen unterschieden, auf denen die Wahrung Zrer Gesetze basieren müsse: 1> Verhinderung der Verletzung des sür die Verässentlickung von Gesetzen vorgeschriebenen Weges: 2) Auffindung der Mittel, nnb Wege zur Erhaltung _lu1|t;i der Aktionsfähigkeit der zur Aufrechterhaltung der m;™,« gemacht, daß bicifr russ scke General em Jude sc:! Gesetze berufenen Organe; .3) Verantwortlich kei t der > ' '— Beamten. Hinsichtlich der ersten Frage beschloß das Minister- Jfmutee, die Möglichkeit zu verhindern, daß Minister bei Kaiserlichen Verordnungen vom gesetzlichen Wege abgehen, und ent-,----- . .. k A ? schied zu diesem notwendigen Zwecke lebe Abweichung von der pcrwuals^aui 60 0, ^e der Verwundeten am mchr al.) ».sctzmätziMi Art dnvon G-tz-tzm M i>«;| 1000.^q.« V-c^qu^dcr^Em wu^ 7)111*11. In Bett oeionoeren Fallen, ui vcncn vtu Mmisterkomitee mit der Beratung von Gesetzen beauftragen werde, sslken die Entscheidungen des Komitees zuerst beut Senate irmerbrettet werden. T«L Komitee beschloß, beit Kaiser um seine | Einw-ttlüni^ w ersuchen für .die Mölegung der bestehenden! iv dem Sinne, daß Deröffentlichungen von dauernden oder xjßrtäufiaat Gesehen, sowie von Aenderungen oder Aufhebungen von vesetzen ausschließlich die Form von MeinungSänßerungrn Staatsratetz haben müssen, bte vom Kaiser und durch vom v-tterHcfrtete Erlasse Tolimicrt werden: daß ferner, falls »V ht.-'i ist' außerordentlichen Maßnahmen der Minister obli- atttr-- trn Eharakter zu geben, die Mmister verpflichtet sind, diese Maßregeln unverzüglich aus dem iut bie Veröffentlichung /von Gesetzen vorgeschrstbenen Wege bckanntzugeben. Das Komitee Der Zar und Trepow. Wie ein hoher Hofbeamter bem Korresvoubenten des ,,Dmll) Mail", welcker Zarskojc-Selo aufgesnckt batte, ventcherte, ul der Zar ernstlich unwohl. Zarskojc-Selo selbst wit^ wrnem geräumigen Park gleicht, wie der Berichterstatter des „^.aUb JJtaü sich persenlick überzeugen konnte, gegenwärtig mehr einer oeitung als einem Luftscklosse. Meilenweit ringsum wird der Landstrich I von Kviakenpatrnillen ununterbrochen durchftreilt, wahrend ^.mchr-1 Posten in Mstänven von nur 20 Schritten entlang der Peripherie nichl bestände. Ides mauerumgebenen Parkes stehen, in welchem ^Kinder des * Mm-r «aii ni-bet au? «etobur»: «n Rußlands ist bic Ausführung bet StuckeI.mntiger als 23 Zimmer im zweiten ^tock des Winter- verboten worden. I Palastes zu persönlicher Benutzung zur Verfügung gestellt und Keine Verfassung. für Trepows Familie überdies noch anderweitig Vorsorge ge- Meldung de? Londoner Tailp Telegraph', J der Zar einen Ukas unterzeichnet habe, durch den u. a. der ^^sen, dessen baldige Ermordung m Petersburg derart Ministerpräsident Witte ermächtigt wird, eine Verfassungs- für wahrscheinlich gilt, daß dort das $3 i b nj o r t zirkuliert, urkunde auszuarbeiten, ist falsch unb wahrscheinlich durch der Zar habe Trepow n i ch t a u f c in c a.5 x: ober lonit au W* *M MmvUS. T-° schon gemeldet, einen Antrag Wittes, sich über die Vor- Gapon gänge vorn 22. Januar zu äußern und Mafenahincii Agentur b-rühttt' daff der Vricffer Gapon in gegen die Wiederholung solcher Vorgänge auvzuarbeiten, N^^talien gesehen worden sei. Er reiffe nnd) Tirol unb begibt | abgelehnt, weil dies seine Kompetenzen überschreite, sich narb Frankreich, angeblich in der ^.'lbsicht, mit den Fahrern Witte, der seine besondere Meinung zu Protokoll gab, über- der EffHen revolutionären. Vetmgung ^sammwzutttsft^^^ • ~ö *•*--« I Einer Berliner an tu emit eschen Zeitschrift