155. Jahrg Samstag, 2. Dezember 1905 Nr. £83 b* flcneral-Anzelgki, 2lmts= un6 AnzelgcblaN für Öen Kreis fliehen. I (Beifall links.) schiede Die Grund übrigens Wer Mn) it einem Wdiltr ■ q ober 91ml l»i eiter itbobnhof ftieäfni zu niflibfin ?r onmnfeflefteOliws jri'tlidje Tlelbtnw 6-358 an ben #ifle yryetger erbeten Parlamentarische Verhandlungen. 1 e<*e gegen die Agrarier steten zu rufen, die durch die gegenwärtigen Verhältuisie nicht bedingt ist, so unterschreibe ich das Wort für Wort. Gerade in so ernsten Zeiten sollte man e5 vermeiden, die einzelnen Vevölkeruimsklassen gegeneinander auf« znhetzcn. Nur durch gemeinsame Arbeit werden wir imstande sein, den ernsten Aufgaben der Zeit gerecht zu werden. (Lebhafter Beifall.) Abg. Graf Neventlow (Antis): Meine Freunde können dem Londwirtschaftsminister nur die vollste Zustimmung aussprechen. Sehr mit Unrecht sagte der Abg. Sche demann, in einem wirklich konstitutionellen Staate würde Herr von Podbielski keine 24 Stunden mehr Minister fein. Wie kann er das annehmen? Im Gegenteil. Die Stellung des Landwirtschaftsministers würde noch mehr befestigt werden, wenn der Reichstag mehr Rechte hätte, denn die große Mehrheit des Hauses steht auf seiner Seite. Gewünscht hätte ich allerdings, daß der Minister bei dem Empsanae von Deputationen nicht so sehr in Details über die Fleiscbuotfraae cingegnngcn wäre, und daß er die An-apfuni-n W Abt. Scheidemann überhaupt unbeachtet gelosten batte. Auf solche Dinge ist Schweigen die einzige Antwort. Der Sozialdemokratie bin ich zu Dank verpflichtet, denn sic hat sich in Meier Frage die längst verdiente Niederlage vor breitester Oeffem- lirbkeit geholt. (Lachen bei den Soz.) Wenn ich Reichskanzler wäre l^eiterkeit). dann würde ich diese Tatsache in das Zitat kleide,, von iener Kran, die das Böse will und das Gute schafft, fßjrore H iterkeit.) Ich überlaste den unvernünftigen Kampf gegen den Mittelstand gern den Herren von der Linken und vielleicht noch dem Ministerialdirektor Thiel. (Erneute Heiterkeit und Zustimmung rechts.} Herr Scheidemann hat auch von dem Schweineverkauf gesprochen, den Herr Pattmann in Schmalkalden organisiert hat. Hierbei bat er aber die Hauptsache zu erwähnen vergesten — den Ab,ng der Tara von 20 Proz. Im übrigen ist der Abg. Scheidemann mehr wide'legt, als seine Ausführungen selbst nach Abzug von 50 Proz. Tara wert gewesen sind. (Heiterkeit und Zu- itimmi-ng reckst? 1 Die Interpellation war absolut unbegründet; wer die Denkschrift des Landwirt'ckiaftsministeriumS und deS Lindwirtschaftsrats studiert bat, muß das einseben. Herr Dove hätte die ratio lepis des Reichsseuck'enaefetzes gewiß bester ver- stond-n, wenn er Jurist wäre. (Zuruf,: Er ist ja Jurist!) DaS glaube ich nicht! (Große Heiterkeit) Aber merkwürdiger Weise ist er Vertreter eines ländlichen Wahlkreises. Seiner Rede hat man , das nicht angemerkt. Die Ursachen der jetzigen Fleischteuerung werden in den beiden Denkschriften richtig angegeben. Sie liegen ?um Teil am Futtermangel, aber wesentlich ist mich die Haltung der Vreste daran schuld, welche angeblich die Interessen der Fleisch- frnfnmcnten wahrnimmt, aber mir e’ne gewiste Suggestion auf die FsM'^-r ausübt. dabin. daß sie die Preise erhöben. (Lebhafte Zu- stimmuna rechts.) Wir erkennen selbsweri'tändlich das Fleischer- oewerbe wie auch das Vermittelungsgewerbe zwischen Fleischer und Produzenten als woblberechtigt an: ober es ist ja natürlich, daß, wenn das Fleisch erst durch vier bis fünf Hände geht, ehe es an den Konsumenten kommt, »5 dadurch erheblich verteuert wird. £ic Gewinnansorüche des Zwischenhandels werden auch immer größer. Am Iabre 1A05 betrug der Zuschlag des Zwischenhandels mif