Nr. 74 ©tfdeiet tSgttch außer Sonntags. Lern Greßener Anzeiger werden im Wechsel mit dem besuchen Landwirt die Gießener Familien, -lütter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Ver- Lag der B r ü h l'schen Untveri.-Buch-u. Stein- druckeret. 9t Lange. Redaktion, Ervedtlton und Druckerei: Schutstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprechaniäUußNr 51 Erstes Blatt. 155. Jahrgang Dienstag 28. März 1905 d TtT’ O mo*at*A7*BL,oiert«t- Gietzener Anzeiger w General-Anzeiger :L.M v den polit und (2 ,e«.ie Amts- und Anzeigeblatt ftr den Kreis Gietzen WMZ U 1 kp zeigenteil: Hans Beck Die Oeuttge Dummer umfaht 8 Setten Ies deutschen Kaiserpaares ZSeersahrt. Der Kaiser in Lissabon. Lissabon, 27. März^ Der Dampfer „Hamburg" mit Kaiser Wilhelm an Bord und der Begleitkrer^er „Friedrich Kurl" trafen heute nachmittag unter dem Salut der Geschütze an der Tajo-Mündung ein. Die Landungsstelle prangte in reichstem Flaggenschmuck. Zahlreiche Dampfer und Segelboote waren dem Kaiserschiff cntgegengefahren. Ter deutsche Gesandte Graf Tattenbach mit dem Militär- attachee Major Senden und den übrigen Mitgliedern der deutschen Gesandtschaft, sowie dem Generalkonsul Dähn- hardt begaben sich an Bord der „Hamburg", mit ihnen namens der beiden die Hamburg-Ämcrika-Linie in Lissabon vertretenden Firmen Hemri Buznay und E. George, Baron G. Merk und O. Marcus. Bei dem Empfangspavillon an der Landungsstelle waren die Schüler der Militärschule als Ehrenwache aufgestellt. Weiterhin bildeten Marinemann- schaften und die gesamte Garnison Lissabons unter dem Kommando des Generals Craveira Lopes Spalier. Kurz nach 3 Nhr fuhren der König, der Kronprinz und der Herzog von Oporto, der portugiesische Gesandte in Berlin, Vicomte de Pindella, und die Minister des Auswärtigen und der Marine, Villaca und Moreira, mit zahlreichem Gefolge in reich geschmückten Brigantinen zur „Hamburg", um den Kaiser zu begrüßen. Nach der herzlichen Begrüßung der Monarchen setzte fich der festliche, aus altertümlichen Karossen bestehende Zug unter den Klängen der deutschen Hymne nach Schloß Belem in Bewegung. In der ersten mit acht Pferden bespannten Karosse fuhren Kaiser Wilhelm in der Uniform eines Ehrenobersten des portugiesischen vierten Reiterregiments mit dem Großkordon der drei portugiesischen Militärorden, und König Karl in der Uniform eines Ehefs des preußischen Infanterieregiments „Graf Tauentzien" drittes Brandend. Nr. 20. In der nächsten Karosse fuhren der Kronprinz und der .Herzog von Oporto, letzterer in der Uniform desselben preußischen Infanterieregiments. Dem Zuge vorauf ritten ein Kavallerietrupp und Munizipalgardisten. Neben dem königlichen Galawagen ritt General Eraveira Lopes. Den Zug schloß das portugiesische Reiterregiment des Kaisers. Das überaus zahlreich versammelte Publikum auf den Straßen, auf den Balkonen und an den Fenstern der Häuser brachte dem Kaiser herzliche Ovationen dar. In der Nähe des Empfangspavillons hatten mehr als 400 Mitglieder der deutschen Kolonie in Lissabon und Oporto, Herren und Damen, Aufstellung genommen und begrüßten den Kaiser mit jubelnden Zurufen. Die Privat- wie Geschäftshäuser der deutschen Bewohner von Lissabon hatten besonders prächtigen Festschmuck angelegt. Baron v. Mark und Marcus veranstalteten ein Festmahl mit 45 Gedecken, zu dem die deutschen Marineoffiziere und die hervorragendsten Mitglieder der deutschen Kolonie geladen waren. Die „Hamburg" hatte sich im Passieren von Oporto einer Signalstation genähert, sodaß der Kaiser ein Telegramm an die Kaiser in schicken konnte, in welchem er von der vorzüglichen Reise der „Hamburg" Mitteilung machte. Die portugiesischen Zeitungen widmen der Ankunft des Kaisers ausführliche Artikel, in denen sie den Gast auf das wärmste begrüßen. Zur Kaiserfahrt nach Tanger. Der frühere französische Marineminister de Lanessan bespricht in seinem Blatte „Siecle" die Reise Kaiser Wilhelms nach Tanger und sagt, es sei offenkundig, daß der Kaiser sich bei dieser Gelegenheit als Beschützer der Unabhängigkeit Marokkos zeigen wolle. Diese Haltung könnte die Eigenliebe Frank re ich snicht verletzen, man könne höchstens eine Lektion für die f r a n z ö s i s ch e n Diplomaten und eine Warnung für diejenigen darin erblicken, welche die französische Diplomatie nach' dieser Richtung gelenkt haben. Frankreich selbst könne sich weder über Unkorrektheit noch über ungerechtfertigte Bestrebungen beklagen. Deutschland verteidigt seine Interessen in Marokko, wie Frankreich die seinigen verteidigt. Das ist das Recht Deutschlands. Nur diejenigen können dieses Vorgehen seltsam finden, welche so leichtfertig waren, dies nicht vorauszusehen. Die äußere Politik des republikanischen Frankreich muß sich am hellen Tage vollziehen. Sie braucht weder geheime Unterredungen, noch heimliche 'Abmachungen. Wir erfuhren bei der Faschoda- Angelegenheit zu unserem eigenen Schaden, was die diplomatische Geheimniskrämerei kosten kann. Wir wollen gelegentlich Marokkos nicht ein Abenteuer erneuern, das für uns so peinlich war. Es scheint mir deshalb, daß die französische Regierung einen Beweis ihrer Klugheit liefern würde, wenn sie sehr nachdriicklich die bereits abgegebenen Erklärungen wiederholen würde, daß Frankreich entschlossen sei, die Un ab hängig keit Marokko s und die Freiheit des ausländischen Handels im marokkanischen Gebiet vollauf m respektieren. Tie Londoner „Times" meldet aus Tanger: Mehrere hundert Marokkaner, Angehörige der benachbarten Stämme, daben sich in der Nähe von Tanger versammelt, um am Tage des Eintreffens des deutschen Kaisers sich in Tanger einMfinden. Es werden keinerlei Ruhestörungen befurchtet. Seitens der Behörden werden andauernd dre größten 'Vorbereitungen zu einen: würdigen Empfang des Kaisers getroffen. ,, _ Gleichzeitig kommt aus Tanger die Meldung von einer Vluttat. Der dottige Korrespondent derrrnes" ; Harris wurde am Montag dort vor dem englischen Postamt ■ gnn einem Marokkaner, einem Fremdenführer von Berus, irt den Leib gestochen. Doch ist die Verwundung, da 3er Dolch sich in der Uhrkette verwickelte, leicht. Der Angreifer flüchtete zu dem Scherif von Wasan. Was ihn zu seiner Tat veranlaßte, ist nicht bekannt. Der Scherif von Wasan ist ein französischer Schutzbefohlener. Die öffentliche Meinung in Tanger ist geneigt, in dem Ueberfall eine Machination zu sehen, um womöglich den Besuch Kaiser Wilhelms in Tanger zu Hintertreiben. Die Kaiserin in Italien. Messina, 27. März. Tie deutsche Kaiserin und die Prinzen Eitel Friedrich und Oskar besuchten heute vormittag den Dom und empfingen am Nachmittag an Land zahlreiche