Erstes Blatt. 155. Jahrgang Freitag 3. Marz 1905 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen 3E Ile öeutige Kummer umfaßt 10 Seiten. Bei Die höheren Lehranstalten im preußischen Abgeorduetenhause. Geheimrat Reinhardt bemerkt, daß bei der ErrichtrmK von Reformschulen äußerst vorsichtig vorgegangen werden müsse, denn wenn ein System in einem Teil unseres Vaterlands sich bewährt hat, so ist damit noch nicht gesagt, daß es überall so sein werde. Nach den bisherigen Erfahrungen wird durch den: späteren Anfang mit dem lateinischen und griechischen Unterricht das Interesse der Schüler lebhaft gefordert und der Lerneifer der Schüler an diesen Reformschiulen stehe in keiner Weise dem der Schüler an humanistischen Gymnasien nach Abg. Tr. Wiemer (fr. Vp.) hält es für notwendig, daß- der st e n o g r a p h i s ch e Unterricht von den Lehranstalten selbst erteilt wird, und tritt für das System Stolze-Schrey ein. Weiter bekämpft er eine neuerliche Verordnung, daß nur geprüfte Lehrer. Stenographieunterricht erteilen sollen. Abg. Gamp (frt) wünscht, daß der Wert der ReformschulL. den Gemeinden von der Unterrichtsverwaltung dargelegt werden' solle, dann werden diese auch gern zu diesem Schulsystem über-< gehen. Redner ist der Meinung, daß man aus unseren Gymnasien, die Schüler zu sehr als Kinder behandele. Bon dem conctlimn' abeundi würden die Eltern mehr getroffen als die Schüler. denke auch ilber die Scbülerverbindung>en viel milder als es die Tirektoren der Anstalten tun. Minister Dr. Stu dt wendet sich dann nrit aller Bestimmtheit» gegen die Ausführungen des Abg. Gamp über die Schülerverbmd-, ungen, weil sich durch durch die heimlichen Verbindung sehr nachteilige Wirkungen in unterri chllicker Beziehung geltend machen. Wenn gesagt werde, daß der Unterricht in den oberen Klassen mehr dem akademischen Charakter genähert , werden solle, so fei das eine weitgehende Anregung, sodaß sie der eingehendstes Erwägung bedürfe. Ein Regierungskommissar erklärt, daß über die An- rechuung der Wartest der Lebrer Verhandlungen schweben. Rußland in Sturm und Drang. Es war ein Traum! Tie Zweifel an der Aufrichtigkeit der russischen Verfassungs-Ankündigung stellen sich als vollberechtigt, heraus. Es mußte ja schon verwundern, daß nirgends in Rußland ein Freudenruf über die Verheißung sich erhob. Es hat eben niemand der Kunde Glauben geschenkt. Jetzt gibt, nach einer Petersburger Depesche, der Zar selbst ju erkennen, in Beantwortung einer „Ergebenheitsadresse" von Vertretern der Moskauer Börse, worin Anhänglichkeit an das Prinzip der Selbstherrschaft betont wird: daß er den „alten Grundlagen des russischen S t a a t s l e b e n §>" t r e u zu bleiben gedenkt. Vielleicht ist dem Zaren inzwischen wieder eine „Denkschrift" unterbreitet worden — diesmal aus dem Lager der Verfassungsgegner. Bom englischen und franzöpschen Heere. Gelegentlich der Besprechung der Nachtragssorderung von 550000 Pfund für die britische Armee erklärte am Donnerstag im Unterhause zu London der Finanzsekretär des Kriegsamtes, man habe bezüglich der Armee jede nur erdenkliche Sparsamkeit obwalten lassen, es sei aber dem Kriegsamte unmöglich gewesen, die Garnison in Südafrika, wo die Kosten für die Unterhaltung der Truppen bedeutend größer feien, als in England, in dem vorausgesetzten Maße zu verringern, .tote man erwartet habe. Die Lage in Ostasien sei so gewesen, daß es äußerst unklug gewesen wäre, sich der Pferde und anderer Transporttiere, die in Südafrika als Reserven unterhalten werden, zu entäußern. Im weiteren Verlause der Beratung erklärte dey Kriegsminister, infolge der Unsicherheit der internationalen Lago im vorigen Jahresanfänge sei es nötig gewesen, große Reserven! von Pferden und Transporttieren in Südafrika zu unter batten,, von wo solche nach Indien und anderen Bestinnmingsorten verschifft werden könnten da aber die Beunruhigung glüälickierweifei vorübergegangen sei, Inche da- Unegsamt seine ursprüngliche Absicht auSaesührt und in dem Poste» für Transportkosten und dis Berlin, 2. März. Bei der Universität „Königsberg" spricht Abg. vorv K l i tz i n g (kons.) sein Bedauern über den großen Zuzug von ausländischetr Studenten, insbesondere aus Rußland nach Königsberg aus. Zum Kapitel „Höhere Lehran st altem" liegt ein frei-, sinniger Antrag vor, die Lehrpläne der Volksschule und der höheren Lehranstalten in organische Ver-j b i n d u n g zu bringen und die noch besteheirden Vorschulen all-, mählich aufzuheben. Abg. v. Schenckendork r tritt für eine energische Fördere ung d-r Leibesübungen und der Körperpflege an bot. .höheren Lehranstalten ein. Redner fragt weiter, wie sich die Re-j f o r m s ch u l e n bewährt haben. Ministerialdirektor Tr. A l t h o f f erklärt, daß die Unterrichts-» Verwaltung bestrebt sei, im Sinne der Anregungen des 23or*i redners zu wirken. Tie Reformschulen hätten sich nach bett; bisherigen Erfahrungen bewährt. Mg. Eickhoff (fr. Vp? bittet, daß den Lehrern an bett, höheren Lehranstalten die Wartezeit auf das pensionsfähige Dienst-« alter voll angerechnet werde. Redner bittet weiter die Erfahr-, ungen über die Reformschulen nach dem Frankfurter System mitzuteilen. . Er möchte empfehlen in den oberen Klassen den Schüllern ein größeres Maß von Freiheit zu geben, damit die Spannung zwischen der Gebundenheit der Schule und der Ungebundenheit des Universitätslebens vermindert werde. Nr. 53 •< tLgNch außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem »elfischen Landwirt die Gießener Kamillen. Hättet viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u. Steindruckerei. R. Lange. Äebatticm, Expedition und Druckerei: Gchttlstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße». Kernsprechanschluß Nr. 51. Ve-ng-peel-r monatlich^ Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.L.