da? • Schwein pro Zentner 6 Mark, beute beträgt er 14 bis 15 Mark; er i bat sich also in diesen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Daß die ^effnung der Bremen eine Verbilligung des Fleische? berbei- füfirf, iff aanz zweifellos unrichtig. Oesterreich hat kein Über« zäbliae« Vieh und müßte geradezu ein Ausfuhrverbot erlassen, wenn wir die Grenzen öffnen wollten. Irrig ist es auch, daß keine , Leuchengefabr vom Auslande drobe. Die Viehseuchen sind noch 8u aller Art,., hirfit für io'o-: ■ Mädchen mii i j auch jut 9ltt nfttbort], cotif. himÄ Hk Trlktiält Ären M. h,s Vedlar, Wifc Stridett, Knltr .nweben lt Ich mich augklif tgarne (teii l habe ltft< grelle estine Hi' riutete«^ M-W Mti immer vom Aiislande zu uns aekommen. Der Ausgleich zur Herbeiführung normaler Fleischpreise wwv sich von selbst voll-ieben. denn es ist ni<*t anzunebmen, daß wir eine ""übe schlechter Futteriabre hintereinander haben werden. Viel könnten aber mich die Städte selbst zur Verbilligung des Flei- sches beitragen, wenn die Vertr-ter der Städte endlich ein|ehen wollten, daß nach der doppelten Fleischbeschau auf dem Lande noch eine dritte B-schm, -um Nutzen der Stadtkasse in der Stadt selbst vollkc men überflüssig ist. Wenn die Städte auf ihre hohen Schlachtsvorteln verzichteten, dann brauchten sie sich nicht auf ihren Städtetagen zu blamieren. (Heiterkeit und Zustimmung rechts^ Sie (links) stellen sich stets nur auf den Konsumentenstandpunkt und vergessen, daß Mr Produzent auch Lust und Lickst brauch d dafür zu sorgen, daß nicht durch Oefsnung von äugen ^eefHMr n. e< «M>endiastsminister beim ■ Aei kauf seiner drei Schweine von der Berliner Kommune gemackt * wurde, hatte er keinen Grund, sich zu beschweren. Die Tiere |Md bomir transportiert, gefüttert und versichert worden, und bas Fstisch hat dadurch nur eine Verteuerung von 5% Prozent cr- fof ren, was gewiß nickst unbillig ist. Auch wir halten den fetzigen Ur.xclftanb, dessen Eristenz sich nickst Hinwegleugnen laßt, mcht für dauernd, sondern für vorübergehend, wir wissen aber, daß er |ich in mehr ober minber kürzeren Zwi'chenräumen wiederholen muß, wcrm nicht durch Oefsnung der Grenzen seine Ursachen betettigt wc -en. (Sehr richtig! links.) Die Aussckialtung des Zwi'ch.-n- haudelS würde keine Verbilligung deS Fl^isck)es herbeifiihren, bei an- betvn Artikeln ist auf diesem Wege auch keine Preisminderung friert worden. Mit Herrn von Oldenburg stimme ick Darin übet» tln ba6 in dieser ernsten Zeit alle Kräfte zusammengefaßt werden mieten zur Arbeit für das Wohl deS Vaterlandes, das Wort vom ,ediäbel finfd'lagen“ mochte ich nur aber nicht zu eigen machen, bei 'm dieser Scherz wird rirfit allgemein verstanden werden. Es kSninte inöbesoudeie im Auslande leicht zu Mißverständnissen fuhren. Ich meine, in einer Zeit, wo man Dem deutschen Volke so schwere Opfer für die Wehrkraft zumutet, wie eS fetzt fortDauemb ■ Wirbt, hätte man allen Anlaß, ihm zu zeigen, daß man auch feilte Lebensinteressen an leitender Stelle mi^ Verständnis zu be- urtcilcn weiß und Dort nickst gewillt ist, die sonderinteressen em- ztlner Kreise den Gesmntinteressen deS ganzen Volkes voranzu- sielen. Vermittln 7^56,1 S-beiSv. JjJnHfit: 'üdchen inbieüt. ?labAen, lr ’ttnen bnlr. iiSarbelt ? Mädchen mj zu züchten. Abg. Dr. Paasche (natl.): . ES ist vielfach und namentlich auch von feiten des Begründers ber Interpellation der Standpunkt vertreten worden, daß die Zlvischteuerung eine Folge unserer ganzen Wirtschaftspolitik |ci mit» daraus hindeute, daß diese sich auf einer falschen Bahn be- fir be, daß daher die Schlußfolgerung daraus zu ziehen |ei, man miiffe möglichst bald umkehren auf Dem Wege, den wir in den Irrten Jahren in unserer Wirtschaftspolitik beschritten haben. 