Dienstag 3 1. Oktober 1905 Nr. 256 Zweites Blatt Gießener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ichen Unwersilätsdruckerei. R. Lange, Dreßen. 155. Jahrgang Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. 51. Tetegr.-Adr.: Anzeiger Gießen. Die „Gießener Familienblätter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der „hesfijche Landwirt" erscheint monaUich einmal. General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen. Deutsches Reich. Berlin, 30. Okt. In Gegenwart des Kaisers hielt Professor Peabody vor. der amerik. Harvard- Ilniversität heute in der Universität seine erste Vorlesung über akademische Wechselbeziehungen. Nach der Vorlesung unterhielt sich der .Kaiser längere Zeit in anregender Weise mit dem Professor und dem Botschafter "Tower. Professor Peapody teilte im Laufe der Vorlesung folgenden Brief des Präsidenten Roosevelt an ihn mit: Mein lieber Sxrr Peabody! Ich interessiere mich höchlich kür den akademischen Austausch, der Mischen unserer Harvard-Universität und der von Berlin eingerichtet wurden ist. Tas Unternehmen scheint mir von Wichtigkeit gleichermaßen für die Geschichte der Entwicklung des Hochschulwesens, wie von dem Standpunkt der Förderung guter Beziehungen Mischen den beiden Ländern. Ich hege eine sehr lebhafte Teilnahme für das Unternehmen und schade in hohem Maße die großherzige und wohlwollende Gesinnung, mit Weyher die deutsche Legierung auf den Plan eingegangen ist. Ich hoffe nicht nur, sondern ich glaube, daß der Austausch fruchtbar fartnfirken und von direktem iinb indirektem Vorteil für die Völker beider Länder sein tfrirb. Aufrichtig der Ihre. Theodore Roosevelt. — Zur Frühstückstafel bei dem Kaiser waren geladen m. a. Reichskanzler Fürst Bülow, der Marineattachee in Petersburg Korvettenkapitän Hintze und Käpitän v. Grumme. Ter Kaiser begab sich heute nachmittag im Automobil nach Liebenberg i. Mark zum Besuche bei dem Fürsten von Eulenburg-Hertefeld. — Zu der morgen beim Reichskanzler stattfinden- />en Audienz, die der Vor st and des Städtetages zur Erörterung der F l e i s ch t e u e r u n g nachgesucht hatte, haben mit Ausnahme des Oberbürgermeisters von Frankfurt a. M. sämtliche für den Empfang gewählten Mitglieder ihre Ankunft in Berlin angezeigt. Oberbürgermeister Adickcs bat wegen Erkrankung die Reise nach Berlin aufgeben müssen. — Tie neue Tabaksteuer besteht nach hiesigen Blät- .ern in einer Erhöhung des Gewichtzolls, der außerdem noch a b g e st u f t ist nach dem Ver Wendung s- zwcck des Tabaks. Tie neue Brausteuervorlage enthält auch das Surrogatverbot, jedoch nur für untergärige Biere. — Tie Einnahme an Zöllen und Verbrauchssteuern hat in der ersten Hälfte des lausenden Statsjahres 389,9 Millionen Mark oder 5,9 Millionen Mark weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres betragen. Gegenüber dem Voranschläge sind bis jetzt 51,2 Millionen Mark weniger an Zöllen und Verbrauchsabgaben einge- gangen. — In der Generalversammlung des sozialistischen Wahlvereins Teltow-Beskow, in der auch die Erörterung über den Redakiionskonflikt im „Vorwärts" auf der Tagesordnung stand, gelangte nach Reden von Dr. Südeknm und des früheren „Vorwärts"-Redakteurs Metzler, und des Abg. Zuteil eine Resolution zur Annahme, in der das Vorgehen des 1>arteivorstandes und der Preßkommission scharf verurteilt wird. Detmold, 29. Okt. Fürst Leopold hielt heute niaclunittag von Jagdschloß Lopshorn seinen Einzug in die Residenz. Ter Einzug glich einem Triunrphsfug. Ter Weg, den das Fürstcnpaar passierte, betrug etwa neun Kilometer. An ihm entlang standen zu beiden Leiten dichte Menschen- rnnucni. Tie Straße war durch Ehrenbogen und Guir- landen geschmückt. Auf dem langen Wege zogen sich die Öurrarufc der Volksmenge weiter und weiter. In Hiddcssen begrüßte der Bürgermeister das Fürstenpaar und die Gesangvereine sangen. Gegen V26 Uhr trafen die Fürstlichkeiten am Palais ein. Ter Staatsminister, Hofmarschall Graf Rittbcrg und der Regimentskommandeur Oberst von Strubberg begrüßten das Fürstenpaar. Wenige Minuten später betrat der Fürst den Balkon und hielt von dort aus eine kurze Ansprache an das Volk, dem er tiefbewegt dankte. Abermals antwortete das Volk mit Hoch- und Hurrarufen. München, 30. Okt. In der zweiten Sitzung des Wahlgesetzausschusses der Abgeordnetenkammer wurde die Z e n t r u m s v 0 r l a g e in namentlicher Abstimmung einstimmig angenommen. Tie liberalen Abgg. Müller, Tr. .Hammerschmidt und Köhl haben folgende Erklärung abgegeben: Tie Liberalen bedauern, daß vom Zcn- trum alle Versuche, die Vorlage zu verbessern, abgelehnt wurden, obwohl die gestellten Anträge mit den vereinbarten Richtpunkten und dem früheren Standpunkt des Zentrums selbst übereinstimmten. Tie Liberalen halten an den Bedenken hinsichtlich der Wahlkreiseinteilung fest, behalten sich vor, bei der zweiten Lesung ihre Anträge in dieser Richtung zu wiederholen und drücken die Erivartung aus, daß die'Mehrheit in loyaler Weise entgegcnkommc. Sie erklären die relative Mehrheit für einen ge- s streberischen Fehlgriff. Tie Annahme der Gesetzes- Vorlage int Ausschuß geschehe unter Vorbehalt des prinzipiellen Standpunktes und in der Erwartung, daß durch das Entgegenkommen die e in st i m m i g e Annahme des Wahlgesetzes erfolge," dte von den Liberalen auf das energischste in allen Stadien der Verhandlung erstrebt werde. Ausland. London, 30. Okt. „(Soening Standard" meldet ans Shanghai: Admiral Train, der sich mit seinem Sohne, dem Kapitän Train, von dem amerikanischen fiiemonenboot „Qmros" bei Nangking auf der Jagd befand, schoß versehentlich eine Chinesin an. Die Dörfler umringten unverzüglich die Offiziere, natur n ihnen die Flinten weg, schlugen den Admiral nieder und nahmen den Kapitän als Geisel gefangen. Der mnerif. Arzt erklärte die Verletzungen des Weibes für äußerst geringfügig, doch die Chinesen weigerten