fajriibt em »err N. A. Iwanow aus Petersburg, daß Gapon, den er wiederholt gesehen habe, eine mittelgroße Gestalt mit einem nicht unichonen ^tumenioau am oi. ^anuac emuccuientii i /cazarenrrgesichi. fei. Ter jetzt etwa Vierzigiämige Üwmme au Sitzung de? Mimsteriums wurde Über die Untersuchung der einer Jud cn kol on ic im Gonvmmnent Poltawa. Ein J 1 des Nachdardorles hatte den srischeir, aufgeweckten Iuoenimigen liebgewonnen, zu sich genommen unb getauft. Er Zchiclte ihn aua) auf das Seminar. Toch sei Gapon als lüiähriger von biewm Seminar wegen Verkehrs mit Tirncn gctoieicn worden, xie antisemitische Presse fällt jetzt natürlich mit maßlosem Wutgeheul über den Priester her, ben sie bisher ganz migeschoren gelassen , ■ - imb mit ber gleichen Ruhe und Sachlichkeit ime tra ct ftiioio tote auf Mindestens sechs Sitzungen veranschlagt. T« Sohn eines Wiener Fabrikanten, der ein Fillalectabllsfc. ment ber Firma in Warschau leitet, ist nach Wien zuruckgeuhrt, da bic Warschauer Fabrik durch Streik zum Stillstand gezwungen ist. Er erzählt, daß ber Führer her Warschauer Arbeiterbewegung, ein östreickischer Pole aus Krakau, der zur Leitung des Streiks nach Warschau gekommen war, verhaftet fein soll. Anständige Personen, bie ruhig burch bie Straßen ging en, wurden von Kavallerie-Patrouillen nteberjertt»- tcn und zusammengehauen. Betrunkerte Soldaten feuern a u s U e. b ermu t auf harml ose P as 1 an t en. Iu der polnischen Industriestadt Lodz haben die Streckenden^ welche mit Gewehren bewaffnet waren, zahlreiche Sckuiw aus die Truvpcn abgefeuert. Tie Solbatetr ertoiberten bas r^euer, sodaß die Zahl ber Opfer sehr grop ist. In dem an ber schlesischen Grenze gelegenen polnischen Orte iSosnowice befinden sich 30000 teilweise bewaiwetc Arbet- , ter in vollem Aufruhr. Sie erwarten noch weiteren Zu- I zug aus der Umgebung. Ta cs den Anscheini hat,Eiftn- I bahnbrückc über bic Brimtza bei dem preußischen Orte Schopvtmtz durck bie Aufrührerischen gefährbet werben konnte, hat ber Lanbrat ber schlesischen Jndustrtestabt Katto- witz Militär r e a u ir i c r t, und es ist ihm, bem Vernehmen nach, für ben Vebarfsfall bic Garnison von Beuthen zur Verfügung gestellt werden. In Ka lisch herrscht allgemeine Ausstanb. Xje Laden sind aeschlossen. In den Theatern wird nicht gespielt. D« Schüler des philologischen Instituts und die Schulermnen des Gpmnasiums sind zu den Lehrstunden mckt erschienen . Der ,,Schles. Ztg." wirb von der rusftschen Grenze berichtet. In dem Grenzbezir^ T o rn b r o w a sind am .Rittwoch llnruyen nu9qeüiuüz':iii. Tiefe pflanzten sich nach Sosnowice fort, -tie I Leiste zogen in großen Trupps durch sämtliche Fabriken und erzwangen die Einstellimg der Arbeit, ^vo mau ihnen Nicht gleich 1 folgte, stellten sie bic Maschinen ab. Benn Durchziehen durch I die'Straßen faßten sie einen Polizeiwachtmeister ab ^reser mußte mitmarschieren: sonst wurden Gewalttätigkeiten Nicht verübt. Zm Laufe des Tages kam ein Knmfflureaftn-'nt in^Sosnowice^ am Posten angenommen. j Aoljlisüse Tägesschaiu Em neuer JustlZMiNlsttr. / VeterSburq, 2. Febr. Der bisherige Gehilfe des Die HaudelSvertragS-Tebatte. . JustizinmistcrS Mciiuchin, wurde zum Justizministcr Auf den Verlauf der HandclSvertrags.Dcbatte darf man ernannt J gespannt sein. ES ist anzunehmen, daß die Regierung d°S »iit(l Mirski. von der Generaldebatte zum Zolltarft her bekannte Verfahren Der bisherige Minister des Innern, Fürst Swiatopoll anwendet, daß also die Resiortimmster:. 