Grossh. kei HemS Lllld Mn»,; karten lü^ Gießener Theaterverem. 2In einem festlichen Abend deS Frankfurter Journalisten- icr-im? plauderten jungst ein paar Redakteure von dem Einff sic der Kritik. Die Feuilletons eines bekannten Rezensenten n:r einem großen deutschen Blatte bezeichnete einer der .r.ren als reich an wertvollen Lehren für Künstler. Darauf liefern Baste der Einwurf eines anderen: ,Künstler lernen :t?!" Und er illustrierte diesen ErfahrungSsatz nut folgender «t ö hlung. Der heute in Berlin viel gefeierte Sänger Raval '! nach einem Frankfurter Opernabend von ihm besonders {{(uiiimt worden. Arn andern Tage habe er zufällig in »rrm Kaffeehause an einem Tische unweit dem seinen ge- fla-n. Da hätte Raval das ZeitungSblatt mit feiner, des S'bafteurS, Besprechung an seinem Tische herumgereicht mit ‘hrt Hinzufugen, an diesem Blatte scheine ein ganz außer- rbc nUidh tüchtiger Musikkenner tätig zu sein. Derselbe Abend (ibrte Raval wiederum auf die Bühne, aber diesmal habe c, der Rezensent, an Raval mancherlei auszusetzen gehabt. er am andern Tage, wiederum ungekannt von Raval, üben ihm im Cafö saß, da habe dieser die neueste Rümmer ’üie°r Zeitung herumgezeigt und, sich nach dem Kopfe fastend, h ichönen Morte geäußert: ,©o’n Rindvieh!* Ein Einfluß kunstverständiger Rezensionen auf darstellende Hin itler tritt also nach den Erfahrungen der Zeitungsmänner wr nicht oder nur in außergewöhnlich seltenen Fällen in die ki'cheinung. Daher beschränken sich viele Rezensenten jinifieift auf Hervorhebung des Charakteristischen beim einzelnen iawleller unter Hinzufügung einer Wertbemestung der iomberleiftung. Auf besondere Mängel deuten sie nur hm, im?n sie doch noch einmal glauben, hier könnte ein gut gemimter Rat Verständnis finden. Wie steht's nun mit dem Einfluß von Rezensionen auf ftp* sabrikation in Dießen nicht mehr die frühere Ausdehnung. Ihre jetzige Arbciterzahl mag auf durchschnittlich 90 Arbeiter geschätzt werden. Die mittlere Jahresproduktion beläuft sich auf annähernd 10 000 Zentner Rauchtabak. Rechnet man den VerkaufSwert des Zentner« Rauch- abak zu 75,00 Mk., so ergibt sich als Mert der JahreS- Produktion eine Summe von 10 000 x 75, d. h. 750 000 Mk. ?ln JahreSlöbuen werden in der Gießener Rauchtabak, sabrikation etwa 45 000 Mk. gezahlt. Es kann leider nicht angegeben werden, welche Zoll- und Steuerlasten auf den Erzeugnisten der Gießener Rauch- tabakfabrikation ruhen, da zur Herstellung von Rauchtabak in- und ausländische Tabakblätter, importierte Stengel, Zigarren- und Kautabakrippen in stets wechselndem Verhält- niste Verwendung Rnben. Es sei hier jedoch erwähnt, daß in her hiesigen Rauchtabakfabrikation etwa 20—25 Prozent importierte Stengel (Virginia und Kentucky) verarbeitet werden, deren Zoll vier- bis sechs mal so hoch ist, als der Einkaufs- wert. Vic prozentuale Zoll- und Steuerbelastung deS Rauchtobaks ist jedenfalls wesentlich stärker, als diejenige der Zigarren. Kautabak wird in Gießen ebenfalls in zwei Betrieben hergestellt. Ter Konsum an Kautabak Hai in den letzten Jahren zugenommen, und erstprechend hat auch die Kautabak- fnbrifation" in der Stadt Gießen eine größere Bedeutung