—viertel- jährl. ausschl. Besteüg. Annahme von Anzeigen ät die Tc 26mimmer »'s vomtittaqS 4 'Unc. Zc'tenvreiS: ».ok^L2P^ auswärts -iS Verantwortlich fiste den polit. und tj Teil: P. Wittko- für .Stadt und Land" und . Gerichtss aal": Ä u a u st Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Tie „Petersb. Tel>Mg." ist sogar in der Lage, aus authentischer Quelle folgerrdes nritzuteilen: . Auswärtige Blätter versichern, der Landwirt schafts- Minister hätte den Befehl erhalten, einen Verfassungsentwurf auszuarbeiten, und es fänden bei ihm Beratungen hoher Be- amten statt; alles dies entbehrt jeder Begründung. Das deutsche offiziöse Telegraphenbureau hat die Verantwortung für die Verbreitung dieser nun aufs entschiedenste dementierten Meldung. Tas Ministerkomitee beriet am 28. Februar über Maßnahmen betr. die Abschaffung der Beschränkungen religiöser Bekenntnisse. Ter Gehilfe des, Ministers des Innern erklärte, die Abschaffung aller Be- stimmungen, ausgenommen der für unentbehrlich gehaltenen, sei wünschenswert. Das Ministerkomitee erklärte, daß auch letztere nu.r bestehen bleiben könnten, wenn sie vom Reichsrate gesetzlich bestätigt würden, und schlug vor, daß der Minister des Innern binnen drei Monaten die Abschaffung aller die religiösen Bekenntnisse beschränkenden Bestimmungen außer * der als notwendig erachteten anordne und künftig bei der Behandlung religiöser Fragen nicht mehr die Anwendung der Vorschriften über die Sicherung der Staatsordnung und der polizeilichen Ueberwach- ung gestatte. Ferner wurde beschlossen, die Begnadigung der wegen religiöser Irrungen Verbannten oder Gesangfen en beim Kaiser zu beantragen. ung noch der Stockholmer Hof die Voraussetzung geschaffen., Was da auf norwegischer Seite gesagt wird vom Uebermup des Großschwedentums, vom schnöden Treubruch; vonf Geringschätzung und Verhöhnung der norwegischen Ehre^ das findet in den Tatsachen wohl kaum entsprechende Begründung. Es sind dies Uebertreibungen, die sich aus der politischen Erregung, erklären lassen. Ten Norwegern kannj und soll nicht bestritten werden, daß sie berechtigten Anspruch haben auf Entgegenkommen Schwedens bezüglich ihrer besonderen nationalen Forderungen. Tie Union würde keinen Schaden leiden, wenn den Norwegern das Recht auf eigene konsularische Vertretung ein geräumt würde. Sie; zeigen ihre besondere Handelsflagge überall im Ausland- gegen die die schwedische an Bedeutung nicht hercmreicht- also ist die Durchführung des eigenen norwegischen Kon- fulatswesens im Grunde ein Gebot der Konseguenz. Eins schwere Verantwortung fällt aber auf diejenigen, die auss der gegenwärtigen Konflrktsstimmung heraus auf die staatliche Trennung Norwegens von Schweden hinarbeiten. Dier Tragweite dieser Forderung läßt sich imr so weniger absehen, als die Eiferer bisher noch nicht verraten habert, wre sie sich die vielgestalttge neue Ordnung der Tinge; denken. Auch der zur fi'chrenden Rolle unter den noriveai- scheu Separatsten gelangte berühmte Polarforscher Frith;of N ans e n beschränkt sich >aufs kritisieren, was ihm bei seinen! politischen Gegnern den spöttische Hinweis eintrug, erj tue besser, zur Wissenschaft zurückzukehren. Nock) darf aberr wohl die Hoffnung nicht aufgegeben werden, oaß es derr Einsicht hüben wie drüben gelingt, der skandinavischen Unionj die alte bewährte Grundlage zu erhalten. Ob oas persönliche Eingreifen des Kronprinzen-Regenten, durch feinen# Brief, diesen Bestrebungen sehr förderlich ist, bleibt ab* zuwarten. Z>er Krieg. Rückwärts, rückwärts, edler Kuropatkin! Petersburg, 2. März. Ein Telegramm des Generals Kuropatkin an den Kaiser vom 28. Februar meldet: Nach yettte eingegangenen Berichten griff der Feind die Vorhut unserer Truppenabteilung bei dem Dorfe Ubenapusa an; alle Vorstöße wurden zurückgeschlagen. Eine andere Abteilung hatte einen erbitterten Kampf mit dem Feinde, der die Front,und die linke Flanke bei Kudiasa angriff. Tas Ergebnis des Kampfes ist unbekannt. Unsere gegen das Torf Tomazuhan ent* wndten Truppen vertrieben den Feind aus Deile, Werst südwestlich von Tomag-uchan. Unsere Stellungen ztoisch'en Sacbepun, Kautulin und dem Putilvtohügel werden stark beschossen. Unsere Verluste sind, obgleich das Schießen noch nrcht.aufgehort hat, nicht sehr schwer. Teile unserer BorMt, die gestern die Anlagen am rechten Schaho-Ufer vor Sr? besetzten, hielten sich heute gegen einen nächtlichen Angriff der Japaner. Eine andere Abteilung dieser Truppen hatte gestern Tracht dreimal ein Gehölz am rechten Ufer des Schayo gegenüber Lamatun besetzt, mußte sich aber gegen Morgen mfolge großer Verluste durch das feindliche Mi- zS1 • fcnfcuer bis auf ihre befestigten Stellungen zu- rückzrehen. — Nach Berichten, die nachts eingingen, griff unvermnteterweise die Vorhut unserer Abteilung in der Nähe des Torfes Ubenepusa um 11 und 12 Uhr nachts und 3 Uhr morgens an. , Tie beiden ersten Angriffe wurden abgeschlagen, der zwerte mit dem Bajonett, ebenso der dritte. Dem Feinde gelang es, sich auf der Höhe des Zentrums fest- Ausetzen; infolgedessen mußten unsere Leute sich bis zum Wall des benachbatten Werkes z n r ü ck z i e h e n. — Nach emer gestern abend hier eingegangenen Meldung hält sich die Abteilung bei dem Torfe Kudiapa noch in ihrer Stellung. Gegen den Kautilin-Paß gingen die Japaner um 3 Uhr morgens zum Angriff vor. Nachdem der Angriff mehrere Male zurück- geichlagen war, mußten wir zwei befestigte Stellungen, die durch das feindliche Jyener zu sehr gelitten hatten, räumen. Um 8 Uhr heute ftüh machten die Japaner mehrere Angriffe gegen das Torf Nahchinpu am Schaho, wurden aber zurückgeworfen. Tie Beschießung der'Berge Putiloff und Novgorod und der Stellungen bei Sandepu mit Belagerungs- und Feld- gescfützen. wird fottgesetzt. Unsere Verluste sind unbedeutend. Tokio, 2. März. (Reuter.) Tie Japaner entfalten fortgesetzt auf der äußersten Rechten eine rege Tätigkeit; ihr rechter Flügel dringt vorwärts und vertreibt die Russen ans ihren Stellungen. Tie Nachrichten aus dem Hanptguartier des. Marschalls Oyama melden, daß eine in der Gegend von Schingtsching tätige Truppenmacht nachdem sie Tsinkhichen eingenommen hatte, nunmehr den Feind nordwärts verfolge In Tsinkhichen fielen, wie weiter gerneldet wird, den Japanern, große Mengen von Proviant in die Hande. Die japanische Truppenmacht, die von P e n s i h u aus tätig ist, vertreibt den Feind allmählich aus seiner Stellung, welche sich 13 Meilen nordöstlich von Pensihu befindet, ans einer weiteren, welche 7 Meilen nordwestlich von dieser liegt und aus einer dritten, die von der zweiten, in westlicher Richtung 4 Meilen entfernt ist. Nachdem der Feind nordwärts gedrängt war, nahmen die am Schaho stehenden Japaner Sunmupaotzu, 3 Meilen nördlich von Waitao- schan und Tiaochienhutun ein. Tie Russen verfügen auf beiden Seiten der Eisenbahn über viele Feldgeschütze und schwere Geschütze, die bisher nicht angewendet wurden, nun aber die lapanischen Stellungen beschießen. Niutschwong, 1. März. (Reuter.) Heute nachmittag unternahmen 400 Mann japanischer Reiterei einen StteifMg nach Hsinmintun, wo sie die Eisenbahngebäude und die chinesischen Herbergen durchsuchten. Hsinmintun war vor vier Monaten der Hauptplatz, für den Handel mit Kvnttebande. Zahlreiche dort lebende Händler wurden bei dem Angriff der Japaner von Schrecken ergriffen,. doch geschah ihnen kein Leids. Nachdem die Japaner die Turchsuchungen beendet hatten, zogen sie sich nach Pachiatun zurück. Man nimmt an, daß es dort zu einem Zusammenstöße mit den Russen kommt. Stoffel beim Zaren. Petersburg, 2. März. Heute nachmittag hatte General Stönel Audienz bei dem Kaiser in Zarskoje Sselo. Kuropatkin. , Wie die „Times" aus Petersburg erfahren, wird am 5. Marz nn Krregsrat abgehalten werden, der entscheiden soll, ob Kuropatkin abberufen werden soll oder nicht, und wer eventuell fein Nachfolger würde. Klado. Mr bekannte russische Kapitän Klado veröffentlicht ein Buch über die Kriegsflotte, worin er trotz des Schiedsspruches der Hullkonferenz immer noch unterstellt, daß die Fischer sehr wohl mit Japanern könnten abgekartet haben, deren Unternehmen mit Roschdjestwenskis Flotte zu begiinftigen. Am Schlüsse führt er aus, Rußland habe im Schwarzen Meer eine völlig unversehtte Flotte, die den Sieg über die Japaner sichern könnte, wenn sie in den ost-asiattschen Gewässern erschiene. Es sei unerhört, daß ein Vertrag diese Flotte am Auslaufen verhindere. Wo es sich um Leben imb' Tod handle, könne ein mächtiges Reich nicht sich durch ein Papier gebunden erachten. T-iplomatische Abmachungen seien Lust, wenn man stark genug sei, sich über sie hinweazusetzen. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger & Nene Ausstaude. Petersburg, 2. März. In dem an der Eisenbahn Moskau-Nishni-Nowgorod gelegenen Fabrikbezirke Orechowo und Sujew0 sind gegen 60000 Arbeiter der Fabriken von Morosow, Bogorodski und andere in den Ausstand getreten. Der Ausstand führte unter den Arbeitern zu Streittgketten, bei denen mehrere Arbeiter erschlagen wurden. Wie den hiesigen Blättern aus Moskau gemeldet wird, entstanden diese Streitigkeiten dadurch, daß Arbeiter einen Fabrikanten überfielen, während andere ihnen entgegen traten. Militär ist in diesen Bezirk ab gegangen. Im Wyborger Stadtteile in Petersburg sind 10000 Arbeiter aus den großen Fabriken in den Ausstand getreten. Reval, 2. März. In den meisten Fabriken wurde heute neuerdings die Arbeit eingestellt. Batum, 2. März. Im ZMgebäude wurden von den Arbeitern, die mit dem Abladen von Gütern beschäftigt waren, die Arbeiten eingestellt. Rostow, 2. März. Tie Beunruhigung der Bevölkerung nimmt zu. Heute sind die Truckereiarbeiter< in den Ausstand getreten. Es kam zu einigen Zusammenstößen mit Militärpatrouillen, wobei einige Personen verwundet wurden. Sewastopol, 2. März. Veranlaßt durch den Aus- stand i^n d eu