Mitglieder der deutschen Kolonie. Taormina, 27. März. Sobald der Zug mit der deuffchen Kaiserin und den Prinzen Eitel Friedrich und Oskar einlief, feuerten die Kriegsschiffe, die reichen Flaggenschmuck trugen, Salut. Ter Bürgermeister überreichte der Kaiferin einen herrlichen Blumenstrauß. Auf eine an sie gerichtete Ansprache erwiderte die Kaiserin, daß sie der Gesundheit ihres Sohnes wegen nach Taormina gekommen sei und hoffe, daß die ausgesprochenen Wünsche in Erfüllung gehen würden. Tie Herrschaften begaben sich sodann in die Stadt, in deren Straßen sich eine große Menschenmenge, darunter viele Deutsche, angesammelt hatte und ihnen wiederholt die wärmsten Ovationen darbrachte. Sodann fuhren die Kaiserin und die Prinzen nach dem griechischen Theater. Am Abend fanden Fackelzüge mit Musik statt. Das preußische Bergarbeitergesetz vor dem Landtage. R. Berlin, 27. März. Auf die Rede des Grafen Bülow zu der Bergarbeitergesetz- novelle war heute im preuß. Abgeordnetenhaus die Erwartung ^richtet. Allerdings gab sich diese mehr in dem Besuch der Tribünen, als in dem Besuch des Parketts zu erkennen., Graf Bülow, der sich die Vertretung der politischen Gründe für die Einbringung der Vorlagen angelegen sein ließ, wahrend Handels- minister Möller späterhin auf die technischen Einzelheiten einging, brachte wie das Mädchen aus der Fremde Jedem eine Gabe dar. Die Bergarbeiterfreunde auf der Linken und im Zentrum befriedigte der Ministerpräsident durch etliche gegen die Haltung der Zechenbesitzer gerichtete Säße — z. B. „Wozu die Regierung bereit war (zur Vermittlung), das konnten die Zechenbesiher auch" — ferner durch die Anerkennung der Besonnenheit der Ausständigen; die ReHte wiederum riß Graf Bülow zu lebhaftem Beifall hin durch scharfe Stellungnahme wider die Sozialdemokratie, gegen die für das Elend verantwortlichen „Hetzer und Wühlet und die Niederlegung der Arbeit unter Kontrcvktbruch. So kam das Bravo! Sehr richtig! Sehr wahr! von den verschiedensten Seiten. Auf diese Weise ebnete der Redner mit diplomatischer Geschicklichkeit dem Entwurf über die Regelung der Bergarbeiterverhältnifse den Boden. Aehn- lich wie bei der Kanalvorlage appellierte er an die politischen Erwägungen der Rechten, um die Bedenken gegen das „Zugeständnis der Regierung an die Ausständigen" zu beseitigen. „Was Sie in Erfüllung der sozialen Aufgaben tun, das tun Sie gegen die sozialdemokratischen Bestrebungen und für die Monarchie!" Von Wirkung war auch der Hinweis, daß man heute, wo das Bestreben zum Zusammenschluß in Industrie und Finanz vorherrscht, den Wunsch der Arbeiter zur gemeinsamen Vertretung ihrerJn- teressen nicht unbillig finden könne. Graf Bülow konnte mit der angenehmen Empfindung sich niAersetzen, daß es ihm gelungen war, manchen Stein des Anstoßes zu entfernen. Minister Möller hatte nach dieser auch durch Wärme des Vortrags ausgezeichneten Darlegung einen schweren Stand. Seine lange, schon durch das modulationslose Organ etwas trockene Auseinandersetzung fand bei weitem nicht soviel Aufmerksamkeit. Den Schwerpunkt legte der Handelsminister darauf, daß der Entwurf die Möglichkeit eines neuen höchst schädigenden Generalausstan- des ganz erheblich vermindere, und daß die Behauptung, die Begrenzung der Arbeitszeit werde eine Verteuerung der Kohle heÄeiführen, eine ganz vage sei. Abg. Dr. v. Heydebrand (k.) beantragte, die beiden Berggesetznovellen einer Kommission von 28 Mitgliedern zu überweisen. Abg. Schiffer (ul.) glaubt annehmen zu müssen, daß der Streik die Regierung zur Einbringung des Gesetzes veranlaßt habe. Nach Ansicht seiner Freunde sei der Notstand nicht so dringend gewesen, daß der Streik gerechtfertigt gewesen wäre. Die Arbeitgeber würden jetzt fast rechtlos gegen den Arbeitnehmer. Die Arbeitnehmer haben beim Streik wenig Verant- wortlichkeitsgefühl gezeigt und der Vorwurf, daß die Zechenbesitzer nicht mit den Arbeitern verhandelt hätten, sei ungerechtfertigt; denn mit Ihren Arbeitern hätten sie wohl verhandeln wollen, nur nicht mit der Siebenerkommission. Die Negierung habe sich zu sehr auf die Seite der Arbeiter gestellt und dadurch die öffentliche Meinung für die Arbeiter mobil gemacht. Mit der Vorlage sei ein bedauerlicher Präzedenzfall geschaffen worden; man hätte besser warten sollen, bis man das ganze große Gebiet der Berggesetzgebimg einheitlich regeln konnte. Abg. Hirsch-Berlin (fi. Vp.) erklärt, für seine Partei komme der Gesetzentwurf entschieden zu spät. Der Gesetzentwurf entspreche dem dringenden Bedürfnis einer halben Million von Bergarbeitern. Es handle sich hier um die einfachsten Fvrder- imgen der Sozialpolitik. Auch die Angst vor dem roten Gespenst sei unbegründet. Redner polemisiert gegen das Verhalten der Zechenbesitzer. Wir wollen nicht die einzelnen Berufsstände auseinanderreißen, sondern die Einigkeit und den Frieden zwischen allen Parteien aufiecht erhalten. Abg. Dr. Spahn: Es komme gar nicht darauf an, ob die Untersuchungskommission erhebliche Mißstände zutagge gefördert habe, bei diesen Untersuchungen handle es sich nur um Verstöße gegen die bestehenden Gcffetze, gerade aber die bestehenden Gesetze seien unvollkommen. Von einer Einbuße des Staats an Autorität könne bei diesem gesetzgeberischen Vorgehen nicht die Rede sein Seine Partei habe vor allem die Ansicht vertreten, daß die achtstündige Schicht gesetzlich ftftgelegt werden müsse. Weiter sei erforderlich, daß von den Arbeitern selbst gewühlte Gruben- kontroleure der Bergwerksinspektion zur Seite ständen. Bedauerlich sei, daß dis Knappschaftsverhältnisse nicht gleichzeitig mit der Vorlage geregelt werden. Er hoffe, daß ein Gesetz zustande komme, das zum sozialen Frieden, zur Gesunderhaltung des Arbeiterstandes und zum Segen des Vaterlandes beitragen werde. Ministerpräsident Graf v. Bülow svricht zunächst seine Befiiedigung darüber aus, daß die Vertreter^ aller Parteien die Möglichkeit einer Verständigung zwischen der Staatsregierung und ^-nn Harcse über die beiden Berggesetznovellen in Aussicht gestellt haben. Umso größeren Wert lege er darauf, daß die Verständigung über die Gesetzentwürfe mit Unterstützung der konservativen Partei zustande komme. Weiter wendet sich der Ministerpräsident gegen den Vorwurf der Schwäche gegenüber der Regierung. Ohne das Eingreifen der Reg'-'rung werde der Streik mit seinen überaus schädlichen Folgen für die Industrie sicherlich nicht so rasch beendet worden und hätte vielleicht einen sehr.tumultuarischen Charakter angenommen. Wenn jetzt die Hoffnung der Bergarbeiter auf die Reformen nicht in Erfüllung gehe, dann sei er überzeugt, dann werde mancher christlicher Bergarbeiter zur Sozialdemokratie übergehen. ♦ Im Herrenhause protestierte gestern Präsident, Fürst zu Jnn-und Kntzphausen dagegen, daß bei der Einbringung der Berggesetznovellen die Kompetenz desHerrenhause s nicht gewahrt worden sei. Diese Entwürfe hättm zuerst dem Herrenhause vorgelegt werden müssen. Frhr. v. Manteuffel und Oberbürgermeister Becker erklären das Einverständnis ihrer Freunde mit den Beschwerden des Präsidenten über die Zurücksetzung des Herrenhauses. In einer in Gelsenkirchen abgehaltenen Zentrumsversammlung erllärte Abg. Brust, das Zentrum befiiedige die Vorlage zur Berggesetznovelle nicht. Die Bestimmungen über das Verbot des Wagennullens seien unllar, die Strafe für Lieferung unreiner Kohle zu hoch. Das Zentrum werde die geheime Wahl der Arbeiterausschüsse nach dem Proportionalsvste»!. die gesetzliche Festlegung der Mitkontrolle durch die Beryarbeitei.