Nr. 79 Zweites Blatt General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehrn Revaktton. Lxpevttton o. Druckerei: Schulstr. R, XeL Nr 61 leugt^6U>t- i An-etger Glrtze» 155. Jahrgang Montag 3.April19V5 Rotattonflbnid and Verlag bet Vtsthllch« UntoerfUdtfibrudereL St. Lange, «test«. Ende nehmen. Co wurde von dem Schlosser Dkojeia gegen bett; Volizeiebek von Vorschau, Baron Nolken, kürzlich eine Bombe ge** schlerldert. In Lodz wurde am 1. d. Mts. gegen den Polizeikommissar Czatalowicz von einem ärmlich gekleideten Manne ein Bomdenattentcrt verübt. Er erlitt schwere Verletzungen an Brust und Kopi. Ein Schutzmann hieb den Attentäter mit dem Säbel nieder. Dies in Verbindung mit den nicht zu Ende gehenden dlrbeiterunruben, mit täglich wachsenden Bauernrevolten, mit Ausbrüchen der Volkswut in Palta, Riga, Saratow, Meschhed re. ?eigt, wie die innere Lage des Zarenreichs augenblicklich beschaffen ist. Dabei will das Reich stch zu kriegerischen Großtaten rüften. Die Mobilisierung des 7. Korps sst beendet und die der zweiten Gardein°anteriedivision gilt als beschlossene Sache; diese soll wabrscheinich zusammen mit der Gardeartilleriebrigade ins ftelb rücken. Die Arbeiten zur Verstellung des vierten Geschwaders dürften im nächsten Monat beendet sein. Dank energischer Matzregeln hofft man in Petersburg, datz die Flotte eine hervorragende Kriegsmacht darstellen wird. Am 6. April reist der Verkehrsminister Fürst Chilkow nach Sibirien, um u. a. festzu- stellen, ob Arbeiten zur Schiffbarmachung der Flliffe möglich sind. Man versichert immer auss neue im ruffischen Ministerium bes Aeußern, daß seitens der ruffischen Regierung keinerlei Friedens- verbandlungeli eingeleitet worden seien. Ebenso seien von Seiten Japans feine Vorschläge gemacht worden. Dem Vertreter einer Berliner Korrespondenz wurde aui der japanischen Gesandtschaft Folgendes erklärt: Japan stehe nach wie vor aus dem Standpunkt, datz, wenn Rußland den Frieden ernsthaft wünsche, der erste Schritt von ihm ausgehen und direkt an Japan gerichtet sein sein müsse. Solange dies nicht geschehe, werde der Krieg eben sortgesetzt werden und nicht eher endigen, als bis Japan einen völligen Sieg errungen hat. Aul die Frage der Entschädigung verniied es der Diplomat, näher emzugehen, tat aber die charakteristische Aetißeriuig, datz eine Zumiltung an Japan, auf eine Kriegsentschädigung überhaupt zu verzichten, doch nicht ernsthaft diskutierbar sei. Inzwischen verbreitet man in Petersburg wahr und wahrhaftig Siegesnachrichten. So soll General Mischtschenko am 29 März die Japaner in die Flucht geschlagen und zahlreiche Gefangene gemacht haben. Die Quittung für diese ruffiiehe Renommage zu geben, werden die Japaner gewiß nicht vergessen. großes Aufsehen hervor gerufen hat. Der genaue Inhalt der kaiserlichen Ansprache an die Vertreter der dortigen deutschen Kolonie läßt sich w.e folgt Mitteilen: Der Kaiser führte aus, er freue sich, die Pioniere Deutschlands in Marokko kennen zu lernen und ihnen sagen zu können, daß sie ihre Pflicht getan hatten. Sie sollten einig hleihen und in der Pflichterfüllung forfflckren unter dem Schutz des Kaisers. Deutschland Habe große Handels in ^rrss-n in Marokko und Hn Handel nehme einen erfreulichen Aufschwung. Er, der Kaiser, werde es sich angelegen sein lassen, diesen Handel zu fördern was nur unter der Gleichberechtigung aller Mächte und unter der Souveränität des Sultans und der Unabhängigkeit des Landes möglich sei,. Die Rede machte einen gewa^igen Eindruck und rief ungeheure Befriedigung Hervor bei den fremden Kolonien. Auch bei den Eingeborenen gab es, sobald die Kaiserworte bekannt wurden, großen Jubel. Sie sprechen nur von dem energischen Kaiser, den sie als Beschützer der Unabhängigkeit Marokkos preisen. Unter den wegen einer kleinen Aenderung im Programm des Kaiserbesuchs entstandenen Gerüchten ist eins besonders hervor- zuheben, wonach dem Kaiser Mitteilung davon gemacht worden sein soll, daß man ein politisches Komplott entdeckt habe. Darauf seien die für die Landung des Kaisers getroffenen außerordentlichen Vorsichtsmaßregeln zurückzuführen. Tatsache ist, daß alle Gerüchte falsch sind und lediglich starker Oststurm die Landung auf der offenen Reede verhinderte. Auf der deutschen Gesandtschaft soll sich der Kaiser nach dem Verlesen eines Schreibens des Sultans aus einige wenige unverbindliche Worte beschränkt haben. Heber Paris wird folgender Zwischenfall, der sich in Tanger ereignete, gemeldet: Eine junge Frau in Trauer- kleidung mit einem Blumenstrauß in d^en französischen Farben und einem langen schwarzen Seidenband^daran drängte sich vor und warf mit weitausholender Geste den Strauß in der Richtung d"s Kaisers. Der Strauß fiel dem vor den Kaiserwagen gespannten Schimmel auf den Kopf. Das Pferd bäumte sich auf und zeigte Lust durchzugehen, konnte jedoch schnell gebändigt werden. Im französischen Senat erwiderte D e l c a s s 6 auf eine Interpellation des ehemaligen Kolonialministers Dercais über die Marokko-Frage, die marokkanische Politik Frankreichs verfolge genau den durch das franco-englische Abkommen vorgezeichneten Weg. Die wachsende Anarchie in Marokko wäre für alle Mächte und insbesondere für Frankreich unerträglich gewesen, da zu dem wirtschaftlichen Schaden für Frankreich auch noch der politische hmzukomme. Eine wirtschaftliche Ungleichheit wolle Frankreich in Marokko nicht einführen. Sodann bemerkte der Minister, daß England der französischen Aktion seine Unterstützung zugesichert habe und betonte weiter die Mission des Gesandten Tallandier. Die Regierung des Sultans von Marokko habe selbst die französische Regierung ersucht, die Reformvorschläge bekannt zu geben. Die Sprache Frankreichs sei in Fez ebenso klar wie loyal gewesen. Der Maghzcm fühle sowohl das Wohlwollen wie die Macht Frankreichs. — Diese Rede wurde selbst in Paris nicht sehr günstig aufgenommen. Rur der „Figaro" lobte sie, die andern Blätter enthielten sich entweder jeden Kommentars oder sie frühen die Rede nichtssagend und bedeutungslos. Die spanische Presse bezeichnet die Rede als äußerst anmaßend und vermutet, daß Über sie eine vorherige Verständigung mit England statt- gefunden habe. Sie hofft, daß die Klugheit die Oberhand gewinnen unb behalten wird, aber sie hält die Lage für verschlechtert. Von Tanger begab sich K a i s e r W i l h e l m nach G i br a l - tat. Rach einem Festmahl bei dem englischen Gouverneur Feld- marschall