gc- roonnen. Sie beschäftigt durchschnittlich etwa 75 Arbeiter. Die durchschnittliche Jahresproduktion stellt sich auf rund 3500 Zentner Kautabak. Nimmt man den 93erfauf§roert eines Zentners Kautabak zu 135,00 Mk. an, bann hat die Jahresproduktion der Gießener Kautabakfabrikation einey Wert von 3550 x 135, ober 472 500 Mk. Die jährlich gezahlten Arbeitslöhne werden auf rund 60 000 Mk. veranschlagt. lieber die Zoll- md Steuerbelastung der Erzeugniffe derGießenerKautabakfabrikation lasten sich wegen derZusammen- setzung des Fabrikats auS in- und ausländischen Blättern und 'dem Anteil der Extrakte Angaben nicht machen. Die genannten Ziffern für Rauch- und Kautabakfabrikation beziehen sich lediglich auf die beiden Gießener Betriebe, nicht auf Betriebe in der Umgegend. Fasten wir das Resultat deS Vorstehenden kurz zusammen, so ergibt sich folgendes Bild der Bedeutung der Zigarrenindustrie von Gießen und Umgegend und der Gießener Rauch- und Kautabakfabrikation: Diese Industriezweige beschäftigen rund 4660 Arbeiter : und bezahlen an jährlichen Arbeitslöhnen (Bureaupersona/ ausgeschlossen) 2 130 000 Mk. IRr. 281 CH4, tint täglich hfiet Sonntag-. 1 btiCj ießener Anzeiger r t ttJeti im Wechlel mit IterMfdftn Landwirt li.ll (ebener Samlllen« IM tr Diennal in der lü-che beigelegt. 1 Motionsdruck u. Der- j |q: l)( r Brüh l'scheu • lUicrl.-Buch-u.Stctn- brieret. 9L Lange. Aktion, (fcrvebtiion unb Druckerei: 64 nlfirafec 7. ÜMftion 112 Brrluq u.Gfpeb.e^51 Srtfi« für Depeschen: S°z geistreickstm kleinen Einakter „Literatur" den Scherz, statt ihre Rolle, mit dem Publikum zu spielen. Am anderen Tage habe ich das mit rücksichtsvoller Achtung vor ihrem nie zu vermindernden Mnftlermerte in kurzen Worten enge* deutet. Sie soll es mir, wie ich höre, recht „übel" genommen haben! Für unseren gestrigen Theatervereinsabend war Frl. Lange vorn Frankfurter Scbauspielhause einem ehrenvollen Rufe gefolgt. Und es sei diesmal unumwunden zum Ausdruck gebracht: ebenso wie gewiß der bei weitem über- wieaende Teil der Mitglieder des Theatervereins Herrn Bauer und Frl. Sanaora statt in dem albernen Schwanke ,.Klein Dorrit, hätte die erdrückende Mehrzahl der gestrigen Theaterbesucher auch eine Künstlerin von der kapriziösen Eigenart des Frl. Lange statt in dem grausamen Spiele Sardous in einer Dichtung um vieles lieber gesehen. Warum in den Theatervereinsvorstellungen, die doch Elitevorstellungen sein wollen, ein von einem flachen Faiseur aufgewärmter alter Tickensscher Roman, warum der arg verstaubte Sardou? Warum nicht einmal ein JbsensweS Werk? (Allerdings schien aua) von der Frankfurter Bühne Ibsen nachgerade nahezu verschwunden zu sein bis &u dreser Wochest Ta hätte man den Maßstab für darstellerische Leistung. Auch die beste Fedora wird immer nur Theaterheldin sein. Fehlt ihr doch das Bedeutsame, die Hintergründe und Perspektiven, um über kalte Bewunderung hinaus eine lebendig nachhallende Wirkung zu erzeugen. Es gilt auch hier LutherS Wörtlein, daß wir nicht G:ld zählen können aus leeren Taschen und nichi Wein trinken aus leeren Kannen. Sardou verdammt uns mit seinen Sensationen und bunten Grellheiten zu schmerzhaftem Spießrutenlaus, und