9?einc politischen Freunde haben nun gerne mitgearbeitet an ber Ausgestaltung dieser Wirtschaftspolitik, speziell an dem Zustande- - (emrnen des Zolltarifs und der Handelsverträge, und ich erkläre ausdrücklich, daß wir das, was wir damals gewollt haben, einen whöhten Schutz für die Landwirtschaft, speziell für die vieh- fp^uzierenden kleinen Bauern, auch nach wie vor weiter verfolgen (Zustimmung), und daß wir nickst dem zustimmen können, daß aus diesem Wege irgendwie muegehalten wird. Daran wollen wir fest- {alten. Wir sind aber auch mciter der Ueberzcugung, daß wir aus tean rechten Wege sind mit den Mitteln, die eingeschlagen worden fir b, um der Landwirtschaft zu helfen. Tie Herren, die hier mit nehr ober weniger Temperament auf Die Fleischteuerung und ihre Ui iaefcn hingewiesen haben, scheinen ganz vergessen zu haben, baß t3m einer Wirkung Der neuen Wirtschaftspolittk hier noch ga£ feine siede sein kann, daß diese Fleischteuerung ja noch unter dem System teir alten Caprivischen Handelspolitik entstanden ist, die ja gerade Der Linken so energisch unterstützt worden ist. (Zurufe lei lern Soz. und Freis.) Ja, Sie können bas boch nicht bestrc ' bür stehen noch heute unter dem Zeichen der Caprivisckstn Han Anträge. Unter diesem Zeichen noch ist die jetzige Teuerung' sanden, die auch wir als eine Notlage einzelner Kreise anerkcu .u rn.b von der wir zugeben, daß sie im Interesse namentlich auch der Lcundwirtschaft besser vermieden worben wäre. ^Auch von den lie-.bnern Der Rechten ist zugegeben, daß eine Fleischteuerung be- fe.ht, und deren Vorhandensein wird auch niemand leugnen. Von teir Rechten, wie von Der Linken ist sie auch lebhaft beklagt worden, slbeer wenn diese Teuerung nun so furchtbar aufgebauscht roirp, vemn nun, wie vor drei Jahren, in einem großen Teil der Preße tirae Agitation gegen die Lan-bwirtsckxtft getrieben wird, |o be» Urnern wir das auf bas Lebhafteste. Ich muß aber bei biejc’- «ag< Giehener Anzeiger ==£= jjr Molctloo. vorragcnb anerkannt Scctfdkrei Kupferberg, Mainz- 1900 1901 1902 1903 1904 8 24 80 61 63 401 914 3035 1909 2365 Ferner wurde bringung eines die Kosten für unterliegen, in für die Kinder, Die Bürgermeisterei wird beauftragt, sich übrigen Städten des Großherzogtums werden sollen, wie übergeben werden, dieserhalb mit den in Verbindung zu minderjährige Kinder, die derselben Weise beschafft die der Zwangserzlehimg Seeth, Architekten sind Kristcllcr und Sonncnthal, fefc Der Bauplatz kostete 1,775,000 Mark, die Kosten ji ta Bau und die Einrichtung beliefen sich auf rimb zwei«. Mark. Der Zirkus, der am Samstag abend 8 Uhr wird, bringt vorläufig Varivro-Vorstettungeu fluten Gemr- die gegen Ostern durch den bekannten Zirkus Albert mann abgelöst werden. (®* 2lnj.) [] Marburg, 20. Nov. Im Kreise Marburg wurde in diesem Jahre für Gcmeindcobst 9259,87 Mk. gegn 15 633,49 Akk. im Jahre 1904 eingenommen. Das bck Geschäft macht die Gemeinde Bauerbach, die für 1823,K Dlark Gemeindeobst verkaufte. Die Stadt Marburg notyii 1332,70 Dtk. ein. Wann und wie so!! man Sect trinken? Diese Frage könnte für den ersten Augenblick lächeÄi erscheinen. Lils ob man noch keinen Sect getrunken bett Oder nicht wüßte, wie er zu trinken wäre 1 Und doch haut" wir es für nötig, darüber einmal 51t sprechen, denn eS 9” verhältnismäßig nur wenig Leute, die ihn zur rechten 3^1 genießen. In der Regel kommt man auf ihn erst zur^ nachdem so viele andere, leichte und schwere Weine, vowr gegangen sind. Das ist eigentlich falsch. Den wirkliche Genuß von Sect hat man erst dann, wenn man direkt za- Scct greift und Zunge und ©aumen noch nicht überreizt Wer sich davon nicht gleich