White fand in desien Palast großer Empfang statt. Der Gouverneur hielt eine eindrucksvolle Rede auf den englischen König unb den deutschen Kaiser. Der Kaiser blieb bei dem Feste bis 1 Uhr morgens. Am Samstag machte der Kaiser dem Kontreadmiral Prinzen Ludwig von Battenberg, dem Kommandeur des zweiten englischen Kreuzergeschwaders, einen Besuch auf dem Flaggschiff „Drake". Zur Frühstückstafel an Bord der „Hamburg" beim Kaiser waren geladen: Gouverneur White mit Gemahlin und Töchtern, Kontreadmiral Pnnz Ludwig von Battenberg und andere Offiziere der englischen Marine. Die Weiterfahrt der „Hamburg" nach dem auf der spanischen Insel Menorca gelegenen Hafen Port Mahon erfolgte abends 6 Uhr. Dort wurde er von dem Generalkapitän der Balearen in Vertretung des jungen spanischen Königs empfangen. Ebenso tote der Hochschulstreit in Hannover, der sich immer mehr zur Seeschlange austoächst, will auch der Fall Fischer nicht zur Ruhe kommen. Von orthodoxer Seite wird der Ausschluß des Berliner Pastors Fischer aus der Kirche verlangt. Man muß abwarten, ob der Evangelische Oberkirchen- rat den Versuchen, die Ke^ergerichte wieder aufleben zu lassen, standhalten wird. Der Berliner Bergarbeiterkongreß hat in mehrtägigen Debatten zu den berggesetzlichen Reformfragen Stellung genommen. Eine sachliche Einwirkung auf die Gestaltung der Novellen wird der Kongreß schwerlich ausüben. Die Annäherungsversuche zwischen den Deutschen und Tschechen in Prag haben zu einem praktischen Ergebnis noch nicht geführt. In einer Besprechung mit dem Ministerpräsidenten v. Gautsch erklärte der Führer der Deutschböhmen Dr. Eppinger, daß die Deutschen ihre Obstruktion im böhmischen Landtage aufgeben würden, wenn keine ihnen nachteilige Verhandlungsgegenstände auf die Tagesordnung gelangten, Regierungsvorlaen zum Schutze gegen nationale Majorisierung eingebracht würden und Deutsche im Landesdienst Berücksichtigung fänden. Gautsch erklärte, er sei zu allen Maßnahmen bereit, die zur Herstellung normaler Verhältniffe führen könnten. Die Vorlage der verlangten Gesetzentwürfe unterliege keiner Beanstandung und könnte zur Einsetzung einer besonderen Kommission fuhren, die sich dann auch mit anderen, die nationale Verständigung betreffenden Fragen befassen könnte. In Ungarn hat sich bte Situation wieder verschlechtert. Der größte Teil der koalierten Opposition ist mit den von der Krone gemachten Zugeständniffen nicht einverstanden. Eine am 1. d. M. abgehaltene Sitzung des leitenden Allsschusses bet vereinigten Opposition brachte keine wesentliche Veränderung der Lage hervor. Der Ausschuß beschloß, am 4. April die Einberusimg des Reichstages anzuregen. Falls bis zu diesem Zeitpunkte kein Ministerium ernannt ist, soll das Abgeordnetenhaus an den König eine Adresse richten. Kriegsminister Pitreich hatte eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten v. Gautsch, den er über die Grundlage:, der militärischen Verständigung in Ungarn informirte und dessen Zustimmung er einholte. Der österreichische Botschafter in Berlin, Graf Szögynyi, bat in Budapest nichts ausgerichtet und ist nach Berlin zurückgereist. . In Kreta proklamierte die Nationalversammlung d,e An- neximi der Insel durch Griechenland. Die vier Ueberwachungs- meichte beabsichtigen, mit Waffengewalt gegen eine Erhebung ein- zuschreiten. Prinz Georg bemüht sich einstweilen noch, den Freiheitsdrang der Kretenser zu zügeln. Mit' Japan beabsichtigt England, Preffemekdungen zufolge, ein neues Schutz- und Trutz bündnis abzusebließen, dessen Bedeutung darin bestehen soll, datz beide Mächte sich gegenseitig ihre asiatischen Besitzungen garantieren, Japan habe durch sein Landheer alle Angriffe auf den englischen Besitz in Indien ab- zuwehren, während England durch seine Flotte die japanischen Inseln vor Angriffen zu schützen trachten soll. In Rußland wollen die Bombenattentate kein Volltische Wochenschau. In her BudgetkommiffioN des Reichstages erfuhr im Laufe der Woche der Stengelsche Entwurf des Reichshaus- haltsgesetzes eine bedeutende U^^staltung. Die Kommission beseitigte die Zuschußanleihe ron 51 Millionen, indem sie zugleich an der Regierungsvorlage wesentliche Korrekturen vernahm unb die dauernden Militärforderungen von 46 Millionen auf den ordentlichen Etat übertrug. Sie erhöhte dagegen die M a t r i - kularbeiträge um 53 Millionen, so daß deren Ge- famthöhe 266 Millionen beträgt. Der Reichstag schloß sich in der zweiten Lesung diesen Vorschlägen an, durch welche der Betrag an ungedeckten Matrikularbeiträgen im Verein mxt den noch gestundeten früheren 17 Millionen und den von der Regierung freiwillig zu den Mattikularbeittäaen aus dem Anleihebedarf versetzten Millionen auf insgesamt 80 ME. erhöht wird. Der Reichstag stundete aber den gesamten Betrag von 80 Millionen, der daher von den Einzelstaaten vorläufig nicht eingezahlt zu werden braucht. Damit wird die Finanzlage der Etnzel- staaten nicht so gefährdet, wie es ursprünglich erschien. Auch in der dritten Lesung blieb der Reichstag bei feiner Beschlußfassung. Der Reicksetat balemziert demnach in Einnahme unb Ausgabe mit 2180 Millionen (statt 2241 Millionen der Regierungsvorlage). Die Volksvertretung hat 61 Millionen gestrichen und den gesamten Anleihebedarf von 293 Millionen auf 191 Millionen herabgesetzt. Der Reichstag bewilligte in dritter Lesung die beiden Armeegesetze über die Erhöhung der Friedenspraisenz und die Einführung der zweijährigen Dienstzeit. In der Samstagssitzung des Bundesrats wurde den Gesetzentwürfen betreffend die Friedensprasenzstärke, betr. die Aenderung der Wehrpflicht, bett, die Feststellung des Neickshans- haltsetats für das Rechnungsjahr 1905 und bett, die Feststellung des Haushaltsetats für die Schutzgebiete auf das Rechnungsjahr 1905 die Zustimmung erteilt. Graf Bülow gab im Reichstage zur Marokkofrage wichtige programmatische Erklärungen ab. Einen breiten Raum be- anipruchte im Reichstage die Erörterung des Falles Dietz- Mainz und des Falles Stärck-Verlin. Leutnant Dietz soll durch die fortdauernden Schikanen seines Obersten in den Tod getrieben worden sein. Dre vom Kriegsminister in Aussicht gestellte gerichtliche Untersuchung wird die Angelegenheit wohl völlig aufnfiren. Bis dahin ist es nötig, - mit dem Urteil zurück- zuhalten. Redakteur Stärck, em früherer Mitarbeiter des „Gieß. Anz." und jetziger Vertreter der Lipp. Landesztg in Berlin, wurde zum zweiten Male wegen einer Sache in