- den Erlaß eines Stattits über die Befugnisse der Arbeiter-Ausschüsse und eine Verkürzung der Arbeitszeit auf allen Gruben verlangen. Der Gesetzentwurf über die Stillegung von Zechen habe keinen praktischen Wert. Deutscher Reichstag. (137. Sitzung vom 27. März 11 Uhr.) Bei Anwesenheit von anfänglich nur 25 Abgeordneten wird die Beratung des Militär-Etats, Käpitel Artillerie- und Wasfenwesen sowie technische Institutionen der Artillerie fortgesetzt. Abg. Zubeil (Soz.) kritisiert unter Berufung auf eine Broschüre des Hauptmanns a. D. Preuß die Zustände in den Artillerie - Werkstätten und Gewehrfabriken in Spandau. Es herrsche dort Material-Verschwendung und Bureaukratismus. Die einseitige militärische Leitung eigne sich nicht für solche Institutionen. Redner geht dann noch weiter auf die Verhältnisse in den Werkstätten ein. Besonders verletzend für die Arbeiter seien die Abzüge bei der Akkordarbeit. Die Wohlfahrtseinrichtnngen hätten nur einen bescheidenen Wert. Abg. Becker-Köln (Ztr.'' polemisiert gegen den Vorredner. Berechtigte Wünsche der Arbeiter wolle auch das Zentrum erfüllen, aber nicht Unzuftiedenheit säen Die Sozialdemokraten wollten nur Arbefterstimmen für die WaUen etnfoncrcn. Redner plädiert dann für Aufbesserung der Werkmeister in Siegburg sowie einiger Angestellten-Gruppen. Abg. Lucas (nl.) führt aus, die Verhältnssse, so wie er sie kenne, seien weder so schlimm, wie Zubeil sie darstelle, Noch seien die Arbefter so unzufiieden, aber die sozialpolitische Fürsorge der Verwaltungen der technischen Institutionen stehe doch noch nicht ganz auf der Höhe. Generalleutnant Sixt von Arnim stellt für den nächsten Etat eine Gehaltsaufbesserung für die Werkmeister in Aussicht. Dann geht Redner rwch auf die neue Lohnordnung ein. Es sei im allgemeinen erst abzuwarten, wie dieselbe sich bewähre. Insoweit einzelne Kategorien einer Aufbesserung bedürften, werde dieselbe im nächsten Jahre erfolgen. Das Kapitel wird genehmigt. Der Rest der laufenden Ausgaben im Ordinarium wird debattelos nach den Beschlüssen der Kommission erledigt. An den einzelnen Ausgaben hat die Kommission eine Anzahl von Titeln im Gesamtbeträge von etwas über 41 Millionen zur Anschaffung von Waffen, zur Schaffung einer Reserve an Feldartillerie-Material usw. aus dem Extra-Ordinarium in das Ordinarium übertragen. Die Debatte über diese Umgestalttmg im Etat wird einstweilen vertagt. Zu den Forderungen selbst nimmt das Wort Abg. Eickhoff (fr. Vp.) um über die neulichen Auseinanderfetzungen mit dem Abgeordneten Berrmer wegen der Monopolstellung der Firma Koupp und ihrer Bevorzugung vor anderen Firmen zurückzukommen. Herr Beumer habe neulich ganz ohne stichhaltigen Grund Angriffe gegen die Firma Ehrhardt imb die Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik in Düsseldorf gerichtet. Keinesfalls könne von einem widerrechtlichen Verkehr des Geheimrat Ehrhardt b^iehungsweise seiner Firma mit Angestellten der Firma Krupp gesprochen werden. Redner wiederholt zum Schluß, die Monopolstellung der Firma Krupp liege weder im militärischen, noch wirtschaftlichen noch politischem Interesse. Er bitte also die Regierung, dafür zu sorgen, daß nachträglich auch die Firma Ehrhardt in Konstantinopel zu ihrem Rechte komme. Kriegsminister v. Einem widerspricht zunächst eine.Behauptung des Vorredners. Krupp habe inbezug auf die Militär- Verwaltung keinerlei Monopolstellung weder soweft es sich um Geschütze handle rwch sonstwie. Abg. Beumer (nl.) hält entschieden die Behauptung aufrecht, daß die Firma Ehrhardt in unlauteren Beziehungen zu einem Angestellten der Firma Krupp gestanden habe. Redner geht auf b-tefc Angelegenheit weiter ausführlich ein. Aba. Erzberger (Ztr.) betorrt, daß das Zentrum jedenfalls irgend eine Privat-Monopol-Stellung nicht wünsche. Eher als ein Privat-Mcmopol sei ein Staats-Monopol zu ertragen. Kriegsminister v. Einem stellt noch ausdrücklich fest, die Heeresverwaltung habe von der Firma Ehrhardt bisher nur Probegeschütze bezogen, weiter nichts und diese Probegeschütze hätten sich allesamt nicht bewäbrt. Weiter legt der Minister dar, wie im Laufe der letzten Jahre die Preise für Geschütze und Munition zurückgegangen seien. In Bezug auf Geschützrohre habe Krupp allerdings eine Art tatsächlichen Monopols, denn er sei in der Lage, die Geschütze am besten herzustellen. Abg. Singer (Soz.) erklärt, für seine Partei käme es nur darauf an, wo das Reich am besten mü> billigsten kaufe. Kriegsminister v. Einem erwidert, bei der 15 Zentimeter- Haubitze, die nur durch Krupp bezogen werden könne, stabe Krupp den Preis - freiwillig herabgesetzt, als er durch maschinelle Verbesserungen und anderweite Umstände dazu in der Lage war. Nach weiteren Bemerkungen der 9lbqg. E i ck h o s f und B e n - mer werden die Titel genehmigt porbebaltlich der Entscheidung über ihre Stellung entweder int ordentlichen Etat oder im Ertra-Ordinarium. Es folgt der Etat für di? Expedition nach Ostafiert. Ohne zu debattieren, bewilligt mau den Etat. Nunmehr geht das Haus zu der immer wieder zurück- den Bamberg, und hielt eine Ansprache, in der er, wie man versichert, mehrere Fragen der inneren Kirchenordnung berührte und den kirchenfeindlichen Geist der französischen Deputiertenkammer b e kla gte, der Fran kre ich einem großen Zusammenbruche entgegenführen werde. Des weiteren wies der Papst auf die antikatholische Bewegung hin, die sich am augenfälligsten in den Vorgängen in Frankreich und in Ecuador äußere, die von Sekten in ganz Europa ins Werk gesetzt würden. Endlich äußerte sich der Papst noch über die christlich-demokratische Bewegung. Von den Friedensgerüchten. Petersburg, 27. März. Gegenüber der Mitteilung des Reuterschen Bureaus, wonach am Freitag im Minister- komitee die Friedensfrage besprochen worden sei und die Mehrheit sich prinzipiell dahin ausgesprochen habe, daß der Augenblick günstig zur Einleitung von Friedensverhandlungen sei, erklärt die Petersb. Telegr.