überzeugen lassen will, der mad 5er Städte, sondern in erster Linie Sacke des Staate?. Derr ytinn hat den Städten den Rat gegeben, sich wegen der Flcischversercr^ mit der ^ichzentrnle in Verbindung ,e heutige Wirtschaftspolitik ist leine volksfreundliche, es ist eine Politik, die dein Vaterlande zuiy Schaden gereicht. (Beifall lintS.) DaS Haus vertagt sich. Persönlich bemerkt Abg. Scheidetnnnu (503.): Ter Abg. Graf Reventlow hat behauptet, der „Vorwärts' habe mir empfohlen, erst mehr Kenntnisse zu sammeln, bevor ich übet h rndeispolit sche Frage schreibe. Der Abg. Graf Revent ow bat damit eine objektive Unwahrheit ausgesprochen, denn jene geschmacklose und durchaus verfehlte Aeußerung eines „Vorwärts"-RednkteurS bezog sich nicht auf mich. Entweder hat Gras Neventlow den „Vorwärts' nicht verstanden öderer hat ihn gelesen und die Bemerkung kpi-rt. und dann m r seine Behauptung leine objektive Unwahrheit niryt, sondern weit schlimmer. Abg. Graf Reventlow (kons.): Nach dieser Bemerkung kann ick meine Informationen mit mehr als richtig anerfennen. Aber mein tatsächlicher Jrrtnin tonnte für Herrn Scheidemann kein Grund fein, die Grenzen auch bei allergcwvhnlichsten Anstandes 31t überschreiten. Präs. Graf Ballcstrcm: DaS letztere war leine persönliche Bemerkung mehr. Nächste Sitzung: Sonnabend 1 Uhr (Rechnungssachen, Nachtrag etat für die s ii d w e st a f r i k a n i s ch e Bahn v 0 n L ii d e r i y. bucht na d) K u b 11 ü und Fortsetzung der B e s p r e ch u n g d et F l e i s ch n 0 t - I n t e r p e l l a t i 0 n. Schluß 61 Uhr. daß bei der Pensionierung von städtischen Beamten kein Unterschied mehr zwischen höheren und niederen Beanlten gemacht werde. Em Antrag des Leiters der Kinder-Hilfs- chule, den Kindern dieser Schule freie Fahrt auf der Straßenbahn zu gcivähren, rourbc angenommen. Für Untersuchung der Fassaden des ehemaligen kurfürstlichen Schlosses, Bc- chaffung von Stcinmatcriat und Aufstellung eines Gerüstes iüv die zweite Baupcriodc wurden 10 000 Mk. bewilligt, beschloßen, bei der Staatsregierung die Ein- Gesetzentwurfes zu beantragen, nach welchem dem Fürsorgegesetz Dayton, O. Kath. Sigle geb. Blanche, aus Geiß-Rtdda, zu Syracnse N. I. () M u s ch e n h e i m, 1. Dez. Am vergangenen Montag sand auf dem Rathause eine Versammlung des Gemeinderats, des Pfarrers, der Lehrer und der Vorsitzenden der verschiedenen Vereine statr Nachdem Lehrer Günther mit kurzen Worten den Zweck und die Ziele eines Bolks- bildungsvereins llar^elegt hatte, und sich Pfarrer Köhler, Beigeordn. Eifer und Lehrer Rabenau über obigen Gegenstand ausgesprochen haUen, wurde die Gründung eines Volksbildungsverems beschlossen. Bürgermeister Becker wurde zum Vorsitzenden gewählt. Ter erste Vortrag wird noch im Dezember von Lehrer Günther gehalten werden und zwar über das Thema: „Ter Deutsche Bauer in Vergangenheit un^ Gegenwart". Eine Volksbibliothek wird nächsten Samstag eröffnet. Sie zählt bis jetzt 2öl Bände. Mainz, 29. Nov. In der heutigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurde beschlossen, Besitzerin ist die Aktiengesellschaft für Zirkus- und Thcater- bau in Berlin, die Direktion liegt in den Händen von Julius I Viktoria yu,9 HiX Tie Et L'in Madrid stattfii v I 5ainrn Vlktoria t Sitin Liktoria von Sli - ten ü-'ch'Ä-" M 1RI8 <,0 liserin Enge g ,mi»" fk --nm- ” gn Verbindung rr fahrt tinft unserer verl , ß demnächst t:e V e tr :;ia von Connc »Mich Karl von Pi «chmiive Prout aon r n Anglesey be N ncuis von Ängüs' ) ncl ^orse Guards, 6( t ein jährliches l x ar! Eein Vetter j; r(b seine Vorliebe d tarnt und batte sich s-Lcht vollständig zugri' tft tinc alte Militärs und der I trcftUigte die englisc! 