sich, den Kapitän freizulaffen und griffen eine starke, zur Befreiung gesandte amerifan. Eskorte an. Eine hierauf gelandete Abteilung von ■flO Seeleuten wurde gleichfalls angegriffen und gezwungen, Zweimal auf die Menge zu feuern. (Dieses zeitlich sehr selt- ssame Vorkommnis kann gewißen Regierungen Veranlassung geben, den Vorschlag des deutschen Kaisers zur Zurückziehung der Truppen aus Petschili mit dieser .stichhaltigen* Begründung z u rü ckz u w eis en. D. Red.) — Dem Reuter-Bureau wird aus Mombassa gemeldet: Die Menge des durch die Strafexpedition gegen die Randileute erbeuteten Viehs beträgt 4000 Rinder und 8000 Ziegen. Die Verlu ste der Randileute belaufen sich auf 2 5 0 Mann, die der Engländer auf 55, einschließlich 32 eingeborenen Soldaten, die abgeschnitten wurden. Paris, 30. Okt. Bet Beratung der Amnestie Vorlage beantragte der Sozialist Sembat die Ausdehnung der Amnestie auch auf anarchistische Verbrecher, besonders ans Malato und Genoffen, die des Attentats gegen 20übet und den König von Spanien angeklagt sind. Die Kammer lehnte diese Anträge mit 491 gegen 70 Stimmen ab und nimmt die ganze Amnestieoorlage unverändert in der Fassung des Senats mit 541 gegen 5 Stimmen an. (Döroulöde, der bekannte Antisemitenführer, kann also aus Wien nach Paris zurückkehren.) Bern, 30. Okt. Die deutsche Regierung hat dem Bundesrat mitgeteilt, sie sei einverstanden, das; eine diplomatische Konferenz einberufen werde behufs Umgestaltung der Beschlüße der Berner Arbeiterschutzkonferenz in internationale Vereinbarungen. Tokio, 30. Okt. Der Kriegsminister hat einen Gesetzentwurf eingebracht betreffend die Aufbesserung der Pferdezucht. Es sollen zu diesem Zweck aus Europa Hengste importiert werden. Die Regierung trifft ferner Vorbereitungen, um China das notwendige Material zur Reorganisation seines Heeres zu liefern. Es werden zu diesem Zwecke von der chinesischen Regierung 20 Millionen Pen auSgeworfen, die sich auf 17 Jahre verteilen sollen. — Die Marine-Sachverständigen sind übereingekommen, die neu zu erbauenden Panzerschiffe mit einem Tonnen- gehalt von 29 000 Tonnen und einer Geschwindigkeit von 20 Seemeilen erbauen zu taffen. Die Panzerkreuzer sollen 15 000 Tonnen Wasserverdrängung erhalten und 25 Seemeilen laufen. Kußland b.kommt fine Derfalsung. Wir erhielten gestern abend folgendes Telegramm, das wir alsbald durch Aushang bekannt gaben: Pelersbueg, 30. Ott., 5 Nhr 50 Mm. nachm. (PetcrSb. Telegr.-Aq.) Heute abend wird ein kaiserliches Manifest veröffentlicht werden, durch das Graf Witte zum Ministerpräsidenten ernannt wird mit der Aufgabe, die Negierung sfn n kt i 0 nen zu vereinheitlichen, wodurch mehr bürgerliche Freiheiten, eine gesetzgeberische Duma und die Ausdehnung des Wahlrechts gewährt werden. Eine konstituierende Versammlung und ein verantwortliches Ministerium — das waren die beiden Hauptpunkte, in denen die Forderungen der revolutionären Führer gipfelten. Erfüllt das Manifest diese Forderungen? Insofern es eine „gesetzliche Tuma" unter Ausdehnung de? Wahlrechts und „bürgerlicher Freiheiten" verheißt, geht es jedenfalls über die Ankündigung der Reichsd:'ma, deren Wahlmodus und deren Kompetenzen auch berechtigten Wünschen so gar nicht entsprachen, weit hinaus. Ob aber das Zarentum und sein augenblicklicher Berater Graf Witte bereits soweit gelangt sind, um in der Tat eine Konstituante zur völligen Renbegründung eines russischen Verfassungsstaates zuzugestehen, ist aus der kurzen Meldung nicht zu ersehen. Es ist zu bezweifeln, daß Witte bis zu diesem Grade der Kapitulation vor den revolutionären Mächten gelangt ist. Trotzdem könnte das Zarenmanifest geeignet sein, dem von Fieberzuckungen geschüttelten russischen Volkskörper Ruhe zu bringen, den Aufstand ^u dämpfen, der eine so erstaunliche Einmütigkeit des weiten Landes an den Tag gelegt hat, sich Rechte zu erzwingen. Eine andere Frage ist es, wie weit der Zar und wie weit der neue Ministerpräsident Herren ihrer Entschließung m in liberalem Sinne sind. Tie reaktionäre Gruppe am Hofe wird auch heute die Flinte nicht ins Korn werfen, und alles bewegen^ um ihr Stück durchzusetzen. Mit dem Rußland der Autokratie und der Beamtenwillkür fällt auch die Macht der Ausbeuterkligue, die von den höchsten Stellungen der Geburt und der Deamtung das Land-brandschatzten, ihrer Geldgier und ihren Lüsten oienstbar machten, — und mit diesem alten Rußland fällt nicht minder die Macht der Pobjedonoszew und Genossen, die in dumvfer Unduldsamkeit jeden freien Geisteshauch von dem Reiche des Zaren fernzuhalten wußten. Dem Einfluß dieser unlauteren und dunklen Mächte aber ftaudzuhalten, dazu gehört aber eine übergroße Persönlichkeit, Die Rußland zurzeit Wohl nicht besitzt, und darum bleibt bie Lage in Rußland unsicher. Höchst seltsame Nachrichten liefen ziemlich gleichzeitig ans Kiel ein. Dort soll der kleine Kreuzer ,Lübe cf", s owie eine ganze Torpedo-Division Befehl erhalten haben, sich zur Abreise nach Petersburg bereit zu halten. Die Abfahrt soll heute (Dienstag) erfolgen. Das schien also beinahe so, als ob deutsche Kriegsschiffe sich in innere russische Angelegenherten mischen wollten. Gleich Darauf verkündete das offiziöse W. T.