Zeuaniszwangshaft gesetzt und zu 300 Mark Geldstrafe verurteilt. Darm liegt zweifellos eine Verkennung der gesetzlichen Vorschriften. Der Minister suchte die Zwangshaft in diesem Falle mit einer angeblichen Verletzung des Telegrammgeheimnffses zu rechtferttgen. Immerhin handelt es sich bei diesem Verdacht doch nur um eine Vermutung, die erst bewiesen werden sollte, die aber sogleich, damit erledigt erscheint, daß Stärck eidlich erklärte, er habe die Depesche von keinem Postbeamten erhalten. Sehr schön nehmen sich die Operationen mit dieser modernen geistigen Folter gerade nicht aus. In der Ersten hessischen Kammer schnitt der Frhr. v. D e h l die von den vereinigten Bauembündlern unb Sozialdemokraten oft mit heilloser Einfalt erörterte Amtsblatt- frage an. Er trat mit Entschiedenheit für das Recht der felbst- ständigen Erörterung politischer Fragen durch die Amtsblätter etn. Die Antwort, die der Staatsminifter Dr. Rothe gab, hat den Mund der fvnst stets so überaus vorlauten sozialistischen Presse Heffens merkwürdig still gemacht. In keinem der drei uns zugänglichen sozialdemokratischen Blättern haben wir bte sehr bemerkenswerten Ausführungen des Staatsministers darüber auch nur mit einer Silbe erwähnt gefunden. Exz. Rothe erklärte, die Großh. Hess. Regierung stehe auf dem Stcmdpunkte, daß sie sich nur für den amtlichen Teil der Amtsblätter verantwortlich halte, deren übriger Inhalt vollständig frei fei; die Regierung habe gar nichts damit zu tun und sei nicht in der Lage, Zeinen lÄnsluß darauf auszuüben. Diese unzweideutige Erklärung paßt den Arm in Arm wandelnden Herren Sozialdemokraten unb Bauembündlern so wenig in ihren Kram, daß sie sich hüten, ihren Lesent davon überhaupt Mitteilung zu machen. Sie werden vielmehr fvrtfahren, ihrer Gefolgschaft weis zu machen, daß die Amtsblätter nach wie vor ganz in der Regierung Banden lägen und darum mit Stumpf und Stiel auszurotten seien. Es macht jenen Herrn auch weiter keine Sorget:, in keulenbewaffnetem Maulheldentum dieses oder jenes Amtsblatt heute als „Repti^ zu bezeichnen, ein Wort, das bei ihnen ganz besonders beliebt tft, und morgen gegen den Liberalismus desselben Blattes zu Felde zu ziehen. — Auch mit der Frage der Errichttmg von Arbeitskammern beschäftigte sich bte erste Kammer. Auf Anfrage des Frhm. Heyl zu Hermsheim, wie sich die Regierung M der Errichtung von Arbeitskammem stelle unb ob sie darin allein vorzugehen gedenke, erwiderte der Staatsministtr Rothe, daß die Regierung den Wert der Arbeitskammern keineswegs unterschätze, daß sie aber auf ihrem früheren Standpunkt beharre, daß nur das Reich 'kompetent sei, die Frage der Errichtung von Arbeitskammern zu regeln. Die erste Kummer nahm sodann das Finanzgesetz an, und vertagte sich auf unbestimmte Zeit. . Die zweite hessische Kammer hatte bekanntlich die Errichtung zweier neuer Oberlandesgerichtsratsstellen abgelehnt, well sie nur in der Bildung eines dritten Senats eine Abhilfe erblickte. Diesem Beschlüsse ist die erste Kammer nicht beigetreten, hat vielmehr der Regierungsforderung zugestimmt. Die zweite Kammer trat am Freitag in ihrer Mehrheit dem Beschluffe des anderen Hauses bei, nachdem der Justizminister zugesagt hatte, daß binnen Jahresfrist ein Gutachten der Mitglieder des Oberlandesgerichts über die Wirkung der neuen Maßnahme eingeholt werde. Das Hans nahm sodann einen banern- bündlerischen Antrag ttotz des Widerspruches der Regierung an, wonach die Umwandlung der Realschulen in Gr.-Umstadt und Alsfeld in' Oberrealschulen verlangt wird. Die zweite Kammer nahm ferner den Gesetzentwurf bett, das Beerdigungswesen nach dem Antrag des Ausschusses au, wonach für jede Gemeinde durch Ortsstatut eine Begräbnis- unb Friedhof- vrdnung zu erlassen ist, welche die religiösen Anschauungen der Konfessionsgemeinde und religiöser Verbände zu berücksichtigen hat. Die Frage der Entschädigung seitens der.bürgerlichen Gemeinde an eine Kirchen gemeinde, der durch dreses Gesetz eine Deerdigungsbefugnis entzogen wird, frll im Verwaltungswege entschieden toerben. Auf eine Anfrage des Abg. M olthan bezüglich des Schicksals der W a h lr e ch ts-R e f o r m v o r l a g e erklärte Staatsminister Dr. Rothe, daß der Gesetzgebungs-Aus- schuß der ersten Kammer sich eingehend mit der Vorlage be- Bäftfrt habe. Der Zeitpunkt der Verhandlungen im Plenum noch nicht festgestellt, doch glaube er, daß bte erste Kammer Vorlage in Bälde behandeln werde. _ ,. Die Auslandsreise führte den deutschen Kaiser zunächst an den Hof von Lisfrbon. Bei dem offiziellen ^Hofmahl wurden in freundschaftlichen Worten gehaltene Triurspruche aus- geb-rocht. Beim Besuch der Geographischen Gesellschaft w,es der Kaiser auf die Rachbarschaft der deutschen und portugteflschen Kolonien m Afrika hin und gab der Hoffnung auf ein gutes Einvernehmen für die Zukunft Ausdruck. Am Frettag trat er die Fahrt nach Tanger an, die in Deutschland und im Auslände ViMslcke Tagesschau. Zum Kampfe gegen das Duell. Tie deutsche Anti-Duell-Liba veröffentlicht Aru> träge über Aen derungen des Strafgesetzbuchs, der Gerichtsverfassung und der Strafprozieß- ordnun g zum Zwecke der Bekämpfung des D-uellwesens. In den Anttägen wird u. a. eine wesentliche Erhöhung der Geld st rasen und Kumulation von Geld- und Frei- heitssttasen bei Beleidigungen und Verleumdungen gefordert. Es wird weiter verlangt, daß bei einer Bestrafung wegen Verleumdung die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt werden können. Der Regierung wird weiter zur Erwägung anheimgegeben, ob nicht eine Strafbestimmung dahin zu treffen sei, daß ein Mann wegen Beleidigung eines Ehemannes mit ©träfe bedroht werde, der mit dessen Ehefrau einen gegen die geschuldete Treue utrd Ächtung verstoßenden Umgang Pflegt, falls er das Bewußtsein hatte, damit dem Ehemann eine schwere Kränkung zuzufügen. Der Ehebruch soll an dem schuldigen Ehegatten mit Gefängnis bis zu drei Jahren besttaft werden: auch soll auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden können. Die (Strafe für eine Tötung im Zweikampfe soll in Gefängnishaft nicht unter zwei Jahren bestehen, falls die Kämpfenden mit der Möglichkeit einer Tötung gerechnet haben. Ist die Tötung durch! vorsätzliche Uebertretung der Regeln des Zweikampfes bewirkt worden, so soll der Uebertretet wegen Mordes oder Totschlags zu bestrafen sein. Auch im übrigen sollen die Zweikampfstrafen sowie die ©trafen, die auf Herausforderung gesetzt sind, erheblich