seine Fedora, diese modernitische Eumenide, ist die ausgeklügeltste aller je dagewesenen Bühnengestalten. Als Sardou sein Drama schrieb, vor mehr als 20 Jahren, da stand der Nihilistenspuk auj ber Tagesordnung, und bie jetzigen fürterlichen russischen Wirren machen wohl dieses Theaterstück durch seine aller?anb mordgierig gruseligen .Heimlichkeiten und llnbimlichkeiten für rührsame und sensationslüsterne Basen auch heute wieder ganz besonders pikant unb , anaenehm" aufregend - Leute von feinerem Empfinden aber berührt es recht peinlich, so grelle Illustrationen ber im tiefsten beklagenswerten Trag bie Rußlands vor sich zu sehen, bie jetzt Gott sei Tank bis nahe an ben Akt ber Aristotelischen Catharsis, der Reinigung durch Furcht und Mitleid, vorgeschritten zu jein scheint. Daß ber Vorstand des Theatervereins selber solchem Geschmack huldigt, halte hii .9 cf er? Besprechungen künstlerischer Veranstaltungen pflegt der »teOHigente Teil des Lesepublikums nicht zu lesen, um zu fahren, was darin gesagt wird, sondern wie ästhetische jitihangen kundgegeben werden. Ein namhafter Poister !j Mer hat einmal behauptet, der Einfluß der Kritik auf^oo . I.ibcüfum sei ebenfalls gleich Rull, und auch an t. . Itil dieser Behauptung zweifelt wohl fein Rezensent. Un- l rotweisse Kin» bend) (Soprui,: ■e> tüchlige N'tiillstt!! temes sofort. edir.L. i an den Sicji; Ounqeies, i. ädchcu gesucht i. !ane 10 un *!obn. w® 1080111 Letten» "* 'S' 'Vestautagc! Pie fleutifle Mmmer umfaßt 12 Seilen. S» ■■. -- git -gaßaftinbufirie von (tzießen und Umgegend und die neue TaSaksteuervortage. Seit Jahrzehnten kommt die Tabakindustrie aus der Lnaetvißheit über die drohende Mehrbelastung des Tabaks -md i einer Fabrikate durch Steuern und Zölle nicht heraus. 'Sikd'rholt sind seit dem Jahre 1879, in dem das jetzige lebMeuersystem in der Har.ptsache festgelegt wurde, neue NbMeuervorlagen dem Reichstage zugegangen, und auch -j(h( ist zur Besserung der Reichsfinanzen wiederum eine <$rhöi)ung ber Steuern unb Zölle für Tabak und Tabak- ■abri! ate in Aussicht genommen. Die Tabaksteuer bezweckt -Mr eine Besteuerung des Tabakkonsums, sie eruioglicht gier nicht eine allgemeine unb gleichmäßige Vert^lung ter Steuerlast auf die leistungsfähigen Teile der Bevölkerung, da der Tabak kein Gegenstand des allgemeinen Verbrauchs ist, vielmehr fein Konsum nach Individualität unb lyewohnheit verschieden ist. Insbesondere äußert sich eine Preiserhöhung für Ta bat unb Zigarren sofort in einem SWä-ang des Konsums. Deshalb ist es für die Tabak- und Mor reuindustrie nicht möglich, bie gesamte Steuer auf Die Konsumenten durch einen entsprechenden Preisauftchlag gbiuvälzen. Sie müssen vielmehr einen Teil der Mehr- Lkliistung des Tabaks auf sich nehmen, was sich in einer Skrrmigerung des Gescksäftsgewinnes äußert. Weites Folgen trr Steuervermehrung und zwar in sozialpolitischer Hm- |.d-t am bedenklichsten sind Arbeiterentlassungen in ber Tabak- unb Zigarrenindustrie entsprechend dem Kvnsum- iWginng und ber geringeren Nachfrage und Reduktion der ?irbeiislöhne. Tas Tabaksteuergesetz vom 16. Juli 18.9 trodjle für die Gießener Tabakindustrie einen bedeutenden