-Ag., daß die Meldung schon deshalb unrichtig sei, weil am Freitag keine Sitzung des Ministcrkomitees stattgefunden habe. London, 27. März. Der „Morning Leader" meldet, daß die Reise des Königs Eduard nach Kopenhagen mit Friedensoerhandlungen Zusammenhänge. Es heißt, die Kaiserin-Mutter von Rußland werde ebenfalls nach Kopenhagen kommen, um König Eduard zu treffen. Holmarschall-Amt Maximilian Freiherrn von Bellersheim auf sein Nachsuchen in Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt, dem Major a. D. Kammerherrn Freiherrn Röder von Diersburg das Hofdienstehrenzeichen für 25 Dienstjahre verliehen. — Der Oberlehrer am Ostergymnasium zu Mainz Professor Dr. Denig wurde zum Direktor der Realschule und des Progymnasiums zu Bingen und der Oberlehrer am Gymnasium zu Bensheim Dr. Sch rohe zum Oberlehrer an dem Oster- gymnasium ernannt. Ter Bezirkskasse-Assisient bei der Bezirkskasse Offenbach Schäfer wurde wegen geschwächter Gesundheit auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt, der Nevisionskontrolleur bei dem Hauptsteueramt Worms Schenkelberg in gleicher Diensteigenschaft an das Haupt- steueramt Darmstadt versetzt. — Dem evangelischen Ober- pfarrer Marguth zu Michelstadt wurde aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Dem Kreisamtmann in Dieburg Welcher wurde der Charakter als Negierungsrat erteilt. — Überträgen wurde am 15. Marz d. I. dem Landrabbiner Dr. Lewit aus Hoppstädten die Stelle des Rabbiners des Rabbinatsbezirks Alzey auf Widerruf. — Ernannt wurde am 25. März d. I. der Amtsgerichtsdiener in Ortenberg Best zum Amtsgerichts- diener in Reinheim und der Vize-Wachtmeister Bremmer zum Amtsgerichtsdiener in Ortcnberg. — Am 20. März d. I. wurde der H. K. Huth zu Bad-Nauheim zum Schreib- gehilfen bei Großh. Badedirektion Bad-Nauheim ernannt. * • Landes Universität. Der Privatdozent der Nationalökonomie Dr. Hans Köppe hat für die Dauer dieses Sommersemesters Urlaub genommen. * * Belästigung der Passanten durch die Fenster. Auf-zwei oft gerügte Uebelstände weist eine Be- tanntmachnng des Polizeiamts hin, zwei Uebelstände, die im Interesse der Bevölkerung selbst nicht vorkommen sollten. Tas Verbot des Polizeiamts betrifft das leichtsinnige Auf- slellen von Blumentöpfen re. an Orten, an welchen Menschen verkehren und durch deren Herabfallen leicht Beschädigungen der Passanten, spielenden Kinder rc. vorkommen können, und zweitens das überaus lästige Ausschütteln von Teppichen rc. nach der Straße. Wir hoffen, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um diese Uebelstände zu beseitigen, erinnern aber gleichzeitig die Herrschaften an ihre Pflicht, auch den Dienstboten diese üblen Angewohnheiten zu untersagen, denn sonst schreitet eben mit Recht die Polizei ein. * * Das Großh. Regierungsblatt Nr. 7, ausgegeben am 25. März 1905, enthält: I. Verordnung, die Enteignung von Gelände zum Bau der Selzatalbahn betreffend. II. Bekanntmachung, die Prinzessin Elisabeth- Gedächtnis-Spende betreffend. Diese letzte lautet: Ernst Ludwig, von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen, jttrtfte und Schute. — Gleichstellung der höheren Schulen in Sachsen. Man schreibt uns: Von gestern ab werden an die Leipziger Universität außer den Abiturienten von deutschen humanistischen Gymnasien auch die der deutschen Realgymnasien zum juristischen Studium zu- gelassen, wenn sie im Lateinischen mindestens die Zensur 2 erlangt haben. Damit ist nun auch den Abiturienten der sächsischen Realgymnasien die Möglichkeit gegeben, Jurisprudenz zu studieren. (Oberrealschulen gibt es in Sachsen nicht.) Die „Tägl. Rundsch." bemerkt hierzu: In Sachsen bestand bisher die Sonderbarkeit, daß wohl die or eu ß. Realgymnasialabiturienten in Leipzig die Rechte studieren dursten, nicht aber die sächsrschen, es sei denn, daß sie sich in Preußen naturalisieren ließen. In Hessen besieht diese Sonderbarkeit noch immer, Hoffentlich wird sie recht bald beseitigt. Die (Gleichstellung der höheren Schulen wird übrigens in immer mehr Bundesstaaten durchgeiührt. Elsaß-Lothringen läßt mit Anfang dieses Jahres die Abiturienten seiner Realgymnasien und Ober-realschulen zum Studium der Rechtswissenscha't zu, letztere nach einer Prüfung im Lateinischen. Es stehen also nur norb Bayern, Baden und Hessen der einheitlichen Regelung des Berechtigungswesens im Reiche entgegen. Denn was die Aiedizm angeht, so kann man aus guten Gründen annehmen, daß die ttbi- turienten der Oberrealichulen demnächst zugelaffen werden. Aus StM un- §anö. Gießen, 28. März 1905. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben diensttuenden Kammerherrn und Rat bei dem Großh. Kriegsschiffe mit Matrosen und drei Kompagnien Soldaten nach Jalta gesandt. Petersburg, 27. März. Nach Meldungen aus Ascha bad ist in Russisch-Zentralasien ein allgemeiner Auf- stand ausgcbrochen. Die russische Bevülkernng flüchtet. •Ku^ttnb in Sturm und Drang. Vom neuesten Warschauer Bombenattentat. Warschau, 27. März. Der Attentäter, der heute morgen auf dem Hofe des 12. Polizeibezirksamtes eine Bombe geworfen hatte, wurde am Bauch verwundet, vermochte aber noch zu entfliehen. Ein Schutzmann verfolgte ihn. Plötzlich machte der Attentäter Kehrt und feuerte auf den Verfolger mehrere Revolverschüsse ab und verwundete ihn schwer. Darauf wurde der Attentäter fest- g c n o m m e n. Bei der Explosion wurden zwei Arbeiter schwer und drei Schutzmänner leichter verwundet. Alle Verwundeten wurden in das Praga-Hospital geschafft und dort operiert. Zwei von ihnen liegen im Sterben. Der Attentäter wurde unter strengster Bewachung in das Militär-Hospital überführt. Er sagt, daß er Sozialdemokrat sei. Er spricht russisch. Ein Mitwirkender, bet; mit einem Revolver bewaffnet war, wurde gleichfalls festgenommen. Der Zustand des Polizeimeisters Baron v. No loten gilt als gefahrlos. 'Warschau, 27. März. (Petersb. Telegr.