'tn ™ bie Mirski wurde auf 11 Monate ins Ausland beurlaubt. Debatte emgreifcn wahr-end Graf Bulow nur dann b - Tas sieht einer Verbannung verzweifelt ähnlich. Polemik aufnimmt, wenn allzu grobes Gefchus, gegen die Tje Duma in Kiew beschloß eine Ergcbenhcits- Regierung gerichtet wird, -jn ^mer günstigen P s abteTfe an den Fürsten Twiatopolk-MirSki abzi.stnden, finden sich da der preußische L°ndwirt chaftSmmi ter v. Pod. worin sie ihr Bedauern über bic Erkrankung deS Fürsten! bielski. Durch die zu erwartenden Angriffe der Zinsen auSspricht und ihm baldige Genesung wünscht. In der Adreffc wird weiter die Hoffnung aiisgesprochen, den Fürsten in den ersten Reihen der erwählten Begründer der Wieder- winn von 5000 Mk. auf Nr. 88513, Gewähr.) Familieri-Uachrichteir. V bcroegung.) treiben. — Berliner Kreise wissen zu erzählen, daß in den) prachen, die die Truppen chefs zu Kaisers 52.00 nz: fest. je 1000 Mk. auf' je 400 Mk. auf! 33,30. 93.00' 139 75> 8»/0 Mexikaner . . 41/t% Chinesen . . Electric, dobucktirt . Nordd. Lloyd . . Kroditaktien • . . Diekonto-Komniandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . • Berliner Handeteffes. Oester*. Staatsbahn . Lombarden « Gotthardbahn . . - Laurahfltto . . « Bochum . . • • • 3Va% BVo W,°/o 3°/n 3*/8o/o schlechterungen hineinbringen will, so vermögen Zentrum und Freisinnige das kaum zu verhindern. Man weiß zur Genüge aus den parlamentarischen Erörterungen des Bergarbeiterstreiks, daß die Konservativen, trotz ihrer Abneigung gegen das Koblensyndikat, den Streikenden Unrecht geben, weil diese kontraktbrüchig geworden sind. Und ist die Klippe des Abgeordnetenhauses überwunden, dann hat noch das Herrenhaus sein Votum abzugeben. Erstens nimmt sich das Herrenhaus Zeit zum Beschluß, zweitens sind dort die Konservativen erst recht Trumpf. So kann es kommen, daß mittelst der nicht ungewöhnlichen parlamentarischen Verhandlungtzkunst schließlich ein Gesetz fertig wird, das von den guten Absichten der Regierung und den Erwartungen der Bergarbeiter nur einen bescheidenen Teil verwirklicht. In jedem Falle würde es zweckmäßig sein, das Berg- Notgesetz in einigen Tagen, statt in einigen Wochen herauszubringen. Wir möchten einmal sehen, ob beispielsweise bann, wenn es sich um eine schleunige Forderung von Geldmitteln oder um die Herbeischaffung von Auskunft auf parlamentarische Anfragen handelte, nicht soviel Dampf aufgemacht werden würde, daß in ein paar mal vierundzwanzig Stunden alles 105.50 65.90 65.60 131*80 Ansprachen, die die Truppenchefs zu Karscrs Geburtstag an dre Mannschafterr gehalten haben, vielfach auf die Vorgänge in Rußland Bezug genommen worden sei. Tie Mannschaften sollen dabei darauf aufmerksam gemacht worden sein, daß es unter Umstanden auch ihre Pflicht sein konnte, auf die Arbeiter zu schießen. ,,Sollte der Befehl ergehen, mit scharfer Munition Gehorsam zu erzwingen, dann umß jeder dem Kaiser gehorsam sein und seine Waffe mit Nachdruck gebrauchen. Das ist ja das beste Geburtstagsgeschenk für Se. Majestät, daß ihr auch nicht einen Augenblick darüber im Unklaren seid, voll und ganz euren: Fahneneide treu zu bleiben — Ter Kronprinz wird, nachdem im Befinden des Prinzen Eitel Friedrich jetzt eine entschiedene Wendung zum Besseren eingetreten ist, in nächster Zeit, voraussichtlich im Anfang der nächsten Wome eine längere Reise nach I tal i en antreten. Seine Rückkehr nach Potsdam ist für Ende Februar m Telephonischer Kursbericht. F nnkturt a. n., 3. Februar. 41'a % Portugiese!