verschärft werden. Schließlich wird vorgeschlagen, bei den Landgerichten Kammern für Ehrensachen zu bilden, die zum Teil aus Mitgliedern des Landgerichts gebildet werden sollen. Für diese staatlichen Ehrengerichte werden im einzelnen Bestimmungen vorgeschlagen, auf die hier nicht eingegangen werden kann. Außerdem sollen frei gebildete Ehrenschiedsgerichte berechtigt sein, den Ehrenstteit unttr Ausschluß des Rechtswegs zu entscheiden, falls der Tatbestand einer strafbaren Handlung nicht vorliegt. Die Verhandlungen vor dem- Ehrengerichte sollen geheim sein, soweit nicht beide Beteiligte die Oefsentlichkeit verlangen. Die Änttäge enthalten zweifellos einen richtigen Kern, der die Beachtung und Berücksichtigung der maßgebenden ©teilen verdient. Pie Errichtung einer Kas-Ientrale in Lauöach. (Oviginal-Artikel des „Gießener Anzeiger".) § Laub ach, 2. ApriL. Auf Einladung der Süddeutschen Gasgesellschaft tagte gestern int Schützenhof eine Vertreterversammlung der Bürgermeister, Beigeordneten be§to. Gemeinderäte der Städte Hungen, Grünberg, Ulrichstein und Laubach^, sowie der Orte Ruppertsburg, Wetterseld, Freienseen, Queckborn, Ettingshausen^ Münster, Fleitsungen, Merlau, Boben!- hausen, Groß-Eichen, Klein-Eichen, Lardenbach, Villingen, Lauter, Ruddingshain, Nie- der-Ohmen. Von 30 eingeladenen Gemeinden hatte« 21 ihre Vertreter gesandt. Als Vertreter bet Großh. Pro- vinzialdirektion wohnte Kreisamtmann Dr. Kranzi bühler-Gießen, als Vertteter des Kreisamts Schottrni Kreisamtmanu Pfeiffer den Verhandlungen bei. Diq Gräfliche Familie war vertreten durch Kammerdirsktor Birnbaum. Der Vorsitzende, Bürgermeister Jochem- Laubach eröffnete gegen 4 Uhr die Versammlung mit einer kurzen Begrüßung und erläutert den Zweck der Verhandlungen. Die Bürgermeister L e h r - Ruppertsbirrg unb Kromm - Schotten beantragen, daß Ktgenieur Heil heute nochmals das Projekt näher erklären möge, da bei derj vorigen Versammlung mehrere Ortsvertreter nicht anwesend waren. Ingenieur Heil gibt einen Ueberblick über da§ Projekt. Die Efrsgesellschast baut die Zentrale auf ihre Kosten, legt die Leitungen nach und in den Orten mit dem Hausanschluß bis wr Gasuhr kostenlos, ferner liefert sie frei für die Straßenbeleuchtung Laternen, Zsimdelaber rc. I Ein neuer Paragraph in dem Vertrag sieht für die gtößeryl Grschetttt Etzttch mü tlutnabme dB GoruUags. ? aa aa Die Fletzen« LaurNiendlStter" werd« dem 11^ | 1 | g Fp »Anzeige» viermal wöchentlich betgelegt Der jS K'l W V*3 ww S IjL &L JWOt taaöwltr «Ichetnl awnatllch einmal V H v V V Orte, z. D. Schotten, vor, daß sie bei größerem Konsum das Ga§ aus der Zentrale in ein separates Reservoir beziehen und auf eigene Rechnung an Private ab geben können. Tie Gemeinden erteilen der Gesellschaft die Konzession auf 55 Jahre. Bei der Rohrleitung werden Mannesmannsrohre benutzt. Kreisamtmann Dr. Kranzbühler-Gießen führt aus, daß die Behörden jeden Fortschritt der Gemeinden, so auch bezüglich der Beleuchtung fördern helfen werde. Doch sollten die Gemeinden den Vertrag nicht so kurzer Hand genehmigen, ohne daß er durch Techniker geprüft sei und die Genehmigung der Behörden und des Ministeriums gefunden habe. Auch sei bezüglich mancher Punkte, wie Rohrlegung, Preis usw. noch keine volle Klarheit geschaffen. Ingenieur Heil betont, daß die Orte erst einmal sich erklären möchten, damit man auf dieser Basis die Pläne ausarbeiten könne; erst müsse eine ungefähre Beteiligung jestftehen. Bürgermeister K r o m m - Schotten spricht sehr- warm für das Projekt und bittet die Gemeinden um eine Erklärung, ob sie willens sind, in weitere Verhandlungen einzutreten. Bürgermeister Fendt- Hungen ist im Prinzip picht gegen das Projekt, doch bittet er um weitere Klarlegung in Hungen selbst. Ingenieur Heil stellt einen Vortrag in Hungen für nächste Woche in Aussicht, ebenso in Dttlingen. Gemeinderat Sehrt-Grünberg betont, daß Grünberg der Sache sehr sympathisch gcgenüberstehe. — Durch Bürgermeister Jochem erfolgt die Feststellung derjenigen Orte, die für das Projekt sind und beabsichtigen, mit der Gesellschaft in weitere Verhandlungen zu treten, mit dem Vorbehalt, daß die Behörde das Unternehmen gutheißt. Im ganzen erklären sich 16 Orte schon he^te dafür. Bürgermeister K r o m m - Schotten schlägt vor, die Kreisämter möchten das Projekt schon jetzt prüfen und inzwischen sollten in .den Gemeinden Vorträge gehalten werden, damtt man rascher zum Ziele komme. — Kreisamtmann Dr. Kranzbühler wünstch die Einsendung eines Lageplanes über die Rohrlegung usw. an dre drei Kreis- amter Gießen, Schotten und Alsfeld. Nach der Prüfung sollen Gemeinderatsbejcblüjje herbeigeführt werden. An sämtliche Gemeinden sind vorher Abschriften des Vertrages zu senden. Ingenieur Schiff mann-Hungen weist auf das kürzlich erfundene neue sogenannte Nürnberg-Licht hin, nm dem in Berlin zurzett Versuche gemacht werden; gegenüber dem Auerlicht sei eine große Gasersparnis zu verzeichnen. Dem Nürnberg-Licht wird Sauerstoff zugefuyrt, und man könne gleichzeitig mit dem Gaswerk eine Sauerstofffabrll anlegen. — Diesen Ausführungen tritt Ingenieur Heil entgegen. Das Nürnberg-Licht entwickele eine solche Hitze, daß man bis jetzt noch leinen Brenner gefunden hat, der ihr widersteht. Auch ist eine doppelte Rohrlegung jur beide Gase (Kohlengas und Sauerstoff) erforderlich, das macht einesteils die Anlage sehr kostlpielig und ist andererseits in den Wohnungen unschön. Was die technischen Neuerungen aus dem Gebiete der Gasbeleuchtung be- trisjt, so werden diese laut Vertrag auf Wunsch der Gemeinde jederzeit von der Gesellschaft eingeführt. Kreisamrmann Dr. K'ranzbühler wünscht die Ausstellung eines Kostenüberschlages, um einen Ueberblick zu erhalten. — Ingenieur Heil kommt hieraus nochmals aus die Gaspreije zu sprechen und betont, daß der Höchstpreis für den Kubirmeter Leuchtgas 20 Pjg. sei, für technische Zwecke, Kochen, Heizen, Mororbetrieb lostet der Kubikmeter 15 Psg. Der kleine Querbrenner für Zimmer verbraucht pro Stunde 40 Ltter Gas, sodaß die Brennstunde nur Ü,b oder 3/4 Psg. koste. Eine vierzigrerzige Straßenlaterne verbraucht bü Liter Gas,tostet also pro Stunde 1,2 Psg. Bei Petroleum tostet die Lrennstunde 1,3 Psg. bezw. 2,4 Psg., also etwa das doppelte; bei Elektrizität 3,8 Pfg. bezw. 7 Psg., also etwa das fünffache. Kreisamtmann P fe i > f e r - Schotten stellt hierauf den Antrag, die 16 Vertreter, welche sich zu weiteren Verhandlungen mtt der Gasgesellschast