1905 (bis Oft.) 101 „ 2845 „ zusammen 343 Libliothekcu 1164b Bätide. Die Gesellschaft gibt bei einem Jahresbeiträge von 6 Mk. Bibliotheken im Werte von 75 9)tL, bet einem Jahresbeiträge von 10 bczw. 11 uns 15 Mk. Bibliotheken im Werte von 120 bczw. 150 und 200 Mk. ab. Tie Bibliotheken können als Wanderblbliothctcii oder als stan-> dige Bibliotheken bezogen werben. Im enteren Falle wird ein alljährlicher Unitanjd) und völlig freie Wahl neuer Kollektionen aus dem Ratalog der Cöesellichaft zugestanden. Einträge sind zu rid)fcn an die Gejcllsd)aft für Verbreitung von Volksbildung, Berlin NW. 21, Lübecker Straße 6. "In Amerika verstorbene Hessen. Diekmann Müller aus Alsfeld, 60 Jahre alt, zu Rew-Poik. Kath. Borst, geb. Sauer auL Fauerbach b. Nidda, 50 Jahre alt, zu Eolombus, O. Georg Hoffmann aus Tarmstarbt, 81 Jahre alt, zu Chicago. Konrad Stock ans Wallersdorf, Kreis Alsfeld, 78 Jahre alt, zu Cast Zorra, Kanada. Fred. Birkenstock aus Grünberg, 31 Jahre alt, zu New-Park. Frau Elisabeth WcnLcl aus Alsfeld, 78 Jahre alt, 311 Dir Jlotttildki tic ersten biufln jfind eingetroffen. 3t 1 Die Vanbunn mit 617 nVtröe bir AHl auf IC bunp erfolgte unter b j.iai-banten ffarri. rrtit befebte bab Zollen 5 lecraphenamt, das c 1 !und russische die kd-nr s.'nheit des türkis ^4 Zollamts führt ein tri tiolicnischcr Rechnu, »r-hiikn des ersten To i k'er Ottomanbank d Tie Ilcbcrreichunn und Belgrad ist die bishergicn Ben «N iulldonischen Finat « uu-n, und die Mächte JgJ? anzulvenden. Hi Trugen der Pfoi M hvischen den bi ■pMliftcn und ,Me. Tie M Li^Knaen rebolut M-n nicht stören lassen etonin9 der 6t- Miten, und aste tarr Wm tob'"16.*** w ’ (iifi V5Siet des 7 MM llilmme '^nah iworut k >al b 5 ’fcta ’6' >°»s bi! 1 fcftDt w Nein Ü! stände? (Ruf reckks: Nernl)' Unsere ProduMonsverbäNnisse rnüsten sick so gestalten, daß der heimische Arbeiter sich bei un-5 trieber wohl fühlt. Wir wollen ruhig und fest an die Produktion geben. Unser Ideal ist, daß wir wieder mit heimischen Arbeitern unsere heimische Scholle bearbeiten können. (Beifall rechts.) Abg. Graf Schwerin-Löwitz (kons.): Das erfreuliche an der Interpellation ist, daß dem Reichskanzler Gelegenheit gegeben ist, zu beweisen, daß es ihm um den Schutz der Landwirtschaft ernst ist. Die Befvreckung der Interpellation hat weiter den Nutzen, daß festgestellt ist, daß die verbündeten Regierungen die große Mehrheit des ReidjstagZ auf ihrer Seite haben. (Sehr richtig.) Insoiern bin idi den Einbriugern der Interpellation außerordentlich dankbar. (Sehr gut!) Ich vertraue, daß diese Feststellung die verbündeten Regierungen veranlaßen wird, auch bei künftigen Anläufen gegen die jetzige Wirt- sd'aftspolitik, denen wir entgegengehen, wenn es sich um die Durchführung des neuen Zolltarifs handelt, dieselbe Haltung zu bewahren, die sie jetzt bewahrt hat. (Beifall.) Abg. Gothein (freif. Vgg.) i Der Landwirtsdiaftsnunister darf nicht Agent der 9Igraricr sein, sondern er muß die Jnteresien der Gesamtheit wahrnebmeii. Wie kommt der Minister dazu, die Presse, die ihn angreift, als Revolverpresse zu bezeichnen. Eine Revolverpresse ist eine sold'.-, die einen Druck ausübt durch Drohungen, wie sie namentlich konservative und bündlerische Blätter fortwährend äußern, insbesondere gegenüber dem Zwischenhandel. Die Gesiditspunkte, unter denen die Denkschrift abgefaßt ist, sind: Fleisdmot jibt's nicht Grenze öffnen is nich! (Heiterkeit.) Die Konservativen wettern jetzt gegen die städtischen Schlachtsteuern; aber ich habe noch nie gehört, daß der konservative Abgeordnete Pauli als Potsdamer Stadtverordneter, oder der ZentrumSaboeordnete Tr. Porsdi als früherer Breslauer Stadtverordneter dort dagegen aufgetreten sind. ^>crr von Miquel