* . . < 30/ Portugiesen. * . . . 1-6 C. Türken . . . < Türken! ose..... 40/q Griech. Monopol.-AnL 41/, % äussere Argentlnor Kcer unb Motte. -Paris, 2. Fcbr. Der Senat berät das Militärgesetz und nimmt Artikel 1 desselben an, wonach der Dienst für alle Franzosen obligatorisch ist, und lehnt ein von dem Kriegsmimster bekämpftes Amendement ab, nach welchem diejenigen, die Familien zu unterstützen haben, vom Dienste befreit sein sollen. Dann nahm der Senat die 16 ersten Artikel des Militärgesetzes an. " Hessisch-Thüringische Dinarsiotterte. Am heutigen ersten Ziehungstage der 3. Klasse siel ein Gewinn, von 25 000 Mk. auf Nr. 79454 (nach Birkenfeld), ein Ge-s . — -" ein Gewinn vom Nr. 32816 41260 54943 77511. (Ohne Gewähr.) *• Mißbrauchte Mildtätigkeit. Auf welche Weise die Mildtätigkeit getäuscht und mißbraucht wird, erfuhren am 1. d. Mts. Gäste einer hiesigen Wirtschaft dadurch, daß ein' zugereister Handwerksbursche mehrere Male mit gebetteltem Kleidungsstücken in dem Lokal erschien und solche zum Ver-j kaufe anbot und auch verkaufte. Sogar bei kleinen Hand-: werkern in Privatwohnungen bot der freche Kunde erbettelte! 2000 Mk. auf Nr. 29068, Gewinne von Nr. 20976 72738 79888, Gewinne von Geboren. Herrn Otto Kellner und Frau (Wetzlar)- ein .y e st orb e n. Tina Knipp (Bad-Ncmhe'nrQ. .....: Deutsches Reich. Berlin, 2. Febr. Der Kaiser besuchte heute den Reichskanzler Grafen Bülow und hörte im Könrgl. Schloß die Vorträge des Ehefs des Generalstabes der Arnree und des Ehefs des Militärkabinetts. —- Seitens der Berliner Aristokratie war em Reit er fest in Mößerem Stil geplant zu wohltätigen Zwecken. General v. Plessen und der Herzog von Ratrvor interessierten sich für das Fest und suchten das Patron ar des Hofes dafür zu gewinnen. Auf Wunsch des Kaisers wurde jedoch von der Veranstaltung des Festem Ab st and genommen. Der Kaiser hielt, als ihm die ^dee des Festes vorgetragen wurde, eine derartige Veranstaltung mit zu bedeutenden Ko st en fürdie m i t wir r e n - den Offiziere verknüpft. Der Kaiser wünscht also nach wie vor nicht, daß .seine Offiziere luxuriösen Aufwand vermischtes. * Berlin, 2. Febr. Im Hause Kreuzbergstraße 35"; versuchte heute bte pnver ehelichste 25jährige Näherest- Emilie Ehricke sich und ihre beiden kleinen Krnde-rj durch Lysol zu vergiften. Schwerverletzt wurden alle; in ein Krankenhaus gebracht. Verschmähte Liebe, oftmals wiederholte, aber nie eingehaltene Eheversprechen, m letzter, Linie aber auch Nahrungssorgen waren die Motive zrft der Tat. ' Weitere Einzelheiten fehlen. Sofia, 2. Febr. Der Zar ernannte den Thronfolger Prinzen Boris anläßlich dessen heutigen Geburtstages zum Leutnant im Minsker Regiment, dessen Ehef Fürst Ferdinand ist. . Tokio, 2. Febr. Die Unterzeichnung des amerrra- nisch-japanischen Schiedsgerichtsvertrages wird in Bälde erwartet. Derselbe ist nach dem Muster des englisch-- franzö fischen Vertrages ausgearbeitet. . 111.70' . 313.20 . 192 50 . 14400 . 161.10t . 16610 . 13S 30 . 17.35 . 191.50 . 256.00 . 240.70 . 