ffürfcang der Gcschäftsergebnisse unb in ber Folge eine Skrbtängung ber Produktion der billigen 3- und 4-Pfeunig- Qjgnrre nach Baden, das burd) niedrige Arbeitslöhne und Die Mhe ber Erzeugungsgebiete des heimischen Tabaks im N"llm ‘bie Gefahren zu erkennen, welche ber Tabak- und Sirrcninbuftne von Gieren und Umgegend und ihrer ei terfd)aft, sowie auch indirekt den betreffenden Ge- Mlnden von einer neuen Tabaksteuer drohen, ist es von SE'.di: igfeit, einen Ueberblick über die jetzige Bedeutung Öicfer Industrie zu erhalten. Die Verarbeitung von Tabak erfolgt in den hiesigen 0ttri»ben in ber Hauptsache zu Zigarren, außerdem auch ia ss^nch- und Kautabak. Der älteste Zwerg der Tabak- bnaTbcitung in Gießen ist di. Raiichtabakfabrikation. Im John 1812 wurde von Gg. PH. Gail in Gießen die erste Roiidüabaffabrif begründet. Erst 1839 wurde hier die erste SihnrrenfabTil eröffnet. Heute hat die Zig-arrenrndustr-^ R|e Tabakfabrikation bei weitem überflügelt. Sie Zigarrenindustrie in Gießen und Umgegend fltidyifligt in ihren sämtlichen, d. h. etwa 80 Betrieben Dnd 4500 Arbeiter. Nimmt man, wie üblich an, daß ein Meuter in der hiesigen Zigarrenindustrie im Durchschnitt M) Zigarren in ber Woche herstellt und rechnet man Jahr zu 50 Arbeitswochen, bann gelangt man für ih hiesige Zigarreninbustrie zu einer burchschnittlichen Jahresproduktion von 4500 mal 50 mal 1000, bas heißt dob 000 Stück Zigarren Am meisten werben jetzt in emviW : ■ (IKtB austr ssS n» ®ig |Wc ? er «w ar.$eö.^^z lites Mädchen in I It jum 1. ob. 1b. i Äeslanlaqe 35,1 ldchenx res ©rüiibergtr::: 1 Lioche auifflive ^>x. Äei/M X L Erstes Blatt. ISS. Jahrgang Mittwoch 29. November ittOF ____ _ Ak n monatlid)75S zu allem schon Geäutzerten die Wahl üon .Fedora- V°»s«heatn kam -s ,u -in°n>Th-°I-r,kandnl s? . . rY • ittri v = - ostentative Kundgebungen gegen Bahr, die im letzten All m. für unsere jetzige Buhne ungeeignet erscheinen läßt, das ist s?öhepun(t erreichten. Man ließ die Schauspieler nicht zu —0 endlich die Unzulänglichkeit unseres Bühnenpersonals für ein kommen, sodaß sie die Szene verlaßen mußten. Tie Unruhe tmii • solches Stück, trotz der ungewöhnlichen Tüchtigkeit einzelner noch größer, als Regisseur Vallcntm schrie: .Roheit lstke> Mitglieder und des im ganzen zu einander gut abge- «/i l i k';.sehr^viele T a ine n oerHcfren fl«cb t« r t tq V - summten Ensembles. Für d,e Aufführung des Schonthan- Beim Fallen des Vorhang? erneuerten sich die Demonstratwom schen Schwankes waren z,vei Frankfurter Künstler berufen und wurden auf der Straße fortgesetzt. Diese Zahlen zeigen zur Genüge, um welche Interessen c§ sich bei einer Mehrbelastung des Tabaks und seiner Fabrikate für die hiesige Gegend handelt. Die Tabakindustrie hat der Umgegend von Gießen den jetzigen Wohlstand gebracht, eine Belastung deS Tabaks in der an* gekündigten Form wird die gesunde Weitereniwickelung der hiesigen Tabakindustrie und damit auch den wachsenden Wohlstand von Gießen und Umgegend in hohem Maße be- Gießener Strafkammer. )( Gießen, 28. Nov. Im verflossenen Sommer machten sich der Malergehilse I. S. unb der Schneidergeselle L. K. r.u Msfeld das Vergnügen, ein kurz vorher