-Agentur.) Der Anschlag an die Polizeistation scheint nur zu dem Zwecke ins Werk gesetzt worden zu sein, den Polizeimeilter nach der Polizeistation zu locken. Die (von einzelnen Blättern gebrachte) Nachricht, die Polizei habe in einem ausgeiuauerten Grabe des Pcwonskikirchhofes 80 Bomben entdeckt, ist nach auf dem Kirchhof eingezogenen Erkundigungen unrichtig. Der Urheber der B o iii b e n e x p l o s i o n in der Vorstadt Praga ift der 18jährige aus beut Bezirk Nowominsk stammende Schlosser Stefan Okrjeia. Unruhen im Reiche. Petersburg, 27. März. Die Nachrichten aus dein Kaiikasiis lauten ^andauernd bedrohlich. Die Kämpfe zwischen M o h a m e d a n e r n uni) Armeniern dauern fort. Die Behörden sind völlig ohninächtig. In Tiflis herrscht völliger Aufruhr. Alle Gutsbesitzer werden verjagt und ihre Güter zerstört. Sebaftopol, 27. März. Unruhen begannen gestern abend in Jalta. An fünf Orten fanden Branbsiift- iingen statt. Das Volk verhinderte die Löscharbeiten. Alle Polizeiwachtstubcn wurden verwüstet und die Arrestanten freigelassen. Die Branntweinläden wur- den zerstört. Außer den gestern nacht von hier nach Jalta abgesandten Truppen sind heute drei weitere Konipagiiieii ab- gegangen, ebenso eine Eskadron aus Simferopol. Der Po- lizeichef von Jalta wurde verwundet. Es werden Ausland. R ouen , 27. März. An dem Sozialist en-Kongreß, der gestern seine erste Sitzung abhielt, nahmen 95 Personen teil. In der Nachmittagssitzung erklärte der sozialistische Bürgermeister von Lyon, er fct Anhänger der sozialistischen Einheit, und forderte, daß die Sozialisten die Kredite für koloniale Gebietserweiterungen ablehnen. Da aber das Land nicht unbewaffnet bleiben könne, sei notwendig, die Budgets für Krieg und Marine zu bewilligen. Der Vertreter dos Seine-Departements griff die Parlamentarier heftig an und warf ihnen vor, die Arbeiter- aesebgebung vernachlässigt zu haben. ” R o m 27 März. Der Papst hielt ein geheimes Kon- ftfiotwm ab. Er ernannte mehrere italrenische und aus- ländische Bischöfe, u. a. Dr. Abert zum Erzbischof von Jer Kricq. Vom Kriegsschauplätze. Syvingai, 27. März. (Petersb. Telegr.-Ag.) Unsere Patrouillen näherte'n sich der Stadt Tschantusu. Ein in diese Stadt eingedrungener Freiwilliger bekundete, daß die Stadt von etwa zwei Jnfanteriebataillonen und zwei Eskadrons der Japaner besetzt sei. Bor der Front unserer Armee wurde eine im Biwak liegende Ehunchusen- bande unter Führung japanischer Offiziere und Unteroffiziere bemerkt. Petersburg, 27. März. Die letzte Nachrichten aus Guntschuliug besagen, daß auf der ganzen Front vollkommene Ruhe herrscht. Es ist nicht einmal ein kleines Scharmützel vorgekommen. Nach Meldungen aus Guntschu- ling sino die japanischen Truppenteile, welche den Auftrag hatten, das r u s s i s ch e H e e r z u u m gehe n, nicht stark genug, um ihre Aufgabe vollständig durch- zusühren. Trotzdem ist es möglich, daß die russische Armee sich bis zur sibirischen Grenze zurückzieht, um dort Verstärkungen zu erwarten und die Armee besser verproviantieren zu können. London, 27. März. Der Petersburger Berichterstatter der „Times" drahtet: Ovama soll dem chinesischen Gouverneur von Kirin angezeigt haben, daß die Japaner dort am 10. April einrücken würden. — Einer Privat- mcldung zufolge setzt Liuewitsch seinen Rückzug fort. Ta die Trnppeu große Entbehrungen leiden, hegen die militärischen Ratgeber des Zaren, Dragomirow und Grodekow, wenn sie allen glauben, daß Liuewitsch sich nicht zurzeit in Gefahr befindet, größte Besorgnis wegen Wla- d i w o st o k. London, 27. März. Nach Meldungen aus Tokio ist die japanische Kriegsleitung fest entschlossen, in der Verfolgung der Russen keinerlei Pause eintreten zu lassen. Es dürfte nicht lange dauern, bis Ohama Eharbin besetzt hat und einen Teil des russischen Heeres nach Wladiwostok abdrängt, welches er durch Aushungerung in kürzester Zett zu Fall bringen dürste. Tokio, 27. März. (Amtlich.) Marschall O Y a m a berichtet, daß von Nichtlombattanten, die bei der Schlacht von Mukdcn in die Hände der Japaner fielen, folgende entlassen worden sind: Bei der Front unserer Avantgarde 47 im Ofsizierrang und 359 im Unterosfizier- rang Stehende, neun Pflegerinnen, zwei Priester und vier Kaufleute, die der Armee attachiert waren. Auf ihren Wunsch in Tschifu resv. in Shanghai werden entlassen: 23 im Offizicrsrang uno 298 im Unteroffizierrang Stehende Straßburg, 27. März. Wie bas klerikale „Journal und 23 Pflegerinnen, de Colmar" mitteilt, wirb von elsaß-lothringischen Reichstags^ und bei Rhein :c. 2C. Nachbem Wir die seither bei der Staatsschulbenkasse verwahrten Bestände der Prinzessii^ Elisadeth-Gebächtnis-Spenbe übernommen haben, bestimmen Wir hiermit, baß biese hinfort ein unangreifbares, in münbelsicheren Papieren anzulegenbes Kapital bilden sollen, besten Zinsen s ü r Z w e ck e b e r P s l e g e v o n K i n b e r n armer ober m i n b e r bemittelter, im Grvß- herzogtum Hessen mobnenbev Eltern zu verwenben sind. Wir erteilen bet Prinzessin Elisabeth-Gedächtnis-Spenbe bte Rechte einer Stiftung im Sinn bes Bürgerlichen Gesetzbuchs und übertragen die Obliegenheiten des Stiftungsvorstands dem Vorstand Unseres Kabinetts. Mit der Verwaltung des Stiftungskapitals — insoweit es sich nicht um Vertrerung der Stiftung nach außen, sonach um Ge- fchä'ste des Stiftungsvorstandes handelt — betrauen Wir eine Kommission, die aus dem Vorstand des Kabinetts als Gefchäftösnhrer, sowie aus einem von Uns und einem von dem Ministerium des Innern zu ernnenden Alitglied bestehen soll. Die Stiftungskaste ist nach staatlichen Grundsätzen unentgeltlich von dem Kabinettskassier zu führen. Die Stistungsrechnung wird von dem Kabinettsrevisor geprüft und Uns sodann von der oben angeordneten Ver- waltimgskomission zur Erteilung der Entlastung vorgelegt. Die Einkünfte der Stiftung sollen zunächst zur U n t e r st ü tz u n g bestehender oder in der Gründung begriffener K l e i n k i n d e r s ch u l- len und Krippen bienen. Die Bestimmung darüber, welche Anstalten ails der Stiftung zu unterstützen sind, „ und mit welchen Beträgen dies geschehen soll, werden Wir alljährlich bis zum 1. Oktober treffen. Gesuche um Beihilfen aus der Prinzessin Elisabeth- GedächtniS-Speiide sind bis auf weiteres an Unsere Kabmetts- Direktion zu richten. Urkuiidlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedrückten Großherzoqlichen Siegels. Darmstadt, den 20 Februar 1905. ERNST LUDWIG. w. Vetzberg, 26. März. Der alte Schornsteinfeger Steinmüller von hier hat gestern nachmittag seinen Tod in dem am Wege von Vetzberg nach Fellingshausen gelegenen Weiher gesucht und gefunden. Etwa eine Stunde nach der Tat wurde seine Leiche von Vorübergehenden bemerkt und nach dem Eintreffen einer polizeilich-ärztlichen Kommission aus dem Teiche gezogen. Es ist ganz unerklärlich^ was den 75 jährigen Greis so unerwartet in den Tod getrieben hat. -j- Lich, 27. März. Zu dem Neubau der Straße und des Schloßplatzes, auf welchem demnächst das Denkmal für den Fürsten Ludwig errichtet wird, sind 2500 Mk. vorgesehen. — Unter dem Vorsitze des Bierbrauereibesitzers Jhring hat sich hier eine Ortsgruppe des deutschen Flottenvereins gebildet, welche 35 Mitglieder zählt. 