213.50 Schuhe und Strümpfe zum Verkauf an. ** Fahrlässigkeit. Gestern nachmittag reparierte ein hiesiger Schlosser das „Deckeisen" über dem Lichtschacht eine?1 Kellers in der Kaplansgasse. Weil das Eisen nicht recht paßte, nahm es dec Schlosser mit in die Werkstätte und ließ', während dieser Zeit die Oeffmmg unverdeckt. Ein Mädchen,^ das inzwischen aus dem Hause herauskam, vor welchem 5er. Schacht offen stand, trat unversehens — es begann schon zu dunkeln — tn die Oeffnung und verletzte sich am Bem. Es wurde Anzeige gegen den Schlosser erhoben. § Großen-Linden, 2. Febr. Der hiesige Emwohne'o Z. wurde heute nachmittag wegen Sittlichkeit^-^ vergehens an schulpflichtigen Kindern von der Gendarm erie| Gießen verhaftet und nach Gießen gebracht. —- Gin; Zunge, welcher sich auf der Bahnstrecke Gießen-Wetzlac, überfahren ließ, heißt Freitag und ilt aus Heuchelheinp gebürtig. Ec war bei einem Gießener Schuhmachermeister mj der Lehre. Bad-Nauheim, 2. Febr. Der frühere Bademeister, und Hausverwalter Theodor Meister ist am 31. Januar mr Alter von 75 Jahren in Bensheim a. d. B. nach langem, schweren Leiden entschlafen. Meister wurde 1830 als Sohn des Großht Hess. Forsters Meister in Biedenkopf geboren; er trat 1849 in" das erste Lest. Infanterie-Regiment (jetzt 115), und machte 1866 den Krieg als Feldwebel mit. Nachdem, Nauheim von Kurhesien an das Großherzogtum Hessen kam,, wurde Meister 1877 hier Bademeister. Er wurde 1896 j pensioniert. P1 ,, , r, ~ Friedberg, 1. Febr. Nach den stattgehabten Ec->, gänzungswahlen setzt sich der Vorstand der Handels-» kämm ec Friedberg wie folgt zusammen: Kaufmann: Fertsch-Friedberg, 1.Vorsitzender, Hotelbesitzer Sprengel-; Bad-Nauheim, 2. Vorsiender, Fabrikant Sch afer-Büdingen,j 3. Vorsitzender; Fabrikant Julius Kann erhielt das Schatz-« meisteramt. Sekretär bleibt wie bisher Rechtsanwalt rmdj Notar Stahl in Bad-Nauheim. Die Hullksmmisfion. Paris, 2. Febr. In der Hullkommission wurde gestern nachmittag wiederum Kapitän C l a d o vernommen, der betonte: An eine Verwechselung eines Frlcherboot^ mit ein e m T o rp edob o o t sei garitrcht zu den ten, besonders dann nicht, wenn die Schemwerfer m Tätigkeit Mw. Or versichere ferner, die russischen Schiffe hätten wahrend der ganzen Nackt vom 21. auf den 22. Oktober rLeeiNmal em genommenen Stellungen behalten. Als Roschdfestwenski von dem Angriff auf den Hilfskreuzer „Kamschatka" erfahren habe, habe er demieiben zmrächst keine schwerwiegende Bedeutmig beigemessen, habe fedow die Schiffe „Aurora" und „Dmietri Tonskoi der „Kamschatka zu Hilfe gesandt, ohire ihnen bestimmte Instruktionen zu erteilen. Eine lange Erörterung entspann fich darüber, genau an welcher Stelle sich die beiden von Clado bemerkten Torpedoboote befunden hätten und rn welchem Moment sie erschienen seien. Clado erklärte weiter, er habe kein Torpedoboot und fern Fischerboot sinken sehen. Die F i s ch e r b o o t c hatten aus Zufall oder infolge Schlingeriis der Schiffe indirektes Feuer erhalten können, aber kein direktes. X'enn ^^blestwen^ki hätte befohlen, nicht auf sie zu schießen 1« tn der .Mowofe Wremia" veröffentlichte Bericht eines Schiffsprediger!» über den Vorfall sei konftis imb unrichtig. t Leute vormittag wurde wieder Kapitän Clado vernommen. Er resümierte den Bericht des Admirals Ra)^blestnienski, m dem die Ansicht ausgesprochen wurde, die. SlÄerheck des Ge- fcfiroabfrS hab- die fofortige Wettfahrt erheycht, irnt Kil'cb?rbooten, bereit Beschädigungeit als Keittg galten, »tlfe zu leisten Clado gibt dann technische Ansklauungen darüber, wie bas Boot „Crane" indirekt getrosten wurde, und beschrerbt seiner die Vobsichtsmaßreaeln, die fett d-r Abretie von Reval getroffen wurden, und den Grund zu biwit Maßregeln - ^n der Nachmittagssitzung wurde Leutnant S chra m t schon ko von dem Linienschiff „Borodino" vernommen, der auslagte, daß man unmöglich von Bord des Panzers ein Fucherboot für etn Torpedoboot hätte halten können. Er sah etn T o r P e d ob o