staatlichen Schiffsbau Werkstätten in Nikolajew richtete der Kommandierende derSchwarzen Meer-Flotte, Admiral Tfchukniwe, an die der Admiralität untknfftellten Arbeiter in Sewastopol eine Ansprache, in der er sie ermahnte, die Arbeit nicht niederzulegen, und in der er daraus hinwies, daß die unter der Leitung des Senators Schidlowski stehende Kommission bald alle die Arbeiter interessierenden Fragen regeln werde. Er bat die Arbeiter, nicht zu vergessen, daß der Ausstand in den staatlichen Werkstätten den Japanern zu gute komme. Petersburg, 2. März. In einer Wählerversammlung von!9 «Abteilungen des russischen Arbeiterverbandes wurde heute beschlossen, den gestern an den Senator Schidlowski gerichteten Fordemmgen hinzu- zufügen, daß die Familien aller Arbeiter und ihre Wohnstätten unantastbar seien. Es wurde ferner beschlossen, bis morgen mittag auf Antwort zu warten und, falls dieselbe nicht beftiedigend ausfallen sollte, übermorgen den allgemeinen Aus st and zu erklären. Kiew, 2. März, Der Ausstand der Apothekergehilfen hält an. Von 23 Apotheken bewilligten nur drei die Forderungen der Ausständigen. Der Ausstand in den Druckereien ist im Zunehmen begriffen. Petersburg, 2. März. Aus Baku wird gemeldet: Während der jüngsten Ereignisse wurden 350 Menschen getötet und zahlreiche verwundet. Ter Prokitrator verlangte von dem Polizeichef Aufklärung darüber, wo die Polizei eigentlich während des mörderischen Kampfes gesteckt habe. Verhaftung eines Gelehrten. Tomsk, 2. März. 'Der Gelehrte Potanin ist ohne gesetzlichen Gnmd und Kraft eines bloßen Verdachtes seitens der Polizei am Vorabend seines 70. Geburtstages verhaftet worden.______ _________ Voliiische Tagesschau. „Los von Schweden!" Das Gebäude |ber skandinavischen Union ist ein echt nordischer Holzbau, dem ein hineingetriebener und rastlos bearbeiteter Keil gefährlicher wird, als einem massiven Hause. 'Die jetzt mit äußerster Heftigkeit in Ehristiania aus- tretenbe Forderung eines eigenen irorwegischen Konsulats- Wesens wirkt in diesem Sinne als Keil. Tie Erschütterungen zwischen den beiden Staaten führten bisher niemals zu einer regelrechten Unionskrise, solange König Oskar die Staatsgeschäfte leitete. Tie (Situation verschärfte sich von dem Augenblick an, da die Beschwerden des Alters oeu König nöHgten, dem Kron prgnzen Gustav die Regierung zu übertragen, dessen Beliebtheit bei den Norwegern weniger allgemein ist. Immerhin ist die Plötzlichkeit überraschend, mit der jetzt die radikalen Norlveger dre Parole: „Los von Schweden!" ausgeben. Für eine so schroffe Stellungnahme hat weder die schwedische Regier- vcrnriichteK. * Breslau, 2. März. Es ist jetzt festgestellt, daß bei dem Unglück auf dem zur Preußengrube bei Miechowitz. Teufidic^ flic-d» B erlin, Königspaar des „ vormittags 9 /2 Uhr, wird gegen Montag den 6. März, ist für Samstag nach hier: dringlich einberufen. werden. neidischer Patriotismus und gar die kärglichste 9lrt der Geschichts'chreibung, das versteckte Pamphlet, am wahren Alexandcrbild verändert haben, das ahnen wir nur, und darüber wird Uneinigkeit stets bleiben. Es ist ein glücklicher Zufall, daß Kaiser Trajan in Alexander sein Ideal sand. Frhr. v. Walbern, und dem Gouverneur der chinesischen Provinz Schantung, Eboufu, wurde der Kronenorden erster Klasse verliehen. — Ter „Reichsanz." veröffentlicht eine Verordnung vom 27. Februar, wonach das Zolltarisgese tz mit dem 1. März 1906 in Kraft tritt. Bremen, 2. März. Am 22. März wird das Ka ise r- Friedrrch-Denkmal feierlich enthüllt. Es heißt, daß der Kaiser zur Teilnahme an der Feier eintrifft Washington, 2. März. Im Repräsentantenhaus;? imb Wertsachen waren noch vorhanden. Aus Stadt und Land. (Sieben, 2. März 1905. •• II- KK. HH. der Großherzog und die Großherzogin, deren Rückkehr aus Rußland in diesen Tagen erwartet wurden, werden bis Mitte dieses Monats mn Zarenhose verweilen. , (it- 3«) ” Die Sitzungen des Schwurgerichts für das 1. Quartal 19 05 sind auf folgende Tage verteilt worden: parlamentarisches. Berlin, 2. März. Die Budgetkommission 2. März. Der .Rationalzig." zufolge wird die Fahrt zum Mittelländischen der Kaiser, der die Fahrt zum Mittelländischen Meere zur See machen wird, soweit bisher festgesetzt ist. in Liffabon mit dem portugiesischen ff" ' zusammentreffen. Der Kaiser werde zuvor in Vigo von einem Mitglieds des sp a n i sch e n K ö n i g s h a u s es begrüßt werden. In einem Hafen des Mittelländischen Meeres werde wohl die Zusammenkunft mit dem König von Italien erfolgen. — Dem österreichisch-ungarischen Gesandten in Peking, Reichstags setzte die Beratung des Gesetzentwurfs be- Montag den 6. Marz, . treffend die Friedensprüfenz des Leeres fort. Auf Anna Marie Fartz W.twe aus Hlbesd-msen weqen M n " 'J u. __ , _ .. . I . a 7 SiDav’ nrtrmirmna M llnr Sie verlassen das kalte, unfreundliche Zimmer und.eilen aus die Gasse. Hier finden sie Gelegenheit zu allerleiUnfug. §»alb- wüchsige, verdorbene Schlinger werden ihre Lehrmeister, und bald ist der rohe Gasseniunge fertig, der das Publckum durch alle möglichen Streiche belästigt, bis zur spaten Mendstunde lärmend durch die Straßen zieht, Mit Stemen wirft, Diebstähle ausfuhrt usw Wie betrübend es in dieser Hinsicht auch m unserem