-B. aus Kiel, die Torpedoboote D 7 und S 131 hätten Befehl erhalten, zunächst nach Memel in See zu gehen, um den na b Deutschland beurlaubt gewesenen Marine-Attachee bei bei Botschaft in Petersburg, Korvettenkapitän Hintze, zurück- zubringen. Stellt nun diele Nachricht die vorhergehende richtig, oder sagt sie etwas Neues? Das ist die Frage. Wir glauben ci" da erstere, obgleich hier sehr wesentlich anderes gesagt wird, als in jener. Denn unmöglich kann es in den Rahmen der Ausgaben deutscher Kriegsschiffe fallen, Dienste zu übernehmen, die ausschließlich russischen Kriegsschiffen obliegen. Wir können uns auch nicht vorstellen, daß der Zar, wenn ihm ein solches Angebot je gemacht werden sollte, es annehmen würde. E würde Damit bekunden, daß er sich auf feine eigenen Schiffe nicht mehr verlaßen könnte. Damit würde er den Revolutionären einen moralischen Sieg einräumen, der ihnen zu einem mächtigen Hebel für weitere Erfolge werden müßte. Wir vermögen daher an die Verwendung von Schiffen der deutschen Marine zu Dienstleistungen für den Zaren schlechterdings nicht zu glauben, um so weniger, als die verheißungsvolle Petersburger Drahtung von dem, den Wünschen de8 Volkes und selbst ihrer Auswiegler doch gar sehr entgegenkommenden Zarenmanifest jede Gefahr doch wesentlich einschränkt. Trotzdem aber räumt die Entsendung zweier Torpedoboote „zunächst" nach dem unmittelbar an der russischen Grenze gelegenen deutschen Hafen Memel nur zur Beförderung eines nicht einmal sonderlich hoch im Range stehenden deutschen Offiziers nicht alle durch daS erste, unosfiziöfe Kieler Telegramm heroorgerufene Bedenken aus dem Wege. Wie die „Preuß. Korrefp." hon „unterrichteter Seite" (?) erfahren haben will, stehe die Unterbrechung des Urlaubes des Marine-Attachees bei der deutschen Botschaft in Si. Petersburg, Korvettenkapitäns Hintze, i>nd die Entsendung von Torpedobooten nach Peterhos tatsächlich in ur- sä lichcm Zusammenhang mit den Vorgängen in Rußland, bi: auch in Berliner lwhen Kreisen für sehr bedenklich angesehen würden. Hintze, der der Person des Zaren attackiert ist, hatte den Auftrag, die kaiserliche Familie für den Fall, daß ihr Verbleiben in Rußland zur Unmöglichkeit wird, nach dem Aus lande zu begleit e n/Wölfin sich für diesen äußersten Fall die Familie des Zaren begeben ioerbe, darüber sei noch nicht endgiltig disponiert. Es sei aber sehr wahrscheinlich, daß die Wahl Kopenhagens, das für diesen Fall in Aussicht genommen sei, aufrecht erhalten bleibe. — Trotz dieser sehr bestimmten Versicherung halten wir unsere Zweifel aufrecht. Freilich verdient gleich große Beachtung, daß der amerikanische Geschäftsträger in Petersburg, Eddy, Instruktionen von seiner Regierung verlangte. Er soll neuerlich beabsichtigen, die dortigen Amerikaner auf einem Schiff unter dem Sternenbanner f 0 rtzu b ri n g en. Sollten ähnliche Absichten von der deutschen Regierung geplant fein? Der englische Botschafter Hardinge, der schon vorige Woche Petersburg verlassen wollte, infolge des Ausbruches des EisenbahnerstreikS jedoch nicht ab» reisen konnte, hat den Seeweg bereits zur Abreise gewählt und ist soaar schon in Altona cingetroffen. Der Pariser „Motin", dessen höchst zweifelhafte Glaubwürdigkeit feit den Deleass 'sehen „Enthüllungen" ja freilich genügend bekannt ist, meldet ans Petersburg, der Hof sei in offenem Aufruhr gegen den Za re n. Bemerkenswert ist ferner folgende Meldung der „Petersb. Tel.-Ag." vom 30. d. M.: Ter Kaiser befahl Witte, vor der Sanktionierzing deS Gesetzentwurfs betr. den M i n i st e r r a t die notigen Maßregeln zur V e r e i n h e i t l i ch u n g der Tätigkeit der Minister zu treffen. Forlgefetzi laufen aus den verschiedenen ruff. Provinzen Meldungen ein über die Ausbreitung des Streiks und über die Gärung, die in einzelnen Orten zu blutigen Zusammenstößen geführt hat. In den Ostseeprovinzen sind Riga und Reval der Schauplatz blutiger Szenen. In Riga fanden mn 29. mehrere Zusammenstöße mit den Truppen statt, wobei viele durch Schüsse und blanke Waffen ver- ivunbct wurden. In Reval beschlossen die Streikenden, ihren politischen Fordertmgen auf jeden Fall Geltung zu verschaffen. Bei einem Zusammenstoß gaben die Truppen zwei Salven ab, wobei 45 Personen getötet und 90 verwundet wurden. Noch ernsteren Charakter nahmen die Unruhen in Odessa an, wo der Zugang zur Universität durch Militär versperrt wurde. Die Arbeitermaffe flutete durch die Straßen, schloß Magazine, Cafes und Restaurants und stürzte die Straßenbahnwagen um. Die Polizei hob die Sanitätsverbandsstellen auf. Auf der Richelieustraße stießen Kofaken und Ausrührer, welche Barrikaden errichtet hatten, zusammen. Mehrere Personen wurden verwundet. Auf den Barrikaden und an anderen Punkten wurden bei den Zusammenstößen 20 Personen getötet und gegen 2 00 verwundet. Gegen abend trugen Kosaken die Barrikaden ob. Der Hafenzugang ist militärisch gesperrt. Bei Riga e n t g l e i st e ein Eilzug auf offener Strecke. Mehrere Soldaten wurden getötet, acht Wagen zertrümmert. Alles deutet aut ein Attentat hin. Auch ein Extr a 5u g bei Grosny wurde zum Ent» gleisen gebracht: 20 Passagiere wurden getötet. In einer Vorstadt Warschaus wurde ein Gendarmerie-Unteroffizier erschossen. Tie Haustore sind dort geschloffen. Zeitungen erscheinen nicht. Tie Telephone werden von Feuerwehrleuten bedient. Jedoch sind nur die Aemter mit einander verbunden. — InM 0 skau wurde das Haus des Gouverneurs mit einem Nebengebäude zerstört. In einer Vorstadt entstand eine Feuers- b r u n st, wobei wegen Wassermangels die Feuerwehr untätig war Große Mengen Waren wurden vernichtet. Tas große Restaurant Rossia imtrhe zerstört. Tie wohlhabenden Einwohner beginnen die Stadt zu Verlaffen. Tie Stadt- Ringbahn ist unterbrochen. Ain der Moskau-Kursker Bahn ist die Wiederaufnahme des Betriebes, die durch Pioniere versucht wurde, von den Revolutionären verhindert worden. — In Witebsk ist unter den Dienstmädchen ein Streik ausgebrochen. Eine große Anzahl von Tienst- mädchen wanderte von Haus zu Haus, drang in die Privatwohnungen ein und fordere die bediensteten Mädchen energisch auf, ihre Stell t arf-iigeben, widrigenfalls sie blutig geschlagen würden. Tie Polizst verhaftete 18 Mädchen, die vom Gouverneur mit Gefängnis bestraft wurden, worauf sie aus dem Gouvernement ausgewiesen werden. — In Kiew wird die Zahl der Toten und Verwundeten immer größer. In einem dortigen Hotel bemerkten Patrouillen verdächtiges Treiben. Bei oem Versuch, Verhaftungen vor- zunehmen, fielen Schüsse. Ein Verdächtiger wurde getötet, ein Oberleutnant schwer verwundet. 