o t aul ungefähr eine Meile sich nähern. Ter englische Kommandant Keanes, legt die Möglichkeit dar, daß man aus eine, große Entfernung selbst mit dem Scheinwerfer em st s R e rb o ° t für ein Torpedoboot a n s e h e n k ü n n e. Jitf eine ^Rmerkung Foumiers kommt der Zeuge Isdoch von,tetner Anstcht zurück. Der norwegische Lotw EhrtIftan,en erzählt, er habe in der stiacht vom 21. Ci'tobrr in der. Nordsee etn 4, orpedoboot gesehen, und beschreibt das Boot, feriier iah er am solgenden Taae um 3 Uhr früh mit voller Geichwmdtgkett em ah nl t ches SckZs labren Auf Ersuchen des BotsSaftssekretärs Mandel- stamn K der Senge eine genaue Beschreibung^des Torpedo- boot es das er am 19. Oktober geichen, und des Fahrzeuges, das er am 21. Oktober bemerkte, und sagt schließlich, das $or = pedoboot sei von Fischerbooten umgeben gewesen. Aussicht genommen. — Ter „Staatsairzmger" meldet, baß der Mnuster ves^rnnertt, Frhr. v. Hamm er stein, nach Tüsseldorf abgereist ist. — Tie hessische Rechtspartei" hat das Leichenbegängnis de§ Fürsten Karl von L>anau zu einer politischen Kundgebung mißbraucht. Unter.den zalst- reichen Kranzspenden befandm sich solche von Anhängern der hessisch"n Rechtspartei: darunter eine mit folgender Inschrift auf den Schleifen : „Dem 4. Sohne unseres unvergeßlichen, vielgeliebten KuMrsteir, des ewigen Zeugen für das rechtmäßige Fürstentum, Sr. Durchl. Fürsten Carl von Sanau und zu Horsowitz, Grafen voll Scl-aumburg, ul unverbrüchlicher Liebe und Treue ehrfurchtsvoll und untertänig gewidmet von den treuen Niederhessen." , — Im Reichstagc brachtm Albrecht und Gcuonct» mehrere auf den Schutz der Arbcrtcr m vcrichtedcncn Bc- trteben bezügliche Resolutionen ein. Eime wünscht eine Vorlage eines Gesetzentwurfes, durch welchen die tägliche re- gelmästige Arbeitszeit für alle tut Lohn-, Arb.tts- und Tienstverhältnis int Industrie-, Handels- und Lerkebtsweien beschäftigten Personen unter Festsetzunü °>'°^-cssener Ueh rgangs- Vorschriften auf längstens 8 Stunden festgesetzt und dec Samstag nachmittag sreigegeben iöirbt Gießen, 3. Februar 1905. L U An Stelle des mit dem 1. April aus dem Verbände 'der Landes-Unioersität auZscheidenden Lektors Goetschn ist Lueien Thomas aus Lüttrch zum Lektor der französischen Sprache an der Landes-Universität ernannt W »' Personalien. S. Kgl. H. der Großherzog haben dem Oberlehrer an dem Schullehrersemmar zu Bensheim Lenhart den Charakter als Professor erteilt. — Uebertragen wurde dem Schutamtsaspiranten Orth aus Etch, un Kreise WormS die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober- Mumbach im Kreise Heppenheim. - Das Riiterkrettz erster Klasse des Philippsordens erhielt der Etsenbahn-Dtrekior Schauer Vorstand der Maschineninspektion Frankfurt, bnS Verdienstkreuz desselben Ordens der Stationsvorsteher zweiter Klasie Bors um und da8 hessische allgemeine Ehrenzeichen der Zugführer Lott, sämtlich in Frankfurt a. M. « tßon der Universität. Zum Nachfolger beS als fßräfibent der Phnstkalisch-technischen Reichsanstalt ausersehenen Pro essorS ber Berliner Universität, Geh. Regierungsrats Warburg ist, wie uns aus Berlin flcmetbct und hier bestätigt wird, in erster Linie der orb. Professor »nd Direktor des Phpsikalisch-technischen Instituts in Gießen, Dr. Paul Drude in Aussicht genommen worden. Nimmt Herr Prof. Drude diesen überaus ehrvollen und glänzenden Ruf liach der Reichshauptstadt an, dann würde unsere LandeSunwersttat einen äußerst empstndlichen Verlust erleiden. Neueste Metduugen. Essen, 