hat ja sogar den Städten ausdrücklid) den Rat gegeben, ja an ihren Schlachtsteuerii festzuhalten. Als wir in BreZlau einmal die Steuer auf Schmalz aufheben wollten, weil sie besonders die ärmeren Schichten trifft, da wurde dieser Besdstuß von der Regierung nid)t genehmigt. (Hört, hört!) Der Minister spricht ah'o von Dingen, von denen er nicht die geringste Kenntnis hat. Eine Anzahl von Sd)lächtern hat bereits den Betrieb einstellen müssen, weil cs an Vieh und vor allem an .KundschaftLür Fleisch mangelt — bei den jetzigen Preisen. Wenn die SdiladMouSgcbührcn für die drei Schweine des Herrn von Podbielskis vesonders hoch gewesen sind, so rührt das daher, daß er seine Schweine als beste Ware bezeichnet hat, natürlich, jeder Vater hat fein Kind, jeder Autor sein Werk, jeder Sd)weinezüchter sein Schwein lieb. (Heiterkeit.) Tie Denksdiriften enthalten zum größten Teil nur allgemeine Redensarten, die gerade so gut , in einem Damenkaffee gemacht werden könnten. Wenn der Minister den Städten den Rat gibt, doch selber Schweine zu züchten, ja, warum fängt er denn nicht, der doch eine gute Vorbildung auf biefem Gebiete hat, zunächst mit einer großen Schweinezucht^ aus den Staatsdomänen an? Die Fleisd)versorgung ist doch nidjt Sache Aus §lflöl and Kww. Gießen, den 2. Dezeinber. B. S. J7a h r h u n d c r 1 a u s st e l l u n g. Nachträglich sind iioa) einige Bilder eingegangen, darunter besonders wertvoll eines von 5zermann Kauf f m a n n: Fällung eines Eichbaumes im verschneiten Wald. Eine stark italianisierende Madonna von Joh. Heinr. Tischbein (1751—18-9), kleine Landschaften von dem Franrfurter W. Schütz, Landschaften mit Kühen und Pferden von dem Porzellanmaler I. W. Stein köpf (aus Oppenheim, 1737—1625), eine holländische Mühle von dem Münchener A. Stademann, der in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts als einer der ersten ein großes landsa)aftiiches Panorama (von Athen) wagte, tragen zur Vervollständigung des Ueberblicks bei. Rachzutragen ist noch, daß die kleine Sepialandschaft von 1833 eine signierte Arbeit von Karl Friedr. Lessing (1808 bis 1880) ist. — Die Ausstellung wird bis Montag. 4. Dez., einschließlich dauern. Tie für das Vereinsjahr 1906 neu ongemeldeten Mitglieder haben schon vom 1. Tez. ab freien Zutritt. ** Theaterverein. Tie 4. Vorstellung wird am Mittwoch, dem 13. Tez. stattfinden. In chr spielt Frl. Riza Bäjor vom Groyh. 5)of- und Nationultheatcr in Mannheim, die im voriger Winter Grillparzers Medea mit viel Erfolg darstellte, die Hero in „Des Meeres und der Liebe Wellen" von Grillparzer. ** Kauft am Plutzel In keiner Zeit ist diese Mahnung so angebracht, wie in der Wechnuchtszeit, und nirgends ist sie so notwendig, wie rn kleinen und. mittleren Städten. Hier sind die Ge)ck)äftsleme nicht gerade auf Rosen gebettet, und bei vielen von ihnen soll das Weichnachtssest das sein, das ihnen die Ernte bringt. Wenn nun noch ein Teil des Publikums seinen Bedarf ausivärts deckt, so bedeutet das für manchen kleinstädtischen Geschäftsmann geradezu den wirtschaftlichen Riiin. Und leider greift diese .Unsitte immer weiter um sick) Man geht dabei wohl von der ANsickft aus, aus den Großstädten alles billiger beziehen zu können, ohne zu bedenken, daß die großstäbtischen Ladenmieten und die sonstigen GeschästSunkofien viel höher sind und von dem faufenoen Publikum aufgebracht werden Müssen Daher kann tatsächlich in der kleinen Stadt viel billiger oder doch gleich billia geliefert werden. Eins ist allerdings richtig: daß Die Auswahl in der großen Stadt reichhaltiger ist; aber auch der Kaufmann am kleineren Platz wird sich gern bemühen, den Wünschen seiner Kundschaft Rechnung zu tragen und Gegenstände, die er nicht auf Lager hat, kommen zu lassen. • D i e G e s e l l f ck) a f t für Verbreitung von Volks- einen Versuch. Es verlohnt sich, weil er einen Genuß ve» schafft, den man vielleicht vorher nicht gekannt hat. — * selbstverständlich ist es, daß man sich nur solchen Mar * zuwendet, welche in Qualität und Geschmack al» lft sind wie ,Kupferberg Gold'. 