15 Juden wurden verhaftet. Zu allem dem kommt nun noch aus Odessa bad durch W. T.-B. verbreitete, trotzdem ober unkontrollierbare Gerücht, die unter dem Beseht der Admirale Birilew und Schuklinin nach Kleinasien gesegelte Bemannung der Schwarten Meer-Flotte habe sich cmvört und ihre Führer getötet, 7:e seien nach Sewastopol zurück- gelehrt und hätten dort die revolu tionäre Flagge gehißt. Aus Sewastopol lieat jedoch keinerlei Meldung vor. Sämtliche politischen Depeschen werden übrigens von den Behörden streng zensiert. Ter Gouverneur von Odessa erliest eine Proklamation, in welcher die Anwendung strengster Hnterdrückimgämaßrcgetn gegen die ausständigen Arbeiter und ausständigen Anstalten, insbesondere auch gegen die Apotheken, die in B"rbandsplätze für Verwundete verwandelt würden, anaekündigt werden. Nach einer Meldung des W. T.-B. aus der preußischen Grenzstadt Bromberg sind sämtliche Uebergänge nachRustlandfürPersonen-undG ü t erver kehr gesperrt. Tie Annahme von Gütern und die Beförderung von Personen und Reisegepäck nach Rußland findet bis auf weiteres nicht mehr statt 1 ........ '*■'"■ । Hl Aus Stadt and KauS. Gießen, 31. Oktober 1905. •* Zur Landtagswahlbewegung in Hessen. Der soeben erschienene Wahlaufruf des Zentrums enthält u. a. die Forderung des allgemeinen, gleichen, direkten nnb geheimen Wahlrechts und tritt für die Einführung der Wahlpflicht und der Pro- portionalwahl ein. An den verfassungsmäßigen Zuständigkeiten beider Kammern will die Partei unbedingt fest gehalten wissen, ebenso an dem christlichen Charakter der Volksschule, die in ihrer jetzigen Verfastung verbleiben sollen. Der Ausruf fordert ferner Aufhebung der die Ordenstätigkeit einschränkenden Bestimmungen, Förderung der Verkehrsverhältnisse, Umgestaltung des Amtsverkündigungswesens, vermehrte soziale Fürsorge für die Arbeiter, freies Koali- tionsrecht, Arbeiterkammern, Förderung des Genossenschaftswesens, Sparsamkeit im Staatshaushalt usw. •• Städtischer Fi sch markt. Nachdem die von der Stadtverordneten-Versammlung gewählte Fischmarktkommission zu einer Verständigung über die zukünftige Einrichtung des städtischen Fischmarktes nicht gelangen konnte, war zu erwarten, daß die Stadt Vorkehrungen treffen werde, den städtischen Fischmarkt bester zu gestalten. Nunmehr wird uns von der Bürgermeisterei mitgeteilt: Der städtische Fischmarkt wird vom nächsten Freitag ab noch vergrößert werden. Um dem großen Andrang des Publikums besser Rechnung tragen zu können, soll vom nächsten Markt ab noch eine zweite Verkaufsstelle neben der jetzigen eingerichtet werden, womit nunmehr die Abfertigung eine flottere werden dürfte. Um die Zubereitung der Seefische noch weiter bekannt zu machen, sollen am Fischmarkt Kochrezepte gratis verteilt werden. — Uebrigens hat sich die gestrige Notiz über die Aufhebung des Solinger Fisch markt es nicht in vollem Umfang bewahrheitet, vielmehr ist der Markt, wie die Solinger Zeitung schreibt, nur infolge der hohen Fleischprcise einmal nicht abgehalten werden. "Die erste Probe des Gesangschors für die Schillerfeier am Sonntag, 12. November, nachmittags 3 Uhr, fand gestern abend unter Leitung des Universitäts- Musikdirektors Trautmann statt. An der geplanten Feier werden sich folgende Gesangvereine mit 140 Sängern beteiligen: Bauer'scher Gesangverein, Bürger-Gesellschaft, Gemütlichkeit, Harmonie, Heiterkeit, Konkordia, Liederkranz und Maschinenbauer-Gesangverein. Die nächste Probe wird nächsten Samstag abend 9 Uhr stattsinden. ** Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur hielt am Sonntag abend im Hotel-Restaurant Kaiserhof seine Generalversammlung ab. Man beschloß, in diesem Jahre wieder 4—5 Vorträge halten zu lassen. Die Vereinsbibliothek, welche aus ca. 100 Bänden besteht, wird überaus reg benutzt. Die Generalversammlung erklärte sich mit der Geschäftsführung einverstanden und wählte die seitherigen Mitglieder des Vorstandes wieder. ** Turnerische Hebungen fanden am Sonntag vormittag in der Turnhalle des Turnvereins 1846 unter Leitung de§ 1. Gauturnwarts Will statt, welche in Keulenschwingen und Geräteturnen der geübteren Turner deS Turngaues Hessen bestanden. Das gezeigte Keulenschwingen, daS leider nur bei wenigen Turnvereinen im Turngau Hessen eingeführt ist, war interessant und konnte als gelungen bezeichnet werden. Das sich anschließende sehr schwierige Geräteturnen der geübteren Turner nahm ebenfalls einen guten Verlauf, eS dient hauptsächlich zur Vorbereitung für daS Kreisturnfest in Hanau. " Erledigte Lehrer stellen. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Kememde- schule zu Hainstadt, Kreis Offenbach. Zwei mit katholischen Lehrern zu besetzende Lehrerstellen an der Gememde- schule zu Hainhausen, Kreis Offenbach. Mit der einen Stelle ist Organistendienst verbunden. X Vetzberg, 30. Okt. Bei der am letzten Mittwoch hier abgehaltenen Gemeinderatswahl wurden bei außerordentlich geringer Wahlbeteiligung an Stelle der ausscheidenden Mitglieder die Backsteinmacher Ludwig Reh, Jakob Römer und Wilhelm Steinmüller gewählt. Die geringe Wahlbeteiligung soll durch die späte Bekanntgabe des Wahltermins verursacht worden fein. b. Ober-Bessingen, 30. Okt. Bei der heutigen Deigeordnetenwahl wurde an Stelle deS im Sommer in hohem Alter verstorbenen langjäheigen Beigeordneten Thomas Walter der Landwirt Heinrich Rühl mit 38 Stimmen gewählt. " Schotten, 31. Okt. Das Lehrerheim Vogelsberg hatte seit seiner Gründung mit einem Hebet zu kämpfen, das oft seine Existenz in Frage stellte — es fehlte nämlich an Master. Den Bemühungen des Vorstandes ist eS nunmehr gelungen, von der Gemeinde Michelbach eine Quelle für 800 Mark zu enuerben, die nach den durch die Großh. Kulturinfpektion in Gießen vorgenommenen Messungen während der trockensten Zeit dieses Sommes 8,4 Kubikmeter Master geliefert hat, ein Quantum, daS vollauf genügt. Dank