sertiggestelltes Haus über ncrck/ mit roter §arbe zu beschmieren, sodaß ;iir Wieder Erstellung des Verputzes ein Kostenaufwand vvn 60 Mark entstand. Als die Untersuchung eingeleitet wurde, fluchtete K. ms Ausland und konnte bis jetzt nickt zur Rechenschaft gezogen werden; dagegen wurde S. bürd’ das Schöffengericht MSseld wegen Scrdcheschädigung zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Er focht das Urteil an und bestritt feine Schuld; doch wurde ihm tniru> einen Chemiker nachgewiesen, daß die an seinen Kleidern befindlichen Farbspnren mit der znm Vesckpnieren des Hauses benutzten Farbe nhereinstimmte,^ was dem Gericht keinen Zweifel a'h seiner Schuld ließ Tie eträfe wurde jedoch für zu hoch erachtet und auf 4 Wochen ermäßigt. — Wegen Körperverletzung in Ausübung ihres Amtes bezw. wegen Ueberschreitunq deS Zück>tigungsreck>ts hatten sich Lehrer H. B. aus Geilshausen und Schulvernmlter K. K. au? pelzen zu verantworten. Sie traten im vorigen Herbst' gleichzeitig ihren Dienst zu Altenschlirf an und zwar zu einer Zeit, wo die Schul- bisziplin viel zu wünschen übrig ließ. Aus dem voii der Kteis- schnlkommission bezw. Schulvorstand gewordenen Auftrag, war unzweideutig zu entnehmen, dal; nur mit großer Strenge etwas zu erreichen fei. Sie mißbrauchten aber in vielen Fällen das ihnen zustehende Züchtigungsrecht und zwar wurde B. nachge- wiesen, dal er einem Jungen mit einem Haselnußstock mehrmals auf den Kops und über ein Auge schlug, sodaß Beulen und Berlel'ungeii entstanden. Ein Mädchen bekam Stoekschläge^ ins Gesicht unb auf die Arme, daß cs einige Tage die eine «and nicht gebrauchen konnte. Ein anderer Junge erhielt Schläge auf Kopf unb Schultern, daß ein Arm in seiner BewegiMgsmhlg- keit gehindert war. Ein schwerhöriges Mädchen wurde auf den Kops geschlagen unb gegen eine Säule gestoßen. Ein anderer Junge wurde, nachdem er auf seinem Plak gezüchtigt worden war, herausgeholt, erhielt eine arnfere An'atzt Stockschläae auf den Entdeckung Ver eigenen Untat als die der inneren Aufgewühltheit über die Schwere des Mißgeschickes. Aber die Miene einer Statue des Leidens ist überaus pittoresk, wenn die eben noch unruhig flackernden Züge sich festen und die Augen stählern blicken. Der AuSgang der Tragödie geschieht flüsternd. Ich bin gewiß kein Freund der tragischen Polterer, und Gift mag wohl die Kehle schnüren, aber doch auch in Momenten lösen. Frl. Lange verharrt auf den Flüstertönen; gewiß ist arich das höchst effektvoll, und zugleich, ästhetischer, aber ob atich pathologisch? — Im Grunde ist Frl. L. wohl nicht, wie die Triesch, ein Bündel Nerven, sondern eher eine Sammlung von mit bewundernswerter Intelligenz e r dachter und durchdachter Spitzfindigkeiten, wobei die sichtbar verdeutlichten Uebergänge des raffiniert komponierten GesanitgewebeS daS Kunstreichste sind. Eine ingeniös abgetönte, sehr diskrete Kunst ist ihr eigen. Und konimt mich vielleicht über dem Diskreten das Sangora-Katzenwilde etwas zi« kurz, so bleibt sich dafür unverändert gleich die Vornehmheit ihrer Geste, ihr unbeirrbares Gefühl fürs Pittoreske« Sie bietet unablässig Delikatessen für rafnniertc Augen. So sehr man überzeugt lein