bereit erklärt haben, möchten folgende Erklärung unterschreiben: „Die unterzeichneten Gemeinden sind zum Anschluß an die Gas-Zentrale Laubach bereit, wenn die zuständigen Kreisämter Schotten, Gießen und Alsfeld Projekt und Verträge für gut befinden." Dies wurde unterschrieben von den Vertretern der fünf Städte: Laubach, Schotten, Grünberg, Hungen und Ulrichstein und den Orten: Ruddingshain, Merlau, Queckborn, Nieder-Ohmen, Ruppertsburg, Villingen, Lardenbach, Wetterseid, Flensungen, Groß-Eichen und Klein-Eichen. Bürgermeister Jochem dankt hieraus den Vertretern für ihr langes Aushalten und schließt die Versammlung. eAlxä UIlO llU’Ö. Gießen, den 3. April 1905. — Lotteriegemeinschaft. Zu der im Werk befindlichen Verschmelzung der hessisch-thüringischen mit der preußischen Staatslotterie will der „M. A." zuverlässig erfahren haben, es sei von autorativer Seite aus eine Anfrage erklärt worden, die 6. hessisch-thüringische Staatslotterie werde jedenfalls ausgespielt werden, wogegen aber eine Gewähr für ein weiteres Fortbestehen der hessischen Staatslotterie zur Zeit nicht übernommen werden könne. Für den Fall eines Aufgehens der Staatslotterie in der preußischen Klassenlotterie sei von der Regierung eine mäßige Entschädigung der dabei etwa geschädigten Kollekteure in Aussicht genommen, bei der voraussichtlich auch die Anzahl der von dem betreffenden Kollekteur m der 6. Lotterie abgesetzten Lose ins Gewicht fallen werde. ** Haushaltungskurse. Man schreibt uns: Bei Gelegenheit des im Februar zu Hörnsheim abgehaltenen Haushaltungskursus traf eine aus höheren hessischen Beamten bestehende Kommission dort ein um Wesen und Gang der Kurse, wie sie im Kreise Wetzlar emgefüyrt sind, kennen zu lernen. Zu dem gegenwärtig in Ehringshausen obgehaltenen Kursus erschien Landrat Dr. Sartorius mit einer Deputation des Kreisausschusses zu Gießen und zwei Darmstädter Herren. Tie Gießener Kommission erbat sich die einschlägigen schriftlichen Arbeiten zur eigenen Verwendung und es sollen von Oktober L Js. ab im Kreise Gießen nach diesem Muster Kurse eingerichtet werden. •* Vom Vogelsberger Rotwild. Zu unserem Bedauern müssen wir Mitteilen, daß der Transport des Rotwildes am 1. ds. Mts. nicht stattfinden konnte, da die Watter des Berliner Zoologischen Gartens auSgeblieben sind. Direktor Heck telegraphiette uns aus Berlin, daß er erst zum 1. April 1906 das Vogelsberger Rotwild anzukaufen gedenke, d. h. wenn bis dahin sämtliche Tiere ein* gefangen seien, da er nur gewohnt sei, im Ganzen zu kaufen. Auch der Verein „Hirschgerechter TaunuSjäger" will bis zu dem genannten Termin warten, da ihm die Firma Rich. Westphal ohne Verständigung mit Direktor Heck kein Rotwild ablaffen will. Kein Wunder, denn diese Firma kann gar nicht über Rotwild verfügen, da sie sich nie auf einen solchen Kuhhandel, wie wir ihr mitgeteilt hatten, einläßt. Sie hat aber versprochen, daß sie bis zum 1. April 1906 der Sache näher treten will. -p Rodheim a. d. Bieber, 1. April. Gastwirt Stork hat seine inmitten des Torfes gelegene Gastwirtschaft mit Garten an Herrn Kremmers aus Aßberg bei Moers (Rheinland) für 46 000 Mark verkauft. Das Anwesen ging heute an den neuen Besitzer über. y. Büdingen, 1. April. Die Fürstin zu Psen- bürg und Büdingen wurde gestern auf einem Spaziergang von einem an einen Wagen anaehängten Pferde durch einen Hufschlag getroffen. Die Verletzung ist glücklicherweise leicht und die hohe Frau konnte zu Fuß m das Schloß zurückkehren. Frankfurt, 31. März. Tie Frankfurter Ortsgruppe de§ Deutsch - Evangelischen Frauenbundes schickt an die Kellnerinnen in An im ie rkne i pe n folgendes Schreiben: „Sie sind als Kellnerin in unserer Stadt Gefahren ausgesetzt, die Sie an Leib und Seele zu Grunde richten können. Viel- leicht stehen Sie allein und haben niemand, der Ihnen in dieser Lage mit Rat und Hilfe bcisteht. Dann möchten wir Ihnen solche anbieten. Sie finden bei uns Schutz und helfende Liebe, wenn Sie es wünschen. Wir bitten Sie herzlich, von unserem Anerbieten Gebrauch zu machen." — Gleichzeitig werden die Eltern und Vormünder in einem ähnlichen Schreiben aus die traurigen Verhältnisse im Kellnerinnenberuf hingewiesen. „Wir bitten Sie," so heißt es weiter, „sich Ihrer Tochter anziinehmen und sie zum Ergreifen eines anderen Erwerbszweiges zu veranlaßen, am besten durch persönliches Hierherlommen. Unsere Dienste stehen Ihnen gern zur Verfügung; jedoch sind nur Sie selblt berechtigt, traft Ihrer elterlichen (vormundschaftlichen) Gewalt eine Aenderung zu erzwingen." ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die Gastwirtschaft von Frau Ww. Wilhelm Geißler in Werdorf ilt von den Eheleuten Peter Krem- mers aus Oestrum zum Preise von 18 000 Mark verkauft worden. VcrinrjchteA. • Lieg nitz, 2. April. (Amtlich.) Heute vormittag fuhr eine Lokomotive aus den in dec Einfahrt in die Station Liegnitz begriffenen Güterzug Nr. 6556, der drei Wagen Auswanderer besürderte, auf. Ein Schaffner ist tot, vier Personen wurden schwer und etwa dreißig leicht verletzt. Entgleist sind zwei Lokomotiven, drei Personen- und fünf Güterwagen. Sämtliche Wagen sind stark beschädigt. Ter Schnellzug Nr. 6 nach Berlin erlitt 79 Minuten Verspätung. Der Personenverkehr wird durch eingleisigen Betrieb zwischen Spittelndorf und Liegnitz aufrecht erhalten. Die gesperrten Hauptgeleise werden voraussichtlich bis heute abend wieder frei. Infolge Ausströmens und Jnbrand- geratens des Leuchtgases geriet ein Spirituswagen in Brand und entzündete die Trümmer sowie das Stellwerk „Olm", welches auSbrannte. * Leutnant Karl Bloem vom Mannheimer Grenadierregiment, welcher sich mit seiner Geliebten, Der Choristin Schwarz- erscyojsen hat, war gleich beliebt bei Kameraden wie bei seinen Untergebenen. Mit Vorliebe besuchte der Offizier in Heidelberg das Theater und entdeckte da in idem Opernchor ein auffallend schlankes Mädchen, eine junge Heidelbergerin, Margarete Schwarz armer Leute Kind. Wie das so geht, suchten und fanden sich die Beiden. Aber nicht die gewöhnliche Theaterliebelei mit dem üblichen Schlußrefrain: „Behüt dich Gott" entspann sich, sondern eine offenbar tief wurzelnde Liebe verband das Paar. Der Leutnant trug so unverhohlen seine Neigung elbst in des Kaisers Nock zur Schau, daß es Kameraden und Vorgesetzten unangenehm und beänastigend ausfiel. Eine Zwangsversetzung nach Mannheim sollte den Liebestranken heilen. Aber auch dort blieb Bloem seiner Liebe treu, was