8 Salzhausen, 27. März. Die Veranstaltung einer Geld-Lotterie beabsichtigt der Ortsvorstand zwecks Hebung des Bades. Die Lotterie soll 100 000 Lose zu 1 Mk. umfassen. Von dem Ueberschuß, der etwa 40 000 Mt. betragen wird, soll ein Krankenhaus erbaut und einige Ver.- besserungen im Bade hergestellt werden. ** SH eine Mitteilungen aus H e s se n und bett Nachbarstaaten. Der Gesangverein „FrvMnn",m Lang Göns fvält im Juni anläßlich seines 50 jährigen. Bestehens einen Geiangswettstteit ab, zu welchem die dortige Bevölkerung, nam lwc Geldbeträge und Ehrenpreise gestiftet hat. Das Prcissingen findet ;h drei Stadt- und zwei Sanbffnffen statt. Etwa 30 Vereine hoben sich zum Feste angemeldet. — Ju ttranksurr lüurb-e in der Nacht vom 26. auf 27. d. M. Ecke Wollgraben und Brückhoffsttasie »n dreister Raudanfall verübt. Der im Lause Mainkai 9 wohnende August Hank wurde auf dem Jpcuiw abgeordneten ein Antrag, betreffend die Revision der elsaß-lothringischen Verfassung im Reichstage eingebracht, der im wesentlichen fordert: 1. Elsaß-Lothringen hört auf, Reichsland zu fein und wird Bundesstaat. 2. Der deutsche Kaiser ist Landesherr von Elsaß-Lothringen und kann alles ober einen Teil seiner Befugnisse an den Statthalter zur Ausübung übertragen. 3. Elsay. Lothringen erhält Sitz und Stimme i in Bundesrat. Em Gesetz soll die Zahl der Stimmen festsetzen, welche Elsaß-Lothringen im Bundesrat erhalten wird. 4. Ter Reichstag und Bundesrat werden als Faktoren der elsaß-lothringischen Landesgesetzgebimg bezüglich aller Gegenstände ausgeschaltet, die in die Kompetenz des elsaß-lothringischen Landtags fallen. _ Nach dem „Journal de Colmar" sollen von 15 elfag- (othringischen Reichstagsabgeordneten 14 den Antrag unterzeichnet haben. Stuttgart, 27. März. Gestern fand im Kasino bes Kaiser Friebrich-Regiments bie feierliche Enthüllung des vom Kaiser gestifteten Bildes Kaiser Friedrichs statt. Der Regimentskommandeur hielt eine Ansprache und brachte ein Hoch auf den Kaiser aus, an den ein Danktelegramm abgesandt wurde. gestellten Wstimmmrg über die 24 Resvluttoncu zum Reich Samt deS Innern über. Angenommen wurden die folgenden: 1. Eickhoff-Beumer Zulassung der Ob er r e als ch ul-Abiturient en zum Studiiml der Medizin^. 2. Grvl>er (Msdehmmg des Arbeite r- schntzes auf die Hausindustrie). 3. Dr. Spahn (Ztr., Denkschrift über die Kartelle). 4. Erzberger (Zlr.,sanitarer Marimalarbeitstag in den G l a s h ü t t e nX 5. Dr^ Müller-Meiningen lfteis. Vp., Festsetzimg und Kontrolle der Automobil-Geschwindigkeit). 6. Erzberger (größere Sonntagsruhe im Handelsg ew erbe). 7. Schwarze-Lippstadt (Ztr., Schutz der Bauarbeiter). 8. Trimborn (Ztr., Regelung der Verhältnisse der Gehilfen der Rechtsanwälte). 9. Trimborn (Str., Her ans gäbe eines H andwerkerblattes). 10. Dr. Hitze (Ztr., größere Sonntags t u h e für A r beite r). 11. Erzberger (Verordnungen für Verarbeitung giftiger und ervlosiv er Stoffe). ‘12. Blell (fr. Vp., Befreiung der Handelsagenten von der Verpflichtung, Wandergewerbe sch eine zu lösen). .. Die emberen Resolutionen, die meistens von den ^ozralbemo- fraten gestellt sind, werden abgelehnt. Es folgt ein Rest des M a r i n e e t a t s. Die von einem Aickrag Gröber (Ztr.) bedrohte Zulage von je 1150 Mark für 29 Fregattenkapitäne wird be- mi Hierauf wird die Weiterberatung auf Dienstag 11 Uhr ver- deutsches 3teich. Berlin, 27. März. Der neu ernannte Minister des Innern Dr. ru Beth mann-Hollw eg hat bie Dienst- geschafte übernommen unb sich burch ben Unterstaatssekretär v. Bischoffs hausen die Beamten seines Ministeriums vorstellen lassen. Dabei gedachte er in einer Ansprache an die Beamten mit warmen Worten seines entschlafenen Amtsvorgängers und sprach die Bitte aus, seiner eigenen Amtsführung Vertrauen entgegenzubringen. — Die neue Reichsarzneitaxe, die am 1. April in Kraft tritt, macht einen neuen Vertrag zwischen den Berliner Krankenkassen und den Apothekern notwendig. Die Zentralkommission der Berliner Krankenkassen ist infolgedessen beauftragt worden, Verhandlungen mit den Apothekern anzubahnen, um bie Kaffen vor einer Mehrbelastung zu bewahren. Die Krankenkassen erklären, eine Verschlechterung der jetzt bestehenden Verträge könne von ihnen nicht akzep- tiett werden, und sie protestieren dagegen, daß ihre Wünsche bei der Aufstellung der neuen Arzneitaxe nicht genügend berücksichtigt worden seien und daß die Taxe eine durch die Verhältnisse nicht gerechtfertigte Verteuerung der Arzneien enthalte. Sie fordern alle auswärtigen Krankenkassen auf, die Mehrbelastung, die ihnen die Taxe bringe, sestzustellen, und die Regierung zu einer baldigen Revision der Taxgrund- sätze zu veranlassen. — Ein Anarchist en-Kongreß soll an den Psingst-- feiertagen in einer Stadt Mitteldeutschlands abgehalten werden. Auf dem Kongreß soll u. a. verhandelt werden über Organisation des anarchistischen Generalstreiks, über Parlamentarismus, antimilitärische Propaganda, über Organisation und Agitation. Alle anarchistischen Versammlungen werden hier jetzt wieder verboten. Wege von einem Burschen ungehalten, zu Boden geworfen imb feiner Uhr beraubt. Als Töter wurde der 24 Jahre alte Taglöhner Leop. Keller ans Wichsenstein verhaftet. — Der Dachdecker Cl>r. Lang in Frankfurt stürzte vom Dache des Hanfes Biberstraße Nr. 9 auf die Strane und blieb mit zerschmettertem Schädel tot liegen. Das Unglück vassierte dadurch, daß ein Gurt riß. Lang war verheiratet und Pater mehrerer Kinder. Dermifcbtes* • Paris, 27. März. Wie der „Gaulois" mitteilt, sind kürzlich mehrere Depeschensäcke, die vom Marineministerium an die Marinestationen des Indischen Ozeans und des äußersten Ostens adressiert waren, von Bord des Postschiffes verschwunden. Die Untersuchung hat bisher zu dem Ergebnis geführt, daß die Verantwortlichkeit dafür die Postbeamten betreffe und daß die Säcke zwischen Port Said und Dschibuti abhanden gekommen sind. * Ein Pantoffelheld wurde am Sonntag früh in Erfurt polizeilicherseits im Glacis durchnäßt uud zitternd vor Frost aufgegriffen und nach der Polizeiwache gebracht. Man fand 18 Sparkassenbücher bei ihm vor. Klagend bat der Mann, man möge ihn vor seiner Frau schützen. Dieser sei er, unter Mitnahme der Bücher, am Freitag entlaufen. Die bald herbeigerusene „bessere Hälfte" erging sich, redebeflissen, in einer ernsten Philippika und nahm den weinenden Mann mit. Dieser rief wiederholt laut: „Frau, tu mir nichts, es soll nicht wieder vorkommen!" Was zu Hause geschah, darüber schweigt des Sängers Höflichkeit. *DerDurchstichdesSimplontunnels. Wir