kann, daß sie ihrem Opfer den Kops verdreht, so wenig fi't ihre Fedora von anschmiegender Zärtlichkeit, so wenig süß und berauschend als liebendes Weib, sondern auch in Szenen der Verführung und der Liebe kühl, herb, emschüchternd, T a r m st a d t, 28. November. Dem Hoffchausoieler Regisicur Heinrich Hacker, der morqeu das 25. Jubiläum icu Tätigkeit am Hostbeater begeht, wurde vom Großherzoa hav - ; ncis gl es von nemjener tmo qviunajit uzanqcu, nie lerkreuz 1. Klaffe des Pbilippsordens verliehen: diese Auszeiwni' - toicnb unb fimtMnb, heucheln» imb «»meichelnd, ™ri> «"» nmbmitt-,, . , . ' -v.iX'As. t.r rs i mhtnen Feier ubciTctd)t werden. Zu Ehren des Jul'llms n* """ "" ' ‘ ' morqeu Wlldenbnrcbs .König Heinrichs als Benefi^vorstellung ( einträchtigen. ________ Wahlrechlsdemonstmtionen in Hekierreich. Wien, 27. Nov. Gestertl veranstalteten die Christlich-Sozial en eine große Wahlrechtsdemonftration nm Nat h a it s e. Es hatten sich gegen 30000 Personen versammelt, der Volkshalle sprachen Fürst Lichtenstein und ^.r. Greger und unter freiem Himmel mehrere christlich)ozialc '.Abgeordnete f ü r d a S a l l g e in e i n e W a h l r e ch t. Sodann rief Lueger von der Loggia des Rathnusturmes herab: „Hoch das allgemeine Wahlrecht, nieder mit den jüdischen Sozialdemokraten, hoch unser Vaterland Oesterreich, hoch unsere Vaterstadt Wien!" Ein großer Zug begab sich zum Parlament, luo eine rote Fahne verbrannt wurde, und dünn vor die Hofburg. Die Demonstration trug antisemitischen Charakter. Jüdische Passanten wurden insultiert und an gespuckt. Wien, 28. Nov. Heute morgen begann aus allen Bezirken das Zusam- tnenftrömen der Arbeiter In geordnetem Zuge marschierte die Menschenmenge gegen den Karlsplatz und die anschließenden Teile des Boulevards an der Wien. Im Parlament überreichte die Deputation, die an der Spitze des Zuges marschierte, den Präsidenten beider Kammern des Reichstages und hem Ministerpräsidenten eine Petition, in der die Einführung des allgemeinen Wahlrechts verlangt wird. Frhr. v. Gautsch erwiderte mit der Erklärung, daß die Regierung im Begriffe sei, in kürzester Zeit dem Abgeordnetenhause eine Vorlage, das allgemeine Wahlrecht betreffend vorzulegeu.. Ter Präsident des Abgeordnetenhauses, Graf Vetter, führte aus, er werde diese Bestrebungen mit allen Kräften fördern und unterstützen. Ter Präsident des S) c r r c n b a n f c s, Fürst zu W i u d i s ch- gratz, erklärte: Er glaube versichern zu können, daß das Herrenhaus nach bestem Wissen, unbeirrt durch die Versuche auswärtiger Beeinflussung, seine patriotischen Pflich- ten erfüllen werde. Als die S t u d e n t e n , die an dem Demonstrationszuge teilnahmen, an der Universität vorbei zogen, begrüßten katholische Studenten, die auf der Rampe und auf den Stufen standen, den Zug mit Pfuirufen und pfeifen, während italienische und slawische Studenten in Evviva- und Ziviornfe ausbrachen. Die sozialdemokratischen Studenten erwiderten die Pfiffe mit Pfui- und Entrüstungsrufen, während sie den Italienern unb Slaven zujubelten. Unter den Zuschauern entstand Panik, doch wurde die Ordnung von ben Zmgordnern unb der Polizei bald wieder hergestellt. Der