zur Folge hatte, daß man ihn veranlaßte, sein Ehrenwort fchriftlia) zu geben, mit der schönen Choristin nicht mehr zu verkehren. Aus eine diesbezügliche Mitteilung des jungen Offiziers an das Mädchen, erwiderte dieses in einem längeren Schreiben ebenso charakteristisch als logisch: auch sie besitze sein Ehrenwort, ob dies weniger bedeute, als das andere? Und die Liebe erwies sich stärker, als die Achtung vor dem Ehrenkodex. Bloem sah in Fried- richsseld die Geliebte wieder und brach somit das verpfändete Ehrenwort. Hiermit ward der Rosenmontags- konslikt gegeben, und er wurde blutia ausgetragen. Während der Held Hartlebens in dem bekannten Drama unter dem Zwang der Entdeckung sich richtet, hat Bloem aus freien Stücken die Konsequenz gezogen. In Zivll traf er in Heidelberg mit der Geliebten am vorigen Samstag zusammen, uno die Wiedervereinigten tragen eine Reise in Den württembergischen Schwarzwald an. 9cachdem sie in einem Hotel in Scyomberg übernachtet hatten, sandten sie ihre Photographie und Abschiedsbriefe an Verwandte und begaben sich dann in den Wald, wo Bloem zuerst das Mädchen und dann sich erschoß. Im Walde bei Oberlengenhardt (bei Liebenzell un Oberamt Neuenbürg), nicht allzu weit von der badischen Grenze, wurden die Leichen ausgesunden, ,chie kalten dMde noch verschlungen". Neben ihnen lag ein ganz neuer Revolver. Die Toten wurden ins Rathaus des Oertchens Oberlengenhardt gebracht. Das Testament Bloems befindet sich in den Händen eines Kameraoen in Mannheim. Die im Tod Vereinten haben letztwillig den Wunsch geäußert, in Heidelberg zusammen begraben zu werden. , , • Amerikanisches Duell. Vor einigen Wochen oergifteten sich in einem ersten Hotel in Hamburg ein Herr und eine Dame, beide blutjunge Leute. Bis heute war der Toppelselbstmord noch unaufgcllärt geblieben. Fetzt konnte nach langen Recherchen feitgeilcUt werden, daß uie beiden Vergifteten der Ingenieur Fuhlerath aus Heiligen- fladt und seine Frau, eine geb. Nonnewmkel aus Wipperfürth sind. Stach Ermittelungen hat ein amerikanisches Duell Veranlassung zu diesem Doppelselbstmord gegeben.Der Ingenieur hatte wegen irgend eines lächerlichen Rcstaurcmt- jkandals einen bösen Streit bekommen, der schließlich damit endigte, daß er sich mt seinem Gegner auf ein amerikanisches Duell einigte. Die Bedingungen waren, daß der Verlierende binnen sechs Wochen aus dem Leben geben mußte, nnb der Ingenieur zog das schwarze Los. Als seine junge Frau erfuhr, was ihr Mann vor hatte, flehte sie ihn an, nicht ohne sie auS dem Leben zu scheiden, und bat so lange, bi5 die beiden törichten jungen Leute beschlossen, gemeinsam in den Tod zu gehen. Sie hatten sich mit Cyankali vergiftet. • Kleine Tageschronik. Der Eisenbahnunfall bet Artueil (Frankreich) ist aus zu schnelles Fahren zurückzu- ühren. Die Eisenbahngesellschast hat als Auszeichnung für den Zugführer das Kreuz der Ehrenlegion erbeten. Dieser, obgleich schwer verletzt, konnte sich unter den größten Anstrengungen aus den Trümmern befreien und schleppte sich 200 Meter weit auf dem Bahnkörper fort, um den zu erwartenden Eilzug, welcher 400 Passagiere mit sich führte, zu warnen. Dank dieser Aufopferung gelang es, den Eilzug rechtzeitig bis auf wenige Meter von dem verunglücklen Zug zum Stehen zu bringen. — Aus Kairo wird gemeldet: Tie Pyramide des Kekrops ist vom Blitz getroffen worden. Der Schaden, der dem Kunstwerk dadurch zugefügt wurde, ist beträchtlich. — Durch einen verheerenden Brand wurden in der ungarischen Ortschaft Jaszo zahlreiche Wohngebäude und Wirtschaftsgebäude eingeäschert. 3 Frauen find m den Flammen umg ef omni en. — In Wien endete durch Selbstmord der Abgeordnete und Advokat Dr. Wolffhardt. In einem zurückgelassenen Brief teilt er mit, daß ihn das Mißlingen eines geschäftlichen Unternehmens in den Tod getrieben habe. , (th.) Gießen, 1. April. Wegen Wilderns verhandelte gestern die Strafkammer in zwei Sachen. Der Larrdwitt Karl Lndw. N., dessen Sohn und dessen Knecht, „sowie die Landwirte B. und Sch. von Aulendiebach waren geständig, häufig in der Gemarkung des Orts auf Dachse gejagt zu haben. Die Angeklagten beriefen sich darauf, der Jagdläufer der Frankfurter Jagdpächter hätte sie aufgefordert, das Raubzeug, welches vielen 8ä>aden verursache, abzufangen. Nachts bei Laternenbeleuchtung rückten die Leute mit Hunden dem Vieh zu Leibe und spießten es mit der Dachsgabel fest, um dann mit Knütteln drauf zu schlagen. Nach der Beweisaufnahme wußten aber weder die Jagdpächter noch deren Aufseher ein Sterbenswort von Der Erlaubnis- crteilung zu dieser Jagdausübung. Der Staatsanwalt beantragte wegen gewerbsmäßiger Ausübung der Jagd auf fremdem Revier Freiheitsstrafen auszusprechen. Der Gerichtshof faßte aber diese Art der Jagd harmloser auf; er hielt den Beweis nicht für erbracht, daß man gejagt habe, um Geld für das erlegte Wild zu bekommen, wenn man auch die Felle verkauft hat. Es handle sich baljer um ein einfaches Jagdvergehen. Das Urteil lautete gegen N. sen. auf 150 Mark, den Sohn auf 100 Mark, den Knecht auf 25 Mark und gegen Sch. auf 50 Mark, ev. für je 5 Mark 1 Tag Gefängnis. B. wurde freigesprochen, weil er dem Morden der andern nur einmal als Zuschauer beigewohnt hat. Die zur Jagd benutzten Hunde, sowie die Dachsgabel wurden eingezogen. — Der 26. Jahre alte Tagelöhner Jakob W. von Gelnhausen, ein wegen Körperverletzung und Jagdvergehens be- rests vorbestrafter Mensch, war auf hessischem Revier in der Gemarkung Mittel-Gründau eines Sonntags in einer Waldung mit dem Gewehr in der Hand, also zur Jagd ausgerüstet, von drei Forstbeamten des Grafen von Mehrholz abgefaßt worden. Als der Angeklagte der Beamten ansichtig wurde, wollte er Fersengeld geben, er wurde aber gepackt. Eine in seiner Wohnung vorgenommene Haus-suchung förderte erhebliches Belastungsmaterial, sodaß Weber als recht gefährlicher Wildd'eb überführt wurde. Der Gerichtschemiker Dr. Bopp aus Frankfurt a. M. konnte feststellen, daß an den beschlagnahmten Kleidern des Angeklagten erhebliche Spuren von Blut, das von Wlld herrührt, jid) befindet. Gestern bestritt der Angeklagte entschieden , seine schuld; er will das Gewehr, in zivei Telle zerlegt, im Walde gefunden haben. Der Staatsanwalt beantragte vier Jahre Gefängnis. Das llrtell lautete, daß der Angeklagte mit zwei Jahren Gefängnis und fünfjährigem Ehrverluii zu bestrafen sei, die Einziehung des Gewehrs, sowie der sonstigen beschlagnahmten Jagduten- silien