der Unterstützung des Großh. KreisamtS Schotten sind die Verhandlungen soweit gediehen, daß die Quellfassung dieser Tage bereits in Angriff genommen wurde. Nidda, 30. Okt. Mittwoch, 1. November d. I., sind eS 25 Jahre, seit die jetzige höhere Bürgerschule als erweiterte Volksschule inS Leben trat. Ter Tag soll durch einen Aktus im Saale des GambrinuS feierlich begangen werden. — Heute fand hier die Sektion eines angeblich totgeborenen KindeS statt. Büdingen, 29. Okt. In der Wirtschaft „Zum goldenen Adler" hatte sich vergangene Nacht S/41 Hhr infolge eines kleinen Wortwechsels ein Streit entspannen, der auf der Straße in eine Messerstecherei ausartete. Nach der Schlägerei besuchte Johannes Hölzinger aus Mittelgründau, in Diensten bei Müller Richter, trotz zweier schwerer Stichwunden noch eine andere Wirtschaft, von wo aus der lebensgefährlich Verletzte zu Dr. Nullmann und dann in das Mathildenhospital verbracht wurde. Der eine der Stiche geht durch die linke Achselhöhle an der Schlagader vorbei, während mit dem zweiten die Lungenspitze verletzt ist. Der letztere ist lebensgefährlich. Der verhaftete 33jährige Dienstknecht des Wilhelm Bieber, Johann Koppen st einer aus Manns- wörth, Bez. Brüsk, soll, nach dem „Büd. Allg. Anz.", die Tat eingestanden haben. fc. Mainz, 29. Oktober. Ein gutes Geschäft hat der Bürgermeister Fre ber von Mombach gemacht. Er verkaufte der Stadt Mainz 80 Morgen Land, an denen er innerhalb Jahresfrist 100000 Mark verdient hat. — Tie Firma H. A. Disch A.-G. feiert heute ihr 50jähriges Bestehen. — Geh. Kommerzienrat Rudolf Henkell hat, wie die „Frkf. Ztg." meldet, gestern für die Arbeiter der Sektkellerei der Firma Henkell u. Cie. 50 000 Mark zu einem P ensions- fonds gestiftet. * Kleine Mittel i'naen a n 2 Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. In E sfolterbach hatte eine Witwe diesen Herbst eine reiche Obsternte: sie brachte ihr ca. 6000 Mk. ein. — In W innen wurde der Bürgermeister G. A. Wißner, der fein Amt 16 Jahre bekleidet, auf 8 Jahre einstimmig wieder gewählt. — In Bretzenheim brachte eine Frau ein Kind zur Welt, das, sonst normal entwickelt, zwei Nasen, vier Augen, vier Ohren und zwei Munde hatte. Das Kind, das nach kurzer Zeit starb, wurde der Gießener UniDerfifät§f(iiiif überwiegen. — In Oberursel brannte das Anwesen der Witwe Mann ab, ivobei ein 62 Jahre alter Knecht erstickte. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Versicherung der russisch en Anleihe. An der Börse ist der Kurs der 4 Proz. russischen Anleihe von 1902 beträchtlich zurückgegangen. Ta die in Aussicht genommene neue Anleihe auf Grundlage eines Emissionskurses von 90 Proz. berauskommen sollte, und zwar 1250 Mill. Fr. schvn dieser Tage, so war mit der obigen Kursgestaltung von 87 Prozent der Emissionskurs von 90 Prozent selbstverständlich nicht zu halten und der russische Finanzminister hätte sich zu einem starken Preiszugeständnis bequemen müssen, wenn er nicht die Vertagung der Anleihe als das Klügere und in diesem Falle auch noch dazu das bessere Teil erwählt hätte. Zu einem anderen Entschluß konnte der Minister schon deshalb nicht kommen, als es ihm seitens der Bankgrnpven sehr nahe gelegt wurde, daß, solange die Hnruhen in Rußland fortdanern, selbst bei Preiszugeständnissen eine Unterzeichnung des Anleihevertrages und gar eine Emission der Anleihe nicht möglich gewesen war. Möglich ist ja, daß Rußland auch mit dieser Revolution oder wenn besser will allgemeinen Arbeiterausstand fertig wird, und dann die Anleibe an den Markt kommt. Nur glauben wir nicht, daß die Beteiligung des deutschen Käpitalistenpublikums besonders stark sein wird. DertnifcbM* • Kein Tag vergeht ohne mehrereEisenbahn- unfäHe. Zu dem gestern von uns gemeldeten schweren Unglück bei Soltau (vgl. die gestrigen Telegramme) wird heute gemeldet: Nachdem bei dem Hnglück selbst die Schaffner Broeckelmann und Brahm getötet worden und vier Personen schwere Verletzungen davon trugen, sind im Laufe des TageS die Haushälterin Frl. Ahrens, der Chausseearbeiter Borstel und der Maurer Heine, sämtlich aus Kaltenweide, ihren Verletzungen erlegen. Das Hnglück ist auf die schlechte Signalbeschaffenheit zurückzuführen. Wen die Schuld trifft, ist noch nicht fest- gestellt. — Auf dem Lüneburger Bahnhof geriet der Rangiermeister Wittleben zwischen die Puffer eines Rangierzuges und war sofort tot. — In Göttingen platzte da? Siederohr der Lokomotive des Schnellzuges 71 Frankfurt— Gießen-Hamburg. Das Lokomotivpersonalwürbe lebensgefährlich verbrüht. Nach einstündiger Verspätung konnte der Zug die Fahrt fortsetzen. — Bei Kansas City (Amerika) entgleiste ein Zug der Atchison-Topeka-Santa F4-Eisen- bahn infolge Schienendefekts. 15 Personen sind tot, 30 verwundet. Zu allem diesen treten noch zwei Eisen - b a bnattentatein Rußland, über die wir an anderer Stelle berichten. Demnach nähert sich die Zahl der bei Eisenbahnfahrten an einem einzigen Tage Getöteten der Hundert. (Onfitnor-Dralilntfföunflen. Berlin, 31. Okt. Der sozialdemokratische Partei vor st and und die Preßkommission geben in der heutigen Nummer des „Vorwärts" eine lange Erklärung ab, in der sie ihr Verhalten gegenüber den sechs Redakteuren des „Vorwärts" rechtfertigen und darauf Hinweisen, daß es eine falsche und böswillige Darstellung der betreffenden Redakteure sei, wenn sie in ihrer Erklärung die Sache so drehen, als sei eS der Parteivorstand, der die ganze Angelegenheit auf eigene Faust eingefädelt habe. Tie Initiative dazu sei von den Vertretern von Groß-Berlin ausgegangen und die Verhandlungen seien in voller Harmonie unter den Beteiligten gepflogen worden. Der Parteivorstand und die gesamte Vertretung von Groß-Berlin übernehmen solidarisch für sämtliche Schritte der Partei gegenüber die Verantwortung. Paris, 31. Okt. Prinzessin Luise von Koburg bat, nachdem ihr die Entscheidung des Gothaer Gerichtshofes