Vorbeimarsch vollzog sich bann wieder in vollkommener Ruhe. Im Zuge wurde auch ein Ochs en wagen geführt, auf welchem eine Puppe, das tote Parlament bar» stellend, sich befand. Hinter dem Wagen wurde ein Trauerpferd geführt, ein anderer Wagen enthielt eine Frau mit einer Jakobinermütze, die Freiheit darjkellend, ein dritter einen schwarzen S arg, der das tote Herrenhaus bedeutete. Im Zuge sah man viele rote Fahnen, darunter solche mit roten Hussitenkelchen auf schwarzem Grunde und mit einer von Arbeiter fausten zerbrochenen Flinte als Symbol der bewaffneten Macht. Erst nach 4V4ftünbigcr Dauer war der Demonstrakions- zug, an welchem nackt Schätzung der Polizei über 200 000 Menschen teifgenommen haben, beendet. Kopf unb bekam einen Stoff in den Nacken, baß er gegen tlc. Säule flog unb vvn bi auf eine Bank fiel, wo er sich tiefer Junge um burch die Mischanb'ung getnnbert, Tve-se-, zn sich zu nehmen und mußte eine Zeitlang das Bett Ein Mädchen erhielt mit einem Buch einen schlag mir ben daß. die Decke abplatzte. Ein Junge wurde, nathbem fT das Knie gelegt unb gezüchtigt word?n war, zur Erde »afu gelassen, baß er eine Verletzung im, G.sicht chdimtrn^- ch' weiterer Junge bekam Stockfchläge aut den Morf wöbrcnd ei» onbercr mit 6en Worten: ..Mach daß Du rortTonunft!" Fußtritt in die Seite erhielt. K. hat.einen Jungen vier Tch nacheinander bermaßen geprügelt, baff er selbst erschrcf, yg ihm der Junge von seinem Vater vorgezeigl imtr?.. der Ortspfarrcr als Vorsitzender des Schulvorstaiidcc' mcnche» vermittelte unb die Lehrer warnte, wurden die Mißhanblunaa fortgesetzt, bis Anzeige erfolgte. Es wurde von der Staatsanwohi schäft gegen D. eine Gefängnisstrase von 6 Monaten und Haftbefehls beantragt, während K. zu 200 Mark Geldffroie ver. urteilt werden sollte. Nach neunstündiger Vcrhardvinq wuch, gegen 10 Uhr abends Urteil dahin verkündigt, daß B. unt- Freisprechiing von einer Anzahl unter Anklage gestellter neun strafbarer Handlungen schuldig sei, wofür br Einzclslrak zusammcngezogen ben Betrag von 610 Mark ergeben. K. nnntk megen Körperverlcramg in vier Begangenschaften zu cin^r ct, baß hn r, bcmiicn h^' «n Wünschens, kommen niuidk ■ n Rülkttitt v?v; sei- Es besteh, Ertrag Bofifc. Usche Qanbti. P russischen <8lt irr.em, mit bei ? n- daß bie dnij- lOckafsene Sagt, ; »ortcurc bie em-' 31. dücksgetränk -Kakao, en Apotheken. UWE g^ESC-®®1 unserem Frl. worden wärt , rufung eines der aen Tarsteliers '.in- icr ihm zuge'vicps enig behaglich- ■ unt> ZM i° ab. Und -S । j dm W-lMM" j ,d echten Tone klaO eil ihm bess r 9 L-°. »UA Ae ich''»-" ich * sL Ttf« * fSStf :. argen D“90toßherg;? ,rde vom . bi(|eM, verliess-,.tze ICF, 'Zeat-rl'-bK.E & "'^Ä ifÄjTb"!' Schaum j1C im*,, . "L i.ch'/KL „n,n Ford. Nennstiel Blockstrasse 7 Gebrüder Stamm Schulstrasse. Marktplatz. Lieferung franko jeder Bahnstation. 5705 ff. Backfische SICttM-SMfl Prospekt gratis. ÄäCS» 6.* la. Mandeln, sauber, ohne Schalen u. Bruch p. Pfd. 80Pfg 0 Prima allergrösste handgewählte p. Pfd. Mk. 1.10 u, Carl Ludwig Lab KircbftraoQe r MMs-AusmdM! JSeuvergoldimgen Cowie Renovieren alter Bilder preiswert Bis 25. 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