eng-eren Daterlaude aussieht, läßt die Tatsache erkennen, daß im vorigen Tahre nicht weniger als 1419 sittlich verwahrloste Kinder in Zwangserziehung untergebracht waren. Diese Zustande schreien noch Abhilfe und haben auch vor etwa 11 Jahren die Einrichtung hiesigen Knabenhorts veranlaßt. In diesem mit der Knabenschule verbundenen Institute finden die Kmder der ärmeren Klassen auf Wunsch ihrer Eltern freundliche Ausnahme. Sie werden dadurch dem verderblichen Einfluß der Straße entzogen und während ihrer freien Zeit angemessen und nutzbringend beschäftigt. . . Worin besteht diese Beschäftigung? — Tie Jungen versammeln sich an jedem Nachmittage, gewöhnlich um 2 Uhr, in einem bestimmt-m Schulsaale und fertigen ihre Schulaufgaben für den kommenden Tag. Wahrlich keine leichte Aufgabe für den die Aufficht führenden Lehrer, da zur Zeit 60—70 Kinder aus den verschiedensten Schulklassen den Hort besuchen. Nach Beendigung der 2üebeiten wird im Speisezimmer das Vesperbrot — V2 Schopven Milch und 1 Taigscher — eingenommen., Darin gehts in den Schulhof ziim munteren Spiel-Kreisel, Reifen, Stelzen, Schleuderball, Croguet lassen keine Langweile aufkommen. Im Sommer bietet der Schulgarten Gelegenheit zu allerlei nützlichen Arbeiten. Jedes Kind erhält ein Beet zugewiesen und hat das Recht, es umzugraben, zu bepflanzen, zu begießen und zu erntm, ganz nach seinem Geschmack. Ueberall ilt der Lehrer zugegen, aber nicht um zu stören, sondern, um mitzuspielen, anzuleiten, zu belehren, auch hier und da einmal zu wehren. So eilen bei günstigem Wetter die Stunden rasch dahin. Weniger angenehm sind kalte und regnerische Tage, die einen Aufenthalt im Freien nicht gestatten. Es macht sich dann Mangel an geeignetem Spielgcrät bemerkbar. ... Welche Geldmittel stehen dem Knabenhortc zur Verfügung, und wie werden diese aufgebrachr und verwendet? — Auch die Beantwortung dieser Frage genmfate den Eltern einen interessanten Einblick. Jeder Junge, der den Knabenhorl besucht, muß wöchentlich 20 Pfg. . an den Rechner des Hortes abliefern. Tiefe Beträge ergeben jährlich die Summe von 500 Mark Dazu kommen weitere 500 Mark aus der.„Wilsonstiftung", sodaß die G.samteinnahme des Hortes sich aus 1000 Mark beziffert. Davon werden 900 Mark für das Vesperbrot und die übrigen 100 Mark für Spielgeräte, Bücher und sonstige laufende Ausgaben verwendet. Die Stadtverwaltung und einige edle Menschenfreunde auS den besser situierten Kreisen der Gießener Bürgerschaft haben es bis jetzt immer ermöglicht, den dankbaren Kleinen auch eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Gerne würden sich die größeren Knaben mit der Herstellung von leichten.Papp-, Schnitz- und Flechtarbeiten befassen, doch ist es noch nicht gelingen, diesen Wunsch zu erfüllen, da die nötigen Mittel zur । DeÄing der — wenn auch geringen — Materialkosten fehlen. Hoffentlich hilft auch eine mildtätige Hand über diese Schwierigkeit." Diesen kurzen. g"meinv^ständlick'm Ausführungen folgten die Eltern mit regem Interesse. Anschließend an die Vorträge wurden in zwangchser Unterhaltung Wünsche geäußert, Bitten vorgebraebt und alle möglichen Anliegen von Person zu Person erledigt. Beide Teile — Eltern und Lehrer — waren von diesem ersten Versuche, an einem Elternabmde sich in gemeinsamer, freier Arbeit an dem Werke der Jugenderziehung zu unterstützen, so befriedigt, daß allseitig der Wunsch laut wurde, alljährlich einer solchen Abmd zu veranstalten. Unterfrilhmg von Serben in Südafrika eine erhebliche Der- rinqerung vorgenommen. Das Haus lehnte , sodann ven trag auf Verringerung des Nachtragsetats mit, 1J9 gegen ioö Stimmen ab Semge lL'bO verlangte heraus Vertonung der Beratung. Balwur bekämpfte diesen Antrag und erkläre, die Liberum beabsichtiaen Negierung diwch Ucberr'-mvelung dci d-r Abstimmung eine Niederlage beizubringen Nach wvr er reatm ^^atte verwarf das Haus den Antrag Georges mit r gegen 167 Stimmen. Die geringe Mehrheit, welche-die^Legierung erlang, rief lonaanhaltmde Beifallsaußerungen » t Opposition hervor, und Rufe wie -Zn rücktreten! folgten den weiterm Abstimmungen, in denen die Regierung Mehrheiten von 26 bezw. 28 Stimmen erzielte. innfi fnrhprf Das britische Flottenbudget für 1905 und 1l906 fordert 3.3 389 000 Pfund Sterling, das sind 3,8 Mill weniger. al im Vorjahre. Mannschaften werdm um 21'900 Manni ge t g angesetzt. Es werden zwei Klaffen ^rpedomgcr gefordert, ein spezieller Typ schnell fahrender Hockseftorpedomgm, un d ein neuer Typ von Küstentorvedoiacwrn. ^en geschaffen werden. Für das Rechnungsjahr wird der Beginn folgender R c u b vorgeschlagen: ein Schlachtschiff, 4Mil torpedojäger vom Versuchstpp, 12 Kostentorpedomger imb 11 Unterseeboote. Der Aufwand da^u iw Rechnungsm^.e-betragt etwas über V/4 Millionen. Künftig sollen wemger ^ffe gleich- zeitig gebaut werden, diese sollen itut zu toeef-n unb ifm. *TerMörderscinesSchwiegervaters. Unter ( der Anklage des Totschlages wird sich der Weingutsbesitzer 1 Oberleutnant a. D. Baron Moritz von Lengerke miß' । Erbes-Büdesheim am 13. d. M. vor dem Schwurgericht in Mainz zu verantworten haben. Wie wir seinerzeit berichteten, hat v. Lengerke bei einem Erbschaftsstreit seinen Schwiegervater, den Mbürgermeister Lebert in Erbes- Büdesheim in dessen Wohnung niebergeschossen. Der Täter, I welcher bei dem Renkontre ebenfalls eine Schußverletzung erlitt, wurde damals sofort in Untersuchungshaft genommen, jedoch später nach Hinterlegung einer größeren! Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt. Er behauptet, sich bei dem fraglichen Vorgänge fin Notwehr befunden zu I haben. . * Der Racheakt eines diebischen Dienstmädchens. Ein blutiger Vorgang spielte sich, tote kurz! mitgeteilt, in Berlin im Hause Mittenwalherstraße 14 ad. Dort unternahm das achtzehnjährige Dienstmädchen Bertha Habrecht einen Mordversuch auf ihre Dienstherrin Klara Bröer und brachte sich dann, selbst schwere Schnittwunden am Halse bei. Während Frau Bröer einstweilen in ihrer Wohnung unter ärztlicher Pflege verbleiben konnte, mußte das Dienstmädchen nach der Eha- rits gebarcht werden. Beide Personen sind noch nicht ver-I nckhmungsfähig. Bertha Habrecht wurde anfangs Januar | dieses Jahres von Frau Bröer in Dienst genommen, obgleich das Dienstbuch den Vermerk trug, daß die Inhaberin diebisch veranlagt sei. Das Dienstmädchen wurde trotz des schlechten Zeugnisses von der Herrschaft gut gehalten und aß meistens am Familien tisch mit, zumal Herr Bröer, der Reisender ist, selten in der Familie weilt. Anstatt nun mit ihrem Lose zufrieden zu sein, konnte die Habrecht auch jetzt noch nichtt von ihren Diebereien lassen. Nicht allein da,ß sie bei Einkäufen ihre Herrschaft in raffinierter Weise betrog, entwendete sie der Frau Bröer auch wiederholt Geldbeträge aus deren Geldbörse. Eine Anzeige wurde nicht erstattet, auch dann nicht, als am vorigen Montag wieder Geld verschwunden war. Aus Andeutungen, die Frau Bröer machte, konnte das Mädchen nicht im Zweifel darüber sein, daß seine Unredlichkeiten durchschaut wurden. Dieser Umstand versetzte es in Wut, und vorgestern früh drang die Habrecht, bewaffnet mit einem spitzen Tranchiermesser, in das Schlastimmer ihrer Herrin ein, als diese noch im Bett lag. In blinder Wut stach sie mit dein Messer auf Frau Bröer los und durchstieß dckbei das Oberbett an I mehreren Stellen. Als sich die Ueberfallene von ihrem ersten Schreck erholt hatte, sprang sie aus dem Bette und suchte der Rasenden das Messer zu entwinden Hierbei erhielt Frau Bröer Messerstiche in den Kopf, tu die Schulter, Prust und Arme. Trotzdem gelang es thr, das Mädchen zur Seite zu drängen und ein Hinterztmmer zu erreichen, von wo aus sie laut um Hilfe rieef. Sie beiben Kinder der Bröerschen Eheleute, der zehnjährige Hand und die fünfjährige Margarete, die sich im SchlafZiinnner der Mutter aufhielten, waren glücklich erweise tn ein anstoßendes Zimmer geflüchtet, sodaß sie von dem rasenden Mädchen nicht mehr bedroht werben konnten. Einige junge Leute stiegen schnell durch die genftrr der zu ebener &tbe bc- legenen Wohnung ein, nahmen sich der auv zwölf Wunden Tegepiiostischei- Kursbericht. F 'anktart a. 31., 3. März« blutenden Frau ast und benachrichtigten schleunigst zwei Aerzte und die Polizei. Das Mädchen hatte sich inzwischen in seiner Schlaftammer eingeschlossen und toirrbe dort nach gewaltsamer Oeffnung der Eingangstür blutüberströmt im Bette liegend vorgefunden. Es hatte sich mit einem stumpfen Brotmesser mehrere Nmchtige Schnitte am Halse beigebracht, die seine sofortige Ueberführung nach dem Krankenhause wendig machten. Daß es den Ueberfall mit voller Ueber- jlegung ausgeführt hat, beweist der Umstand, baß es vorher den Schlüssel zur Tür des Hinteren Aufganges sorgfältig entfernt hatte, um eine Flucht der Frau zu durchkreuzen. Dieser Schlüssel ist sonst nie abgezogen worden. Frau Bröer ist zwar schwer, .aber nicht lebensgefährlich verletzt. Sie wird in ihrer Wohnung gepflegt. — Nach dem Ergebnis der bisherigen Ermittelungen ist anzunehmen, daß das Dienstmädchen aus Furcht vor späterer Bestrafung die ~ot begangen hat, und zwar in der Mficht, sich, ernt Bekastungs-- zeugin vom Halse zu schaffen. (?) Gießen, 3. März. Die Strafkammer verurtelle I beute den Bürstenmacher G. K. von Harbach wegm Beleidigung und Sachbeschädigung zu einem Jahre Gefängnis. K'. wurde nn vorigen Jahre durch das hiesige Schwurgericht wegen Raubes zu 2i/2 Jalwen Zuchthaus verurteilt. Gegen das Urteil hatte er Revision eingelegt. Er führte sich wahrend bey ebr 1 ron§-SSex fahrens im Arresthaus derart schlecht auf, daß mehrsach im Disziplinarwege sowohl, als auch strasrechtüch gegeii ihn vorgegangen werden mußte. Llm 1. Dez. v. I. wurde er aus ^stmen Wunsch dem Landgericht vorgesührt, um mne Erklärung zu I Protokoll zu geben. Hier gab er trotz längeren Wartens und dreimaliger Aufforderung ferne Erklärung ab. Als Aus- sehr bedeutet wurde. K. wieder abzufuhren, ^g er em Schemel bein unter seinem Rock hervor, mit dmi er zum S chl a g e n a ch demKopjedes amtierendenAlsessorau^holte.