wollen heute einige Zahlen anh'tbren, in denen der geleistete Kraft- und Arbeitsauiwand in deutlicher Weise zum Ausdruck kommt. Bis ftitr Durchichlagstelle beträgt die Länge des Nordstollens 10,382 in, die des Südstollens 9388 m gleich 19,770 m totalen Länge, auf der Nordseite beträgt der Materialausbruch rund 570,000, aus der Süd' feite rund 500,000 Kubikmeter. Zur Loslösung dieser Gesteinmenge mußten auf der Nordseite 155,000 Maschinenborlöcher mit einer Gesamttiefe von 200,000 m und auf der Südseite 195,000 Ma° schinenborlöchei mit einer Gesamttiefe von 260,000 m g-bobrt werden, weit größer noch ist aber die Zahl der Handbohrungen, auf der Nordseite betrug fie 1^/, Millionen, auf der Südseite 2,100,000. Bei dieser Arbeit wurde die enorme Zahl von 1,980,000 Maschinen und 23,950,000 Handbohrschneiden verbraucht. Zur Sprengung der Bohrlöcher wurde Dynamit verbraucht und von diesem Material wurden auf der Nordseite 552,000 und auf der Südseite 790,000 kg verbraucht. Die Zahl der benötigten Zündkavseln beträgt gegen 4,000,000 und die verbrauchten Zündschnüre hatten eine Länge von 5300 km. Schließlich ist noch die auf der Südseite abfließende Wassermenge seit dem großen Ausbruche vom 30. September 1901 bis zum Tage des Durchschlages sorgfältig gemessen worden, und die durchschnittliche Berechnung ergab für den Tag das enorme Quantum von 86,400 Kubikmetern, während der 1242 Tage also die schier unfaßbare Menge von 104‘/2 Millionen Kubikmetern oder bet 10 m Tiefe und 100 m Breite einen Fluß von 104 km Länge. Auf der Nordseite betrug die abgelaufene Wasiermenge etwa die Hälfte jener der Südseite. * KleineTageschronik. Bei einer Schlägerei in S t ru s s o w «Pommern) erschlug der Arbeiter Mancke in der Dunkelheit versehentlich seinen taubstummen Bruder. — An einem zu- gemauerten Schacht der abgelegten Grube Nordfeld (Pfalz) machten sich einige junge Burschen von Frankenholz ztt schaffen, weil an dem Schacht schlagende Wetter ausbrachen. Ein von ihnen entzündetes Streichholz verursachte eine furchtbare Explosion. Drei der Burschen wurden sofort getötet, 2 schwer verletzt, von denen einer noch auf dem Transport nach dem Krankenhause starb — Bei Bordeaux wurde an einem Bahnübergänge ein Gefährt, in dem mehrere Personen saßen, von einem Zuge ersaßt und timgeschleudert. Zwei Kinder wurden auf der Stelle getötet, 3 Personen schwer verletzt. — In Pirmasens überfiel der Schtthmacher Korz seine Ehefratt, Mutter von 7 unmündigen Kindern, und verletzte sie durch Messerstiche in die Brust tätlich. Dann brachte er sich selbst schwere Verletzungen bei. — Nach Meldungen aus B u d w e i s wurde gegen ben zwischen dem Bahnbof und dem Artillerie-Depot der Militärbahn verkehrenden Zug ein Attentat ausgeführt. Ein 15 jähriger Junge hatte eine Schiene auf das Geleise geschleppt kurz bevor ein Zug mit 300 000 Patronen die Stelle passirte. Glücklicherweise gelang es, den Zug zum Stehen zu bringen, nachdem er die Schiene bereits 30 Meter vor sich hergeschoben hatte, sodaß eine Katastrophe verhindert wurde. — Bei Apenrade sind drei Fischer aus Eckernförde bei Ausübung ihres Berufes ertrunken. Kniverstläts-Dachrichten. — Die „Nordd. Allg. 3ta/' schreibt, daß die Bestrebungen zur Bildung eures Ausschusses der Studierenden unter dem Namen „Verband der S tu denken schäft der Technischen Hochschule zu Hannover noch nicht über das Stadium der Vorverhandlungen gediehen seien. Hierzu erfiärt der Rektor Geh. Rat B a r k h a u s e n: An der oHchschule hat sich ein „Studentenverband an der Technischen Hochschule zu Hannover" gebildet, welcher die konfessionellen Verbindungen nicht umfaßt uitb dessen Statutenentwurf und Liste der Ausschußmitglieder Rektor und Senat zur Genehmigung vorliegen. Der Ausschuß hat mit vorläufiger Genehmigung bereits seine Tätigkeit begonnen. — Es handelt sich also nicht um einen offiziellen Ausschuß der Studentenschaft, sondern um einen Zusammenschluß der nicht konfessionellen Verbindungen und freien Wissenschaft. — An der Universität Göttingen hat sich eine weitere katholische Verbindung unter dem Namen „Unitas" gegründet. Kunst und Wissenschaft. Brüssel, 27. März. Der Kapitän Gerlache, welcher seinerzeit die Expedition nach dem Südpol führte, hat die Leitung der Expedition des Herzogs von Orleans nach dem Franz Joseilande und Spitzbergen übernommen. Der Kapitän beschäftigt sich bereits mit b?r Organisation d?r Ervedition und reift zu diesem Zwecke nach "Norwegen. KcricItssaak. Koblenz, 27. Marr. Wegen Gehör samv er Weigerung vor versammelter Mannschaft verurteilte das Kriegsgericht ber 15. Division den Musketier K. vom Inf.-Regt. Nr. 28 zu 2Monaten Gefängnis. Dem Angeklagten war beim Nach- errj’eren ausdrücklich befohlen worden, Hurra zu rufen; als Grund für seine Weigerung gab er an, außer Atem gewesen Sbannober, 27. März. Die Strafkammer verurteilte heute den E h e f r e d a k te u r Jacobi vom „Hannov. Cour." wegen Beleidigung der katholischen Geistlichkeit im Saargebiet anläßlich eines Berichtes über den Hilger-Lehnen- Prozeß zu 200 Mark Geldstrafe nebst den Kosten. Stuttgart, 27. März. Der „Simplicissimus"- Ncdakteur Linnekogel und der Schriftsteller Dr. Ludwig Thoma, beide in München wohnhaft, hatten sich heute vor der hiesigen Strafkammer wegen Beleidigung der Königsberger Polizei zu verantworten. Die Beleidigung wurde erblickt in einem Artikel des Simpli cstsimus von: 14. März 1904 mit der Ueberschrift „Staatshoheit, .lct <5taat^ aiiwalt beantragte eine Geldstrafe von je 100 Mark, das Gericht gelangte jedoch zu einem freisPrechenden Urteil unter Ueberuahme der Kosten auf die Staatskasse. Der Prozeß kam in Stuttgart zur Verhandlung, weil hier der Lrmplicisstmus gedruckt wird. ßisenöahn-Acitung. — Die bisher als Versuche in estrigen T-Z ugwagen eingeführte Einrichtung, eine größere Ai:zahl kleiner Handtücher und S e i f e st ü ck ch e n in den Waschräumen zur iinentgeltlichen Benutzung vorrätig zu halten, wird jeM auf sämtliche D-Zugwagen der preußisch-hessischen Staatsbahnen ausgedehnt. Die Seife befindet sich 'in einem kleinen, antomaten ähnlich en Behälter, und die Handtücher sind in einem Schränkchen untergebracht. Zur Aufnahme der gebrauchten Handtücher dient ein Drahtkorb. Im Zuge ist ein Reservebestand von Handtüchern und Seifenstückchen vorhanden. Die bisher gegen Geldeinwurf zur Vcrfi"'""N" stcb-mdrn Automaten werden beseitigt. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. von der Reichsbcmk-Hauptstelle in Straßburg i. Els. ab- eine Oest. Kredit . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau 213.10 245.90 143.80 245.00 208.40 Tendenz: ruhig. — Reichsbank. Am 10. Avril wird 212.90 245.80 143.62 24420 208.00 Berliner Börse vom 27. März 1905. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 21/« Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. hängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und dein H a g e n a u i. Els. schränktem Giroverkehr eröffnet werden. Spielpla« der vereinigten frankfurter Stadttheater. Overndans. Dienstag den 28. März *): „Der Bajazzo." hierauf: „Cavalleria rnsticana.“ Mittwoch den 29. März: Einmaliges Gastspiel der Frau Ottilie Metzger-Froitzheim vonr Stadttheater in Hamburg: „Samfon und Dalila." Donnerstag den 30. März: „Ter Wildschütz. Freitag den 31. März geschlossen. Samstag den 1. April: „Jphigenia in Aulis." Sonntag den 2. April, nach- inittags halb 4 Uhr: „Die Fledermaus." Abends 7 Uhr: „Der fliegende Holländer." Montag den 3. April: „Der Waffenschmied.?' Schauspielhaus. Dienstag den 28. März: „Der Kanadier." Vorher: „Tie Tochter der Semiramis." Mittwoch den 29. März, nachmittags halb 4 Uhr: Schüler-Vorstellung bei ermäßigten Preisen: „Wilhelm Tell." Abends 7 Uhr: „Der Hüttenbefitzer." Donnerstag den 30. März, abends halb 8 Uhr: „Alt-Heidelberg." Freitag den 31. März: „König Richard II." Samstaa den 1. April: Zum ersten Male: „Die alte Geschichte." Sonntag den 2. April, nachmittags halb 4 Uhr: „Der Kilometerfresser." Abends 7 Uhr: „Die alte Geschichte." Montag den 3. April: „Zapfenstreich." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. KirckliÄe Nachrichten. Evangelische Gemeinde. In der Fohanneskirche. Mittwoch den 29. März, abends 6 Uhr: 4. Passions-Andacht. Pfarrer Euler. AiSM ans bin Stßnbtsamfsrrnifltrn btt Siebt Gikßm. Aufgebote. März 16. Wilhelm Emanuel Jakob Louis Heppert, Eisendreher dahier, mit Auguste Pauline Henkel in Rüsselsheim. — 18. Karl Konrad Friedrich Martin Mahr, Schlosser dahier, mit Margarete Katharine Euler in Daitbringen. — Karl Rheinemann, Eisenbahnwerkmeister in St. Wendel, mit Emilie Schmalenbach dahjer. — Max Walldorf, Schausteller dahier, mit Katharine Weber Hierselbst. —Adam Christian Hofmann, Postbote dahier, mit Marie Christiane Müller hierselbst. — 20. Heinrich Konrad Geyer, Schmied in Düdelsheim, mit Hermine Friederike Anna Holzapfel dahier.— Georg Gottlieb Stark, Zigarrenfabrikant dahier, mit Marie Elisa- bethe Poths in Darmstadt. — 21. Johann Philipp Kindinger, Postbote in Darmstadt, mit Katharine Marie Friederike Schäfer dahier. — 22. Karl Hubert, Sergeant in Lahr, mit Katharine Dönges dahier. — 24. Wilhelm Förster, Taglöhner dahier, mit Anna Elisabeth Schneider hierselbst. Eheschließungen. März 18. Johann Georg Spa ar, Bremser i. P. dahier, mit Katharine Schneider, geb. Jünger, hierselbst. — Karl Georg Max Göbel, Gärtner dahier, mit Elisabethe Katharine Stühler hier- selbst. — Karl Herr, Dienstknecht dahier, mit Elisabete Margarete Walther hierselbst. — Adam Dobus, Schuhmacher dahier, mit Luise Katharine Münker hierselbst. Geborene. März. 12. Dem Taglöhner Wilhelm Keiner ein Sohn Louis Friedrich. — 14. Dem Schlosser Franz Wirker eine Tochter Anna Maria. — 14. Dem Kutscher Karl Heinz ein Sohn Adolf Wilhelm. — 16. Dem Heizer Johann Georg Eisenacher eine Tochter. — 17. Dem Schneider Johann Peter Wämser eine Tochter Elisabeth. — 19. Dem Lokomotivheizer Karl Alt eine Tochter. — Dem Tag- löhner Karl Meisel eine Tochter Marie Karoline. — 20. Dem Fuhrknecht Johann Barth eine Tochter Margarethe Elisabeth und ein Sohn Johann Heinrich. — Dem Bäcker Samuel Katz ein Sohn Siegfried. — 21. Dem Packmeister Johannes Stehling eine Tochter Marie Emilie. Gestorbene. März 17. Sofie Haubach, geb. Lony, 81 Jahre alt, Rentnerin dahier. — 18* Julius Lony, 28 Jahre alt, Kaufmann dahier. — 19. Marie Georgine Pröschhold, geb. Noll, 64 Jahre alt, Witwe des Schlossermeisters Richard Pröschold dahier. — 20. Justus . Emil Lenz 53 Jahre alt, Gasttvirt dahier. — Johannette Isabelle Ziegler, geb. Kreich, 75 Jahre alt, Witwe des Packmeisters Friedrich Ziegler dahier. — 21. Meta Germann, 22 Jahre alt, ohne Berufs dahier. — 22. Georg Fischer, 58 Jahre alt, Taglöhner dahier — 23. Wilhelmine Heck, geb. Herdt, 70 Jahre alt, Ehefrau des Kohlenhändlers Johann Jost Heck dahier. — 24. Anna Katharine Jung, geb. Friedrich, 59 Jahre alt, Ehefrau des Taglöhners Heinrich Jung dahier. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Boranssichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 29 März 1905: Zunächst aufheiternd, später wieder zunehmende Bewölkung und stellenweise geringer Regen. Nach kälterer Nacht tagsüber milder. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. ßtrigtttaf-Draöfmefbunflett. R.B. Darmstadt, 28. März. Der Großherzog hat dem Präsidenten des Landgerichts der Provinz Rheinhessen, Adolf Lipp old in Mainz zum Mitglied der Ersten Kammer der Stände auf Lebenszeit berufen. — Der Kreisarzt des Kreisgesundheitsamts Friedberg, Medizinalrat Dr. Ludwig Matthias ist auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen mit Eifer und Treue geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt morden. H schickt. — Infolge des drei Wochen wäb-restden Ausstandes bet; Arbeiter der Neuen russischen Hüttenaesellschafi in Jucowka wurde' das Werk auf unbestimmte Zeit geschlossen. 14 000 Arbeiter be§| Hüttenwerkes und der Minen kehrten in ihre Heimat Mrück nach-, dem sie a bgelohnt waren. Warschau, 28. März. Einer der verletzten P o l i z^st em ist gestorben. — 30 Student en drangen in eine schule der Vorstadt Bn.idno und forderten die Schließung der Schule bis zur Nationalifienma. Als die Lehrer dies ablehnten, wurden bie> Schüler mit Gewalt beriagt — ni.—' II ■ Telephonischer* Kursbericht. Frank fort a. H., 28. März. 3’AjO/q Reiohsanleibe . . 101 80 3 S do. ... 91 10 3l',% Konsols .... 101.75 so/0 do 91.05 8l/f% Hessen .... 100.20 31/, % überliessen . . . 99.00 4 % Oesferr. Go’drento . . 102 40 4‘/n % Oesterr. Silberrento 101.30 4°(j Uns’ar. Goldrente • • 100.05 4°'n Italien. Rente , , • 105.75 31Z2% Portugieser » . . 67.90 p/ Portugiesen. .... 67,70 4% C. Türken .... —.— Türkenlose 135.20 4% Griech. Monopol.-Anl. 52.00 4l/2% äussere Argentiner 45.20 ?,o/0 Mexikaner ...» 36 W Chinesen .... 96.50 Electric. Schuckert ... 139 70 Nbrdd Lloyd . . . , 118.30 Kreditaktien .... 212 80 Diskonto-Kommandit. . , 188 00 Darmstädter Bank . , 143 50 dresdener Bank .... 158 30 Berliner Hande^ges. . . 162 80 Oesterr. Staatsbahn . . . 141.30 Lombarden 17 20 Gotthardbahn .... 190.20 Laurahütte 265.50 Bochum 244.75 Harnener 208 50 Staatschatzscheine . . . —*— iiz: ruhig. 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