6- > bn-ttrt'. 'fS&fä. sodaß auf jeden nur etwa 630 Mk. entfallen. Ick glaube kaum, daß ein Schlächtermeister für 630 Mk. in Hamburg ein Lokal mieten kann, in dem er fein Vieh schlachtet. Die Verteuerung deS Fleisches durch die Scklachthofgebühren beträgt also in .Hamburg noch nickt den Brucktcil eines Pfennigs für das Pfund Fleisch. Die Fleiscknot hat jetzt schon sehr traurige Folgen gezeitigt. Redner weist auf die Unterernährung weiter Kreise des Volkes hm. Auch die Zunahme der Tuberkulose namentlid) unter den Quarren- erheitern ist auf die Fleischnot zurückzuführen. Nach den Uriadvn der Fleischnot braucht man nickt lange zu jucken, sie ist einzig und allein eine Folge der agrarischen Politik. Nickt nur das rftenck, sondern auch die Futtermittel werden burd) die 3oIIe berteuert. Das Fleischbeschaugesetz wird nur benutzt, um das auSländuckeFleifch fernzuhalten. Tie Agrarier sprechen von einer Hetze gegen die Landwirtschaft, aber wie machen Sie (nach rechts) es denn. Hat rächt die ^Krcuzzeitung" nach den Eavriviscken Handelsbertragen einen rücksichtslosen Sturm lauf gegen die Regierung gepredigt. Lie (nach rechts) betreiben rücksiditslofe Jntcresienvolittk, um, aber verargen Sie es, wenn wir das Gleidie tun. Die Fleucknot ist keine vorübergehende Ersckeimmg, sie ist gewaltsam herbeigesuhrt durch die heutige Wirtschaftspolitik. (Beifall bei den -Lvz.) Minister v. Podbielski verbreitet sich über die veterlnärpolizeilichen Verhaltnisie. «tae Klauenseuche wird vom Ausland eingeschleppt, wir haben im vorigen Jahre zweimal erheblidie Ansteckungen erfahren (Heiter- kett.), beide Male an der Grenze. Heute besitzen wir, speziell tn Preußen, keine Klauenseuche mehr, wir müßen uns dagegen schützen, daß die Krankheit von neuem bei uns cinbrmgt. Was die Frage des dänischen Viehes betrifft, so lehrt uns die Statistik, daß der Handel es verstanden hat, die Tuberkulinimpfungen, die die Behörden angeordnet haben, zu neutralisieren. Nur 1,6 Proz. des dänischen VieheS wurde an der Grenze als krank befunden, aber bei Schlachtungen waren es 20 Prozent. Man infiziert das Vieh vorher mit Tuberkulin, und infolgedessen ist die Reaktion nur gering. Ich halte es für wünschenswert, daß tuberkulöses Vieh nicht mehr zur Nahrung dient. Wir sind verpflidstet, für die Gesundung unseres Viehbestandes zu sorgen, und tch begreife nicht, wie man uns vorwerfen kann, wir kämpfen mit untauglichen Mitteln. Der Kampf muß ausgenommen werden, und wir werden ihn nad) den bisherigen Erfahrungen in wenigen Jahren mit Erfolg geführt haben und schlietzlich auch die Rotlaufseuchc beseitigen. Nod) emsl Die Landwirte sind heute noch nicht so organinert, um gemeinsam an die Städte liefern zu können, der Einzeltransport ist naturgemäß teurer. Vielleicht kommen wir nod) einmal zu einer besseren Organisation. Eine Urfadjc der hohen Schweineftcischpreise liegt darin, daß im vorigen Jahre die Produktionskosten um 10 Proz. gestiegen sind, die Preise, die jetzt gefordert werden, cntjprcdjcn den tatsächlichen Verhältnissen. Bedenken Sie doch, daß der Kartoffelpreis im vorigen Jahre loco vom Manne zu Haus (Heiterkeit) auf 2,50 Mk. gestiegen war! Alles hängt im Leben zusammen. Tie sogen. Caprivisdien Handelsverträge führten dazu, daß die Bevölkerung vom Lande in die Stadt abströmte und wir ausländische Arbeiter einstellen mußten. Sind das angenehme Zu- feme Güte und ausgezeichneten schmack sprechen nicht nur die v>^ bisher erhaltenen Aukzelchnung^ sondern namentlich die uneingeschtä"- Wertschätzung aller wirklichen Kenn« ctzen. (Frkf. Ztg.) Worms, 29. Nov. Das Gesuch der Stadt um Verleihung der landesherrlichen Konzession zum Bau der elektrischen Straßenbahn ist heute beim Ministerium der Finanzen cingereicht worden. (W. Ztg.) Frankfurt a. M., 29. 