wurde ausgesprochen. — Der Vorarbeiter Stephan R. aus Frankfutt a. M. war in Bad-Nauheim beim Kanalbau für eine Franksurter Firma tätig. Ec verschwand von dort ohne die Ar- bester auszulohnen, obgleich er das Geld dazu von Frankfurö erhalten hatte. Außerdem hatte er in mehreren Fällen Leute ht Nauheim angeborgt unter der Vorspiegelung, er brauche das Geld zum Auslöhnen der Arbeiter, ferner fiel dem übrigens vorbestraften Menschen noch eine Nötigung und ein Versuch hierzu zur Last. Die Strafkammer erkannte auf 5 Monate Gefängnis. — Die Strafkammer hatte über ein Urteil des Schöffengerichts Vilbel zu befinden, das von zwei Seiten durch .Berufung angefochten worden war. Tie Brüder Philipp und Heinrich W. von Holzhausen v. d. H. überfielen eines Abends den Muller B. von Iiodheim v. d. H., als dieser an ihrer Wohnung vorbeiging, mst> ^mißhandelten ihn durch Fußtritte und Faustschlage. Das Schöffengericht verurteilte den Philipp W. zu 25 Mark und seinen jugendlichen Bruder Heinrich zu 10 Mark Geldstrafe. Hiergegen erhoben sie Berufung, der sich die Staatsanwaltschaft anschlog. In beiden Verhandlungen bestritten sie ihre Schuld und suchten den Verletzten als ihnen feindselig gesinnt hinzustellen, der auch unter seinem Eid die Unwahrhest tage. DaS Gericht hatte aber keinen; Anlaß, den Aussagen des Zeugen zu mißtrauen, weshalb es unter Stattgebung der Berufung der Staatsanwaltsck^tft diejenige der Angeklagten, die es als eine „frivole" bezeichnete, zurückwies und die «strafen auf 50 bezw. 30 Mark erhöhte. (Slogan, 2. April. Wegen Wechselfälschung und unerlaubter Entfernung vom Heere wurde vom Kriegsgerrcht der neunten Dwison in Glogau der Leutnant Hans von Specht vom 154 Infanterieregiment in Javer zu neun Monaten Gefängnis, Dienslenllassung und Entfernung atis dem Heere verurteilt, unter Einberechnung einer Gefängnisstrafe von drei Monaten, welche dasselbe Gericht am 30. Januar ds. Js. über ihn wegen unerlaubter Entfernung vom Heere ausgesprochen hatte. Scb-warsa Seiden in der neuen garantiert soliden Pari-Färbung. Reiche Auswahl, n Verlangen Sie Master. C”/91 Seiden-G rieder-Zürich g Die englische Krankheit der Saugltuge bewirkt, besonders bei nicht rationeller Ernährung, sehr oft ein bedeutendes Zurückbleiben der Entwickelung der Arme und Beine im Verhältnisse zu dem großen Kopie. Durch den Zttsatz von Kufeke's Kiitderinehl zur Ktlh- nstlch kann man die Entwickelung der Knochenbildung und des Mitskelsleisches aufs Günstigste beemfliiBen. ss8/a Brauer-Akademie tieglun des Semeatera i Worms a. Rh. Prospekte durch E. Ehrioh. Für Plazierung der Absolventen ist man' bemüht, ss17,1 ■ ' «W»WWWWWWWMW»MWWiWWWM»WWWWWWMM> M Kuider wenn ihr brav stid, so wasche JlUbtül öeiy IV jch euch auch mit der von Herrn Doktor als beste und mildeste M VTVhüll USH Kindersene empfohlenen J 6 IHVilliat A1V* 1634 Grosse Auwahi in Konfirmation^ge#chenken vom Missten Ins zum lewsten Genre empfiehlt Juwelier Brück Kreu&platz 8 -1U Frau Angaste Hosch geb. Vix Giessen (Ludwigstrasse 30), den 3. April 1905. 1823 Die Beerdigung findet Dienstag den 4. April, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt gestern morgen 6 Uhr nach kurzem, aber schwerem Leiden im Alter von 56 Jahren sanft entschlafen ist. Im Namen der tieft rau er n den Hinterbliebenen: Wilhelm Hosch und Kinder Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Mitteilung, dass meine liebe Gattin, unsere gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante ■______________________________________________________________________________ im 68. Lebensjahre. den 5, d. Mts., nachmittags 41/, Uhr, von der M K N $ iWMMWNWÄWMWMHsHWÄ Giessen (Neuenweg 27), 3. April Die Beerdigung findet Mittwoch, Kapelle des neuen Friedhofs aus, statt. Statt besonderer Mitteilung. Heute früh verschied sanft, nach langem, schweren, mit Geduld getragenem Leiden, meine liebe, unvergessliche Gattin, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwägerin und Tante 1838 Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Kari ßflalkomesius. 1905. Frau Caroline Malkomesius geb. Sack Bekauntmachllttft. Alle noch rückständigen Rechnungen über die zur Unterhaltung der städtischen Straßen ii. s. h>. ausgeführten Arbeiten und Lieferungen im Rechnungsjahr 1904 sind bei Meldung der Nichtberücksichtigung bis spätestens den t. Mai dS. IS. in doppelter Ausfertigung und Aktenformat unter Beifügung der Bestellscheine an uns einzureichen. Bei dieser Gelegenheit machen wir darauf aufmerksam, Arbeiten und Lieferungen für Rechnung des Tiefbauamts nur auf Grund der von uns ausgestellten Bestellscheine beim, vorgelegten Kontobücher zu bewirken, andernfalls wir die Rechnungen nicht anerkennen und kurzer Hand zurückweisen werden. B‘/4 Gießen, den 1. April 1905. Städtisches Tiefbauamt. Bra uba ch. Airgeöung von Mauarbriten. betreffend: Erbauung einer Kanalanlage für die Gemeinde Bersrod. Die bei rubr. Kanalanlage nötig werdenden Arbeiten und Lieferungen im Voranschlagsbetrage von 5000 Mk. sollen nn Wege des schriftlichen Angebots vergeben werden. Die Angebotsunterlagen liegen auf dem Amtsbureau des Unterzeichneten, Zimmer Nr. 17, zur Einsichtnahme der Interessenten offen. Die Angebote sind verschlossen, portofrei und mit ent» ^rechender Aufschrift versehen bis spätestens Samstag den 15. April l. Fs., nachmittags 3 Nhr, auf der Großh. Bürgermeisterei Bersrod einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Gießen, den 31. Mär; 1905. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. Diehm, Baurat. ß■/ LcrzckW non WajsktleiiMgsarlikittn. Sämtliche zur Erbauung einer Wasserleitung für die Stadt Alleudorf n. d. Lumda erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Submiisionswege vergeben werden. Schriftliche Angebote sind bis Dienstag den 18. April, vormittags 10V2 Uhr, auf der Großh. Bürgermeisterei in Allendorf abzugebcn, wo alsdann die Eröffnung derselben stattfindet. Die Pläne und Bedingungen liegen auf dem Bureau ves Unterzeichneten, Landgraf Philipp-Platz 3, zur Einsicht offen und es können dort AnqebotSformulare gegen Erstattrmg der Herstellungskosten in Empfang genommen werden. Gießen, den 3. April 1905. Der Großh. Kr.isbamnspektor des Kreises Gießen. gez. Diehm, Baurat. B’/4 Arbeits-Vergebuug. Freitag, den 7. April l. I., vormittags 10 Uhr sollen auf Großh. Bürgermeisterei TreiS a. d. Lda. die Herstellungsarbeiten eines Querkanals im Orte Treis a. d. Lda. auf schriftlichem Angebot öffentlich in Akkord vergeben werden als: A. Erd- u. Maurerarbeiten veranschlagt zu Mk. 92,66 B. Steinhauerarbeiten y y , 186,56 C. Eisenwarenlieferung „ , „ 241,50 Die Offerten sind verschlossen und portofrei bis zu obigem Termin auf Gr. Bürgermeisterei abzugeben, woselbst die Verdingungsunterlagen zur Einsicht der Interessenten offen liegen. Grün berg, den 29. März 1905. 