3. Febr. Infolge des Streife gingen itf ntebrei^ Gruben pes westlichen! Reviers neuerdings mehrere ötrractri zu Bru ch. Der Schaden ist sehr einpfiirdlich. \ Prag, 3. Febr. Tic Brücher Kohlenwcrre lehnten dic' Forderungen der Arbeiter betreffend L o h n e r h ö h un g urü>j ein Miudestlohn ab, weil die Konjunktur und bte Abf-atzverhalt- uifse dies nicht gestatteten. , ' Heidelberg, 3. Febr. Eine Natronalliberale Pro-, testverfammlung irahm eine Resolution an, daß für dle^streckenden/ Bergarbeiter in verschiedenen Stadtteilen Heidelbergs ©ammeh* "Hellen errichtet werden sollen.^ i -V Paris, 3. Febr „Echo de Paris" berichtet aus Petersvurgr. General Griepenberg, Befehlshaber der zweiten Armee, ans^ Geiundbeitsn'ickfichten seine Demission gegeben. ~Hs feu^ Nachfolger wird General Milo ff, der Befehlshaber desj ersten europäffchen Armeekorps, welcher früher unter dem Befehd Griepenber-gs stand, genannt. .. w . \ Paris, 3. Febr. „Pettt 5krri)icn'/ berichtet aus Peters--, bürg: Infolge der strenge Kälte sind alle Operationen enga-, stellt. Tie Information über den Rücktritt, des Generals Grre- penberg bestätigt sich. Terfelbe ist venmacht durch MerN^ ungs-Verichiedett heiten zwischen Knropatkm und Gne- penberg. Griepenberg beschuldigte .Kuropatkin, ihn ogne gelassen zu haben, als et den Sieg in Handln gehabt W. ®ueKn* berg kehrt n ach Petersburg zurück, nachdem er bie ^mUBoni als BefphlSbaber der zweiten Armee gegeben habm wrrd. ^ heißt, daß sich ein M angel an Lebensnutteln aufdem ^regs^ schanvlatze fühlbar macht. — „Petck Journal ’^e^t trrybura: Es wirb mitgeteilt, daß die ^^ner btc Absichsi, Wlabiwostok zu blokicrcn, durchgmchrt W» - Tomsk ist infolge Ausstandes eine große Menge für btc Man-, dfchurei bestimmter Lebensmittel S e r st ö r 1 worden. Tokio, 3. Febr. Unter den rnfsr 1 chen Gefangenen. in ^antabera Tengaohaya und Matsiwama rst eme Pocke n--§ E p i d e m i e ausgebrochen. Täglich_werL^N 1000 d^sonen gennpft^ Kopenhagen, 3. .Febr. Dce Lotfen m Nvborg habenj Befehl rrbalten^ das dritte ruisifche Geschwader bc-. stehend ans 5 Linienschiffen, 3 Torpedobooten und mehreren, Transvortschisfen durch den Sund zu fflhren. ______j A-r Krieg. Die Nüssen über btn H-mho zurückgetrieben. Sonboit, 3. Febr. Tie japanische Gesandtschaft erbiett ein Telegramm aus Tokio von heute, das ben Bericht bes Marschalls Odama mit Einzelheiten von tot schweren Gefechten vom 25. bis 29. Januar enthält, in denen btc Rnu en auT bas rechte Hnnhoufer zu rück getrieben wurden. Es bernt, bte Tn'PPen. die uns gegenüberstanden, waren daserste sibrcnche Armeekorvs, ein gemischtes Armeekorps, die 61. ^trtsl^ A^serv^ivsiwn n einige Iägerabteilungen, ferner bte zweite und fünfte Brtgad der Scharfschützen und ein Tetl des achten ^lrmeekl^ps, t ganzen! mindestens sieben Divisionen emer Kavalle^e- divifion. U n s e r e B e r l u st e, betrugen etwa 7000 ME Dte feindlichen Verluste sind betra chtltch. . Gefangene sagen aus, vier russische Jnfanterieregimenter^seten^^beEhe vernichtet worden, bei denselben feien viele, Komvagnten bts auf 20 bis 30 Mann r ed uzier t. Danach muffen die rusfifchen Verluste mindestens 10 000 Mann betragen. Ausland. Angers, 2. Febr. Infolge dec Katastrophe irn Schieferbcuch von Avrille weigerten sich die Arbeiter trotz des Verlangens dec Arbeitgeber auf Leitern in den Bruch hinabzusteigen und beschlossen den allgemeinen Ausstand. London, 2. Febr. Aus Madrid wird gemeldet, daß dec König von Spanien, die Königin-Mutt ec und andere in dem königlichen Palast anwesende Persönliepkeiten dec Gefahr der Erstickung . durch, giftige, Gase knapp entkommen sind. Unzweifelhaft lag ein raffiniertes Komplott vor. Ein Ingenieur ist verhaftet worden. Reioheanleiho • ♦ 102.15 do. . . . 