9?od. Schon heute fällt dem Passanten auf, daß zwischen Ell/estraße und Hauptbahnhof, abgesehen von dem Hotelkranz, der den Bahnhoftplatz eingürtet, eine Anzahl großer Cafßs, fast ein Dutzend größerer und mittlerer Bierlokale, dlutomatenrestaurant, Bar, Cabaret u. a. m. ibre Pforten einladend den Gästen öffnen. Tas Riefenetablissement des neuen Albert Schumann- Theaters, das außer dem Theatcrraum noch einen großen Biertunnel mit Zigeunerkapelle, ein feines Weinrestaurant, eine Kakao- und Likörstube enthält, wird noch nicht den letzten Ring in der Kette von VergnügungSgelegenheiten bilden; denn, wie man sich erzählt, beabsichtigt daS bekannte Berliner Weinrestaurent Kempinski nut seinen noch bekannteren 75 Pfennig-Portionen in der Kaiserstraße eine Filiale zu errichten. Ferner geht eine Gesellschaft mit dem Gedanken um, in derselben Gegend ein Buda pest er Orp h e umst heater- zu errichten, das außer dem dezenten Humor das Genre der leichten Operette pflegen wird, außerdem soll ebenda cm elegantes Ball-Lokal sein Heim finden und endlich eine vornehm ausgeslatlete American Bar und ein großer Billardsalon eröffnet werden. Das neue Albert Schumann-Theater, das in diesen Tagen seiner Vollendung entgegengeht, präsentiert sich als cm hochragender, stolzer Monumentalbau. Reichlich zwölf Ntouate dauerte der Bau, der sich auf einer Fläche von über 3500 Quadratmeter Ecke Taunusstraße, Bahnhofsplatz und Karlstraße erhebt. Die Gesamtanlage ist so durchgesührt, daß das Grundstück als Eckgrundsiück ausgenützt worden ist, um die Möglichkeit zu behalten, auf den flankierenden Bauplätzen Geschäftshäuser zu errichteii. Tie 8,.,. N ■'HÄ ktr » « dsr A MM 1 k Ä KM MK i ®.ni b«ift b 11 b u n g hat in Hessen in den letzten Jahren emo recht erheb- Hd)c Zahl von Dolksbibliotheten begründet und unterstützt. Ls erhielten Bücherzuwendungen in den Iahten 1899 6 Bibliolhekeu 177 Bände, Zlnivcrsttäts-Yachrichten. •• DieTechnische Hochschule zu Da rmstadt nach dem soeben erschienenen Personal-Verzeid)nis im Wn Semester 1905 06 von 1547 Studierenden, 256 HospuanAM 105 Hörern (darunter 28 Damen) bejucht, wahrend sich die WM des Sommerfemesiers auf 1777 Besucher belief. Es ft*» Architektur 308 Slud. und Hosp. (s. S.: 276), Jngemeuriveia A (278), Aiaschinenbau 680(625; Elektrotechnik 342 (. )), Ehcmii l., (174), der Allg. Slbteilnng gehörten 27 (22) Besucher an. M Hessen stammten L87, aus anderen deutschen Staaten 1008 (Pmea 665) und aus dem Auland 513, banmter 361 Russen. 2er te* löipcr zählt 32 ordentliche Professoren, 7 Honorar- und au-.? ordentliche Professoren, 38 Lehrer und Privatdozenten v» 44 Assistenten. Berlin, 1. Dezbr. Im Seminar für orientalische EoraLe wird in kurzem auch Rumänisch als Umerrichtsgegenstand cuigfü* iverden. Ter Lehrer Professor Tiktiri, ist in Berlin einqetrcnc. Geh. Regieriingsrat Professor Tr. S a ch a l, Direktor des cemturf für orientalische Sprachen in Berlin, ist von der jurist. iiafuM der Universität Leipzig ziim Ehrendokter ernannt worden.^^^ Klnidrl und Uerliehr. VoUiswitlfchall. •• D i e Begründerin der deutschen Taiwee- u h r e n s a b r i E a 11 0 n, die bekannte Fabrik A, Lange u»u, Sohne zu Glashütte i. S. feiert am 7. Dezember ihr scchjlj' jähriges Geschaftsjubiläum.__