1765 I. A.: Förster, Kreisstraßenmeister. Holzversteigermrg. Freitag, den 7. April l. I., vormittags 9 Uhr anfangend werden in den Waldungen der Gemeinde Alten- dorf a. d. Lda. Distr. Mark, Rabenauer Straße, Streitköppel und Homberg versteigert: 20 Eiche-Stämme 80 Nadel-Stämme 24 Eiche-Stämme 6 Kirschbaum-Stämme 72 Erle-Stämme 1 Aspe-Stamm mit 18,43 Fstm. „ 21,60 , , 6,07 , m 2,49 , - 21,96 , „ L46 , 3 Eiche- und 10 Nadel-Nutzknüppel, 1 Eiche- „ 284 Nadel-Derbsiangen, 15 Nm. Buche-, 4,5 Nm. Eiche-, 4 Nm. Nadel-Scheit, 110 Nm. Buche-, 40 Nm. Eiche-, 103,5 Nm. Nadel-, 38 Nm. Erle-, 43 Nm. Aspe-Knüppel, 1250 Wellen Buche-, 1850 Eiche-, 210 Nadel-, 1300 Erle- und 1800 Wellen Aspe-Neisholz, 25 Nm. Buchen 19 Nm. Eiche-, 36,5 Nm. Nadel-, 7,5 Nm. Aspe- und 23 Nm. Erle-Stockholz. Das Holz in den Distrikten Mark, Nabenauer Straße und Streitköppel wird in der Mittagspause versteigert und bei der Versteigerung nicht vorgezeigt. Zusammenkunft in den Eichstacheln, Distr. Homberg. Allendorf a. d. Lda., am 31. März 1905. Großh. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. 1775 Rein. Bekanntmachung. Die am 17. März d.J. in Gießen und Garbenteich abgebaltene Versteigerung ausrangierter Bahn- schwellen ist genehmigt. pe/4 Gießen, den 1. Avril 1905. Grohh. Bahnmeisterei 64. PacMgäiter»0 von 100 bis 1200 Morgen, auch solche, welche in der Nähe von Frankfurt a.,M. liegen, habe an Hand. L. Göbel, Güteragentur, Frankfurt a. M. Lützowstr. 23. Tefefon 4949. hv8/4 Betnrnrtmachung. Mittwoch bett 5. April, nachmittags 5 Uhr, werden 8 Triebviertel für die Jahre 1905 und 1906 meistbietend an Ort und Stellt verpachtet. Die Zusammenkunft ist aus der Licher Straße am Bahm wärterbaus. Gießen, den 1. April 1905. B1/* Großh-ru'gljg e ■ "r-ierm-'tfierei Gießen. Meeum. ljllieis Giesjell. StilhtWer Gartenstratze 2, Zimmer Nr. 14. (Geschästsstunden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) Cs find zu vermieten: 1 Wohnung von 7 Zimmern, 3 Wohnungen von 6 Zimmern, Wohnungen von 5 Zimmern, 2 Wohnungen von 4 Zimmern^ Wohnungen von 3 Zimmern, 2 Wohnungen von 2 Zimmern, unmobl. und 2 mobl. Zimmer. Zu mieten gesucht: 70 Wohnungen von 1—8 Zimmern. Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und zwar für eine Wohnung nut einem jährlichen Mietwert bis 300 Mk., einschließlich 0,20 Mk., von mehr als 300 Mk. bis 500 Mk. einschließlich 0,50 Mk., und von mehr als 500 Mk. 1,00 Mk.: außerdem ist siir jede Wohnungsanmeldung 1,00 Mk. zu hinterlegen. ftiir die Wohnungssuchenden erfolgt die Vermittelung um entgeltlich.BV. Köhere BiirgelMe zu M-Meim. Der Unterricht beginnt Dienstag, den 2. Mai 1905, vormittags 8 Uhr. In die unterste Klasse können Knaben und Mädchen ausgenommen werden, welche das 3. Schuljahr vollendet haben. In die übrigen Klassen können nur Mädchen ausgenommen werden, entsprechendes Lebensalter und Vorbildung vorausgesetzt. . Die Anstalt umfaßt sieben Jahresklassen und bereitet in der oberen Klasse Mädchen zum Eintritt in die Lehrerinnen- Seminare in Darmstadt und Mainz vor. Das jährliche Schulgeld beträgt, Aenderungen vorbehalten, für die unterste Klaffe 72 Mark und für jede höhere Klaffe 12 Mark mehr. Anmeldungen werden von uns während der Amts- siunden, wie auch schriftlich, entgegengenommen. Hierbei sind vorzulegen: Geburtsschein, Impfschein (bei Schülerinnen über 12 Jahre die Bescheinigung der Wiederimpfung) und erforderlichenfalls Abgangszeugnis der zuletzt besuchten Schule. Für Auswärtige vermittelt die unterzeichnete Stelle aus Wunsch Aufnahme in Familien. Bad-Nauheim, den 25. März 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Bad-Nauheim. Dr. Kayser. v"/. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen: Firma: Eugen Kauffmann in Gießen; Inhaber: Eugen Kauffmann, Fabrikant in Gießen. Dem Kaufmann LouisKauff- mann inGießen ist Prokura erteilt. Gießen, den 1. 9lpril 1905. Gr. Amtsgericht. r8/4 Verdingung. Die Lieferung von 1329 Kbm. Grubensand (2 Loose) für den Nenbau der höheren und erweiterten Mädchenschule soll Samstag, den 8. April b. I., vormittags 117. Uhr öffentlich verdungen werden. Bedingungen liegen bei uns int* Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — ZufchlagS- frift 8 Tage. Gießen, den 3. April 1905. Städtisches Lochbauamt. B8/4 Gerbet. In unser Handelsregister wurde heute bei der Firma „Fabrik patentierter Bauartikel Emil Horst" in Gießen eingetragen: Carl Krimmel, Kaufmann in Wetzlar ist in das Geschäft als persönlich hastender Gesellschafter eingetreten. Tie offene Handelsgesellschaft hat am 1. Januar 1905 begonnen. DemArchitekten Ferdinand Noll in Gießen ist Prokura erteilt. Gießen, den 28. März 1905. Gr. Amtsgericht. b*/4 In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bei den Firmen „Gebrüder Georg" in Gießen und „Adam Georg" in Gießen eingetragen: Der Sitz der Gesellschaft ist. nach Gießen verlegt. Gießen, den 1. April 1905. Gr. Amtsgericht. Alle Ban-Kanalban-Artikel 1055 marke; CHUTZ Ed erstrasse 8. T Asterweg 47. 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S. bei dem ersten Sprecher schriftlich eingereicht werden. Wir machen ferner daraus aufmerksam, daß Richtanwesende nur dann wählbar sind, wenn sie vor der Versammlung dem Vorstande gegenüber sich schriftlich bereit erklärt haben, eme auf sie entfallende Wahl anzunehmen. Ä . Der Vorstand des M. T. B. Gießen. Ei n j&hrigen-Eiamen. erfolgreiche Vorbereitung zur Einjährig-Frei- _________tg. Herbst 1904 haben unsere sämtlichen Kandidaten bestanden. Prospekte durch Handelslehranstatt Kirchheim-Teck. lasBdevomBeh ki QC LcdcrputZ'Creme r xpr ll- F aul iA w hie » •s stot° lafl 1 Ufl« fctud 6r hm; 1A erne cnicb totti jtiini hat t eine vom tfti Gna Lam einig Geg lief wufi und Land aber aufs Höchst Unser« ,Beur AuSfü allein Kreiser der Bc laubfe unseren z» Ich OM der Tr voll ge einen \ Vertra wieder Prrui Proji der mehr Erwa U'nstc unbeii mehr, fiurSri solchen Sangen Fonds neuen ; nicht be bie bet ^ufmär lanq?n( tunq . banblu l'chste Sorge Mn Weben Te JMk bie pflege ^ifen »",e ° Sm, u Kn ir plante, Mn; ,« .^>chh Ik? hllt