mitgeteilt worden war, ihren Anwalt beauftragt, dem Gericht zu erklären, daß sie die Zuständigkeit desselben nach wie vor an zweifelt und Berufung gegen den Entscheid einlegen werde. Paris, 31. Okt. Die beiden Zeitungen „La Patrie" und „La Preffe" sind für 650 000 Franks an ein Konsortium verkauft worden, an dessen Spitze der frühere Ministerpräsident Möline steht. Dar-eS-Salaam, 30. Oktober. Das Bezirksamt Langenburg meldet, daß die Aufständigen aus Hpanwe durch Askari-Abteilungen unter Feldwebel Frank und Sergeant Pietsch zersprengt wurden. Hauptmann Nig- mann hat mit einer Abteilung der Kompagnie Stringa die Missions-Station Mbejera erreicht und marschiere jetzt auf Songea. Station Jringa meldet, daß für die Mm cknen im Bezirk keinerlei Gefahr bestehe. Zur Lase in Nnfzsand. Tas Manifest des Zaren. Petersburg, 31. Okt. (Petersb. Tel. AgA In bent> heute nacht veröffentlichten f a i f erlichen Mgnife u heißt es: Das Glück eines russischen Herrschers ist unlöslich verknüpft mit d"m Glück des russischen Volkes. Ilm mit Erfolg die auf Beruhigung des öffentliche Lebens abfpielenden allgemeinen Maßval>men zu verwirllichen, habe der Kaiser beschlossen, die Aktion der obersten Regierung zu vereinheitlichen und 1. Der Bevölkerung die unerschütterlichen Grundlagen bet bürgerlich en Fr eih eiten zn verleihen, die gegründet find auf der wirklichen Unverletzlichkeit der Person und der Freiheit des Gewissens, der Rede, der Derfamm» langen und Vereinigungen. In die S t a a t s d u m a auch i e n e K lassen d:r Bevölkerung zu berufen, welche je kl d-'s Wahlrechts willig entbehren, als unerschli'tterliche Regel aufzustellen, daß kein Gesetz in Straft tritt ohne die Genehmigung der Staat sduma und daß den Erwählten des Volkes dir Möglichkeit einer wirklichen Teilnahme an der Ueber- wach unq der Gesetzlichkeit der Handlungen der Behörden gewährleistet wird. Petersburg, 31. Okt. Tie Rufs. Tel-Atz. verössen- licht einen Bericht Wittes, auf den der Kaiser geschrieben hat: Zur R i cht schnür zu nehmen In dem Bericht heißt es: Ew. Majestät geruhte, mir Direktiven für die Regierung zu geben in Erwägung der inneren Lage Rußlands. Tie Beunruhigung der russischen Gesellschaft ist nicht das Ergebnis der teilweisen Mängel der Regierung, der Gesellschaft oder einer durch die extreme Gesellschaften^ organisierten Tätigkeit. Tie Äurzcln gehen tiefer. Sie entstand aus der Verletzung des Gleichgewichtes der moralischen Bestrebungen und der äußeren Gestaltung der Gesellschaft. Tas denkende Rußland erstrebt Rewte auf der Grundlage der bürgerlichen Freiheit Tie Hauptaufgabe der Regierung besteht darin, burrh die Tuma allen Elementen die bürgerlichen Freiheiten zu gewähren auf dem Wege normaler und gesetzlicher legislativer Ausarbeitung der Fragen, welche das gleiche Recht aller Russen vor dem Gesetz ohne Hnterschied der Religion und der Nationalität cmssyrechen. Warschau, 31. Okt. Tie Nachricht vom tfrlaß des M a ni« fests rief einen tiefen Eindruck hervor. In allen Restau^ rationen umarmten sich die Leute Tic Militärpatrouillen wurden sofort zurückgezogen. Tie russischen Offiziere beteiligten sich an dem allgemeinen Jubel. Petersburg, 31. Okt. Ter Finanzminister hatte eine Unt-erredung mit Morgan, mit dem er wegen der russischen Anleihe verhandelte. Morgan reiste ab. ohne daß er zu einem Abschluß gekommen war. Er bitte F.um das Finanzministerium verlassen, als Witte die telephonische Nachricht erhielt, daß der Zar in eine Konstitution eingewilligt habe. Gegen die Soldaten, welche vor dem technologischen Institut aufgestellt waren, wurde von unbekannter Hand eine Bombe geschleudert Bisher konnte noch nicht festgestellt werden, ob Personen hierbei zu Schoden gekommen sind. Odessa, 31. Okt. Bei den Straßen kämpfen auf den Barrikaden spielten sich Szenen ab, die an die französisch' Revolution erinnern. Unorganisierte Arbeiter, zumeist junge Leute gaben ihre entblößte Brust den Kugeln der Soldaten preis. Sie starben mit dem Ruf: Es lebe die .9?c - volution Den ersten Schuß ans den Reihen der Ausst^vd'geu gab ein als Arbeiter verkleideter Kosak ab. Telefonische des Giessener Anzeigers, mite« und Indnsti Frankfurter Hör 3%°/0 Reichsanleihe . . 100.75 3% do. . . 89.00 314°/0 Konsols .... 100.9^ 3% do 88 90 3^°/0 Hessen 99.70 3%0,n Oberbessen . . . —.— 4no Oesterr. Goldrente. . 100.30 4*/6 % Oesterr. Silberrente 100.75 4 "6 Ungar. Goldrente . . 96.40 4% Italien. Rente . . . 000.00 4 % Portugiesen Serie I . 68.15 3% Portugiesen III 67.80 4xX°'n tuss.Staatsanl. 1905 95.90 4n japan. Staatsanleihe 94.65 1 Conv. Türken von 1903 90 20 Türkenlose 136 80 4% Griech. Monopol-Anl. . 53 00 äussere Argentinier . 90.50 3°/n Mexikaner . . . . 67 95 4 ys°i0 Chinesen . . . 97 80 Aktien: Bochum Guss 255.50 Buderus E. W 142.10 Tendenz: fest. Berliner Börse. ? Canada E. B 174.70 Darmstädter Bank . . . 153.00 Deutsche Bank .... 244.60 Dortmunder Union C. . . 104.50 Dresdner Bank .... 167.50 Tendenz: sehr fest. Kursberichte teilt von der Bank für Handel ie, Giessen. So. 30. Okt., 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmerer . . . 143.00 Elektriz. Schnckert . . . 135.50 Eschweiler Bergwerk . . 274.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 242.20 Ham barer - Amerik. Paketf. 171.00 Harpener Bergwerk. . . 222 00 T anraliütte 267.00 Xordd. Lloyd .... 132.50 Clhersc.hles. Eisen-Industrie 137.70 Berliner Handelsges. . 177.40 Darmstädter Rank . . . 152.90 Deutsche Bank . . 244 50 Deutsch-Asiat. Bank . . 184.70 Diskonto-Kommandit. . . 193 20 Dresdner Bank .... 167.30 Kreditaktien 212.30 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn 114.40 Gotthardbahn — Lombard. Eisenbahn . . 26.40 Oesterr. Staatsbahn . . • 144.70 Prince-Henri-Eiscubahn . 127.60 0. Okt., Anfang-skurse. Harpener Bergwerk . . 222 40 I aurahi>tte 267 00 Lombarden E. B ... 