< Eröffnung einer gegen ihn verhängten Disziplinarstrafe, zertrümmerte er sämtliche Fensterscheiben ferner Zelle, | die Auffcher chikanierte und beleidigte er, wo er nur konnte^ ^m Lause der Untersuchung berief er sich auf ine Geisteskrankcheit, und in der Mutigen Verhandlung gab er gar keine Crnauing ab. Ter Sachverständige ist mit den früher abgegebenen Gutachten der Ansicht, daß von Geistesftankhmt ferne Rede , sem | kann. K. sei vielmehr ein mhzorniger boshaster ^uerulaw. Wegen U r künden sali ch un g wurde der Landwirt I.. 43. von Hoch-Wcffel zu 6 Mviiaten Gefängnis veriirteill vorigen Herbst erlfielt eine Frankfurter Firma, aus Hoc^Weiiel einen ausgefüllten Bestellschein durch die Post.zugemndt. Firma Mk- tnrierte die Bestellung, aber die Lieferung wurde mcht angenommen, da der Adressat nicht bestellbar war. Auf ^und von Briefschaften kam die Firma, mit der B. frrcher m^Geschäfts-Verbindung stand, zu der Ansicht, day B. den Beste^'chem^sgefullt und mit falschem Namen untmchrieben habe, ^e ^iftenver- qleichung ließ keinen Zweitel darüber,: auch ist B. ^?e derartige Ta t zuzutrauen, da er bereits wegen enter ähnlichen Manipulation bestraft ist. Strafcrhöhend wurde in Betracht gezogen, hab bte Tat nur aus Bosheit und in der Micht cmem andern Schaden zuzufügen verübt worden ist. Leipzig, 2. März. Das Reichsgericht Ijat die Revision des Pastors Jakobsen in Schernebeck und des Leiters der dortigen Kunstwebereischule in Konkurs Rabe und Petersen ab gewiesen, die von dem ^anL- qericht Flensburg wegen Vergehens gegen die Paragraphen schM em 146 bis 148 des Genossenschaftsgesetzes verurteilt waren.' Zwei Mörder. In Stolp i. Pomm. verurteilte das I Schwurgericht den Raubmörder Guto w s 11, der den Altsitzer Doll in Kleinvatenheim ermordet hatte, zu z ehn Jahr en Zu cht- Vaus — In Nordhausen wurde der Buchhatter Curtiuch der die Witwe Günther ermordet hatte, vom flebörigen Jelkaschachte 15 Mann getötet find, vierl schwer und einer leicht verletzt wurden. Drei Bergleute retteten sich durch Anklammern an den Förderkorb. Einer Blättermeldung zufolge sind außerdem auf der Preußengrube durch herabslürzende GesteinSmaffen zwei Arbeiter verunglückt, von denen einer tot ist, während der andere schwer verletzt wurde. (Vgl. unser gestriges Telegramm aus Beuthen). ♦ Arnsberg, 2. März. Ein verheerendes Feuer suchte heute nachmittag das durch architektonische Schönheit bekannte Schloß des Grasen v. Fürstenberg-Herdmgen heim. Der Dachstuhl und das Obergeschoß wurden zerstört. Der Brand, bei dessen Bekämpfung die Feuerwehren aller Nachbarorte mitwirkten, war abends noch nicht völlig bewältigt. । • Dresden, 2. März. Es wird versichert, daß in Sachen der Gräfin Montignoso seit Dienstag neue Privatvergleichsversuche auf ausdrücklichen Wunsch des Königs stattfinden unter Zustimmung des Ministeriums und der Anwälte der Gräfin. — Nach einer Meldung aus Florenz ist die am 1. März fällige Rentenzahlung des sächsischen Hofes an die Gräfin Montignoso im. Betrage von 30 000 Francs ausgeblieben. Die Gräfin steht jetzt nahezu mittellos da. * London, 2. März. In einem hiesigen Fachblatte Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag den 4. März 1905: Meist trüb, windig, kälter, Niederschläge (meist Schnee). Näheres durch die Gießener Wetterkarte. । . ........ 1 "ügg?—— Neueste Metduuuen. R. B. Darmstadt, 3. März. (Eigener Draht- bericht.) Die zweite Kammer genehmigte heute zunächst noch das Finanzgesetz für 1905, womit die Etat- Beratung endgiltig abgeschloffen ist. Dann gmg das Haus zur Einzelberatung des Gesetzentwurfs, bett, die Forst* Verwaltung ubcc; die Erledigung der 46 Paragraphen des Gesetzes wird voraussichtlich den Rest der Sitzung aus^ füllen. — Eisenbahndirektor Klös wurde gestern nach plötzlichem Unwohlsein, das ihn im Wartesaal des Süd- bahnhofs überfiel, von einem Schlaganfall getroffen und verschied klwze Zeit darauf. Berlin, 3. März. Wie jetzt amtlich festgestellt rottb; hat die von dem Dienstmädchen Haberecht überfallens Frau Bröer elf Wunden davongetragen. Die Haberech^ hat sich mit dem Küchenmesser die Luftröhre nahezu durch, schnitten, so daß sie nicht sprechen und also auch nicht vernommen werden kanu. Ihre Verletzungen sind trotz Besserung sehr schwere. Eisenach, 3. März. Der Lokomotivführer Eh^ Hardt, der das folgenschwere Eisenbahn-Unglück bet Wutha verschuldete, ist als geistig unzurechnungZ- itter lLurtws 1 Petersburg, 3. MäiH. Hier zirkulieren Gerüchtch Scbwurgcrichit IC!!) äußerst alarmierender Art ükber die Situation auf Dvde verurteilt _____ dem Kriegsschauplätze. Man spricht bereits von z^ode verurteüt.__— ----rüste Mukdens und einer Umzingelung Kardel unb Werker. KolksunNsHaft. patkins. v Reichsbati kau Zwei s. Die Herabsetzung des Diskonts P a r i s , 3. MärK. Aus P et ersb ur g ttnrd gemeldete) auf 3 Proz. bat ihre Wirkung ausgeübt. Die Anspannung w Tie E i s e n b a h n tr n pp en!in d er M an d s ch ure i v e r etwas stärker als in der gleichen Zett des Vormbres. Erstens hat ^Haern den Dienst unter dem Vorwand, daß die die Bank weitere 36 Mttl. Mk Schatstcheme ^imommen so daß ^^r an strengen de Arbeit unerträglich sei. Kuropatkm tele- her Bestand numnebx wieder 119.64 Al 1 n. Mk. betragt oeae nach Petersburg die dringende Bitte, man möge fteuerS hat sich von *508.97 Mill, au?393.05 Mill, seine Verbindung mit Europa in vollem Umfange au^echt'l vermindert. Nachdem in der vorigen Woche noch eine Ueberdeckung erhalten. Die telegraphischen Verbindungen des ber Noten um 1.11 Proz. vorhanden war, ist die Deckung wieder guartiers werden streng bewacht. In Tschita ist die Miß-< auf 92.85 Proz. gesunken. ftimmung so groß> daß die Zerstörung der Russische Anleiheverhandlungen. Es vergeht Leitungen befürchtet wird. — Weiter wird aus Petersburg ietzt schon wieder kaum ein Tag daß nicht eme oder dre andere ächtet, daß bereits für den Fall eines neuen Aus- Mitteilung gemacht wird über russinhe Anleiheverhandlungen, ue Lj die nötigen Vorkehrungen getroffen werden. Dev- die sich in ständig in der Schwebe zu befinden schenlen. Vertreter I am Justage der Abschaffung der kc. Franksur t'a. M., 3. März. 