90.25 Konsols • • • • 102.15 do . . . 90.50 Hessen ...» 100.3o yf % OberheRsem . . . 99.70 4% Oesterr. Goldronte . 101 90 41- % Oesterr. Mlberronto 100.75 4% Unsfar. Ooldrento . . 100.20 40/0 Italien^ Rente , 52.03 Harpener . . . 45.70 I Staatsschatzseheiue . fix und fertig wäre! Es muß eben gehen, die gesamte Industrie hat das allerdcinglichste Interesse daran, daß der Streik beendigt wird, und derselbe brennende Interesse nehmen Hunderttausende von Arbeitern, bei denen die Entbehrung eingekehrt ist, die zum Teil ganz ohne Verschulden durch den Kohlenmangel in Mitleidenschaft gezogen sind.- Wir wollen nicht annehmen, daß etwa die Erledigung der Kanalvoclagen dec Regierung als die wichtigere und keinen Aufschub vertragende Angelegenheit erscheint. Die Kanalvorlage ist eine Bagatelle im Vergleich zu dem Streik im Ruhrrevier. Täglich springen aus diesem Brand Funken über auf Gruben in anderen Revieren des Inlandes und Auslandes, die sich mit den Ausständigen solidarisch erklären. Ob die Kanalvorlagen acht, vierzehn Tage spater weiter beraten werden, das ist ganz gleichgültig. Wenn aber die Regierung sagt: Wir könnens nicht schaffen, außer in einigen Wochen — so gibt es noch zwei andere Wege. Entweder, es bildet sich eine Kommission aus den Vertretern dec Parteien de» Abgeordnetenhauses, um in Form eines gemeinsamen Antrages den anerkannten Beschwerden dec Bergarbeiter abzuhelfen, wobei lediglich die Zustimmung dec Regierung erforderlich märe, oder die Regierung gibt genaue, eingehende Erklärungen darüber ab, was sie unter ollen Umständen durchzusetzen beabsichtigt. Nach der „Tagesztg." wird damit gerechnet, daß bte Novelle zum Berggesetz dem Landtage kurz nach dec Mitte ober gegen Ende dieses Monats zugehe. Gegen Ende dieses Monats! Und dabei treffen fortgesetzt Meldungen em, bte auf das kritische ber Situation Hinweisen. Schreibt doch um nur eine Aeußerung anzuführen — die National-Ztg.: „Im Ruhrrevier ist die Stimmung ber Arbeiter gegenüber dem Bergbaulichen Verein soweit zu gespitzt, daß selbst der evangelische Arbeiterbund nur noch schwer von Kundgebungen zugunsten des Streiks zurückzuhalten ist, diesen Ausbruch er seinerzeit scharf getadelt hat. Nur mit Mühe sei m einer dieser Tage abgehaltenen Versammlung eine abgefchwachte Resolution durchgesetzt worden gegen die Weigerung des Bergbaulichen Vereins, in Verhandlung einzutreten unb die heutige Kundgebung des Bergbaulichen Vereins zu den arbeiterfreundlichen Ausführungen des Grafen Posadowsky ist auch wahrlich nicht dazu angetan um den Frieden zu fordern, (vgl. unseren heutigen Artikel über die Bergarbeiter- Feinen Himbeersaft L Fra Christine Arnold Dr< VMrr'r p"dädM£'r bester Erteil fttr Millionenfach bewlhrte Rezepte gratis von den beeten Geschiften. 635 Leihgestern, den 2. Februar 1905. Die Beerdigung findet SamStag den 4. Februar, nachmittags 4 Uhr, statt. je 4-Lit.-Dose^2.16 ff' Rollmöpse 4«£it ff. Bismarkheringe 2.80 geb. Lotz. 632 Gießen (SelterSweg 34), den 3. Februar 1905. »7, empfehlen Schellfische 6 Ein kräftiger Junge angekommen Gießen, 3. Februar 1905. 0615 August Noll. 477 verbunden mit 0609 AesWäsc/^ zu vermieten. 04 Srust Bloedner, Plockstraße 2. 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