26.50 Nordd Lloyd 132 75 Türkenlose 136.90 Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß wieder mne Prämiierung Von Dienstboten des Spartaffcbezirts ftattsinden soll. Prämien können von 5 zu 5 Jahren solche Dienstboten im engeren Sinne erhalten, welche bei der Herrschaft Kost und Logis Haben und sich darüber, sowie über gute Führung durch Zeugnisse aus« weisen können. Von Vollendung der 5 Dienstjahre kann nur dann im letzten Dienstjahre abgesehen werden, wenn dec DienitauStritt durch Einberufung zum Militär, durch Auflösung des Haushalts, oder durch Gründling eines eigenen Hausstandes erfolgt. Es werben hiernach alle diejenigen Dienstboten, welche nach diesen Bedingungen ans eine Prämie glauben Anspruch erheben zu können, aufgefordert, sich unter Vorlage dec Dienstbücher, eines Zeugniffes der Herrschaft über gute Führung, sowie eines etwaigen Sparkassebuchs (die Angabe der Nummer des Buchs genügt ebenfalls) bei unserer Kasse ober der Bürgermeisterei des Wohnorts bis zum 15. November l. I. zu melden. Gießen, den 30. Oktober 1905. Bn/ie Bezirkssparkasse Gießen. Wiener. ' Der Geschäftsführer. gegeben. N.B. Fouragcliefcrantcn und Spediteure werden gebeten, ihre Offerte« in der Geschäftsstelle dieser Zeitung abzugebcn. 07437 Aessener ZeeLscli-MH Saale, Neustadt 55: 15618 LinöerrpLatz 12 Vahnhofstrasze 27 • i» gegen Barzahlung. [5616 07428 Sio umsjnst 5601 werden. I Heuchelheim, den 31. Oktober 1905. 07420 der Bank für Hai 5623 Kunden Stundenschlag. 07422 Eintritt 20 Pfg., Kinder und Militär die Hälfte. Wirtschaft Metzgerei n Zu haben bei: Zu Anerlieiligeu! wozu ergebenst einladct Seife verbunden v,8A und J. Wellhöfer, Marbttrger Straße, Marktplatz 18 Giessen Marktplatz 18 Bedeutendstes Werk dieser Branche in Mitteldeutschland. Chem.Waschanstalt6ebr-Höver.Färberei Ohr. Bieker, Neustadt 55. Ph. Herrmann, Seltersweg 33. wiri immer in derselben als vorzßolich bekannten Qualität geliefert. 3- 1,70 ID1/. x bei 11,11 bis Vom 1. November ab lassen mir täglich einen Milchwagen «rach Gießen durch die Stadt fahren und empfehlen wir werten im Gießener Festsaal (Caf6 Leib) mit Konzert, Gesang, Theater, Borträgen und darauffolgendem BagE Carl Freitag Weichensteller i. P. Gießen, 31. Oktober 1905. Bullen- Bersteigernng Mittwoch, den 1. November d. I., nachmittags 2 Uhr soll ein der Gemeinde Bersrod gehöriger fetter Bulle auf hiesiger Bürgermeisterei versteigert Handels^, idter Bank • e Bank - -Asiat Bank o-Kommandit. r Bank - - ktien . • - re- and Ohio- Bersrod, 28. Oktober 1905. Gr. Bürgermeisterei Bersrod Reu sch ling. 9?»! ' 26? fr ; iS’ .1fr Vorn, Gerichtsvollzicyer in Gießen. Für Jäger! Prima Schwarzpulver-Patroue Kal. 16 Marke Eichel od.F avorito unübertroffene Qualität, vollständig versagefrei, von heute ab Mk. 5.— per Hundert. [5536 A. Kilbinger ______SelterSweg IS.______ 9fil ‘ 144’ . 1SI n tour. Er f^ttc fc tte bic tdeVbonfirfie W lstitution eingelPÜli; m technolegischrn Justin ter önnb eine Boni! t sestgestellt roerben, i fmb. nfi'imtfen unf ben Per frankofiW ^evolnl? i'ii junge Peute gti In bei Es lebt Vit' Äl'sl> KaEESSM IMlIllilllWHI Ö Zu AiierlKiiigeu: Jeden Tug ftislhe Norvseestsche la. Rotzungen, la. Schollen, prima allerfeinstc Holland, -Sktgclschcllsischc, la. feinste Nordfee-Portions-Schcllfischc, la. feinste Backfifchc, la. hochfeine Kabliau, holländische, . .15« . ,2ti . .IN' . ,1fr . 161! . 21t 07405 Jakob ttamz, inaou j. Eisenbahn > Staatsbahn . • Tpnri-Eiseubahn .... ,Ut bie la. weiße Kernseife bei5Psd.22H, bei 10 ^.21*/^, la. gelbe Seife bei5Pfd.21^, bei 10Psd.20Vr^, la. weiße Schmierseife bei5Pfd.!7H, bei 10 Ptb.lb'/.^, in schon. lOPfd.Ziukeimern 1,80 JL la. gelbe Schmierseife bei 5 PU). 16^, bei 10Ptd.l5V2^, in schon. lOPfd.Zinkeimern 1,70^/L L. SteiBääöser Neuen Baue 17 Telephon 346 Hauspähne klein gemachtes [5261 Abfallholz. selbst. — NB. Wie wohl allgemein bekannt, sind Dr. Mellinghoff’s Essenzen die ältesten, im Gebrauch billigsten und bewährtesten.' ' Mau lasse sich daher durch Anpreisungen der vielen Nachahmungen nicht irrefdhrcu, sondern nehme nur Mellinghoffs Essenzen ans der Essenzen-Fabrik von Dr. Meiilnghofi' & Co. in Bückeburg. MeliinghofFe Essenzen sind zu haben, in Giessen bei Adolf Bieler, Emil Fischbach, W. Kilbiuger, (!. Müller (G. Gerhardt Nacht?, 0. Schaaf._________________ssa0lu Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinschciden unserer unvergeßlichen Gattin nnd Mutter Frau Sophie Wagner sowie für die zahlreichen Blumenspenden, insbesondere für die liebevolle Pflege der Schwestern sagen wir unseren tiefgefühltesten Dank. 07430 3m Namen der trauernden Hinterbliebenen Gießen, 31. Oktbr. 1905. Karl Wagner und Söhne Mmch, 1. Üionlir. 1.3 nachmittags 2 Uhr, versteigere ich int Biekerschen Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sage Allen aufrichtigen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Tellnahme bei unserem schweren Verluste sagt innigsten Dank Familie Benner. Mittwoch, den 1. November 1905 Eröffnung ncrtato mit Schlachtfest lorgeirt: Wellfleisch mit Kraut MM: fetzelsuppe la. hochfeine Kabliau ohne Kopf, 2—3 pfündig. ; Anfangsknrse. et Bergwerk litte • • ' den E. B Lloyd - . • 1 Copha, 1 eich. Kommode, 1 nußb. Glasschrank, 1 Ausziehtisch, Bilder, Spiegel, 1 vollst. Bett, 1 oo. Tisch, 2 Sessel, 5 Dtzd. mess. Waagschalen, 1 Metalldrehbank, 10 Jiille Zigarren, Zigaretten, Konserven, Kognak, 1 Kassa- jchrank, 1 Labeu-Emrichluug, 1 Wagen, 1 Ehaiscugeschirr, Schirme, Stöcke, Bierkrüge, 2 geschn. Eichenstämme u. a. m. Geißler. GerimtsnoM^ber in großer Auswahl eingc.roffen. Kränze von 28 Pfg. an, Buketts von 15 Pfg. an Pcrkkränze von 98 Pfg. an. 5581 Giessener Bazar Bahnhofstraße 4. Max Marum. Bahnhofstraße 4. Imprägnierte Pelerinen in riesiger Auswahl für Herren 105—120 ctm. lang 8.50 bis dl 24.— für Knaben 60—115 ctm. lang 3.75 bis jl 54.— ISarimaus Zwetschenmus eigener Bereitung, empfiehlt in vorzüglicher Qualität [5436 Emil Fischbach. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unsere liebe, unvergeßliche Mutter, Groß- nmtler und Urgroßmutter Frau Luise Michel geb. Konrad heute morgen 71/’ Uhr nach kurzen, Leiden im 82. Lebensjahre sanft dem Herrn entschlafen ist. 5633 Die tieftrauerndcn Hinterbliebenen: Familie Krafthöfer. Gießen (Ederstraße 18), 30. Oktober 1905. Tie Beerdigung findet Mittwoch den 1. November, nachmittags 3'/, Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Versteigerung Donnerstag, 2. Novbr. d.J., nachmitags 3 Uhr versteigere ich gemäß § 373 des Handelsgesetzbuchs in der Eder- slraße im Alexander Mayer» scheu Lumpenlager 1 Waggon Abfälle Horridoh!!! Jagdausrüstungen Jagdtaschen, -Musse, Gewehr- sutterale, Rucksäcke, Gamaschen, Signalhuppen, Putzstöcke, Jagdstöcke, Lederwesten, Jagdhand- schnhe, Ohren-, Kopf- und Kniewärmer, Jagdflaschen, Hundeleinen, -Peuschen, -Maulkorbe u. -Halsbäudcr, Gewehröl re. Jagdgewehre, prima Suhler nnd Lütticher Fabrikate. Munition gelob. Jagdpatrouen renommiertester Firmen. [5537 A. KiSbmger SelterSweg 19. Xeur einig*© Tag*©. Voranzeige! In einigen Tagen trifft der rühmlichst bekannte ZirkusOttoMark mit seinem Biesen Zelt-Zirkus in Gießen auf LSwaldS Garten ein, um einen Zyklus von Vorstellungen zu veranstalten. Alles Nähere wird später durch Anzeigen und Tagesplakate bekannt Telegramm 2 Die Bewohner von Gießen und der Umgegend werden dararff aufmerksam gemacht, daß die Nchchmg k ArHilM MHruhr mit den 12 Aposteln usw. hier int Hotel „Zum eiugetrosfen ist und heute Dienstag eröffnet wird. Vorzeigeu bet Uhr von morgens 10 Uhr ab Ins abeubs 11 Uhr bei jeberu Frisch eingetroffeu: Delikatess-Backfische kl. Schellfische 6C0, per Psd. £0 Pfennig J. M. Schulhof jriai WM größtenteils aus eigener Gutswirtschaft im Detail unb größerem Quantum. Die Milch kommt tadellos gekühlt zum Verkauf. Bestellungen außer hier nimmt Herr Schlabach Nachfolger, Ludwigsplatz unb Herr Roth Nachfolger, Wallthorstraße entgegen. Siltari Snjttotjal «lt«W Telephon-Amt Lollar Nr. 8. Lognäc seWsfl Zu machen aus Mellinghoffs Cognac-Essenz Rezept! Mische 1 Liter Weingeist (Spiritus) mit l1/« Liter Wasser und fQge 1 Flasche Mellinghoff's Cognac-Essenz ä 75 Pfg. hinzu. Der so erhaltene Cognac ist von ausgezeichnetem Geschmack und von gleicher Bekömmlichkeit wie gute französische Marken, aber 3 bis 4mal billiger. Ebenso einfach ist auch dio Solbstbereiiung von Rum, Arrak, Likören aller Art, Limonade-Sirupen, Punsch- und Grog-Extrakten aus Dr. MellinghofPs Essenzen L 75 Pfg. pro Flasche. Praktische Anleitung zu deren Gebrauch, betitelt: ,.DIe Ge- tränke-Destllllerkunst für Jedermann«1, welche über 100 solcher Rezepte wie oben enthalt, bekommen in unseren Niederlagen oder auch direkt franko von uns Kaiser- Cognac, gesetzlich geschätzte, prebwürdigtie Harte $1* J e*' imX«*nr i'T » « 5 10*' i*. A*! •■SS» * ««? ' V* *, ch * ft 8it> f,:‘. (bi, S(|> litt* . .(„,1* Kaiser-Cognac ••1/, Ltrfl. M. 3,— , 1,70 N HchclilHi'il" raren. tUs" .1* N M n”g ■ b,,$( w"i, Ä"Ti^ ber inneren «2 k° lU'sjschen^ mer burdj die ejrtren? ;/ie wurzeln gehn ^ungdesGlei^ fangen uni e 1 e I [ | tf) Q t t. Tüi 4 der Grundlage bei Hauptaufgabe der Een Elemente iMfiren auf ^m : ieqislativer W 1 leiche Recht alle- ' • Unterschied bei < iät aussyrecheu. • vom Erlast des sR n ni bpt. allen Reil:: ;[htnti).itrouillen tmirbn . -frisiere beteiligten fij j inanzminister batte eii i er wegen der rufii aller Neuheiten 5ie? Reparaturen und modernisieren 22 M„rkt 22 A. Kretzschmar. empfiehlt 1 Schmücker Nachfolger. ----- Abteilung: ---- Herren- und Knaben- Konfektion. Herrenkarten nuran der Kasse 1 Mark. Damen frei. Bier im Glas. Anfang 8 Uhr. Zu zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein Der Vorstand. Xotsdier-Vtrdi Giessen. Samstag den 4. November 1905 Feierte 13. Stiftungsfestes AZiii-LinsisM-We Muster durch und durch gehend. 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Dir Mn v ihelbstverwaiun ■ n„e Ctädteordnung tialen Gerechtigkeit Äovinzialordnunt! i i! dieser vichtiyen ,-cbcn fordern, wem offen, könnet von turn ist eine verdü nut gilt dem ffirtschritls und 0' dafür sorgen, daß fy werden, von denen ■ -fit sind, in dies Mm! — Yon der Dahl köahllrets Gies trLicderaufftellur rn bet Tätigkeit t dür nichts zu höre r ? ein halber Mo Vv. 'gitationstätig ter le e Wähl r ui man den uni h Wahlkreises u i -Agitation der S tnh sie den seitbe * H direkten tit VA Wx ; k)as bixtUt wollen. Vai dieser ausdr" Vertreters a; h Aei der W dors a. d. L., Ar heim, Klein-Lini lar, Oppenrod, ! berg mit Friede die Orte Großen-Aisech $ Steinbern ,md! 1 töchtiSts KScherniiäiiches gesucht, o,,“ Hotel Bietort«. I 6 Zimmer | Alicestraße 26 ist der 3. Stock, 6 Zimmer mit Fubeh. an ruhige Familie zu verm. 5149s Frau Pros. TaschS Ww. HyPthekenkkstital zu 33/4 °/0 an I. 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Kovember, mit einer Hauptprobe abends 5>/4 Uhr vormittags 11 Uhr in der Turnhalle — Steinstrasse 3 Erste Konzert - Erster Orchesterabend Dirigent: GrowherzogL Universit&ts-MuBikdirektor G. Trautmann. Solistin: Teresa Carreno (Klavier), Berlin Orchester: Da, Verela,orehe,ter - Kapelle dee Inl.-Begte Kaiser Wilhelm (2. Grossh. Hess.) No. 116 — verstärkt durch auswärtige Kräfte. Wer iv., erh.joi.gr.AliSio. reiche ylUUl o. Danien m. 8 dis 220000 M. Verrn. Send. Sie nur Adr.a.„Veritas-,Zb5Nn H.39. sl^/,, Fabnkbesltzertoohter, 24I., blond, B. 150 000 JC, w.sich m. charaklerv. ges. Herrn bald zu verehest Benn. Nebens. Briefe an „Zidrs" Kerlio 18. _________81%.__________ 1 liiihligks MäSlhkn das schon in besseren Häusern ge» dient hat, geg. hohen Lohn gesucht. 5577j Bahuhofstiave 63, 1U. Dienstmädchen zu,n 15. Nov. oder 1. Dez. sucht Frau Bürgerineisler Goldmauu, G r o ß.Rechtenbach.[5566 (Rui Huud (gelb getigerte Dogge) zugelaufen. 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