'Orkg.-Telegr. des „Gieß, winn?fortwährend an Umfang. Die Waffen-und Expwsiv- Am S ch w e i n e m a r k t. Zum Verkauf standen 636 Schweine. stoff-Depots sind unangetastet. Man versichert angeblich^ Schweine: 1. Qualität 64-6o Mg., Lebendgewicht 51-00 W, toenn ein neuer 'Äusstand ausbricht, das Regimen^ 2. Qual. 63-00 Pfg., Lebendgewicht 50-00 Vfg., o. Qualttak Smailoff, welches gegenwärtig konsigiert ist, sich dem Volke 57—58 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Mg. Geschäft flau, Ueber- ! ^^^eßen werde. — Es bestätigt sich- daß am Samstag! ! üand bedeutend. — . -------------------------- hmter dem Vorsitz des Zaren ein großer Kriegsrat 3t t r dt 11 d) Äa Zimnierwohnung p. 1. Apnl zu vermieten. 01211 ____________Hammstraße 15. Verschiedene | 311] Grove Wohnung, 9—10 Zimmer im 2. Stockwerk, event. roeuere 5 Zimmer tm 3. Stock, pr. 1. Juli zu vermieten. Wilh. Audolph, SelterSw^vl. Tie Räumlichkeiten der ehemaligen Hirsch-Apotheke Atarktplatz 11, sofort beziehbar, ollen im ganzen vermietet werden. Näher. Bürgermeisterei, Grünbergerstr. 52 ist eine Mausarden-Wohnnng (4 Zimmer, Küche, abgeschlossener Korridor, Gas- u. Wafferleitung) zum 1. 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März 1905, abends 6x/< Uhr, in der Stadtkirche unter der Leitung seines Dirigenten, des Herrn Universitäts-Musikdirektors Gustav Trautmann und unter der Mitwirkung vonFrl.lrene Oohsenius (tiopran) aus Marburg, Erl. Wilhelmine Welsmann (Alt; aus Frankfurt a. M., Herrn Wilhelm Larnb lTenor) aus Frankfurt a. M. und Herrn Heinrich Reinhardt (Bass) aus Darmstadt, des Herrn Organ. Otto Görlach und anderer geschätzter hiesiger Kräfte. Programm: I. TEIL: 1. Fuge in H-mol 1 für Orgel. Pintti 2. a) Wie schön leuchtet der Morgenstern. . J. S. Bach b) Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott, Satz v. Ph. Wolfram für gemischten Chor a capella. 3. Arie für Alt: Agnus deiaus der1 H-moll-Messe . . J. 8. Bach 4. a) Süss ist der Honigseim A. Mendelssohn b) Seht das ist euer König Ohr. Burkhardt für gemischten Chor a capella. IL TEIL: Kompositionen von Heinrich schütz (1585—1672). 1. Der zwölfjährige Jesus imTempel für gemischten Chor und 8oti mit Begleitung von Streichinstrumenten und Orgel. 2, Wast hast du verwirket ftit Basssolo aus den kleinen geistl. Konzerten. 3. Pharisäer und Zöllner für 2 Männerstimmen, Frauen- und gemischten Chor mit Orgel- Begleitung. 4. Oster-Dialog für 4 Solostimmen. 5. Ehre sei dir Christe. Eintritt frei. Für die inaktiven Mitglieder werden Plätze auf der Empore und im Schiff reserviert. Der Eingang am Turm ist nur für Mitwirkende und für mit Karten versehene Mitglieder geöffnet. Kindern kann der Zutritt nut in Begleitung von Angehörigen verstattet werden. Texte zu 20 Pfg. sind an der Kirchtüre zu haben. vM/t Zur Deckung der Kosten werden freiwillige Gaben In die Büchsen erbeten. Aufforderung. Alle diejenigen, welche Forderungen irgend welcher Art an Hernr Ernst Joh. Bormann, Landgrafenstraße 5 III haben, werden hierdurch ersucht, diese Forderungen schriftlich bis zum 4. März er. an mich einzureichen; später einlaufende Forderungen ftnden keine Berücksichtigung. J. Stein 1094__________Architekt.___________ Schreibmaschinen- Unterricht 379 erteilt Damen u. Herren zu jeder Tageözeit6.k.86ng.Südanlage7,I KI.ZMM o. kl. Garten in der Nähe Altenfeld o. Schiffen- bergerroeg zu pachten gesucht. Off, u. 01246 a. d. Exp. d. Bl. Em oder zwei Schüler, welche von Ostern an höh. Schulen bes. wollen, finden Wohnung m. voller Pens. u. lieben. Aum. i. g. bürgert. Hause. Zu erfr. Bleichstr. 3.s01250 Im gestrigen Konzert in der Turnhalle ist ein länglicher Damenpelzkragen (Biber) in der Garderobe abhanden gekommen. Es wird gebeten, denselben gegen Belohmmg dahierLiebigstr.15 abzugeb. l!07o Bernharöliiet' Kosijiiiiö § auf den Namen ^Pascha" hörend, entlaufen. Wiederbringer Beloh- nung. Vor Ankauf wird gewarnt. Friedrich Lyncker, Schstfenberg. Quwu». 8. Ack. i. St. S. Stj. 8 U. »t. T A 8; 1902 1 Sodam amts sekretäi H' /md v Si mitersch (natl.) mit Nak die Lau Ztr antragei turnen 1 durch w tag eine explo Fa zmen ® stectui emschren Mk mch em Kraulen die Heb bettröot Jetzt K träge 1 sodann lisatior mid fii gaben Erregt dm fi Kassen Unredr der Ae die Ae allgem keine j den Bi Kassen, mit lln Prmff? btn 9rb 5eyte tt seien? trauende die Ardi die sie ’ ersirebi glaubet zu mai ihre in miet ai bernche Verbau kaffen? emgeh-i flöte m Sä an, daß koufliktZ der Aer runqde anfängl doch be- Deshal Diftrilt lich un die kle holten. Dienst Distril "ungei ufto. ist so Not. ! ftnani Arztk es sich siroffer liebst^ Men M di, Krank« Wohin Nbn Wn Offene N be ^fein, litheg (j ^Qaniit u H K Mrefl( M sa° -wer Tn Crin ^vete ' *5?